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Das Leben nach der Depression

KHynxa


@ Sommer7789

Zitat Kyna:

dass es nach dieser Krankheit für einen selbst nun ausschließlich ohne Hindernisse weitergeht

Zitat Sommer7789:

das ist es was mir wirklich oft angst macht, das ich mit den hindernissen die noch kommen werden nicht klar komme. also so ganz "normale" sage ich mal. wie fest ins beurfsleben einsteigen oder mal eine familie zu haben..besser gesagt sind nicht diese dinge das hinderniss..sondern wenn es nicht so funktioniert wie man es nich vorstellt...und damit zureckt zu kommen ist ein wirklich großes hinderniss. und natürlich dann immer wieder einen neuen weg zu finden..und vor allem die hoffnung nicht aufzugeben. ja denn das schwierigste nach einer depression ist es die hoffnung wieder zufinden, die man verloren hat. aber wahrscheinlich muss man diese hindernisse genauso annehmen wie die krankheit selbst.

Diese Ängste sind normal, gerade wenn man die Erfahrung einer Depression gemacht hat oder immer noch macht. Ich kann Dir zu dieser Zukunftsangst kein Allheilmittel sagen. Niemand kann das. Ich persönlich kenne ebenfalls die Problematik und versuche immer diese Gedanken nicht so sehr an mich heranzulassen. Diese Gedanken schaden nur, man wird "gelähmt" von dieser Angst und verliert wertvolle Kraft für das Wesentliche. Ich weiß das was ich schreibe ist kein Trost für Dich, aber so ist es nun einmal. Man darf keine Angst vor dem haben was vor einem liegt, sondern muss eine Haltung entwickeln, dass man jede noch so schwierige Herausforderung meistern kann.

Auch wenn man das in der momentanen Lage nicht für möglich hält.

Weiterhin alles Gute Dir.

Gruß

W^aveZll


*Sommer + Zwack*

Naja was heißt die Hölle... wie gesagt man lernt damit zu leben. Ich nehme brav meine Tabletten dagegen und dann ist gut. Ich denke halt, eine Depression bzw. eine seelische/geistige Krankheit ist nicht zu heilen. Das ist kein Beinbruch, den man 6 Wochen in Gips legt und alles is wieder lecker... das ist etwas, was du dein ganzes Leben mit dir rumträgst und bei der kleinsten Unachtsamkeit bricht es wieder aus. Dieser ewige Kampf gegen Windmühlen ist sehr mühsam... SEHR mühsam... fast schon ZU mühsam möcht ich sagen. Die Seele ist wie Glas; wenn sie Risse bekommt, die müssen nicht mal sichtbar sein, droht doch jederzeit und IMMER bei der kleinsten Erschütterung die Zerstörung des Ganzen.

Sommer, ich war so oder so nie ein Sommermensch (doofer Satz wegen deinem Namen, entschuldige). Ich bin im Winter geboren und fühle mich auch dort am Wohlsten. Ich mag kühle Temperaturen, grauen Himmel, Regen und wie frisch die Luft danach riecht, Gewitter in der Nacht (ist zwar eher im Sommer der Fall aber das ist das einzigst Schöne am Sommer), Schneefall, kahle Bäume und die Atemwolken vor der Nase :)z Ich liebe das einfach. Abgesehen davon, haben im Winter die meisten Leute miese Laune und das wiederum macht mich glücklich. Schräg, gell?

K]ynxa


Naja was heißt die Hölle... wie gesagt man lernt damit zu leben

Das kommt sehr auf den Grad sowie die Dauer der Depression an.

Ich denke halt, eine Depression bzw. eine seelische/geistige Krankheit ist nicht zu heilen. Das ist kein Beinbruch, den man 6 Wochen in Gips legt und alles is wieder lecker... das ist etwas, was du dein ganzes Leben mit dir rumträgst und bei der kleinsten Unachtsamkeit bricht es wieder aus.

Einspruch. Depressionen (chronische ausgenommen) SIND heilbar. Nicht von heute auf morgen, aber auf lange Sicht gut behandelbar, wenn der Patient selbst die Motivation hat, sich dieser Krankheit entgegenzustellen.

