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Wohnungsproblematik – mache ichs mir zu kompliziert?

J`an7x4 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

fühle mich ja, wie einige von euch wissen, seit dem letzten Umzug ziemlich unwohl, traurig und deprimiert. Suche immer nach Gründen, denn es ist ja "nur" eine Wohnung/Wohngegend.

Finde auch Gründe – derart, dass die Wohnsituation an sich nicht das Problem ist, aber genau die Dinge forciert, die für mich nachteilig sind, während die, die ich an sich bräuchte und die mir Kraft geben, hier eher reduziert sind. Und so weiter und so fort. Lauter plausible Gründe warum es wirklich nicht so gut ist für mich hier zu wohnen.

Aaaaaaber.. muss das alles überhaupt sein? Ich verlier langsam die Fähigkeit, "normale Dinge auch normal einzustufen". Otto Normaldepri würde sagen "ich fühl mich hier nicht wohl und will hier wegziehen". Ich grübel rum und analysier alles.

Reicht es nicht aus, zu sagen, mir gefällt das hier nicht, ich fühl mich hier nicht wohl, und kann nicht in der Tat allein das, also das blosse Wohnen da "wo es einem irgendwie nicht gefällt" schon ausreichen, um für eine Depri-Stimmung zu sorgen? So ganz banal quasi? Ohne alles mit psychologischem Hintergrund füllen und erkären zu müssen?

Ich trau mich langsam nicht mehr, mich "einfach so" doof zu fühlen und zu beschweren über "doofe" Sachen, ohne das ich das Gefühl hab, das auch psychologisch begründen zu müssen. Aber vielleicht braucht man gar keine unterwürfige Persönlichkeit, schwierige Beziehung, festgefahrene Familiensituation usw usf um sich "einfach so depri zu fühlen weil einem die Wohnung bzw die Gegend nunmal nicht gefällt"?

Was ist sozusagen "angemessen"?

Antworten
CIhanc&e0x07


Was ist sozusagen "angemessen"?

Der eigene Leidensdruck ist das Maß der (persönlichen) Dinge. Nicht das, was andere denken oder tuen.

Was möchtest Du dagegen unternehmen, dass Du Dich dort so unwohl fühlst? War vor dem Umzug das Gefühl zur Wohnung gut oder hattest Du da schon Zweifel/Bedenken?

Jcan74


Naja, es is in etwa so, das ich mir nicht, wie andere das tun würden, "das Recht zugestehe", die Wohnung einfach doof zu finden und umziehen zu wollen. Ich analysier das dann und stelle fest, nicht die Wohnung ist das Problem, sondern ich (und die Wohnung eher so ein Art Katalysator für mein Leiden), daher kann ich, statt umzuziehen, eher an MIR arbeiten. Anstatt mir zu sagen "doof hier, weg hier".

Das Gefühl war nie gut.. total bescheuert, hier herzuziehen. Mit Panikattacken gings los nachdem ich den Mietvertrag unterschrieben hatte (Wochen VOR dem Umzug), bei der Schlüsselübergabe war mir schwummerig/schwindelig, seit ich hier Wohn "seltsame Herzsymptome".. alles murks.

M%oyxi


Ich finde die Wohnsituation sehr entscheidend für persönliches Wohlbefinden. Den Gedanken "nur eine Wohnung", finde ich daher nicht richtig. Besonders das Wohnumfeld ist finde ich sehr entscheidend, mehr noch als die bloßen vier Wände.

Wenn es finanziell möglich ist, würde ich umziehen und herausfinden, ob du dich danach besser fühlst. Ganz allein an deiner Wohnsituation wird es nicht liegen, aber ein schöneres Umfeld kann es ja auch nicht schlimmer machen.

DTosix84


Ich kenne zwar deine anderen Beiträge nicht, aber mir fällt dazu meine eigene Situation ein.

Als wir in diese Wohnung hier gezogen sind, musste alles sehr schnell gehen. Wir haben innerhalb von wenigen Tagen meine alte (erste eigene) Wohnung geräumt und gleichzeitig hatten wir Handwerker (Maler, Möbelspedition für die Küche) in der alten Wohnung, die uns viel abgenommen haben, damit alles so schnell über die Bühne gehen konnte hatte schon einen Nachmieter, damit ich mir eine Miete sparen konnte, also Dummheit von mir

Dadurch, dass wir hier bei der Gestaltung der neuen Wohnung sehr wenig selbst aktiv waren (Wände streichen, etc) haben wir uns lange sehr unwohl und nicht zuhause gefühlt... Es hat sich nicht richtig angefühlt. Nun haben wir hier einen neuen Boden verlegt, umgestaltet, etc, und langsam kommt das Gefühl, dass es "unsere" Wohnung ist! Endlich!!

