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Vater tot, meine Mutter will nicht mehr leben, hab so Angst :-(

M*om[silincxhen hat die Diskussion gestartet


Hallo,

vor 5 Wochen ist mein Vater gestorben :°( , meine Mutter und ich waren bis zum Schluß bei ihm.

Ich bin seitdem bei meiner Mutter in der Wohnung, schlafe auch dort; einfach deshalb weil ich dachte, dass wir beide uns gegenseitig Halt geben könnten. Aber es wird immer schlimmer :-/

Muss dazu sagen, dass meine Ma schon den Tod ihrer Mutter (vor 12 Jahren) nicht richtig verarbeitet hat, und seitdem immer mehr abbaut. So hat sie z.B. auch viele körperliche Beschwerden (Diabetes, starke Rückenprobleme, u.v.m.) und hat schon als mein Dad noch lebte, sich nicht mehr richtig um den Haushalt gekümmert. Stattdessen hat sie sich regelmäßig aufs Sofa gelegt und geschlafen, immer mit der Begründung, sie müsste ihren Rücken entspannen :-/

Wir haben Haustiere, die natürlich jeden Tag versorgt werden, und nach und nach habe ich diese Aufgabe fast komplett übernommen, weil meine Ma nicht mehr dazu in der Lage war. Mein Dad hat auch anteilig den Haushalt gemacht, aber es blieb schon immer etwas liegen.

Nun aber geht es richtig bergab, seit mein Vater nicht mehr bei uns ist :°( Meine Mutter liegt noch viel mehr auf dem Sofa als vorher und schläft. Ich gehe alles einkaufen (weil sie ja nicht mehr laufen kann), kümmere mich um die Tiere (ist etwas umfangreicher), habe zusätzlich noch 2 Nebenjobs, die ich abends mache. Da meine Mutter die Tiere aber füttern will, "darf" ich sie dann spät abends wecken, und es dauert oft bis zu 2 Std. bis sie dann endlich aufsteht. Während meiner Weckversuche pöbelt sie mich an, und weiß später davon nix mehr, weil sie da ja im Schlaf war :-|

Ich habe zu meiner Ma immer ein sehr enges Verhältnis gehabt, aber mittlerweile kommt sie mir öfters vor wie eine Fremde und macht mir Angst. So redet sie seit dem Tod meines Vaters häufiger davon, dass sie zu meinem Vater will :°( . Jetzt hat sie bei sich eine Schwellung entdeckt und redet schon den ganzen Tag davon, dass es was bösartiges ist und dass sie es ja wußte, dass ihre Zeit auch gekommen ist...sie macht mir solche Angst damit!!!! :°(

Ich bin nicht sehr stabil, habe mal an Depressionen gelitten und bin extrem ängstlich und auch nicht wirklich arg belastbar. Fühle mich völlig allein in dieser schlimmen Situation, da ich kaum einen richtigen Freundeskreis habe (aber einen Partner, der allerdings null Verständnis hat), auch hat meine Ma kaum Freude, nur Bekannte, alle sind wesentlich älter.

Ok, die Zukunft scheint auch nicht sehr rosig: meine Ma weiß kaum, wie sie finanziell klarkommen soll, mit der kleinen Witwenrente, sie schnautzt mich stets an, wenn ich sage, dass das Geld beim einkaufen schon wieder verbraucht wurde. Tjaaaa....sie will am Tag 3-4 Schachteln Zigaretten mitgebracht bekommen.........da geht das meiste Geld bei drauf :-/ Die Tiere – Kaninchen – sind mit Obst und Gemüse nun nicht soooo sehr teuer. Aber sie meint, ich soll weniger füttern.....als ich sagte, dass sie villt. auch mal weniger rauchen sollte, war der schönste Streit da :-/

Dann muss meine Ma auch noch aus der Whg. raus 2014, wegen Eigenbedarf und hier in der Stadt gibt es keine bezahlbaren Whg :-/

All dies sind genug Gründe für sie, dass sie nicht mehr leben mag....sie sagt stets, sie will sich nicht umbringen, aber die Zeit würde es schon regeln :-/

