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Seroquel Prolong Wirkung

bIytCe|cruncxher hat die Diskussion gestartet


Hallo.

Zuerst nahm ich das normale Seroquel, in einer Dosierung von 25 mg vor dem Schlafengehen.

Das Medikament wurde als "Schlafmittel" verabreicht. Es hat auch sehr gut als "Schlafmittel" gewirkt. Morgens war ich auch deutlich fitter und ausgeschlafener, was sich schon sehr positiv auf meinem Gesundheitszustand ausgewirkt hat.

Später bekam ich dennoch wieder eine psychische Kriese, und ich bekam Seroquel Prolong 400 verordnet. Diese Tabletten waren jedoch viel zu stark. Ich war davon so furchtbar müde, mir war schwindelig und ich war wie "benebelt". Ich lief herum wie ein "Zombi" und war wie in einer anderen Welt.

Ich habe diese Tabletten nach 2 Tagen wieder abgesetzt.

Dann habe ich erst mal mit den 25mg Tabletten weiter gemacht.

Nun hatte ich wieder eine verschlechterung meines Psychischen Zustandes. Das kommt bei mir immer "Schubweise".

Ich habe dann Seroquel Prolong 50 mg verordnet bekommen.

Diese Tabletten sind wieder ganz anders.

Bei diesen verspüre ich eine sehr deutliche Wirkung.

Ich habe eine deutlich "andere" Wahrnehmung. Ich sehe alles sehr viel Schärfer und Kontrastreicher, und detailreicher.

Es ist so, wie wenn jemand den "Nebelschleier" entfernt hätte, der früher über allem lag.

Das würde ich als sehr positiv bewerten.

Eine weitere "gute" Änderung ist, dass vieles nun "Automatisch" bzw "intuitiv" geht. D. H. vieles mache ich automatisch, ohne dass ich mich drauf konzentrieren muss. Zum Beispiel verschiedene Handgriffe. Alles was "Automatisch" geht, kostet mich dann weniger Kraft und Energie.

Dazu kommt eine gewisse "Scheissegal Stimmung". Während ich vorher über vieles Nachgedacht habe, ist das nun quasi ausgeschaltet. Auch der Perfektionismus ist ausgeschaltet.

Ich denke viel Häufiger: "Passt schon", bzw "wird schon irgendwie gut gehen",

Oder ich denke "für diese Person bzw diesen Zweck ist das so gut genug", oder "Ist doch nicht dein Problem".

Ein Vorteil am ausgeschalteten Perfektionismus ist, dass man selber deutlich weniger Stress hat.

Manchmal ist der Perfektionismus sogar durch Egoismus ersetzt. Wo ich dann nur noch versuche, das Beste für mich rauszuholen und der Rest mir egal ist.

Ich bin halt auch so ein Typ, der gerne ausgenutzt wurde. Nun bin ich mal an der Reihe, ein bisschen Egoismus sehe ich daher nicht als verwerflich an.

Was nachteilig ist, ist dass ich teilweise recht starke Konzentrationsprobleme habe. So stark, dass ich dadurch teilweise Probleme bekomme. Außerdem komme ich morgens so schlecht raus, und ich brauche um die 2 Stunden, um wirklich zu mir zu kommen.

Ich hoffe, das wird noch besser.

Sind hier Leute, die Erfahrungen mit Seroquel haben?

Sind die von mir beschriebenen Wirkungen normal?

Ist das normal, dass dieses Medikament Persänlichkeitsänderungen hervorrufen kann (Wahrnehmungsänderungen, weniger Perfektionismus)

Ist das mit den Konzentrationsstörungen und "Startprobleme am Morgen" normal, und wird das besser?

