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Mobbing und die Spätfolgen

A;lu}cardx9 hat die Diskussion gestartet


Das Mobbing schlimm ist weiß ja jeder. Womit sich kaum jemand befasst ist was Jahre danach aus denn Leuten wird.

Sowas wird halt oft totgeschwiegen.

Ich kann nur allen Leuten raten die von diesem Thema betroffen sind, schnellsten was dagegen zu tun und nicht den fehler machen Jahre verstreichen zu lassen.

Ich dachte immer das wird schon, mit dem Alter ändert sich das automatisch. Weil man ja angeblich sich eh verändert.

Mann war ich Naiv.

Insbesondere Mobbing in der Phase der Persönlichkeitsentwicklung ist gefährlich. Würde ich die Leute von damals befragen würden sie mir wohl sagen das es nur Spaß war.

Ich behaupte das die Jugendlichen (14-18) in dem Alter genau wissen was sie tun aber vielleicht nicht was sie anrichten könnne.

Bei mir war das Znetrale Mobbing von etwa 13-18. Das ging hauptsächlich über die Klasse aber auch über andere klasse bzw Schule. War also Pause und allen waren auf dem Schulhof, wurde ich auch von welchen angemacht die ich nicht kannte.

Das ganze bezog sich net nur auf die Schule. Sondern z.b auch auf den Nachhauseweg. Ich wurde schön bis vor die Tür begleitet. Wurdden Leute getroffen die mich kannten, taten die Leute als wären sie meine Freunde. Zuhasue gings weiter mit telefonterror, Klingelsturm. Oder es wurden Sachen gegen die Fenster geworden.

Internet war zum Glück noch kaum verbreitet.

Das was ich erlebt hat lässt sich eher nicht in Worte fassen. Also nicht nur Ausdrücke wie : Du Scheiß..., oder Provokationen jeder Art. Sehr gefragt waren auch Schläge oder Sachen jeder Art (auch ekelig) auf mich zu werden.

Oder Sachen verstecken, zerstören, beschmutzen das war auch schön.

Aber am besten war das aufspielen der Leute gegenüber anderen als wären wir die besten Freunde.

Man frägt sich natürlich, in wie weit war man selber Schuld. Die kombination aus Aussehen, Klamotten, und Introvertiertheit reichte bei mir.

Das geile ist, in der Zeit war das gar nicht so schlimm für mich. Ich empfand es lediglich als nervig und manchmal auch seltsam. Vielleicht war ich auch schon daran gewöhnt nach den Jahren der Demütigung.

So jetzt zu den Folgen. Das ganze begann schleppend. Eigentlich merkte ich erst so langsam ab 18,20 etwas.

Bzw. war es natürlich schon mit 15 da, nur kapierte ich es damals nicht.

Das ganze geht über unsichere Selbstsicherheit, kein Selbstbewußtsein, Perfektionismus, Nicht Kritikfähig, Angstörung, Soziales Fehlverhalten, leichte Reizbarkeit, Fehlendes Vertrauen, Angst fehler zu machen, Probleme mit Verantwortung jediglicher Art, Beziehungsunfähigkeit sowie extreme Probleme mit Nähe und demnach auch mit Frauen.

Früher waren das auch noch Dinge wie, Gewaltbereitschaft, fehelende Selbstidentifizierung, sich hässlich fühlen, ist nix und kann nix = Versager, Rachegefühle.

Die meisten der aufegzählten Dinge konnte ich zum Glück abstellen.

Ich habe irgendwann angefangen meine Aussehen zu änderen, dann die Kleidung dann die Körperhaltung. Irgendwann folgte dann Simple Dinge wie verbessertes Kommunikationsverhalten, oder normales Soziales Verhalten. Außerdem Dinge wie Verbesserung des Selbstbewußtsein und der Persönlichkeitsentwicklung.

So inwischen ist die Phase des Mobbing ums die 10 Jahre her. Trotzdem ist es imer noch abundzu im Kopf, wenn ich mich nicht damit beschäftige Träume ich davon. Ich führe ein halbwegs Normales Leben, und bin einigermaßen zufrieden.

Das heißt nicht das es mir super gut geht und ich alles vergessen oder abgeschaltet habe.