Ich kann bald nicht mehr! :°( Nicht genug damit, dass ich den halben Tag unterwegs bin und schleppe wie ne Irre bei den Einkäufen (ich muss nach Sonderangeboten kaufen, d.h. an einem Tag gehe ich in bis zu 3 Supermärkten, alles zu Fuß), ich komme oft erst in tiefster Nacht ins Bett, weil ich auf meine Mutter warten muss, bis sie die Tiere gefüttert hat, da wir danach noch zwei kranke 2 Tiere versorgen. Ok, das mache ich ja alles noch irgendwie mit, auch wenn es enorm Kraft kostet.....aber am schlimmsten ist, dass meine Ma sich komplett aufgegeben hat, sich tot raucht, ständig davon redet, dass sie eh bald bei meinem Dad ist.......wegen ihrer Schmerzen geht sie auch nicht zum Arzt, warum auch, es kann ihr ja eh keiner helfen...... :-/

Ich selbst gerate auch immer mehr in Panik.....mein Dad ist an Lungenkrebs gestorben und ich rauche selbst auch.....wenn auch nicht soviel wie meine Ma.....ich hab eh Panik vor Krankheiten, aber jetzt ist es richtig schlimm geworden.....und niemand kann mir helfen, mir die Angst nehmen.......... :°( Ich rauche allerdings durch den Stress auch etwas mehr als vorher :-/

Das einzige, was mich noch ein wenig bei der Stange hält, sind die Tiere....sie geben mir Trost und Halt und ich liebe sie einfach...ich würde alles für sie tun... x:)

Ich weiß, das klingt alles sehr irre.....und es ist mir auch megapeinlich, dies hier zu schreiben........bitte auch keine Vorwürfe...... |-o

Möchte nur Hilfe, was ich machen soll.....sie hört keinen Rat von mir an, ist der Meinung, ich habe ihr gar nix zu sagen.....es gab schon soviel Streit......ich will ihr aber helfen, verdammt, ich will sie nicht auch noch verlieren!! :°( :°( :°(

Antworten
avgnexs


Wie alt bist Du? Hast Du vor ein paar Monaten unter einem anderen Namen geschrieben?

1Ato3


Du wirst sie aber leider verlieren. Nicht jetzt aber irgendwann.

Sie sieht keinen Sinn mehr. Welchen Sinn hat ihr Leben? Du übernimmst ihre Verpflichtungen statt sie zu fordern. Warum kauft sie nicht selbst ein und kümmert sich selbst um die Tiere? Und stattdessen besuchst du sie und redest mit ihr, gehst mit ihr spazieren etc. Sag ihr, was du erwartest und schau, ob sie es schafft.

Du siehst jedoch an dir selbst, wie absurd das eigene Verhalten ist: Tiere und Rauchen sind da nur ein Beispiel.

aber einen Partner, der allerdings null Verständnis hat

Frag dich mal, wie es ihm geht. Jeder halbwegs intelligente Mensch sieht dich und deine Mutter und kommt dann schon sehr ins Grübeln. Was erwartest du denn bitte von ihm?

M>omsidlinchexn


Warum kauft sie nicht selbst ein und kümmert sich selbst um die Tiere?

Das habe ich doch geschrieben: sie kann wegen ihres Rückens kaum noch laufen; muss alle 2 Meter stehenbleiben. Daher fallen auch so Sachen wie Spazierengehen, etc. komplett flach :-/

Und was heißt absurdes Verhalten?? ":/ Sagen wir so: ich bin über die Jahre dareingerutscht. Habe anfangs aus Gefälligkeit und Pflichtbewußtsein angefangen, ihre Aufgaben zu übernehmen, tja, und mit den Jahren wurde es immer mehr. Was hätte ich denn machen sollen? Sie ist meine Mutter und ich habe ja auch irgendwo die Pflicht, ihr zu helfen (allerdings natürlich nicht soweit, dass es mich dermaßen angreift, sicher). Ich habe meinem Dad auf dem Sterbebett versprochen, dass ich auf sie aufpasse.

Frag dich mal, wie es ihm geht. Jeder halbwegs intelligente Mensch sieht dich und deine Mutter und kommt dann schon sehr ins Grübeln. Was erwartest du denn bitte von ihm?

Hä? ":/ Wieso soll man da ins Grübeln kommen? Ist es falsch, dass Mutter und Tochter zusammenhalten, wenn der Vater/Mann stirbt? Sorry, ich kann dir da nicht folgen.....und was meinen Freund betrifft, so hat er eh eine sehr lasche Einstellung zu Familie, etc. Er kümmert sich null um seinen Vater, der im Pflegeheim liegt....was ich persönlich sehr erschreckend finde...... :-/

aTgpnes


[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/617375/]]

Bist Du das nicht?

