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Freundin kommen manchmal sofort immer die Tränen, wieso?

S,ara$linTa26 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich weiß nicht so ganz ob ich hier richtig bin, aber da ich denke, dass es vielleicht irgendwas "Psychologisches" ist versuche ich hier einfach mal mein Glück.

Es gibt Leute, die sind wie ein "Fels in der Brandung" und dann gibt es aber auch Leute, die bei jeder Kleinigkeit anfangen zu weinen bzw. die sofort feuchte Aufen kriegen - z.B. wenn ein Freund, Kollege, Kommilitone mal ein bisschen "lauter" wird oder wenn für den Betroffenen ein plötzliches Problem aufgetreten ist (was nicht mal so schlimm ist aber einem im ersten Moment schlimm vorkommt). Eine Freundin von mir scheint zu der letzteren Sorte zu gehören und ihre scheinen bei der geringsten Belastung (also wenn es ein Problem gibt wo sie vielleicht einen kleinen Fehler gemacht hat oder sowas) immer die Tränen zu kommen. Sie meint dass sie dann genau spürt dass ihr die Tränen kommen aber sie nichts dagegen tun kann. Sie schämt sich dann anschließend immer total dafür weil sie genau weiß dass sowas unprofessionell rüberkommt, aber sie meint dass sie einfach nichts dagegen machen kann. Selbst wenn sie sich selber sagt "es ist ja gar nicht so schlimm" (z.B. ein Gespräch mit unserem wichtigsten Kunden umd ein Problem zu klären an dem sie leider nicht ganz unbeteiligt ist) und auch wenn sie es selber wirklich so sieht kommen ihr die Tränen - vielleicht weil sie trotzdem irgendwie "angespannt ist?!

Sie vermeidet solche Situationen nun sogar weil sie Angst hat, dass sie dann irgendwem wieder mit total roten und feuchten Augen gegenüber sitzt und wie eine Memme wirkt.

Woran könnte es denn liegen, dass sie in "angespannten" Situationen oft den Tränen nahe ist obwohl sie ja - wie sie selber sagt - weiß dass es vielleicht nicht so schlimm ist und dass es unprofessionell wirkt? Sie meint, sie wurde früher öfter mal geschimpft und oft auch grundlos angeschrien, aber dass sie da nie angefangen hat zu weinen (sie kannte es dann wohl irgendwann so). Ich habe die Vermutung dass das vielleicht irgendwie zusammenhängt, aber ich habe keine Ahnung wie genau. Warum hat sie früher nie angefangen zu heulen und heute heult sie sobald es mal ein bisschen schwierig wird?!?

Außerdem heult sie nicht in jeder angespannten Situation gleich los - wenn es um Konflikte in der Familie oder im Freundeskreis geht dann ist alles okay - selbst bei den wildesten Geschichten heult sie nicht gleich los. Aber wenn sie z.B. vor dem obersten Chef Stellung zu was nehmen soll oder sowas dann kommen ihr sofort die Tränen. Warum?

Antworten
mnuskatrnusxs


Das kann viele Gründe haben. Aber so etwas ist meistens mit der Kindheit und der Erziehung verknüpft. Wie du es ja schon gesagt hast.

Sie meint, sie wurde früher öfter mal geschimpft und oft auch grundlos angeschrien, aber dass sie da nie angefangen hat zu weinen (sie kannte es dann wohl irgendwann so).

Vielleicht hat sie es so kennengelernt, dass bei einem Fehler den sie begeht sie gleich angeschrien wird. Oft verbieten Eltern das Weinen; "Kind behalt die Fassung!" und sowas gibts auch, weil Weinen ein Zeichen von Schwäche ist, sowas kommt dann Jahre später raus.

Es kann so viele Gründe dafür geben, aber die findet man als Außenstehender nicht heraus und auch nicht übers Internet. Man kann eine Analyse machen bzw. eine tiefenpsychologische Psychotherapie, wenn man so was herausfinden will. Aber ist die Frage warum man das herausfinden will. Will sie das ändern, dass sie so schnell weint?

