» »

Generalisierte Angststörung, dauer-angespannt?

JAaMn7G4 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ist es typisch für eine generalisierte Angststörung, oder sagen wir mal, chronische Angststörung, das einem dauernd "alles mögliche bevorsteht"? Angst vor diesem, Angst vor jenem, ausufernd bis hin zu Panikattacken? Und wenn man die Dinge dann doch tut, passiert gar nix ausser halt ggf. Angstsymptome? Und das ganze zieht sich hartnäckig über Jahre hin?

Mit der Folge das man sich auch körperlich selten so richtig fit und wohl fühlt? Auch wenn grad keine Attacke vorliegt, oft seltsam schwächlich-kränklich? Einfach neben sich? Wie ein Gespenst, ein blasser Schatten dessen was man vor der Angst war?

*nerv*

Antworten
T+illqTheExnd


du willst ja nur wissen, ob es typisch ist.

also:

ja, es ist typisch ;-)

wobei ich mich nicht schwächlich-kränklich fühle sondern viel mehr sehr hyperaktiv. immer am rumrennen, bloß nicht verharren. denn stillstand bedeutet tot...

theardrtocp7x7


Ja das ist normal. Ich habe seit 8 Jahren eine generalisierte Angststörung. Wenn ich morgens aufwache möchte ich mir einfach nur die Decke über den Kopf ziehen und liegen bleiben. Mir ist ständig schlecht und ich habe oft Durchfall. Ich habe sämtliche Spiegelungen hinter mir, immer ohne Befund.

An einen Tag voller Energie und Unbeschwertheit kann ich mich nicht erinnern. Trotzdem geht es immer irgendwie wenn man erstmal in Schwung ist.

Es muß schließlich auch, denn ich habe eine Tochter.

Versuche es mal mit einer Therapie, kann helfen muss aber nicht.

J1an74


Hm. Ja, stürzenin Aktivität. Wenn ich versuche "entspannt zuhause zu bleiben" verfalle ich in den Anspannungs-Modus inkl. körperlicher Symptome (Herzklopfen und so). Muss dann immer Fahrrad fahren. Dabei/danach ist wieder gut. Bin schon sehr sportlich geworden dadurch ;-).

Mir gehts jetzt auch nicht allzu schlecht, aber halt auch nicht allzu gut..

Fühl mich halt seit meinem Zusammenbruch Juni 2011 irgendwie ständig "defekt", vorher nur "angeschlagen aber heil". Seitdem "kaputt". Angst vor allem möglichen. Sowas wie mit Leuten im Restaurant und dann da "entspannt rumsitzen" – grusel. Komisch eigentlich weil 20 km Fahrrad fahren an sich gefährlicher sein dürfte.

Therapie ist ja schon lange, immer mal wieder so begleitend. Therapeut sagt, is alles normal bei einer Angststörung, dauert einfach ne Weile bis alles wieder gut ist.

J{anx74


@ TillTheEnd

Was genau passiert bei "Stillstand" dann mit Dir?

J4oKdeie


Hallo zusammen *:)

ja genauso geht es mir auch: Kann mich nicht mehr entspannen. "Entspannt" irgendwo witzen ist grauenhaft, da ich dann nicht entspannt bin, sondern es noch schlimmer wird. Ich muss auch immer was zu tun haben, obwohl es bei mir eher in Richtung Hausarbeit, putzen etc. geht, also, wo man sich bewegen muss. Allerdings habe ich das mit der "Decke über den Kopf ziehen und liegenblieben wollen" jeden Morgen, da mich meine Arbeit im Moment echt überfordert...allerdings nicht wegen der Arbeit an sich, sondern, weil ich ständig auf irgendwelche Symptome fixiert bin und ich Angst habe, dass ich jeden Moment umkippe, da ich mich oft so fühle und mir schwindelig ist.....

Gestern Abend z.B. lag ich im Bett und kam selbst da nicht zur Ruhe, da sich mein Körper anfühlte als würde Strom durch ihn laufen. Habe mich auch tagsüber ziemlich angespannt, denke, dass es davon kommt.....

Ich fühle mich den ganzen Tag nie "fit und entspannt"....das ist schon echt belastend!

Super Jan74, dass du wenigstens noch Fahrrad fahren kannst....ich habe im Moment auch Angst vorm Fahrradfahren....hatte mal eine schlimme Panikattacke aufm Rad und bin seitdem nimmer gefahren....

LG @:) @:)

tMeRardr5opG7x7


@ Jodie

Ja das mit dem Strom kenne ich auch. Fühlt sich an als wenn alle Muskeln ganz leicht zucken. Da wir ständig angespannt sind, fühlen wir uns morgens auch so gerädert. Denn wer im Schlaf noch angespannt ist kann sich nicht erholen. Das zeigt auch, dass ich zum Teil auch von meinen vermeintlichen Symptomen träume oder in der Einschlafphase zig mal wieder hoch schrecke bis ich dann doch endlich schlafe.