Ich musste in den letzten 10 Jahren mühsam das lernen was man eigentlich in der Phase der Jugend lernt. Und wir wissen alles das es schwerer ist als Erwachsener zu lernen wie wenn man ein Kind ist.

Die folge ist das ich extrem gleichalterigen hinterherhänge, ich komme mir eher vor wie 16-20. und nicht wie 25+.

Den Leuten von früher ist das natürlich egal. Die haben mich längst vergessen und aus ihrem Gedächnis gelöscht.

Ich sag das ungern, aber ich kan behaupten das sie mir meine Jugend genommen haben, und somit auch die komplette entwicklung meiner Persönlichkeit.

Deswegen würde ich heute auch keine Entschuldigung anehmen. Das kann man nimmer gut machen.

Und ich bin es der damit Leben muss.

Antworten
k*amilclchxen


:°_

k4amiullchen


Ganz schön heftige Vergangenheit. Ich wünsche jedem, der Mobbing erlebt, dass er dagegen angeht und sich nicht nur psychische, sondern auch konkrete Hilfe holt. Heute gibt es ja Konzepte, die die Lehrer lernen, um gegen sowas möglichst anzukämpfen. Etwa ein Klassengespräch über fairness und das Zurseitesetllen eines Klassenkameraden, der sich gezielt um dich kümmert.

Ich dachte, meine Jugend war schlimm, aber diese Ausmaße hatte bei mir das Mobbing nicht.

B1lacCk Gxun


:°_

aber ich denke wirklich, dass du dir hilfe beim aufarbeiten deiner vergangenheit holen solltest. damit meine ich sowohl das verarbeiten der geschehnisse als auch das nachholen der versäumten entwicklungsschritte.

und ich meine damit nicht zwangsläufig einen psychologen. wie siehts denn mit wirklich guten freunden aus, die vielleicht trost spenden könnten? was dir am meisten fehlt ist denke ich bestätigung im zwischenmenschlichen bereich.

sowohl basierend auf dem was du hier schreibst als auch in anderen posts von dir habe ich immer den eindruck, dass du gegen innere dämonen kämpfst, die du nicht alleine besiegen kannst. der erste und vielleicht auch schwierigste schritt wäre wohl wirklich die bereitschaft, hilfe anzunehmen. wenn die gegeben ist kannst du nach hilfe suchen, und dann wirds auch irgendwann bergauf gehen.

M6adaMme CEharexnton


ich wurde auch gemobbt, und wären nicht noch andere persönliche Krisen hinzugekommen wär ich nicht depressiv genug gewesen um mir helfen zu lassen, gott sei dank gings mir schlecht genug mich in eine Psychiatrie einweisen zu lassen - sonst wär ich wohl heute genauso "schlecht dran" wie du ;-)

also, es ist nie zu spät, dir wurde deine Jugend nicht genommen (30 ist das neue 20!), das Leben beginnt doch erst richtig ab 20! es ist nicht zu spät sich auszuleben verdammt! und deine Persönlichkeit hat sich doch entwickelt, nur eben in ne andere Richtung, was aber auch nicht umbedingt schlecht sein muss.

aber es ist ganz klar Zeit aus der Opferrolle rauszukommen und mit den Leuten von früher abzuschließen!! geh zu einem Therapeuten, das hilft wirklich und du wirst sehen dass du Persönlichkeit genug hast um Frieden mit dir und der Vergangenheit zu schließen @:)

AQluccarxd9


Naja es fehlen schon ein paar Jahre, obwohl ich mich auch jünger fühle.

Ausleben würde ich mich gern, aber ich aknn oder will es derzeit nicht so.

Naja Freunde, die kommen und gehen. Wobei in den letzten Jahren es wohl eher ein gehen ist.

Ich will auch net jeden jetzt mit solchen Sachen von früher vollquatschen. Mir würde schon jemand reichen der mich abundzumal aufweckt oder mir in den Hintern tritt.

Aber ich kann mich allgemein ja mit sehr wenigen Leuten identifizieren, oder soll ich sagen mit keinem zu 100%

Meine Eltern kann ich da leider auch vergessen, die haben das damals ja auch schon net ernstgenommen.