Sie kann auch einfach nur ein zartes Persönchen sein, was nicht mit Druck umgehen kann. Aber ist schon richtig, meistens steckt da mehr dahinter.

*:) @:)

EWle$ono0ra


Es ist nur eine Theorie, aber:

Wenn man als Kind oft (grundlos) angeschrien wurde, dann weiß man das es danach damit getan ist. Man hat einen Fehler gemacht, der andere hat seinen Unmut rausgebrüllt und dann folgt eben Ruhe.

Wenn man nun als erwachsener einen Fehler macht, dann ist es damit nicht getan. Man wird nicht angeschrien, muss aber Rede und Antwort stehen, muss seinen Fehler korrigieren.

Das kann einem direkt in den Kopf schießen: "Ich weiß nicht wie ich mich entschuldigen kann/wie ich es wieder gut machen kann."

Wenn man gelernt hat dass alles wieder gut ist, nachdem man angeschrien wurde, dann denkt man bei Leuten die das nicht tun, dass sie noch 'saurer' sind. Man muss seinen Fehler korrigieren und weiß nicht ob nun 'wieder alles gut ist'.

Also ein bisschen 'vielleicht mag man mich nicht mehr' gepaart mit 'Versagensangst'.

Und die Veragensangst scheint deine Freundin ja momentan richtig zu blockieren.

Es ist nur eine Laienmeinung, möchte ich nochmal betonen.

ECl9eonxora


Und zum Titel: Weniger Fragezeichen, dann mehr Mitschreiber.

M`ariegCurie


Mir geht es genau so... Es ist schrecklich, unangenehm bis peinlich und dennoch kann ich nichts machen um die Tränen aufzuhalten...

Ich schäme mich teilweise heute noch bis in Grund und Boden, mittlerweise versuche ich es jedoch zu akzeptieren, dass ich eine Heulsuse bin, aber es ist nicht einfach, immer diese Heulerei :°(

Für mich ist es zb wichtig, Menschen um mich zu haben, die dies akzeptieren und nicht immer Fragen, was denn jetzt schon wieder sei, warum ich denn jetzt schooon wieder heule.. eben genervt wirken. :-/ :-(

.,X.


Für mich ist es zb wichtig, Menschen um mich zu haben, die dies akzeptieren und nicht immer Fragen, was denn jetzt schon wieder sei

Genau, es besteht überhaupt kein Grund, sich zu schämen. Manche sind eben nah am Wasser gebaut. Man reicht ein Taschentuch und gut ist's :)z :)* was soll erst ein Mann sagen, dem es so geht

E[leon[orxa


Aber das Problem bezieht sich doch eher auf ihren Job, als auf's Private ... wenn ich das richtig verstanden hab. Im Job kann man ja schlecht genervt abwinken und einfach weiter machen. ;-D

TNrav4is Buickle


Ja, ich schließe mich meinen Vorantwortern an.

Es ist das, was zum Beispiel der Autor Giger-Bütler als die "Brüchigkeit" bezeichnet.

Damit ist die Beziehung zu den Eltern gemeint. Mancheiner hat das Glück in der Kindheit stabilen und kompromisslosen Rückhalt zu finden; für den anderen brach(/bricht) jedesmal die Welt zusammen, wenn ihm ein Missgeschick passiert, für das er nun bestraft wird. So jemand erlebt auch bei vergleichsweise leisem Wind noch als Erwachsener das Gefühl, niemanden zu haben. Und das ist wirklich unangenehm: von einer Sekunde auf die andere verlassen einen jede Kraft und Zuversicht.

Sich diesen Sachverhalt in einer psychodynamischen Therapie bewusst zu machen, würde das Problem lösen. Hierzu müsste man aber durch die Erstverschlimmerung, und ob das verhältnismäßig wäre, muss jeder selbst entscheiden.

.1X.