Viele Grüße

Antworten
TUobziasx456


Hallo bytecruncher,

ich nehme seit 2010 auch Seroquel ein, da ich eine Psychose habe und Stimme höre. Die Stimmen sagen zwar nur gute Sachen, würde ich aber keine Medikamente einnehmen, wären die Stimmen mein Lebensmittelpunkt und ich könnte nicht mehr studieren. Ich habe schon viele Medikamente gegen meine Psychose eingenommen von dennen ich ganz schlimme Nebenwirkungen wie Erregktionsstörrungen und Unruhe bekam, die nicht auszuhalten war. Seroquel ist das Medikament was bei mir die wenigsten Nebenwirkungen zeigt. Es hat aber Nebenwirkungen, zum beispiel das es Müde macht, das ist schlimm, da wenn man arbeiten geht ja früh aufstehen muss. Ich brauche so mindestens 8 Stunden Schlaf um tagsüber fit zu sein, besser wären 1 bis 3 Stunden mehr Schlaf. Aber da ich noch einen weiten Weg zur Uni habe, kann ich soviel eigentlich nicht schlafen und döse teilweise noch morgens in den Vorlesungen, was im Arbeitsleben eigentlich nicht möglich wäre. Weiter habe ich ein Problem mit meiner Aussprache. Ich war deswegen schon mehrere Jahre in logopädischer Therapie, alle Tabletten gegen die Psychose haben dieses Problem stark verschlimmert. Aber zur zeit nehme ich 300 Seroquel ein, vor einem Jahr waren es noch 600. Alle Nebenwirkungen sind nach dieser reduzierung zurück gegangen. Da Seroquel bei mir aber nicht ausreichend wirkt musste ich immer schon noch Haldol zusätzlich einnehmen, dass aber die schwere Unruhe ausgelöst hat. Zur zeit nehme ich aber nur noch ganz wenig Haldol ein und habe keine Unruhe mehr. Natürlich beruhigt seroquel auch, ich bin nicht mehr voller Elan, so wie ich es vor der Medikamenteneinahme war. Meine Persönlichkeit hat sich durch seroquel aber definitiv nicht verändert. Ich denke seroquel ist im Vergleich zu anderen Neuroleptika schon ein medikament das gut verträglich ist, wenn es bei dir auch ausrechend wirkt, würde ich an deiner Stelle dabei bleiben.

Einen ganz lieben Gruß *:)

Tobias

b]ytec5rYunNchexr


Hi Tobias.

Danke für Deine Antwort.

Ja, das mit der Müdigkeit ist ebei mir auch ein großes Problem. Deswegen wollte ich auch so wenig wie möglich einnehmen.

Das mit der "Anderen" Wahrnehmung tritt bei mir meißtens morgens auf. Nachmittags "normalisiert" es sich etwas, im Gegenzug wird aber die Konzentrationsfähigkeit nachmittags besser.

Die "andere" Wahrnehmung ist das, was mir bei diesem Medikament am stärksten auffällt. Bei anderen Präparaten habe ich das so nicht.

Es äußert sich wie gesagt so, dass ich eine viel klarere und intensivere Wahrnehmung habe. Eine so klare und deutliche Wahrnehmung, die ich in dieser Form noch nie erlebt habe.

Alles was sich sehe und Wahrnehme ist sehr viel schärfer, intensiver, Kontrastreicher. Auch die akustische Wahrnehmung verbessert sich.

Wie wenn man einen uralten, unscharfen Röhrenfernseher gegen ein topmodernes HD Gerät mit Sorroundsound tauscht.

Oder als ob jemand den Nebel entfernt hätte, der über der Wahrnehmung liegt.

In diesen Momenten bin ich dann nicht mehr so der "tagträumer", wie normalerweise.

Auch wenn es toll ist, der Preis dafür ist hoch. Denn die Konzentrationsfähigkeit ist während dieser Zeit deutlich beeinträchtigt. Ich nehme an, dass das Gehirn mit der "Klaren Wahrnehmung" schon ordentlich ausgelastet ist und sich eventuell erst dran gewöhnen muss.

Tja, alles kann man nicht haben. Vielleicht wird es auch noch besser.

Gleichzeitig wird durch das Medikament der Stress reduziert, indem halt viele Handgriffe "automatisch" ablaufen. Der Perfektionismus und Kontrollzwang wird gegen "einfach mal machen, passt schon" eingetauscht.

Das alles passiert aber auch nur bei niedrigeren Dosen.

Als mein Doc mir mal die 400er verordnet hatte, war ich erstrecht wie weggetreten.

Da hat sich der "Nebel" bei der Wahrnehmung nicht gelüftet, nein, da war ich erstrecht benebelt, konnte mich gar nicht konzentrieren. Und hätte echt den ganzen Tag durchschlafen können.

Viele Grüße

T<obia4s456


Hallo,

ich weiß leider nicht wie seroquel in niedrigeren Dosierung wirkt. Aber das Du eine bessere Wahrnehmung hast, liegt wohl daran das seroquel bei dir wirkt. Bei meiner Psychose habe ich mich anfangs so gefühlt, als wäre ich hinter einer Glasscheibe. Oder deine Wahrnehmung ist nun durch seroquel wirklich in einem übersteigertem Maße besser. Aber das wäre ja eigentlich keine schlimme Nebenwirkung!

