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"Habe mich selbst verloren"

DsSSxT hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Ich entschuldige mich schon vorab mal: Das wird ein etwas längerer Text, aber ich bitte darum ihn zu lesen und mir einen Ratschlag zu geben.

Im Prinzip geht es um die Frage, welche Behandlung ich wählen / mir verschreiben lassen soll.

Die Frage mag auf den ersten Blick einfach erscheinen, jedoch hängt für mich viel daran

Warum? Nun, ich bin im Moment Soldat und befinde mich als Offizier im Studium. Ich liebe sowohl meinen Job, als auch mein Studium und möchte nichts von beidem verlieren. Psychische Erkrankungen können – vor Ablauf der Vier-Jahres-Frist (und ich bin gerade mal 3 Jahre und 3 Monate dabei) zur Entlassung führen. Man kann sich natürlich vorstellen, dass der Umgang mit Schusswaffen da ein besonderes Feingefühl erfordert. Ich jedoch kann von mir Behaupten, dass ich mit der Schusswaffe genau weiß, was ich tue. Ich könnte weder Anderen, noch mir selbst auf diese Weise Schaden zufügen (die Situation, ggf. auf Menschen schießen zu müssen, sei jetzt mal außen vor genommen. Denn ob man dazu bereit ist, weiß man wohl erst, wenn man in die Situation kommt...)

Ich möchte jetzt nicht, weil ich zum Arzt gehe, entlassen werden... das spielt in die Frage meine Behandlungswahl natürlich mit rein.

Im Gegensatz zu zivilen Arbeitnehmern, kann ich nicht einfach zum Hausarzt gehen und mir eine Überweisung holen. Nein, ich muss zum Truppenarzt und mir die da holen. Sprich: eine entsprechende Überweisung taucht zwangsweise in meiner Akte auf.

Was ist nun genau das Problem mit mir? Das ist die wohl schwere Frage überhaupt. Es ist schwierig zu erklären.

Im Folgenden sind viele Vermutungen enthalten. Diese müssen nicht der Wahrheit entsprechen, sondern können auch Irrtümer sein.

Irgendwie habe ich mich selbst verloren. Verloren in einem (Wunsch)Traum und das schon vor vielen, vielen Jahren – lange vor meiner Bundeswehrzeit. Früher war ich eher ein Außenseiter, sodass sich früher oder später der Wunsch nach der gleichen Nähe und Vertrautheit ergab, die andere hatten. Dies erfüllt sich später auch durch die wenigen, dafür aber sehr guten, Freunde, die mir bis heute treu zur Seite stehen und die über alle meine Ecken und Kanten hinwegsehen.

Dennoch blieben immer Zweifel an meiner gesellschaftlichen Integrität und es blieben immer viele Menschen, die mich augenscheinlich nicht mochten und nicht mit mir klarkamen.

Die Jahre vergingen, ich wurde Älter: Seither plagt mich die Tatsache, dass ich in meinem Leben nie eine Freundin (im Sinne einer Liebesbeziehung) und in meinen 23 Lebensjahren noch nie Sex hatte. Bis zu einem bestimmten Alter waren solche Dinge natürlich immer wieder das Thema und ich fühlte mich natürlich wieder irgendwo ausgegrenzt... mittlerweile ist bei vielen die Heirat etc. im Gespräch und andere Draufgänger bringen immer noch jede Woche eine andere Frau mit heim. Ich bin immer noch single und immer noch Jungfrau.

Lange Zeit hielt ich genau das für mein Problem, bis ich auf die Aussage eines Bekannten gestoßen bin. Im Prinzip lief diese darauf hinaus, ich solle mich nicht nur der Sachen und der Gemeinschaft selbst wegen oder um eine Frau abzubekommen oder sonst welche Ziele zu erreichen, an Aktionen beteiligen. Vielmehr solle ich mich um die Dinge kümmern, die mir persönlich Spaß machen und meine Hobbys ausüben (ob nun alleine oder in einer Gemeinschaft). Als ich mir die Frage gestellt habe, was den eigentlich mich so ausmacht, bin ich ziemlich ins leere getreten – in ein Nichts!

