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Partner hat Angstzustände/Panikattacken. was tu ich?

BBe'rbatxov hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Freund leidet schon seit mehreren Jahren an Angstzuständen und Panikattacken.

Ich selber bin seit 3 Jahren mit ihm zusammen und habe schon die ein oder andere Situation auch mitbekommen.

Er hat es soweit im Griff, aber wenn es passiert, dann sehr heftig...

Erneut ist er in so einer Situation und sagt mir immer, ich kann ihn nicht verstehen bzw ich weiss nicht wie sich das anfühlt. Das stimmt – denn ich habe so etwas zum Glück nicht.

Aber ich weiss immer nicht, wie ich mit ihm umgehen soll...

er zieht sich zurück und ich bin es langsam über, immer die Vertsändisvolle zu sein.

Er weiss, dass ich ihm zur Seite stehe und unterstütze, aber ich kann danach nicht einfach so tun, als ob nichts war..

Ich kann nicht die Kraft für 2 aufbringen...und nicht warten bis es wieder soweit ist...ich bin diesmal etwas direkter und ehrlicher und sag ihm was ich denke, ist das richtig, ist das falsch?? ich weiss es nicht, und deswegen brauch ich Hilfe...

ich möchte gerne zu ner Beratung gehen – für mich – damit ich weiss wie ich damit umgehen soll...

ich wünsche mir, dass er es schafft sich helfen zu lassen...

er hat jetzt gerade n job hingeschmissen, weil er es nicht mehr schafft – ok, kann ich verstehen, keiner soll etwas tun, was er nicht möchte...

ABER ich habe Angst, wenn er die Tage danach nur noch Bier trinkt und den ganzen Tag schläft oder unterwegs ist.... dass er in ein großes Loch fällt...

ich weiss einfach nicht mehr weiter und v.a. nicht wie ich mich RICHTIG verhalte...

Einige werden bestimmt auch ihre Erfahrungen mit dem Thema haben und über solche Erfahrungen oder auch Ratschläge wäre ich euch sehr sehr dankbar!!!

Grüße

Berbatov

Antworten
m|ujsk.atnxuss


Erneut ist er in so einer Situation und sagt mir immer, ich kann ihn nicht verstehen bzw ich weiss nicht wie sich das anfühlt.

Ja das kannst du nicht. Eine Panikattacke ist beschissen. Die Angst die einem die Luft nimmt, das Herz was einem in der Brust fast explodiert und das Schlimmste: Die Hilflosigkeit (wenn ich mal an meine Panikattacken zurückdenke).

Ist dein Freund in psychotherapeutischer Behandlung? Vor was hat er denn Angst? Tod? Euro-Krise? Das du fremdgehst?

wenn er die Tage danach nur noch Bier trinkt und den ganzen Tag schläft oder unterwegs ist.... dass er in ein großes Loch fällt...

Alkohol trinkt man auch weil man Angst hat. Das "Loch" ( ;-) ) was du meinst kann eine Depression sein. Ein Schutz um nicht mehr seelischen Schmerz ertragen zu müssen. Eine super Sache; Das Dilemma: Aus Depressionen entstehen neue Ängste.

Ängste sind für einen selbst meist rational. Angst vor dem Tod ist für einen Angstpatienten vollkommen erklärbar. Schließlich kann man ja nicht wissen ob man wirklich keinen Krebs hat. Man kann zum Arzt, aber was wenn der einen Fehler macht, oder was übersieht? Schlimme Sache diese Unsicherheit...

Was man sich wünscht ist die volle Sicherheit, dass nichts ist, das man wirklich, aber auch ganz ganz wirklich keinen Krebs hat...aber ab wann kann man da schon sicher sein?; Die Erkenntnis das es keine Sicherheit im Leben gibt, egal vor was man Angst hat, ist ein sehr schwieriger Lernprozess.

Das musst du verstehen.

Wenn er sich noch keine Hilfe geholt hat, sollte er es machen, dass was er hat geht nicht von alleine weg.

