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Tante fantasiert und nervt uns alle, was tun?

d;evivliWndiFsguxise


Es gibt auch Selbsthilfegruppen für Angehörige von Dementen. Ihr steht ihr ja eigentlich nicht besonders nahe, es geht also wohl weniger darum, eure eigenen Gefühle zu bewältigen. Aber ihr könnt dort wertvolle Informationen erhalten.

Außerdem kann ich dir folgende Broschüren empfehlen:

"Herausforderung Demenz – Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in der Kirchengemeinde. Eine Entscheidungs- und Planungshilfe", hrg.: Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit in der EKD, eafa@ekd.de (enthält Erzählungen über Betroffene, aber auch Infos über verbreitete Vorurteile und Reaktionen).

"Das Wichtigste über die Alzheimer-Krankheit. Ein kompakter Ratgeber", Schriftenreihe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V., info@deutsche-alzheimer.de, [[www.deutsche-alzheimer.de]] (auch dann nützlich, wenn es sich um eine andere Form der Demenz handeln sollte).

Beide sind sehr kurz gefaßt und gut lesbar.

M.omsi0liWnchxen


Danke für all eure vielen Antworten und Eure Tips @:)

Wisst ihr, das größte Problem bei all dem ist ja, dass die Tante "ansonsten" noch völlig normal ist und auch so auftritt. So war sie z.B. einen Tag bei meiner Mutter und ich kam mit meinem Freund später hinzu. In der Gegenwart von meinem Freund hat sie nicht einmal über ihre "Drogen-Nachbarn" gesprochen, bevor wir kamen, hatte sie ausschließlich davon geredet. Nun kannte sie meinen Freund allerdings vorher noch nicht, ich weiß nicht, ob Demenzkranke sich bei Fremden automatisch "normal" verhalten ???

Hier schrieb jemand, wir sollten mit ihr zum Arzt gehen nach dem Motto: der soll mal schauen, was das für ein Gift ist.........Leute, das erledigt sie ja alles schon selbst ;-D Sie war beim Arzt, zum Gesundheitcheck: alles super, Blutwerte spitzenmäßig, Herz tiptop, usw. Sie sprach das Thema Gift auch an und daraufhin soll der Arzt gesagt haben, man kann es nur testen, wenn man auch wüßte um welches Gift es sich handelt ":/

Hilflos ist sie auch nicht......im Gegenteil. Sie geht ja überall hin oder ruft an. So z.B. einmal die Polizei, die ihr am Telefon angeblich sagten, dass sie grad nicht genügend Leute haben, um jemanden zu schicken....es wäre eine Demo an diesem Tag. Tjaaaa.....nur war da leider gar keine Demo. Grund genug für meine Tante, nun auf die Polizei zu schimpfen und zu behaupten, die stecken mit den anderen unter einer Decke :-/

Sie will nun auch zu einem Rechtsanwalt gehen, um sich schlau zu machen, was man tun könne.

Was ihre Wohnung betrifft: sie ist dort noch sehr selbstständig, putzt und kocht ;-)

Und als sie damals die Woche bei meinen Eltern übernachtete, war sie selbst auf der Suche nach einer neuen Wohnung, am liebsten betreutes Wohnen, wo sie größtenteils selbstständig bleiben kann. Sie war bei etlichen Einrichtungen zur Vorsprache und "Probewohnen".....steht auch auf vielen Listen, aber es wird nichts frei.

Sie würde mächtig protestieren, wenn wir sie zu einem Arzt schleifen würden oder ihr einen Betreuer an die Seite stellen würden....

Sie erinnert mich eigentlich an Miss Marple, denn sie forscht viel in ihrer Whg nach, um zu prüfen, ob jemand da gewesen ist während ihrer Abwesenheit. So hat sie z.B. einen kleinen kurzen Bleistift oben auf die Kühlschranktür gelegt, bevor sie wegging. Tja, und als sie wieder da war, lag der Bleistift doch tatsächlich auf dem Fußboden, also klarer Fall: da war jemand an ihrem Kühlschrank. (Auf so eine Idee muss man ja erstmal kommen :-) ).

Was ihr Gerede über den Selbstmord betrifft.....keine Sorge, eigentlich macht mir das nicht so viel Angst, denn ich glaube es nicht. Und – nein, ich bin nicht kalt oder so (bevor hier Protestlawinen losgehen), aber sie betont es eigentlich viel zu oft....sie erzählte auch, dass ihr früherer Mann nach seinem Schlaganfall vorschlug, dass er und sie sich das Leben nehmen sollten – und sie lehnte es ab. Heute sagt sie, hätte sie es mal doch gemacht.....