Jetzt stellt sich mir doch die einfache Frage: "Wer bin ich?" bzw. "Was bin ich?" – ich habe mir vor langer Zeit selbst verloren. An den meisten Aktionen habe ich mich nur beteiligt, um dabei zu sein, nicht, weil es mir im speziellen Spaß gemacht hätte. Nur, weil ich das Gefühl hatte, sonst vielleicht etwas zu verpassen oder alleine zu sein.

Was ich mit Sicherheit sagen kann: Ich bin ein Lügner! Vor ca. sieben Jahren habe ich angefangen, Geschichten zu erfinden, die mich interessanter machen sollten. Später habe ich mich dann im Netz dieser Geschichten verloren und fast schon selbst daran geglaubt. Es kam natürlich, wie es kommen musste: auch der begabteste Rhetoriker stellt sich irgendwann selbst ein Bein und verstrickt sich in Widersprüchen, deren schnelle Erklärung auf lange Sicht wieder Widersprüche erzeugen – das ganze Lügennetz kollabierte noch zu Schulzeiten und ich verlor fast meine Freunde. Es war deren Toleranz – die ich als wahre Freundschaft empfinden – die diese Freundschaft am Leben hielt.

In all diesen Jahren habe ich jedoch nicht mehr für mich gelebt, sondern dafür, dass ich irgendwie interessant wirke (vergeblich, wie man sieht) und habe dabei irgendwie das "Ich" verloren. Bildlich ausgedrückt:

- Der Anker, der einen an das Leben bindet und einem einen festen Punkt gibt, der einen definiert, fehlt.

Zu sehr habe ich darauf achten wollen, irgendwelchen Normen gerecht zu werden, die mir einfach nicht standen und zu sehr wollte ich meine Handlungen an etwas ausrichten, das nicht "ich selbst" war. Mittlerweile sind mir Mode und Trends ehrlich gesagt egal...sollen die Leute doch wie Zombies irgendwas hinterherlaufen, nur weil es gerade in Mode ist. Dennoch ist mir bei meinen Handlungen immer noch so wichtig, wie sie auf andere wirken könnten...

Im Prinzip habe ich in der Zeit, die für die Persönlichkeitsbildung wichtig gewesen wäre, selbst verraten und habe damit unglaublich viel zerstört – so meine Vermutung.

Jetzt würde ich gerne mich selbst wiederfinden. Das finden, was mich wirklich ausmacht... doch ich weiß nicht, wo ich damit anfangen soll. Es gab einige Dinge, die ich gut konnte, aber letztendlich auch nur gemacht habe, weil ich irgendwo Annerkennung haben wollte.

Was mache ich nun letzlich gerne / bzw. habe ich lange Zeit gerne gemacht?

- Ich habe früher sehr viel gelesen (Romane), doch das hat mit der Bundeswehrzeit nachgelassen. Nicht etwa, weil man von Soldaten keine Bildung erwartet, aber irgendwie verbringe ich mehr Zeit am Computer.

- Als Kind bin ich sehr gerne und viel Fahrrad gefahren. Mittlerweile tue ich das auch wieder gerne. Vielleicht spricht die Tatsache, dass ich als Kind viel gefahren bin, ja dafür, dass das zu meinen "nicht-gefakten" Hobbys gehört?

- Ich war lange Zeit ein passabler Dichter. Meine Freunde meinten stets, meine Gedichte seien gut. Auch das hat mit der Bundeswehrzeit rapide nachgelassen. Das jedoch ist eines jener Hobbies, die ich vielleicht nur aus Gründen der Anerkennung angefangen habe. Fakt ist: ich bin gut darin.

- Ich versuche auch seit vielen Jahren irgendwie ein Buch zu schreiben :-D – irgendwie kommen mir immer kurze Inspirationen, ich schreibe dann ein paar Seiten und dann kommt doch wieder was Neues. Irgendwann ist dann die alte Idee vergessen und wird irgendwann mal von meinen Festplatten entfernt. Zusammen mit meinen Gedichten möchte man schon meinen, dass ich ein kreatives Wesen bin <- ich meine Kreativität kann man sich nicht einreden, oder?

