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Ich bin irgendwie platt... Exfreund mit psychischer Störung

b%abs hat die Diskussion gestartet


Hallo Forum,

eigentlich war ich seit Jahren kaum noch hier im Forum. Aber in den letzten Monaten sind mir Dinge passiert, die sind mir noch nie passiert. Und all dieses riesen Gefühlschaos, ich weiss gar nicht so recht, wie ich das loswerden soll. Ich mag gar nicht mehr so alles im Detail erzählen. Das wirft mich nur zurück. Und eigentlich gehts mir schon viel besser. Mein Leben war gut, interessant und voller Bewegung, bevor ich ihn traf. Es ist, als ob er mir meine Energie und mein Selbstvertrauen abgesaugt hätte. Er lebt in einer unglaublichen Welt der Extreme, extrem intelligend und talentiert, extrem extrovertiert, extrem alles. Ich bin ganz durchschnittlich. Er hat mich erst wie verrückt angehimmelt, so sehr, dass ich "erstmal ganz langsam machen und kucken" wollte. Dass er eine bipolare Störung hat, hat er mir erst nach zwei Monaten erzählt. Später dann, nach ein paar sehr kurzen Monaten Beziehung, hat er still und heimlich Ablehnung aufgebaut, mir aber nichts gesagt. Anderen Leuten hat er schon was gesagt. Andere wussten schon, dass er sich von mir trennen wird, da hatte ich noch keine Ahnung. Erniedrigend.

Jetzt, über zwei Monate nach der trennung, bin ich wieder ok.

Womit ich nicht zurechtkomme, ist dieser Hass, den er mir nach der Trennung mehr und mehr entgegenbringt. Ich bin sensibel, hab gerne reinen Tisch, versuche gut mit anderen auszukommen, alles zu klären so gut es geht. Auch mit ihm versuchte ich das, wir waren uns ja ein paar Monate lang sehr nah. Aber besonders in den letzten Wochen wurde so viel Hass und Missachtung über mich ausgeschüttet, jeden Tag auf neue. Von meine partnerschaftlichen Zuneigung für ihn bin ich geheilt. Jetzt hab ich Angst. Jeden Tag hat mir geschrieben, Nachrichten auf facebook, sms. Ich reagierte... blöd, ja... mit Verständnis und Ruhe. Weil ich ihn ja gern mag, und ich weiss, er "kann ja eigentlich nichts dafür". Alles was ich tat und sagte, wurde als Provokation wahrgenommen... alles hat ihn rasend gemacht. Er denkt wirklich ich wäre abgrundtief böse. Der Mann, mit dem ich zusammen war, hasst mich. Das ist mir noch nie passiert. Wir haben beide den den Kontakt abgebrochen. wir konnten beide nicht mehr. Ich sehe, diese Situation war gefährlich für ihn und für mich, für ihn natürlich mehr als für mich. Er hat sich am Ende der Beziehung und in den letzten Monaten verändert. Leute fragen mich, "was ist mit P. los? Er macht so grobe Scherze und streitet mit Freunden". Er wendet sich von früheren Freunden ab, trinkt mehr, feiert mehr, kifft mehr. Er ist rauer, lauter, weniger feinfühlig. Medikamente nimmt er natürlich nicht. Nach aussen hin wirkt er "erfolgreich", superoffen, beeindruckend, sehr charismatisch, grenzenlos talentiert... und und und. Das alles ist er auch. Und liebenswert, keine Frage. Aber wie sehr er die Kontrolle verloren hat und immer wieder verliert, das bekommt man nur mit, wenn man nah an ihm dran war.

Wir arbeiten für eine Agentur, deshalb sehen wir uns gelegentlich und müssen dann auch zusammen arbeiten. Er schafft das nicht sehr gut und lässt mich am Arbeitsplatz seine Missachtung spüren, ohne ein Wort mit mir zu reden. Und er erzählt seinen neuen Freunden (unter denen auch gemeinsame Arbeitskollegen sind), ich bin böse und verrückt. Sehr schön. Er wertet mich so ab. Manche Leute haben angefangen mich zu meiden. All dieser Hass macht mir irgendwie zu schaffen. Heute musste ich wieder mit ihm arbeiten.

