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Mobbing und die Spätfolgen

LMilxah


Ich wurde auch gemobbt im Alter von 12-16 Jahre. Ich hatte leider nie Freunde an meiner Schule. Das lag wohl an meiner schüchternen,distanzierten Art. Ich muss wohl irgendwas ausgestrahlt haben,das mich zum Opfer gemacht hat. Wehrlos, schwach vielleicht.

Es kamen ständig blöde Sprüche und ich wurde ausgelacht. Das tat schon weh, besonders in der prägenden Phase,der Pubertät. Wie oft habe ich zuhause geheult.Heute bin ich 23.

Ich denke eigentlich nicht mehr an diese Zeit zurück,aber nachts träume ich oft noch von meinen ehemaligen Klassenkameraden und wie keiner mit mir was zu tun haben will und sie mich ausgrenzen. Das war eigentlich das schlimmste für mich... dieses Lästern über mich und als ich es immer mitbekommen habe ("Ist die hässlich, bla bla) Dabei stimmte das überhaupt nicht! Ich habe das natürlich alles geglaubt und mein Selbstbewusstsein sank tiefer und tiefer.

Bei Referaten haben natürlich alle getuschelt. Schüler haben Lehrer solange bequatscht, bis selbst die gesagt haben, ich sei nicht fähig in einer Gruppe zu arbeiten und ich musste als einzige alleine arbeiten.

Meine Mutter war an der Schule... die Lehrer haben gefragt, ob ich zuhause Gewalt erleben würde, weil ich ja so verschlossen wäre. Meine Mutter kam heulend zur Schule, weil alles so schlimm war und diese bekloppten Lehrer stellen so eine Frage. "Mobbing gibt es hier gar nicht!" Sie wollten meiner Mutter nicht glauben.

Ich habe diese Jahre irgendwie hinter mich gebracht. Die Schule wollte ich nicht wechseln,weil ich Angst hatte,dass die Jugendlichen woanders noch schlimmer sind.

Die Folgen sind... ich habe eine Panikstörung entwickelt... das begann so mit 18 Jahren. Ich habe alles über die Jahre "ausgehalten" und bis zu meinem 18.Lebensjahr in meinem Unterbewusstsein "vergraben", aber dann kam es eben alles raus... neben dieser Panikstörung habe ich Angst vor Gewalt... ich denke, jeder will mir was. Dazu bin ich zu reizbar und raste schnell aus. Mein Selbstwertgefühl ist total im Keller. Ich traue mir nichts zu. Ich traue mich nicht mit Leuten zu sprechen. Ich finde mich hässlich. Bin übersensibel. Meide alle Menschen. Das passiert automatisch,weil es in der Schule ja immer so war. Ich habe ein großes Autoritätsproblem. Ich wurde immer unterdrückt und habe alles schweigend über mich ergehen lassen, wenn jetzt jemand was sagt oder macht,was mir nicht gefällt, spiele ich den großen Rebell und schreie auch schon mal Menschen an. Dann kommen noch Anpassungsschwierigkeiten. Versagensängste. Selbstzweifel ohne Ende. Ich fühle mich wie 16. Meide Jugendliche,weil ich denke,die reden ja eh wieder über mich,wenn sie mich sehen! Eine Ausbildung konnte ich auch nicht zuende bringen.

Ich denke nicht mehr zurück an früher, aber es hat mich einfach so sehr geprägt.

Mein Umfeld bekommt das natürlich auch mit und hat mich immer wieder zu einer Therapie überreden wollen,aber ich habe mich dagegen gesträubt,weil ich denke,ich schaffe es auch so.

Inzwischen habe ich einen tollen Mann gefunden und bin auch Mutter, aber ich versage oft in vielen Dingen, die für viele so selbstverständlich sind und fühle mich,wie ich schon schrieb,oft noch wie 16. Mein Mann möchte mich allerdings jetzt zur Therapie zwingen, weil er meint, ich solle es wenigstens für unser Kind tun. Es braucht eine starke Mutter. Und da hat er ja auch Recht.

n^ana2x9


"Naja die Lehrer konnte man damals vergessen. Waren alles feige Hunde."