Hast Du irgendwelche Strategien, die du gegen die Müdigkeit? Ich kann die Müdigkeit eigentlich nur mit viel Schlaf kompensieren. Aber dazu fehlt mir an Unitagen die Zeit.

Liebe Grüße

Tobias

b yte|crunchcexr


Hi.

Gegen die Müdigkeit hilft bei mir auch nicht viel.

Außer Schlafen.

Wenn ich früh raus muss, nehme ich abends die Tablette schon zum Abendessen, oder noch früher.

Ich muss aber dazu sagen, dass ich ehr der Eulen Typ bin.

Was bei mir immer wieder hilft, ist folgendes:

1 Nacht Durchmachen, und am nächsten Tag möglichst nicht vor 20 Uhr, aber auch nicht nach 21 Uhr, schlafen gehen

Damit bekomme ich immer wieder meinen Schlafrythmus auf "Gesellschaftstaugliche" Zeiten "Geschoben".

Bzw ich komme eine Zeitlang morgens besser raus, bin morgens fitter.

Solange, bis es sich wieder auf den "Eulen-Rythmus" einpendelt. Das dauert ca 3 bis 15 Tage, jenachdem wie mein Tagesablauf in der Zeit so aussieht.

An den Wochenenden mache ich öfters mal eine Nacht durch. Entweder ergibt es sich, oder ich mache es extra, um den Schlafrythmus zu "schieben".

Viele Grüße

GCofiIo


Ich nehme 200 mg Seroquel Prolong abdosiert von 600 mg. Seroquel ist ein Mittel gegen Schizophrenie und manisch depressive Phasen (Bipolare Störung). Als Schlafmittel ist es nicht in Anwendung, daher bin ich etwas verwundert, dass du Seroquel als Schlafmittel bekommst.

Bei mir wurde Seroquel gegen eine manische Phase eingesetzt. In der Manie hat man Hochgefühle und benötigt keinen Schlaf es ist fast mit einem Größenwahn zu vergleichen.

Nach Gabe von 600mg Seroquel kam ich recht schnell herunter von der Manie und hatte die gleichen Symptome wie du, eine gewisse Lockerheit , weniger Nachdenken und eine extreme Schläfrigkeit nach Einnahme , sehr guten Schlaf fast 10 Stunden und nach dem Aufwachen absolute Antriebsstörungen fast bis in die Mittagszeit.

Die Einnahme von Seroquel hat bei mir auch dazu geführt , das die Manie nach unten ausswitchte und ich derzeit wieder an Depressionen leide. Ich muss dagegen Antidepressiva nehmen und Seroquel weiternehmen um einem erneuten Ausbruch einer Manie vorzubeugen. Das Mittel ist eigentlich für Leute mit Bipolarer Störung wie mich und hat mit einem Schlafmittel gar nichts zu tun, außer das es eben diese Nebenwirkung hat was auch im Beipackzettel steht.

Hattest du manisch depressive Phasen oder leidest an Schizophrenie , sonst würde das Medikament keinen Sinn machen.

Die Nebenwirkungen können beträchtlich sein und man muss das Blutbild öfter überwachen. Es ist ein recht starkes Psychopharmaka und kein Schlafmittel.

Das mit deinem Durchmachen um den Schlafrythmus zu bekommen ist ein Mittel, dass bei mir in der Klinik bei manchen mit Seroquel Behandelten angewendet wurde. Die wurden Mitten in der Nacht geweckt und sollten sich dann wachhalten. Dieser Schlafentzug hat positive Auswirkungen auf den Hirnstoffwechsel bei einer Depression, man sollte dies aber nicht öfter als 2 mal in der Woche unter ärztlicher Aufsicht (Klinik) machen. Den Leuten tat dies tatsächlich etwas gut. In der manischen Phase macht man keinen Schlafentzug , da man eh fast nicht schläft.

Also wenn dir das Mittel ein Hausarzt verschrieben hat , solltest du um eine Überweisung zu einem Psychiater bitten. Die Diagnose einer Bipolaren Störung oder Schizophrenie für die das Mittel ist, kann nur ein Psychiater machen.

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