C+ornel+ia59


Ich hatte bei meiner Mutter ein ähnliches Problem, nicht ganz so heftig und über einen so langen Zeitraum, aber doch auch ziemlich heftig. Das hat sich dann bei ihrem Arzt geklärt. Der wurde hellhörig, als sie ihm davon erzählte, und dann kam heraus, daß sie an Depressionen litt. Ich würde sagen, sprich mal mit dem Arzt deiner Mutter, und dann bring sie hin zu einem Termin mit ihm. Er kann die erste Diagnose stellen und sie zu einem Psychotherapeuten überweisen. Antidepressiva kann er aber schon mal vorab verschreiben.

Das Problem mit der Schwellung ist ein guter Aufhänger für einen Arztbesuch, oder?

Das Problem bei psychischen Erkrankungen ist, daß die Patienten es selber nicht merken, was da passiert. Und daß ihre völlig irrationale Handlungsweise alle Menschen in ihrer Umgebung langsam aber sicher zum Wahnsinn treibt. Wenn du ihr helfen willst, mußt du vielleicht sogar gegen ihren Willen handeln, im Extremfall mußt du sie unter Betreuung stellen lassen.

M7omsi7linEchxen


Cornelia, ich bin davon überzeugt, dass meine Ma schon jahrelang unter Depris leidet, sonst hätte sie sich nicht schon vor Jahren so fallenlassen.

Und: ja, sie erkennt wirklich nicht, dass sie dringend Hilfe benötigt....wie gesagt, wir haben hier die heftigsten Kräche, wenn ich ihr sage, dass es so nicht weitergehen kann.

Zugegeben, ich werde in meiner Hilflosigkeit auch irgendwann wütend und knalle ihr dann Dinge an den Kopf....aber einfach aus dem Grund, weil ich mich überfordert fühle, ich bin ja kein psychologischer Fachmann :-/

Sie fängt dann an, mich zu beleidigen, nennt mich eiskalt....so hat sie neulich gemeint, meine Trauer wegen meines Vater wäre ja nicht allzu groß, da es ja "nur" mein Vater war....sie aber hätte schließlich ihren Mann verloren, das würde viel schwerer wiegen...... :-o :°( :°(

Sie hat nen Neurologen, aber dieser erscheint mir nicht als geeigneter Ansprechpartner, da er nur Psychopharmaka verschreibt und alles andere (z.B. sich nen Therapeuten suchen) muss man selbst machen.... %-|

Und meine Ma würde niemals einfach so mitgehen, wenn ich hinter ihrem Rücken nen Termin abmachen würde.....dann wäre ich wieder die Dumme.... :-/

Sie hat auch 1000 Ausreden, weshalb sie dies und das grad nicht machen kann....z.B. sagte ich ihr mal, dass sie meiner Meinung nach in eine Psychosomatische Klinik gehört, und wegen ihrer körperlichen Beschwerden ins Krankenhaus....nein, das kann sie nicht, weil sie ja "so schnell Heimweh" hat.... :-|

Es ist leider ja auch so, dass sie Fremden gegenüber einen völlig vernünftigen Eindruck macht...da redet sie sehr einsichtig, gibt auch zu, dass etwas passieren muss. In meiner Gegenwart sieht es dann schon wieder ganz anders aus, hier redet sie, dass sie ja eh bald nicht mehr lebt und dass ich ja dann meine Ruhe vor ihr hätte....sie redet ständig so, obwohl ich mir alle Mühe gebe...aber ich kann nicht immer Samthandschühchen anziehen, dafür bin ich selbst zu angeschlagen.

Es gibt hier in unserer Stadt ein Beratungszentrum, für soziale und psychische Probleme, da werde ich hinfahren und erfragen, was ich machen kann. Solange ich noch die Kraft dazu habe....denn auch ich hätte gern psychologische Hilfe um meine Trauer irgendwie besser bewältigen zu können. Ich hoffe nur, dass man dort nicht wieder einfach nur abgefertigt wird..... :-/

C\ha!nce1007


Es gibt hier in unserer Stadt ein Beratungszentrum, für soziale und psychische Probleme, da werde ich hinfahren und erfragen, was ich machen kann.