- Ich verbringe heute viel Zeit auf meiner Bude am Computer, spiele dort Spiele, Surve im Netz, gucke DvDs, höre Musik, versuche Geschichten zu schreiben (siehe oben)... irgendwie das Klischeebild eines heutigen Nerds?

- Jap, denn ich bin sowas wie ein Nerd. In interessiere mich sehr für Programmieren und derlei Dinge (studiere daher ja auch Informatik...).

- Passend zum Nerd-Dasein bin ich seit frühester Kindheit an Star Trek und ähnlichen Serien sehr interessiert gewesen, über welche andere einfach nur den Kopf schütteln.

Das sind so die Dinge, die mir spontan einfallen. Es ist nicht viel, ich weiß, aber irgendwie und irgendwo muss man ja anfangen können.

***

Abschließend nochmal meine Fragen

1. An was für einen Arzt sollte man sich wenden?

2. Was für eine Behandlung sollte man anstreben

//bitte bei beiden Fragen meine persönlich-berufliche Situation beachten

3. Habt Ihr vielleicht Tipps und Tricks, wie ich auch selbst schon beginnen kann und was ich selbst tun kann, um mich selbst wieder zu finden?

//dies soll keine Behandlung ersetzen...da werde ich wohl kaum noch herum kommen, nach all den Jahren.

4. Habt Ihr sonstige Anregungen oder Ideen, über die man nachdenken könnte?

Im Endeffekt ist mein großer Wunschtraum, dass ich doch irgendwann mal keine Jungfrau mehr sein werde und in einer glücklichen Beziehung lebe. Beruflich gehts mir ja wirklich gut... Offizier, vollbezahltes und gutes Studium, gutes Gehalt trotz wenig Arbeit (Studium halt), aber das ist eben mein einer großer Wunsch... endlich mal eine Beziehung; eine Frau an meiner Seite und irgendwann auch mal eine eigene Familie.

LG

Antworten
MQadam-e ChFarentoxn


Ich bin ein Lügner! Vor ca. sieben Jahren habe ich angefangen, Geschichten zu erfinden, die mich interessanter machen sollten.

das hab ich mit 15/16 auch getan, hing auch mit meiner damaligen Depression zusammen - fühlst du dich denn oft leer, traurig, bedrückt etc??

ansonsten hab ich nicht das Gefühl dass du wirklich ein Problem hast, du hast mehr Hobbys als die meisten (auch ein erzwungenes Hobby kann ein richtiges Hobby werden!), bist kreativ, kriegst dein Leben sehr gut auf die Reihe (Studium, Arbeit).

ein Therapeut kann natürlich trotzdem nicht schaden, wenn du schon das Gefühl hast du bräuchtest noch etwas Hilfe - für einen Psychotherapeuten braucht man auch nicht zwingend eine Überweisung, zumindest hab ich immer einfach dort angerufen um einen ersten Termin zu bekommen - bin also nicht erst zum Hausarzt etc.

lg *:)

DRSST


Ja, ich fühle mich durchaus oft so wie beschrieben. Meistens in Phasen, in denen ich dann auch leicht reizbar reagiere – bzw. einfach übertrieben. Ich kann das aus der sprichwörtlichen Mücke ein Drama machen...keine Ahnung: Aus Jemandem, der nur mal etwas genervt auf mich reagiert hat, wird gleich für den Moment: der mag mich nicht mehr.

Das Problem bei der Bundeswehr, ohne Überweisung wäre: Niemand zahlt! Als Soldat habe ich keine Krankenkasse, sondern die "freie Heilfürsorge". Die sorgt dafür, dass ich eine gute Versorgung (inklusive Überweisung und Behandlung an Fachärzte) bekomme, aber keinen Beitrag zahle. Eine entsprechende Zahlung an Fachärzte erfolgt aber natürlich nur nach Überweisung und entsprechend kann ich bei einem Therapeuten auch nicht einfach meine Krankenkassenkarte vorlegen bzw. nachweise, dass ich Privatpatient sei. Muss also in jedem Fall über den Truppenarzt laufen, denn es eigener Tasche zahlen...huihuihui. Dürfte teuer werden.

