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Panische Angst vor lauten Geräuschen

StaxRawxr hat die Diskussion gestartet


Nabend,

seit einiger Zeit habe habe ich panische Angst vor lauten Geräuschen. Meine Angst nimmt immer mehr zu und ich kann nichts dagegen tun.

Ich versuche laute Sachen zu meiden, komme aber nicht immer drum rum.

Letztens, als ich mein Zimmer saugen sollte, war es schlimmer als je zuvor. Erst habe ich den Sauger lange angestarrt. Dabei wurde ich immer nervöser und wollte es bloß hinter mich bringen. Als ich dann den Sauger angeschaltet habe, habe ich geschrien wie am Spieß. Die ganze Zeit. Mein Herz raste und ich fing an total zu schwitzen. Nach kurzer Zeit schaltete ich den Sauger aus. Ich stand da und fing an zu weinen. Später wollte ich dann weiter machen. Das selbe Spiel ging von vorne los. Dann wurde ich aggressiv und hab um mich geschlagen. Hab den Stecker raus gerissen und stand regungslos da, bis ich wieder weinen musste.

.. Jeden Abend fährt hier eine Kehrmaschine lang. Davor kann ich nicht flüchten. Wenn ich diese schon in der Ferne höre, werde ich schon ganz verrückt. Ist sie da, bin ich wie weg. Dann will ich, dass es nur noch aufhört und werde aggressiv. Danach muss ich wieder weinen.

Wenn ich am Bahnhof stehe und ein Zug an mir vorbei saust, habe ich das selbe Problem. Auch vor Motorrädern oder Mofas habe ich panische Angst. Wird eins eingeschaltet, muss ich schreien. Mein Herz rast und dann fließen auch schon die Tränen. Früher, als ich ca. 5 Jahre alt war, hat alles angefangen. Dann war es mal nicht so stark und jetzt wird es immer schlimmer. Ich kann nichts dagegen tun. Ich will, dass es aufhört. Es belastet mich irgendwie stark. Aber immer, wenn ich in diese Zustände verfall, ist es, als würde ich jegliche Macht über mich verlieren.

Was kann das sein und was kann ich dagegen tun..? :°(

Antworten
S^helkby TL.


Was kann das sein und was kann ich dagegen tun..?

Medizinische bzw. psychologische Hilfe wäre keine Option?

Aamy88


Mir ging es als Kind eine Zeitlang genauso!

Ich hatte PANIK vor lauten Geräuschen und vor Gegenständen, die laute Geräusche verursachen können.

Durch deine Beschreibung fühle ich mich gerade total in diese Zeit zurückversetzt...es war so schrecklich...

Woher kann denn so etwas nur kommen?!

SNaWRawr


Ich ziehe es aber nicht in Betracht, einen Psychologen aufzusuchen.

Lieber suche ich mir anonym Hilfe und versuche es dann allein zu überwältigen.

Es wird sicherlich jemanden geben, der das selbe durchmacht wie ich und mir Tipps geben kann, besser damit umzugehen.

Es tut mir leid, dass ich dich mit meiner Beschreibung in alte Situationen zurückversetzt habe. Das wollte ich nicht..

Konntest du denn irgendwas dagegen tun? Ohne psychologische Hilfe?

Übrigens; für einen Psychologen habe ich auch gar keine Zeit und bei ihm würde ich sowieso kein einziges Wort rausbringen können. Ich möchte bloß wissen, was es sein kann und was ich, als einzelne Person, dagegen tun kann. ..

Dennoch danke für die Hilfe.

_HPar@va\ti_


Was fühlst du, wenn du laute Geräusche hörst? Man hat ja nicht direkt Angst vor dem lauten Geräsch selbst sondern eher davor, was in dem Zusammenhang mit dem Geräusch passieren könnte. Verstehst du, was ich meine?

Ist irgendetwas in der Vergangenheit passiert, was dein Problem ausgelöst haben könnte? Sowas kommt ja nicht aus heiterem Himmel. Wenn du dich nicht mehr erinnern kannst, vielleicht auch mal deine Eltern dazu befragen. Es kann ja durchaus sein, dass ein Trauma oder sowas dahinter steckt.

