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Hat jemand schon eine Angsterkrankung besiegt/geheilt?

D*anny0040x9 hat die Diskussion gestartet


Ich leide wohl seit 3 Jahren unter einer Angst/Panikstörung.Habe mir jetzt ein Buch gekauft,indem ich viel gelesen habe und auch verstehe.Mein Interesse liegt aber momentan darin,ob es jemand hier schon aus dieser Krankheit herausgeschafft hat?

(Ich bin gerade auf der Suche nach einem Therapieplatz,falls die Frage kommt ;-) )

Danke schonmal für eure Antworten *:) *:) *:)

Antworten
B rombe{erk0ücuhlein


Ja ich. ;-D

S8chloitzaxuge67


Ich auch. Mitsamt vieler Mitpatienten einer Klinik.

Dpan#n)y0e409


habt ihr ne staionäre therapie gehabt oder ambulant?Wie lange habt ihr schon drunter gelitten und wie lange habt ihr gebraucht um wieder ein normales leben zu führen?

Sorry ich weiß , soviele fragen aber ich will endlich raus aus diesem teufelskreis und wieder normal sein und einfach das haus verlassen ohne angst zu haben !

B=romb5eer&]chle1ixn


Also dann fang ich mal an:

1998 geheiratet -> großer fehler

Ehe von anfang an zum scheitern verurteilt

durchgewurstelt und zwei Kinder bekommen

Partner begann zu trinken und wurde Alkoholiker

Januar 2005 bekam mein Papa seine Krebsdiagnose

April 2005 bekam ich im Discounter meine erste Panikattacke

seit dem Vermeidung sämtlicher Discounter aus Angst vor erneuter Attacke

ich versuchs mal abzukürzen ;-D

Das ganze steigerte sich von Vermeidung der Discounter zu alles Vermeiden. Panikattacken überall und mittlerweile auch zu Hause (da aber nur selten, also nur so einmal täglich). September 2005 dann der Supergau – ich entwickelte quasi über Nacht eine Agoraphobie. Im Oktober 2005 verstarb mein Vater – völliger zusammenbruch. 3 Tage geschlossene Abteilung der Psychiatrie. Gegen ärztlichen Rat nach Hause. Durch die Agoraphobie kamen mein HA und mein Psychiater einmal die Woche zu mir nach Hause. Medikamente wurden zwar verschrieben aber von mir verweigert.

Hört sich jetzt einfach an aber ich überdachte mein Leben als solches und endlich begann ich wieder zu denken. Juni 2006 schnappte ich meine beste Freundin und die musste mit mir eine "Verhaltenstherapie" machen. Sprich sie übernahm den Part des Therapeuten und übte mit mir das "vor die Tür gehen". Ich muss es abkürzen sonst wirds ein Buch. Als ich nach Wochen endlich ohne nennenswerte Panikattacken und ohne zu erbrechen vor die Tür konnte, war mein erster weg zum Scheidungsanwalt. Da fiel mir schon ne zentnerlast von den Schultern. Von da an gings bergauf.

Ich litt wie ein Hund unter Angst,Panik,Hypochondrie und der Agoraphobie. Letztenendes wäre ich vielleicht schneller auf dem Damm gewesen wenn ich die Medis und die echte Therapie gemacht hätte, aber irgendwie konnte ich das damals nicht. Heute würde ich jedem dazu raten.

Insgesamt ging das fast zwei Jahre bis ich wieder normal am Leben teilnehmen konnte.

Jetzt arbeite ich wieder voll, habe einen tollen neuen Partner und einen kleinen Nachzügler bekommen. Also alles wieder gut und ich hoffe das bleibt so. ;-)

mkuskaEtnuxss


Jo hier. Mit einer ambulanten Psychotherapie (Verhaltenstherapie) und ohne Medis. Sorg dafür, dass du einen vernünftigen Psychotherapeuten gerätst, einen mit Psychotherapeutenausbildung. Listen und Infos mit Therapeuten bekommst du bei er Kassenärztlichen Vereinigung deines Bundeslandes.

SichlitzSa\ugen6x7


In einer Klinik werden ganz intensiv Dinge erlernt, die ein neues Verhalten an den Tag legen. Wen nes sehr schlimm ist: so intensiv wie das in der Klinik gehandhabt wird (und es ist kein Zuckerschlecken, aber äußerst effektiv) schafft das draußen kein ambulanter Therapeut. Der ist aber gut, wenn man aus der Klinik draußen ist.

Meine Klinik hat inzwischen eine Wartezeit von 10 Monaten, bevor da ein Platz frei ist. Weil sie so gut ist, will da natürlich auch jeder hin.