Meine Hobbies haben ja leider wie gesagt nachgelassen...Gedichte? Schreibe ich wie gesagt nur noch selten. Im Wesentlichen beschränkt sich alles dann auf den Computer und das Fahrrad. Irgendwie fühle ich mich dabei eben jetzt genauso: undefiniert: Ich kann einfach nicht bestimmen, was mich genau ausmacht. Meine es gibt ja mehr im Leben als "Offizier sein" (also den Beruf) und das Rad bewegen.

Vielleicht hängts ja doch damit zusammen, dass ich mich einfach einsam und – okay, klingt härter als ichs meine – minderwertig fühle. Ich kenne KEINEN, der mit 23 noch Jungfrau ist bzw. auch keine Person, die bisher noch keine Beziehung hatte. Ich selbst kann Frauen noch nicht mal ansprechen...die paar Mal, die ich es versucht habe, waren ehrlich gesagt sehr ernüchternd...entweder habe ich direkt ne Abfuhr bekommen oder durfte dann zuschauen, wie besagte Frau danach mit einem meiner Kumpels nach Hause gegangen ist – man fragt sich dann schon irgendwann, ob man einfach hässlich ist, oder sonst wie.

Ich meine, ich gehe jetzt nicht durch das Leben und suche konkret nach einer Frau – aber es ist einfach deprimierend, wenn man mal mit anderen weggeht und grundsätzlich als einziger alleine heim kommt bzw. auch immer das fünfe Rad am Wagen ist (weil der/die Andere mit dem Partner unterwegs ist).

Mittlerweile habe ich auch einfach Angst, dass das Ganze gar nichts mehr wird. Ich verlasse bald die Unversität und gehe dann als Vorgesetzter in die Truppe zurück. Dann gibts sowieso kaum noch Chancen Menschen kennen zu lernen – gerade, wenn man noch nicht mal grundlegende Erfahrungen machen durfte

Also Problemfrei bin ich sicherlich nicht.

Liebe Grüße und Danke für Deine Antwort :-)

DFust_ in vthe wixnd


Hallo DSST,

vielleicht könnte Coaching/ Counseling dir bei der Frage nach dem "Wer bin ich?" weiterhelfen, wenn Psychotherapie und der Gang zum Facharzt vor Ablauf dieser Vier-Jahres-Frist nicht in Frage kommen? Das dürfte allerdings nicht viel günstiger werden, als eine Therapie selbst zu zahlen ":/ Vielleicht reichen da aber auch schon ein paar Sitzungen und die richtigen Fragen/ Anstöße durch einen Coach.

Ein Schilddrüsen-Check wäre auch sinnvoll. Eine Unterfunktion kann z.B. zu Antriebslosigkeit und Depression führen.

Ich kenne KEINEN, der mit 23 noch Jungfrau ist bzw. auch keine Person, die bisher noch keine Beziehung hatte.

Das hängt wahrscheinlich immer vom jeweiligen Bekanntenkreis ab. Ich kenne z.B. mehrere Leute (männlich und weiblich) aus unterschiedlichen Kreisen, die mit Mitte 20 noch keine Beziehung hatten und/ oder Jungfrau sind, meistens auch wegen ihrer Schüchternheit. Du bist also nicht der Einzige :)*

m usk^atn_uss


Ich kenne KEINEN, der mit 23 noch Jungfrau ist bzw. auch keine Person, die bisher noch keine Beziehung hatte.

Wieviele Menschen kennst du denn? 25 Leute, davon ein paar besser und die haben halt schon vorher Sex oder eine Beziehung gehabt ? Ich dachte damals auch immer das ich der einzige bin der spät dran ist. Frauen haben nie Interesse an mir gezeigt, aber warte ab so etwas ändert sich.