Das stimmt! :-|

a4g,entF0x0


Interssantes Thema. Mal an die Frage an die Gemobbten. Wolltet ihr unbedingt in der Gruppe dazugehören oder und hab das euch gezeigt? Habt ihr versucht trotz der Penigungen Mitglied der Gruppe zu sein.

Ich habe einiges mit Mobbing Opfern gemeinsam. Ich war ruhig ,distanziert und völlig uncool. Eine hohe Meinung hatten sicher nur die wenigsten von mir. Und sicher haben sie sich hinter meinen Rücken über mich lustig gemacht..

Nur bei all den taurigen Geschichten frage ich mich wirklich warum es mich nicht erwischt hat.. Lag es wirklich daran, dass ich diesen Idioten ganz klar zu verstehen gegeben habe, dass ich mich ihre kleine Welt mit ihren eigenen Spielregeln nicht interssiert.. War das der Grund warum sie keine Macht über mich hatten? Oder hatte ich einfach nur Glück? Ich weiß es nicht.

Nur diese Frage stelle ich mir schon länger.

M+ona#_~85


Zum Thema Mobbing und Spätfolgen kann ich auch einiges berichten:

Ich wurde 6 Jahre lang (10-16, 5. bis 10. Klasse) gemobbt. Ich gehörte einfach nicht dazu - fertig! Ich war für mein Alter einfach recht weit entwickelt, war einen Kopf größer als die meistens anderen (und ich war die jüngste in der Klasse), war sehr früh in der Pubertät, und auch recht "kräftig gebaut"... und ich war sehr sehr gut in der Schule (die Note 2 oder gar eine 3 war bei mir schon eher selten ohne wirklich was dafür tun zu müssen). Nunja, ich stach halt heraus mit meinem Äußeren. Und ich war halt der Streber schlechthin. So wurde ich halt tituliert. Wenn irgendeine Klassenunternehmung bzw. Klassenparty anstand, war ich selbstverständlich nicht eingeladen und halt auch nicht erwünscht. Ich konnte meine Sport- oder Schulsachen während der Pause nie im Klassenraum lassen da sie sonst zerschnitten worden wären oder sonst irgendetwas damit angestellt worden wäre. Ich habe mich z.bsp. ausnahmsweise einmal geweigert, anderen meine Mathe-Hausaufgaben zum abschreiben zu geben. In der Pause wurde dann mein Mathe-Heft aus meinem Rucksack gepackt, die Aufgaben abgeschrieben, und in meinem eigenem Heft ausradiert. Meine Sportsachen wurden zerschnitten. Naja, irgendwann hab ich halt nichts mehr in der Klasse gelassen.

Wenn im Sport Mannschaften gewählt wurden, saß ich selbstverständlich als letzte noch auf der Bank (ich war sehr sportlich, aktiv in Leichtathletik, Volleyball, Badminton!). Sie wollten mich einfach nicht in ihrem Team haben, da wurden dann selbst die Leute, die einen 100m-Sprint 10 Sekunden langsamer gelaufen sind als ich vor mir gewählt.

Ich hab mich halt irgendwann damit abgefunden, nicht dazu zu gehören, war froh wenn jeder Schultag rum war, reagierte nicht mehr auf irgendwelche Beleidigungen wie "Fette Sau" oder was weiß ich noch alles. Auch ich kann sagen dass es GOTT SEI DANK noch keine Internetseiten wie Facebook gab damals!!! :)z