Anderes: Schwindel, Übelkeit, etc.. Hast du schon mal an einen Schimmelbefall deiner Wohnung gedacht??

gara4dfly


@ Jan

Naja, vielleicht analysierst du auch so viel, weil man das nur rein theoretisch und gedanklich macht, statt etwas an der Situation zu ändern?

Und offensichtlich hast du recht hohe Ansprüche an dich selbst und womit du klarkommen "musst". Musst du aber nicht. Egal, wie sozial erwünscht der Gedanke ist, sich überall wohl fühlen zu können und wenig zu brauchen.

Hast du denn die Möglichkeit, dir eine neue Wohnung zu suchen? Gibt es etwas, das dich daran hindert?

Ich würde das auf jeden Fall machen. Gerade, wenn du Angst- und Panikattacken hast, geht es nicht mehr um "aushalten", sondern schlicht darum, dass du für dich selbst gut sorgst!

Eine Wohnung ist nun einmal mehr als der Platz, an dem du schläfst. Es ist (im besten Fall) ein Zuhause, ein Heim, eine Rückzugsmöglichkeit, der Ort, der ganz speziell für dich da ist und dir Sicherheit bieten sollte- auch auf psychischer Ebene.

Wie vorher schon jemand geschrieben hat: Als Kompromiss würde es noch die Möglichkeit geben, dass du dich ein bisschen schöner einrichtest und im Innern der Wohnung etwas veränderst. Wenn ich dich richtig verstehe, ist es aber auch die Gegend an sich, die dir nicht gefällt, oder?

Wem bringt es etwas, dort zu bleiben?

Liebe Grüße :)*

C|hanc5e0#0x7


es is in etwa so, das ich mir nicht, wie andere das tun würden, "das Recht zugestehe", die Wohnung einfach doof zu finden und umziehen zu wollen.

Warum nicht?

Das Gefühl war nie gut.. total bescheuert, hier herzuziehen.

Wie wäre es, daraus eine Konsequenz zu ziehen ... aktiv zu werden ... anstatt Dir selbst dabei zuzusehen, wie es Dir immer schlecht geht?

J2asnx74


Hm ja, warum nicht.. mit der Frage landet man dann ja auch schon "mittendrin" (in den psychologischen Strukturen), was ich hier mal lasse.

Irgendwie isses wohl so das ich von mir erwarte, erstmal "bei mir selber aufzuräumen", und umziehen kommt mir wie eine "Flucht vor den eigentlichen Problemen" vor. was es ja auch ist – aber das wiederum macht doch gar nix. Ich darf ja fliehen. Und damit (siehe einen Absatz weiter oben) ;-).

Schimmelbefall scheidet aus.. a) is hier keiner, b) war das ja schon VOR dem Umzug.

Umziehen ist grad schwierig.. alles völlig blockiert. Unklar wohin es in nem halben Jahr ca. beruflich geht, Wohnungsmarkt in der Stadt hier auch fürn ****h. Aber ist auf jeden Fall geplant (für den Zeitraum von sagen wir mal "spätestens in einem Jahr sind wir umgezogen").

M:opritzI27x1


Jan74

Ich verstehe, dass du dich in der Wohnung nicht wohl fühlst.

Aber liegt es an der Wohnung als solcher?

Weil es sich mit nicht erschließt, was denn genau dich stört.

Ist es die Lage, der Zuschnitt der Wohnung, Lärmbelästigung...usw?

Mein Sohn hatte (ohne sie gesehen zu haben) eine Wohnung in H übernommen, ich fand sie toll, aber ihn störte total, dass alle Fenster nach Norden gingen. Sowas hätte mich nicht gestört, ich fand es eher gut, dass er auf einen grünen Garten blickte...

Aber das Fehlen einer eigentlichen Ursache läßt mich stutzen. Denn solange du nicht weißt, was genau dich so stört, hat es ja keinen Sinn, bei der nächsten Wohnung darauf zu achten.

Oder ist es vielleicht die neue Umgebung, die neue Stadt, die dich so verzweifeln läßt, dann wäre die Wohnung nur ein (vorgeschobener) Grund.

J5a3n7x4


Weil es sich mit nicht erschließt, was denn genau dich stört.

naja, das hab ich bisher ja auch nicht geschrieben ;-).

