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Warum sind Borderliner immer die doofen?

Muev-in|-Chaixns hat die Diskussion gestartet


Ich muss mich hier echt mal auskotzen :-|

Bin nun seit einiger Zeit im Krankenhaus mal wieder (nicht psychologisch). In der Vergangenheit war es schon oft so, dass ich und andere "psychisch instabile" Freunde von mir die Erfahrung gemacht haben, dass ca. 85 % der Ärzte, die uns wegen irgendwelchen Beschwerden behandeln oder behandeln SOLLTEN dies nicht tun, weil sie idR ohne unzureichende Diagnostik sagen "ach Frau/Herr XY, das is nix körperliches, gehn sie doch mal zum Psychologen". Und speziell bei mir ist es so, dass ich bei jedem stationären Aufenthalt dann erstmal zum Seelenklempner geschickt werde, welcher mir eine stationäre Therapie empfiehlt – im Endeffekt kam dann immer raus, dass bei mir schwere körperliche Defizite vorliegen, die durch die unzureichende Behandlung seitens der Ärzte verschlimmert wurden oder mich sogar anderweitig aus der Bahn werfen.

Aktuelles Beispiel: Seit 23 Jahren chron. Erkrankung XY, die 19 Jahre unbehandelt und sogar -entdeckt blieb, weil man mir eben dieses Defizit nicht zugestand und lieber alles auf die Psyche schob. Das ganze Behandlungskonzept (heilen kann man da ja leider nix) und das lange "warten" hat ne Kettenreaktion ausgelöst und nun sitz ich hier im KH und warte auf das Ileo(!!!)stoma, welches ich zu 90 % bekommen muss, und das mit gerade mal 25 Jahren.

Und es kommt noch dicker! Sogar das Pflegepersonal fängt jetzt schon so an. Ich werde, wenn es von denen her irgendwie möglich ist, nur mit anderen Borderlinerpatienten zusammengelegt und bei der Übergabe (ich hab dort nen Maulwurf eingeschleust ]:D ) redet man darüber, dass ich gewisse Behandlungen (Magensonde) bekomme, weil ich es "geil finde, diese Schmerzen dabei zu haben". Dazu muss man sagen, dass hier nicht eine Pflegekraft wusste, was Borderline ist – das mussten sie erst ergooglen. Peinlich peinlich!

Eigentlich bin ich jemand, der immer die Schnauze aufmacht, wenn ihm was nicht passt. Aber ich fühle mich sowas von eingeschüchtert, dass ich mich hier teilweise nichtmal mehr melde, wenn ich Beschwerden habe. Nachher sagen sie noch ich finde es geil, mich endoskopieren zu lassen :-/

Das wollte ich mir nur mal von der Seele schreiben...

Antworten
DtJ Manlou7x8


Hi, das hört sich garnicht schön an. Lass dich nicht von den Ärtzten unterkriegen und mache dein Mund auf. Ich hab auch Borderline und habe solche Erfahrungen nicht gehabt. Fühl dich gedrückt.

5Ju]p3rnx0v4


Ich habe solche Erfahrungen auch noch nicht gemacht.

Erwähnst du denn jedes Mal deine psychische Erkrankung? Falls ja: einfach nicht mehr machen, sondern nur noch auf Nachfrage.

Ich persönlich verliere darüber kein Wort und verhalte mich auch ganz "normal" – das Einzige was dann relativ oft passiert ist, dass ich auf meine Narbe angesprochen werde (eine große und wulstige Narbe, die ich nicht verdecken "kann" bzw. die sich nur mit Extraaufwand verdecken lässt, und da hab ich keine Lust drauf). Dann kommt von mir eine kurze Erklärung und die Sache ist erledigt.^^

Gwol<de&nWi,nter


Oh mein Gott. Diese Sprüche sind ja echt eine Frechheit. Lass dich nicht unterkriegen. Mach den Mund auf und beschwere dich.