Was mir am allem besonders bitte aufstösst, ist eigentlich, dass sie uns gegenüber in dieser ohnehin schweren Situation noch zusätzlich Negatives sagt. So betont sie immer wieder, dass meine Mutter es allein gar nicht schaffen wird, zufrieden weiterzuleben. Und der Hammer von allem war, dass sie meiner Mom 3 Tage (!!!) nach dem Tod meines Vaters erzählte, wie es in einer Urne aussieht......ihr Mann wollte damals in die Urne ihres Vaters schauen.....und sie lachte fröhlich als sie meiner Mom erzählte, dass da noch Knochenstücke drin sind, und es dadurch auch nett in der Urne klappert........ :|N :°(

Meine Mutter ist so sehr in Tränen ausgebrochen, sagte immer wieder, sie will davon nix hören.....aber meine Tante hörte nicht auf davon zu reden :-/ Und genau vor solchen zusätzlichen Belastungen möchte ich meine Mom und auch mich schützen, denn wir sind selbst nicht gerade in einer guten Verfassung, meine Mom macht sich auch ohne das Gerede der Tante große Sorgen um ihre Zukunft und ist sehr verzweifelt :-(

Ob die Tante bei ihren anderen Bekannten unbeliebt geworden ist, kann ich nicht beurteilen, nur vermuten, denn wir kennen diese Leute nicht. Lt. der Tante aber meinte neulich gerade wieder jemand zu ihr, sie wäre ja eine tolle Frau, weil sie sich nicht unterkriegen lässt.

Und angeblich hätte ihr im Zug einer sogar den Hof gemacht. ;-)

Sie hatte bis vor ca. 1 Jahr sogar noch einen Freund, der dann aber verstarb.

Ist alles sehr schwer.......und ich muss gestehen, dass wir abends schon nervös werden, weil ja das Telefon oder die Türklingeln läuten könnte...... :-/

Ansonsten weiß ich nur noch, dass sie eben früher schon sehr "quasselig" war und auch schon immer sehr "geforscht" hat.....damals hatte sie stets ein dickes Medizinbuch unter dem Arm, wenn sie zum Arzt ging, nach dem Motto: Herr Doktor, ich weiß schon genau, was ich habe, steht alles hier in dem Buch, schauen sie mal..... ;-D

oZthYe1llio


@ Momsilinchen

Auf Grund deiner Schilderungen habe auch ich den Eindruck, dass weniger eine Demenz vorliegt (aber wer hat das in dem Alter nicht- zumindest beginnend?); eher sehe ich eine Person mit einer nicht ganz einfachen Persönlichkeits-Struktur, teilweise mit schizoiden Zügen, manchmal sehr direkt ,gel. distanzlos agierend – ansonsten führt sie ja wohl noch ihr selbst bestimmtes Leben, wenn auch mit zunehmenden Einschränkungen.

Solche Menschen haben oft auch noch als Hochbetagte eine erstaunlich gute Physis, versorgen sich sogar noch selbst, lehnen Hilfe durch andere oder gar "Fremdbestimmung" durch einen Betreuer strikt ab.

Solange solche Menschen andere oder sich selbst – z.B. Verwarlosung etc. gefährden, besteht kaum eine Handhabe seitens der Angehörigen, aktiv helfend einzugreifen, wenn dies nicht gewünscht wird.

Ihr könnt Angebote machen ( z.B. Suche nach einem Heim bzw. Wohnung im betreuten Wohnen),Fahrdienste etc., viel mehr aber nicht.

Aber ich würde im täglichen Umgang klare Regeln+Grenzen aufstellen und auf deren strikte Einhaltung

drängen – dies könnte für deine Mutter schwerer als für dich selbst sein – also wird auch sie deine Unterstützung und Kraft brauchen – gerade in der schwierigen Zeit nach dem Tod des Vaters.

Ansonsten wird man abwarten müssen – manchmal führen eine plötzliche Gesundheitsverschlechterung, ein Sturz oder ähnliches zu einem Krankenhaus-Aufenthalt, der dann die schnelle Übersiedlung in ein Pflegeheim notwendig macht, insofern ist eine Platz-Reservierung sinnvoll;

Vorschlagen würde ich dir, der alten Dame beim Erstellen einer Patientenverfügung und einer Vorsorge-Vollmacht behilflich zu sein.