Das ist doch wie in der Schule, die die über die neuesten Computerspiele labern konnten hatten kaum eine Schnitte. Aber die die Fußball gespielt haben, das Mädel zum Training eingeladen haben und sie mit ihrem klapprigen Ford abgeholt haben waren immer ganz nah dran. Okay, ich weiß nicht obs so war, aber irgendwie kommt mir diese Szene aus einem Film irendwie bekannt vor.

Und glaube mir, viele haben Sex bevor sie 23 sind. Viele mit 18 sind. Und viele noch vor 18. Aber glaube nicht das es einen Unterschied macht. Viele sind mit 23 verheiratet, geschieden, haben schon ein Kind oder haben sich irgendwelche Genitalseuchen eingefangen. Und viele wollen manche geschehenen Dinge zurückdrehen und einfach nochmal 23 sein und das Leben und die Freiheit genießen.

Manche meiner Freunde von damals haben mit 18 mit einem Mädel im Bett gelegen, ich habe mit Freunden Counter-Strike gespielt. Habe ich was verpasst? Bestimmt. Habe ich etwas verpasst was man nicht nachholen kann? Bestimmt nicht. Aber auch ich habe vielen Dingen nachgetrauert und mich immer gefragt warum ich nicht bei Frauen gelandet bin. Dabei ist die Antwort einfach: Weil ich mit Freunden Counter-Strike gespielt habe, während andere mit den Mädels im Bett lagen.

Alles hat seinen Preis und alles kostet. Wenn du bei Frauen landen willst kannst du verkrampft drauf los suchen und Date nach Date haben. Das kostet Zeit, Aufwand, Entäuschung, frustrierende Stunden des Selbszweifels ("Warum wollte sie mich nicht?"),...aber die Chance darauf das du eine Beziehung und Sex kriegst steigt. Aber deine Freiheit, deine Freizeit und alles was du sonst vielleicht gerade tust wird leiden.

Genieße das Leben und das was dir Spass macht. Die Frauen kommen schon noch von ganz alleine. Und irgendwie finde ich so von dem was du schreibst bist du ein Mensch mit Prinzipien und einigen klaren Interessen und Hobbys. Frauen stehen auf sowas. ;-)

Was nie gut ankommt sind Ungereimtheiten. Ein Nerd der das seit Jahren ist, aber so eigentlich ja gar nicht sein will.

Ich bin ein Lügner! Vor ca. sieben Jahren habe ich angefangen, Geschichten zu erfinden, die mich interessanter machen sollten.

Es ist ein Irrglaube zu glaube, dass der eine interessanter ist als der andere. Wir sind alle uninteressant.

Es kommt halt drauf an wie man damit umgeht. Es gibt so Berufsbilder die sich immer für mega interessant halten. Zum Bespiel Medizinstudenten. Die kann man sich wirklich zum Vorbild nehmen (das ist ernst gemeint). Das der angehende Mediziner lernen muss wie alle Venen und Knochen auf lateinisch heißen das ist langweilig. Aber wenn man sagen kann wo die Aorta-Irgendwas entlangläuft und das die für die Versorgung des Herzens da ist, dann klingt das gleich mal irgendwie viel interessanter. Natürlich kann man das bei Medizin etwas leichter, weil jeder die Aorta-Irgendwas hat und irgendwer ist in der Familie immer an Krebs gestorben; Man hat irgendwie immer ein Thema.

Aber ein Mediziner wirkt nur so interessant, weil er sich selbst dafür interessiert und sich damit identifiziert und das auch lebt.

Wenn du ein Nerd bist und Star Trek magst, dann solltest du das auch leben. Und nur weil du weißt was eine do-while-Schleife macht bist du nicht uninteressant. Das klingt natürlich nicht so spannend, aber der Mediziner verpackt sein Wissen auch nur in ein anschauliches Paket. Und vielleicht programmierst du ja gerade was in deinem Studium was ganz schön ist. Oder du hast mal ein Spiel selbst programmiert, oder oder oder...