Ich ziehe es aber nicht in Betracht, einen Psychologen aufzusuchen.

Warum nicht?

Lieber suche ich mir anonym Hilfe und versuche es dann allein zu überwältigen.

Glaubst du, dass du das nach so langer Zeit noch allein in den Griff bekommst? Ich würde ehrlich gesagt schon einen Psychologen empfehlen. Du musst da auch nicht gleich eine Therapie beginnen. Es gibt ja erst mal insgesamt 5 Probesitzungen, die du bei einem einzigen oder auf mehrere Psychologen verteilt, zur Verfügung hast. So kannst du erst mal den Mensch dir gegenüber kennelernen und dieser ebenso dich. Wenn du halt mit einem Psychologen nicht klar kommst, gehst du halt zu einem anderen. Natürlich kannst du nach den Probesitzungen auch sagen, dass du keine Therapie bei einem Psychologen willst. Aber versuchen würde ich es an deiner Stelle schon. Hinterher kann man immernoch sagen, dass es nix für einem ist.

Übrigens; für einen Psychologen habe ich auch gar keine Zeit

Kann ich mir nicht vorstellen.

und bei ihm würde ich sowieso kein einziges Wort rausbringen können.

Ein Psychologe wird dich schon zum Reden bringen. Warum siehst du so ein Problem darin? Mit deinem Hausarzt kannst du doch sicher auch über deine körperlichen Beschwerden reden. Da wird es doch wohl auch bei einem Psychologen gehen, nur, dass du eben mit ihm über deine seelischen Probleme sprichst.

SaaRawxr


Als ich 5 Jahre alt war, wurde ich von einem Mofa oder was auch immer das genau war gezielt angefahren. Viel weiß ich davon nicht mehr, das meiste auch bloß aus Erzählungen von meinen Eltern.

Dabei kam ich fast ums Leben und erlitt schwere Verletzungen. Am Unfallort habe ich noch um mein Leben kämpfen müssen, es aber glücklicherweise geschafft.

Seit dem Unfall war ich richtig schlimm. Ich hatte Angst vor allem. Dachte, dass mich Fahrräder überfahren und habe geschrien wie am Spieß, wenn ich eins auf mich zukommen sah. Ich hatte panische Angst vor Motorrädern und ähnlichem, was ich auch jetzt noch habe. Wenn ich bloß eins gesehen habe, habe ich schon um Hilfe geschrien. Es kam dann auch so, dass ich Angst vor anderen Kindern hatte. Ich hing dann total an meiner Mutter, weshalb sie selbst mit zu mir in den Unterricht in der Grundschule musste, weil ich sonst bloß geweint hätte.

Es kann sein, dass es daher kommt, aber da gibt es noch sehr viel, was sich in meiner Vergangenheit zugetragen hat, was der Auslöser dafür sein kann, worüber ich allerdings mit niemandem sprechen möchte.

Ein Psychologe würde mich sowieso nicht verstehen. Es wurde schon oft gesagt, dass es nötig sei, mich psychologisch zu behandeln, jedoch wurden diese Schritte nie getan. Anfangs hätte ich mich darauf noch eingelassen, aber jetzt.. Nein. Immer, wenn ich mich jemandem anvertraue, bekomme ich Aggressionen zu spüren. Bekomme Vorfürfe. Alles Mögliche. Außerdem bin ich dann verletzlicher. Man kennt meine Schwachstellen. Das hat man schonmal ausgenutzt und dann wurde es extrem. Man versteht mich, mein Handeln und mein Denken einfach nicht. Oder man will mich einfach nicht verstehen. Aber wie dem auch sei, selbst, wenn ein Psychologe mich verstehen würde; Ich möchte trotzdem zu keinem. Ich müsste ihm meine ganze Vergangenheit auftischen. Mich ihm anvertrauen. Es würde mich zu sehr verletzen, über meine Vergangenheit zu sprechen. Ich würde mich dafür hassen. Verstehst du?

Ich bin es gewohnt, mit allem alleine klar kommen zu müssen. Einerseits bin ich es selbst schuld, weil ich mich niemandem mehr wirklich öffne. Allerdings habe ich dafür auch viele Gründe.