Die Seele ist wie Glas; wenn sie Risse bekommt, die müssen nicht mal sichtbar sein, droht doch jederzeit und IMMER bei der kleinsten Erschütterung die Zerstörung des Ganzen.

Ich unterschreibe deine Aussage, dass eine Depression mit einem Glas mit Rissen zu vergleichen ist. Dieses Bild ist aber nur solange gültig bis man durch Medikation und Therapie in die Lage versetzt wird, die mit Narben übersäte Seele langsam dank neue gewonnener Kräfte heilen zu können.

Ich weiß wo von ich spreche, ich streite selbstverständlich nicht ab, dass es ein harter und schmerzhafter Weg ist, aber er ist niemals (ausgenommen chronische Depressionen) vergebens.

Meine Worte mögen etwas arrogant und abschätzend bzgl. deiner Ansichten scheinen, aber ich muss auf deine Zeilen einfach meine Erfahrung dagegensetzen. Ich möchte zeigen, dass dieser Kampf mit dieser grausamen Krankheit NICHT vergebens ist.

PS:Entschuldigung für das Abschweifen vom eigentlichen Thema, aber diese Äüßerung war mir ein Anliegen.

Gruß David

SIinnes&tätexr


Abgesehen davon, haben im Winter die meisten Leute miese Laune und das wiederum macht mich glücklich. Schräg, gell?

*schmunzelt* Ich kanns in gewissem Rahmen nachvollziehen. Bei mir spielen da mehrere Faktoren mit rein.

Es fällt es mir auch oft schwer, fröhliche, aufgekratzte Menschen, und viel nackte Haut im Sommer um mich herum zu ertragen, weil es in völligem Kontrast zu meinem Innenleben steht, unerfüllte Begehrlichkeiten auslöst, Negativ-Gedanken-Kaskaden triggert, und es mich einsam fühlen läßt.

Gleichzeitig aber, unabhängig von anderen Menschen, hat Sonne und Wärme auf mich unglaublich positive Effekte, während ich Kälte, Nässe und grauen Himmel verabscheue, ich bekomme schon schlechte Laune wenn ich nur daran denke. Ich hasse es zu frieren (und ich friere leicht), schwitzen finde ich im Gegenteil angenehm. Ich habe sogar oft das Gefühl, daß man negative Gedanken "ausschwitzen" kann – Sauna z.B. tut mir sehr gut.

Meine besten Tage im Jahr sind traditionell genau die heißesten Tage. Wenn das Thermometer die 30 überschreitet, verfallen die Menschen nämlich auch wieder in einen Ruhezustand. Die Wärme zieht das Tempo aus dem Alltag, gleicht das Tempo der Gesellschaft wieder meinem inneren Tempo an. Alle japsen nach Luft, ihnen fällt das Denken schwer, sie fühlen sich gebremst...und ich habe den ganzen Tag ein verklärtes Lächeln auf den Lippen, weil ich das gewohnt bin, und es noch dazu so schön kuschelig warm ist ;-D

SDinn"est1ätexr


Einspruch. Depressionen (chronische ausgenommen) SIND heilbar.

Ich wäre mit so einer Aussage vorsichtig, es hat schon seinen Grund, warum Ärzte und Therapeuten das Wort "Heilung" im Bezug auf psychische Krankheiten kaum in den Mund nehmen.

Es läßt sich bei Depressionen ja objektiv nichtmal genau definieren, was krank und was gesund ist – dem Patienten geht es gut, oder eben nicht. Ist er geheilt, wenn es ihm gut geht? ...oder befindet er sich in einer guten Phase vor der nächsten Episode?

S]ommQerN7x789


Ich bin im Winter geboren und fühle mich auch dort am Wohlsten.

Ja das kann ja auch gut möglich sein. Ich mag auch den Winter. Den Sommer liebe ich, aber Winter kann auch schön sein. Es geht dabei ja auch eigentlich nicht direkt um das Wetter^^sondern um deine Gefühl anderer Menschen gegenüber. Ich meine woher kommt denn deine Wut auf diese Menschen? Wohl nicht einfach deswegen weil es warm ist. Wie ich halt schon meinte: Wenn man mit sich selbst nicht im reinen ist, kann man das mit anderen auch nicht sein.

