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Wohnungsproblematik – mache ichs mir zu kompliziert?

m{us<katnBuxss


Und da gibts ja nun zwei Ansätze, und darauf wollte ich wohl eigentlich mit dem Ursprungsposting hinaus.. zum einen, die Situation ändern (sprich, deutlich zentraler wohnen), zum anderen, an mir selber arbeiten, d.h. panikkrams wegkriegen und Führerschein wieder in Angriff nehmen (wo das mit der Panik die Grundvorrausetzung ist).

Hast du mal eine Psychotherapie gemacht oder machst eine?

Dein Grundgedanke ist eigentlich richtig. Überlegen was das mit dir zu tun hat. "Warum will ich eigentlich umziehen?". Das ist im Ansatz eine gute Überlegung. Tun viele nicht.

Trotzdem darf man nicht alles zu Tode denken und analysieren, weil du damit definitiv nicht weiterkommst. In vielen Fällen ist es auch ein bisschen egal was man macht.

Im Prinzip würde ich vor die Frage ob du umziehen willst erstmal stellen ob du überhaupt umziehen kannst. Stimmen die Bedingungen dafür (Geld, Zeit, etc.)? Wenn ja und du willst das machen, dann würde ich meine Energie in den Umzug stecken. Wenn du sagst, "ich bin mir nicht sicher" oder "ich würde gerne, aber kann nicht" dann ist es verschwendete Kraft sich darüber Gedanken zu machen. Also zumindest so viele Gedanken wie du es machst. Wenn es nicht geht, dann mach den Kopf frei und denk über was anderes nach.

Wie hat man sich das denn vorzustellen? Keine Busse oder so, eine einsame Hütte 60 Minuten Fußweg von der Zivilisation weg, oder wie?

Das Problem is wohl.. wenn ich mir mal meine Beziehung wegdenke.. was bleibt übrig? Was ist dann "mein Leben", mein eigenes, welches ohne Abhängigkeit von der Beziehung besteht? Und da ist halt nicht mehr viel übrig.

Und wenn du umziehst bleibt genau so viel von deinem Leben übrig wie jetzt. Weil außer der Wohnsituation ändert sich nichts. Du stößt an genau die gleichen Probleme wie jetzt.

zum anderen, an mir selber arbeiten, d.h. panikkrams wegkriegen und Führerschein wieder in Angriff nehmen (wo das mit der Panik die Grundvorrausetzung ist).

Ja das ist ein gutes Vorhaben. Und überhaupt nicht verkehrt das zu tun. Und natürlich kann in Ängste oft die Ursache liegen. Aber in dem Kontext in dem du es schreibst klingt es so, als ob du auch wieder hoffst, dass der Führerschein die Vorraussetzung ist um aktiv zu werden.

selber "aktiv am Leben teilnehmen".

Wie sieht denn dein "aktives Leben" aus? Also nehmen wir mal an du ziehst in die Stadt (oder um), was machst du dann da?

Dieses Wohnen hier in der Einöde, ohne Führerschein, ohne Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, in einer Gegend die mir auch vom Flair her gar nicht zusagt, ist einfach gruselig.

Hast du recht. Fände ich auch gruselig. Warum bist du dahingezogen? Weil du dir damals auch so vom Gefühl her dachtest, dass du da auch gar nicht so "aktiv" sein musst in so einer Einöde? Meistens hat das was einen nachher total stört einem vorher ganz gut gefallen.

Such dir eine Fahrschule, einen Psychotherapeuten, was auch immer und du bist aktiv. Du bist bereits aktiv, wenn du morgens die Augen öffnest. Ob du mit deinen Aktivitäten zufrieden bist, das hängt von dir ab und was du für Vorstellungen hast. Aber auch mit einem Führerschein in der Tasche und einer Wohnung in der Stadt kann man sehr einsam und isoliert sein.

Aber egal wie man es dreht und wendet, alles das hindert dich nicht an einem Umzug. Aber aktiv werden in deinem Sinne, das fordert das du auch "aktiv" wirst. Und wenn man viel und lange drüber nachdenkt hat das den Vorteil, dass man genau das nicht werden muss.

*:) @:)

JFanx74


Hallo,

danke für die Antwort.

Ja, Therapie mal gemacht, hab immer noch therapeutische Begleitung, aber nicht mehr so regelmässig.

Ich weiss auch nicht so genau. Ich war noch nie gut darin, aus eigener Initative Dinge zu ändern. Ich neige dazu, wie das Kaninchen vor der Schlange zu erstarren und mich auffressen zu lassen. Mich überfällt dann so eine Lähmung. Ich würd gern irgendwas tun aber ich weiss einfach nicht was und es sagt mir auch keiner.

Ich fühl mich durch den Scheiss halt auch so depressiv und entkräftet das ich irgendwie mich nicht sehr handlungsfähig fühle. Eigentlich fast schon so als bin ich an dem Punkt zu sagen, ich kann nich mehr, bitte Klinik, erstmal wieder aufpäppeln. zumindest kommts mir an manchen Tagen so vor. "Die Situation raubt einem die Kraft, die man bräuchte, um an der Situation was zu ändern".

Früher konnte ich halt so banale Dinge tun wie mich ins Auto setzen, in die Firma fahren, oder einen Freund besuchen. Das wäre für mich "aktiv am Leben teilnehmen". Jetzt geht das nicht mehr. Bizarres Gefühl.

Wohnsiedlung am Stadtrand, nächste U-Bahn-Station 600 m entfernt, nächster Supermarkt auch, aber Bahn fahren geht eh nich (ich wüsste auch nicht mal, wo hin), und das Flair (ich kanns schlecht beschrieben, einfach "Flair" halt) gruselt mich so das ich gar nich vor die Tür mag. Ich hab auch schon so gewohnt das ich dachte, wow, hier isses toll, hier bin ich gerne; dieses Gefühl hatte ich hier noch nie. Eher immer "au weia, wer wohnt hier bloss freiwillig, in der Gartenzwerg-Diktatur".

Ja, warum bin ich da hingezogen.. hat sicher was selbstzerstörerisches.

Seit ich hier wohn bin ich irgendwie nicht mehr Teil der Welt sondern guck nur noch von aussen zu. So ist das Gefühl.

Jammer.

J7aYn7x4


Ähm.. wobei es trotzdem nicht so ist, das ich nix mache. Ich arbeite konsequent an den Ängsten und bin auch schon wieder viel aktiver und es finden durchaus Treffen mit Freunden und so statt. Langsam aber stetig gehts bergauf. Ist nur manchmal schwierig, das auch bewusst so optimistisch zu sehen, und nicht dauernd ins depri-Grübel zurückzufallen.

hMcolth"csxra


nächste U-Bahn-Station 600 m entfernt, nächster Supermarkt auch,

Finde ich jetzt nicht so weit. Meine Supermärkte sind auch in dieser Entfernung.

Aber ich kenne die Situation. War auch an dem Punkt, wo ich diese Entfernungen mit dem Rad zurück legen mußte, weil ich es mir zu Fuß nicht zu getraut hab.

Klingt heute für mich verrückt. Die Strecke laufe ich nun und genieße es. Mit dem Rad fahre ich auch 10 Km und weiter.

Das Wohnungsthema finde ich interessant. Ich bin weit weg von zu Hause in fremde Städte gezogen. Hatte nie ein schlechtes Gefühl in einer Wohnung. Nun will ich wieder zurück. Hatte mir eine Wohnung in einem Dorf, ganz nah "meines" Dorfes angeschaut. Großer Block, Dreiraum, Dorfrand. Beim rausschauen auf den trostlosen Acker, überkam mich ein seltsam depressives Gefühl und ich dachte, das ich hier nicht glücklich werde. Trotzdem nahm ich erst mal die Wohnung, weil ich dachte, das es sicher an mir liegen würde. Der Umzugstermin wäre erst im Februar. Habe mir aber öfter Gedanken darüber gemacht.

Eine Weile danach wurde aber in "meinem" Dorf eine Einraumwohnung frei, mitten im Dorf, in einem weniger riesigem Haus. Altes Gutshaus, Fenster nach hinten zum Hof. Ohne diese Wohnung jemals gesehen zu haben, entschied ich mich dafür und hatte seitdem ein total gutes Gefühl. Habe gestern den Grundriss bekommen. Der Schnitt gefällt mir, über Eck und etwas verschachtelt. Ich hoffe, das die Realität mein gutes Gefühl bestätigt.

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