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Borderline beim Partner

filaytwhIite


Ah, cool, die letzten Beiträge haben sich mal mit der Definition'was ist überhaupt krank' auseinandergesetzt. Find ich gut, denn das hatte in meinem Beitrag nicht so geklappt, deutlich zu machen dass 'krankheit' abhängig ist von der Definition.

Krankheit würd ich, wie schon versucht zu verdeutlichen, definieren als 'wenn man im Alltag eingeschränkt ist'und diese Einschränkung einem einen Nachteil gegenüber der Allgemeinheit bringt. Bedeutet also auch: Wenn man abhängig ist von der Hilfe/Unterstützung anderer oder von Medikamenten.

Mit diesem etwas deutlichen Hintergrund wird auch mein Beitrag nochmal ein bißchen deutlicher?

Hier hat nämlich keiner verstanden was ich meinte, auch wenn ich die Antworten superinteressant fand.

Kanns leider auch nicht noch besser erklären, aber es wird hier in die richtige Richtung gepostet.

Bin leider echt superschlecht im erklären, liegt in meiner Familie :-/

Jgan7x4


Ich weiss nicht.. also "krank" nur als "es ist Leiden vorhanden" zu definieren finde ich auf jeden Fall hilfreich, irgendwie isses doch auch egal wie man es nennt, doof ist halt doof, egal welches Etikett man drauf klebt. Wie mein Beispiel.. also wenn jemand von Geburt an "in einem anderen Zustand" auf die Welt kommt, Blind, oder mit nur einem Bein.. das ist dann ja auch nicht "krank", aber doof und ggf. behandlungsbedürftig halt schon.. also die reine Nomenklatur spielt da keine so grosse Rolle, denke ich.

Aber ich glaube dass Du mit dem was Du schreibst

Für Borderliner gibt es keine Medikamente. Dies müsste also folglicherweise bedeuten, dass der Mensch nicht unter einer Unausgeglichenheit von Botenstoffen steht, und dementsprechen KEINE unnormalen oder extremen Gefühle hat wenn man sie mit seinen Mitmenschen vergleicht.

Sondern: Der Borderliner weiß nicht mit seinen Emotionen umzugehen, die wahrscheinlich nicht mal viel anders sind als bei anderen.

Waahh, ich hoffe, es ist deutlich was ich sagen möchte: Boderliner haben wahrscheinlich keine extremeren Gefühle, sondern wissen nicht wie sie mit Gefühlen umgehen müssen, oft wohl weder mit den eigenen noch mit den von anderen (ist ja dann auch eine logische Konsequenz).

ziemlich daneben liegst. Die mangelnde Akzeptanz mag ein zusätzliches Problem sein (wobei das ja auch schon toleranter wird), aber ich glaube schon das Borderliner deutlich extremere Gefühle als "normalos" haben. Wirklich sagen kann man das nie (weil niemand mal "zum Reinschnuppern" in die Haut von jemand anderem schlüpfen kann, um das zu beurteilen), aber es macht doch sehr stark den Eindruck.

Bzw. eigentlich ist es eher die Reaktion auf die Umwelt. Natürlich sind auch "normalos" zu sehr extremen positiven und negativen Gefühlen fähig, nur passiert dies halt einfach nicht so häufig. Ein "Normalo" steckt eine banale seelische Belastung problemlos weg, die einen Borderliner in tiefe Krisen stürzt. Als Beispiel.. ich hab mal eine (platonische) BL-Freundin besucht, wir hatten einen netten Abend, dann bin ich wieder nach Hause gefahren.. da ist sie zusammengebrochen. Wieder alleine. In ein tiefes seelisches Loch gefallen, sich betrunken und die Arme aufgeschnitten. Auch ein "normalo" ist vermutlich in der Lage, ein solches Leid zu empfinden, aber er tut es nicht, in solchen relativ alltäglichen Situationen. Das dürfte eher der Unterschied sein (denk ich so, als Laie).

d*abnmae87


Also wenn ich mich auf Tabletten mit mir ohne Tabletten vergleiche würde ich schon sagen das es da einen klaren UNterschied gitb und die mangelnde Akzeptanz meiner Umwelt es zwar unbequem macht, aber nicht das wirkliche Problem war und ist.

fflatwBhiUte


Mhh,Jan, du hast das nicht richtig verstanden (und wie ich schon meinte: ich kann leider echt nicht gut erklären).

Die Reaktion eines Borderliners ist , emotional, vermutlich die gleiche wie bei einem 'normalo', aber wird intensiviert durch die begleitende angst, die auftritt weil derjenige Angst vor der Emotion und dem Kontrollverlust hat. etc.