Und über Therapeuten ja da danke ich schon Jahre darüber nach...

B<lac2k Guxn


Zuhasue gings weiter mit telefonterror, Klingelsturm. Oder es wurden Sachen gegen die Fenster geworden.

Meine Eltern kann ich da leider auch vergessen, die haben das damals ja auch schon net ernstgenommen.

:-o :-X :-/

GFoldUe6nWigntxer


Mir erging es auch in der Jugend sehr schlecht. Insbesondere in der Zeit von 15-18. Da war alles am allerschlimmsten. Ich ahbe auch sehr viel durchgemacht. Auch ich leide an den Spätfolgen.

Bei mir war es so, dass es in der Schule angesprochen wurde und der Lehrer dem Direktor sagte, dass das alles nicht wahr sei, dass ich gemobbt werden würde. Somit wurde ich auch nicht in eine andere Klasse versetzt. Meine Mutter war fassungslos.

Als ich vor einigen Jahren den schlimmsten Mobber getroffen habe, hat er mir gesagt, dass das Scheiße war was die gemacht haben und es gemein war.

Kann ich mir auch nichts von kaufen. Das einzigste was ich davon habe ist die Gewissheit das mein Klassenlehrer, der mich nicht mochte, unrecht hatte und ich im Recht gewesen bin. Ach ja, dieser Mobber ist mittlerweile Lehrer geworden :-( >:( :-o :-X :[] %:| :(v {:( :|N ":/ :-(

A(lucaardx9


Naja die Lehrer konnte man damals vergessen. Waren alles feige Hunde. Ist heut wohl auch net anderst.

GhlücBknsweixb


Ich kann dir gut nachempfinden!

Von 13-16 wurde ich auch an meiner Schule gemobbt! Es war eine Clique aus der 1. ich war in der 7., als alles begann. Von Pöbeleien quer über den Schulhof, gemeinsames Anstarren der gesamten Leute bis zu Rempeleien im Vorbeigehen, die einmal so endete, dass ich mir den Kopf aufschlug. Ich dachte, es würde aufhören, wenn sie die Schule verlassen?! Nein, einige Geschwister waren an der Schule und es ging weiter! Einer Lehrerin schüttete ich mal mein Herz aus, aber danach wurde es noch schlimmer :°( Ich habe ständig Demütigungen über mich ertragen lassen müssen, wie "du bist nichts! du kannst nichts! Wie scheiße siehst du denn wieder aus? Du bist ja nur ein Pseudo-Mensch!..."

Ich erholte mich dann im Berufsleben und gewann an Selbstvertrauen... dachte ich!

In meiner 6jährigen Ehe wiederholte sich alles aber wieder. Mein Ex-Mann machte mich systematisch klein, ich hörte ständig, dass ich nichts kann und nichts bin. Täglich kam mindestens ein: "Mein Gott, du bist so dumm!" dazu. Dinge wie Beleidigungen waren an der Tagesordnung! Ich war zerstört! Jedoch bin ich irgendwann so stark gewesen, dass ich es schaffte mich zu trennen!

Und dann brach ich zusammen! Ich hatte eine starke Depression und machte eine Therapie. Auf Medikamente werde ich wohl immer angewiesen sein, aber die garantieren mir, dass ich wieder denken kann und der Überzeugung bin, dass ich doch wer bin!!! Und das ich wichtig bin!

Mittlerweile wohne ich wieder in meiner Heimatstadt, habe eine wundervolle Tochter und begegne dem einen oder anderm Mobber von damals. Sie glotzen nur! Eine Entschuldigung würde ich niemals annehmen! Nein! Ich hasse sie.

Meine Tochter kam jetzt in die Schule... und hat 2 Kinder von meinen Mobbern in der Klasse :-o

So blind und zurückhaltend wie meine Mutter werde ich nicht sein! Das habe ich mir geschworen!!!

Mir hat nur eine Therapie geholfen! Alles Liebe für dich...

AuntoniQusD_Block


Jaja, die Fehler immer bei den anderen suchen, sich in Selbstmitleid suhlen, die Opferrolle einnehmen und Verantwortung abschieben, auf ewig der Jammerlappen sein statt am Charakter zu arbeiten...