Ja die Heilung der Depression. Ich denke auch das es heilbar ist. Warum sollte es nicht heilar sein?? Dieser Weg kann ewig dauern, man braucht viel Ausdauer und muss Rückschläge verkraften. Ich denke schon es kann Jahre dauern. Okey wenn es eine Depressionen ist die auf Grund fehlender Botenstoffe im Gehirn ausgelöst wird ist es wohl schwer. Denn diese Funktion kann man wohl nicht wieder herstellen. Und somit auch nicht heilen. Aber man kann lernen seine Denkweise zu ändern. Man muss es zu wollen und sich auf Veränderung und auf einen Lernprozess einlassen. Mit bestimmten Dingen abschließen, sie annehmen und eben versuchen anders zu denken. Sicher kann man wieder in eine Depression fallen. Aber das muss ja nicht bedeuten das man FÜR IMMER ein depressiver Mensch ist. Wenn ich eine Grippe habe, sage ich auch nicht das ich sie habe weil von der letzten nicht geheilt war. (plattes Beispiel, aber so ist doch??!!)

Wenn man gerade in einer schweren Depression steckt, dann glaubt man allerdings niemals wieder glücklich sein zu können (wie ihr es sicher kennt) Das ist auch so ein unerträglich grausames Gefühl. Natürlich denkt man das man kann nicht geheilt werden. Die Hoffnung ist ja auch schließlich weg.

Viele Grüße!

Wiavfell


Ich meine woher kommt denn deine Wut auf diese Menschen?

Ich mag allgemein keine gut gelaunten Menschen, keine Ahnung wieso, wahrscheinlich weil ich wie du sagst mit mir nicht im Reinen bin und die Quelle der Unzufriedenheit bei mir selbst liegt. Ich krieg ja schon einen Anfall wenn jemand zu mir sagt "ich wünsche dir einen sonnigen Tag" %-|

Ich bin selber erst gut gelaunt, wenn alle um mich rum miese Laune haben. Das ist im Winter ja meistens so, alle um einen rum ziehen ne Fluppe und ich steh grinsend daneben. Ich find das einfach schön.

Wenn ich eine Grippe habe, sage ich auch nicht das ich sie habe weil von der letzten nicht geheilt war.

Man kann eine körperliche nicht mit einer geistigen Krankheit vergleichen. Das sind doch zwei völlig verschiedene Dinge.

Ich könnt mir denken, dass man es lindern kann oder irgendwie verdrängen kann, dass man depressiv ist, in dem man an sich arbeitet usw.

Aber nicht mal dazu habe ich den Ansporn. Mir geht es so eigentlich relativ gut, und wenn ich überlege ich werd einer von diesen ewig gut gelaunten "Das Leben ist so schön"-Philanthropen, da kommt mir einfach das Konfirmationsessen hoch.

Das bin einfach nicht ich, jeder dem ich so gegenüber trete, würde mich direkt des Drogenmissbrauchs verdächtigen. Ich bin schon immer depressiv gewesen. Das äußert sich zwar nich ständig so dass ich heulend in dunklen Zimmern liege, ja ich habe durchaus auch Spaß am Leben und Freude, aber so übertriebener Optimismus kotzt mich einfach an. Ich hatte mal ne Kollegin, gott weiß wie viele Kinder am Hals, vollkommen überarbeitet, beschwerte sich ständig der Mann hilft nich genug und sowas... und dann ständig der Spruch "Ach Herr Wavell, das Leben ist doch schön" – ich hasse Menschen die lügen und noch mehr hasse ich Menschen die sich selber ihr eigenes kümmerliches Dasein SCHÖNlügen :|N :|N :|N ":/ ":/ %-| %-|

J}ori


Leider musste ich die Erfahrung machen, dass nach der Depression vor der Depression ist. Mein Arzt hat mir auch bestätigt, dass wer einmal in einer Depression war, ist sehr anfällig für weitere depressive Phasen und die meisten erleben das Disaster mehr als einmal.

