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Arbeitsunfähig aus psychischen Gründen - Welche Chancen bleiben?

sdchlaLf:los_;in_Seaxttle hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

das wollte ich mir lange nicht eingestehen, aber vermutlich bin ich aufgrund diverser Angststörungen überhaupt nicht arbeitsfähig! Das mag man meinem beruflichem Lebenslauf auf dem ersten Blick nicht ansehen, da bisher viel gemacht, aber auf dem zweiten Blick sieht man, dass die jeweiligen Tätigkeiten eher kurzfristig und auch vielfältig unterschiedlich waren, was zwar nicht schlimm sein muss, aber eben doch auf gewisse Inkonsequenz und beruflicher Orientierungslosigkeit hinweisen kann.

Jedenfalls glaube ich mittlerweile an eine grundsätzliche Arbeitsunfähigkeit, da ich eine Angstproblematik und / oder ein psychologisches Problem habe, dass es entweder erst zu lösen oder meine Arbeitsunfähigkeit endgültig anzunehmen gilt, hier bleibt aber meine Frage, bezüglich der Konsequenzen...

Ich spüre nun schon seit einiger Zeit vor allem die finanzielle Belastung durch Arbeitslosigkeit und natürlich auch das miese Gefühl, überhaupt arbeitslos zu sein. Ich würde auch gerne etwas dazu beitragen, wieder mehr finanzielle Unabhängigkeit, Teilnahme am regulären Arbeits- und gesellschaftlichem Leben usw. wieder herzustellen bzw. mich dem Blick der kritischen Öffentlichkeit zu entziehen, da oberflächlich betrachtet mir nichts fehlt und es evtl. als arbeitsfaul gedeutet werden könnte. Letzteres ist schwer zu ertragen, vor allem auch deshalb, weil niemand mein Problem ernst zu nehmen scheint oder es auf Grund von Unkenntnis nicht kann.

Seit einiger Zeit habe ich Termine bei einem Psychologen. Sie bedeuten mir eine gewisse Entlastung, mal über alles sprechen zu können.

Was die Arbeitsfähigkeit betrifft: erst heute wache ich wieder mit Übelkeit und Bauchweh auf. Genau das sind Symptome, auch wenn sie körperlich nachvollziehbarer Natur sind (anstehende Regel), können genau diese Symptome Panik-Gefühle in mir auslösen. Ich verspüre dann einen besonders angespannten Druck von Übelkeit mit einhergehender Panik. Das gnadenlose Klingeln des Weckers meines Partners kann das noch verstärken. Sein Leistungsdruck auf mich ebenfalls, dass ich morgens mit aufstehen soll, Frühstück richten usw.

Grundsätzlich kein Problem, ich trinke dann auch gerne noch meinen Kaffee mit ihm, kann die ersten Haushaltsgriffe erledigen usw., aber heute ging es mir wieder mies. Auch deshalb, meinem Partner ne Abfuhr zu erteilen und ihm zu sagen, mir geht es heute nicht gut. Übelkeit und Panik ließen mich liegen bleiben wollen. Kaffee kochte ich aber noch und als der Druck langsam wich, konnte ich dann auch wieder was richten und -> funktionieren wie jeden Morgen, aber genau in solchen Momenten stelle ich meine grundsätzliche Arbeitsfähigkeit in Frage und überlege, dass bei meinem Psychologen mal anzusprechen. Für heute hätte ich mir schwer vorstellen könne, mich zu richten und dann raus. Es fühlt sich sogar als Entlastung für mich an.

Diverse Symptome überfallen mich ja auch tagsüber. Ich stemme meinen Alltag sehe aber Probleme darin, Leistung konsequent, regelmäßig, täglich, mit evtl. Überstunden und absoluter Flexibilität usw. bringen zu müssen. Mein Problem ist sicherlich komplex und mit meinem Partner kann ich schlecht über sowas reden, nie krank sein, ímmer funktionieren, Leistung bringen usw. bestimmen eher sein Verhalten und meine Probleme erscheinen ihm unverständlich.

Aber welche Chancen verbleiben mir bei Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Probleme? Wie managen andere Leute sowas? Was würdet ihr tun?

Liebe Grüße, schlaflos_in_Seattle @:)

Antworten
l&eana-DBu)rgxfest


Hallo schlaflos_in_Seattle *:)

Ich kann dir aus eigener Erfahrung nur schildern, dass es so einfach mit der Eu-Rente nicht ist.

Es dreht sich nämlich gar nicht drum, wieviele Symptome du hast oder wie viele Krankheiten/Operationen. Sogar einen GdB spielt nur am Rande eine Rolle.

Es kommt tatsächlich darauf an, inwieweit deine Erkrankung sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. ( ob du fähig bist dich lange zu konzentrieren, ob du fähig bist, pünltlich am AP zu sein. Wie lange du dich beschäftigen kannst, ob du ohne fremde Hilfe Tätigkeiten ausüben kannst....)

Nachdem was du hier schilderst wirst du es sehr schwer haben. Wie ich richtig verstanden habe, hast du noch gar keine Befunde? Noch keine Behandlungen? Das ist eigentlich der erste Schritt den du machen solltest.

