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Habe bei meiner Tochter 16 Abschiedsbrief gefunden, was tun?

I6t'ss a beaautif>uTl daxy


Ist es erst ein akuter Fall, wenn sie es versucht hat?

Ja, dann reden wir vom akuten Notfall, wenn man sie dabei "erwischt". Da hat man keine Wahl.

Bis dahin hat man aber die Möglichkeit, besonnen zu reagieren und das ganzheitlich anzugehen.

Das kann nach reiflicher Überlegung und ausgiebiger Beratung die Kinderkurklinik sein (siehe chi), oder aber auch eine andere Lösung.

Ganz ehrlich – sowas DARF man doch nicht schreiben!!!!!!

Offensichtlich sieht es die TE aber ähnlich, wenn sie sich ihre Kinder schnappt und erst einmal übers Wochenende mit ihnen wegfährt und Zeit verbringt.

So etwas dürfte mehr helfen als jede übereilte therapeutische Brechstangenlösung.

Man kann sich dann überlegen, welche Therapie langfristig hilft, und bei diesen Überlegungen auch die Tochter einbeziehen. Desweiteren muss man hier parallel an der Familiensituation arbeiten. Da sind alle gefordert. Nur die Tochter als Notfallpatienten anzusehen, ist zu kurz gedacht.

SQirTeblemarxk


Das ist ja kein akuter Fall. Die Tochter ist selbstmordgefährdet, aber sie hat es noch nicht versucht.

auch wenn ich dir in der Sache hier zustimme, kann man das so nicht sagen. Könnte es sein, dass du, ohne es zu merken, einige juristische Konzepte verwendest, die hier nicht passen. Zum Beispiel, dass eine akute Selbstmordgefahr bestehe, wenn jemand "unmittelbar zum Selbstmord ansetzt" (Versuch). Ich würde eher sagen, dass akute Selbstmordgefahr besteht, wenn sich jemand in einem Zustand befindet, der jeder Zeit in einen Selbstmord(versuch) umschlagen kann.

Jemand wird als akute selbstmordgefährdet eingeschätzt, wenn sie oder er zum aktuellen Zeitpunkt:

Eine ausgeprägt depressive und negativistische Stimmungslage aufweist

Halluzinationen oder befehlende Stimmungen zum Suizid hat

Hoffnungslosigkeitsgefühle und Pessimismus

Selbstvorwürfe und Schuldgefühle

Ausdrückt, sich selber verletzen oder schädigen zu müssen

Zudem geht man von einem akuten Selbstmordrisiko nach einem vorherigen Selbstmordversuch aus, besonders wenn:

Sorgfältige Planung des Selbstmordes

Vorkehrungen nicht entdeckt oder gerettet zu werden

Abschiedsbrief und sorgfältiges Ordnen des Nachlasses

Wahl von extrem aggressiven Selbstmordarten

Bedauern, dass der Suizidversuch nicht gelungen sei.

([[http://web4health.info/de/answers/bipolar-depr-suic-risk.htm)]]

nach dieser Definition entspricht meine Ansicht dem oberen Abschnitt. Bei vorherigen Selbstmordversuchen besteht auch akute Selbstmordgefahr, aber eben nicht nur dann.

Idt's ba beauYtifulE day


Ich unterscheide einfach zwischen Selbstmordgefahr und Selbstmordversuch. Ein Suizidversuch ist für mich ein akuter Notfall. Bei der Selbstmordgefahr ist der Zusatz "akut" m.E. irreführend bzw. doppelt gemoppelt. Entweder ist die Gefahr da oder sie ist es nicht. Über die Begrifflichkeiten lässt sich aber sicher streiten. Insofern danke ich Dir für Deinen Hinweis, vielleicht erklärt das das Missverständnis. Aber eine Rechtsfrage ist das nicht.

~yy9~EremViLt~y~


Naja...ok. Ich würde mir als Mutter auch Sorgen machen, weiß aber andererseits auch, dass ich selber in dem Alter meine "Sterbephasen" hatte. Vor allem nach dem ersten Liebeskummer wollen die meisten unbedingt sterben. Solche tiefgehend schmerzlichen Gefühle eines Liebeskummers meint man nicht zu überleben, wenn es das erste Mal ist.

Ich glaube nicht, dass da nun eine Klinik wirklich von Nöten ist. Aber ein Auge draufwerfen sollte man mal, auf die Tochter. Auch der Mund mit Stacheldraht zugemalt und das mit dem Blut, das finde ich nicht mehr normal. Hört sich nach Borderline an. Zu einem Psychologen sollte sie schon gehen, finde ich. Aber Klinik? Ne....das ist nicht gerade der Ort, wo man sich besser fühlt.

SGirTgelee8marxk


Bei der Selbstmordgefahr ist der Zusatz "akut" m.E. irreführend bzw. doppelt gemoppelt. Entweder ist die Gefahr da oder sie ist es nicht.

ich denke schon, dass es da Abstufungen gibt. Es ist ja ein Unterschied, ob jemand daran denkt, sich vielleicht irgendwann einmal umzubringen ("normale" Selbstmordgefahr) oder ob jemand in einem Zustand ist, wo er ernsthaft darüber nachdenkt, sich jetzt gleich umzubringen. Das wäre für mich aktute Selbstmordgefahr.

eine Rechtsfrage ist das nicht

das habe ich ja auch nicht gesagt, im Gegenteil ;-)

GeeistlfufXt


Ich möchte Vorschlagen sie einfach öfter mal in den Arm zu nehmen, oder kleine Unternehmungen mit ihr zu machen, etwa einen Spaziergang im Wald, den Wocheneinkauf, zusammen Kochen, etwas Basteln, etwa die Adventsdekoration oder einen Besuch auf einem Weihnachtsmarkt. Ihr die Möglichkeit geben in Ruhe mit dir zu sprechen ohne ihr ein Gespräch aufzuzwingen, sich gegebenfalls gemeinsam ausschweigen.

K6leio


Zwillingsmama2007

Sie weiß nicht, dass ich Bescheid weiß, versuche ihr täglich zu zeigen, das ich für sie da bin...

Wie kann ich mir das vorstellen? Wie machst Du das?

Meine Tochter hat sich des öfteren nach dem Essen erbrochen, sie hat sich geritzt und mit Blut in ihr Tagebuch geschrieben, schreibt vom Tod und ob der weh tut...das sie diesen Schmerz nicht mehr aushalten kann usw. kann hier garnicht alles wiedergeben, so schlimm war das, was ich dort gelesen habe.Sie schreibt, dass sie nicht über ihre Gefühle reden kann, noch nicht einmal mit ihrer besten Freundin. Ich selber habe versucht mit ihr zu reden, aber mir sagt sie das selbe.

Wie hast Du versucht mit ihr zu reden?

Ich fahre jetut erst mal mit ihr und ihren Geschwister(Zwillinge 5 Jahre) übers We in die alte Heimat, Verwante besuchen...und am MOntag werde ich gleich noch andere Beratungsstellen anrufen....

Das klingt gut. Gefällt die Idee Deiner Tochter?

peatcxh


Ich habe früher auch ähnliche Bilder gemalt. Auch habe ich mir insgeheim Selbstmord-Pläne ausgemalt. Ich kann dir nur raten, nimm es ernst, rede mit ihr, aber bedränge sie nicht.

Bei mir hat es damals keiner mitbekommen (oder wollten nicht) und irgendwann kam es dann zu einem Versuch.

Ich will dir keine angst machen, nur ist es wichtig, das ernst zu nehmen (was du ja auch machst). Zeig ihr das du sie liebst. Ich denke, dass wird sie brauchen.

Iwt's a bqeautif ul dxay


Es ist ja ein Unterschied, ob jemand daran denkt, sich vielleicht irgendwann einmal umzubringen ("normale" Selbstmordgefahr) oder ob jemand in einem Zustand ist, wo er ernsthaft darüber nachdenkt, sich jetzt gleich umzubringen. Das wäre für mich aktute Selbstmordgefahr.

Dann ist das jetzt aber so ein Zwischenstadium. Sie denkt konkret darüber nach, plant aber noch nicht.

Na ja, ich möchte die Diskussion nicht weiter wegen der Begrifflichkeit stören, sondern nur sagen, dass man noch besonnen und ganzheitlich reagieren kann und es noch eine Abstufung zu der Extremsituation gibt, wenn jemand gerade dabei ist.

Bekräftigt darin haben mich übrigens die Ausführungen von Optimismus. Wenn man die Ursachen für die Verzweiflung der Tochter erkennt und abstellt, sollte auch kein Anlass mehr zu Suizidgedanken vorhanden sein.

Danke für Deinen sachlichen Hinweis.

Ich würde mir wünschen, dass das gemeinsame Wochenende (nach einer Phase der Entfremdung?) Mutter und Tochter wieder zusammenführt und man gemeinsam, auch oder gerade in Absprache mit der Tochter, einen Weg zur Stabilisierung findet.

g`auloixse


Ich möchte jetzt ganz bestimmt nicht abwiegeln und verharmlosen. Dem Mädchen geht es sehr dreckig und die Süße braucht ganz viel Trost, ob nun von der Mutter oder von professioneller Seite.

Aber...hatten wir diese Phase nicht alle mal? Ich habe bei meinem ersten ganz fetten Liebeskummer eine komplettes Tagebuch mit Selbstmordfantasien, geprobten (!) Abschiedsbriefen und schauderhaft schlechten Zeichungen gefüllt, habe mich abends, wenn ich endlich alleine war, regelrecht gesuhlt in meinem Elend und in trauriger Musik. Mit meinem Blut geschrieben habe ich auch. Mühselig, aber spektakulär. Gottseidank habe ich alle meine alten Tagebücher noch, insofern muß ich hier nicht aus der Erinnerung fabulieren. ;-D

@ Zwillingsmama2007:

Ich bekam den Flashback in voller Breitseite vor zwei Jahren, als ich an meiner damals 13jährigen Tochter Ritzungen an Oberkörper und Armen entdeckte...da ging ich in die Knie. Total. Meine Tochter?? Mein überaus begabtes, kluges und so unglaublich schönes Kind? Was habe ich, was hat das Leben ihr angetan, daß sie so reagieren muß?

Kam alles zusammen: ihr Marilyn-Manson-Fimmel, ihr nachtschwarzes Outfit, ihre negative Einstellung dem Leben ansich gegenüber. Dazu: sie malte, wie besessen. Bilder, die von definitivem Talent zeugten (nicht mein Urteil, ich bin zu doof für Kunst) und verstörend, gruselig, gewalttätig waren. Stacheldrahtbewehrte Münder, augenlose Porträts, blutende Frauenkörper...

Madame hatte Helnwein, Victoria Frances und die Gemälde von Marilyn Manson, gemischt mit einer guten Portion Internet-Emokram aufgesogen und beschlossen, das paßt, so will ich gerade sein.

Und als ich die Schnitte an ihr entdeckte, war ich dann soweit, da saß ich binnen weniger Tage im Gespräch mit einem Kinderpsychologen (übrigens zusammen mit dem Vater. Laß den da nicht raus, der kann seiner Tochter ganz viel helfen und geben, auch wenn du das nicht so gerne hast!). Und WOW!, das war ein Gespräch, was noch heute in mir nachklingt. Der Mann war toll und hatte ganz viel Ahnung von jugendlichem Lebensschmerz – und wo man aufpassen muß, wo die Grenzen hin zur echten Depression sind. Was ist nur posen, was ist nur kokettieren mit der dunklen Seite...wieviel ausprobieren können wir als Eltern zulassen, wo müssen wir hellhörig werden.

So – und genau das würde ich dir auch raten. Wenn du das Gefühl hast, du erreichst sie nicht, hol' dir Hilfe von Menschen, die das studiert haben.

Sei bei deiner Tochter. Nicht, indem du sie jetzt 24/7 überwachst, sondern indem du immer, immer die Hand ausstreckst und sagst, komm her, Süße, laß uns zusammen Kekse backen und dabei reden. 16jährige mögen es natürlich gar nicht, wenn man ihnen in ihr Liebesleben quatscht, das muß auch nicht. Aber sie hören zu.

Meine Tochter ist mittlerweile 15 und immer noch schwierig, kapriziös und anspruchsvoll...und sie hat das Angebot von mir, jederzeit mit einem Profi außerhalb der Familie reden zu können, wenn sie das braucht. Ich denke, irgendwann wird sie das auch in Anspruch nehmen. Und ich hoffe einfach, daß wir den Draht zueinander nicht verlieren.

SKmillxi2


Nur die Tochter als Notfallpatienten anzusehen, ist zu kurz gedacht.

Das meinte ich damit nicht. Aber wenn Gefahr zur Selbstgefährdung so hoch ist, würde ich reagieren. Dann ist das akut und wenn man das Mädchen beim Hausarzt vorstellt, was sollte daran falsch sein. Wenn sie sich sonst nicht öffnet – wie soll man erahnen, was sie stört? Wo muss die Therapie ansetzen? Es gibt so lange Wartezeiten für Therapieplätze. Natürlich muss langfristig etwas getan werden, gar keine Frage. Aber zu sagen, dass man jetzt nicht gleich danach schaut, was da los ist, finde ich nicht so schön.

a#.fuisxh


Was gauloise und chi schreiben, finde ich auch ganz richtig.

Bei mir ist die mit-Blut-ins-Tagebuch-schreiben-Phase (es geht wirklich schlecht. Ich bin auf rote Tnte umgestiegen) noch gar nicht so lange her, zehn Jahre vielleicht. Was ich dazu noch sagen wollte: ich war zu dieser Zeit wirklich depressiv, später auch in Behandlung mit Tabletten und allem drum und dran. Das waren aber irgendwie unterschiedliche Sachen. Es gab das dramatische in Lebensschmerz und Weltenekel baden, mit x Abschiedsbriefen und lebhaften Vorstellungen, wie alle trauernd um mein Grab stehen und das haben die dann davon (und Marilyn Manson und schwarze Klamotten. gauloise, sei stark: das ist bei mir immer noch nicht vorbei). Das, was ich heute als sehr normales Teenagerverhalten ansehe. Und es gab die Depression, bei der ich nicht sterben, sondern einfach ungeschehen sein wollte.

Das eine war auf seine Art sehr lebendig, das zweitere einfach nur zersetzend und beides war sicher nicht scharf voneinander zu trennen, und ich bin froh, dass meine Mutter, "die vielleicht zu einem großen Teil mitverantwortlich für die Situation" war, mich an einen unsympathischen Fremden "abgeschoben" hat – weil das genau das ist, was man in so einer Situation tun sollte. Ich fand meinen Therapeuten doof und habe trotzdem mit ihm geredet, weil er eben gerade nicht Teil der Familie war, weil ich da keine Rücksicht auf Beziehungsgeflechte und Gefühle nehmen musste. Und ziemlich bald war ich dann auch aus dem gröbsten raus.

Meine Mutter hat die Grenze da gezogen, wo sie das Gefühl hatte, keinen Kontakt mehr zu mir herstellen zu können. Nicht patziges "Das geht Dich nichts an", sondern Sprachlosigkeit, Distanz und Mauern, die ich auch nicht einreißen konnte, obwohl ich es sogar wollte. Mh, keine Ahnung, dazu gibt es keine Messskala, aber ich finde Deine Ideen soweit auch gut und denke, dass Du damit sicher nah genug an Deiner Tochter bist, um zu merken, ob und wenn es kippt.

SQhoxjo


Aber wenn Gefahr zur Selbstgefährdung so hoch ist, würde ich reagieren. Dann ist das akut und wenn man das Mädchen beim Hausarzt vorstellt, was sollte daran falsch sein. Wenn sie sich sonst nicht öffnet – wie soll man erahnen, was sie stört?

Es ist halt nicht ganz so einfach – das Mädel ist nicht drei, sondern sechzehn, und man kann sie nicht zwingen, sich zu öffnen, man kann sie nicht einfach "beim Hausarzt vorstellen", man kann ihr letzten Endes nur Angebote machen, die sie annehmen oder ausschlagen kann.

Ilt'Xs a rbeautHifu,l day


Aber wenn Gefahr zur Selbstgefährdung so hoch ist, würde ich reagieren.[...] Aber zu sagen, dass man jetzt nicht gleich danach schaut, was da los ist, finde ich nicht so schön.

Wo habe ich das denn gesagt? Natürlich muss man sofort reagieren. Wir streiten uns nur über die Methoden.

Wie Shojo schon treffend sagte, ist es bei einem 16-jährigem Mädel nicht damit getan, wenn man sagt: Hier, erzähl's dem Hausarzt bzw. Therapeuten.

Dann ist das akut und wenn man das Mädchen beim Hausarzt vorstellt, was sollte daran falsch sein. Wenn sie sich sonst nicht öffnet – wie soll man erahnen, was sie stört? Wo muss die Therapie ansetzen? Es gibt so lange Wartezeiten für Therapieplätze. Natürlich muss langfristig etwas getan werden, gar keine Frage.

Es muss auch kurzfristig etwas getan werden, damit der Grund für die Selbstmordgedanken wegfällt. Ich sehe hier nur die Brechstangentherapie, wie sie bei akuten Selbstmordversuchen eingesetzt wird, in diesem Fall nicht zwangsläufig förderlich. Es mag so sein, ja. Aber das muss man erstmal rausfinden. Wahrscheinlicher ist aber, dass der radikale Ansatz bei den Ursachen vielversprechender ist. Und das wäre hier eine 180°-Wende in der Familienkommunikation, während eine Therapie bzw. ein Gesprächsangebot von Dritten nur begleitend stattfinden sollte, jedenfalls solange sich das in eine richtige Richtung entwickelt.

Es muss der Zustand behoben werden, den die Tochter als so untragbar empfindet, dass sie Gedanken an die eigene Tötung verschwendet. Eine Einweisung dürfte in vielen Fällen jedenfalls nicht dazu führen, dass die Tochter neuen Lebensmut fasst.

G]änsebJkmleixn


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