Allerdings kann ich heute (nach zwei Komplett-Zusammenbrüchen) die Zeichen frühzeitig erkennen und gegensteuern. Ich kann mich auf meinen Arzt verlassen, dass ich, wenn ich merke, es geht wieder los, meine Medikamente bekomme, ohne lange Diagnose und Diskussion. Auch Ruhephasen (Krankschreibung) gibt es, wenn es notwendig ist.

Depressionen haben auch etwas mit einer Stoffwechselstörung im Gehirn zu tun. Das muss muss mit entsprechenden Medikamenten rechtzeitig behandelt werden. Nur so kann den Super-Gau abwenden (Komplett-Absturz). Eine Therapie kann das Ganze begleiten und sicher etwas zur Vorbeugung und Vermeidung tun, aber ein chemisches Ungleichgewicht lässt sich nicht mit Gesprächstherapie beheben.

Wichtig ist, wenn man von Depressionen betroffen ist, dass man sich und seinen Körper gut kennt und die Vorzeichen zu deuten weiß und dann entsprechend handelt. Dann kann man auch mit Depressionen gut leben.

SFomWmer07789


wavell, ehrlich gesagt verstehe ich das nicht so richtig. einerseits stimmst du mir zu indem du sagst:" ja könnte sein das es daran liegt das ich mit mir nich im reinen bin" und im nächsten satz sagst du wieder ja ich finds toll wenn alle miese laune haben. warum versuchst du nicht das zu ändern ???

Ich bin schon immer depressiv gewesen.

es klingt als wäre es irgendeine nicht so nette charaktereigenschaft. man sollte mit diesem begriff nicht so salopp umgehen denke ich. und wenn du es so sagst scheint es als hättest du jede hoffnung aufgegeben das du es irgendwann nicht mehr bist. versuch es doch einfach mak. also ich meine deine gedanken zu ändern. ich weiß das lässt sich einfacher sagen als es ist, aber es ist es wert. ja du sagst zwar dir geht es relativ gut. aber naja...wie du sagst du bist schon immer depressiv und wenn du dich freust wenn andere miese laune haben.. ich weiß nicht ob man dann wirklich ausgeglichen ist. mit wut zu leben ist sehr anstrengend.

ich hasse Menschen die lügen und noch mehr hasse ich Menschen die sich selber ihr eigenes kümmerliches Dasein SCHÖNlügen

warum redest du vom kümmerlichen Dasein?? ich denke darüber darf man sich kein urteil bilden. und ich würde diese frau übrigens sehr beneiden. wie sie mit ihren belastungen umgehen kann, und trotzdem die hoffnung nicht aufgibt und sagen kann das leben ist schön. was soll sie denn auch tun? soll sie sich ins dunkle kämmerlein zurück ziehen und aufgeben und irgendwann auch depressiv werden ??? also ich habe vor solchen menschen respekt.

Leider musste ich die Erfahrung machen, dass nach der Depression vor der Depression ist. Mein Arzt hat mir auch bestätigt, dass wer einmal in einer Depression war, ist sehr anfällig für weitere depressive Phasen und die meisten erleben das Disaster mehr als einmal.

Depressionen haben auch etwas mit einer Stoffwechselstörung im Gehirn zu tun.

Naja so verallgemeinern kann man das nicht denke ich. es gibt ja nunmal die unterscheidungen in den depressionen. chronisch, reaktiv, endogen etc. und bei einigen kann es vielleicht sein das man nie ganz von frei wird. aber gerade bei reaktiven kann es geheilt werden.

Ich habe letztens in einem artikel gelesen: menschen die eine depression überwunden haben sind stärker denn je...denn diese menschen haben gelernt wie man mit niederlagen umgeht. sowohl psychisch als auch physisch. (mal ne pause machen etc.) es ist ein ewiglanger lernprozess. lernen zu akzeptieren, annehmen, gegensteuern, abschalten und wohl noch einiges mehr.

ein chemisches Ungleichgewicht lässt sich nicht mit Gesprächstherapie beheben.

und das muss ja nicht immer vorliegen!!!

d=evYiliondisgQuisxe


Ich bin erschrocken, wie viele hier meinen, Depressionen könnten ausschließlich mit Antidepressiva erfolgreich behandelt werden.