Bist du momentan beschäftigt?

Ich würde an deiner Stelle zuerst zu meinem Hausarzt gehen, dieses Problem ansprechen, dieser kann dir jeden weiteren Weg vorschlagen. Ich denke du musst eher erst mal alle möglichen Behandlungen und Therapien gemacht haben und zu schauen ob dein Problem behebbar ist oder nicht.

Evt. könntest du auch eine Reha mache, oftmals hilft das schon wieder im Berufsleben Fuß zu fassen. Natürlich kann es dir jetzt schlecht gehen und jetzt bist du krank aber du kannst nicht wissen ob nicht eine Krankmeldung für längere Zeit und Behandlungen ausreichen um dich wieder arbeitsfähig zu "machen".

Viel Glück und gute Besserung @:)

l+ean:a-Bur'gxfest


meinem

also deinen natürlich ;-D

Aendr\ea 'undj LINA


@ leana-Burgfest

Ich meine ich hätte mal gelesen das du auch versucht hast die Rente zu bekommen. Hast du die durchbekommen ?

lheanaq-B=urgfepst


Hallo Lina @:)

Nein, bis jetzt noch nicht. Ich quäle mich mit Gutachtern rum. Und Gutachten-verdreherei %-|

Ich warte jetzt auf den Bescheid – aber ich bin mir fast 100% dass ich sie abgelehnt bekomme.

Lieb, dass du fragst :-)

swchlaflovs_ind_NSexattle


Hallo leana-Burgfest,

danke für deine Antwort!

An sowas wie Rente oder so hatte ich noch gar nicht gedacht...Aber dein geschildertes Problem bezüglich Rente durchbekommen kenne ich von einer Nachbarin, auch das Problem, sich mit Gutachen und -verdreherei sich herumzuschlagen und solange sitzt msie auch auf heißen Kohlen.

Naja, Befund ist bisher Angststörung. Aber du hast schon recht, ich muss mich mal noch konkreter durch die Hilfen von Ärzten durch-orten. Eher ist es so, dass ich mich ratlos fühle, wie es mit mir denn überhaupt weiter gehen könnte, wenn das mit mir nicht mehr würde. Es ist ja nicht so, dass ich grundsätzlich als arbeitsunfähig einschätze, es wäre eher an den Umständen gebunden...Wenn es mir schlecht geht, ist es momentan so, dass ich Zeit brauche, um mich zu entspannen und zu beruhigen um die Angst loszukriegen. Manchmal kann es auch dazu kommen, dass ich mich übergeben muss oder zumindest das Gefühl danach habe. Ich fühle mich dann total schwach und hilflos dem Problem ausgesetzt. Es ist aber auch so, dass durch Zeit und Entspannung ich mich wieder "fangen" und dann Leistung bringen kann.

Naja, mal die Hilfsmöglichkeiten durchgehen.

Viele Grüße, schlaflos_in_Seattle @:)

ALndkrea u?nd LxINA


Meine EU- Rente wurde auch erst abgelehnt, aber nach Widerspruch dann doch bewilligt. Ohne Widerspruch geht glaube ich heutzutage gar nicht mehr...nun das ganze hat auch über 1,5 Jahre gedauert. Also Geduld muss man haben...

SSi`nnestuätexr


Wie managen andere Leute sowas?

Klingt banal, aber...Zähne zusammenbeißen und irgendwie durch. Es ist erstaunlich, wie oft man selbst glaubt, es geht nicht mehr, und dann geht es eben doch noch, zwar nicht gut, aber es geht.

Wenns mal wirklich gar nicht mehr geht, gibt es Urlaub (mit oder ohne Krankenschein) und/oder Medikamente.

Wenns schlecht geht, alle Dinge, die man verschieben kann, auf später verschieben. Die Freizeit so streß- verantwortungs- und terminfrei halten wie möglich. Und so viel Freizeit wie möglich (z.B. nur halbe oder 3/4-Stelle).

SWinneIstätxer


Achja, nochwas: Mißstände erkennen und beseitigen. Ist der Job nur anstrengend, weil man krank ist, oder ist man krank, weil der Job zu anstrengend ist? Im letzteren Fall: Kündigen. Bringt die Beziehung in der Summe mehr schöne als anstrengende Momente? Wenn nein, kicken. usw...usf...

lIeanan-Bu.rgfexst


Sinnestäter, das hast du schön geschrieben, aber leider kann ich dir da nicht zustimmen, leider ist es tatsächlich so, dass man irgendwann oder irgendwie an dem Punkt ist an man wirklich nicht mehr kann. Tatsächlich sogar kann man arbeitsunfähig sein, da hilft kein Krankenschein und kein Urlaub mehr. Ich finde da ehrlich gesagt "Zähne zusammen beißen und durch" der absolut falsche Weg. @:)

SDinn,estät^er


leider ist es tatsächlich so, dass man irgendwann oder irgendwie an dem Punkt ist an man wirklich nicht mehr kann

Weiß ich doch @:) Ich war selbst schon mehr als einmal in Zuständen, in denen ich den Weg vom Bett zum Klo kaum noch geschafft habe. Bisher (toi toi toi) konnte ich mich innerhalb von 2-8 Wochen Ruhe und Antidepressiva-Dröhnung wieder arbeitsfähig bringen – was ja nicht heißt, daß mir das immer gelingen wird.

