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Ich bin meine eigene Gefangene

SPol/aia hat die Diskussion gestartet


Vor ein paar Jahren hatte ich ziemliche Probleme (auf die ich jetzt nicht eingehen will) und habe immer noch welche. Jedenfalls habe ich angefangen neue Welt zu erstellen, in meinen Kopf. Ich flüchte mich in diese Welt seit knapp 4 Jahren. Die reale Welt wo man lebt ist für mich fast eine fiktive Welt geworden und meine erfundene Welt, die reale Welt geworden. Dort habe ich alles was mir hier fehlt. Ich bin fast die ganze Zeit dort, beim Einschlafen, beim Lesen, Beim Musik hören, während der Schule, also so oft ich kann. Ich kann mich dort zurück ziehen, meine wahren Gefühle zeigen, also Liebe, Wut, Angst, Verzweiflung. Ich werde dort so akzeptiert, wie ich halt bin.

Ich liebe diese Welt und ich will sie nicht verlieren, den ohne sie wäre mein Leben um eigenes leerer und freudloser. Aber ich will wieder mehr in eurer Welt teilhaben, wieder leben wie früher. Doch wenn ich, das probiere, fühle ich mich leer und bin unsicher und vermisse meine perfekte Welt. Ich habe versucht mit meinen Eltern, darüber zu reden, aber ich kann es einfach nicht und meine Zwillingsschwester bemerkt es nicht (ich habe mit ihr schon darüber geredet).

Was soll ich tun? Hat jemand auch so ein Problem oder hat jemand Ahnung in so was?

Antworten
mVuskgatnxuss


Wie alt bist du denn?

Ich liebe diese Welt und ich will sie nicht verlieren, den ohne sie wäre mein Leben um eigenes leerer und freudloser.

Welches Leben wäre denn freudloser und leerer? Das fiktive oder reale Leben? Wenn du nur in der Fiktion lebst ist die Realität bereits leer und freudlos.

Doch wenn ich, das probiere, fühle ich mich leer und bin unsicher und vermisse meine perfekte Welt.

Das reale Leben ist leer und freudlos. Das ist DAS LEBEN! Es ist noch mehr: Monoton, langweilig, anstrengend...manchmal kann das Leben richtig scheiße sein. ;-) Doch das Leben hat auch Freude, Überraschungen und viele geile Sachen auf Lager. Aber wer in der geilen Realität leben will und daran teilhaben will muss stetig daran arbeiten, dass es nicht freudlos oder leer ist. Das ist tatsächlich Arbeit und keine Sache die aus dem Himmel fällt. Und perfekt ist das Leben nie. Die Fiktion ist perfekt. Aber Fiktion ist ein Bestandteil der Imperfektion der Realität.

Was soll ich tun? Hat jemand auch so ein Problem oder hat jemand Ahnung in so was?

Naja wenn du 4 Jahre in der Fiktion lebst, dann wirds schwierig jetzt einfach so Gründe zu finden in der Realität zu leben. Gibt es Freunde, einen Partner, Hobbys, Interessen in der Realität? Oder nur in der Fiktion?

Wenn das alles nicht so ist, dann wäre das ein Fall für eine Psychotherapie. Aber wie gesagt, wie alt bist du? In der Pubertät baut man sich oft eine fiktive Welt...was kein Grund ist nicht auch in der Realität zu leben.

Aber wir alle flüchten schonmal in die fiktive Welt. Alleine schon sobald wir den Fernseher einschalten. Trotzdem muss es reale Inhalte im Leben geben.

Wenn das alles nicht der Fall ist, dann müsste wie gesagt ein Psychotherapeut irgendwann mal her, weil die Fiktion nichts ist auf der man ein Leben aufbauen kann.

*:) @:)

JPodxie


Hallo Solaia,

kannst du das etwas genauer beschreiben? Ich kann mir das nicht so recht vorstellen, wie du das mit deiner fiktiven Welt meinst.Stellst du dir dann irgendetwas vor?

LG @:)

Saol6aia


Ich bin 15 Jahre alt.

