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Angststörung und psychosomatische Beschwerden: Lebenslänglich?

Bla=t8oou hat die Diskussion gestartet


Guten Tag,

nach langem zögern hab ich mich dazu entschlossen mal Gleichgesinnte oder "mehr wissende" zu suchen.

Kurzer Überblick:

Ich bin 29 und leide seit ca 6 Jahren an einer generalisierten Angsstörung und körperlichen beschwerden die zu 90%

durch meine Psyche ausgelöst werden. Ich habe seit meinem 16 Lebensjahr Marihuana konsumiert und von 19-21 sogar sehr viel davon. Meine Freundin war damals an Krebs gestorben und ich war schon seit meinem 16 Lebensjahr mit ihr zusammen.

Gekannt haben wir uns schon immer. Dann kamen die ersten Panikattacken und ich habe mich sozial komplett isoliert. Mit dem Kiffen aufgehört und gleichzeitig mein Studium und meine Arbeit im Kinderheim aufgegeben. Darauf folgten ca 2 Jahre isolation in der ich kaum vor die Tür gegangen bin. Totale körperliche Erschöpftheit, selbstzweifel und rücklickend denke ich war ich schon leicht depressiv. Ich rannte nurnoch zum Arzt wegen irgendwelcher beschwerden und hoffte auf Lösungen für all dieses Wirrwar in meinem Kopf und Körper. Das dem ganzen eine Psychische Erkrankung oder Störung zugrunde liegen könnte wäre mir damals nie eingefallen. Irgendwann platze meine Hausarzt dann wohl der Kragen und er sagte das es alles Psychisch sei und ich mir nicht einbilden sollen das hoher Drogenkonsum über Jahre einfach so spurlos an jemandem vorrübergehen. Also habe ich mir einen Therapieplatz gesucht und nach einem Halben Jahr einen bekommen. Nach knapp 1.5 Jahren war ich wieder soweit mich wieder im Kinderheim zu bewerben und sogar über die aufnahme meine Studiums nachzudenken. Ich habe die Stelle und mein Therapeut sagt mir das ich nicht länger eine Therapie benötige. Ich nehme seit 5 jahren abends eine 50mg opipramol. Hat allerdings keine spürbaren auswirkungen wie ich finde.

Ich habe immernoch spontane Panikausbrüche die mich echt quälen. Sie sind nur klein und für aussenstehen unsichtbar aber sie machen mich fertig. Ich liebe die Arbeit mit den Kindern, aber meine Psyche steht mir nachwievor irgendwie im Weg.

Abspannung bei erantworungsvollen Aufgaben. Spontane Übelkeit. Kopfschmerzen. Darmprobleme. Gedankenrasen.

Mein Therapeut meinte das ein Teil davon wohl bleiben wird und ich mich damit abfinden und umgehen müsse.

Das war ein Schlag für mich.

Gibt es gleichgesinnte oder Leute die eine ähnliche oder gleich Problematik bezwingen konnten?

Antworten
EIquielixzer


Ich bin zwar nicht betroffen, würde gerne aber mal kurz auf drei deiner Probleme eingehen.

Spontane Übelkeit. Kopfschmerzen. Darmprobleme.....

Ich kann natürlich nicht sagen ob diese Probleme von der Psyche her kommen. Für mich sind sie eher physischer Natur. Was tust du für deine Gesundheit? Wie ernährst du dich? Und sorgst du tagsüber für ausreichende Bewegung?

T6raqvis Btic3klxe


Es ist schon so, daß auch nach einer Psychotherapie, natürlich noch immer die Widrigkeiten und damit verbundenen Schmerzen des Lebens bleiben, mit denen es umzugehen und die es auszuhalten gilt. Traurige Geschehnissen werden nicht mit einem Mal zu Glücksmomenten. Trauer klingt nur sehr langsam ab.

Aber, Panikattacken?!? Nein, das ist nicht akzeptabel! Die kann man loswerden! Leben musst Du dann vielleicht mit der Emotion hinter den Panikattacken. Da bist Du wohl in den Genuss dieser hochwirksamen, wissenschaftlich und modernen Verhaltenstherapie gekommen?!

v\anill#askyx03


mir hat bei ähnlichen problemen ein buch sehr geholfen: gesundheit für körper und seele von louise l. hay.

h\colMhcsr3a


Ich bin mit der Angstmaterie vertraut, scheinbar nicht in so starkem Ausmaß wie Du. Helfen kann ich auch nicht großartig. Nur ein paar Stichpunkte.

- Ärzte sind auch nur Menschen, gib nicht auf.

- Körperliche und psychische Beschwerden gehen oft einher und man weiß nicht was was auslöst.

- Wer körperlich nicht fit ist, kann sich psychisch auch nicht fit fühlen.

- Ernähre Dich gesund und treibe Sport. Erwarte dabei nicht, das es Dir nach ein paar Tagen besser geht.

- Selbstverständlich keine Drogen oder Gleichzusetzendes mehr. Versuch ohne Tabletten auszukommen, trage aber immer eine zur Beruhigung bei Dir.

Worum ging es überhaupt bei der Therapie? Hast Du Angstbewätigung gemacht?

Bzatoxou


Danke erstmal.

Also Fit bin ich schon. Ich gehe mind. 3mal die Woche ca. 30min Joggen und danach noch Situps und leichtes Hanteltraining.

Meine Ernährung kann ich schlecht einschätzen. Ich würde sagen sie ist durchschnittlich. Bin nicht gerade ein Junkfood fan und esse regelmäßig Obst und Gemüse.

Meine Therapie war Verhaltenstherapie und mein Therapeut hat hier bei uns ind der Umgebung einen sehr guten Ruf.

