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Soziale Phobie: Lasst uns üben

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Sehr interessante Übungen, die du machen musst :-) . Dadruch, dass du diese Übungen oft machst soll die Angst immer geringer werden bis sie komplett weg ist? Und was kommt danach, wenn du alle Übungen sehr gut machen kannst?

EIllagaxnt


Mollienchen

Findest Du die beschriebenen Situationen auch unangenehm, wenn Du Dich in einer Gruppe befindest? Oder nur allein?

Allein ist es unangenehmer, weil da die ganze Aufmerksamkeit auf mich gerichtet ist. Wenn jemand dabei ist (egal ob 1 oder mehrere) wird man vielleicht als Personengruppe wahrgenommen, oder nur die andere/n Person/en. Oder die fallen neben mir negativer auf als ich. Das klingt jetzt vielleicht gemein. Aber ich möchte ja gut ankommen, möchte nicht schlecht bewertet werden. Jetzt mal rein optisch. Wenn ich so darüber nachdenke, stell ich es mir selbst mit EINER weiteren Person noch schwer vor. Es müssten dann also doch schon mehr sein, damit ich gut genug in der Menge untergehen kann.

Apfelkuchen

Dadurch, dass du diese Übungen oft machst soll die Angst immer geringer werden bis sie komplett weg ist?

Richtig, ich soll das Gefühl, es unangenehm zu finden so lange aushalten, bis ich es nicht mehr unangenehm finde.

Und was kommt danach, wenn du alle Übungen sehr gut machen kannst?

"Alle Übungen" – das klingt so utopisch ;-D Wir sind ja jetzt grad bei der ersten Übung. Und die finde ich persönlich ziemlich schwer. Im Moment fehlt mir noch die Vorstellungskraft, dass mir das mal nichts mehr ausmachen soll. Sobald sich hier der Gewöhnungseffekt eingestellt hat, geht es halt mit der nächsten Situation weiter. Das Ziel ist natürlich nicht, dass mir irgendwann gar nichts mehr peinlich ist, das wäre auch übertrieben. Aber zumindest normale soziale Situationen zu meistern, ohne dass es mir Probleme bereitet, fände ich schon nett. Und dann gibt es bei mir ja noch das Thema mit der Panik. Was aber auch mit der sozialen Phobie zusammenhängt. Vielleicht kann ich damit dann auch besser umgehen, wenn ich mit den sozialen Sachen schon relativ weit bin!?

MQoll\ienc[hexn


@ Ellagant

Im Moment fehlt mir noch die Vorstellungskraft, dass mir das mal nichts mehr ausmachen soll.

Es ist aber möglich. Es wird nie so sein, als hätte man die Probleme nie gehabt, und es wird immer mal wieder "Flashbacks" geben – aber es geht.

"Deine" Situationen machen mir heutzutage so gut wie nichts mehr aus. Natürlich blitzen noch mal so komische Gedanken auf – z.B. jedes Mal, wenn ich an einer grünen Fußgängerampel über die Straße gehe und damit praktisch vor den wartenden Autofahrern über den "Laufsteg" laufe – aber es sind nur noch Gedanken, weiter nichts, und die halten mich nicht mehr davon ab, es zu tun.

Also, die Angst hat sich in ein ganz leichtes, nur noch ganz wenig ungutes Gefühl gewandelt, das ich je nach Situation aber sogar auch mal ganz vergesse.

Daher: Weiterüben, das wird! :)^ :)z

In Gruppen stört mich das übrigens auch überhaupt nicht.

E/llwagxant


Daher: Weiterüben, das wird!

Danke!! :-)

Gibt es bei dir noch Situationen die dir deutlich schwer fallen?

M8ollienxchen


@ Ellagant

Ja, diverse.

In einer größeren Gruppe (für mich: mehr als ca. 5-6 Leute) etwas sagen. Mich bei größeren Versammlungen (Betriebsversammlungen o.ä.) zu Wort melden. (Tue ich praktisch nie.) Ich könnte auch niemals eine Rede halten. (Muss ich zum Glück auch nicht.) Durch lautes Sprechen/Rufen auf mich aufmerksam machen. Anrufe bei irgendwelchen Behörden oder der Hausverwaltung und ähnliches, vor allem, wenn es dabei um mich emotional nicht kalt lassende Themen geht. Allein zu einem Volkshochschulkurs oder Seminar gehen, wo ich keinen kenne. Jemanden, den ich interessant finde und gerne näher kennen lernen würde, ansprechen.