...ist leider das, was mir in diesem Zusammenhang in Internetforen verdammt oft an Meinungen entgegenschlägt (wenn auch nicht stets so hart formuliert, sondern eher durch die Blume), insbesondere sobald äußerliche Merkmale als Hauptursache genannt werden.

Da wird die Welt zur Resonanzfläche der inneren Einstellung verklärt, denn wegen Lispelns, Stotterns, unreiner Haut oder gewisser Eigenarten dürfe niemand schikaniert werden, ergo könne es daran nicht liegen.

Und falls doch eine Gruppendynamik eingeräumt wird, infolge derer Verschwörungen gegen Einzelne ausgeübt, geduldet und ignoriert werden, dann heißt es gerne "wechsel' halt das Umfeld!", was sich ja immer so einfach gestaltet...

Ich kann wahrlich von Glück sagen, dass mir Mobbingerfahrungen erspart geblieben sind, muss aber mit Scham gestehen, dass ich selbst ein Täter war. Wie paradox das mitunter war, zeigt sich wie folgt:

Einen körperlich etwas unterentwickelten Klassenkameraden habe ich in der 5. Klasse zusammen mit jemand anderem geärgert, wurde zum Glück von einem Lehrer zurechtgewiesen, habe es daraufhin unterlassen und mich Jahre später prächtig mit dem Opfer verstanden.

Über ein etwas korpulentes Landei (aus damaliger Sicht) habe ich mich ständig mit meinem Kumpel ausgelassen, doch dieser wurde wiederum aufgrund seiner abstehenden Ohren gehänselt, was ich als höchst ungerecht empfand.

Später kam ER, der wegen seines Äußeren, Kleidungsstils und Verhaltens zum perfekten Ventil meiner schulischen und sonstigen Defizite taugte. Auf ihn habe ich mich mit zwei Freunden so richtig eingeschossen, wobei ich wahrscheinlich der Motor war. Ausgerechnet mit ihm mussten wir einst ein Zimmer teilen und da wurde er wohl Zeuge, wie absonderlich ich eigentlich war. Tja, der klischeehafte Unterschied dürfte heute sein, dass er gewiss einen überaus erfolgreichen Werdegang hinter sich haben dürfte, bei seinen intellektuellen Fähigkeiten. Ich hoffe bloß, dass ihm meine Bosheiten sonstwo vorbeigingen und er sich das nicht zu sehr zu Herzen genommen hat. Hätte ich die Gelegenheit dazu, würde ich mal gerne mit ihm ein Bier trinken und darüber sprechen, denn gerade seinetwegen hatte ich später ein ziemlich schlechtes Gewissen.

Schließlich gab es nochmal ein perfektes Opfer, doch mit ihm hatte ich wenig zu tun, ich war keine 14 mehr und habe mich "höchstens" noch außerhalb seiner Gegenwart über ihn lustig gemacht. Später erfuhr ich, dass er von "braven" Mitschülerinnen bewusst als Idiot vom Dienst ausgenutzt wurde, im Alter von 18, 19.

Zwar bin ich nie über eine bestimmte Schwelle hinausgegangen – das Eigentum oder der Körper des anderen war tabu und mit den obigen extremen Beispielen lässt sich das nicht vergleichen – aber bei ganz üblen Streichen, die mir zu weit gingen, habe ich eben NICHT interveniert und meine abfälligen Blicke und Worte waren allemal verletzend genug.

Leider hat sich erst nach der Schulzeit nach einer persönlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema das Unrechtsbewusstsein herangebildet, mit dem ich mich damals für die verspotteten SchulKAMERADEN hätte einsetzen müssen.

Allerdings beobachte ich, dass diese späte Einsicht längst nicht bei allen auftritt und so setzt sich der Seelenterror munter in der Kinderwelt der "Erwachsenen" fort, nun vielleicht subtiler, und wird oftmals verharmlost, umgedeutet und abgestritten. Dazu zählen selbstverständlich auch Lehrer.

Und ich bin es der damit Leben muss.

So sieht es aus.