Ich kam auch gut mit ihm klar. Ich sollte halt Paniksituationen aufsuchen und die Angst bewusst erleben um dann zu merken

das dahinter auchnoch was ist was mich aber nicht umbringt oder wahnsinnig macht. Am größten ist oder war halt meine Angst vor der Angst. Aber wenn ich diese Situationen aufsuche passierte meist nicht das was passieren sollte. Ich wurde zwar nervös und mir wurde Übel etc. Aber eine Panikattacke mit hyperventilieren etc kam nie zustande. Immernur der Aufbau aber quasi ohne Knall :-/

Mariuhana nehme ich schon seit ca 5 Jahren keins mehr und auch Alkohol konsumiere ich sehr selten. Nikotin auch keinen.

TzravZis Bicxkle


Ich selber bin ein großer Freund der richtigen Ernährung, Is wirklich sinnvoll, da ein Auge drauf zu haben, und Du wärst nicht der erste, der sein Essen als ganz gesund einschätzt, und dann die meiste Zeit bei McDonalds runhängt. Vitaminmangel und son Zeug, können, denke ich, schon auch Gemütszustände beeinflussen. Die Hauptursache von Emotionen sind aber stets Erfahrungen und Beziehungen. Ernährung kann hier nie das Hauptproblem sein. Ernährungspapst Bruker sagte selbst, dass mit einer Ernährungsumstellung psychischen Problemen nicht beizukommen sei. Und wenn Deine Ernährung wirklich so im Argen läge, dann würdestes bestimmt nicht schaffen auch nur einmal pro Woche zu joggen. Entgegen hcolhcsras Aussage behaupte ich, dass in einem kranken Körper sehr wohl auch ein fitter Geist wohnen kann. Auch wenn das vielleicht nicht die günstigste Konvergenz sein sollte.

Ganz analog, sehe ich das mit dem Kiffen. Kiffen ist nicht ganz ohne! Und der ewig nachgeplapperte Spruch, dass Kiffen kaum schädlicher sei als Alkohol ist schlicht falsch; das sagen Studien und die Erfahrung. Aber dennoch gibt es beide Fälle, Kiffer, die volle Möhre psychotisch werden, und solche, die sogar noch mehr gekifft haben, und völlig gesund sind. Die Kifferjahre, werden sicher ihre Narben hinterlassen haben, aber Du solltest Narben Narben sein lassen und dich um die Panikattacken kümmern.

Mit ein paar Blicken in den Rückspiegel und viel, viel Trauerarbeit werden die mit großer Wahrscheinlichkeit verschwinden. Dein Therapeut hat unrecht. VT mag in manchen Fällen nicht schlecht sein, aber diese "wenn's so nicht geht, geht's garnicht"-Arroganz ist ein Problem. Eine Psychodynamische Therapie könnte viel bringen. Wisse aber, dass manch einer es schon bereut hat, hinter die Fassade geguckt zu haben. Die Lösung kommt auch nicht von Heute auf Morgen. Unterhalte dich nach der 2jährigen Frist nochmal mit nem Psychodynamiker! Ein Kontext, der den beruflichen Wunsch mit Jugendlichen zu arbeiten hat aufkommen lassen, und die Sache mit deiner Freundin werden sicher gute Gesprächsthemen abgeben.

hKcoylhCcsrxa


Entgegen hcolhcsras Aussage behaupte ich, dass in einem kranken Körper sehr wohl auch ein fitter Geist wohnen kann.

Glaube ich nicht, das man sich wirklich wohlfühlt, wenn man körperlich krank ist. Aber hier treffen Meinungen aufeinander.

@ Batoou

Also scheint es nicht am körperlichem zu liegen.

Mir sagte mal ein Arzt, das ich mit meinen Rückenschmerzen leben müßte, bis mir ein anderer die richtige Diagnose und Therapie aufzeigte. Also nicht aufgeben!

Auch die Angstbewältigung hat mir sehr geholfen, damit umzugehen.

G*ofixo


@ Batouu,

die mögliche Wirkungsweise von starkem Marihuana Konsum auf nicht voll entwickelte Gehirne (erst so um die 20-25 sind die soweit) ist länger bekannt und ich warne meine Kinder mindestens einmal im Monat davor. Als Beispiel nehme ich immer meinen Schulkameraden, der hat mit 15 exzessiv angefangen mit Mariuhana. Er ist seit 30 Jahren mit einer schweren unheilbaren Schizophrenie in einer psychiatrischen Klinik.

Seiner damaligen Freundin haben die Ärzte eröffnet, dass sie sich von ihm trennen soll, da es keine gemeinsame Zukunft geben kann.

Ich will dir keine Angst machen und vielleicht hast du davon nichts gewusst, wenn doch hast du dich bewusst einer sehr großen Gefahr ausgesetzt, ich hoffe es wird wieder gut und du hast keine bleibenden Schäden, vor denen aber allenthalben Jugendliche gewarnt werden. Vielleicht würde denen ein Besuch solch Erkrankter helfen die Finger davon zu lassen.

Bei einem augewachsenen Gehirn, wo alle "Schaltungen" dann schon voll vernetzt sind passiert das wohl nicht.

B4ato,ou


Danke für die vielen Antworten,

konnte mich ein Zeitlang nicht melden da ich den Computer etwas gemieden habe.

War auch wieder ne Zeitlang alles ok. Jetzt ist wieder eine depressive Episode am Start.

Fühl mich wie ne Glasscheibe die bei kleinster Berührung zerspringt. :-/

Jemand Erfahrungen wie er mit solchen Episoden umgeht!? Mit Sport, lesen und entspannung komm ich dem

Problem schon ganz gut bei.

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