EXlldag\axnt


Mein Therapeut brachte ein Buch mit, mit verschiedenen Übungen. Das waren total gruselige Übungen für Menschen wie uns ;-D Zum Beispiel auch jemanden in einer Bar anzusprechen, den man gerne (platonisch) kennen lernen möchte. Ich bin echt nicht auf den Mund gefallen und auch nicht kontaktscheu – aber das würde ich mich wohl nicht trauen. Ich wüsste gar nicht, wie ich das Gespräch anfangen sollte. Die Übungen gingen sogar so weit, dass man in einem vollen Restaurant an einem Tisch fragen soll, ob man sich dort dazu setzen kann. Weil halt eben sonst kein Platz frei ist. Oder man soll hörbar laut nach der Toilette fragen, also lauter als normal. Mein Therapeut erzählte mir, dass er auch ähnliche Dinge üben musste für seine Ausbildung. Zum Beispiel vor Leuten sprechen und mit Absicht etwas herunter fallen lassen etc. Doppelt Aufmerksamkeit.

MAolliOenochen


Zum Beispiel auch jemanden in einer Bar anzusprechen, den man gerne (platonisch) kennen lernen möchte. Ich bin echt nicht auf den Mund gefallen und auch nicht kontaktscheu – aber das würde ich mich wohl nicht trauen. Ich wüsste gar nicht, wie ich das Gespräch anfangen sollte.

Ich auch nicht. Keinen Schimmer. Ich wäre dann so aufgeregt und rot und stotterig, dass die andere Person sonstwas denken würde (z.B. dass ich unheimlich verknallt bin), und das wäre mir ja nun auch wieder sehr peinlich, wenn's gar nicht so ist… |-o

Und kontaktscheu bin ich leider. :-( Small-Talk-ungeeignet sowieso.

Mpoll)ienchxen


Das erinnert mich an meine Jugend. Ich habe mal eine Weile Klavierunterricht gehabt. Da mussten wir Klavierschüler dann irgendwann vor den ganzen Eltern etwas vorspielen auf einer Bühne.

Alptraum!!!

Ich habe es hingekriegt, so ist es ja nicht. Aber das Gefühl hinterher war nicht: Gut, geschafft. Sondern: Alptraum endlich zu Ende.

Und so ähnlich würde ich mich heute fühlen, wenn ich diese schrecklichen Übungen machen müsste aus dem Buch von Deinem Therapeuten... %:|

ETll6agaxnt


Aber diese Übung mit Leute nach den Weg fragen hättest du dann machen können oder? Denn da gibt es ja einen Grund, ein Thema und es ist schnell vorbei. Ich hab bei dieser Übung gemerkt, dass die Menschen die erste Sekunde skeptisch waren. Ob ich nicht vielleicht jemand bin, der eine Unterschrift/Geld oder ihnen ein Abo andrehen möchte. Sobald ich meine Frage aber gestellt hatte, wie ich denn zu XY komme, wurden sie sichtbar locker und freundlicher. Ich hab ja auch extra Leute angesprochen, bei denen es mir schwerer fiel. Männer in Anzügen, Ausländer, junge Menschen...

M%o}l(l8ienchxen


Also nach dem Weg fragen kann ich ja. Nicht immer, aber wenn ich mich wirklich hoffnungslos verlaufen habe, dann vergesse ich meine Scheu. Dann frage ich auch egal wen (außer welche, die wie Touristen aussehen und vermutlich auch nicht Bescheid wissen ;-D).

Heißt, wenn es um ein "neutrales" Thema geht, hab ich weniger Probleme. Auch nach dem Klo fragen finde ich nicht schlimm. Ist nicht toll, wenn ich's selber finde, umso besser, aber wenn muss dann geht auch.

Aber wenn mir jemand sympathisch ist, ich also Gefühle offenbaren müsste, dann wird's kriminell. Oder wenn ich mich beschweren will (Anruf bei Hausverwaltung), also auch Gefühle offenbaren muss ("der und der Nachbar nervt mich, ich bin schon völlig fertig, tun Sie was").

EhlzlLagxant


Ich würde in einem Restaurant zB niemals sagen, dass mir das Essen nicht geschmeckt hat!! Letztens war ich in einem Möbelhaus beim Essen. Die Bedienung stellte mir mein Essen hin und ich wollte gerade anfangen zu essen, da fiel mir auf, dass ich doch was anderes bestellt hatte. Erst überlegte ich, ob ich es einfach esse und nichts sage. Aber ich habs dann doch getan. Von der Überwindung her war es okay. Ich neige dann aber halt dazu, mich quasi dafür zu entschuldigen, dass es das falsche Essen ist. Also ich sage es in einem witzigen, fast schon entschuldigendem Ton. Weil ich nicht als unhöflicher unzufriedener Gast gelten will.

Anderes Beispiel: Ich war kürzlich bei DM, habe brav mit Karte gezahlt und zu Hause stellte ich fest, dass ich die beiden gekauften Teile im Laden liegen ließ >:( Wie doof kann man eigentlich sein ;-D Jedenfalls fuhr ich zurück und hab dann eine Mitarbeiterin angesprochen, ob etwas abgegeben wurde. An die Kasse wo ich es liegen ließ wollte ich nicht, da ich mir vor der Kassiererin blöd vorgekommen wär und auch vor den Kunden an der Kasse. Die Mitarbeiterin ging dann an diese Kasse und fragte/schaute nach. Ich hab mich derweil unauffällig irgendwo versteckt. Hatte Angst, dass die Kassiererin mich sieht. Meine Sachen waren aber nicht abgegeben worden, die Kassiererin hatte also gar nicht mitbekommen, dass ich was liegen ließ. Und selbst wenn, wäre es ja kein Weltuntergang. Tja... wäre.