Da mir keine Wunden zugefügt worden sind, kann ich keine Bewältigungsstrategien empfehlen, doch nicht allzu viel auf die Welt da draußen zu geben, kann nie schaden.

lyo*veablxe<3


Ich habe deine Beitrag gelesen und habe mir gedacht, dass du von mir schreibst. Das könnte meine Geschichte sein. Vielleicht das da mal was wegfällt und da was hinzukommt, aber im Großen und Ganzen, redest du von mir.

So bei mir ist das ganze ca. 4 Jahre her. In der Zeit als ich gemobbt worden bin habe ich eine Psychotherpie gemacht. Damals hat es nicht wirklich etwas geholfen. Ich habe auf Ratschläge von Familie und Freunden gehört, dass es alles mit dem Alter kommt.

Nun bin ich wieder auf der Suche nach einem Therapeuten. Ich hoffe, dass ich endlich mal so sein kann, wie ich das möchte und nicht wie mein Unterbewusstsein das möchte.

Aulucarxd9


Nochmal zum selbstschuld sein.

Ich habe lange nachgedacht in wie weit ich vielleicht selbst Schuld hatte.

Aber mit 13,15 oder so konnte ich das gar nicht richtig begreifen. Erzählt habe ich auch eher selten davon, aus Scham habe ich lieber geschwiegen.

Anfangs habe ich immer versucht die Leute zu ignorieren bis es einfach nimmer ging.

Hpa<senrXeich


Ich habe auch Erfahrungen mit Mobbing - zT. sogar sehr ähnlich. Hauptsächlich in der 8. Klasse, da war ich 14.

Folgen? - In der darauffolgenden Klasse, also mit 15 entwickelte ich eine Leberentzündung, die med. behandelt werden musste. Meine sonst eigentlich guten Noten machten einen Sturzflug, und ich wurde mit ach und Krach von der 9. in die 10. Klasse versetzt - und das war auch gut so - denn sonst hätte mich das Mobbing aus den unteren Klassen wieder eingeholt - da waren einige, die mich nicht leiden konnten. Dass ich versetzt wurde, habe ich nur den tollen Lehrern zu verdanken, die mir gegenüber eigentlich ALLE sehr loyal eingestellt waren. - Das war sozusagen Glück im Unglück.

Doch damit nicht genug: In der 10. Klasse entwickelte ich eine schwere Depression, die zu einem Teil als Folge des Mobbings anzusehen ist zum anderen aber durch Zukunftsängste (anstehende Berufswahl - ich hatte KEINE Ahnung was ich mit meinem Leben anfangen sollte) zugrunde lagen - hier haben sich also Vergangenheit und Zukunft schicksalhaft gekreuzt.

- Und ausgerechnet wurde das Thema Depression und Suizid auch noch imReligionsunterricht behandelt, und ich hoffte immer, dass niemand merkt, dass und WIE sehr ich selbst davon betroffen war..... - Ich habe zwar niemals einen "Versuch" unternommen, aber es war ein ganzes Jahr lang ständig präsent - ich musste ständig überlegen, wie ich "es" wohl am besten machen soll und war doch nicht fähig und mutig genug es zu tun.....ich wollte vor allem meinen Eltern DAS nicht antun.....Leider waren sie mir in dieser Situation keine Hilfe - meine Mutter hatte versucht zu beschwichtigen - das ging in die Richtung nicht-ernst.nehmen, mein Vater machte ein riesen-Drama daraus, nach dem Motto" DUUUU?" - als ich mal zaghaft versucht hatte, mich ihnen anzuvertrauen - heute sehe ich es so, sie waren wohl beide "betriebsblind" - gut das ist keine Entschuldigung für ihr Versagen in dieser Situation, aber ich konnte ihnen Jahre später von Herzen verzeihen.

Herausgeholt aus dieser lebensbedrohenden Situation hat mich ein Buch eines sehr einfühlsamen Psychologen - es heißt "Briefe an Angefochtene" - in denen er stellvertretend für viele andere in der gleichen Situation Briefe - nein Hilferufe - beantwortete (natürlich anonym) - dies tat er in einer SO einfühlsamen, liebevollen Art und Weise, dass ich mich angenommen und verstanden fühlte. - Am Ende verbesserten sich auch meine Noten wieder, und ich hatte ein ganz annehmbares Abschlusszeugnis.

