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Leben ohne Alkohol = Aussenseiter?

OPzGym"an]dias hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen, *:)

ich lese schon eine ganze Weile auf dieser Seite mit und traue mich einfach mal auch etwas zu schreiben.

Ich bin 26 Jahre alt und habe mein ganzes Leben lang sehr oft die Erfahrung gemacht, dass man als Mensch der keinen oder nur sehr wenig Alkohol trinkt größtenteils als Außenseiter behandelt wird. Die Anzahl der Menschen die ich in meinem Leben getroffen habe , die eine ähnliche Einstellung zu Alkohol haben, kann ich im wahrsten Sinne an einer Hand abzählen.

Das fing bereits in der Schule an. Dort hatte ich zwar einen kleinen Freundeskreis, aber auf Parties bin ich fast nie gegangen. Sobald ich etwas gehört habe wie "kommst du am Samstag? Gibt auch genug zu trinken." verging mir jegliche Lust darauf. Und das hat sich auch in meiner kurzen Zeit an der Uni nicht geändert. Wenn ich da alleine an die Einführungswoche denke, in der versucht wurde über Besäufnisse erste Freundschaften zu finden... :(v

Wenn ich zu Verabredungen gegangen bin, dann habe ich mich vorher vergewissert, dass dort nicht viel getrunken wird. Da waren viele spaßige Abende dabei (Kino, Billiardabend, Video- oder Pokerabend etc.) und es wurde immer viel gelacht und Blödsinn gemacht ohne sich vorher abzufüllen. Nur liessen sich so nie längere Freundschaften aufbauen. Beziehungen gingen so über einen längeren Zeitraum auch nie gut.

Das Argument, dass es mit Alkohol mehr Spaß macht kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Ich habe kein Problem damit wenn man sagt "das Zeug schmeckt ganz gut, da trink ich mir mal ein Glas". Aber mir ist nicht ganz klar wo der Spaß darin liegt die Kontrolle über sich zu verlieren und am nächsten Tag nicht mehr zu wissen ob man sich bei irgendwem entschuldigen muss, weil man nicht mehr weiss was man gemacht hat. Ich habe nie Probleme damit gehabt irgendeinen Blödsinn mitzumachen mit dem Unterschied, dass ich mich vorher nicht besaufen musste. Diese verbreitete Denkweise macht mich auch in gewisser Weise wütend, weil ich sie für verlogen halte. An jeder Ecke wird geprädigt wie schädlich Drogen seien und 2 Minuten später wird dann darüber nachgedacht was man für die nächste Wochenendfeier zu trinken kauft. %-| >:(

Mittlerweile ist es so, dass ich recht verzweifelt bin, da ich nicht weiss wie ich an Leute kommen soll bei denen ich mich wohlfühle und die einen nicht als "langweilig" abstempeln nur weil man nicht trinkt. Dazu kommt noch, dass ich mich sowieso sehr schwer tue neue Menschen kennenzulernen, da ich unter sozialen Ängsten leide. Vor einigen Jahren war ich mit einer sozialen Phobie in Behandlung und diese ist auch soweit besser geworden, dass ich ohne Ängste durch den Alltag komme. Jedoch habe ich immernoch Probleme den ersten Schritt auf fremde Menschen hinzuzugehen.

Im Beruf habe ich dieses Problem nicht, da ich mich entschieden habe mich selbstständig zu machen. Es hat lange gedauert bis ich diesen Weg gefunden habe und damit bin ich jetzt auch glücklich. Nur bringt das auch den Nachteil mit sich, dass ich (abgesehen von den Kundengesprächen) alleine arbeite und somit über den beruflichen Weg keine Leute kennenlernen kann.

Falls das jemand liest, der eine ähnliche Sichtweise hat würde mich interessieren wie ihr passende Leute gefunden habt und ob ihr auch diese Probleme erfahren habt. Denn die Methode "du musst nur suchen, dann findest du irgendwann jemanden" hat bisher nicht funktioniert und ich möchte mich auf keinen Fall anpassen nur um "dazu zu gehören". Die ganze Situation belastet mich sehr.

Antworten
OIrange"Canyoxn


Ich weiß nicht mit welchen Leuten du dich herumtreibst, dass es ein Problem ist, keinen Alkohol zu trinken?