Wahrscheinlich hängt es davon ab, was die Ursache der Depressionen ab; das hat aber nichts damit zu tun, wie schlecht sich die akut Erkrankten fühlen.

Die andere Frage ist, wann man sich als "geheilt" betrachten würde. Wenn man die Garantie hat, daß man nie wieder Depressionen bekommt? Die hat niemand – auch nicht, wer noch nie Depressionen hatte.

Wenn man sich glücklich fühlt?

Oder reicht es, daß man wieder im Alltag klarkommt und keine Selbstmordgedanken hat?

Ich habe vor Jahren eine kognitive Verhaltenstherapie (OHNE Medikamente) gemacht und dort war das Letztgenannte das Ziel der Behandlung. Das auch erreicht wurde innerhalb eines Jahres, "obwohl" es sich um wesentlich mehr als eine depressive Verstimmung gehandelt hatte. Meist braucht diese Therapieform ungefähr 1,5 bis 2 Jahre.

Es geht dabei nicht um die Vergangenheit, sonden um Techniken, wie man depressive Gedanken identifiziert und durch andere Gedanken ersetzt.

Dieselben Probleme wie damals (Grübeln, übertriebene Selbstwahrnehmung usw.) habe ich nie wieder gehabt, es ist 15 Jahre her.

Leider habe ich nach der Geburt meines ersten Kindes, die ein traumatisches Erlebnis für mich war, eine ganz andere Art von Depression bekommen. An einen großen Teil dieser Zeit kann ich mich noch nicht mal erinnern. Ich wollte eigentlich eine Therapie, hab mich aber dann informiert und herausgefunden, daß postnatale Depression so gut wie immer stationär und medikamentös behandelt wird. Von einer befreundeten Psychologin weiß ich, daß das (nicht unbedingt rechtlich, aber in der Praxis) mit Entmündigung und Rundum-Pathologisierung einhergeht. Wer Pech hat, ist das Sorgerecht ziemlich schnell los. Das wollte ich nicht und habe daher nur ein paar Mal mit einer Hebamme gesprochen, die sich auf den Umgang mit traumatischen Geburtserlebnissen spezialisiert hatte. Hat mir sehr geholfen, damit war ich aber bei weitem nicht geheilt.

Sehr viel besser wurde es erst, als sich meine Lebensumstände stark geändert haben (Ortswechsel, Arbeitsaufnahme, Kind im Kindergarten). 3 Jahre nach der Geburt fühlte ich mich wieder ungefähr so wie vorher.

Fazit für mich: Die Lebensumstände machen viel aus. Und, ob es jemanden gibt, dem man vertraut.

IJn-KNog Nxito


Die drei Säulen der Behandlung sind

psychotherapie

verhaltenstherapie

medikamente

(davon kommt man immer mehr ab, zumindest von der dauermedikation)

Sjommear77x89


Die Lebensumstände machen viel aus. Und, ob es jemanden gibt, dem man vertraut

Ja das denke ich auch auf jeden fall. Vertrauen ist ganz wichtig. Denn das hat man ja irgendwie in alles und jeden in einer depression verloren.

Ach übrigens wäre die faden ziemlich unsinnig wenn man sagen würde depression sind nicht heilbar ;-)

Und es ist ja nun nich so das es keine menschen geben wuerde die sich geheilt fuehlen. Klar kann man wieder depressiv werden. Aber das kann doch jeder!!!!

AzvaloGn_SH


Hi,

ich habe sehr lange Jahre an einer sehr schlimmen Depression gelitten, die ich aber inzwischen überwunden habe.

Meine Depressionen waren eine Folge meiner sehr schlimmen und extremen sozialen Ängste, die mein Leben leider schon vor vielen Jahren ruiniert haben, und mich zudem in fast völlige soziale Isolation getrieben haben. Diese Depressionen gingen so weit, dass ich lange Zeit mit Suizidgedanken gelebt habe und mir am Ende fast das Leben genommen hätte.