Alles Gute!

othello.

l8uoQmarexn


Ich schließe mich Othello an, dass deine Großtante wahrscheinlich noch nicht dement ist. Ich würde sie eher als etwas taktlos klassifizieren, wenn man mit diesem Wort noch etwas anfangen kann.

Ich merke auch gerade, wie schwierig Ferndiagnosen sind, weil man doch einige Infos über die Person und ihren Hintergrund braucht, um das Verhalten einzuschätzen. Eine Demenz wirkt sich halt doch so aus, dass sich das Verhalten so verändern kann, dass man relativ gesehen "taktloser" wird. Dabei kommt es schon auf den Ausgangspunkt an. Ich bin bei meinen ersten Vermutungen von einer eher zurückhaltenden Person ausgegangen. Wenn deine Großtante eh schon so drauf ist, dann ist das für sie noch normal, wo ich schon Anzeichen gesehen habe.

Ich schicke mal ein paar Kraftsternchen für deine Mutter. Die scheint sie momentan sehr nötig zu haben. :)* :)* :)* :)* :)* Ich hoffe, sie hat sich nícht nur auf Deinen Vater konzentriert. Ansonsten steht sie grad vor einer Riesenleere in ihrem Leben.

MUom1siliQnchen


Danke, othello und luomaren @:) Die Kraftsternchen können wir beide – meine Ma und ich – sehr gut gebrauchen.

Die momentane Situation ist wirklich mehr als beschxxxx......ich bin oft sehr verzeifelt, da ich mir große Sorgen um meine Mutter mache.....leider hat sie sich wirklich auf meinen Vater fixiert, die beiden hatten keine richtigen Freunde, sondern steckten halt immer zu zweit zusammen. Hinzu kommen noch heftige finanzielle Nöte....und nicht nur das: meine Mutter muss auch in 1 Jahr aus der Whg. ausziehen (wegen Eigenbedarf). Sie hat die totale Zukunftsangst – und ich auch..... :°(

Ich bin immer noch Tag und Nacht bei ihr, merke aber auch, wie es mich so langsam auffrisst.....wie gesagt, ich bin selbst psychisch alles andere als stabil.

Meine Ma meinte gestern, wenn es so weitergeht mit all den Sorgen und Kummer, dann will sie nicht mehr...... :°( Sie schläft sehr sehr viel, legt sich mehrfach am Tage und Abend hin....ich mache hier den Haushalt, kümmere mich um die Tiere, gehe einkaufen......richtige Auszeiten gibt es für mich eigentlich zur Zeit nicht......auf Dauer halte ich das auch nicht durch. Hinzu kommen noch Probleme mit meinem Partner (siehe meinen anderen Faden).... :-/

Die Tante hat sich von selbst noch nicht wieder hier gemeldet (worüber ich nicht unglücklich bin :-X ), aber meine Ma mußte sie anrufen, wegen des Beerdigungstermins.....als sie ihr den mitteilte, lachte die Tante nur herzhaft und meinte: ach.....dann bin ich doch schon längst tot....... %-| %-| %-| Ich kann es echt nicht mehr hören und denke auch, es tut meiner Mutter nicht gut.

Leider hatten wir vorgestern abend sogar nen heftigen Streit wegen der Tante.....sie hat meiner Mutter nämlich auch erzählt, sie wäre ja so entsetzt, wie aggressiv ich wäre.....meiner Meinung nach war ich das nicht, sondern einfach nur bestimmt. Obwohl mich ihre "unverschämte" Aussage: "nein, ich bleibe hier", wirklich aggro gemacht hat, weil ich es einfach in unserer (Trauer)-Situation unangebracht finde. Naja, jedenfalls trötete meine Ma da ins gleiche Horn, sagte, sie wäre peinlich berührt gewesen, dass ich "so" mit ihrer Tante sprach.......ich bin fast ausgeflippt, fühlte mich verraten und verkauft......einer muß der "Dame" doch mal Paroli bieten.......ich wundere mich ja selbst noch über mich, dass ich mich überhaupt getraut habe, den Mund aufzumachen......bin aber auch froh darüber....

Na gut, Ma und ich haben uns wieder vertragen.....aber ich hab trotzdem keine Lust mehr, dass hier wer nachts auf dem Küchenstuhl sitzt und schläft....... :-X

dTevilzindisg4uise


Kann natürlich auch sein, daß es eine Persönlichkeitsstörung ist. Nur, ihr Alter läßt eben an Demenz denken. Und wenn sie bisher sehr extrovertiert war, muß sie nicht sofort zurückgezogen leben. So etwas entwickelt sich über Jahre, und als erstes werden die Betroffenen oft "seltsam", leben aber völlig selbständig und sind körperlich in guter Verfassung.