Ruf vorher dort an und lass Dir einen Termin geben. Leider sind die wenigen Anlaufstellen oft heillos überfordert vom Ansturm. Einfach so werden sie nicht viel Zeit für ein Gespräch haben. Ansonsten sitzen dort Menschen, die helfen wollen und man wird nicht einfach so abgefertigt. :|N

_gPar)vat<i_


Klingt schon stark nach Depressionen, die deine Mutter haben könnte. Du solltest ihr auch nicht alle Arbeit abnehmen. Ich würde an deiner Stelle damit anfangen, einfach nicht mehr für sie einkaufen zu gehen. Der Hunger wird sie schon in den Supermarkt treiben. Vor allem ihre Zigaretten kann sie sich selbst besorgen, das ist ja jetzt nix lebensnotwendiges. Du kannst ihr ja anbieten, wenigstens bem tragen der Einkäufe zu helfen. Aber mehr auch nicht. Laufen wird sie schon können. Sie will es nur nicht. Den Rücken sehe ich hier ehrlich gesagt nur als Ausrede. Vor allem, wenn man es mit dem Rücken hat, sollte man sich erst recht bewegen und nicht nur auf der Couch liegen. Da macht man es nur noch schlimmer.

pEho*ebxe


Deine Mutter gehört dringend in eine Einrichtung! Sie muss lernen Verantwortung zu übernehmen, bis jetzt war ja immer jemand da, der alles gemacht hat...und so hat sie auch keinen Handlungsbedarf gehabt. Wie oben schon erwähnt...erkundige dich bei der AWO oder an einer anderen sozialen Einrichtung was du tun kannst. Nimm ihr nichts mehr ab. Sie hat es sicherlich auch am rücken gerade weil sie immer liegt! :)*

C|or neliea59


Ich kann mich den anderen Postern nur anschließen. Leg dir ein dickeres Fell zu, spring nicht mehr immer, wenn sie meint, sie müßte einen Riesenaufstand veranstalten, mit einem Wort: laß sie auflaufen, bis sie endlich ihren Hintern in Bewegung setzt! Die "Selbstmord"-Sprüche sind meiner Ansicht nach ein Teil ihrer Taktik, um dich weiter an der kurzen Leine zu halten. Rede klar, eindeutig und sachlich mit ihr, gewöhn dir das schöne Wort "Nein" an (und halte es durch!), und wenn sie wieder mal loslegt, dann verlaß das Zimmer ohne Kommentar oder leg ohne Vorwarnung den Telefonhörer auf!

Und stell ihr ruhig mal ein Ultimatum: entweder sie läßt sich helfen oder du fährst deine Leistungen für sie auf ein Minimum runter und bist nicht mehr so einfach verfügbar! Du bist nicht ihr Sündenbock und Prügelknabe! Fertig!

McomsiHlincxhen


Danke für eure Antworten.

Ja, ich rufe auf jeden Fall vorher bei der Beratungsstelle an. Hatte ich allerdings schonmal vor längerer Zeit gemacht, und da hieß es, dass sie eine Art Notfallsprechstunde an bestimmten Tagen die Woche haben. Hoffentlich ist es auch jetzt noch so.

Laufen wird sie schon können. Sie will es nur nicht. Den Rücken sehe ich hier ehrlich gesagt nur als Ausrede.

Parvati, so ist es nicht. Sie hat schon wirklich etwas mit dem Rücken, nämlich eine starke Skoliose, ich hab das selbst, daher weiß ich, dass es schon arg Probleme machen kann. Wenn sie wirklich mal runter vor die Tür muss, und ich sie begleite, muss sie alle paar Meter stehen bleiben und ne Weile warten. Sie zittert am ganzen Körper und schwitzt vor Schmerzen :-/

Sie war vor längerer Zeit damit beim Arzt, aber immer ohne Erfolg. Kurz bevor mein Vater starb, ging sie noch zu einem anderen Orthopäden, weil die Schmerzen mittlerweile bis ins Bein ausstrahlen. Der Othop. überwies sie zu einer MRT, dann starb mein Dad und seitdem hat sie sich nicht mehr um Ärzte gekümmert. Dabei war mein Dad so erleichtert, als er noch erfuhr, dass sie beim Arzt war, er sagte: endlich tut sich was!

Sie hat viele körperliche Beschwerden: Diabetes, Schilddrüsenprobleme, das Herz ist auch nicht so wie es sein sollte. Dann einen Bauchdeckenbruch, den sie nicht operieren lassen will, dadurch hat sie einen so riesigen Bauch, dass mancher schon dachte, sie wäre schwanger :-| . Zudem hohen Blutdruck. Sie nimmt sehr viele Tabl. gegen all die Probleme und spritzt Insulin.