Achja, einmal stand ich bei Aldi an der Kasse, wollte meinen Einkauf mit der Karte bezahlen, da sagte mir die Kassiererin, dass meine Karte nicht mehr gültig wäre. Also ließ ich alles stehen, fuhr nach Hause und holte die neue Bankkarte. Und das obwohl hinter mir lauter Leute waren. Seltsamerweise war es mir aber nicht weiter unangenehm ":/ Heute würde ich wohl im Erdboden versinken.

MSolliVe\ncxhen


@ Ellagant

Ich neige dann aber halt dazu, mich quasi dafür zu entschuldigen, dass es das falsche Essen ist. Also ich sage es in einem witzigen, fast schon entschuldigendem Ton. Weil ich nicht als unhöflicher unzufriedener Gast gelten will.

Ich muss in so einer Situation in jedem Fall sofort reagieren. Warte ich auch nur eine Sekunde, ist es aus. Dann muss ich essen, was mir gebracht wurde... %:|

Was in so unangenehmen Situationen (reklamieren, Waren zurückgeben etc.) hilfreich für mich ist, ist, mir vorher zu sagen: "Es ist mein Recht. Und ich tue nichts weiter, als dieses wahrzunehmen." Und mir außerdem klar zu machen: "Das machen unzählige andere Leute am selben Tag auch, da wird sich der/die Verkäufer(in) nicht ausgerechnet mich merken."

E>ll~agaynt


Ja und mir geht es dann auch um mein Geld, das lässt es mich tun ;-D

Ich werde zB morgen in zwei Läden gehen und was zurück geben. Nicht als Übung, sondern weil es ein Fehlkauf war. Ich nehme mir vor, direkt an die Kasse zu gehen. Sonst streune ich ja erst noch im Laden rum, bis ich mich dazu durchringen kann und bis kein anderer Kunde ansteht. Mein Bruder hat das gleiche Problem und hat deswegen schon mal Schuhe behalten, die ihm eigentlich zu klein waren ;-D

M0olli0enxchen


Ja, direkt an die Kasse, das ist gut.

Meine Therapeutin hatte mir sowas auch mal als Übung vorgeschlagen, allerdings hat sich herausgestellt, dass ich das schon kann. Allerdings immer mit diesem speziellen unguten Gefühl (diesem inneren Drang, sich für seine Dreistigkeit, ein Recht wahrnehmen zu wollen, entschuldigen zu wollen…), aber wurscht, Hauptsache es geht.

In einem anderen Faden hier (da geht es um etwas ganz anderes) habe ich etwas von einer "Fuck you"-Einstellung gelesen, die man bei bestimmten Dingen haben sollte, und ich finde, die hilft bei sowas auch ganz gut.

Das ist so ein inneres "Vorwegnehmen" der Antwort auf die Gedanken, die man dem anderen unterstellt.

Man denkt, dass der denkt: "Was nimmt die sich denn raus? Wieso kauft die nicht gleich in der richtigen Größe? Verdammt, ich will hier kassieren und nicht Geld rausgeben! Ich bin genervt!"

Und man antwortet innerlich darauf: "Ey, was willst du denn, das ist ja wohl auch Teil deines Jobs hier, oder etwa nicht? Es ist mein verdammtes Recht, das hier zurückzugeben, und genau das werde ich hier und jetzt tun!"

Derlei gerüstet, klappen die Dinge bei mir oft besser. :-)

A~pfelkucchenx007


Ich habe schon sehr oft Dinge zurückgegeben ;-D von unpassender Bettwäsche, Schuhen, die nicht mehr gefallen haben bis T-Shirts und Jeans. Ich muss sagen, dass die meisten Verkäufer/innen sehr freundlich darauf reagieren und ab und an sogar noch Small Talk betreiben ( wollen viell. die Kunden ans Geschäft binden, damit man wiederkommt?). Einmal habe ich sogar ein T-Shirt bereits gewaschen :=o und alle Etiketten abgeschnitten und bin damit durch die Stadt gelaufen, dann gefiel es mir doch nicht so sehr und habe es zurückgebracht mit Bon. Einmal habe ich mich beim Preis vertan und habe was zurückgegeben, war doof 10 Min vor der Kasse zu stehen an der 5 Kunden standen unx mich anguckten, dann rückte noch der Chef des Ladens an und fragte was los ist, war schon bisl unangenehm. aber das machen so viele andere Menschen und wenn man selbst freundlich ist, dann sind es in d er Regel die Verkäufer auch.

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