D/ann.y0409


lebt ihr nun komplett angstfreit?wieder wie früher ??? oder gibts doch noch einschränkungen ???

BGrombLeerkmüchlxein


lebt ihr nun komplett angstfreit?wieder wie früher ??? oder gibts doch noch einschränkungen ???

Also ich lebe wieder komplett wie früher. Ab und an – so alle 2 bis 3 Monate kommt mir mal ganz kurz der Gedanke: hoffentlich hab ich nie einen Rückfall ... hab dann so 10 min Angst und ein komisches Gefühl – kanns aber ganz gut wieder verdrängen. Ich sag mir – wenns so wäre, könnte ich auch nix dran ändern und dann ist es auch ganz schnell wieder weg. Aber ansonsten ist alles wie früher.

Ich habe nur noch "normale" Angst wie sie jeder kennt und was auch für mich in Ordnung ist. Ich muss nicht mehr in Panik ausbrechen.

c/loEclxo


an danny0409

du schreibst mir aus der seele .so fing es bei mir auch an .habe auch dutzende von bücher gelesen und es wurde eher schlimmer .

habe mich herausgeschafft mit selbsttherapie plus verhaltenstherapie .bin aber noch nicht ganz angstfrei.....angst vor der angst kommt zwischendurch schon noch .teilweise bin ich auch noch eingeschränkt , aber kann das haus wieder verlassen .schritt für schritt hab ich versucht diesen teufelskreis zu beenden. heute geht es mir besser . rate dir auch verhaltenstherapie zu machen .

mDustkatxnuss


Habe mir jetzt ein Buch gekauft,indem ich viel gelesen habe und auch verstehe.

habe auch dutzende von bücher gelesen und es wurde eher schlimmer .

Solche Bücher haben immer hochtrabende Titel und es klingt alles interessant. Es gibt auch die Zeitschrift "Psychologie heute" die auch mit einigen durchaus netten Artikeln auffährt die auch für den Laien verständlich sind. Man neigt aber dazu durch das lesen anzunehmen, dass die Dinge genau so wie sie da stehen bei einem selbst auch sind. Aber das ist nicht so.

Die Bücher, Ratgeber und Zeitschriften helfen nicht eine Angsterkrankung zu behandeln. Sie sind nett und vielleicht findet man sich hier und da auch mal wieder, aber eine psychische Erkrankung hat immer etwas mit einem selbst zu tun. Mit sich, seinen Eltern, der Kindheit, der Vergangenheit,...und eine Psychotherapie ist dafür da, sich bestimmte Dinge bewusst zu machen. Erst wenn man sich etwas bewusst macht kann man auch etwas verändern.

Und da liegt der Hase im Pfeffer, es geht darum etwas zu verändern. Und Ängste kriegt man nur in den Griff, wenn man sich der Angstsituation aussetzt. Wenn man sich mit einem Buch hinsetzt zieht man sich eher zurück und meint man arbeitet an seiner Angst. Solche Bücher können manche Ängste also durchaus beflügeln.

Außerdem sind viele der Bücher einfach nur Schrott...

Und Dinge bewusst machen, verändern, aushalten oder sich Ängsten aussetzen ist auch immer furchtbar schmerzhaft. Ein Psychotherapeut arbeitet viel mit positiven Dingen, aber eine Psychotherapie kann auch mal weh tun. Aber das ist ja öfter so: Wenns weh tut, tritt gerade ein Heilungsprozess in Kraft.

lebt ihr nun komplett angstfreit?wieder wie früher ??? oder gibts doch noch einschränkungen ???

Angstfreiheit gibt es nicht. Ich lebe ohne die Ängste die ich damals hatte. Aber Angst ist ein biologische Prozess der überlebenswichtig ist und uns vor Gefahren warnt. Wenn wir vor Dingen Angst haben von denen keine Gefahr ausgeht und uns dieser Angst beugen, dann ist es behandlungswürdig.

Aber ich weiß was du mit deiner Frage meinst. Ich hatte damals eine Sozialphobie und lebe heute ohne.

*:) @:)

Doannjy0y409


also diesen "coach" den ich mir gekauft habe beschreibt genau das.man soll sich seinen ängsten stellen,es werden tipps gegeben wie es einem leichter fällt und vor allem wird ganz klar gesagt das man es durchziehen muss und keinen fluchtweg planen soll,jetzt mal so in kurzformat geschrieben.