Ich kenne aber auch, bis quasi eine Minute vor der Abfahrt sicher gewesen zu sein, daß ich den Tag nicht überlebe, mich dann durch kleingesteckte Etappenziele doch noch dazu gebracht habe: Geh erstmal zum Auto. Kannst ja wieder umkehren. Auf die Autobahn. Kannst ja dann wieder umkehren. Zur Arbeit. Kannst ja dann sagen, dir ist plötzlich übel geworden. Zur Mittagspause...usw...und dann, am Abend, stellt man fest, daß der Tag doch gar nicht so übel war :-D

mBauxma


Sein Leistungsdruck auf mich ebenfalls, dass ich morgens mit aufstehen soll, Frühstück richten usw.

Mein Problem ist sicherlich komplex und mit meinem Partner kann ich schlecht über sowas reden, nie krank sein, ímmer funktionieren, Leistung bringen usw. bestimmen eher sein Verhalten und meine Probleme erscheinen ihm unverständlich.

Aber wozu ist denn ein **Partner ** da |-o

Ich bin zum Glück gesund, aber eine Freundin von mir leidet an einer schweren Depression mit Angststörung

Wie sie sich dabei fühlt weiss ich nicht, ich kanns zum Glück nicht beurteilen, aber ich kann Ihr zuhören, Ihre Ängste ernstnehmen, und ihr die Hand halten wenn es ihr schlechtgeht.

Dazu sind Freunde da, und wie ich finde Partner erst recht.

Denke an Dich

Würde man von einem Krebskranken Patienten auch erwarten , dass er am Morgen das Frühstück für seinen gesunden Partner richtet.

s7chl>aflosP_in_SOeattlxe


Danke ephebophil für die Schilderung deiner Erfahrungen, deines Werdegangs mit den psych. Krankheiten und bezüglich der EU-Rente! Ebenso danke Sinnestäter, auch für Tipps (kenne ich, mit kleinen Schritten konnte ich mich bisher gut motivieren) und danke Mamau.

@ leana burgfest:

Als ich diesen Thread hier eröffnete ging es mir nicht in erster Linie um das Beantragen von Rente. Eher, wie könnte es weiter gehen, ich will meinem Partner auch nicht so auf der Tasche liegen und ich will auch wirtschaftlich unabhänig von ihm sein usw. Allerdings erinnere ich mich, dass ich gelegentlich den Gedanken daran verschwendet habe, sowas wie "Frührente" zu beantragen, also rein mal spekulativ ohne zu wissen, wie das geht und was dazu nötig ist und ob es überhaupt möglich ist mit einem berufstätigen Partner usw.. Aber dieser Gedanke hatte etwas Entlastendes. Das Finanziell existentiell gesichert sein und mit den Belastungen der Krankheit nicht auch noch den Belastungen eines fremdbestimmten ARbeitslebens ausgeliefert zu sein, hatte etwas Angenehmes und Entspannendes.

Naja...vielleicht werde ich aber noch andere Mittel und Wege finden...Die Gespräche mit dem Psychologen haben ja erst angefangen und ich gehe gern hin, was wohl ein Zeichen dafür ist, dass die Termine mir gut tun, Entlastung bringen und sowas wie Hilfe darstellen.

@ mamau:

ja, du hast recht, ein Partner sollte mir eine Unterstützung sein. Eher ist es so, dass ich das Gefühl habe, ihn zu stützen, auch wenn er das gar nicht so sieht. Ich bin eher emotional, den Rücken stärkend usw. für ihn da, als er es für mich ist, so habe ich zumindest das Gefühl.

Ich bin zur Zeit arbeitsunfähig und aber auch arbeitsuchend. Ich habe auch kein Glück, eine Stelle für mich zu finden, da spielen aber auch andere Gründe mit rein, die meine psychische Verfassung dbgl. allerdings auch nicht verbessern und mich weiter grübeln lassen. Zu alledem fühle und leide ich mit meinem Partner mit, mit seinem früh Aufstehen morgens, und dass ich ihm größtmöglich Unterstützung sein möchte, dass wenigstens er die bestmögliche psych. Unterstützung meinerseits hat, um seinen Job zu halten, auch was die Versorgung von Haushalt, Kochen etc betreffen.

Wenn er Probleme hat, kann ich mir die Anhören und habe auch gleich Lösungsansätze parat. Oder ich kann gedanklich mal was durchgehen..in meinem Fall ist das nicht so ohne weiteres möglich, da ist es eher so, dass ich alles von allein wissen sollte, müsste, könnte.

Oft wünsche ich mir, ebenso im Reinen mit mir zu sein, wie er es für sich zu sein scheint. Ach, es ist schwer zu erklären. Ich wünsche mir, dass ich auf die Beine komme, sowohl beruflich, als auch persönlich, wie auch immer.

Liebe Grüße und danke für den Austausch hier, schlaflos_in_Seattle

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