Wie dem auch sei: Sicher, daß sie WIRLKLICH beim Arzt war? Zwingen könnt ihr sie natürlich nicht, aber vielleicht sie nochmal zu einem Arztbesuch bewegen – und mit dem Arzt natürlich vorher selber sprechen! Er ist ja für die Tante ein fremder Mensch und sie wird sich vor ihm natürlich zusammenreißen, um in jeder Hinsicht normal zu wirken. So daß er sie rein körperlich untersucht. Er braucht also vorher einen "Tip" von euch. Evtl. könntet ihr sie direkt zu einem Neurologen schicken ("jemand, der sich mit dem Gift besser auskennt!").

Für euch ist die Situation so nicht tragbar. Aber den Kontakt abzubrechen, ist auch keine besonders gute Lösung.

Was das Thema Suizid angeht: Daß sie häufig davon redet, ist ein eher starkes Argument FÜR eine Suizidgefährdung. (Das soll natürlich keine Diagnose sein, es ist nur ganz allgemein so, daß fast 100% aller Selbstmörder ihr Vorhaben vorher ankündigen, viele auch mehrmals bzw. viele Male. Einige nur in Andeutungen, andere ganz offen. Nur ganz wenige sagen gar nichts.)

Vielleicht gibt es andere Verwandte? Oder sehr gute Bekannte von ihr, die aber etwas jünger sind? Also andere, die ihr bitten könnt, sich mit deiner Großtante auseinanderzusetzen, wegen eurer Trauersituation?

Das mit dem Betreuten Wohnen ist ja eine wirklich gute Idee von ihr selber, vielleicht könntet ihr ihr in dieser Richtung weiterhelfen (auch z.B. mittels Ansprechen von Bekannten, und/oder mittels eines Arztes, der die Dringlichkeit darstellen soll).

Als eventuelle Sofortmaßnahme, damit sie nicht dauernd bei euch übernachten will: Ihre Angst ist ja echt. Ihr könntet ihr einen Notruf einrichten (z.B. die Johanniter bieten das an), und ihr sagen, daß sie dort auch nachts anrufen kann, wenn etwas Bedrohliches sich tut. Es kommt dann jemand vorbei. (Wenn sie damit über sie Stränge schlägt, kommt es wenigstens schneller zu einer Diagnose und geeigneten Hilfsmaßnahmen.)

lOuomNaxren


Ich werde aus den ganzen Beziehungen nicht schlauer. Ich werde jetzt einfach ein Sammelsurium meiner Gedanken hier rein stellen.

Mein persönlicher Rat wäre gewesen, bei den Anmerkungen deiner Großtante auf Durchzug zu schalten. Andere Möglichkeiten für das Verhalten wären: Wer weiß, ob die Großtante nicht Paroli braucht, und es ihr niemand in der Familie gibt? Vielleicht merkst du, dass die ganze Harmonie in der Vergangenheit nur gespielt war und suchst dir eine neue Rolle, mit der die anderen nicht klar kommen.

Für mich ist ein Jahr eine ganze Menge Zeit einen Umzug zu planen. Eigentlich müsste das organisatorisch zu schaffen sein. Falls dein Vater Alleinverdiener war und auch noch alles entschieden haben sollte. Das muss jetzt deine Mutter selbst tun und ja, es ist eine gewaltige Umstellung. Der Anfang könnte darin bestehen, erst einmal einen Plan zu machen, was alles angegangen werden muss.

Bei allem, was du selbst machst, schaue auch, dass du für dich selbst Zeit hast. Das bedeutet, dass du die Auszeiten auch benötigst. (Ich hoffe, du hast dir dieses Verhalten nicht bei deiner Mutter abgeschaut.)

Diese ganzen Gedanken sind frei geraten. Ich hoffe, es passt etwas. Es kann aber auch sein, dass ich ziemlich danebenliege.