Leg dir ein dickeres Fell zu

Jaaaa, das würde ich zu gern schaffen. Aber es ist sehr sehr schwer, ich bin ebenfalls stark angeschlagen, strudele im Moment recht hilflos herum, die Trauer und Verzweiflung ist einfach zu groß :°( Hier gehen die Emotionen rauf und runter – und das mehrfach am Tage.

Vorhin drohte es mal wieder zu eskalieren, da sie wieder einmal davon sprach, dass sie nicht mehr lange zu leben habe. Ich versuchte ruhig zu bleiben und fing vorsichtig an zu reden, dass sie villt. doch mal zu einigen Ärzten gehen sollte.....da fuhr sie mir sofort über den Mund; davon wolle sie nix hören. Wenige Sek. später weinte sie und schrie mich an, dass ihr Reden ein Hilfeschrei sei.... :°( :°(

Ja, aber was will sie für Hilfe?!? Sie lehnt doch alles ab, was ich ihr vorschlage.....sie stützt sich komplett auf mich und erhofft sich wohl, dass ich alles für sie ebne.....aber das kann ich nicht, dafür bin ich nicht stark genug :°(

Ich möchte ihr so gern helfen, aber bin ja – wie gesagt – kein Fachmann *seufz*.

Bin selbst so dermaßen traurig....ich vermisse Dad so sehr :°( :°( :°(

D?olohresx87


Hallo Momsilinchen,

erst einmal tut es mir sehr leid, was du alles durchzustehen hast. Du schreibst immer, du seist schwach. Ich finde, dass du dich sehr stark verhältst, und auch, dass du darauf stolz sein kannst. Ich hätte wahrscheinlich nicht so viel Kraft, das alles zu bewerkstelligen, so wie du sie hast.

Deine Mutter scheint tatsächlich ernsthafte Probleme zu haben, dennoch wäre eine gewisse Abgrenzung angebracht. Durchsetzungsvermögen an den richtigen Stellen, was nicht heißt, dass du deiner Mom nicht mehr beistehen sollst.

Die Sache mit den Zigaretten z.B. war gut. Gut, dass du ihr das gesagt hast! Das war genau der richtige Schritt. Mach ihr klar, dass du auch leidest und du Angst hast, sie bald auch noch zu verlieren und dass du sie auch genauso brauchst wie sie dich braucht, damit ihr auf eine gleichberechtigte Ebene kommt.

Ich kann dich teils sehr gut verstehen, auch wenn ich etwas andere Probleme habe und weit, weit weg von meinen Eltern lebe, eigentlich schon lange (mal weiter, mal weniger weit weg).

Meine Mutter raucht auch viel zu viel und spricht mir immer jegliches Leid ab (dass ich selbst schuld sei etc.) und jammert selbst wie eine Weltmeisterin, um es milde auszudrücken.

Mein Vater hat auch Rückenprobleme (hatte drei Bandscheibenvorfälle und kann in seinem bisherigen Beruf nicht mehr arbeiten, ist daher arbeitslos) und Altersdiabetes, und ist außerdem Alkoholiker. Daher konnte/kann auch er nicht für mich da sein, und das muss ich verstehen, denn er ist krank. Aber manchmal bin ich auch geschwächt, wenn nicht in solch hohem Maße, dennoch bräuchte ich jemanden zum Reden, am besten aus der Familie. Aber es gibt eigentlich keinen.

Ich finde es wirklich bewundernswert, mit was für einer Stärke du deiner Mutter hilfst. Ich bin so schwach, dass ich immer abhaue.

Vielleicht solltest du aber dennoch auch ab und zu an dich denken, und deiner Mutter sagen, dass du ihr beim Einkaufen hilfst, aber nicht alles allein machen kannst. Ich meine, es kann auch nicht gut für ihren Rücken sein, wenn sie den ganzen Tag liegt, auch bei einer Skoliose kann ich mir das nicht vorstellen. Ganz abgesehen davon, dass das für ihren Stoffwechsel wohl auch eher schlecht sein wird... Ein bisschen Bewegung kann niemandem schaden.

Hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

Liebe Grüße

Dolores87

C'hanRcex007


@ Momsilinchen

Sie hat schon wirklich etwas mit dem Rücken, nämlich eine starke Skoliose, ich hab das selbst, daher weiß ich, dass es schon arg Probleme machen kann.