In der fiktiven Welt besitze ich, dass was ich vor ein paar Jahren verloren habe (durch den Umzug nach Deutschland). In dieser Welt besitze ich Freunde. Dort habe ich wirklich alles. Meine Welt ist eher wie eine Geschichte und besteht im Grunde aus einer Geschichte (von einem Buch), die ich weitergeführt habe und wo ich mich ausleben kann. Ich habe dort Freunde, Dort kann ich meinen Frust, einfach alles rauslassen!

Ich habe Freunde und auch Hobbys und Interessen! Ich lese gerne und reite gerne. Höre Musik, rede, telefoniere und mache andere Sachen, doch ist es hier längst nicht so schön wie in meiner Welt.

C>haence0x07


Aber ich will wieder mehr in eurer Welt teilhaben, wieder leben wie früher.

Solaia, was ist Deine Hauptmotivation, dies jetzt – nach 4 Jahren – wieder tun zu wollen, obwohl Du selbst sagst, Deine fiktive Welt ist schöner? Es muss ja einen Grund geben, etwas, das in der realen Welt erstrebenswert ist (oder aber in der fiktiven Welt fehlt). Was wäre das? Kannst Du es benennen?

mUusHka{tnus>s


Hm, aber dann ist doch eigentlich alles prima. Also finde so eine fiktive Welt in die man sich manchmal flüchtet durchaus auch normal. Es darf nur nicht Überhand gewinnen. Wenn du in der Realität alles hast, dann würde ich sagen das ist doch okay. Lass die fiktive Welt ruhig sein und das ist in deinem Alter durchaus okay.

Das es längst nicht so schön ist wie in der Fiktion ist normal. Und in der Pubertät lernt man ja genau das kennen. Die Realität mit all ihren Facetten. Du wirst dich mit der Zeit wahrscheinlich ganz automatisch von der fiktiven Welt distanzieren. Das du im Moment unsicher bist und die Realität nicht so schön ist, ist normal und wird mit der Zeit bestimmt weggehen. ;-)

*:) @:)

S-olaxia


Ich liebe meine fiktive Welt, weil ich dort meinen Kummer vergessen kann und dort in Rollen schlüpfen kann, die mir gefallen. Ich kann dort sein, wie ich einfach BIN. Dort kann ich loslassen, vergessen was mich hier quält. Den Schmerz und alles andere!

IBn-K[og 0Nixto


hi,

ich hatte eine schlimme Kinderzeit und habe damals angfangen, eine Parallelwelt zu schaffen,

sind mittlerweile bestimmt 32 oder 33 Jahre.

Seitdem lebe ich mit einem Alter-Ego.

Dieses war ein paar Jahre verschwunden, in der Zeit, in der ich meinen Mann gefunden und eine Familie gegründet habe.

Nun kommt es seit einigenJahren phasenweise wieder.

ich haber auch Geschichten dazu aufgeschrieben, ganze ordner.

das geht zur zeit so, dass wenn ich mich in solchen phasen befinde ich auch den eindruck habe, ich fühle mich körperlich genauso wie mein alter ego in der parallelwelt.

nun bin ich körperlich krank geworden und – welch zufall – habe im richtigen leben die gleichen symptome, die mein alter ego in meiner fantasiewelt seit jahren mit sich rum schleppt. ":/

ob zufall oder nicht,

ich versuche nun strategien aus der depressionsbehandlung anzuwenden, d.h. wenn ich merke, ich drifte ab, dass ich mir im kopf eine lieblingsmelodie oder ähnliches spiele.

das muß man ein paar wochen trainieren, dann läuft das ziemlich automatisch.

und sich einfach eines bestimmten appetits nicht mehr hingeben,

z.b. lange ich meine geschriebenen ordner nicht mehr an und lese alte geschichten, die ich z.b. vor 20 jahren in der oberstufe geschrieben haben, als mir langweilig war.......

das ganze fällt mir sehr schwer, weil ehrlich gesagt:

wenn ich die möglichkeit hätte zu wechseln, würde ich es sofort tun.

aber das ist natürlich quatsch- ich hoffe aber schwer, dass zu meinen lebzeiten noch das holo-deck erfunden wird ;-)

schau dir noch mal den film "a beatiful mind" an- da geht es auch um eine "diät des verstandes", diese metapher passt sehr gut.

von alleine geht das nicht weg- man muß schon daran arbeiten, aber es ist wirklich schwer und ein langer prozess. ich überlege schon, ob ih diesbezüglich nicht eine psychotherapie machen soll, gerade eben, weil ich echt ziemlich krank geworden bin und das los werden möchte.