Ich habe beides, Freunde die regelmäßig trinken, Freunde die wenig trinken und Freunde, die auch garnichts trinken, aber niemand grenzt dabei irgendjemanden aus.....im Gegenteil, wir gehen gemeinsam weg, fahren gemeinsam auf Urlaub und bei Parties gibt´s eben auch alkoholfreies Bier damit alle zufrieden sind...

d5evili\ndiRsg,uisxe


Klingt blöd, aber: Es wächst sich aus. Irgendwann ist das gleichaltrige Umfeld so weit, daß man Kinder hat etc., und dann denkt so mancher über seine Verantwortung und seine Vorbildwirkung nach (und auch darüber, wer das Auto nach Hause fahren soll).

Aber ich kenne das Problem. Bei den "coolen" Leuten ist man in aller Regel unten durch. Als Jugendliche habe ich einige Male mitgesoffen, aber so mit 20 war das Programm für mich erledigt (ich fand es unangenehm, betrunken zu sein – dieses Gefühl der Bewußtseinsstörung, auch ohne "Filmriß").

Wenn man sich für Besäufnisse überhaupt nicht interessiert, ist es wirklich schwieriger. JA, es gibt eine Menge Leute, die auch nicht trinken oder denen das jedenfalls nicht wichtig ist. Aber es fallen eben die vielen weg, denen es sehr wohl wichtig ist. Bei mir hat es bis zum Alter von über 25 gedauert, bis ich mir eingestehen konnte: o.k., ich bin nicht "cool", ich war es nicht und werde es auch nicht werden, was soll´s. Ist doch eigentlich ein Armutszeugnis, wenn man Alkohol braucht, um sich darzustellen etc.

Ich glaube, wer es ohne Alkohol langweilig findet, ist selber eigentlich ganz schön langweilig oder verklemmt. Man braucht den Alkohol dann als Entschuldigung, daß man mal aus Versehen gelacht hat!

Daß man Freunde über Parties findet, wird sowieso einfach aus Altersgründen bei dir demnächst vorbei sein, dann geht das Leben in die nächste Runde. Und manch einer wird dich plötzlich wegen deiner Abstinenz bewundern!

LbadTyM


Hallo Ozymandias,

schau mal, in [[http://www.med1.de/Forum/Sucht/636548/ diesem Faden]] entwickelte sich die Diskussion letztens auch in diese Richtung ;-)

Ich habe es auch so erfahren und erfahre es immer noch, dass ich als Nicht- oder (inzwischen) Gelegenheitstrinker oft als "langweilig" abgestempelt wurde/werde.

Aber:

Eigentlich hat doch jeder Mensch einen ziemlich kleinen Freundeskreis. Man hat eben ein paar Leute, die man Freunde bezeichnen kann, dann vielleicht noch den/die beste/n Freund/in und dann noch Bekannte. Ob man nun trinkt oder nicht. Ich denke nicht, dass einen das Nicht-Trinken zum Außenseiter macht ;-) Das sind eher andere Umstände. Wenn du selbstständig bist und somit auf der Arbeit keine neuen Leute kennen lernen kannst, dann über deine Hobbys? Sport- oder andere Vereine, Konzerte, VHS-Kurse... da wirst du ja eher nüchterne Menschen antreffen als auf einer Party? ;-)

Lass dich auch vom Urteil "langweilig" durch Fremde nicht gleich abschrecken. Wenn sie merken, dass man mit dir Spaß haben kann, werden die, die für eine Freundschaft in Frage kommen, die Freundschaft doch nicht vom Alkohol abhängig machen?

Oder bist du jemand, der die Trinker dann verurteilt? Ihnen sagt, wie blöd du es findest, dass sie sich betrinken?

abug2x33


Wir haben Freunde, die trinken absolut keinen Alkohol! Die sind alles andere als langweilig, im Gegenteil, sie sind von allen Bekannten die interessantesten Leute, denn sie sind fast weltweit unterwegs, obwohl sie ortsansässige Berufe haben und denen vor Ort auch intensiv nachgehen.

Alkohol ist in manchen Kreisen ein Gruppenbindemittel, mehr auch nicht! Aber auch nur in manchen Kreisen! Wie schon gesagt, wenn Familie und Kinder da sind, dann ist alles andere wichtiger als Alkohol.

Bleibe dabei keinen Alkohol zu trinken!

Fgluchtsgedanke


Leben ohne Alkohol ---> Aussenseiter?

Ja, wenn man sich dazu macht, schon.

Wer bewusst nicht auf Partys geht, auf denen getrunken wird, der ist eben nicht auf den Partys, auf denen getrunken wird.