Probesitzungen? Klar, ich könnte es versuchen. Aber in mir ist etwas, was stark dagegen ist. Habe ich ja schon versucht zu erklären.

Ich habe wirklich keine Zeit für einen Pyschologen. Schule geht vor. Zukunft geht vor. Jetzt geht es doch um alles.

Nein, mit meinem Hausarzt rede ich auch nicht wirklich über meine körperlichen Beschwerden. Meistens sage ich auch nicht alles. Zum Arzt gehe ich sowieso ungern und wenn, dann werde ich begleitet.

Außerdem sehe ich einen großen Unterschied zwischen körperlichen und seelischen Beschwerden.

Aber danke, dass du dir die Zeit genommen hast, einen Beitrag zu meinem Problem zu schreiben.

_rPaArv9atix_


Also das klingt schon stark nach einem Trauma, welches die Ängste in dir auslöst. Vielleicht hat sich gar schon eine Posttraumatische Belastungsstörung bei dir entwickelt. Du solltest dich wirklich dringenst behandeln lassen. Ich weiß, wovon ich rede, da ich selbst jahrelang Traumata mit mir herumgeschleppt habe und vor 3 Monaten kam bei mir der Zusammenbruch. Irgendwann kann der Körper einfach nicht mehr.

Ein Psychologe würde mich sowieso nicht verstehen.

Woher willst du das wissen? Psychologen sind darauf geschult dich verstehen zu lernen, egal wie verwirrend und kurios dein Problem ist. Du wirst auch nicht ausgelacht oder so.

Es wurde schon oft gesagt, dass es nötig sei, mich psychologisch zu behandeln, jedoch wurden diese Schritte nie getan. Anfangs hätte ich mich darauf noch eingelassen, aber jetzt..

Letztendlich kann man nur deinen Eltern den Vorwurf machen, dass sie dich nie in eine Therapie geschickt haben. Denen war ja dein Problem bekannt und sie hätten handeln müssen. Aber gut, nun ist das Kind schon in den Brunnen gefallen... Jetzt bleibt es eben an dir hängen, etwas an deinem Problem zu änden. Aber allein wirst du es wohl nicht schaffen. Dafür sitzt dein Problem viel zu tief.

Aber wie dem auch sei, selbst, wenn ein Psychologe mich verstehen würde; Ich möchte trotzdem zu keinem. Ich müsste ihm meine ganze Vergangenheit auftischen. Mich ihm anvertrauen. Es würde mich zu sehr verletzen, über meine Vergangenheit zu sprechen. Ich würde mich dafür hassen. Verstehst du?

Du musst einem Psychologen überhaupt nicht deine ganze Vergangenheit auftischen. Wer sagt das?

Ich schildere dir mal, wie es in den ersten drei Sitzungen bei meinem Psychologen abgelaufen ist: In der ersten Sitzung wurde ich über die verschiedenen Therapieformen aufgeklärt. Es gibt ja Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie usw. Er macht Verhaltenstherapie. Und er meinte, dass man sich mit der Therapieform nicht so sehr mit der Vergangenheit beschätigt sondern mehr mit dem Hier und Jetzt. Es wird einfach nur das behandelt, was einem aktuell belastet.

Dann wollte er wissen, weswegen ich zu ihm gekommen bin. Erst wusste ich nicht, wo ich anfangen sollte... ich stammelte ein wenig. Er fragte, ob er mich lieber fragen solle, aber ich fing dann doch einfach an zu erzählen. Ich erzählte, was ich erlebt habe und ging dabei zu sehr ins Detail. Aber Details wollte der Pschologe gar nicht wissen. Er wollte eigentlich nur grob wissen, was mein Problem ist. Nur damit er weiß, wo er mit seiner Therapie ansetzen soll. Es gibt auch noch etwas, was ich ihm noch nicht erzählt habe bzw. erzählen konnte, aber ich denke, im Laufe der Therapie kann ich ja immernoch darüber sprechen, sofern ich bereit dazu bin.

