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Borderline beim Partner

Byob2x2 hat die Diskussion gestartet


Guten Abend,

ich bin nun seit eineiger Zeit mit meiner Freundin zusammen. Wir wohnen noch nicht zusammen, aber sehen und sehr häufig. Kurz nach dem wir zusammen kamen hat sie mir erzählt dass sie an BPS leidet und auch schon einige Therapie durch hat. Ich habe mich erst einmal schlau über das Thema gemacht um sie ein wenig zu verstehen. Doch das gelingt mir nur selten: sie ist oft launisch, wird aggressiv. Das belastet unsere Beziheung sehr, aber ich liebe sie und möchte bei ihr bleiben. Eher macht mir da auch ihr SVV und ihre Esstörung (mal isst sie gar nicht, mal erbricht sie sich und ist auch ziemlich untergewichtig) zu schaffen. Ich weiß auch nicht wie ich es sagen soll, aber ich möchte ihr helfen, denn sie tut mir irgendwie schon leid.Sie studiert und manchmal taucht sie unter und erst nach ein paar Tagen wieder auf. Wenn ich sie dann darauf anspreche wie sehr ich mir doch Sorgen um sie gemacht habe, reagiert sie da kaum drauf und meint immer nur ich solle mich nicht so aufspielen.

Ich könnte jetzt noch die ganze Zeit mit solchen Beispielen fortfahren. Sie sagt zwar dass sie mich liebt und das glaube ich ihr irgendwo auch, aber ich bemerke rein gar nichts davon. Habt ihr vielleicht Ratschläge für mich oder ist hier jemand selber Borderliner oder wie ich Partner eines und kann mir helfen. Ein paar Fragen wären für mich noch offen.

Antworten
Knetnze-rin


Hier ist schon mal ein Buchtipp:

"Leben mit einer Borderline-Störung

Ein Ratgeber für Betroffene, ihre Partner und Familien"

Dr. Günter Niklewski

Dr. Rose Riecke-Niklewski

Trias Verlag.

Weitere Bücher findest du in Sammelthread oben "Buchempfehlungen".

B<lac$kRooxse


Hallo,

vielleicht kann ich dir ja ein bisschen helfen?! ;-)

Ich leide selber BPS.

Ich erzähl dir jetzt mal wie es bei mir so war.

Das was du über deine Freundin schreibst mit dem Aggressive usw. war bei mir genau so.

Das mit dem Essen war bei mir auch so ne Sache. Mal ja mal nein. Da muss man verdammt vorsichtig sein. Ich hab innerhalb eines jahres 12 Kilo abgenommen mein gewicht vor den 12 kilo war 60 kg.

Mein damaliger Freund wollte mir auch helfen,er bekam aber immer wieder von mir die antwort das er mir nicht helfen könne,was auch irgendwo stimmt.Du wirst deiner Freundin nie 100 prozentig helfen können weil du nicht verstehen kannst wie es in ihr aussieht. Sie kann es dir zwar versuchen zu erklären aber das reicht nicht. Ich habe es damals so gemacht ich habe mit Menschen gesprochen die auch darunter leiden. Auch wenn du jetzt denkst das zieht sie noch mehr runter. Nein! Es hilft es kann sogar zu einer schock therapie werden,so wie bei mir.

Ich sag es dir aber gleich BPS ist nicht komplett heilbar,es kann jahre lang gut gehen das nichts passiert und alles gut ist. Aber es wird immer mal wieder momente geben wo sie in ein Loch fällt.Ich spreche aus Erfahrung.