D|ann5y04x09


so war 3 tage im krankenhaus wegen herzschmerzen und was kam heraus?NICHTS :°(

m7uskactnusxs


so war 3 tage im krankenhaus wegen herzschmerzen und was kam heraus?NICHTS :°(

Weil da nix ist. Aber selbst diese Gewissheit wird dir wahrscheinlich nichts bringen, oder? Es könnte ja doch irgendwas sein. Und schließlich hast du ja den Beweis, nämlich Schmerzen am Herz.

Ich hatte auch Panikattacken die sich immer ums Herz drehten. Hatte dann besonders abends plötzlich einen hohne Puls, es schmerzte in der Brust, manchmal fiel das Atmen schwer...da musste doch irgendwas sein. Aber war nichts.

Aber dieses Phänomen hast du ganz oft. Wenn du vor einer wichtigen Prüfung stehst und du bist aufgeregt, dann merkst du das im Bauch. Hast dann Bauchweh, bist nervös, hast Schweißausbrüche, kalte Hände,...alles Körperreationen auf eine psychische Belastung; Deinem Körper gehts trotzdem super, du hast keine Tumore im Bauch nur weil du in dieser Situation aufgeregt bist. Im Falle der Prüfung wäre das sogar normal.

Was du beschreibst sind die Symptome einer Angsterkrankung. Der Herzschmerz ist weder lebensbedrohlich, noch ist dein Herz tatsächlich krank. Aber es ist eine unglaubliche Stressreaktion, die nicht gerade gesund ist und eine psychologische Behandlung erfordert.

Bei einer Angsterkrankung macht man vor allem auch immer den gleichen "Fehler". Man füttert die Angst und baut sie richtig auf. Wenn du jetzt Angst hattest, dass mit deinem Herzen was nicht stimmt oder das da ein Herzinfarkt anrollt, dann ist es ja durchaus korrekt da einmal (1x) nachzusehen. Aber wenn du jetzt zu Hause sitzt und ganz bewusst dein Herz schonst und mit einem ganz großen inneren Auge auf der Couch sitzt und dein Herz beobachtest, dass da bloß nichts ungewöhnliches passiert, dann baust du deine Angst weiter auf.

Das ist das was in deinem Buch steht. Man muss die Angstsituationen üben,...man soll genau das machen wovor man Angst hat.

Wenn du Angst vor deinem Herz hast, wäre die Aufgabe dein Herz zu fordern, es zu spüren, den Herzschlag spüren,...Und das macht man mit Sport. Mit Bewegung, Spatziergängen,...mit der ganz bewusste Forderung deines Herzens.

Aber das ist schwer und mühsam und wahrscheinlich nicht alleine zu schaffen (weil man immer wieder den gleichen Fehler macht und den findest du nicht alleine). Genau dafür ist eine Psychotherapie (z.B. Verhaltenstherapie) da.

Aber solche Sachen wie du sie beschreibst, kommen bei vielen Ängsten vor; z.B. bei sozialen Ängsten.

Aber viele Ängste baut man über viele Jahre auf, oft werden die einem anerzogen, beginnen schon im Kindes-und Jugendalter und kommen dann so richtig schön zum Vorschein, wenn man nicht mehr unter dem Deckmantel der Eltern steht.

Und darum gehts in einer Therapie. Um deine Ängste und wie sie dir angeignet wurden. Und da kannst du den tollsten Ratgeber der Welt kaufen, der wird dir nicht dabei helfen können, denn das ist komplett individuell.

Warte auf deine Psychotherapie, ruf vielleicht noch ein paar Therapeuten mehr an und frag ob du auf die Warteliste kommen kannst. In der Zwischenzeit kann ich dir nur sagen, auch wenns schmerzhaft ist, dass du aus einfach aushalten musst. Du wirst nicht sterben oder einen Herzinfarkt kriegen. Es ist bis heute noch niemand an einer Panikattacke gestorben. ;-)

*:) @:)

DjannEy0409


danke muskatnuss @:)

nein ich sitze jetzt nicht hier und mache mir gedanken um herz.ich sitze jetzt hier und sage mir : so schädel mrt wurde gemacht und nichts gefunden,herz wurde untersucht und nichts schlimmes gefunden (habe 2 undichte herzklappen aber das ist nichts gravierendes was auch schon angeboren ist)

ich denke immer und immer wieder positiv und gehe raus,sage mir ,ok wenn ne attacke kommt dann ist es halt so.....mal geht es gut mal nicht.....ich gehe ja raus und stelle mich der angst aber es wird nicht besser.deshalb glaube ich mittlerweile das es wirklich zum größten teil von der SD unterfunktion kommt

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