Wenn sich da nun aber die "Trinker" und die "toleranten Nichttrinker" treffen, kann es dem "intoleranten Nichttrinker" durchaus passieren, dass er alleine in der Gegend rum steht- weil er es so will.

Vielleicht hilft es dir ja, dich mit einer Gruppe trockener Alkoholiker zu treffen, da wird ziemlich wahrscheinlich auf Alkoholkonsum verzichtet.

dmev8iliJndiseguixse


Fluchtgedanke, man merkt, daß du das Problem nicht kennst.

Es geht hier nicht um die Intoleranz des Nichttrinkers, sondern um die Intoleranz der Trinker. Die einen als langweilig, uncool usw. abstempeln, wenn sie merken, daß man nicht mittrinkt.

Ich habe nicht den Eindruck, daß Ozymandias nur deswegen nicht zu den Partys geht, weil die anderen da halt mal ein, zwei Bier trinken. Es scheint eher um die Art Festivität zu gehen, wo das Saufen der einzige Inhalt ist. Wie man das von der Uni eben so kennt.

Dein Beitrag zeigt eigentlich ziemlich deutlich, welche Einstellung einem als Nichttrinker so entgegenwehen kann. Sehr "tolerant", wirklich.

FJluchtgpedanxke


devilindisguise,

Krass wie gut du mich kennst ]:D

Stimmt, ich kenne das Problem nicht, bei mir im Freundeskreis kann jeder selber über sein Trinkverhalten entscheiden und es wird niemandem krumm genommen.

Mein Vorschlag mit den trockenen Alkoholikern war übrigends mein Ernst. Das ist nunmal eine gute Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen ohne sich als Aussenseiter zu fühlen. Ich hab sogar schon Kontaktanzeigen in Zeitungen gesehen, in denen sich Leute für alkoholfreie Parties verabredet haben.

d"eviliMndisgxuise


Nun, du hast dem TE Intoleranz vorgeworfen. So weit kenne ich dich – aus deinem Beitrag.

OZzymKandi.as


Ich weiß nicht mit welchen Leuten du dich herumtreibst, dass es ein Problem ist, keinen Alkohol zu trinken?

Die meisten die ich kennengelernt habe und die nicht verstanden haben warum ich nichts trinken möchte, waren im Alltag ganz normale Menschen mit denen ich sonst recht gut klar kam. Wenn ich dann sagte, dass ich mit dem Auto zur Verabredung komme wurde ich trotzdem fragend angeguckt, weil ich doch dann garnichts trinken könne und dass das doch langweilig sei.

Oder bist du jemand, der die Trinker dann verurteilt? Ihnen sagt, wie blöd du es findest, dass sie sich betrinken?

Nein, wenn es mir irgendwo nicht gefällt dann gehe ich einfach, aber ich gehe nicht her und reibe jedem meine Meinung unter die Nase. Kann ja jeder machen was er will. Nur umgekehrt habe ich schon Erfahrungen gemacht bei denen mir gesagt wurde wie unverständlich es sei nie etwas zu trinken.

Ich muss dazu sagen, dass ich im Jugendalter miterlebt habe wie eine nahestehende Person beinahe auf Grund ihrer Alkoholsucht gestorben wäre. Sie hat zwar noch die Kurve gekriegt und führt heute wieder ein normales Leben, aber das hat meine Meinung gegenüber Alkohol damals noch weiter unterstützt.

Leben ohne Alkohol ---> Aussenseiter?

Ja, wenn man sich dazu macht, schon.

Wenn sich da nun aber die "Trinker" und die "toleranten Nichttrinker" treffen, kann es dem "intoleranten Nichttrinker" durchaus passieren, dass er alleine in der Gegend rum steht- weil er es so will.

Ich mache mich mit meiner Meinung selber zum Aussenseiter?

Wie gesagt, ich gehe nicht irgendwohin um dann zu meckern und zu sagen "alles Mist, wird ja nur gesoffen...". Wenn es mir nicht gefällt halte ich meinen Mund und lasse den anderen ihren Spaß.

Es geht mir darum, was devilindisguise geschrieben hat. Nämlich, dass es umgekehrt eben oftmals nicht so läuft. Da kommt dann eben ein "Trinker" und muss mir dann sein Unverständnis unter die Nase reiben, obwohl ihn kein Mensch danach gefragt hat. Und das ist mir mehrmals mit Leuten passiert mit denen ich sonst gut klar kam. Nur habe ich kein Verständnis für deren Unverständnis. Es macht keinen Spaß sich rechtfertigen zu müssen warum man nichts trinken möchte.