Du kannst ihr klar machen das du für sie da bist, sie unterstüzt und hinter ihr stehst egal was passiert.Auf das essen zurück zu kommen versuch ihr doch klar zu machen das auch wenn sie kein Hunger hat wenigstens kleinigkeit isst auch wenns nur mal ein halbes brot ist oder ein stück schockolade,bevor es eine richtige ernsthafte essstörung wird.Du darfst sie aber nicht zwingen.Der größte fehler ist sie zu beträngen, wenn sie meint sie müsste mal abtauchen mach mit ihr ein deal auss das sie sich ein – zwei mal am tag meldet und erkläre ihr warum das du dir sorgen machst.Wenn du noch fragen hast steh ich dir gerne rede und antwort ;-)

LKola52N01x0


Hey,

kann mich Black Roose nur anschließen. Du solltest sie auf keinen Fall bedrängen, weder mit dem Essen, noch mit dem für einige Tage untertauchen. Es ist sehr schwierig hier Erfahrungen weiter zu geben, denn jeder Borderliner ist anders, oftmals sind einige Grundauffälligkeiten vorhanden-mehr aber auch nicht.

Eins vorweg: Je nachdem wie schwerwiegend die Störung bei deiner Freundin ist und ob sie in Behandlung ist-je einfacher oder schwieriger ist es eine Beziehung mit ihr zu führen. Zunächst scheint sie es ja angenommen haben ein Problem mit ihrer Persönlichkeitsstruktur zu haben-viele können das nicht.

Borderliner sind ja in erster Linie in vielen bzw. fast allen Bereichen nicht leicht einzuschätzen bzw. nicht berrechenbar. Das Verhalten kann stündlich bzw. täglich Schwanken-abhängig von den Ängsten in einem bzw. denen daraus resultierenden Launen.

Bei mir ist der Verlauf mal grob so gewesen, da du eben nach Erfahrungsberichten gefragt hast: Festgestell mit 17 Jahren, leichtere Probleme: Waschzwang, selbstsschädigendes Verhalten durch unbedachten, extremen Sexualkontakt, viel Trinken, dauerhafte Partys. Ich fing meine Studium an und alles genannte wurde schwächer...ich fühlte mich wohler, es ging mir besser, Angst hatte ich nur manchmal. Vor was? Das weiß man eben nicht, es ist ein unbeständiges, beängstigendes Gefühl. Lief es sonst gut, gings mir ganz gut, lief es mal nicht so gut, gings mir schlechter. Akzeptiert bzw. angerkannt hab ich meine Erkrankungen nicht. Es war mir egal und ich fand es ging mir ganz gut. Jedenfalls bekam ich dann nach einem schlimmen Verkehrsunfall schlimme gesundheitliche Probleme, da ich mich sehr schwer verletzte. Die Situtation ekalierte, ich fühlte mich gefangen in meinem Körper, nicht mächtig über ihn zu entscheiden. Ich tauchte ab. Niemanden wollte ich sehen, hören oder sonst irgendwas. Kein Verantwortungsgefühl. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meinen ersten festen Freund und es ging mir aufgrund meiner schlimmen, bleibenden Schäden so dermaßen schlecht...das Problem war ich konnte oder wollte niemanden an mich ran lassen-eigentlich war mir alles scheißegal. In einem Moment, im anderen Moment beweinte ich alles und hatte einfach mal wieder nur Angst. Angst ist sowieso ein ganz zentrales Problem. Nicht nur bei mir, sondern bei vielen. Nun, was soll ich sagen, mein Partner "ertrug" mich in einem katastrophalen Zustand (mir ist bis heute nicht klar wie sehr ein Mensch lieben kann, um sowas hinzunehmen), ehe ich mich endlich entschloss eine Therapie zu machen. Ich konnte mich selbst nicht mehr ertragen, hatte Angst vor mir selbst...

Nun es wurde und wurde immer besser. Heute 12 Jahre nach dem manifestieren meiner Symptome kann ich sagen, dass es mir die letzten 2 Jahre ganz gut ging...solange sonst alles einigermaßen ohne Komplikationen abläuft gehts gut, kommt aber eine extreme Belastung (hab große Angst vor körperlichen Problemen nach einer schweren Plexusverletzung und zwei Bandscheibenvorfällen in der HWS) wie z. B. jetzt eine nicht endend wollende Zahnbehandlung, die mit Schmerzen und dem Verlust einiger Zähne verbunden ist...dann geht es ein paar Wochen gut, ich halt es aus-reiß mich zusammen. Aber dann gehts nicht mehr und es kommt alles wieder raus...man ist einfach sehr sehr instabil. Auch aufgrund der meistens vorhandenen Begleiterkrankungen der Persönlichkeitsstörung.