Die Wohnung an sich ist ganz nett und die Lage "grün und ruhig". An sich alles ok.

Aber die Wohnung forciert genau die Dinge die mir nicht gut tun. Ich habe eine latente Angststörung und kann ohne Auto nirgends recht hin, aber ebenfalls keinen Führerschein, und die Wohnung ist am *rsch der Welt. Das ist wohl das Kernproblem. Fühlt sich an wie Haftstrafe hier. Gefangen.

Aber das Problem ist ja die Angst und die Führerscheinlosigkeit, nicht die Wohnung!

Denke ich so.

Andererseits ist das Flair wirklich nicht toll.. also das ich denken würde, wow, hier isses nett, hier fühle mich mich wohl. isnichso. kopschüttel. Ganz unabhängig von Angst und Führerschien.

C+han.ce0Z07


Irgendwie isses wohl so das ich von mir erwarte, erstmal "bei mir selber aufzuräumen", und umziehen kommt mir wie eine "Flucht vor den eigentlichen Problemen" vor.

Wie oft bist Du denn schon umgezogen, dass Du auf einen solchen Gedanken kommst?

Rrebelu;tioxn


Du hast nen unsichtbaren, aber alles andere als stillen Mitbewohner – dein Selbstmitleid, das tagsüber Türen knallt und nachts durch die Gänge schleicht. Mich wundert überhaupt nicht, dass du dich nicht wohlfühlst. Wenn man sich täglich wie in deinem Eröffnungspost einredet, wie scheiße es einem geht und darüber nachdenkt, woran das liegen kann, dann hast du ruck-zuck eine Gedankenmühle, die nicht mehr aufhört sich zu drehen. Du wirst dich so nirgendwo wohlfühlen, weil jede Kleinigkeit auch in einer anderer Wohnung dich direkt wieder an dir selbst zweifeln lassen würde. Das Geld für nen Umzug ist in nen guten Therapeuten definitiv besser angelegt.

Jban7x4


Na Du scheinst mich ja gut zu kennen :-)

@ Chance

gute Frage.. umgezogen schon oft, aber aus verschiedenen Motivationslagen heraus. ist halt zur Zeit auch einfach so das "einfach so umziehen" grad nicht so einfach ist.

JEawn74


*noch mal hervorkram

Das Problem is wohl.. wenn ich mir mal meine Beziehung wegdenke.. was bleibt übrig? Was ist dann "mein Leben", mein eigenes, welches ohne Abhängigkeit von der Beziehung besteht? Und da ist halt nicht mehr viel übrig.

Das ist das eigentliche Problem. Die Wohnsituation forciert das halt nur. Dieses Wohnen hier in der Einöde, ohne Führerschein, ohne Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, in einer Gegend die mir auch vom Flair her gar nicht zusagt, ist einfach gruselig. Fängt nicht nicht auf, gibt mir keinen Halt; anstatt das mich meine Wohnung, meine "Heimat", stabilisiert, ist es, wie in einen Abgrund gestossen zu werden. Wie haft. Einsam, isoliert, abgeschnitten vom Rest der Welt. Ich kann hier nicht, unabhängig von Freundin, selber "aktiv am Leben teilnehmen".

Und das bohrt und bohrt und bohrt und macht tief traurig.

Und da gibts ja nun zwei Ansätze, und darauf wollte ich wohl eigentlich mit dem Ursprungsposting hinaus.. zum einen, die Situation ändern (sprich, deutlich zentraler wohnen), zum anderen, an mir selber arbeiten, d.h. panikkrams wegkriegen und Führerschein wieder in Angriff nehmen (wo das mit der Panik die Grundvorrausetzung ist).

Mir kommts halt irgendwie "falsch" vor, den ersten Weg zu nehmen, weil die eigentlichen Probleme damit nicht behoben werden. MIT dieser Wohnung hier zufrieden zu werden ist die deutlich grössere Herausforderung, die mehr Wachstumschancen bietet. Aber mach ichs mir damit nicht selber unnötig hart?

Sonst noch anderen Ideen?

Ich merks immer wenn wir mal im Urlaub im Hotel sind, "unter Leuten", allein das ich mich da einfach mal ins Hotelrestaurant setzen kann reicht schon aus.. diese Grund-Trauer ist oft wie weggeblasen. Ein riesiger Unterschied.

JHanb7x4


Und es überkommt mich beim nochmal-Lesen dieser Zeilen auch der Gedanke "skurril, in was für absurde, ausweglose Situationen man im Leben geraten kann"..

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