Er hatte den Plan, das Land zu verlassen. Hoffentlich tut er das bald.

Ich will einfach nur durchatmen und das alles so richtig loswerden, losschreiben, irgendwie teilen und mich wieder heilen von diesem Chaos. Kann ich auch.

Ich will das alles nur in die Welt hinaus schicken. Schreiben tut gut. Danke.

Antworten
L^ewiafn


babs

Weil ich ihn ja gern mag, und ich weiss, er "kann ja eigentlich nichts dafür"

Ob das wirklich so ist, ist eine schwierige Frage. Leider fuehren psychische Diagnosen manchmal dazu, dass der Erkrankte und sein Umfeld dadurch so etwas glauben wie "er kann nichts dafuer" – und deswegen wird dem Erkrankten sozusagen die Verantwortung fuer sich selber abgesprochen. Wenn er das selber glaubt, wird er dadurch noch weniger Verantwortung fuer sein Handeln uebernehmen; nicht bloss, weil er krank ist, sondern obendrein, weil er glaubt, nicht verantwortlich zu sein. Und wenn man als Mensch aus seinem Umfeld das auch so sieht, bestaetigt und bestaerkt man es. Ein selbstbestaetigender Kreislauf.

Du klingst so, als wenn du bis zu einem gewissen Grade innerlich immer noch Verantwortung fuer ihn uebernimmst. Du sprichst ihn quasi frei, wenn er sich dir gegenueber unmoeglich verhaelt, und du machst dir Gedanken ueber seine Entwicklung nach dem Ende der Beziehung und ob das alles gefaehrlich fuer ihn ist.

Ausserdem, du kannst nicht aendern, wie er aktuell dir gegenueber fuehlt. Du kannst nicht durch irgendein Wohlverhalten seine Missachtung/Abneigung dir gegenueber aufheben. Das musst du leider wohl akzeptieren. Es kann sich aendern, aber er kann das nur aus sich heraus aendern; es wird sich nicht als Folge deines jetzigen Verhaltens aendern.

Denk an dich selber, grenze dich klar und deutlich ab, so weit das moeglich ist, und wenn er dir gegenueber Dinge tut, die nicht akzeptabel sind, weise ihn in seine Grenzen.

b aRbs


Hallo Lewian,

Wenn er das selber glaubt, wird er dadurch noch weniger Verantwortung fuer sein Handeln uebernehmen; nicht bloss, weil er krank ist, sondern obendrein, weil er glaubt, nicht verantwortlich zu sein. Und wenn man als Mensch aus seinem Umfeld das auch so sieht, bestaetigt und bestaerkt man es. Ein selbstbestaetigender Kreislauf.

das seh ich inzwischen auch so. er glaubt, dass er keine verantwortung hat. er glaubt, dass es an mir liegt, wenn er die kontrolle verliert.

Ich hab viel drueber nachgedacht und irgendwann wurde mir klar, er verhaelt sich auch "unangebracht" wenn er gerade nicht in einer manischen phase steckt. sein benehmen hat sicher auch mit gewohnheit oder persoenlichkeit zu tun.

ja, ich nehm ihn immer noch in schutz, auch vor mir selbst. bloed ist das. in den letzten zehn tagen hab ich ihn an 9 tagen getroffen, mit ihm gearbeitet, mit seiner neuen freundin noch dazu an einem tisch, mit geruechten ueber mich unter kollegen, oder hab beim ausgehen gesehen zufaellig. ich bin irgendwie so erschoepft. es ist nicht, dass mir die trennung noch so wehtut oder ihn mit einer anderen zu sehen. aber dieser unglaubliche kontrast zwischen dem was ich fuer ihn war und dem was ich jetzt bin, ist einfach zu viel fuer mich. dieser voellige mangel an respekt und diese atmosphaere die er um mich herum kreiert.

es bringt gar nichts, dass ich mich korrekt und verstaendnisvoll verhalte, dass gute in anderen menschen sehe, oder bei mir das verzeihen wie von allein geht. es scheint mir in diesem fall nur zu schaden. er macht mich fuehlen, als ob ich "nichts" waere.

ich war froehlich, bevor ich seine freundin wurde. und in letzter zeit scheint es mir, als ob ich staendig nur noch kaempfe um meine froehlichkeit und darum wieder ich selbst sein zu koennen, so wie ich war. ich weiss, die zeit wird es bringen, auf die eine oder andere weise. ich bin zur zeit einfach muede, immer wieder mit dieser sache konfrontiert zu sein.