ABER ich habe Angst

Angst ist ein Gefühl. Und das solltest du ihm mitteilen. Nicht sagen das du nicht mehr kannst und das Scheiße findest immer die Verständnisvolle zu sein und das was man dann immer sagt, sondern teil ihm deine Gefühle mit.

ich weiss einfach nicht mehr weiter und v.a. nicht wie ich mich RICHTIG verhalte...

Es ist so ein bisschen genau das woraus Ängste und Panik entstehen (also nicht denken, dass du gerade panisch bist oder so). Was spielt es für eine Rolle, dass du dich falsch entscheiden könntest? Was ist das schlimmste was passieren kann?

Wenn du nicht handelst, weil du nicht weißt obs richtig oder falsche ist, dann tust du etwas was du nicht willst. Das wird öfters passieren und irgendwann fühlst du dich nicht mehr wohl in der Beziehung. Wenn du handelst und dich falsch verhältst, kann es nach hinten losgehen und er fühlt sich nicht mehr wohl in der Beziehung. Das Tolle: Wenn du handeltst, besteht die Möglichkeit, dass du dich richtig verhältst.

Und wieder die Suche nach der Sicherheit.

Kurz: Es ist egal was du machst. Ein Fehler wäre etwas zu tun was du nicht willst oder nicht kannst.

Du fragst was du tun sollst, hier geht es also um DICH und nicht um ihn. Das heißt du handelst so wie DU es für richtig hälst und du führst die Beziehung so wie DU es kannst. Es gibt kein Falsch; Manchmal gibt es vielleicht "besser". Er hat Ängste/Panik, wirkt depressiv, seine Reaktion auf bestimmte Situationen wird so vorhersehbar sein wie die Lotto-Zahlen.

Das was ich dir mit auf den Weg geben kann ist, dass du dich in eine Situation gedrängt fühlst mit der du so langsam nicht mehr klar kommst (was verständlich ist), aber das ist nicht sein Problem sondern deins. Du hast die Lösung schon gesagt, verstehen was Panik ist und wie es sich anfühlt; Bist wohl die beste Freundin die er sich wünschen kann.

Was ich dir aber auch sagen kann: Führe die Beziehung so wie du es für richtig hältst. Das tun wir alle.

*:) @:)

E.inQue.rdmenkexr


@ Berbatov,

alle Gefühle lassen sich auf zwei "Grund"-Gefühle zurückführen.

Liebe oder Angst.

Warum haben wir Angst. Sie wurde uns anerzogen. Ein Mensch, ein Baby kommt rein auf diese Welt und dann fängt es an mit dem Erfahrungen machen. Es gibt so viele Situationen in denen einem Angst beigebracht wird.

Warum haben wir als erwachsene Menschen Angst? Wir haben kein Selbst- und/oder Gottvertrauen. Wenn wir sicher wären, dass uns in dieser Welt nichts passieren kann, dann hätten wir keine Angst.

Es ist nicht deine Sache, die Angst deines Freundes aufzufangen, zu beseitigen oder sonst was damit zu tun. Das kann nur dein Freund selber. Er selber muß dahinterkommen was mit ihm nicht stimmt, wo es tief drin in ihm Verletzungen gibt. Die Frage ist, ob dein Freund dafür reif ist.

(Ich bin der Meinung, dass man nicht unbedingt eine klassische Psychotherapie machen muß. Es gibt andere Lehrer und Möglichkeiten. Ich nenne hier mal Ralf Bihlmaier, Jens Corssen stellvetretend für viele andere. Jeder muß sich seinen Guru selber suchen. Aber man muß in einem Zustand sein, der einen selber aktiv nach einer Lösung suchen läßt. Da ist mehr Überwindung dahinter als sich zum Psychotherapeuten überweisen zu lassen.)

Ansonsten schließe ich mich dem tollen Beitrag von muskatnuss an. Und ganz besonders möchte ich dir seinen letzten beiden Sätze ans Herz legen:

Was ich dir aber auch sagen kann: Führe die Beziehung so wie du es für richtig hältst. Das tun wir alle.

Höre auf deine innere Stimme.