DIr eine gute Besserung @:)

TwillLTMheEnxd


ich musste vor 2 jahren mehrere tage in einem krankenhaus bleiben, da ich mir das sprunggelenk gebrochen habe.

es war sommer, wir waren feiern, u.a. auch schwimmen usw und dadurch hatte ich nur kurze sachen an, als ich dort eintraf.

klar, dass dann meine narben (und damals auch noch wunden...) offen sichtbar waren.

ich wurde dann erst gar nicht gefragt, ob ich psychisch irgendwelche probleme habe sondern mir wurde ein "sie sind borderliner!" entgegen geschmettert... und ich hätte so gerne "nein!" gesagt, da SVV ja nunmal nicht gleich borderline bedeutet. leider gottes habe ich die diagnose aber.

ich bekam dann ein einzelzimmer. auf nachfrage weswegen wurde mir mitgeteilt man könne mich ja nicht einschätzen und bevor ich zu einer gefahr für andere werde (!!!!!!) bekomme ich lieber gleich ein einzelzimmer.

insg. wurde ich ziemlich doof behandelt. beim anpassen des gipsabdrucks wurde ich doof angemacht, weil ich darum gebeten habe dass die schwestern doch bitte etwas sanfter sein sollen, da mir die ganze prozedur sehr, sehr weh tat. als antwort bekam ich "sie sind sowas doch gewohnt, also stellen sie sich nicht so an!"

ja, vielen dank! weber-c-fraktur und dann darf man kein laut von sich geben, wenn das gebrochene gelenk überdehnt wird?!?

nach der narkose hatte ich eine panikattacke und habe auch nur mitbekommen wie ein arzt meinte "wieder so ein psycho" bevor ich ein beruhigungsmittel gespritzt bekommen habe.

mittlerweile verdecke ich meine narben immer so gut wie möglich wenn ich zu einem arzt muss. es ist nunmal so, dass vieles was wir dann haben ja doch nur "psychosomatisch" ist.

es hat mich schon gewundert, dass ich kein "ist psychosomatisch!" gegen den kopf geknallt bekommen habe als ich mit der fraktur in das krankenhaus kam...

der beste weg ist es wirklich, es zu verschweigen und nur auf nachfrage etwas zu sagen.

kElZeiner/_drachexnstern


Ich glaube ja nicht, dass dich das beruhigt, aber das kann dir auch als nicht psychisch kranker Patient passieren :(v :(v :(v .

Ich war vor ein paar Jahren wegen eines sehr schweren Colitis Ulcerosa Schubs im KH, allerdings wurde es da eher schlimmer als besser, aber das ist ja erst Mal eine andere Geschichte... Auf jeden Fall meinten meine grandiosen Ärzte dann, das es doch gar nicht mehr sein könne, dass es mir so schlecht ginge und das wäre bestimmt alles psychisch und wollten mich dann in eine Psychosomatische Klinik stecken :-o

Als ich deutlichst erklärt hatte, dass ich mich weigern würdem wurde ich plötzlich trotz ausgebliebener Besserung entlassen – obwohl es vorher immer hieß ich dürfe erst gehen, wenn blablabal.

Inzwischen hab ich schon von gaaaaaanz vielen anderen Leuten gehört, dass bei ihnen auch immer alles "psychisch" ist, wenn die Ärzte nicht gleich was finden :(v :-X

DHJ PMano*u78


Man, was ihr mit machen musstet, grenzt ja schon an Diskriminierung. Echt, da sollte man sich bei der Ärtztekammer beschweren. Cool down und sich nicht ärgern lassen. :-)

pGosp#ae


Zunächst mal möchte ich sagen, dass es mir leid tut, was du erleben musst. Ich möchte aber trotzdem ein paar Überlegungen einwerfen, die dir vielleicht nicht gefallen könnten:

Erstens denke ich auch, dass gewisse Frechheiten jedem Menschen passieren können und nicht bloß psychisch Erkrankten bzw. Borderlinern. So kommt es auch vor, dass Menschen, die immer schön brav den Mund halten und nicht viel fordern, oft "übersehen" werden, während jene, die sich lautstark beschweren und Druck machen ihren Willen bekommen. Finde ich persönlich auch nicht richtig.

Jedem steht die gleiche Behandlung zu.

Das Problem ist, dass auf "allgemeinen" Stationen (also nicht Psychiatrie) oftmals die Ressourcen fehlen, um auf die spezielle psychische Situation eines einzelnen Menschen einzugehen. Es fehlt an Wissen und auch an Personal. Eine Borderlinediagnose mag für so manches Krankenhauspersonal möglicherweise als bedrohlich empfunden werden, weiß man doch, dass solche Menschen eben oft auch "Schwierigkeiten" machen.

Natürlich rechtfertigt das nicht jegliche Diskriminierung solcher Patienten.

