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Stark sein

k|ikibxell hat die Diskussion gestartet


Ihr lieben, wie schafft ihr es stark zu sein? Wann muss man stark sein? Und heißt stark sein, auch mal schwach sein zu können? Ich möchte grad stark sein, aber ich fühle mich überhaupt nicht so. Aber ich muss, sonst läuft ja nichts.. :-/

Antworten
aFug2/33


Unter "stark sein" kann ich mir wenig vorstellen. An drei Beispielen würde sich zeigen, was damit gemeint ist.

w3is1py


Hallo kikibell

ich mag diesen Spruch so gern :

"Stark sein, ohne hart zu sein, ist nicht nur Kunst, sondern Akrobatik"

Ich hab die Erfahrung gemacht , dass man oft stark wird, wenn es die Situation erfordert . Hinterher fragt man sich ...wie hab ich es nur geschafft und wüßten wir es vorher was auf uns zukommt, würden wir es uns manchmal nicht zutrauen.

Schwachsein gehört meiner Meinung nach zu Starksein dazu...schließt sich nicht aus. Es gibt in schweren Phasen unseres Lebens Momente in denen wir uns schwach fühlen . Das ist ok und heißt nicht dass wir das Problem deswegen nicht bewältigen können. :-)

aug233

Unter "stark sein" kann ich mir wenig vorstellen. An drei Beispielen würde sich zeigen, was damit gemeint ist.

verstehe ich nicht ganz :-)

a$ug423j3


Stärke hängt von der Situation ab - auch Diamanten werden geschliffen oder lassen sich schleifen. Was nützt Stärke, wenn sie der Situation entsprechend nicht richtig eingesetzt wird? Nichts!!!

Wenn hier jemand schreibt: "ich kann eine Zahlenreihe im Kopf addieren, auch wenn 5 Personen um mich herum stehen und miteinander reden", dann würde ich von Stärke in einer bestimmten Lebenslage sprechen: Konzentrationsfähigkeit, selbst wenn drum herum Chaos herrscht.

Das war mit meiner Frage nach Beispielen gemeint.

a\.fSish


Unter "stark sein" kann ich mir wenig vorstellen.

Geht mir genauso.

Vor allem unter Ausschluss von 'Härte'. Dein Konzentrationsbeispiel würde ich jetzt nicht unter Stärke einordnen.

L?ewkian


"Stark" und "schwach" sind Worte, die keine klare und objektive Definition haben (jedenfalls wenn es um Psychologie geht; man kann natuerlich messen, wer der staerkste Gewichtheber ist). Das wird oft vergessen, wenn wir solche Worte benutzen. Was sie bedeuten, ist eine Frage der Zuschreibung. Man kann darauf gucken, wie verschiedene Leute sie benutzen, aber manchmal ist es hilfreich, sich klar zu machen, dass die Benutzung dieser Worte darauf verweist, wie Leute eine Sache sehen, und nicht wie sie "wirklich ist". Und die Worte werden oft auch widerspruechlich oder paradox benutzt, ohne dass es auffaellt.

Und heißt stark sein, auch mal schwach sein zu können?

Das ist eine gute Frage, die das Problem illustriert, von dem ich gerade geschrieben habe.

Ich finde es z.B. stark, wenn man es uebers Herz bringt, offen zuzugeben, dass man nicht mehr weiter weiss. Letzteres wuerden aber einige als Zeichen von Schwaeche interpretieren. Deren Sicht vs. meine...

Andererseits kann ich auch als in gewisser Weise stark ansehen, wenn man sich von bestimmten Problemen nicht so sehr beeindrucken laesst, dass man vergisst, wichtige Schritte (welcher Art auch immer) zu unternehmen. Vielleicht ist mein eigener Gebrauch des Wortes auch widerspruechlich. Siehe auch wispy:

Schwachsein gehört meiner Meinung nach zu Starksein dazu...

kikibell wieder:

Ich möchte grad stark sein, aber ich fühle mich überhaupt nicht so. Aber ich muss, sonst läuft ja nichts.. :-/

Frage dich mal, ob du wirklich "musst". Was wuerde passieren, wenn du es nicht waerest? Allgemein, versuche dich nicht zu sehr abhaengig davon zu machen, wie andere Leute gewisse Worte benutzen. Was jemand anders "stark" nennt muss nicht notwendig fur dich richtig sein.

k$ikLibxell


Erstmal euch allen vielen Dank für eure Antworten!

wispy

Der Spruch ist toll, ich denke ich weiß, was du damit sagen willst. Ich denke eingeübt Situationen im Leben, in denen man stark sein, aber auch aufpassen muss,dass man nicht hart wird. Also im Sinne vielleicht von emotionslos oder verbittert oder was in der Richtung.