LG

BCerLbatov


Vielen dank für eure Beiträge!

Ja und nein, es geht hier nicht nur um mich, ich will ihm helfen, aber natürlich auch irgendwie verstehen.

Ich glaube im Moment hat er Angst, nach Hause zu kommen, weil ich ihn mit etwas konfrontiere.

Ich verstehe es dass er seinen Job - Gastronomie- stressbedingt nicht mehr ausüben will , nach 15 Jahren. Er such nach anderen Möglichkeiten.

Nur kann ich dieses von heut auf morgen hinschmeißen nicht einfach so hin nehmen. Ich habe zu ihm gesagt, dass es nicht nur ihn betrifft, sondern er so ubersturzte Entscheidungen trifft, sondern auch uns und unser leben.

Ich habe ihm Sachen wie Therapie, Hilfe, jobmässig eine Umschulung etc angeboten, bzw vorgeschlagen drüber nachzudenken. Ich habe ihm ehrlich gesagt, dass ich nicht die kraft habe für 2....

Er sagt mir nicht wo er ist, wo er hingeht, aber zu Hause mag er wohl nicht sein - lässt alles hier im Dreck und geht und ich darf dann noch aufräumen nach der Arbeit.

Ich bin heute gegen halb 11 zu Bett, er liegt auf'n Sofa, ich weiß nicht wann er gekommen ist, aber es sieht aus als hat er mehr als ein hier getrunken. Er hat Geld in der Tasche und wir haben im Moment nicht mehr viel....

Das heißt er leiht sich irgendwo Geld oder macht Schulden in net Kneipe....er versteht aber nicht, dass er dafür h nichts besser, sondern nur schlimmer macht.

Ich möchte gerne mal 1-2 Nächte raus, zu ner Freundin. Aber ich habe Angst ihn allein zu lassen, Angst ihn durch sowas zu verlieren...

Nur, muss ich diejenige sein, die brav Zuhause sitzt, essen kocht, aufräum und wartet?! Bzw einfach alleine ist....

Er schläft seelenruhig und ich kann nicht mehr schlafen...

Sachen wie Therapie oder Arzt geht er aus dem weg. Er liebt n leichtes depressiva und Schlaftabletten....regelmäßig....ich hab zu ihm gesagt, er soll zum Arzt gegenC der seit Jahren seine Geschichte kennt....

Aber als Antwort bekomm ich nur, dass er schon so viel probiert hat in den letzten Jahren...

Er begreift nicht dass es ums JETZT geht und nicht um die Vergangenheit....

Ich liebe ihn hält über alles und habe wirklich sehr große Angst, ihn durch so eine Situation zu verlieren.

Oder das unsere Beziehung kaputt geht.... Ich will es nicht, ich weiß dieser Mann ist für den Rest meines Lebens da und ich will mit ihm alt werden... Ich bin mir momentan nur nicht sicher, ob ich die kraft habe so etwas öfters durchzustehen....

Denn ich habe das Gefühl, wie es mit in dieser Situation geht, interessiert irgendwie keinen.... Mir gehts auch beschissen und deshalb sehe ich nicht ein, dass ich ihn irgendwie die ganze zeit mit Samthandschuhen anpacken soll....

Dann ist es irgendwann wieder für bis die nächste Bombe platzt und dass ich im Moment fast in jeder Situation den Tränen nahe bin oder auch jetzt Weine sieht erst nicht....

Vielen dank für eure antworten und fürs zuhören!!! :)=

UGsxi


Hast du ihn denn mal gefragt wie er will, dass du damit umgehst? Möchte er prinzipiell deine Hilfe (auch wenn er weiß, dass du nicht schnipsen kannst)? Oder will er damit alleine umgehen, trotz Beziehung zwischen euch? Ist er überhaupt zuversichtlich, das hinzubekommen, oder hält er sich für nen hoffnungslosen Fall?

Dass er von heute auf morgen alles hinschmeißt glaube ich nicht. Die Ängste haben sich wahrescheinlich schon lange aufgestaut und irgendwann geht es dann nicht mehr mit Zusammenreißen. Vielleicht bereut er's mal, wenn er sie in den Griff bekommen hat. Aber wenn die Angst momentan seinen ganzen Tagesablauf bestimmt, hat es auch keinen Sinn mehr, ihn mit Verweis auf die Bedeutung für euer Leben umstimmen zu wollen. Das macht ihm nur noch mehr Panik (auch wenn das natürlich nicht deine Absicht ist). Dass er seelenruhig schläft glaub ich auch nicht...

Wenn du nicht mehr verständnisvoll sein kannst, dann versuch es auch nicht. Bringt euch beiden nichts. Aber versuch es ohne Vorwürfe, das wäre dann wieder ein Schritt ins andere Extrem.

Wie sehen denn diese "Bomben" aus?

mKuskatxnuss


Wenn man psychisch krank ist, Depressionen hat, Panik oder oder oder...interessiert einen nicht was mit seinen Mitmenschen ist. Man interessiert sich nur für sich selbst. Man kann einfach nicht mehr. Dein Freund scheint seelisch und psychisch einfach ausgelaugt und müde. Alkohol, lange weglbleiben, lange schlafen, sind Dinge um der Realität zu entfliegen und um sich vor dem Schmerz und dem seelischen Stress zu schützen.

Glaub nicht das du deinem Freund egal bist. Aber er wird nicht anders können. Du stellst Forderungen, du willst geliebt werden, wartest zu Hause, das was man als Partnerin natürlich fordert. Aber er wirds entweder nicht sehen, weil er nur mit seinen Problemen kämpft und wenn er es sieht, dann wird ihn das nur mehr belasten und auch wieder Angst machen.

Eine Depression wird oft beschrieben als ein dichter Nebel der einen umhüllt. Da sieht man nicht mehr die Freundin die auf einen wartet. Man ist alleine und hat Probleme ohne Ende. Du musst verstehen, dass er das alles nicht will so wie die Beziehung grad läuft, aber er wird nicht anders können.

Eine Depression (aus der Gastronomie wahrscheinlich ein Burn-out), Panik, Ängste sind Krankheiten. Und die muss man behandeln. Bei dem was du beschreibst vielleicht auch für eine gewisse Zeit die Psychiatrie und danach eine normale, ambulante Psychotherapie.

Was er macht ist seine Sache, ob er das macht oder nicht kannst du ihm nicht auferzwingen. Man geht erst dann in psychische Behandlung wenn der Leidensdruck nicht mehr zu ertragen ist. Und manche Menschen halten unglaublich viel seelischen Schmerz aus; Es kann also noch dauern bis er sich Hilfe holt.

Versteh, dass das was er sich und dir da antut nicht ein Resultat ist, weil er ein Egoist ist, sondern weil er seelische und psychische Schmerzen hat. Depressionen, Ängste etc. tun richtig weh! Das du dann auch vielleicht Schmerzen hast und traurig bist, dass musst du leider mit dir ausmachen.

Das Dilemma ist, egal was du machen wirst, du wirst ihm nicht helfen können. Das können Verwandte, Eltern, Geschwister, Partner nie bei solchen Erkrankungen. Man bekommt immer Ratschläge "mach doch mal das" oder "mach das"...aber es bringt nichts. Genau deshalb geht man in Psychotherapie, weil der Psychotherapeut außenstehend ist.

Was ich dir nur raten kann, schütze dich selbst und ziehe für dich auch die Konsequenzen.

*:) @:)

EwinQCuer:denkxer


Ich denke dein Freund ist so "vernagelt" in seiner Situation, dass er es selber mit sich ausmachen will. Du erwartest, dass er zu dir kommt. Das ihr darüber sprecht und, dass ihr die Probleme gemeinsam löst. Vielleicht hat das dein Freund generell nie gelernt oder er kann es in seiner jetzigen Situation nicht. Es kann deine Liebe nicht erkennen und Du seine nicht, weil von ihm scheinbar nichts mehr kommt. Einen brauchbaren Rat für dich mit dieser Situation umzugehen habe ich leider nicht.

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