Ich sah mein Ziel: Irgendwann werde ich mittlere Reife haben und die Schule verlassen. Als ich 14 war fiel ich erstmals in ein tiefes Loch... Mir war ständig schlecht. Ich dachte ich schaff das nicht mehr jeden Tag. Meine Eltern nahmen das auch alles nicht so wirklich ernst. Sie meinten, ich würde mir das alles eher einbilden dass ich nicht dazu gehöre. Ich würde mir das zu sehr zu Herzen nehmen. Sie sprachen mit meinem Lehrer - auch er meinte ich würde da zu viel hinein interpretieren, sprach aber mit der Klasse, wodurch alles noch schlimmer wurde (das war mir aber schon vorher klar). Und zu guter letzt durfte ich mir dann von einer Ärztin erklären lassen, das würde alles an mir selber liegen, ich würde so negative Signale aussenden, die die anderen dazu animieren würden sich so gegenüber mir zu verhalten. Also sei ich selber schuld an meiner Situation. :-o Ich glaub tiefer unten konnte ich gar nicht ankommen. Das hab ich mir sicherlich selber ausgesucht, einen Kopf größer zu sein als die anderen und dass meine Brüste schon so früh gewachsen sind, das war ich also dann sicherlich auch selber schuld.

Naja, ich entschied damals einfach, dass mir keiner helfen kann, hab halt alles noch 2 weitere Jahre mehr schlecht als recht über mich ergehen lassen und habe dann die Schule verlassen.

Natürlich wurde es danach viel besser - hatte nie wieder Probleme danach, irgendwo nicht akzeptiert zu werden, nicht in anderen Schulen, nicht in der Uni, nicht im Beruf.

Nunja, ich bin zwar jetzt nicht die klassische Promi-Schönheit, aber ich muss sagen, ich finde mich heute schon ganz tageslichttauglich, oder zumindest ist mein Aussehen heute nicht mehr so "herausstechend" sondern eher "normal" (wie auch immer man das definieren mag).

Nur einige Spätfolgen aus diesen Jahren sind halt geblieben - und die werden auch mein Leben lang bleiben: Mir fällt es unglaublich schwer, mich sozialen Gruppierungen anzuschließen. Ich kann in keinem Verein aktiv sein. Auch Freundschaften zu pflegen fällt mir sehr schwer, deshalb habe ich sehr wenige Freunde. Gelegentlicher "Smalltalk" strengt mich auch sehr an. Ich brauche oft Zeit für mich alleine, nur dann kann ich richtig entspannen. Ich neige zu Panikattacken wenn ich zuviel "Stress" habe. Ich verreise nicht gerne, erst recht nicht mit anderen Leuten, die nicht aus meinem direkten familiären Umfeld kommen (=Geschäftsreisen!). Ich bin nicht teamfähig. Ich bin ein Einzelkämpfer, kann mich einfach keinem Team anpassen. Früher durfte ich im Team nicht dazugehören (und ich wollte es damals soooo gerne!), heute kann ich es irgendwie nicht. Wahrscheinlich weil ich es in der prägenden Phase nicht gelernt habe. Naja, da ich damals in der Schule schon so ein "Streber" (eigentlich war ich gar kein Streber - mir ist es einfach sehr leicht gefallen, hatte Bestnoten ohne irgendwas dafür tun zu müssen, was halt einfach keiner verstehen konnte) war, hab ich halt auch ein super Abitur und super Ausbildung/Studium hingelegt. Doch diese fehlenden "Softskills" sind für mich ein echter Karrierekiller. :-(

Manchmal, wenn ich so durch die Stadt schlendere (was ich im übrigen auch am liebsten alleine tue) und pubertierende Mädchen sehe, die mit ihren 3 besten Freundinnen ganz aufgeregt ihre ersten Schminkutensilien kaufen um den Jungs zu gefallen, oder zusammen in der Eisdiele sitzen, macht es mich schon sehr traurig. Es macht mich so traurig, dass ich all diese aufregenden Dinge in meiner Jugend nicht erleben durfte. Ich habe es mir damals soooo sehr gewünscht! Ich habe nicht dazu gehört, hatte keine Freundinnen. Nunja, die Zeit ist rum für mich, unwiederbringlich vorbei. Diese Erfahrungen kann ich nicht mehr nachholen.

Ich komme heute schon einigermaßen klar in meinem Leben, auch wenn mir halt einiges schwerer fällt, als es mir fallen würde, wenn ich eine "normale" Jugend gehabt hätte. Davon bin ich überzeugt.