Schwachsein gehört meiner Meinung nach zu Starksein dazu...schließt sich nicht aus. Es gibt in schweren Phasen unseres Lebens Momente in denen wir uns schwach fühlen . Das ist ok und heißt nicht dass wir das Problem deswegen nicht bewältigen können.

An was merke ich denn ob ich ein Problem bewältigen kann? Ob ich dem gewachsen bin?

Lewian

Ich finde es z.B. stark, wenn man es uebers Herz bringt, offen zuzugeben, dass man nicht mehr weiter weiss. Letzteres wuerden aber einige als Zeichen von Schwaeche interpretieren. Deren Sicht vs. meine..

Das sehe ich eigentlich genau wie du. Ich denke, Hilfe in Anspruch zu nehme erfordert viel Mut und ist definitiv ein Zeichen von Stärke!

Frage dich mal, ob du wirklich "musst". Was wuerde passieren, wenn du es nicht waerest?

Genau das ist ja momentan mein Problem, ich weiß nicht, was dann passiert. Also Kopf in den Sand stecken und aufgeben kommt für mich überhaupt nicht in Frage, dazu liebe ich mein Leben zu sehr :)z

Aber es gibt so Momente, da will ihn einfach nicht stark sein müssen. Da möchte ich mich einfach hinsetzen und sagen macht ihr mal.ich kann grad nicht. Ein Stück getragen werden.oder zumindest gestützt. Sich einfach mal anlehnen. Mal nicht funktionieren müssen.

Nur ist da niemand zum anlehnen. Also muss ich mich selber wieder aufrappeln. Das schaff ich auch. Zumindest glaube ich das. Aber das meine ich, wenn ich sage ich möchte mal schwach sein dürfen. Ich möchte mal alles scheisse finden dürfen. Also nicht, dass mir das jemand direkt verbieten würde. Aber wurde ich das tun, würde mein Leben nicht funktionieren. Bzw ich hätte Angst, aus dem loch nicht mehr raus zu kommen. Und so versuche ich weiter tapfer zu sein, positiv zu denken und nach vorne zu schauen, dass Beste draus zu machen. Eigentlich finde ich das auch gut, aber manchmal ist es einfach so anstrengend.. :=o

L>ewiRan


kikibell

Ich denke, du haengst zuviel an die Frage, was du "darfst". Wer hat dir da was zu erlauben oder zu verbieten? (Oft ist es eine Art "innere Stimme"; was Freud das "Ueber-Ich" nannte.)

Die wichtigere Frage ist meiner Meinung nach, wie du willst, dass dein Leben "funktioniert", und ganz konkret praktisch, was fuer Folgen es haette, wenn du dich mal so verhieltest, dass du es "schwach" nennen wuerdest. Natuerlich kann man das nicht im Vorhinein genau wissen. Genauso wenig kann man wissen, ob es nicht auch mal gesundheitsschaedigend sein kann, oder sonstige negative Folgen haben, immer "stark" zu erscheinen. Aber es ist letztlich an dir, das irgendwie abzuwaegen und Entscheidungen zu treffen. Das sind alles pragmatische Fragen, und meiner Meinung nach bringt es unnoetige theoretische Verkomplizierungen da herein, zu wichtig zu nehmen, was "stark" oder "schwach" waere und was man ganz grundsaetzlich "darf/sollte".

aber manchmal ist es einfach so anstrengend..

Wer hat gesagt, das Leben waere einfach?

Eine Art von "Schwaeche", die nicht funktioniert, ist die Hoffnung, man koennte irgendwie die Verantwortung fuer die eigenen Entscheidungen und das eigene Leben abgeben.

kEik;iblell


Eine Art von "Schwaeche", die nicht funktioniert, ist die Hoffnung, man koennte irgendwie die Verantwortung fuer die eigenen Entscheidungen und das eigene Leben abgeben.

Glaub mir, dessen bin ich mir bewusst. Daran ist mir auch überhaupt nicht gelegen. Schließlich ist es ja mein Leben, das ist schon klar. Mir fehlt grad einfach jemand, der mich ein Stück weit an die Hand nimmt und sagt, dass alles gut wird. Oder irgendwie sowas. Weil ich in manchen Momenten grad einfach überfordert bin. Und ich es manchmal einfach nicht schaffe, positiv zu denken und keine Angst zu haben. Aber ich will keine Angst haben. Ich will einfach endlich mein Leben genießen. Und ja, auch das hab ich selber in der Hand, ich weiß. Aber wie gesagt, manchmal komme ich dagegen einfach nicht an und dann wäre es schön, wenn da jemand wäre, der mir nen kleinen schubs gibt :)^

wwispxy


aug 233

Was nützt Stärke, wenn sie der Situation entsprechend nicht richtig eingesetzt wird? Nichts!!!