Bei mir bezieht sich meine Aktivität auch eher auf Haushalt und Kind.

Was machst Du gegen die Angst vor den Symptomen?

trea"rdropx77


@ Jodie

Wenn Du Lust hast kannst Du ja auch mal meinen Faden lesen.

Link habe ich rein kopiert:

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/634309/]]

T/ilIlTh}eExnd


Jan,

ich konzentrier mich dann irgendwie zu sehr auf meine symptome.

habe echt das gefühl, dass ich bald sterbe wenn ich mal einfach versuche "gar nichts" zu machen.

ich fange an zu zittern, pulsschlag erhöht sich, ich schwitze, mir wird schwindelig, habe diese diffuse angst dass jemand mit im raum ist und gleich etwas ganz schlimmes passiert. ich habe dann auch immer das gefühl, dass die erde bebt und gleich das haus zusammenstürzt. ich KANN auch gar nicht mehr wirklich still sitzen. mit irgendwas wackel ich IMMER. letzt hat sich ein bekannter drüber lustig gemacht, dass ich vor- und zurück gewippt bin als ich auf dem sofa saß. fiel mir schon gar nicht mehr auf!

ich mache seitdem übrigens auch viel sport- bevorzugt mit meinem hund. dann muss ich mich zumindest auf den hund fixieren und aufzupassen, dass nichts passiert. mittlerweile sind wir leider so aufeinander abgestimmt, dass ich schon nicht einmal mehr auf ihn acht geben müsste.

aber sport ist gut. sehr gut. hat mir wirklich sehr, sehr geholfen.

auch wenn mein sportpensum schon sehr grenzwertig ist, was mir sogar ein arzt versichert hat. ich kann auch nur schlafen, wenn ich vorher mind. 30min auf der höchsten stufe auf dem cross trainer war. danach bin ich so erledigt, dass ich meine beine schon nicht mehr spüre und hundemüde ins bett falle.

J5an7x4


Danke für die Antworten.. ist ja schon auch irgendwie "tröstlich" das es noch mehr Leuten so geht ;-).

Dieses Sport-gemachte hat schon was von "Flucht vor sich selber".. dem Adrenalin davonstrampeln. So richtig entspannend irgendwie auch nicht. Aber vermutlich auch nicht wirklich verkehrt. Und man beweist sich da mit ja immer wieder aufs neue das man eigentlich fit und belastbar ist. Wäre man wirklich schwer krank, hätte man mit dem Sport ja eher ein Problem.

Bei mir fühlt es sich oft so an, als würde sich die Angst wie eine Klammer um den Brustkorb legen und einen nicht wieder frei geben wollen. Man schleppt es quasi körperlich spürbar mit sich rum.

An Symptomen hab ich eigentlich nur manchmal stark spürbaren Herzschlag und ab und an Stolpern (aber es hält sich in Grenzen, und dank des vielen Sport und Abnehmens ist auch Blutdruck und Ruhepuls auf ganz gutem Niveau), aber irgendwie reicht das auch schon um einen manchmal kirre zu machen.

Was mich am meisten nervt ist dieses eingeschränkt-sein.. Dinge, die früher normal waren, werden jetzt gemieden. Einfach so entspannt mit Freunden treffen (geht bedingt). Auf Parties gehen (geht bedingt wenn Party im Erdgeschoss oder Garten ist), Schwimen gehen (vor 1 Jahr fette Panikattacke dabei, jetzt mal wieder versucht, juhu, es hat geklappt. Aber dabei auch die ganze Zeit dieses "Klammer"-Gefühl und nervös erhöhten Puls. Aber nicht so schlimm das ich davon laufen wollte. Es war auszuhalten und hat unterm Strich eher Spaß gemacht, alles in allem). Ist ja auch schön wenn man Fortschritte bemerkt.

J!oBdixe


@ teardrop77

Hi *:)

Also bei mir ist es eher ein Vibrieren im Brustkorb und in den Beinen und Armen. Morgens beim Aufwachen habe ich das immer sehr stark, dann denke ich immer, mein Herz schlägt (rast) in diesem Takt. Tut es natürlich nicht und wenn ich richtig wach bin, ist es auch weg. Aber: In letzter Zeit habe ich dieses innere Beben auchtagsüber und gestern Abend im Bett besonders stark. Das wiederum hat mir Angst gemacht und dann konnte ich natürlich gar nicht zur Ruhe kommen.....Ich befinde mich zur Zeit in einem Teufelskreis von Symptomen-Angst-Verstärkung der Symptome etc.... Ihr kennt das ja ;-D