Wie Dust in the wind schreibt kannst du z.B. ein Coaching mal machen, wenn eine Psychotherapie nicht geht. :)^

Aber ich kann dir eins sagen: Ich war auch in deiner Situation und mach dich nicht irre, weil ein paar Leute in deinem Freundeskreis ein bisschen rumvögeln. Was andere machen ist unwichtig. Lass sie ihren Spass haben; Du brauchst dir keine Sorgen machen, dass dich keine Frau auf der Welt irgendwann flachlegen wird. ;-)

*:) @:)

SYalxdo


Aber sehr wohl kannst Du als Privatpatient zum Therapeuten gehen: Du entscheidest selbst, wie häufig Du gehen möchtest und könntest das z.B. auf einmal die Woche legen. Bei einem Stundensatz von rund 80 Euro wären das also zwischen 200 und 300 Euro im Monat, je nachdem. Das sollte Dir dein Seelenheil wert sein und wenn ich das richtig einschätze, reicht dein Einkommen dafür auch. Der Therapeut ist zur Verschwiegenheit verpflichtet wie jeder andere auch. Aber suche Dir den Therapeuten passend zu Dir aus, damit Du ihm voll vertrauen kannst.

Ich habe aber noch einen Tipp: hast Du schon alle Hobbies ausprobiert? Also in Tai Chi, Yoga, Karate, Kung Fu oder andere Sachen dieser Art reingeschnuppert? Körperliche Ertüchtigung zusammen mit Koordination und Konzentration kann ganz erstaunliche Erkenntnisse bringen. Man lernt auch viel über das Leben in jedem Mannschaftssport, weil alle Mechanismen, die man im Leben braucht (Einsatz, Aktion, Reaktion, Taktik, Umgang mit Emotionen, Gewinn, Verlust ...) dort in komprimierter Form vorhanden sind.

Als Anregung möchte ich Dir mitgeben, etwas in Deinem Leben zu verändern, das wird Dir helfen, einen neuen Lebensabschnitt anzufangen und unterstützt Dein Vorhaben. Neue Frisur, Zimmer umräumen, Tattoo stechen lassen, Motorrad fahren lernen - wasweissich.

Aber ich finde gut, dass Du wirklich etwas ändern willst, denn glaub mir, DAS ist die Grundvoraussetzung.

Darf ich fragen, weshalb Du dich dazu entschlossen hast, Soldat zu werden? In welcher Waffengattung bist Du denn? Ich habe nicht den Eindruck, dass Dir bewusst ist, auf was Du dich da eingelassen hast. Denn zu einem glücklichen und erfüllten Menschen gehört ein Beruf, der seinen Wünschen und Neigungen entspricht und ihm Spass macht.

DvSmST


Soo, Danke erstmal für Eure Antworten :-)

An die beiden PN-Schreiber: Ich antworte auch Euch in Kürze =)

Fangen wir mal hinten an

*@Saldo*

Fangen wir mal mit der Frage nach der Berufswahl an: Ich wusste schon worauf ich mich eingelassen hatte. Mein Vater und mein Onkel waren selbst beide Berufssoldaten (jedoch keine Offiziere, sondern Unteroffiziere). Dennoch habe ich diese entscheidung nicht davon abhängig gemacht, sondern vielmehr habe ich lange darüber nachgedacht, welchen Beruf ich wählen sollte. Soldat war da nur eine Wahlmöglichkeit. Im Endeffekt konnte ich – und kann es bis heute – mich am besten mit der Uniform identifizieren. Ansonsten bin ich beim Heer und soll später – zumindest so der Plan – im IT-Bereich tätig werden. Die meisten meines Studienganges werden vermutlich eine Verwendung im Amt erhalten und dort die Umstrukturierung unterstützen oder im Forschungsbereich als Verbindungsoffiziere mit der Wirtschaft fungieren. War zumindest die letzten Jahre so.

Auch das passt gut in meine Pläne, denn zur wirklich kämpfenden Truppe wollte ich nicht. Zwar bin ich bereit für mein Land die Waffe zu benutzen (klingt soooo heroisch, hat aber m.M. nichts damit zu tun), aber Infanterie, Kampffahrzeuge etc. als Hauptberuf wollte ich nicht.