Ja, sehe ich auch so, nur-das heißt ja nicht, dass es die Stärke nicht gibt sondern wo und wie sie eingesetzt wird.

Mit dem Konzentrationsbeispiel geht es mir wie a.fish, empfinde es nicht als Stärke,

die Erklärung dafür hat Lewian gegeben:

Stark" und "schwach" sind Worte, die keine klare und objektive Definition haben

kikibell

ich denke ich weiß, was du damit sagen willst. Ich denke eingeübt Situationen im Leben, in denen man stark sein, aber auch aufpassen muss,dass man nicht hart wird. Also im Sinne vielleicht von emotionslos oder verbittert oder was in der Richtung.

Ja, so meinte ich es. Für mich bedeutet Starksein nicht, hart zu sein – unbeugsam , unnachgiebig.

Ich glaube, ich hab es schon einmal irgendwo geschrieben, es ist wie bei einem Grashalm. Wenn ein starker Sturm kommt, biegt er sich, liegt sogar manchmal am Boden....gibt nach (wird schwach). Es scheint, als wäre er gebrochen, sobald der Sturm sich gelegt hat – richtet er sich wieder auf, auch wenn es eine Zeit dauert.

Mir fehlt grad einfach jemand, der mich ein Stück weit an die Hand nimmt und sagt, dass alles gut wird.

Kann das gut verstehen, es würde wieder Kraft geben, weiterzugehen. Es sind kleine Inseln, nach denen man sich sehnt in so einer Zeit. Kraftinseln ;-) und darunter versteht ja auch wieder jeder was anderes.

Weil ich in manchen Momenten grad einfach überfordert bin. Und ich es manchmal einfach nicht schaffe, positiv zu denken und keine Angst zu haben.

Ich kann auch nicht immer positiv denken , ich glaube dass muß man auch nicht. Manchmal ist es einfach beschissen-Punkt. Nur darf man sich an diesem Punkt dann nicht festklammern ;-))

Hast du vielleicht eine Idee, wie du dir so eine Kraftinsel schaffen könntest, was dir gut tun würde ?

kDi&kibexll


Danke wispy für deine liebe Antwort, tut grade sehr gut, sich das mal von der Seele zu reden.

Und ja, eigentlich weiß ich mittlerweile ganz gut was ich so für mich tun kann. Zumindest war das bis vor ner Weile so. Und es ist ja auch nicht so, als würde es mir permanent schlecht gehen. Aber manchmal bin ich einfach so stinkt wütend aufs Leben, dass ich am liebsten alles hinschmeissen würde. Und dann ärgere ich mich über mich selber, weil ich so eigentlich nicht bin. Oder zumindest dachte ich, ich wäre endlich an nem Punkt, an dem ich abschließen und nach vorne gucken kann. Und vorallem dachte ich eigentlich, dass mich nix mehr umhaut. Tja, pustekuchen falsch gedacht ":/ Also richtig umgehauen bin ich ja auch nicht, aber ich wanke ein bisschen. Und das mag ich nicht. Nicht mehr. Ich hab jetzt soo doll dafür gekämpft um da zu sein, wo ich bin und grad ist einfach mal genug..ich mag nicht mehr kämpfen müssen :°( aber am schlimmsten ist das Gefühl, nicht kämpfen zu können. Machtlos zu sein. Keine Kontrolle zu haben. Da bin ich einfach nicht gut drin. :=o

_&TssuIneamxi_


Schwäche zählt mehr als Stärke.

khik<ibelxl


tsunami

Inwiefern?

_*Tsunagmi_


Inwiefern?

Was bringt dir Stärke?

Was bringt dir Schwäche?

kpikib(ell


Was bringt dir Stärke?Was bringt dir Schwäche?

Ich denke das kommt wieder ganz auf die Definition von Stärke und Schwäche drauf an.

Wenn es darum ginge beidem einen Nutzen zuzusprechen, dann würde ich sagen Stärke bringt mir, gewisse Lebenssituationen zu überstehen, sie ist gleichzusetzen mit Kraft, Kraft weiter zu machen, nicht kaputt zu gehen. Sich nicht untergriegen lassen. Das bringt mir Stärke.

Was bringt mir Schwäche? Ich denke in erster Linie macht sie mich zu einem Menschen. Und sie lässt Stärke entstehen da das eine ohne das andere wohl nicht existieren würde. Außerdem bringen Momente der Schwäche mich manchmal mir selbst näher als starke Momente. Wenn ich 'schwach' bin, bin ich ganz nah bei mir, lasse Gefühle zu, denen ich, wenn ich 'stark' bin, keinen Raum lasse, weil ich die Kraft habe, sie zu unterdrücken. Und weil es eigentlich viel mehr Kraft kostet sich den Gefühlen und Ängsten zu stellen, sind meine schwachen Momente wohl meine stärksten ":/

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