Naja, jedenfalls fagtest du, was ich gegen die Angst vor den Symptomen mache....da habe ich leider noch keine Lösung gefunden....ich weiß, wie es theoretisch gehen kann (Änderung der Gedanken, Ablenkung, Konzentration auf was anderes etc...), aber: Das funktioniert bei mir im Akutfall leider nicht.....Ich habe weniger Angst vor schlimmen Krankheiten wie Krebs oder so....ich habe nur EINE Angst und das ist die Angst vor Schwindel. Ich habe ständig Angst, dass es mir schwindelig wird und ich dann die Kontrolle über meinen Körper verliere. Daher habe ich natürlich auch Schwindel....wenn er besonders schlimm ist, dann glaube ich jedes Mal etwas SSeltsames zu haben – aber niemals ist mir selbst klar, was es sein könnte.....mein Verstand sagt mir eigentlich, dass ich gesund bin (habe auch alles abchecken lassen), meine Angst macht mich aber jedesmal aufs Neue verrückt.....was machst du denn dann?

@ Jan74:

Ich habe mich auch eingeschränkt, meide z.B. auch Treffen mit Freunden und längere Autofahrten. einkaufen nur im Notfall ;-) ...gehe aber normal arbeiten (auchn ziemlich stressiger Job, wo ich viel im Mittelpunkt und in der Öffentlchkeit stehe)....aber niemand merkt es mir an, wie schlecht es mir zeitweise geht...vor ein paar Wochen war mein ganzer Arbeitstag eine einzige fiese Panikattacke.....inzwischen habe ich das Gefühl, dass es etwas besser geht...iib es vom Johanniskraut oder von den Lasea Kpseln oder vom Magnesium kommt!?!?! Keine Ahnung. Ich habe mir auch das Buch: Angstfrei leben von Lucinda Basset gekauft. das ist richtig gut und auch hilfreich!

LG :)*

P.S. Als ich damals Sport gemacht habe, ging es mir besser...allerdings habe ich jetzt auch Angst vor Sport...... :°(

Jbanw74


Ich bin so tapfer zur Zeit. Bin über mich selber erstaunt.

Ich hab oft so einen "Konfrontations-Druck". Wenn die Idee im Raum steht "ich könnte jetzt Situation XY aufsuchen", und ich zwar Angst davor habe, es aber mir andererseits auch irgendwie mit Zähneklappern zutraue, dann MUSS ich es quasi tun. Kann dann kaum mehr zurück. Ist wie ein Sog.

War krass die letzten Tage – Jan im Konfrontationswahn. Vorgestern erst ins Einkaufszentrum (Parkhaus und dann da gemütlich rumgeschlendert), abends schwimmen gegangen (das war eine der grössten Herausforderungen für mich, da letztes Mal mit heftiger Panikattacke verbunden). Am Tag drauf mit einer Freundin zu dritt im Restaurant getroffen (bedingt nervös mit bisschen Herzstolpern), danach wieder schwimmen. Heute allen Mut zusammen genommen und in meine Firma (da war ich auch seit fast 2 Jahren nicht mehr, mache sonst home office), auch ein echter "Angstgegner", dann wieder Schwimmen, dann Essen gegangen. Beim Schwimmen auch zum ersten Mal so gut wie gar keine Panikanflüge mehr. Es wird, es wird.. :-)

J<odie


@ Jan74

Ja, das mit dem "Konfrontationszwang" habe ich auch. Das ist hoffentlich die letzte Phase vor der Heilung (laut Lucinda Basset)...ich mache auch (fast) alles, obwohl es mir Angst macht...nur das mit dem Fahrradfahren habe ich seit dem vermeiden, aber das werde ich auch noch tun :)z ...vergleichbar wie bei dir mit dem Schwimmen......

War letztens auf einer Hochzeit...den ganzen Tag und die halbe Nacht....allerdings hat das schon Symptome hervorgerufen – komischerweise allerdings erst dann als ich wieder unbeabsichtigt mit schwindel konfrontiert wurde: Ich saß auf einem Stuhl, der auf einem (nachgebenden) Holzfußboden stand...immer wenn jemand hinter mir herging, gab der Boden leicht nach, d.h. ich hatte das Gefühl, der Stuhl schwankt und das deutete ich als Schwindel und die Angst war da.....wenn es um schwindel geht, kann ich mir mit normalem Verstand nimmer helfen... ???

Auf jeden Fall hört sich das bei dir doch schon super an!!! :)^

LG ...muss gleich arbeiten.....aber heute nicht so lange ;-D

J#anx74


"Hochzeit" ist ja schon ne harte Nummer, respekt..

t0ear0dbrop7x7


@ Jodie

Dagegen machen kann ich zur Zeit gar nichts. Ich kann nur versuchen mich abzulenken, was auch immer mal wieder klappt. Aber dann kommen aus heiterem Himmel die düsteren Gedanken: Was wenn ich doch bald sterben muss. Dann dauert es auch ziemlich lang bis ich es wieder verdrängen kann.

Und Momentan ist es halt so, dass ich mich richtig dafür hasse, dass ich Glück nicht genießen kann. Das raubt mir echt jegliche Lebensfreude.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH