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Wie lässt man los?

äZpfmelcfhxen hat die Diskussion gestartet


Hallo *:)

Ich wusste nicht, ob das Thema eher in Beziehungen passt oder eher hier rein, aber ich hab mich dann mal für das Unterforum Psychologie entschieden..

Ich selbst (20) habe die Diagnose Borderline seit Mitte 2012 und ich hab zwar sehr viel gelesen, aber ich finde bisher keinen Weg loszulassen, deshalb möchte ich hier nach Erfahrungen und Möglichkeiten fragen!

Wie geht ihr damit um, wenn ihr etwas oder jemanden, was Euch sehr wichtig war – teilweise zu wichtig – verliert?

Ich merke z.B. dass ich sehr schnell an Menschen/Verhaltensweisen/Begebenheiten klammer und für mich eben so ein bisschen "die Welt zusammenbricht", wenn ich das verliere.

Ich stürze mich dann immer in gewohnte, aber schlechte Verhaltensweisen zurück oder verliere mich in neuen, die aber auch selbstschädigend sind und das will ich nicht mehr! Ich will mich nicht mehr von anderen abhängig machen, dass ich beim "Verlassenwerden" alles nurnoch als sinnlos sehe und total depressiv werde mit Suizidgedanken..

Wie geht ihr damit um, wenn ihr "verlassen wurdet"?

Und wie kann man verhindern, dass man sich gar nicht mehr erst so abhängig macht?

Vielleicht hat hier ja schon jemand Wege für sich gefunden :)z

Ich habe mir bisher im Kopf nur Gedanken gemacht, dass ich mich (fast) komplett verschließen müsste, aber das ist doch auch keine Lösung? Ich weiß, dass es einen Mittelweg geben muss, "normale" Menschen können das ja auch irgendwie

Liebe Grüße! @:)

Antworten
älpf\e=lcxhen


:)D |-o ;-)

mtedi0{0<1


Hallo äpfelchen,

vielleicht hälst du mal Ausschau nach Dingen, die für dich das Leben lebenswert machen.

Bau dir sozusagen mehrere "Stützen" im Leben. Wenn dann etwas davon weg fällt, hast du immer noch die anderen, die dir Halt geben. z.B. Menschen, die dir besonders wichtig sind; Hobbys; Arbeit, die dir Spaß macht. Sowas in der Art.

äapfel&chxen


Das ist ja das Problem.. ich habe solche Stützen, aber gebe ihnen zu viel Bedeutung.. ich finde da kein Mittelmaß.

Ich weiß nicht, ob das so ein typisches "Borderline-Ding" ist, aber ich mache diese Stützen so lebensnotwendig, dass ich nicht mehr leben will, wenn sie gehen. Ich muss dann erst lange (sehr sehr lange, das längste Trauern um eine solche Stütze geht jetzt über ein Jahr) kämpfen und mich zusammenreißen, gleichzeitig verliere ich mit jedem Verlust immer mehr Vertrauen und werde verschlossener.. sozusagen der Welt gegenüber.

Wobei Hobbys und so gut sind, das hilft mir immer viel, auch als Stütze, aber bei menschlichen Stützen geht das immer nach hinten los, weil ich diese Menschen sehr schnell einenge (ungewollt und unbewusst) und anscheinend sehr fordernd bin. Also nicht auf eine böse Art, sondern eher verzweifelt.

Ich versuche mal einen tieferen Einblick darzustellen (das bezieht sich jetzt gerade nicht auf eine konkrete Person, das ist eine Situation, die ich bisher schon sehr oft mit verschiedenen Menschen erleben "durfte"):

Z.B. habe ich eine Person, die immer für mich da ist und bei der ich mich melden kann. Der Moment kommt und eigentlich melde ich mich fast täglich, der Kontakt wird intensiver. Schon wenn ich weiß, dass die Person in der Nähe ist oder online ist, etc., dann werde ich hibbelig und nervös und bin eigentlich gleichzeitig im persönlichen Gespräch sehr scheu. Während ich also der Person z.B. eine Mail (da kann ich offen sein) schreibe, warte ich nach dem Absenden auf eine Antwort. Und ich tue nichts anderes als warten. Ich sitze vor dem PC, drücke alle paar Sekunden die Aktualisieren-Taste und bleibe stundenlang mit starrem Blick auf den Bildschirm da sitzen.. kommt die Antwort nicht, werde ich nervös und ganz viele Fragen surren durch meinen Kopf: Hab ich was falsch gemacht, was falsches gesagt? Ist die Person jetzt enttäuscht? Wieso könnte sie enttäuscht sein? Warum kommt keine Antwort?

Und ich steiger mich da richtig rein |-o

Da kommen dann sehr starke Verlustsängste...

Irgendwie suche ich auch unbewusst die Nähe zu diesen Menschen.. aber dennoch mit Abstand.. Betrachten von Weitem sozusagen. Also nicht stalkermäßig, definitiv nicht! Ich muss mich nur vergewissern, dass es der Person gut geht und sie halt irgendwie sehen. Das klingt jetzt wirklich aufdringlich, also ich sitze nicht hinter Hecken oder so, ich laufe dieser Person im Alltag sowieso oft bzw. fast täglich über den Weg (entweder schulisch, durch Hobbys, etc.).

Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem diese Person geht.. nichtmal richtig, sich einfach nur distanziert, aus Eigenschutz, was ich total verstehe.. aber in diesem Moment bin ich dann total fertig und stürze ab, weil alles so sinnlos erscheint.

Ohwei, beim Durchlesen klingt das wirklich krank und nach Stalker, aber es ist wirklich nicht so

Ich projeziere meine Enttäuschung und Verzweiflung auf mich und schade mir selbst und mit jedem Mal wird/wurde es schlimmer, weshalb ich einfach nicht mehr in diese Situation kommen will..

*

Vielleicht wäre meine frage besser formuliert, wenn ich sie so stelle:

Wie schafft man es mit Menschen in einem vertrauten und schon eher engerem Kontakt zu stehen, ohne diese Person einzuengen und sich von ihr abhängig zu machen? Eben in der Hinsicht: Ich darf nichts tun, was die Person enttäuschen könnte, etc.

*

Hobbys oder Tätigkeiten können diesen Schmerz nur leicht verdrängen, er kommt aber immer wieder durch und selbst, wenn Jahre vergangen sind und ich die Person, an die ich klammerte (das zieht sich bei mir schon seit 5 Jahren so, deshalb gab es auch viele solcher Menschen), wiedersehe, dann kommt sofort wieder dieses starke Abhängigkeitsgefühl und dieses Vermissen und Trauern.

(Tut mir Leid, das ist jetzt wirklich sehr lang geworden, aber vielleicht wird dadurch deutlicher, was ich meine)

@:) *:)

ToOFU


Faden push :)D @:) :)_

moedi00x1


Hmm... da muss man wohl mehr in die Psychologie eintauchen, um das Problem verstehen und lösen zu können. Ich glaube, diese Probleme, die du mit Anderen hast und mit ihrem Verlust, hängen ganz stark mit dir selbst zusammen. Das klingt villeicht komisch, aber gehe in dich und frage dich, trauerst du NUR um sie oder eher um DICH selbst?? Warum bist du traurig? Oder ganz direkt gefragt: Welche Vorteile hattest du von den Menschen?? Willst du die Verantwortung für dein eigenes Leben an sie abgeben ( dass sie sich um dich kümmern und um dich sorgen usw), was ist es genau und daran musst du dann arbeiten.

äwpf4elcxhen


Danke erstmal für Deine Antworten!

Wie meinst du das mit dem um mich trauern? Sowas wie Selbstmitleid?

Wenn ja, das eher nicht..

Von den Menschen hatte ich Verständnis, was hier sonst sehr wenige in meinem realen Umfeld aufbringen können/konnten. Und ich konnte mal ehrlich sein und zugeben, dass es mir nicht gut ging und das alles mal rausreden und von anderen betrachten lassen.

So wie wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.. man erzählt jemandem von Problemen, Ängsten, etc. und während man selbst total auf etwas Bestimmtes fixiert ist, erkennt der Zuhörende vielleicht etwas..

Sozusagen wollte ich also eher Gehör und jemanden, der mir Mut macht.

Um mich kümmern definitiv nicht, das würde für mich bedeuten, dass ich die Kontrolle abgeben würde.. Verantwortung abgeben könnte aber hinkommen.

Ich war schon immer ein Mensch, der absolut keine Entscheidungen treffen konnte.. jede kleinste Entscheidung war ein Riesenkampf, selbst wenn es nur darum ging, ob ich mir beim Stadtbummel mit Freunden ein Eis oder was zu trinken holen darf. (also als ich jünger war).

Das ist ein lapidares Beispiel.. wählt man die falsche Sorte Eis oder gönnt sich überhaupt eins, dann ist es halt so, ist nicht weiter tragisch..

Diese Angst überträgt sich aber auf alles. Ich kann keine Entscheidungen bzgl. meines Lebens treffen, weil ich Angst habe, dass sie falsch ist und ich mich dann dafür hasse.

Meistens habe ich mir von den Menschen Bestätigung gewünscht.. ob dieser oder jener Weg der richtige wäre, etc.

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass es in diesen Gesprächen so gut wie immer um die Krankheit ging und die daraus resultierenden Folgen.

Ich brauchte die "Erlaubnis", dass ich in die Klinik gehen darf... in der Klinik habe ich die Verantwortung abgegeben, wenn es ums Essen ging.. das war nicht schwer, da ich nur dort bleiben durfte, wenn ich essen und zunehmen würde und bleiben wollte ich ja.

Oft brauchte ich aber auch jemandem, dem ich sagen konnte, wie es aussieht. Wenn ich das Gefühl hatte den Verstand zu verlieren und komplett durchzudrehen, sodass ich sogar Angst vor mir selbst bekam, dann war es eine unheimliche Hilfe zu wissen, dass jemand Bescheid weiß, wie es mir geht.

Und gerade, wenn die Magersucht extrem durchkam und es mir richtig schlecht ging, dann wusste ich, dass da jemand ist, der ein Auge darauf hat, dass ich nicht übertreibe.

Damals (2010) als ich zum ersten Mal in die Klinik gegangen bin, da tat es gut jemanden außerhalb der Klinik zu haben, dem man vertrauen kann... und mal rausjammern kann, was in der Klinik so schwer ist..

Und irgendwie war/ist das Klammern an Menschen für mich so eine Art Selbstschutz. Ich kann nichts für mich tun, dafür aber für andere. Ich bin ein Mensch, der Versprechen grundsätzlich hält und somit war es für mich auch eine Sicherheit. Ich habe die Therapien gemacht, weil sie es so wollten und weil ich niemanden enttäuschen wollte. Natürlich kann das auf lange Sicht nicht gutgehen, aber in dem Moment hat es mir vielleicht das Leben gerettet.

Ich habe versprochen dies und jenes niemals zu tun, weil es mir schaden könnte, was mir zwar ziemlich egal war, aber diesen Menschen nicht. Sie haben es sich gewünscht und so war ich sicher und brauchte keine Angst vor mir haben. "Würde ich zuwider handeln, dann würde ich sie schließlich enttäuschen und wer weiß, vielleicht würden sie dann gehen und dann wäre ich allein und würde das nicht ertragen", das war so der Grundgedanke, der mich davon abgehalten hat mich komplett zu zerstören.

Ich war und bin zeitweise so oft an einem Punkt, an dem ich am Liebsten aufgeben will, aber ich habe es versprochen nicht zu machen und selbst, obwohl der Kontakt mittlerweile schmerzlich spärlich geworden ist, halte ich mich daran. Auch, wenn der Schmerz, dass die Person weg ist genauso groß ist wie der Selbsthass, die Schuldgefühle, etc.

Aber wenn die Menschen gehen, dann lebe ich nicht mehr richtig.. irgendetwas in mir gibt auf und ich vegitiere von Tag zu Tag, tue Dinge, die ich unterlassen sollte und lebe in einer Alles-Egal-Welt. Das wurde teilweise häufig so extrem, dass ich mich ernsthaft, aber ohne wirkliche Absicht, in Lebensgefahr brachte..

Entweder war ich dann immer wie betäubt und habe gar nichts mehr wirklich registriert, weil ja alles sinnlos war oder ich war so klar in mir gefangen (bestimmt auch in Selbstmitleid und Hoffnungslosigkeit), dass ich mich betäuben wollte.. ich weiß es nicht genau.. vielleicht stimmt auch beides irgendwie..

Durch "Klammermenschen" kam Lebensmut, ich wollte sie ja zufriedenstellen, da darf ich nicht "high" egal ob von Drogen oder dem Gefühl von Schwerelosigkeit, wenn ich hungerte oder mich schnittsein,sein, ich musste kämpfen.. wenn nicht für mich, dann für sie.

äYpfeglchexn


Woher das kommt, diese Angst, das weiß ich nicht. Ich kann mich nicht wirklich an meine Kindheit erinnern.. ich weiß die Fakten, dass meine Eltern sich haben scheiden lassen, als ich in die 3. Klasse ging.. wir sind umgezogen, Mama hatte einen neuen Freund, den ich aber sehr mochte... das verschwimmt alles, genauere Dinge sind wie aus meinem Gedächnis verschwunden.. erst mit 15 Jahren kann ich mich zumindest grob daran erinnern, dass es da angefangen hat.. also die Essstörung und das bewusstere Selbstverletzen. Davor habe ich zwar oft gekratzt, aber mit 15 dann angefangen zu schneiden..

Ich bin komplett abgerutscht, meine Mutter hatte sich von ihrem damaligen Freund der hatte paranoide Schizophrenie getrennt, teilweise, weil er durch die Krankheit in den Sternchen eben diese verzerrte Wahrnehmung hatte, gleichzeitig bekam ich auch oft zu hören, dass wir (mein älterer Bruder und ich) ja auch nicht unschuldig wären.. wir würden ja nie im Haushalt helfen das war mehr nur Gerede, meine Mutter war wahnsinnig sauer, dass er nichts tat, obwohl er arbeitslos zu Hause saß, dass er immer eifersüchtig war und sich einbildete, dass meine Mutter ihn betrügen würde

Ich hab das geglaubt. Welche Gefühle da hochkamen, das weiß ich nichtmal mehr.. ich weiß nur, dass ich aufhörte zu essen, was ganz gelegen kam, da ich ein wenig pummelig war und in der Schule sowieso keinen wirklichen Freundeskreis (kein richtiges dauerhaftes Mobbing, aber manchmal wurde mir schon gezeigt, was man von mir hielt. Eher vereinzelt durch Taten, häufig eher durch Ausgrenzung) hatte und gerne mal Sprüche über mein Gewicht gedrückt wurden.. dabei war ich im Normalgewicht, wenn auch im oberen.

Das ging alles rasend schnell, ich bin im Eiltempo in die Krankheit geschlittert und hatte bereits nach den knapp 3 Wochen Herbstferien 10kg verloren.. ich weiß nicht, wieso ich nicht aufhören konnte zu der Zeit.

Die Gründe für den heutigen Selbsthass kenne ich, die kamen allerdings erst viel später, so Eintritt in die Oberstufe, da war ich schon jahrelang krank.

Übrigens war es zuerst "nur" die Magersucht.. ich war verschlossen, habe nicht darüber geredet (mit wem auch) und dann kam jemand und reichte mir die Hand. Man müsse mir helfen.. diese Menschen sind übrigens fast ausschließlich mehr oder weniger Autoritätspersonen ((Lehrer, Gruppenleiter im JRK, wobei da der Altersunterschied sehr gering und das Verhältnis freundschaftlich war und heute auch ist..

Vielleicht war es der Gedanke, dass diese Menschen eher eingreifen würden als Freunde, für mich etwas Beruhigendes?

Ich habe übrigens niemals selbst jemanden um Hilfe gebeten, mir wurde, wie oben schon gesagt, quasi immer die Hand gereicht.. irgendwie wurde ich mit der Zeit aber auch schnell wieder losgelassen, aber dann war wieder jemand da, der mich an der Hand nahm, usw.

Von der Enttäuschung Verlassenworden zu sein, rutschte ich eben ab, die nächste Hand zog mich wieder hoch, wenn sie ging, dann fiel ich aber gleich noch ein Stückchen tiefer.

Heute bin ich an einem Punkt, an dem ich Angst habe, wieder eine Hand zu ergreifen.. weil logischerweise der nächste Fall folgt und das, glaube ich, würde ich nicht mehr verkraften?

Was würde noch kommen können, bzw. wie könnte ich noch tiefer fallen als jetzt schon: Essstörung, Suizidgedanken, SVV (Schneiden, aber auch extreme Selbstquälung durch Schlafmangel, Drogen,usw

Natürlich.. schlimmer geht immer, aber ich habe Angst.

*

Ich kann nicht ohne Menschen, weil ich mich dann selbst verliere, aber mit Menschen auch nicht, weil ich mich sonst abhängig mache und sie sozusagen mein Lebensmittelpunkt sind, ein Grund eben, um weiter zu kämpfen und doch nicht aufzugeben.

Deshalb ja die Frage..

Ganz alleine werde ich den Weg nicht schaffen können (durch diese Angst kann ich mich auch Therapeuten nur sehr sehr schwer öffnen, das dauert dann aber richtig lange und letztes Mal, also 2012, in der Klinik, hat es zu lange gedauert und ich wurde entlassen, wenn auch fast kränker als davor, weil ich schon angefangen hatte zu klammern und dann fiel da erst fing ich extremer mit Drogen und Schlafentzug an.. davor zwar schon knapp 3 Monate oft gekifft, oft nur 3-4 Stunden geschlafen, aber ich ließ die Finger von Chemie und konnte das Kiffen auch auf Anhieb alleine unterlassen,, aber zumindest gewichtsmäßig aufgepeppelt).

Ich muss jetzt einfach einen Weg finden, wie ich mit Menschen ehrlich und ohne Fassade ("Mir gehts gut") kommunizieren kann, OHNE, dass ich klammer.. und ich finde bisher keinen.. deshalb schreibe ich hier.. :°(

Das ist jetzt schon wieder richtig lang geworden, aber durch das Schreiben wird mir manches teilweise erst bewusst, ich hab das alles noch nie so runtergeschrieben und darüber so intensiv nachgedacht

Kann sein, dass ich irgendwann den roten Faden verloren habe oder irgendwas grammatikalisch gar nicht stimmt, das tut mir dann leid, aber ich hab gerade einfach mal die Gefühle runtergeschrieben und es nicht nochmal gelesen, damit ich nicht auf die Idee komme da was wegzulassen..

Danke für alle, die den Roman gelesen haben @:)

T?OFU


Lesezeichen setz und Faden push :)D :)_

ä%pfGelcxhen


Ergänzung:

Wenn man diese Menschen dann wiedersieht, egal ob im öffentlichen Rahmen oder online im Internet oder oder oder, dann tut es wahnsinnig weh, weil man weiß, dass man diese Geborgenheit und Sicherheit, die man bei diesen Menschen hatte, niemals wiederbekommen wird.

ä"pfel3chen


So, so offen und unverblümt und ohne Verharmlosungen habe ich noch nie geschrieben, ich bin mal gespannt, was ihr dazu meint.. mich belastet diese zwischenmenschliche Unfähigkeit total %:|

sMchn!eck`e19x85


Ich habe jetzt nicht alles detailliert gelesen, möchte aber dennoch spontan ein paar Gedanken dalassen:

- Ich glaube schon, dass diese "Beziehungsstörung" typisch für Borderline ist; Dabei ist sowohl die Beziehung zum eigenen Ich (Selbstbild) gestört, als auch die sozialen Beziehungen mit Dritten. Meine Theorie ist, dass der Borderliner innerlich so zwiegspalten ist, dass er umso mehr Stabilität von außen braucht – sei es nun sein Wohnraum, Mitmenschen, Lebensort ect. Borderliner – auch ich – tun sich mit Veränderungen und Entscheidungen sehr schwer, weil sie einerseits sehr sprunghaft sind (was ich heute liebe, kann ich morgen nicht ausstehen) und diesen "Makel" durch möglichst viel "Sicherheit" von außen – in deinem Falle durch Feedbacks, Rituale ect. – kompensieren wollen. Man kann sich selbst nicht trauen, weil man launisch ist und möchte anderen trauen können, um ja alles richtig zu machen.


Jetzt zum praktischen Teil ;-D

- Ich habe das Problem ganz klassisch verhaltenstherapeutisch aufgearbeitet: Ich musste immer in emotional aufwühlenden Situationen (Freude, Wut, Streit) sofort anschließend mein Problem erzählen bzw. jemanden anrufen. Heute vermute ich, weil ich eben alleine nicht mit meinen Gefühlen fertig wurde.

Ich hab also in den "klassischen" Situationen versucht auszuhalten, mir immer wieder zu sagen "Das kriegst du jetzt alleine hin".

- zum Thema "Das Richtige tun": Das muss man lernen – ebenso wie es alle anderen Menschen der Welt lernen mussten. Ich versuche, das Richtige zu tun, indem ich immer ein paar Ideen habe und die sozusagen "einbunkere". Spontan kann ich schlecht bis gar nicht entscheiden, also lasse ich die Entscheidungen heranreifen, frage mich über einen längeren Zeitraum immer wieder "Willst du das wirklich tun?" und irgendwann kommt der Punkt, wo man dann Taten folgen lässt oder man merkt, dass es nur wieder eine Borderliner-Spinnerei-Laune war. ;-D

Philosophisch habe ich schon seit meiner Jugend den Grundsatz, dass ich immer versuchen will, das Richtige zu tun, das Beste aus meinem Leben zu machen. Mit dem Wissen, dass ich das Richtige tun wollte, kann ich mir auch so manchen Fehler leichter verzeihen.

skchnewc(ke^198x5


PS: Vielleicht gehört diese Spaltung in richtig-falsch auch in das Spektrum der Borderline-Ambivalenz. Die meisten Dinge im Leben sind nicht schwarz oder weiß, sondern kompliziert ;-D

Wenn ich bedenke, dass im Glauben "das Richtige zu tun" unzählige Kriege ausgefochten, Atombomben abgeworfen, Genozide begangen wurden, dann ist meine Fehlerhaftigkeit leichter anzunehmen und (mir selbst) zu verzeihen.

M'ücEki


Hallo äpfelchen! @:)

Ich kann dir absolut keine Tipps geben, aber ich wollte dennoch kurz was dazu schreiben und das hat einen Grund. Du hast in deinen Texten grade von mir erzählt. Ich kann deine Gedanken und Gefühle wirklich 100 % 1:1 auf mich übertragen, und das hat mich grade doch etwas erschreckt.

Auch ich klebe an Menschen (oder bestimmten Situationen oder Lebensabschnitten) und komme nur schwer oder überhaupt nicht damit klar, wenn ich sie "verliere".

Ich hänge jetzt schon fast 6 Jahre Gedanklich in meiner Klinikzeit. Ich wünsche ich könnte dort wieder hin, ich würde sogar mein Leben dort verbringen wollen. hört sich mega bescheuert an, ist es wohl auch, aber es ist die pure Wahrheit! Ich kommte nich darüber hinweg, dass ich NIE WIEDER dort sein werde. Das ist so endgültig, und ich mag die Endgültigkeit absolut nicht. Und es ist nunmal leider Fakt, dass ich dort nie wieder hinkommen werde. Klar könnte ich sagen, es gibt ja noch andere Kliniken, aber das ist für mich keine Alternative. Bzw. würde mich das nicht von der "Trauer" der anderen Klinik befreien. Ich möchte jetzt gar nicht so gern, meine ganzen Klammerfälle hier beschreiben, da es ja dein Faden ist, aber ich würde hier gerne etwas mitlesen, evtl kann ich auch für mich ein paar Tips aufschnappen.

Ich habe übrigens auch die Diagnose Borderline.

Du bist auf jeden Fall nicht allein! @:) :°_

ärpfelkchen


Ja, das was du schreibst bzgl. Stabilität von außen und innerer Zwiespalt leuchtet mir ein..

Ich weiß nur leider gar nicht, was für ein Zwiespalt das ist. Natürlich bin ich eine sehr zwiegespaltene Person, das merke ich besonders bei der Essstörung, wobei das vielleicht auch sowieso wieder zum Krankheitsbild der Magersucht gehört..

Will ich gesund werden oder nicht?

Für andere ist die Antwort selbstverständlich: Natürlich willst du leben! Ich kann das oft gar nicht so sicher sagen, weil ich so oft das Gefühl habe, als würde mich alles erdrücken und ich könnte niemals gerade stehen und Verantwortung übernehmen/Erwachsenwerden und dann halte ich mich eben an die Meinung der anderen. Vielleicht "suche" ich auch deshalb eher vernünftige Menschen um mich an ihnen zu orientieren (und dummerweise um zu klammern), weil mein Freundeskreis mir nicht diesen Halt geben kann. Klar, die wollen auch alle leben, aber momentan gehört zu deren Lebensphilosophie eher Partymachen, die feiern, dass sie teilweise nächstes Jahr dann auch ihr Abitur haben oder sie feiern das frische, neue Studentenleben. Deshalb auch immer der Satz: "Trink was/”Rauch” was, dann ist die Welt schön.

Meine "Welt” wird dadurch aber nicht schöner, weil ICH andere Hintergründe habe. Sie wollen Spaß, lustig drauf sein, ich will mich betäuben.

Und ich weiß, dass ich da vorsichtiger sein muss, weil ich einfach ein gewisses Suchtpotenzial habe und mir das bewusst ist, gerade, wenn ich im Nachhinein zurückblicke, wie mit knapp 16 Jahren neben meinem Bett ein paar Wochen lang jeden Abend eine Flasche Alkohol stand oder wie ich mich regelrecht wegknallte bis ich sogar ins Krankenhaus kam. Da kommt auch wieder das In-Extremen-Leben durch: wenn ich etwas tue, dann ganz. Natürlich in der Hinsicht absolut nicht lobenswert...

Ich weiß noch, als ich Anfang des Jahres eigentlich nie einen klaren Kopf hatte und sich diese besagten Freunde Sorgen machten, weil man mich nur und eigentlich egal zu welcher Tageszeit "high” angetroffen hat. Ich hab den Alkohol zwar schon lange (außer bei der Feier nach den schriftlichen Abiturprüfungen) nicht wirklich angefasst, aber dafür zu anderen Mitteln gegriffen um zu flüchten. Ich kam nicht mit dem Ende der Schulzeit klar, dass ich Menschen (Klammermenschen, wie oben schon gesagt, auch Lehrer) nicht mehr wieder sehen würde, einfach eine Stabilität (Schule) in meinem Leben wegfiel. Mir wurde da bewusst, dass ich jetzt alleine weiterkämpfen muss und das hat mir Angst gemacht, so sehr, dass ich die Realität komplett hinter mir gelassen habe.

Mittlerweile wird in dem besagten Freundeskreis eigentlich so gut wie immer was geraucht.

Ich halte mich davon (also Gras) mittlerweile fern, weil Alkohol und Gras die Dinge sind, bei denen ich bulimisch (was ich eigentlich gar nicht wirklich bin) sofort rückfällig werde, also lasse ich es.

Durch familiäre Umstände kam ich aber mit anderen Menschen in Berührung.. in eine andere kleine Welt, die Welt voller Chemie. Mich hat das schon immer fasziniert, aber ich war dagegen, gegen Chemie und Drogen, etc. und jetzt sitze ich mitten in der Runde und mach mit und merke, auch, wenn ich es mir meistens nicht wirklich eingestehen will, dass ich die Kontrolle entweder gerade verliere oder nicht sogar schon längst verloren habe.

Diese Stabilität ist komplett verschwunden seit ich aus der Klinik entlassen wurde Anfang September. Mir selbst tut es so weh, mich so zu sehen, weil ich eine Enttäuschung für alle wäre. Ich bin nicht der Typ Mensch, bei dem man so was denkt.. eher zurückhaltend, teilweise sozialphobisch und vom Aussehen her total lieb und vor allem jung. Ich bin die, die mal Medizin studieren wollte, Ziele hatte und schon immer sehr melancholisch und verträumt war.

Es sieht deshalb auch niemand die Misere, in der ich stecke, in diesem Betäubungskreislauf, weil es eben niemand denken würde und so wirklich jemandem zum darüber reden habe ich ja nicht, weil die Freunde selbst so sind, auch wenn sie teilweise "nur” was rauchen.

Wo ist da die Stabilität?

Manchmal glaube ich, dass dieses Ausmaß und der Kampf mit mir selbst auch deshalb so schlimm wurde, weil ich gleich so vieles auf einmal verloren habe, praktisch alle Stützen, die es in diesem Moment gab. Zu viele zu gravierende Veränderungen auf einmal..

Ich kam zwar in die Klinik wegen der Essstörung und hatte auch Fertigkeitentherapie, aber wie ich mit diesem Klammern umgehen soll, das weiß ich nicht.

Ich habe auch sehr lange sehr erfolgreich den Gedanken verdrängt, dass ich ja irgendwann auch wieder entlassen werde.. und nach einem sehr langen Kampf, dass ich eine Therapieverlängerung bekomme, bin ich dann (sehr sprunghaft) ins Gegenteil umgeschossen und habe mich von einen auf den nächsten Tag eine Woche vorher selbst entlassen. Ich hätte diese Woche nicht ausgehalten, die ständige Angst vor der bevorstehenden Veränderung und dem Abschied, ich hab mich praktisch selbst ins kalte Wasser geschmissen.

Ich kann mir nicht trauen, nein.. heute sage ich, dass ich gesund werden und wieder in die Klinik gehen will, morgen kann es sein, dass ich wieder weinend vor dem Spiegel stehe und alles auf den Haufen schmeißen will. Ich werde zwischen Optimismus/Motivation und Pessimismus/Selbstzerstörungsdrang hin und her geschleudert und bin damit, bzw. auch mit mir und meinen Gefühlen, überfordert.

Früher hätte ich eine Mail geschrieben, rausgeschrieben, was in mir vorgeht, und gehofft, dass mich jemand an die Hand nimmt und mir den richtigen, vernünftigen Weg zeigt.

Und heute sitz ich damit in meinem Zimmer und sobald ich das verlasse, ziehe ich die Maske auf und baue meine Mauer.

Irgendwie könnte man es so sehen, dass die Menschen mich dazu gebracht haben, nicht immer zwischen den Seiten hin und her zu springen, sondern mal auf einer zu bleiben und mich auf etwas einzulassen. Mal nicht zu flüchten... und sie waren eben gleichzeitig sozusagen immer hinter mir und hätten mich aufgefangen.

*

Klappt es gut, dass du Dir sagst, dass du es alleine schaffst?

Momentan kann ich mir gar nicht vorstellen, dass das möglich ist.. dass ich irgendwann mal sage, dass ich leben will und dann auch dabei bleibe und nicht bei jeder kleinsten Hürde wieder zurückspringe, weil ich glaube dem Druck nicht standhalten zu können.

*

Momentan stehe ich an einem Punkt, an dem ich entscheiden muss, wie mein Leben weitergehen soll... Studium und damit auch den späteren Beruf (klar, man kann immer umschwenken, aber das passt dann nicht in das Bild, dass ich oder meine Familie sich ausmalen). Dann auch eben noch die Essstörung loslassen und dann auch wirklich aushalten, wenn das Gewicht steigt. Wenn ich drüber nachdenke, dann steht für mich die Essstörung sozusagen als letzte Stütze noch da, was natürlich nicht gut ist, aber durch sie flüchte ich dann vor dem ganzen anderen Kram wie Verantwortung und Erwachsenwerden.. ich bugsiere mich immer wieder in die Stellung eines Kindes.

*

Wie lässt man Entscheidungen heranreifen? Indem man sich über Konsequenzen, etc. informiert und abwägt?

*

Dein Grundsatz gefällt mir, vielleicht sollte ich mir irgendwo hinschreiben, dass man kleine Fehler machen darf, weil eigentlich nur zählt, was am Ende rauskommt, ob dabei nun eine Fehlentscheidung und ein vielleicht daraus resultierender Umweg entsteht oder ob man geradeaus geht..

*

Danke für Deinen Beitrag, bzw. für alle, das regt mich sehr zum Nachdenken (ich glaube, ich schweife auch teilweise ziemlich vom Thema ab, aber wie gesagt, ich lese danach nicht nochmal, sondern schreibe sozusagen genau das, was mir genau in diesem Moment durch den Kopf ging) an und so wirklich und vor allem total ehrlich, habe ich mich noch nie mit der ganzen Thematik auseinandergesetzt.

Vielleicht kann ich irgendwann logische Schlüsse ziehen und stehe nicht mehr mit einem großen Fragezeichen da, wieso ich mir das alles antue und wieso alles so ist, wie es ist. @:)

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