Wie handhabst Du diese Erkrankung für Dich? Gehst Du zum Arzt und lässt Dir helfen, damit Du so lange wie möglich beweglich bleibst? Was glaubst Du, wie lange Du das alles noch schaffen wirst, wenn Du mit dieser Erkrankung die Belastung für zwei übernimmst?

Warum bist Du weniger wert und wirst verschlissen, während Deine Mutter sich auf Dir ausruht und rein gar nichts dafür tut, dass es ihr besser gehen könnte? Macht Dich das nicht neben all der Verzweiflung auch manchmal sehr wütend?

Vorhin drohte es mal wieder zu eskalieren, da sie wieder einmal davon sprach, dass sie nicht mehr lange zu leben habe. Ich versuchte ruhig zu bleiben und fing vorsichtig an zu reden, dass sie villt. doch mal zu einigen Ärzten gehen sollte.....da fuhr sie mir sofort über den Mund; davon wolle sie nix hören. Wenige Sek. später weinte sie und schrie mich an, dass ihr Reden ein Hilfeschrei sei....

Ich finde es ein Unding, was sie da mit Dir abzieht. Wie wäre es, wenn Du ihr das nächste Mal auf die Aussage, dass sie nicht mehr lang zu leben habe, kurz und knapp antwortest: "Ja, ich auch nicht, wenn nicht bald etwas passiert und jeder von uns beiden seinen Teil der Verantwortung alleine trägt." Dann umdrehen und sie damit alleine lassen.

Was sie da fährt ist weniger ein Hilfeschrei als emotionale Erpressung vom Feinsten. Sie wird es niemals schaffen, aus diesem Muster auszubrechen. Wenn es einer schafft, dann bist Du das, Momsilinchen.

Mach Dir klar, dass es erst Veränderungen geben wird, sobald Du aus diesem Räderwerk ausbrichst und etwas für Dich veränderst. Deine Grenzen neu steckst und auch durchsetzt. Dann, und erst dann, wird Deine Mutter gezwungen sein, auch etwas zu verändern.

M7ayf4lowexr


...und was meinen Freund betrifft, so hat er eh eine sehr lasche Einstellung zu Familie, etc. Er kümmert sich null um seinen Vater, der im Pflegeheim liegt...

Das ist keine lasche Einstellung, sondern gesunder Ueberlebenswille. Bei der Schiene, die Du fährst, sind am Ende 2 Menschen kaputt. Deine Mutter, weil sie nicht interdisziplinär betreut wurde (medizinisch, psychologisch, sozial, rechtlich) und Du, weil Du Dir – selbst angeschlagen – eine Aufgabe aufhalst, die Du alleine gar nicht bewältigen kannst.

Hol Dir Fachleute ins Boot und entscheidet gemeinsam über das weitere Vorgehen. Idealerweise macht Deine Mutter mit. Erfahrungsgemäss kann es aber vorkommen, dass eine Person plötzlich zu bocken beginnt, wenn sie merkt, dass nicht mehr nur das eigene – und meist hochgradig manipulierbare – Familienmitglied die Verantwortung trägt.

Ich würde meinen es braucht folgende Fachleute: Arzt/Aerzte für die gesundheitlichen Probleme, Psychologe für die psychischen Probleme, Sozialdienst/rechtliche Vertretung für die persönlichen Angelegenheiten (Wohnsituation, Finanzen, Ansprüche gegenüber Dritten, rechtliche Vertretung).

Die zukünftige Wohnsituation ist z.B. abhängig von der Gesundheit und Selbständigkeit Deiner Mutter. Evtl. ist das Wohnen in einer betreuten Wohnform das einzig Richtige. Das Wohnen in einer eigenen Wohnung, das nur funktioniert, weil Du alle anfallenden Arbeiten übernimmst, macht m.M.n. keinen Sinn. Längerfristig brauchst Du Deine Kräfte, um selbst einigermassen gesund, arbeitsfähig und beziehungsfähig zu bleiben.

Du bist keine schlechte Tochter, wenn Du die Betreuungsaufgaben Deiner Mutter delegierst. Man kann nicht alles alleine machen. Wenn Du die Gewissheit hast, dass gewisse Bereiche durch Fachleute abgedeckt sind, dann kannst Du Dich auf der Beziehungsebene um Deine Mutter kümmern (Besuchen, Reden, Zuhören, kleine gemeinsame AKtivitäten unternehmen).

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