Zur unmittelbaren Zukunftgestaltung nach der Realschule muss ich sagen, dass ich den Wunsch hatte, Abi zu machen und zu studieren - ich fühlte mich einfach nicht "reif" genug für eine Lehre, mir fehlten ganze zwei, eigentlich drei Schuljahre (ein Jahr Mobbing, ein Jahr körperlich und das nächste Jahr seelisch krank) - doch Abi war leider nicht möglich, da mein Zwischenzeugnis noch zu schlecht war - gerade das entscheidende mit dem man sich fürs Gymnasium hätte anmelden müssen) - Ich machte darauf hin eine zweijährige Handelsschulausbildung, danach eine Lehre im Steuerfach - leider DER Flop meines Lebens: Fachlich wars eine furchtbar trockene Materie, und der Ausbilder war eine absolute menschliche Niete - ein Despot.... - Zum Glück lernte ich während dieser Zeit meinen jetzigen Mann kennen - das half mir über vieles hinweg. Nach der Lehre arbeitete ich dann noch ein paar Jahre in diesem Beruf, der aber nie "meiner" wurde - danach verließ ich meine Heimatstadt und baute mir mit meinem Mann ein ganz neues Leben auf.

Ich denke, es bleibt nie ohne Folgen, wenn man sowas erleben muss - und bei Kindern und Jugendlichen würde ich tatsächlich in solchen Situationen zum Schulwechsel raten. - Ein Beispiel von einer Freundin von mir: Ihre Nichte wurde auch gemobbt in der Schule - sie kam für das letzte Schuljahr zu ihr in die Familie und ging mit ihrer Tochter in die selbe Klasse, die sie zum Schluss als Klassenbeste abschließen konnte. - Bei mir selbst war das Thema Schulwechsel nie präsent gewesen, weil das für meine Eltern einfach nicht drin war (ein einmal eingeschlagener Weg muss zu Ende gegangen werden...) und ich selbst hatte auch nie daran gedacht. - Später im Beruf, wenn einem sowas Begegnet unter Kollegen oder gar vom Chef bzw. Vorgesetzten - geht das leider nicht mehr, weil die arbeitsmarktpolitische Situation ja nicht die tollste ist....und da kann man nicht eben mal den Job wechseln....da finde ich es ganz wichtig, dass man sich sogenannte "Überlebensoasen" schafft, ein Hobby oder auch Sport zum Abreagieren und eben auch einen wirklichen Ausgleich. Ich weiß, dass das nicht leicht ist, immer einen solchen Ausgleich zu finden. - Aber ich denke auch, dass es doch auch schon mal ein Anfang ist, nach Austausch mit Betroffenen zu suchen, wie hier zB. - Und wenn man mal bei Google eingibt: Hilfe für Mobbingopfer - da kommen eine ganze Menge Seiten zusammen.

Ich möchte Dir Mut machen, nach Deinen vielleicht jahrelang verschütteten Begabungen und Fähigkeiten zu suchen und zu graben, ich bin sicher auch Du wirst fündig! - Bei mir ist es meine Liebe zu unseren Tieren und die Musik, was mir immer wieder Kraft gibt. Und vor allem ist auch ein verständnisvoller Zuhörer sehr wichtig. - Und noch eines: NIEMAND ist selber schuld, wenn er gemobbt wird!!! - Es wird mitunter wegen lächerlichen Kleinigkeiten gemobbt, vielleicht sogar auch um eigene Defizite zu verdecken...

Gerade die verschütteten Fähigkeiten sind es oft, die, wenn sie erst mal ausgegraben sind, eine ungeheure Kraft im Leben und fürs Leben geben können - und davon hat JEDER unzählige!

Ich wünsch Dir ganz viel Kraft, Dein Leben in die Hand zu nehmen und zu entdecken, was Du alles kannst und welche Begabungen Du hast! :)* :)* :)* @:)

hGcolhxcsra


Jaja, die Fehler immer bei den anderen suchen, sich in Selbstmitleid suhlen, die Opferrolle einnehmen und Verantwortung abschieben, auf ewig der Jammerlappen sein statt am Charakter zu arbeiten...

Vielleicht sollten ja auch mal die Mobber an ihrem Charakter arbeiten.

Aber das ist nur meine Subjektive Ansicht.

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