FXluchtg&edxanke


Die Aussage, du hättest gefragt, ob "viel" (ist ja ein relativer Begriff) getrunken wird und wärst halt bei hohem Alkoholkonsum nicht zur Party lässt darauf schließen dass du nicht mit Alkoholkonsum über einem gewissen (von dir festgelegten und nicht näher spezifizierten) Rahmen (ich denk mal zwischen angetrunken und betrunken) klarkommst, was ein Toleranzproblem deinerseits darstellen kann.

Vielleicht versteh ich dich ja auch völlig falsch...

Gwofixo


Ich bin ein begeisterter Biertrinker, weil mir das einfach schmeckt. Durch einen Burnout (Depression) musste ich wegen der starken Medikamente und den Wechselwirkungen mit Alkohol darauf verzichten. Es ist tatsächlich so, dass wenn ich dann Sprudel oder ähnliches in Gesellschaft getrunken habe Fragen kamen wie "Was ist mit dir los". Da es besser ist nicht allzu offen diese Krankheit zuzugeben, habe ich einfach ein Agreement mit dem Wirt getroffen. Er bringt mir automatisch wenn ich ein Bier bestelle ein Alkoholfreies.

HQannxe07


Hast du schon mal versucht, notwendige Medikamente als Ausrede / Begründung zu nehmen, warum du keinen Alkohol trinkst.

Oder sind deine Bekannten so drauf, dass die selbst die Aussage "Mein Arzt hat mir verboten, Alkohol zu trinken" nicht akzeptieren?

Es ist schwer, in unserer Gesellschaft alkoholfrei auf Partys etc. zu leben. Aber es geht.

Und wer in deinem Freundeskreis deine selbstgewählte Abstinenz nicht akzeptiert und auch noch blöd kommentiert – hast du solche "Freunde" nötig?

SgtellPa8x0


Ich bin 26 Jahre alt und habe mein ganzes Leben lang sehr oft die Erfahrung gemacht, dass man als Mensch der keinen oder nur sehr wenig Alkohol trinkt größtenteils als Außenseiter behandelt wird.

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass man eine solche Einstellung unbewußt auch ausstrahlen kann und dann genau die Reaktion bekommt, die man erwartet. Oder mit anderen Worten gesagt, es kann zu einer sog. selbsterfüllenden Prophezeiung kommen.

Ich war auch schon auf Partys, auf denen es viel Alkohol gab, habe aber immer ein paar Leute dort getroffen, deren Alkoholkonsum sich in einem normalen Maß bewegt hat, so dass man sich problemlos mit ihnen unterhalten und amüsieren konnte.

Es macht keinen Spaß sich rechtfertigen zu müssen warum man nichts trinken möchte.

Was ist dabei, einfach zu sagen, dass man grundsätzlich nichts trinkt, wenn man mit dem Auto unterwegs ist oder dass man schlimme Erfahrungen mit den zerstörerischen Seiten des Alkohols gemacht hat und deshalb nichts trinkt? Oder dass man Alkohol nicht mag? Ganz einfach, ohne Abwertung dessen, der Alkohol trinken möchte und ohne Aufwertung dessen, der darauf verzichtet. Dann weiß der andere, woran er ist und sicherlich wirst du auch Menschen finden, die Verständnis dafür haben (und mit anderen wollte ich eh nicht befreundet sein).

p/roud 6mommxy


Ich glaube du gibst dich eindeutig mit den falschen Leuten ab!

Bin selbst auch eine die keinen Alkohol trinkt, das letzte mal wo meine Kehle Alkohol berührt hat war 2008 und das war damals auch nur ein Nipper zum anstossen.

Wo ich Alkohol getrunken habe war ich 17 oder 18 Jahre, aber eben auch nicht weil mir das Zeug schmeckte sondern einfach weil ich damals noch zu schwach war nein zu sagen.

Ende November werde ich 30 Jahre also kannst du dir ausrechnen.

Natürlich gabs da Leute die mich versucht haben zu überreden aber von denen habe ich mich dann distanziert denn wenn ich keinen Alkohol mag, mag ich ihn eben nicht.

Orangensaft oder Apfelsaft gespritzt mit Sodawasser tut es auch (schmeckt meiner Meinung nach sowieso besser :-p ).

Also lass ich bitte nicht überreden zu etwas was du nicht willst

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