Aber ich glaube wenn ich diese 6 Jahre jetzt nochmal durchleben müsste - ich denke das würde ich nicht überleben.

Ich will im übrigen auch selber keine Kinder haben - ich glaube meine eigenen Erfahrungen in meiner Jugend haben damit viel zu tun.

Auch wenn heute Mobbing eher als gesellschaftliches Problem anerkannt wird als noch vor einigen Jahren - ich denke den heutigen Opfern hilft das nicht wirklich weiter. Meiner Meinung nach können da auch keine besonderen "Lehrerschulungen" weiterhelfen. Kinder/Jugendliche können sehr sehr grausam sein, da nutzen Gespräche nichts. Nur jemand, der selber Mobbingopfer war, kann das nachempfinden. Im ürbigen würden mir Entschuldigungen von damaligen Tätern auch nichts nutzen - davon will ich nichts hören, und Einladungen zu Klassentreffen ignoriere ich einfach. :)z

p&inky%_coeladxa


Ich erkenne mich total in Mona_85s Bericht wieder....

Qbuxase


nunja ich wurde/werde nicht gemobbt aber ich kann auch was zu dem thema beitragen bin momentan in der 10. klasse und einer in meiner klasse wird gemobbt.

ich hab versucht ihm etwas zu helfen indem ich ihn zu einer lan party einlade (wo auch ein paar kumpel von mir waren), nunja wir haben versucht ihn etwas zu integrieren aber er hat einfach nicht gegriffen also er hat glaub ich garnicht versucht ein bischen freundschaft zu schließen ich kann ihn verstehen die haben ihn immerhin gemobbt aber warum macht er sich weiter zum opfer indem er nicht die gelegenheit nutzt um endlich frieden zu schließen.

ich möchte keines falls sagen das er selber schuld an seiner rolle ist, die leute die andere mobben sind das letzte genauso wie die leute die sich daran aufgeilen zu sehen das es leute gibt die noch schlechter drann sind als sie selber (das erinnert mich immer an rtl)...

nunja vielleicht könnt ihr verstehen woraus ich hinaus möchte die leute die selber mobben sind meisten noch gebrochener als der gemobbte sie wissen es nur nicht (so hab ich das in meiner klasse festellen können).

ich versuche mich soweit wie möglich aus solchen dingen rauszuhalten um nicht selber als opfer zu landen

RDoPge{rRabpbxit


ich versuche mich soweit wie möglich aus solchen dingen rauszuhalten um nicht selber als opfer zu landen

Das ist leider das Problem, weshalb Mobbing solch eine Dynamik entwickeln kann. Ich glaube, vielen Gemobbten würde es schon ganz anders gehen, wenn sie wenigstens einen guten Freund hätten und/oder ein wenig Rückendeckung bekommen würden.

Das ist kein Vorwurf an dich, Quase, denn du hast ja dennoch schon einen Schritt auf ihn zu gemacht. Aber gerade dieses Raushalten aus Angst vor den Mobbern gibt den Gemobbten wohl das Gefühl allein auf weiter Flur zu stehen, obwohl es einige gibt, die dieses Mobbing auch nicht gut finden. Aber so lange sie sich nicht dagegen positionieren, erfährt der Gemobbte leider keine wirkliche Unterstützung.

W6at/erlxi2


Ich behaupte das die Jugendlichen (14-18) in dem Alter genau wissen was sie tun aber vielleicht nicht was sie anrichten könnne.

Das behauptest du nicht nur, das ist so. ICH wusste definitiv, dass man andere Menschen nicht wie Dreck behandelt. Das wusste ich schon mit 11 oder so. Ich erinnere mich an eine Szene, wo ich ca. 8 oder 9 war und eine Klassenkameradin, die im selben Haus wohnte, völlig ohne jeden Anlass und Grund im Treppenhaus süßlich-fieslich mit den Worten bedachte: "Und spiel doch nich immer im Unterricht mit deinem Spielzeug rum!" Meine Mutter sagte daraufhin zu mir, sehr sauer: "Sowas sagt man nicht! Das ist unhöflich, andere Kinder grundlos so eingebildet anzupampen." Daraus habe ich gelernt...