Mein Therapuet meinte auch, dass man über alles sprechen kann aber nicht muss. Ich kann selbst entscheiden, wie weit wir gehen, über was wir sprechen und wie detailiert. Man wird zu nichts gezwungen. In der letzten Sitzung war ich sogar recht Maulfaul. Da hat er dann eben das Gespräch geleitet und mir Fragen gestellt.

Beim ersten Gespräch habe ich auch geheuelt wie ein Schlosshund. Mir war das schon recht peinlich, vor allem, vor einem Menschen, den ich gar nicht kenne. Aber ich konnte einfach nicht anders. Daher war mir das dann auch egal. Letztendlich dringt doch eh nix nach draußen und wer weiß, wie viele Patienten schon vor mir vor ihm geheuelt haben. Der wird schon gewusst haben, damit umzugehen.

Sicher ist es nicht leicht vor einem fremden Menschen seine Gefühle und Probleme zu offenbaren. Ich bin auch eher jemand, der in der Vergangeneheit alles in sich rein gefressen hat. Ich konnte nicht mal mit meinen Eltern über viele Probleme reden. Das lag auch daran, dass sie es einfach nicht verstanden, wie ich mich fühle. Dann werden einem noch Dinge an den Kopf geworfen, die dann erst recht dazu beitrugen, dass man sich immer mehr vor allem und jedem verschließt. Aber die Eltern kann man nicht mit einem Psychologen vergleichen. Eltern wissen einfach nicht, wie sie mit einem traumatisierten Kind umgehen müssen oder einem Kind, welches erhebliche psychische Probleme hat. Sie können da, wenn auch unbewusst, viel falsch machen. In bestimmten Fällen muss einfach ein Fachmann ran, welcher weiß, wie er vorgehen muss, um ein Problem zu beheben.

Ich bin es gewohnt, mit allem alleine klar kommen zu müssen.

Und das ist eben der falsche Weg. Man muss nicht mit allem alleine klarkommen. Das habe ich auch erst mal erkennen müssen.

Ich habe wirklich keine Zeit für einen Pyschologen. Schule geht vor. Zukunft geht vor. Jetzt geht es doch um alles.

Der Tag hat 24h und du wirst doch sicher nicht die ganze Zeit in der Schule verbringen. Zum Psychologen geht man anfangs alle 1-2 Wochen für knapp eine Stunde. Die wird man doch wohl unterbringen können, oder?

Kannst du dir eigentlich vorstellen, welche Auswirkungen deine Geräuschempfindlichkeit noch auf dein Berufs- und Privatleben haben könnte? Es kann immer und überall deine Angst ausgelöst werden. Es braucht dazu nur einen Trigger. Was ist, wenn du plötzlich mal vor deinen Kollegen austicken solltest und die wissen nicht, was mit dir los ist? Wenn du in deiner Angst sogar schon um dich schlägst, könntest du sogar jemanden verletzten.

Ich habbereits Klassenkameraden von mir körperlich verletzt und ich schäme mich dafür. Meinen Mann habe ich verbal schon sehr oft verletzt, wenn er mich mal ausversehen erschreckt hat. Ich könnte noch nicht mal dafür garantieren, dass ich nicht wieder handgreiflich werde.

Überlege es dir gut, ob du wirklich auf eine Therapie verzichten willst...

S)ajRawr


Ich weiß grad nicht, wie ich anfangen soll.

Bin heute ziemlich durcheinander.

Hatte mich aber dazu entschlossen, doch die Hilfe eines Psychologen aufzusuchen.

Ich möchte dann nicht nur über meine Angst sprechen, sondern über alles, was mich belastet. Ich weiß, dass es mir sehr schwer fallen wird, mich jemandem derartig zu öffnen und ich weiß, dass ich mich sehr dafür hassen werde, aber lieber jetzt, als dass ich später wirklich noch eine Gefahr für mein Umfeld bin. Aber auch, als ich als Amokläuferin eingestuft wurde, wurde mir die Hilfe unterschlagen.

Jedenfalls meinte meine Mutter, dass alles völliger Schwachsinn sei.

Ich bin ja "schon" 16 und da könnten meine Ängste gar nicht mehr durch ein Trauma ausgelöst werden.