C4ha~nce030x7


Solaia, war das die Antwort auf meine Frage? Dann hast Du die Frage missverstanden.

Ich stelle sie noch mal kürzer:

Was ist an der realen Welt erstrebenswert, so dass Du jetzt beschlossen hast, wieder mehr in dieser leben zu wollen?

S%olagia


ich will eigentlich nicht wirklich wieder in diereale Welt zurück kommen, aber seitdem ich in der fiktiven Welt bin, aber ich immer wieder Zoff mit meinen Eltern, dass ich mich zu wenig beteilige im Familienleben!

Aber was ist wenn ich aus der fiktiven Welt rausgehe? Dann habe ich überhaupt nichts mehr wo ich meine Gefühle verarbeiten kann und freien Lauf lassen kann!

Ion->Kog NiCto


naja,

Du musst auf jeden fall in deinem wirklichen leben einen anker schaffen, der dich reizt, dass du hier bleibst.

irgendwas passt bei dir nicht – egal was -und das muß geändert werden.

CBhancIe00x7


immer wieder Zoff mit meinen Eltern, dass ich mich zu wenig beteilige im Familienleben!

Aha. Danke. Das wollte ich wissen. Das ist also Deine Motivation für diesen Faden?

Dann reizt Dich sozusagen nichts an der realen Welt. Es geht eher darum, dass es durch die fiktive Welt vermehrt Ärger gibt. Ist natürlich ungünstig, denn es ist keine Motivation, die aus einem positiven Gedanken entspringt.

Aber was ist wenn ich aus der fiktiven Welt rausgehe? Dann habe ich überhaupt nichts mehr wo ich meine Gefühle verarbeiten kann und freien Lauf lassen kann!

Wie wäre es mit dem Gedanken, dass Du ja Deine fiktive Welt gar nicht aufgeben musst? Nicht dauerhaft und nicht für alle Ewigkeit. Ein bisschen Fiktion tut uns allen gut. Auch den Erwachsenen. :)z Phantasie ist etwas Tolles und sollte jedem erhalten bleiben. Nur darf sie nicht die Realität komplett verdrängen.

Wage Dich doch immer ein Stückchen weiter ins Hier und Jetzt. Such Dir das Positive. Das gibt es, ganz sicher! Du musst es nur finden. Glaub mir, im realen Leben kann man so einige seiner Fiktionen Wirklichkeit werden lassen. Das ist – jemand schrieb es ja schon – anstrengender als in der Phantasie und erfordert ein wenig Arbeit. Möglich ist es. Nimm sozusagen Deine Fiktion mit hierher und lasse sie leben. Lebe DU sie. Du wirst älter und Deine Möglichkeiten, dies unabhängig tun zu können, werden größer. Nutze sie. :)*

b7lu\mixo


Hey Solaia,

ich kann Dich evtl. ein wenig aufklären. Ich hab das gleiche Problem, und die gleichen Symptome, bin jedoch seit über 2 Jahren, genau deswegen in psychologischer Betreuung. Es handelt sich hierbei meines Erachtens um eine 'dissoziative Identitätsstörung' oder auch, im Hinblick auf die Probleme die in deiner VERGANGENHEIT auf dich wirkten, eine ' posttraumatische dissoziative Identitätsstörung' als Untergruppe der 'Dissoziationen'. Ich schreibe Vergangenheit groß, weil dieses Aufbauen und Abdriften in diese fremde Welt meist auf einem Schutzmechanismus des Gehirns auf "weltliche Probleme" basiert. Dieser Schutzmechanismus deines Verstandes versucht deinen Geist aus der Welt zu lösen, um ihn vor möglichen Gefahren zu schützen. (Das ist ganz natürlich) Ich bitte Dich jetzt einfach mal direkt, BITTE BITTE such Dir unbedingt psychologische Hilfe, auch wenn es nur ein Erstgespräch ist. Das ganze kann, wenn es das ist was ich denke und davon sollte man ausgehen, Ausmaße annehmen die du überhaupt nicht mehr kontrollieren kannst. Dazu zählen totale Blackouts, Gefährlich z.B. beim Autofahren. Naja wichtig ist, dass du begreifst, dass es direkt um dein Leben hierbei geht, ich kann dir subjektiv nur empfehlen dir mit Hilfe eines Experten zusammen diese Struktur aufzuarbeiten. Ich bin bei einem sytemischen Therapeuten, aber ich denke, dass dir eigentlich jeder Therapeut helfen kann (von der Qualifikation her).