Andere Kinder hatten anscheinend Mütter, die bei sowas eher Beifall klatschten... :=o

Deswegen würde ich heute auch keine Entschuldigung anehmen. Das kann man nimmer gut machen.

Geht mir ganz genauso... überhaupt diese Erfahrungen und "Einschränkungen" von denen du berichtest. Das hab ich auch alles und ich bin noch nicht "normal" geworden...

Viele sagen ja, man soll verzeihen und so weiter, um damit abzuschließen... aber ich verzeihe nicht. Ich sehe nicht ein, warum. Manche Leute haben nicht verdient, dass man ihnen verzeiht.

Nun bin ich wieder auf der Suche nach einem Therapeuten. Ich hoffe, dass ich endlich mal so sein kann, wie ich das möchte und nicht wie mein Unterbewusstsein das möchte.

Oh mann, ich das kenne... :-( naja, was einem jahrelang an Stuss eingeredet wird (auch von Lehrern und Eltern, weil durch die Mobber reicht ja nicht... ;-)) glaubt man dann irgendwann. Was soll man auch sonst tun? Wenn man nicht weiß, wie unwichtig es eigentlich ist, was andere reden. Manchmal wünsche ich mir, dass man seine Ohren willkürlich verschließen könnte: sobald jemand anfängt, Dünnpfiff zu reden, macht man die Öhrchen unbemerkt dicht. Das wäre schön... leider kann man sich gegen verbale Angriffe ja so gut wie gar nicht schützen. Was einmal gesagt wird, hört man. Ob man will oder nicht. Und es frisst sich rein. :-/

M3onam_85


Das kann ich bestätigen. In meinem Fall waren es eigentlich 4-5 Leute, die die Anstifter waren und mich einfach am Boden sehen wollten. Sie waren aber halt die "Coolen" und die Stars der Klasse. Sie hatten wirklich schon eine sehr große Macht. Ich glaube der Rest der Klasse hatte ursprünglich eigentlich nicht wirklich ein Problem mit mir, aber da sie halt auch dazugehören wollten, und aus Angst, sonst "uncool" zu sein oder gar selber Mobbingopfer zu werden, stellten sie sich auf deren Seite und mobbten und lachten mit über mich. So stand ich halt allein da gegen den Rest der Klasse. Was will man da schon ausrichten?

Aber ich muss sagen, ich konnte die anderen sogar verstehen und ich muss ehrlich sagen: Wahrscheinlich hätte ich an deren Stelle genau so gehandelt. |-o :-/ :-( :(v

Ich denke auch dass es nichts bringt, wenn sich ein einzelner als guter Freund des Mobbing-Opfers anbietet. Dass der jenige dann ebenfalls Mobbingopfer wird ist dann wohl vorprogrammiert. Es muss schon mindestens die Hälfte der Gruppe / Klasse sein, die sich dagegen wehrt. Und diese Konstellation trifft man vermutlich sehr selten an.

Mobbing ist ein gesellschaftliches Phänomen. Anscheinend fehlt der Gesellschaft etwas, wenn sie keine "Opfer" hat, an denen sie die eigene Wut, Unzufriedenheit und Neid auslassen kann. Das ist ja auch kein Problem der Neuzeit, das hat es immer schon gegeben. Das Ausmaß der ganzen Sachen nimmt nur immer mehr zu dank der neuen Technologien wie Internet, social networks... Das gab's halt früher nicht.

Irgendeinen wird es immer wieder treffen. Dumm nur, wenn man selbst derjenige ist, den es trifft. Ich bezweifle ernsthaft ob man dagegen wirklich jemals etwas tun kann.