Ich weiß nicht wie extrem es deine Freundin in sich hat...und was sie dagegen tut. Es gibt sehr milde Probleme dadurch, aber auch durchaus sehr heftige Probleme dadurch. Ich nenne es mal so. Über mich kann ich sagen, dass ich weiß, dass etwas nicht stimmt und wenn es sich wieder mal aufbäumt und versucht mit mir durch zu gehen, dann versuch ich alles mögliche, um es zu dämpfen. Schaff ich aber nach wie vor nicht. Ist eine never ending story und mein Partner hat wohl so ein dickes Fell...das kann man sich nicht vorstellen. Da hab ich sehr viel Glück gehabt, ich würde sowas nicht aushalten können.

Check ab, ob deine Freundin in Behandlung ist, versuch mit ihr zu reden (wird nicht allzu viel bringen, da man sich nicht richtig erklären kann-seine Empfindungen oft selbst nicht nachvollziehen kann und man oft nicht die richtigen Worte findet). Ich kann höchstens erklären, wenn man mir eine direkte Frage zu irgendwas stellt und noch nichtmal dann find ich Erklärungen für Dinge die ich getan habe.

Die empfohlenen Bücher sind alle lesenswert...nur-auch durch das kann man nicht in den einzelnen Menschen reinblicken, also nicht allzu sehr auf den Inhalt fest beißen.

B^lackwRoosxe


Hallo,

Lola2010 hat so mit den rest ergänzt was ich nicht so ins detai formoliert habe :)

Jxank74


Ich schreib jetzt mal ganz mutig und obwohl (betroffene) Damen anwesend sind..

Eine enge emotionale Bindung an eine Borderline-Persönlichkeit kann, und wird mit hoher Wahrscheinlich auch, ein grosses Ausmaß an Qual bedeuten.

ICh glaub man kann ganz grob zwei Kategorien benennen.. "reflektierte BPSler", denen klar ist, was mit ihnen los ist, und unreflektierte. Von letzteren würde ich ganz schnell Abstand gewinnen. Bei ersteren besteht vielleicht die Chance, dass sie selber und man selber auch in den "gewissen Phasen"weiss, das das halt das Extrem ist, und nicht der Normalzustand. Helfen kann man da wohl gar nicht, aber vielleicht einfach das, was in solchen Phasen gesagt und getan wird, nicht ganz so ernst nehmen, im Wissen, es ist "krank"?

BplackR]oose


Zu Jan74 deine 2 phasen die du da nennst hat JEDER der BPS hat. Keiner weiß von anfang damit umzugehen geschweigen ober es hat.

JTanx74


Ich meinte nicht 2 Phasen, sondern zwei Sorten von Personen. Ich kenne halt beides.. BPSler, die völlig unreflektiert sind und sich für total normal und ihre Umwelt gestört halten (und bösartig, manipulativ, blutsaugend und durch und durch Personen sind um die man besser einen grossen Bogen machen sollte) und welche, die wissen was mit ihnen los ist und selber sagen "nimm mich in solchen Phasen nicht so ernst!". Mit der zweiten Sorte kann man ja durchaus "was anfangen", aber mit der ersten.. augenroll.

JLan7x4


Also, klar weiss es am Anfang niemand.. aber einige gehen halt gut damit um und gelangen zu "Sorte 2". Andere nicht. Und die eine die ich da kenne ist mittlerweile schon 70. Das wird nix mehr in diesem Leben. Ihr Sohn hats auch nicht leicht. Der schreibt jetzt über seine Probleme in irgendso einem Medizin Internet Forum ;-).