Wichtig ist auch, wie 'In-Kog Nito' hier ansprach, dass du Dir einen Anker im 'realen Leben' schaffst, sonst verlierst du irgendwann die Orientierung und verlierst noch das Gefühl für Realität. Das kennt man auch ganz einfach unter dem Vorgang sich 'zu erden' machst du Sport? Überleg Dir, was dir Spaß macht. Irgendwas, wo du ganz auf dich zurückkommst. Kunst? etc. ...

Ich will Dir nicht Angst machen, aber bitte nimm deine Symptome nicht auf die leichte Schulter, sondern hol dir so früh wie möglich Hilfe! :-)

Du wirst im Internet sehr viel zum Thema Dissoziation finden, schau dich doch evtl.mal rein, du wirst total viel über dich lernen!

Cwhrgi]s.R2andall


Hallo Solaia,

ich habe auch so eine Traumwelt, in die mich ständig zurückziehe, weil es dort einfach schöner ist und ich auf diese Weise weiterleben kann. Als ich krank wurde (vor ca. 6 Jahren), habe ich mir diese Welt erschaffen und kann es nie erwarten, wieder dorthin abzutauchen. Wann immer es geht, träume ich mich weg. Es gab eine Anfangsgeschichte, die ich mir ausgedacht habe und die ich immer weiter ausgebaut habe; manchmal gehe ich auch ein paar "Kapitel" zurück, wie bei einem Film, den man zurückspult, um sich die Stelle noch mal anzuschauen. Ohne meine Traumwelt könnte ich nicht mehr leben, mir würde etwas fehlen, es würde mich traurig machen und ich hätte nichts mehr, worauf ich mich freuen könnte.

Mit meinen Eltern habe ich wegen meiner Träumereien auch viel Ärger. Sie wissen nichts von dieser anderen Welt an sich, aber merken eben, dass ich mit meinen Gedanken häufig woanders bin und das nervt sie.

Die meiste Zeit bin ich wegen meiner Traumwelt sehr glücklich und ausgeglichen, daher bemerkt niemand, dass ich mich in der realen Welt nicht wohlfühle. Aber es gibt Tage, da bin ich sehr unfreundlich zu allen, zu meinen Eltern, meinen Schulfreunden und Verwandten, weil in der realen Welt mal wieder irgendwas schiefgelaufen ist und ich dann traurig werde, dass es nicht so schön sein kann wie in meiner Traumwelt. Das macht mich immer furchtbar wütend und ich ziehe mich noch mehr zurück. Doch das ist nur selten der Fall, die meiste Zeit ist es einfach nur schön.

Jlodi,e


Hallo zusammen,

mich interessiert der Faden sehr, aber ich verstehe noch immer nicht so richtig, wie ihr das meint mit der Traumwelt....also muss ich mir das so vorstellen, dass ihr dann mit euren Gedanken einfach woanders seid – so wie bei einer Phantasiereise? Oder ist das noch extremer, wie z.B. dass ihr dann da auch mit den Personen sprecht, die in der "Geschichte" bzw. der Welt vorkommen. Wenn ja: Antworten diese auch etwas? Ich denke, das mich das so interessiert, weil ich manchmal echt gerne ein bisschen aus der reaken Welt weg wäre....aber das funktioniert leider irgendwie nicht,.....daher stelle ich mir das ganz schön vor, was ihr so beschreibt.....

Vorausgesetzt, es bleibt alles in einem verhältnismäßigen Maß.....

LG @:)

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