Andererseits, wenn sich solche Erfahrungen in deinem Leben ständig wiederholen, könntest du dich schon fragen, ob deine Wahrnehmung in diesem Bereich vielleicht sehr selektiv ist- sprich: dass du nur noch Fehlverhalten dir gegenüber wahrnimmst und alles als gegen dich gerichtet interpretierst und dabei übersiehst, dass es vielleicht doch auch Personal gibt, dass es gut mit dir meint und sich um dich bemüht. Die andere Frage lautet natürlich auch, wie verhälst du dich? In der Regel ist doch schon so, dass, wenn man selbst nett ist, meist auch freundlich behandelt wird.

Wenn du hingegen deine Borderlinediagnose benutzt, um Menschen Vorurteile dir gegenüber zu unterstellen (was natürlich auch seine Gründe hat und auf vergangene Erfahrungen basiert), so begegnest auch du diesen Menschen im Grunde mit Vorurteilen und so bestätigen sich vorhandene Vorurteile auf beiden Seiten.

M}e-in\-C%hainxs


Hi, das hört sich garnicht schön an. Lass dich nicht von den Ärtzten unterkriegen und mache dein Mund auf. Ich hab auch Borderline und habe solche Erfahrungen nicht gehabt. Fühl dich gedrückt.

Vielen Dank @:) Ich versuche in der Hinsicht echt mein bestes, aber manchmal...

Erwähnst du denn jedes Mal deine psychische Erkrankung? Falls ja: einfach nicht mehr machen, sondern nur noch auf Nachfrage.

Das tu ich niemals. Meine ehemalige Thera ist in einem MVZ zusammen mit meinem Schmerzthera, der hat einfach wenn er mich wohin überwiesen hat stationär dieses angegeben. Die habens dann in die Arztbriefe geschrieben unter Diagnosen (da wo immer alles steht was man so hat am Anfang vom Arztbrief) und wenn ich woanders stationär hin bin haben die sich immer sämtliche Arztbriefe angefordert. So nahms seinen Lauf :-/

DIr eine gute Besserung

Vielen Dank @:) @:) @:)

ich bekam dann ein einzelzimmer. auf nachfrage weswegen wurde mir mitgeteilt man könne mich ja nicht einschätzen und bevor ich zu einer gefahr für andere werde (!!!!!!) bekomme ich lieber gleich ein einzelzimmer.

Das ist wirklich eine Megafrechheit! Ich glaub da wärs sogar bei mir rum und ich wäre gegangen! Was hast du denn darauf erwidert?

"sie sind sowas doch gewohnt, also stellen sie sich nicht so an!"

Das ist sogar noch ne Spur frecher! Hattest du denn Zeugen dabei?

"wieder so ein psycho"

Sowas erlebt man ja ziemlich oft. Auch vor einiger Zeit mal mitbekommen, wie ein Hep-C-Patient vom KH-Transportdienst auf Station abgeholt wurde und rief "Ich soll den Alki hier abholen kommen!" Warum arbeiten solche Leute eigentlich mit Menschen?

Auf jeden Fall meinten meine grandiosen Ärzte dann, das es doch gar nicht mehr sein könne, dass es mir so schlecht ginge und das wäre bestimmt alles psychisch und wollten mich dann in eine Psychosomatische Klinik stecken

Na eben DAS bekomme ich ja schon mein Leben lang vorgeworfen, ohne dass mal anständige Diagnostik gemacht wurde. Damals war meine BPS noch gar nicht bekannt. Bei mir fällt halt auf dass ich generell etwas "instabil" bin, also in Depristimmungen verfalle. Als Borderlinerin habe ich natürlich, wie die meisten anderen, auch oft eine Flut von Emotionen zu tragen, positiv wie negativ (gehe aber jetzt bald in ne Skillsgruppe)...manchmal kommt es vor, dass ich in solchen Situs aus wut anfange zu heulen. Und klar, das fällt auf :-/ Mich wollten sie jetzt auch mal wieder in die Psychosomatik stecken. Also die Schmerztherapeuten. Weil angeblich mein erkranktes Organ nicht so schlimm dran sei und 80 % des Schmerzes im Kopf stattfinden würde. Mal abgesehn davon, dass ein OP Bericht existiert wie wenig erkrankt es doch ist (achtung Ironie), hat der damals behandelnde Anä sogar bei seinem Chefarzt gelogen und mein Entlassungsbrief getürkt! Er hat mir ne Spinalanä gemacht um zu gucken was der Schmerz macht – er war weg. Sagte sogar noch "Mensch, was ist das ein schönes Gefühl, zum ersten mal seit man denken kann diesen Schmerz nicht zu spürn.Können wir das öfter machen?". Im Arztbrief stand dann, ich hätte den Schmerz noch gehabt, weshalb er im Kopf sitzen muss (das pathologische Bild meines Organs ist dann wohl eine Droginachwirkung meines damals diagnostizierenden Arztes :)z ). Ich kann nur jedem raten es so zu tun wie du es getan hast und die Psychosomatik oder gar Psychiatrie zu verweigern, solang nicht alle wichtige Diagnostik lief.