Eigentlich weiß ich gar nicht, ob ich überhaupt sagen darf, dass ich eine Depression hatte, weil ich keine offizielle Diagnose habe. Diesbezüglich waren meine Ängste immer schon viel zu stark und mein Vermeidungsverhalten viel zu ausgeprägt, als dass ich trotz des extremen Leidensdruckes jemals hätte zum Arzt gehen können – ganz zu schweigen von einer richtigen Therapie. Ich denke aber, dass es ganz sicher eine Depression war, da die Symptome völlig dafür sprechen – sich fast das Leben zu nehmen ist wohl ein ziehmlich eindeutiges Symptom.

Jedenfalls habe ich diese Depression inzwischen völlig überwunden, wobei ich dies ganz allein erreicht habe. Durch meine sozialen Ängste hatte ich auch niemanden, dem ich mich hätte anvertrauen können. Die Lebensumstände, also meine sozialen Ängste, mein völlig ruiniertes Leben und meine soziale Isolation, haben sich dadurch auch nicht geändert.

Mir hat vor allem die Selbstakzeptanz und eine zunehmend konstruktive Denkweise geholfen, die ich mir im Laufe der Jahre erarbeitet habe. Ich habe etliche depressive wellenförmige depressive Phasen durch gemacht, wodurch ich nach und nach meine Depressionen immer besser kennengelernt habe, so dass ich mich sogar bewusst darauf einlassen konnte und sie nie bekämpft habe.

Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass ich die Depressionen überwunden habe, da ich inzwischen gelernt habe auch mit negativen Gefühlen völlig gelassen und liebevoll umzugehen. Die typischen Anzeichen meiner Depressionen sind nun schon seit einigen Jahren nicht mehr aufgetreten, wobei sich an meinem Leben ansonsten nicht viel geändert hat – ich hätte eigentlich unendlich viele Gründe, um depressiv zu sein.

Durch meine Depressionen habe ich viel gelernt, was mir bei meinen Ängsten hilft – für mich waren meine Depressionen so etwas, wie die kleine Schwester der Angst ;-) .

Heute habe ich jedenfalls einen sehr bewussten Umgang mit meinen negativen Gefühlen, die sich natürlich nie völlig vermeiden lassen. Ob die Depression wirklich überwunden ist, das zeigt sich eh erst, wenn man mal wieder in einer Krise steckt – in der Art, wie man mit den negativen Gefühlen usw. umgeht.

S8ommeTr77x89


Hey Avalon,

ja ich hatte auch keine offiziele Diagnose, deswegen gehe ich eigentlich auch immer vorsichtig mit dem Begriff um, auch wenn ich eigentlich weiß das ich daran litt. Naja...wenn man schon so weit ist das man extreme Suizidgedanken hat ist es wirklich sehr schlimm. Oh man..wenn ich daran denke dann läuft es mit echt eiskalt den Rücken runter....um so beeindruckender das du es komplett alleine da raus geschafft hast, und deine Gedankengänge umstellen konntest...was ja eindeutig zeit das der Weg aus der Depression ein Lernprozess ist. Eben zu lernen anders zu denken und anders mit seinen Gefühlen umzugehen.

Soziale Ängste sind auch sehr zermürbend. Ich habe das immer noch ein wenig, aber hatte es schon echt schlimmer. Aber..oh Gott..es ist so schrecklich dieses Gefühl der tatsächlichen ANGST vor anderen Menschen. Wie hast du gelernt mit dieser Angst umzugehen oder sie loszuwerden? Ich habe mir immer nur "egal egal egal egal was die anderen denken, scheiß doch einfach drauf" gesagt. Leider wurde das dann zu so ner Wut auf andere, ich konnte zwar auf sie zugehen aber nie wirklich herzlich, immer nur ziemlich kühl und mit Abstand. Un das ist irgendwie auch nicht das richtige. Was anderes nützlichens ist mir aber leider noch nicht wirklich eingefallen :-(

A_val2on_tSH


Hi Sommer7789,

...was ja eindeutig zeit das der Weg aus der Depression ein Lernprozess ist. Eben zu lernen anders zu denken und anders mit seinen Gefühlen umzugehen.

Ja, es ist ein Lernprozess, der sogar Jahre dauern kann. Das schwerste dabei ist, dass man lernen muss mit den negativen Gefühlen konstruktiv umzugehen ohne sie dabei unbedingt sofort beseitigen zu wollen – dies widerspricht leider völlig dem mehr als verständlichen Wunsch, den man als Betroffener in diesem Zustand hat.