S:epnqsxe


Hallo babs,

diesen Faden habe ich erst vor 3 Tagen entdeckt, wirklich! Ich hatte die letzten Wochen gar nicht mehr danach geschaut, ob Du noch schreibst im Forum und dachte, es ginge Dir richtig gut "da unten" in bI... :-/ dabei wurde ich sogar noch mit der Nase drauf gestoßen, checkte das jedoch erst Tage später, nachdem ich Dich im Forum sah :-|

aber dieser unglaubliche kontrast zwischen dem was ich fuer ihn war und dem was ich jetzt bin, ist einfach zu viel fuer mich. dieser voellige mangel an respekt und diese atmosphaere die er um mich herum kreiert.

Erst auf den Sockel gestellt und dann zum Drauftreten degradiert... Das ist eine Weise von längst nicht nur psychisch kranken Menschen. Selbst wenn er nicht an dieser bipolaren Störung mit manischen Facetten leiden würde, er würde womöglich diesen narzisstischen Charakterzug ausleben.

Was mag ihn bewegen, Dich vor anderen schlecht zu machen? Eigene Unsicherheit, dass andersrum Du ihn in einem Licht darstellen könntest, welches ihm nicht gefiele? Nicht, dass ich dies von Deiner Seite je für möglich halten würde. Nein, er hat Angst oder möchte auch nach der Trennung Macht haben. Oder beides.

Was mag einen Menschen, der sich getrennt hat, provozieren den anderen niederzumachen? Himmelhochjauchzend, dann zu Tode betrübt ist wie erst anhimmeln und dann verteufeln. Gefällt ihm vielleicht nicht, dass Du (wenigstens nach außen) nicht am Boden zerstört warst, sondern recht gefasst mit der Situation leben konntest?

Ich bin sensibel, hab gerne reinen Tisch, versuche gut mit anderen auszukommen, alles zu klären so gut es geht. Auch mit ihm versuchte ich das, wir waren uns ja ein paar Monate lang sehr nah.

Das war Deine Initiative? Dieses "Klärenwollen", wenn mindestens einer der Beteiligten diesen Dialog so gar nicht mehr will, wenn jeder Satz und jedes Anliegen beim anderen nicht oder falsch ankommt, geht nach hinten los.

Andererseits scheint Initiative (auch) von ihm auszugehen

Jeden Tag hat er mir geschrieben, Nachrichten auf facebook, sms. Ich reagierte... blöd, ja... mit Verständnis und Ruhe.

Unangemessen zu ruhig?

Interaktion habt ihr auf jeden Fall beide aufrecht erhalten.

ich bin zur zeit einfach muede, immer wieder mit dieser sache konfrontiert zu sein.

Wie soll man da nicht erschöpft sein... Deswegen sieh die (suggestiven bis rhetorischen) Fragezeichen oben nicht als Aufforderung, Dich wieder konfrontiert zu fühlen.

Ganz doof ist natürlich die weiterhin räumliche Nähe sowohl auf Arbeit, als auch zu privaten Gelegenheiten, gemeinsame Freunde.

Wie geht es Dir denn inzwischen? :)_

Liebe Grüße

bqabs


Sense!! So schön dich hier zu lesen. :) :)

Mir gehts wieder gut.

Hab ihn aus meinem Kopf geschubst und mich wieder auf Wichtigeres konzentriert.

Gut war auch, dass er das Land im Januar verlassen hat.

Das ist gegessen. So einfach und kurz.

Auf bald hoffentlich.

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