Andererseits, wenn sich solche Erfahrungen in deinem Leben ständig wiederholen, könntest du dich schon fragen, ob deine Wahrnehmung in diesem Bereich vielleicht sehr selektiv ist- sprich: dass du nur noch Fehlverhalten dir gegenüber wahrnimmst und alles als gegen dich gerichtet interpretierst und dabei übersiehst, dass es vielleicht doch auch Personal gibt, dass es gut mit dir meint und sich um dich bemüht. Die andere Frage lautet natürlich auch, wie verhälst du dich? In der Regel ist doch schon so, dass, wenn man selbst nett ist, meist auch freundlich behandelt wird. Wenn du hingegen deine Borderlinediagnose benutzt, um Menschen Vorurteile dir gegenüber zu unterstellen (was natürlich auch seine Gründe hat und auf vergangene Erfahrungen basiert), so begegnest auch du diesen Menschen im Grunde mit Vorurteilen und so bestätigen sich vorhandene Vorurteile auf beiden Seiten.

In den von mir genannten Beispielen gehts ja nicht drum, wie ich es interpretiere. Wenn mir ein Arzt ohne richtige Diagnostik ins Gesicht sagt dass ich einen am Schwimmer habe und deshalb nix organisches vorliegt und ich aufgrund der dadurch fehlenden Behandlung und Pfusch mit 25 ein Krüppel bin, denke ich doch, dass der Fehler nicht bei meinen Interpretationsfertigkeiten liegt. Wenns um heikle Dinge geht frage ich grundsätzlich auch immer mal Familie/Freunde wie sie das auffassen und handeln würden, also jetztin allen Bereichen des Lebens, weil ich als Borderliner natürlich auch zum Großteil nur schwarz/weiß sehen kann, und das weiß ich auch. Ich habe das Glück, dass ich mein Borderline seit einigen Jahren recht gut im Griff habe – also ich weiß, dass manches was ich denke und fühle oft einer eher weniger realen Sparte zuzuordnen ist und dass ich auch mal zu Übertreibungen neige. Aber in diesem Punkt? Never. Und ich bin generell immer freundlich zu Ärzten und Pflegepersonal. Ich passe mich immer meinem Gegenüber an. Sind Menschen freundlich zu mir, bin ich es zu ihnen – scheißen sie mich an, scheiß ich zurück. Überspitzt gesagt. Natürlich führe ich hier keine Kriege ;-D

MYe-cin-CxhaiXnxs


Heut hab ich mich wieder übelst aufregen müssen >:(

Vorn paar Tagen stand auf einmal ne Thera ausm Psychiatriegebäude an meinem Bett. Sie bekam von unserer Stationsärztin ein Konsilauftrag. Ich hatte mich schon gewundert.

Jetzt fand ich heut raus, dass sie mir die geschickt haben, weil ich ja BPS hab und nicht in die Fuhr zu bekommen soll.

Ich hab einfach nur en Medi abgelehnt, weil ich weiss dass es mich umbringt und ich es nicht nehmen darf. Es interessiert aber niemanden...die hatten mir auch letztens AB in den Schieber gemacht gegen das ich allergisch bin.

Bin doch kein kleines Kind das das Zähneputzen verweigert und dafür wird es dann bestraft :-/

Sie spielen hier eh Versuchskaninchen mit mir. Dabei gehts mir kacke und ich bin in einer sehr schwierigen Lage momentan....psychisch und physisch. Ich hab einfach keine Kraft mehr für die Gesamtsitu....alles ist nur noch grau.

Hab mal die Sprachsteuerung meines Handys gefragt was der Sinn des Lebens ist....aber die wusste es auch nicht :=o ]:D

M=adameY Charexnton


wenn sowas passiert: so schnell wie möglich bei der Ärztekammer anrufen!! man wird auch oft ohne psychische Erkrankung scheiße behandelt - und es gibt leider sehr sehr viele KrankenpflegerInnen die menschlich eine Katastrophe sind........also bitte nicht persönlich nehmen ;-)

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