Hpasenrrevich


@ Quase

ich hab versucht ihm etwas zu helfen indem ich ihn zu einer lan party einlade (wo auch ein paar kumpel von mir waren), nunja wir haben versucht ihn etwas zu integrieren aber er hat einfach nicht gegriffen also er hat glaub ich garnicht versucht ein bischen freundschaft zu schließen

Wie soll er denn Freundschaft schließen können - wenn gleich danach dies kommt:

ich versuche mich soweit wie möglich aus solchen dingen rauszuhalten um nicht selber als opfer zu landen

Er KANN gar keine Freundschaft schließen, solange Du Dich während der Schulzeiten raushältst! - Wie soll er denn da Vertrauen aufbauen können?

Kleiner Tipp:

Versuche ihm zu helffen, indem Du Dich während der Schulzeiten zu ihm hältst - ihm während des Mobbings hilfst, ihm zeigst, dass Du in der Schule sein Freund sein willst! - Nur so kann er überhaupt Vertrauen aufbauen - und erst dann kannst Du ihn auf Partys außerhalb der Schule einladen! - Jemand der in der Schule die ganze zeit von den Mitschülern gemobbt wird - kannst Du Dir vorstellen, dass der dann auch noch seine Freizeit mit seinen Peinigern verbringen will? - So ging es mir nämlich auch! - Ich war froh, nicht auch noch meine Freizeit mit denen verbringen zu müssen, sie haben auch versucht, mich in die Disko einzuladen usw. was ich NIE gemacht habe, weil ich mir (logischerweise) gesagt habe: Erst sollen sie sich mal in der Schulzeit normal mir gegenüber benehmen, und dann kann ich ja noch drüber nachdenken, mal was mit denen auch in der Freizeit zu unternehmen.

QVua@sxe


ich hab versucht ihm etwas zu helfen indem ich ihn zu einer lan party einlade (wo auch ein paar kumpel von mir waren), nunja wir haben versucht ihn etwas zu integrieren aber er hat einfach nicht gegriffen also er hat glaub ich garnicht versucht ein bischen freundschaft zu schließen

Wie soll er denn Freundschaft schließen können – wenn gleich danach dies kommt:

ich versuche mich soweit wie möglich aus solchen dingen rauszuhalten um nicht selber als opfer zu landen

Er KANN gar keine Freundschaft schließen, solange Du Dich während der Schulzeiten raushältst! – Wie soll er denn da Vertrauen aufbauen können?

Kleiner Tipp:

Versuche ihm zu helffen, indem Du Dich während der Schulzeiten zu ihm hältst – ihm während des Mobbings hilfst, ihm zeigst, dass Du in der Schule sein Freund sein willst! – Nur so kann er überhaupt Vertrauen aufbauen – und erst dann kannst Du ihn auf Partys außerhalb der Schule einladen! – Jemand der in der Schule die ganze zeit von den Mitschülern gemobbt wird – kannst Du Dir vorstellen, dass der dann auch noch seine Freizeit mit seinen Peinigern verbringen will? – So ging es mir nämlich auch! – Ich war froh, nicht auch noch meine Freizeit mit denen verbringen zu müssen, sie haben auch versucht, mich in die Disko einzuladen usw. was ich NIE gemacht habe, weil ich mir (logischerweise) gesagt habe: Erst sollen sie sich mal in der Schulzeit normal mir gegenüber benehmen, und dann kann ich ja noch drüber nachdenken, mal was mit denen auch in der Freizeit zu unternehmen.

ok ich hab mich etwas falsch ausgedrückt, ich wollte mit dem raushalten sagen das ich nicht derjenige bin der den mobbern die hand reicht und mit macht.

die meisten aus meiner klasse haben was gegen die mobber aber sobald wir wieder aus der klasse gehen sind sie beste freunde und sonst prangern sie alle and die mobben.

ich versteh diese einseitigkeit bei den meisten in meiner klasse nicht

PSsTy9cMhoxter


Bei mir hat mobbing (sehr wahrscheinlich) zu einer Psychose geführt.