D\ieKOruemxi


Ich hatte mal eine Frauenfreundschaft mit einer Borderlinerin. Un dgang ehrlich--ich habe es nicht ausgehalten und irgendwann den Kontakt abgebrochen. Ich wollte helfen, aber es hat mir mehr geschadet, als es ihr geholfen hätte.

Ganz ehrlich, man hat nur dieses eine Leben und sollte sich sehr sicher sein, dass man sich selbst so sehr zurückstellen kann, wie man es in einer Beziehung /Freundschaft etc mit einem Borderliner tun müßte.

J"anL74


Bei mir waren das auch nur rein freundschaftliche Beziehungen aber das hat auch schon gereicht. Wenn Madame (in UK sitzend) erzählt das sie gerade eine Packung Valium genommen und eine Flasche Schnaps dazu konsumiert zwecks Selbstmord, man ihr dann die Polizei vorbeischickt, die nix weiter tun, sie einem das böse vorwirft und dann noch höhnisch meint, nett mit dem knackigen Polizisten geflirtet zu haben.. nun ja.

Kommt wohl drauf an, was man erwartet. "Emotionale Stabilität" und damit "Stabilität in der Beziehung" gehört nicht zu dem was man erwarten sollte. Das muss man also aushalten können.

i8ntoth]eabyRss


[[http://www.rotelinien.de/]]

B/omb2x2


Heute war es schon wieder so. Wir waren in der Stadt und auf dem Weihnachtsmarkt. Sie wollte sich ein Buch kaufen. gesagt, getan. dann wollten wir was essen. Aber sie meinte, dass sie keinen Hunger habe. Ich hatte heute extra frei und gesehen dass sie gerade einmal eine Banane und einen Apfel bis dahin gegessen hatte und es war schon ca. 15.00 Uhr. Ich habe gesagt dass sie jetzt was essen solle: Wir sind dann von Satnd zu Stand gezogen auf dem Weihnachtsmarkt und sie konnte sich nicht entscheiden und wollte auch eigenlich gar nichts. dann sind wir wieder in den Bahnhof denn da sind ja auch Läden. Da war es recht voll und sie hat auf einmal totale Panik bekommen und angefangen zu weinen. Sie sagte , dass sie so unter Druck sei und dann auch noch die vielen Menschen um sie herum.. ich war leicht schockiert und sie tat mir in dem Moment total leid.Ich hatte das ja so nicht gemeint..aber was man tut, es ist eben falsch..

Meine Freundin ist zwar in psychologischer Behandlung,ich denke auch sie weiß dass sie nicht ist wie alle anderen, aber ihr ist meistens (meiner Einschätzung nach) nicht klar, wann warum und wie anders sie ist.

BGlacTkR/oose


Sorry Jan74 dann hab ich es wohl nur falsch verstanden ;-)

Bei mir war es so,ich habe mich dafür geschähmt das ich anders bin bzw sein soll. Es hat bei mir eine Zeit gedauert bis es aktzeptiert habe,richtig aktzeptiert habe ich es erst vor einem Jahr.

Jtan7x4


Bob, das mit dem "was man macht, es ist falsch" wird Dir noch öfter passieren. Verlässlichliche, irgendwie berechenbare und rationale Reaktionen sind nicht das, was Du zu erwarten hast. Wobei das Beispiel von Dir noch ziemlich harmlos ist. Da gibts noch deutlich schlimmeres.

Es ist auch nicht so das ein bisschen psychologische Betreuung und Selbsterkenntnis da reicht. Man kann vielleicht über sich selber reflektieren, aber die enormen Spannungen und seelischen Schmerzen bleiben ja bestehen. Soweit ich weiss, kann man da irgendwie gar nix machen. Tut mir auch arg Leid für alle Betroffenen. Muss furchtbar sein.

BlackRoose.. naja, weiss gar nicht was ich dazu schreiben soll. Mir tut jeder Leid der sich mit dieser ätzenden Störung rumschlagen muss.

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