Ich kenne auch jemanden, die nach einem Anschiß vom Chef manchmal heulend rausrennt. Besonders wenn man sowieso schon gestreßt bis obenhin ist. Es soll aber Chefs geben, die soviel Empathie und gutes Benehmen besitzen, um sich danach (ok, manchmal dauerts einen Tag ;-) ) zu entschuldigen, und wenn es ganz gut läuft, sich sogar in den nächsten Tagen etwas zurückhalten in der Art, wie sie mit ihren Angestellten umgehen :)*

MOorelZla


Ich bin auch so eine. Ich heule sofort, obwohl ich dabei gar nicht so emotional bin.

Meine Tränen fließen bei Fernsehwerbung, bei einem Lied, mit dem ich Erinnerungen verbinde, wenn ich meine Katzen beobachte, wenn mich jemand Fremdes in der S-Bahn anlächelt, wenn mir meine Chefin lobend auf die Schulter klopft, wenn mein Freund mein Lieblingsessen gekocht hat, wenn ich Komplimente bekomme... Das sind keine Übertreibungen! Ich heule bei jeder Kleinigkeit. Meistens sind es Freudentränen bzw. Tränen der Rührung oder Sehnsucht, manchmal kommen mir die Tränen auch aus Überforderung. Und natürlich aus Wut – wenn ich wütend bin, muss ich Sturzbäche heulen!

Heute kam ein Kunde in den Laden, kaufte eine Packung Taschentücher mit bunten Motiven und drückte sie mir im Hinausgehen in die Hand mit den Worten: "Nicht weinen!" In diesem Moment war mir gar nicht bewusst, dass meine Augen schon wieder sehnsuchtsvoll tropften.

Ich kann nichts dagegen tun. Es nervt mich. Vor allem, weil ich dabei meistens gar nicht wirklich zutiefst gerührt oder betroffen bin, zumindest nicht gedanklich. Doch die Gefühle drängen in mir hoch und mit ihnen kommen die Tränen.

Ich habe das noch nie jemandem erzählt. Auf der Arbeit, in der Uni und im Freundeskreis glauben alle, ich hätte leicht reizbare Augen, weil es mir so peinlich ist und ich völlig hilflos bin.

|-o

MHarieC+urxie


Meine Tränen fließen bei Fernsehwerbung, bei einem Lied, mit dem ich Erinnerungen verbinde, wenn ich meine Katzen beobachte, wenn mich jemand Fremdes in der S-Bahn anlächelt, wenn mir meine Chefin lobend auf die Schulter klopft, wenn mein Freund mein Lieblingsessen gekocht hat, wenn ich Komplimente bekomme... Das sind keine Übertreibungen!

Kenn ich nur zu gut.. insbesondere Tränen der Rührung. Letztens ging ich spazieren und sah wie sich ein älteres Pärchen umarmte.. ich spürte, dass ich kurz davor war Tränen zu vergießen, aber da kann ich mich dann doch meist zusammen reißen..

Was auch ganz ganz ganz schlimm ist – wenn ein anderer weint.. ich muss ihn nicht mal kennen

MGor e'l0la


Kenn ich nur zu gut.. insbesondere Tränen der Rührung. Letztens ging ich spazieren und sah wie sich ein älteres Pärchen umarmte.. ich spürte, dass ich kurz davor war Tränen zu vergießen, aber da kann ich mich dann doch meist zusammen reißen..

Was auch ganz ganz ganz schlimm ist – wenn ein anderer weint.. ich muss ihn nicht mal kennen

Auch das könnte von mir sein. Alte Pärchen sind wirklich ganz schlimm, letzte Woche saß ich einem in der Bahn gegenüber. Sie hielten Händchen und tuschelten und ich hätte mich am liebsten woanders hingesetzt, weil ich aus Rührung wieder anfing zu wässern. Und das, während ich meine Unibücher las und eigentlich ganz woanders war. %-|

Ich bin auch nach außen hin gar nicht so emotional. :-/

.zXx.