Aufgewachsen bin ich in einem dorf in Ostdeutschland, in dem ich aus Prinzip gehasst wurde. Mir – und meiner Familie gings da nicht anders – wurden Beleidigungen rechtsextremer Natur entgegengebracht(wir sind Bulgaren). Ich glaube nicht, dass jeder da rechtsextrem war, aber wahrscheinlich haben die die, dies nicht waren gegen uns aufgewiegelt. Jedenfalls wurden wir dort gehasst und gemieden. (konnten aber wegen meinem Dad, der da arbeitete nicht umziehen). Geäußert hat sich das in der Form, dass ich oft verprügelt wurde, einmal wurden mir auch die Haare angezündet, usw.

Auf der Grundschule wurde ich gemobbt, das schlimmste war das Schullandheim in der 4. Klasse, sie hielten mich fest, zogen mich aus und schoben mir einen stift in den Arsch.

Als ich dann aufs Gymi kam (war in ner größeren Ortschaft) verbesserte sich meine Lage schlagartig. Ich fand Freunde und konnte mich nach und nach anpassen. Doch dadurch, dass ich immer noch einen Großteil meiner Zeit im Dorf verbringen musste, wurde ich depressiv, lebte nur in den Tag und sah daher keinen Sinn im Lernen.

Bis zur Achten konnte ich meinen Schnitt von 3-4 halten, fiel dann aber durch. Mir wurden nur noch mündliche 6er verpasst, ich bekam Nachhilfe. U.a. auch in Englisch (ich habe Englisch studiert) – in der Nachhilfe hatte ich dann meist alles richtig. Sehr knapp schaffte ich beim 2. Mal die 8. Klasse. In der 9. Wurden mir dann nur noch noten ab 5 in allen Fächern gegeben. Ich ließ teils arbeiten von meinen Nachhilfelehrern ( das waren studierte Lehrer, die auf Teilzeit arbeiten wollten) gegenkorrigieren. Hierbei kamen diese meist zu einem weit besseren Ergebnis. Der größte Unterschied waren 3 Noten! Denn ich hatte angefangen zu lernen.

Jedenfalls musste ich dann runter vom Gymi und auf die Realschule, wo ich eigentlich jeden tag bis aufs Blut gedemütigt wurde. Danach habe ich mein abi nachgeholt (nicht auf dem Gymi, wo ich von den Lehrern rausgemobbt wurde) – wurde da aber auch gemobbt, weil da wieder Leute aus meinem Heimatdorf waren. Sie schafften es auch die klasse gegen mich aufzubringen.

Als ich dann anfing zu studieren hatte ich einen Nervenzusammenbruch, da ich davor Stimmen gehört habe, ich hatte Verfolgungswahn, bin durch die Stadt gerannt, weil ich dachte jemand läuft hinter mir her, usw.

Ich verstehe wirklich nicht, warum mobbing immer noch legal ist. Selbst aus einer nicht moralischen Perspektive… War zweimal in der offenen und die meisten waren wegen mobbing da. Die, die die Gesellschaft zu Grunde richtet rächen sich, indem sie die Budgets der Kassen sprengen. Ich nahm über eine lange Zeit ein Neuroleptikum, das pro Packung rund 500 Euro gekostet hat.

Und ich merke an mir selbst, dass so jemand auch nicht arbeiten kann. Da ich durch die Isolation nun ein recht seltsamer Kauz geworden bin, fehlen mir social skills, die ja konstitutiv für ein Einstellen sind und prädestiniert gemobbt zu werden bin ich damit alle mal. Auch werde ich sofort rückfällig, wenn ich gemobbt werde. Hatte nen Nebenjob, die ganze Firma hat mich ausgelacht, was mir dann auch meinen zweiten aufenthalt in der Psychiatrie einbrachte (ich hatte da keine Paranoia, hab sogar 2 leute gefragt, ob sie das auch sehen, oder ich mir das nur einbilde :D) Ich studiere derzeit im Master Literaturwissenschaften und möchte Schriftsteller werden. Und wenn das nicht klappt, was ja leider wahrscheinlich ist, wird’s wohl auf Hartz 4 hinauslaufen, was ich aber eigentlich nicht unbedingt schlimm finde – wohl auch wegen den vielen Pillen, die ich kriege :D- denn Geld brauche ich nicht viel und: was man kaputt macht, muss man auch bezahlen.