Um jetzt aber noch ganz ehrlich zu sein: Das bezahlte Studium bei vollem Gehalt hat auch eine Rolle gespielt. Es ist aber bei mir nicht so, wie bei vielen Anderen, dass ich mir vorher nicht gut überlegt hätte, ob das Studium die weiteren neun Dienstjahre wert wäre. Ich mag meinen Beruf.

Alle Hobbies habe ich natürlich noch nicht ausprobiert :-). Es gibt da ja unglaublich viele Möglichkeiten. Kampfsport habe ich noch nicht gemacht, weil es mich schlicht und ergreifend nicht interessiert hat. Etwas, was vielleicht in diese Richtung passen möchte, habe ich jedoch noch im Planung: Einen Tanzkurs machen. Entspricht ja auch dem Muster (Ertüchtigung, Koordination usw.). Es gab mal einen dienstliche Pflicht-TK (für Offizieranwärter), aber da habe ich mich nicht sonderlich gut angestellt (bin mehr der Theoretiker :-D). Dennoch möchte ich es schon gerne nochmal – diesmal aber ohne dienstlichen Zwang – probieren.

Mannschaftssport: Ich habe mich da an einigen "Modesportarten" damals probiert...Fußball, Handball, Volleyball ... im Endeffekt waren sie nichts für mich. Ich lerne Techniken zur langsam und brüchig und hatte auch nicht so wirklich Spaß daran.

*@muskatnuss*

Zu Dir kann ich hier nicht viel sagen. Deine erste Zeile (mit Erklärung natürlich) finde ich richtig interessant. So habe ich es quasi noch nie gesehen.

Ansonsten bleibt mir hier nur, auch Dir nochmal herzlich für Deine Antwort zu danken. Mehr weiß ich einfach nicht zu antworten :-)

*@Dust in the wind*

Die Schilddrüse wurde vor gar nicht so langer Zeit geprüft, als ich mir beim Fahrradfahren ne Verletzung zugezogen habe, die eine Operation an einem Finger notwendig gemacht hat. Die Werte der Schilddrüse waren da mit drinne und alle Werte sahen gut aus.

Ansonsten muss es wohl wirklich am Bekanntenkreis liegen. Und vielleicht auch an der Tatsache, dass wir hier alle auf recht engen Raum leben. Zur Erklärung: Wir leben fast alle auf dem Campus. Zwar haben wir Einzelstuben (manche teilen sich ein Bad zu zweit, welches dann zwischen beiden Stuben ist und manche haben Gemeinschaftsduschen, aber jeder hat seinen vollständig isolierbaren, privaten Bereich. Ansonsten gibt es halt Gemeinschaftsküchen usw.), aber man sieht sich eigentlich täglich beim studieren, kochen, einkaufen, Sport machen und verbringt auch sehr viel Zeit mit seinen Freunden. Klar, es ist ja auch einfacher, mal eine Treppe rauf/runter zu gehen und nen Film zu gucken, einkaufen zu gehen usw., als wenn man erst nen Kilometer hin muss und so. Somit kriegt man aber auch automatisch einiges vom Privatleben der Anderen mit und das weckt bei mir schon den Neid.

Klar, vielleicht gibt es auch Leute, die es einfach nicht zugeben möchten und stattdessen irgendwelche Geschichten erfinden, aber bei den meisten würde man das merken.

Ich habe zumindest gelernt, dass fast alle Lügner irgendwo einen Widerspruch errichten und sich an diesem Aufhängen – ich meine, ich war nachher sehr geschickt darin, solche Lügenkonstrukte zu errichten und trotz allem habe ich mich selbst aufgehängt...trotz aller Kreavität und trotz aller Lebendigkeit, die ich in meine Erzählungen einflechten konnte.

***

Zum Coaching: Klingt durchaus interessant. Ich muss sagen, dass ich eigentlich mit mehr als 300 / 400 Euro gerechnet hätte. Ich werde mir das mal anschauen. Zunächst einmal steht für mich ein Tanzkurs in der Planung – wer weiß? Vielleicht bringt der mich ja auch weiter.

Liebe Grüße und nochmal vielen Dank für Eure tollen Antworten :-)

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