Da ich nach meinem Beinahesuizid gelernt hatte, dass ich trotz allem Leben möchte, und meine Ängste jede ärztliche Hilfe unmöglich machten, war ich gezwungen ohne die Hilfe von Medikamenten usw. einen Weg für mich aus dieser Hölle zu finden – leider können Worte nicht wiedergeben, wie schlecht es mir damals ging.

Ich musste also lernen mit diesen negativen Gefühlen umzugehen, ohne dabei auch nur hoffen zu dürfen, dass sie auf absehbare Zeit etwas positiv ändern würde. Auf diese Weise habe ich aber gelernt, dass man diese schrecklichen Gefühle usw. doch irgendwie aushalten lernen kann und sich sogar zu nutze machen kann. Ich nutze damals beispielsweise die ständigen negativen Gedanken, um an diese neutrale und später glaubhaft positive Gedanken anzuhängen – die somit auch ständig wiederholt wurden ;-). Ich nutze die depressive Müdigkeit, um damit zu depressives Gedanken im Schlaf zu beruhigen. Ich nutzte das Gefühl der völligen Sinnlosigkeit, um mich von der Last der Erwartungen freizusprechen. Ich nutzte so gar, diese Expertenmeinung, dass Depressionen durch ein chemisches Ungleichgewicht ausgelöst werden, um mir die Angst vor einer neuen depressiven Phase zu nehmen und um mir klar zu machen, dass sich an meinem Zustand trotz aller Bemühungen so schnell nichts ändern wird und ich viel Geduld haben muss – Geduld ist bei diesem Lernprozess nämlich sehr wichtig.

Rückblickend bin ich noch heute immer wieder darüber erstaunt, was man alles einsetzten kann, um einen Weg aus der Depression zu finden – besonders wie wichtig die Selbstakzeptanz dabei ist.

Aber..oh Gott..es ist so schrecklich dieses Gefühl der tatsächlichen ANGST vor anderen Menschen. Wie hast du gelernt mit dieser Angst umzugehen oder sie loszuwerden?

Leider bin ich meine sozialen Ängste noch längst nicht los geworden, aber es ist schon bedeutend besser geworden. Mir hilft die Selbstakzeptanz, um daran immer und immer wieder in kleinen Schritten und sehr geduldig zu arbeiten. Letztlich bleibt mir auch nichts anderes übrig.

Ich habe mir immer nur "egal egal egal egal was die anderen denken, scheiß doch einfach drauf" gesagt.

Diese Methode verwende ich bewusst nicht, weil es eigentlich nicht funktioniert, da die Gedanken der Anderen in Wahrheit gar nicht wirklich egal für mich währen – eine Selbstlüge wird in der Regel trotz aller Wiederholungen nicht plötzlich glaubhaft.

Da ich vor allem mit Hilfe der Selbstakzeptanz an solchen Dingen arbeite, gehe ich auch dementsprechend damit um. Ich akzeptiere also erst einmal, dass mir die Gedanken der Anderen nicht egal sind. Ich nehmen also die Gedanken bewusst zur Kenntnis, aber mache mir gleichzeitig auch bewusst, dass dies Teil meiner Angststörung ist – ich lasse also diese Gedanken zu und versuche sie nicht zu unterdrücken oder zu verhindern.

Dieses Bewusst machen, hilft mir dann eine konstruktivere Vorgehensweise anzuwenden und nicht in die früher übliche negative Gedankenspirale zurück zu fallen. Bei kleineren solchen Gedanken, über die Gedanken Anderen beginne ich bewusst mich darüber lustig zu machen – darüber innerlich zu lachen nimmt diesen Gedanken den Schrecken und lockert die eigenen Gedanken. Leider funktioniert dies nicht immer, besonders bei eher begründeter Ablehnung usw. . Für diese Fälle habe ich mir eine Technik der Gelassenheit angewöhnt, wo ich bewusst den Anderen deren negative Gedanken über mich oder sogar echte Ablehnung gedanklich erlaube – ich lasse es wieder zu.

Auf diese Weise entwickle ich keine Wut auf Andere und kann so warmherzig und offener reagieren.

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