Mehrmals habe ich gesagt, dass ich bitte zu einem Psychologen möchte.

Darf ich aber nicht. ...

Bist du dir sicher, dass ich verstanden werde? Dass mir geholfen werden kann? Ich denke immer negativ, um nicht enttäuscht zu werden. So etwas woe Hoffnung gibt es bei mir nicht mehr.. Auch ein Grund, weshalb ich nicht zum Psychologen wollte. Was ist, wenn ich mich für nichts geöffnet habe? Was ist, wenn es mir dann noch immer nicht besser geht?

Ich danke dir für die Schilderung deiner Sitzungen. Das lenkt mich mehr in die Richtung Hilfe anzunehmen.

Es ist schwierig Zeit für einen Psychologen zu finden.

Ich stehe morgens um 5 Uhr für die Schule auf und komme um 17 Uhr von der Schule nach Hause. Dann muss ich Hausaufgaben machen und lernen. Für unsere Hunde bin ich ebenso zuständig und unser Welpe braucht sehr viel Auslauf. Aber das tut mir gut, alleine mit dem Hund mal laufen zu gehen. Und um 22 Uhr gehe ich dann auch schon meistens ins Bett. Jetzt fange ich auch an Zeitungen auszutragen, um mir schon eigenes Geld zu verdienen.

Und viel meiner Zeit verbringe ich bei Ärzten, weil ich am laufenden Band krank bin und von einem Arzt zum anderen geschickt werde.

Ich muss zum Kardiologen, da ich Herzprobleme habe. War heute beim Internisten, da ich eine Harnwegsinfektion habe und die Nieren betroffen sind. Dann habe ich eine Überweisung zum Blutbildspezialisten bekommen und habe eine Immunschwäche.

An meinem zukünftigen Arbeitsplatz kann es auch laut werden. Ich möchte Tierärztin werden und habe dort auch schon gearbeitet. Die nächsten zwei Wochen bin ich auch dort.

Zusammen gebrochen bin ich schon öfter, aber das hat meine Eltern auch nie wirklich interessiert. Mir wird immer wieder gesagt, dass ich mich nicht so anstellen soll. Nie haben sie meine Hilferufe verstanden. Jetzt ist es schon länger so, dass ich bei jeder Kleinigkeit in Tränen ausbreche oder aggressiv werde. Ich habe mich einfach nicht mehr im Griff.

_PPa+rvatxi_


Ich weiß grad nicht, wie ich anfangen soll.

Bin heute ziemlich durcheinander.

Hatte mich aber dazu entschlossen, doch die Hilfe eines Psychologen aufzusuchen.

Das klingt doch schon ganz gut :) Aber bedenke, dass du dich auf eine lange Wartezeit einstellen musst. Es ist nicht so leicht, einen Termin bei einem Therapeuten zu bekommen, daher wird man in derREgel erst einmal auf eine Warteliste gesetzt.

Ich möchte dann nicht nur über meine Angst sprechen, sondern über alles, was mich belastet. Ich weiß, dass es mir sehr schwer fallen wird, mich jemandem derartig zu öffnen und ich weiß, dass ich mich sehr dafür hassen werde, aber lieber jetzt, als dass ich später wirklich noch eine Gefahr für mein Umfeld bin.

Das ist doch kein Grund sich dafür zu hassen. Der Schritt, Hilfe anzunehmen, zeugt doch auch von Stärke. Sehe es positiv. Aber rede auch mit dem Psychologen darüber, wie du dich fühlst. Wenn du dich für was auch immer hasst, dann sage ihm das.

Aber auch, als ich als Amokläuferin eingestuft wurde, wurde mir die Hilfe unterschlagen.

Wer hat dich so eingestuft?

Jedenfalls meinte meine Mutter, dass alles völliger Schwachsinn sei.

Ich bin ja "schon" 16 und da könnten meine Ängste gar nicht mehr durch ein Trauma ausgelöst werden.

Na, deine Mutter hat ja echt Ahnung %-| Aber meine ist nicht besser...