M1omsi&linchexn


Danke, ihr zwei!

devilindisguise: hey, die Idee mit dem Notrufknopf finde ich ja klasse.... :)z Sowas hat meine Oma auch, und sollte die Tante wirklich wieder hier hereinschneien, dann werde ich ihr diesen Vorschlag mal machen. Ich befürchte zwar, dass wieder Gegenargumente kommen, aber ich bin jetzt schon gespannt, welche dies sein werden :-D

Hmmm, also ich denke eher umgekehrt: wer wirklich vorhat, Selbstmord zu begehen, der redet nicht lange, sondern macht es......ich habe leider mehrere Selbstmordfälle im Bekanntenkreis. Davon sind die, die viel darüber sprachen, noch am Leben....und das häufige Reden darüber waren Hilfeschreie. Sicherlich kann es auch andersherum sein, aber ich kenne es halt sorum.

Ich denke schon, dass sie wirklich beim Arzt war, glaube nicht, dass sie lügt. Nur leider kennen wir ihre weiteren Bekannten nicht, haben also keine Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Ich hatte der Tante schon damals geholfen, zwecks Suchen von betreutem Wohnen, hatte ihr viele Adressen aus unserer Stadt aus dem Internet gesucht und ihr aufgeschrieben, worüber sie sich überschwenglich bedankte (und mir gleich nen Zehner in die Hand drückte :|N ). Sie sagt selbst, sie ist bei ganz vielen Einrichtungen auf der Liste, aber diese Listen sind lang....... :-/

luomaren: richtig, einen Umzug planen kann man locker in 1 Jahr – aber erstmal eine Whg. finden.......hier in der Großstadt sehr sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich. Wir haben schon so vieles versucht, meine Mom hat auch den Dringlichkeitsschein, ist bei vielen Genossenschaften gemeldet.....aber überall heißt es, sie hätten schon einen großen "unterversorgten Mitgliederstamm". :-/

Was meine Großtante betrifft, so waren es bisher wohl wirklich nicht viele Menschen, die ihr Paroli geboten haben....und ich bin wirklich alles andere als streitsüchtig, habe aber auch die Nase voll davon, stets duckmäuserisch zu sein. Meine Nerven sind nicht die besten und ich mußte einfach lernen, Grenzen für meine Mitmenschen zu setzen, bevor ich dabei kaputtgehe. Würde meine Tante "ganz normal" um Hilfe bitten, ich wäre die letzte, die ihr das abschlagen würde. Nur eben ihre Art und Weise....schon penetrant...... :-X

Ich denke auch, weil bisher niemand von mir kannte, dass ich aufmucke, schauen die Leutz nun komisch und manch einer mag denken, ich wäre nun abgedreht ;-D

Naja, die "Dame" hat sich immer noch nicht wieder gemeldet.....ist auch ganz typisch: als mein Vater sie damals raussetzte, war auch erstmal längere Zeit Funkstille....dann geht sie zu anderen Leuten oder bleibt die Nächte in ihrer Wohnung.

UBl?mer Sxpatz


Mit 91 scheint die alte Dame ja noch recht rüstig zu sein.

Nach dem Lesen des Eingangsposts halte ich die Frau aber nicht für dement, im Gegenteil: die Geschichten, die sie erzählt, sprechen für eine blühende Phantasie, sondern denke eher, dass sie eher sehr einsam ist und deshalb unbedingt bei euch wohnen möchte.

Wahrscheinlich hat sie sonst wenig Gesprächspartner / Unterhaltung und da kann es dann schon sein, dass sie dann Nachts Dinge hört, sieht oder riecht, die ihr Angst machen, weil sie dann Vieles reininterpretiert. Natürlich kann es auch sein, dass sie sich sich das alles auch komplett ausgeacht hat, um einen Vorwand zu haben, um bei euch einziehen zu können, ich tippe aber eher darauf, dass ihr die Decke daheim auf den Kopf fällt und sie deshalb jedes Knacken im Haus gleich für einen Einbrecher oder verschwörerische Nachbarn hält.

Diese Einsamkeit würde auch erklären, warum sie dann, wenn sie bei euch ist, redet wie ein Wasserfall.

Mein Tipp wäre, sie mit Leuten zusammenzubringen, die in ihrer Altersklasse sind und ebenfalls noch geistig und körperlich einigermaßen fit sind. Die Frau braucht gleichgesinnte Freunde, ie mit ihr was machen und mit ihr reden. Irgendwelche Seniorentreffen oder so.

B`LACK6PEARqL1


Sie muss in die Psychiatrie dort wird Ihr geholfen.

Myomsiil5inchen


Mal wieder neues von der Tante :-/

Ich konnte paar Tage nicht schreiben...am Dienstag war die Beisetzung von meinem Daddy, und es hat mich sehr runtergezogen :°(

Besagte Tante war auch bei der Beerdigung, und ich bin immer noch sehr betroffen von dem, was sie sich dort erlaubt hat...