Ich finde das süß |-o Nur das es Dich so nervt, finde ich wiederum gar nicht süß :)_ Aber dieses einfach Rauslassen von Gefühlen hat was rührendes wahrscheinlich spricht das meine Vater- bzw. Männergefühle an ;-)

MEore$lxla


Es nervt mich eben, weil ich gar nicht so bedürftig und zart bin, wie ich dann erscheine.

Es ist einfach zuviel: Ich schaue z.B. Toffifee-Werbung nur ein Beispiel, ich weiß gar nicht, welche Toffifee-Werbung zur Zeit läuft und denke mir dabei: "Oh Gott, so ein Riesenscheiß", aber meine Tränen fließen einfach und meine Gefühle singen: "Haaach, heile Familie!"

Ich brauche irgendein Mittel, das die Tränenproduktion hemmt. >:(

Drolo<resx87


Morella

Ich brauche irgendein Mittel, das die Tränenproduktion hemmt.

Haha, sowas brauche ich auch :D! Zumal ich immer kurz vor meinen Tagen und kurz, bevor ich krank werde, schon bei den kleinsten Anlässen zu weinen anfangen muss. Dummerweise kam vor etwas über einer Woche beides zusammen... Am 19.10. kam die böse rote Tante zu Besuch UND am 19.10. fing ich an, krank zu werden. EINEN Tag davor habe ich doch tatsächlich in der Uni einen ganzen Kurs durchgeflennt, und wusste nicht richtig, wieso.

Ich hab's ein bisschen nur auf die Tage zu schieben versucht und mir die ganze Zeit selbst gesagt "Du bekommst doch nur deine Regel, hör auf zu heulen! Alles halb so wild!", aber das hat nichts gebracht...

Der Anlass war, dass zwei Mädels reinkamen, ich denen gesagt habe, sie können sich doch zu mir setzen (hatte extra 2 Plätze für sie frei gelassen) und sie sich dann ohne Reaktion eine Reihe vor mich gesetzt haben. Die eine hat sich aber erst dann umgedreht und mich gegrüßt, vielleicht hatte sie mich vorher einfach nicht gesehen? Aber so sicher bin ich mir da bis jetzt immer noch nicht, weil sie sich auch an anderen Stellen komisch verhält. Doch hab ich das letzte Mal ÖFFENTLICH aus solchen Gründen mit 12 geheult! Ich hab mich gefühlt wie in der Schule, als ich noch gemobbt wurde. War echt superpeinlich, das Ganze.

@ Saralina26

Ich habe also ähnliche Probleme wie deine Freundin. Habe mal ne Zeit lang in einem Supermarkt gejobbt und nachdem ich von dem Chef angebrüllt wurde, bin ich auch in Tränen ausgebrochen. Ich habe versucht, diese zurückzuhalten, und zwar so sehr, dass ich im Gesicht alles rote Flecken vor Anstrengung durch den Kampf gegen die Tränen hatte. War echt schlimm, und aus Angst vor solchen Situationen fällt es mir heute sehr schwer, einen Nebenjob zu suchen bzw. in Angriff zu nehmen. Da paaren sich Ängste wie Angst vor Mobbing und Angst vor öffentlichem Heulen bzw. mangelnder Kritikfähigkeit und noch einige andere.

Womit sowas zusammenhängen kann, ist schwer zu sagen. Gerade für mich, die selbst nah am Wasser gebaut ist. Es könnte echt mit der Kindheit zusammenhängen, denn meine war nie leicht. Ich wurde auch angebrüllt, aber auch manchmal geschlagen, während ich in der Schule ebenfalls schlecht behandelt wurde und mir logischerweise auch gern "Heulsuse!" hinterher gebrüllt wurde.

Wie man das wegbekommt, wäre die nächste interessante Frage... Abstellen geht nicht. Selbstvertrauen aufbauen ginge vielleicht. Aber sowas braucht Zeit. Das Weinen schränkt einen durchaus im beruflichen Bereich ein, macht einen angreifbarer. Auch sozial ist das wohl nicht zu unterschätzen...

Liebe Grüße

Dolores87

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