Lust auf Menschen habe ich nicht mehr wirklich, habe aber dennoch ein paar freunde. Lust auf Frauen habe ich eigentlich auch nicht mehr, denn durch meinen Wrack- Zustand werde ich in Beziehungen meist misshandelt. Wenn ich weggehe und von einer Frau angesprochen werde, gehe ich meist wortlos weiter.

Aber alles in allem muss ich sagen, dass ich glücklich bin. Ich lese den ganzen Tag und finde das toll.

Ich denke, wenn man zu viel vom Leben erwartet, wird man auf jeden Fall enttäuscht, wenn man nichts erwartet auf jeden Fall positiv überrascht werden

A l/ucoarHd9


Schön das es die Medien langsam auch mal checken.

Auf Spiegel Online gibts jetzt auch ein Artiekl dazu.

" Mobbing mit Langzeitfolgen: Die seelischen Wunden der Schulzeit"

S5pe;cies


Man hat mich in der 5 bis Anfang der 6 Klasse in der eigenen Klasse aber auch aus der Parallelklasse auch gemobbt, der Grund war ein Klassischer, ich lebte gerade mal 2 Jahre in Deutschland und dementsprechend war mein Deutsch nicht perfekt und auch mein Kleidungsstil war ein anderer. Ich habe das Mobbing der Mitschüler ertragen oder versucht zu ignorieren, bis mir eines Tages in der 6 Klasse mitten in der Schulstunde der Kragen platzte, als ich mit den betreffenden Personen fertig war, da wahren plötzlich alle inklusive des Lehrers schockiert, da war ich das Monster, dass ich über 1 Jahr gemobbt wurde und das wussten alle, selbst die Lehrer, spielte überhaupt keine Rolle. Nach diesem Zwischenfall hörte das Mobben schlagartig auf, doch nun waren fast alle in der Klasse gegen mich, selbst Personen die ich für Freunde gehalten hatte, ich wurde ignoriert und in Ruhe gelassen, weil man schlicht Angst vor mir hatte. Es vergingen Monate bis sich die ganze Sache entspannt hat, aber erst Jahre später hat sich die Situation vollkommen normalisiert, zumindest für die anderen, ich hatte den Mobbing Vorfall noch immer im Kopf.

Auch nach all den Jahren, kann ich mich an den Tag so gut erinnern, als wäre es erst gestern passiert. Doch seit damals, reagiere ich extrem aggressiv, wenn mich einer versucht zu Mobben.

ACluca`rdx9


Das schlimmste ist das Vertrauen.

Das Vertrauen zu sich selbst und zu anderen.

ODer auch die Angst Anforderungen nicht zu erfüllen.

Ich kann kaum Freundschaften führen weil ich kaum einem Vertraue.

Ich mag nicht wenn Leute mich zu sehr kennenlernen. Wenn sie in meine Wohnung kommen und sehen wie ich ticke. ODer wenn sie gar bei mir übernachten (was ich eh immer ablehne) und mich und meine eigenheiten studieren können.

Und das alles weil mir früher klargemacht wurde das ich nicht normal bin. Seltsam bin, ekelig, ein Freak. DAs ich mich komisch bewege , verhalte oder spreche und schaue.

Selbst wenn jemand Jahre lang mein Freund ist , könnte er mich ja noch seelisch mißbrauchen oder bescheißen.

Wie soll ich jemand vertrauen wenn ich mir selber nicht mal traue.

Jeder Tag ist doch eine neue Prüfung durch die Menschen. Jeden Tag kann man 100 Dinge falsch machen und versagen. Jeder Fehler wird heutzutage einem angekreidet. Der Mensch als perfekte Maschine.

Schon meine Eltern haben mir früher klargemacht das Fehler eben sehr stark bestraft werden.

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