Normalerweise ist es selbstverständlich, dass die engsten Verwandten/Familienmitglieder direkt hinter der Urne zum Grab gehen....und was macht die Dame? Drängelt sich nach vorn, zu meiner Oma, so dass meine Mutter und ich gezwungen waren, in der zweiten Reihe zu gehen.......das hat mir so verdammt wehgetan! :°( Ich war aber in diesem Moment einfach nicht in der Lage zu reagieren, also nach vorn zu gehen, etc.

Während der Beisetzung hat meine Tante nur in der Gegend herumgeschaut, sich die anderen Gräber angesehen, ihr Blümchen hat sie dermaßen merkwürdig in das Grab geworfen, es sah aus wie ne Show (vermisse hier nen Würgesmiley.....) :-/

Anschließend beim Essen war sie die absolute Alleinunterhalterin, niemand sonst kam zu Wort bei ihr, obwohl alle es mehrfach versucht hatten. Später gab sie Peinlichkeiten aus der Kindheit meiner Mutter preis.

Und zum Schluß gab es noch eine kleine "Kampfansage" an mich: nachdem sie vor versammelter Mannschaft mehrfach erzählte, wie entsetzlich schüchtern ich als Kind doch war %-| , grinste sie mich an und meinte, ich würde ja nun langsam eine Kämpferin werden....und wenn ich mal scheitern sollte, dann soll ich es doch noch ein zweites Mal versuchen....ich würde ja sehen, was dabei herauskäme...........

Es war mir und auch meiner Mutter sofort klar, worauf sie anspielte.....sie meinte den Abend, als ich versucht habe, sie an die frische Luft zu setzen (als ich ihr sagte, ich bringe sie jetzt nach Hause). Wir waren absolut sprachlos :-o

Noch ein Knaller: auf der Rückfahrt im Auto wisperte sie meiner Mutter zu, dass während der Beisetzung weiter hinter auf dem Weg einer auf dem Fahrrad fuhr.....und sie besprühen wollte.....sie hätte es ganz genau gesehen, dass er so eine Sprühflasche in der Hand hatte %-| .......nicht mal auf der Beerdigung meines Daddys lässt sie uns damit in Ruhe.....by the Way: niemand sonst hat ein Fahrrad gesehen...... :-X

Wir waren erst am frühren Abend der Beerdigung wieder zuhause, waren fix und fertig. Und dann.....ging Punkt Mitternacht das Telefon und eine fröhliche Tante quatschte auf den Anrufbeantworter: sie wolle doch mal hören, ob es uns jetzt wieder richtig gut (!) ginge? :-o :-o

Wir haben nicht reagiert. Am nächsten Tag dann klingelte es an der Haustür, dreimal dürft ihr raten, wer.......auch da haben wir nicht reagiert.

Sie rief dann 2 Tage später wieder an, meine Ma ging ran, ich war unterwegs. Sie fragte meine Ma, ob ich nicht mal bei ihr die Teppiche saugen könne, ihre Putzfrau wäre nicht so gründlich, sie hätte das "falsche" Sternzeichen......mein Sternzeichen dagegen ist ja viel gründlicher............. %-|

Ich habe mich bei ihr nicht gemeldet, aber meine Antwort lautet eindeutig nein! Auch wenn sie mit Sicherheit sehr gut zahlt, und ich/wir das Geld ganz dringend brauchen......meine Nerven halten das einfach nicht aus, zudem bin ich immer noch erschüttert, dass sie meinen Platz hinter der Urne einnahm........ :°(

Wenn das alles nicht so traurig wäre, könnte man glatt darüber grinsen......... :-/

dgevmilinvdisiguxise


Das tut mir leid, daß sie die Beerdigung für dich noch schlimmer gemacht hat, als sowieso schon.

Das ist nicht das Verhalten einer geistig gesunden Person. Und für euch ist es untragbar. Sie IN einer akut zu belastenden Situation rauszuwerfen bzw. nach Hause zu bringen, finde ich legitim. Nur würde ich eben nicht den Schluß ziehen, den Kontakt abbrechen zu wollen (falls das überhaupt möglich ist und sie nicht eh wieder kommen würde).

Wo bekommt ihr Hilfe, das ist für mich die große Frage.

Gibt es wirklich keine anderen Verandten, mit denen ihr euch wenigstens beraten könnt?

Vielleicht könnt ihr auch mal OHNE sie einen Arzt aufsuchen und um Rat fragen.

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