Wenn es dich interessiert,les dir das nochmal durch, hatte da so ne Art "Kreislauf" aufgeschrieben, der sich übrigens auch mit den neurobiologischen Erkentnissen aus dem Wikipedia Artikel deckt (zb hat der Amygdala eine ganz wesentliche Funktion bei 'Angst")

Ich bin echt superschlecht im erklären, vor allem ist dies auch ein recht komplexes, sensibles Thema, das machts dann nicht einfacher.

dYanaex87


Aber irgendwann tritt ja der Kontrollevrlust das erste Mal auf und die Angst kommt dann erst später weil man es eben schon erlebt hat. DIe Angst verstärkt das sicher, aber das Grundproblem besteht auch wenn ich in einer sicheren Umgebung bin wie in der Klinik. Ich heule halt einfahc vor Freude weil es schneit, kann ich nichts gegen machen. Zum Glück findet mein Partner das so niedlich das er die andere Richtung mit erträgt. Allerdings auch nur weil ich mich mittlerweile gut kontrollieren kann, weiß wann ich skillen muss oder eine Situation verlassen muss und so weiter. Sonst wäre es nicht zu ertragen und wenn ich das nicht könnte hätte ich mein Kind zur Adoption freigegeben damit es sicher ist.

fflatGwhixte


Ich dachte irgendwie, die Angst entsteht, wenn man merkt man hat sich nicht unter Kontrolle wenn die Emotion ein Problem darstellen könnte für die Umgebung und daher für einen selbst. Meist aber besteht ja aber nur ein Problem, wenn es etwas negatives ist. Also wenn du weinst weil es schneit stört es niemanden, es ist sogar niedlich,daher brauchst du keine Angst vor Kontrollverlust zu haben und die Angst tritt daher nicht auf!?

Heulen bei schönen Dingen ist doch auch durchaus von sehr vielen Menschen bekannt, ebenso sind manche einfach euphorischer sind und dies eben auch nach außen tragen, aber darin wird eigentlich nie ein Problem gesehen.

Das was Probleme bereitet, ist doch wenn man negative Gefühle nicht kontrollieren kann, und vor allem, wenn sie persönlich gegen jemanden oder gegen sich selbst gerichtet sind!?

dOaan2ae87


flatwhite

Stimmt, das ist was schönes und viele finden es niedlich. Ist ja aber nur ein Beispiel dafür wo ich die Kontrolle verliere, ganz ohne Angst, und es ist mir trotzdem unangenehm, einfach weil ich mich nicht im Griff habe.

Bei negatives Gefühlen passiert mir das ja auch und ich dem Moment bin eigentlich selten ich diejenige die Angst habe, sondern eher mein Umfeld und das auch zu Recht. (Ich bin zwar auch, aber nicht nur autoaggressiv). Wenn ich sauer bin, aber noch die Kontrolle habe, habe ich eigentlich nur Angst davor die Kontrolle zu verlieren weil ich dann Angst vor mir haben muss. Denn entweder verletzte ich dann Menschen in meiner Umgebung zumeist Menschen die mir viel bedeuten oder ich verletzte mich. Die Reaktion meiner Umwelt ist mir in dem Moment egal, die ist echt mein geringstes Problem.

Das Endergebnis des Kontrollverlustes dagegen ist sehr wohl mein Problem. Ich habe Narben, Vergiftungen und so weiter oder, was für mich noch viel schlimmer ist, ich bin meinen Freund angegangen oder so. Zwischen meinem Ex und mir kam es zu regelrechten Schlägereien weil ich so auf ihn losgegangen bin wenn mir die Sicherung durchgebrannt ist. Da blieb ihm gar nichts anderes übrig als sich zu wehren. Der Kontrollverlust ist ein Problem, immer, egal wie das Umfeld reagiert, denn es ist zumindest für mich ein total ekelhaftes Gefühl nicht Herr meiner Selbst zu sein sondern meinem Stammhirn komplett ausgeliefert.

Dazu kommen dann Phasen der Taubheit und Leere die ziemlich schwer zu ertragen sind. So im Großen und Ganzen würde ich die Reaktion der Umwelt als eine Komponente sehen die es einem nicht immer einfacher macht, einen aber auch motivieren kann an sich zu arbeiten. Wenn meine Umwelt auf einen Gewaltausbruch mit Ablehnung reagiert ist das ja auch nur die passende und angemessene Reaktion. Würde das also nicht negativ bewehrten.

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