Aber man kann es den Eltern nicht übel nehmen, denn sie haben einfach keine Ahnung, was Traumata auslösen können. Sie würden es vielleicht besser nachvollziehen können, wenn sie selbst mal eines hatten. Aber nicht jeder entwickelt aufgrund eines schlimmen Ereignisses gleich ein Trauma oder gar eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Es ist schwierig... seit meine Mutter weiß, dass ich aufgrund von Traumata in Behandlung bin, ist unser Verhältnis auch etwas angeknackst. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich ihr vielleicht von diesem Schritt nicht hätte erzählen sollen. Mir ist jetzt umso mehr klar geworden, dass sie mich einfach nicht versteht. Da bringt es auch nichts, mit ihr über das Problem zu reden. Mein Mann versteht mich hingegen besser, aber er kann mir letztendlich auch nicht viel weiter helfen. Aber immerhin kann ich mit ihm reden. Mir ist nur wichtig, dass mir einfach nur jemand zuhört und mich in den Arm nimmt, wenn es mir schlecht geht. Es muss gar nicht groß was dazu gesagt werden.

Mehrmals habe ich gesagt, dass ich bitte zu einem Psychologen möchte.

Darf ich aber nicht. ...

Deine Mutter kann dir nicht verbieten, zu einem Psychologen zu gehen. Du brauchst dazu auch nicht ihre Zustimmung. Gehe einfach hin. Sie muss ja nichts davon wissen. Der Psychologe wird ihr sicher auch nichts von der Therapie berichten, sofern du das nicht möchtest. Er unterliegt der Schweigepflicht.

Bist du dir sicher, dass ich verstanden werde? Dass mir geholfen werden kann? Ich denke immer negativ, um nicht enttäuscht zu werden. So etwas woe Hoffnung gibt es bei mir nicht mehr.. Auch ein Grund, weshalb ich nicht zum Psychologen wollte. Was ist, wenn ich mich für nichts geöffnet habe? Was ist, wenn es mir dann noch immer nicht besser geht?

Niemand kann in die Zukunft sehen. Niemand kann sehen, ob dir die Therapie etwas bringt oder nicht. Aber, wenn man negativ an die Sache herangeht und sich immer wieder sagt, dass das doch eh nix wird, dann wird das auch nichts. Als Patient muss man natürlich auch immer selber aktiv mitarbeiten, was natürlich auch Kraft kostet. Den Willen, etwas an sich zu ändern, braucht man natürlich auch.

Es ist schwierig Zeit für einen Psychologen zu finden.

Ich stehe morgens um 5 Uhr für die Schule auf und komme um 17 Uhr von der Schule nach Hause.

Hast du echt jeden Tag so lange Schule? :-o

Dann muss ich Hausaufgaben machen und lernen. Für unsere Hunde bin ich ebenso zuständig und unser Welpe braucht sehr viel Auslauf. Aber das tut mir gut, alleine mit dem Hund mal laufen zu gehen. Und um 22 Uhr gehe ich dann auch schon meistens ins Bett. Jetzt fange ich auch an Zeitungen auszutragen, um mir schon eigenes Geld zu verdienen.

Da hast du natürlich einige Verpflichtungen. Dann wird es etwas schwierig, noch einen Termin beim Psychologen unterzubringen... Bei den Hunden lässt es sich aber bestimmt einrichten, dass sich mal an einem Tag in der Woche jemand anderes darum kümmert. Ob du dir das mit dem Zeitung austragen auch noch antun willst, musst du selber wissen, gerade, wenn du deine Kraft für andere Dinge benötigst. Nicht, dass dir das zuviel wird...

Und viel meiner Zeit verbringe ich bei Ärzten, weil ich am laufenden Band krank bin und von einem Arzt zum anderen geschickt werde.

Ich muss zum Kardiologen, da ich Herzprobleme habe. War heute beim Internisten, da ich eine Harnwegsinfektion habe und die Nieren betroffen sind. Dann habe ich eine Überweisung zum Blutbildspezialisten bekommen und habe eine Immunschwäche.

Wenn es der Seele schlecht geht, dann schlägt sich das auch gerne auf den Körper in Form von Krankheiten nieder.

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