» »

Suizid bei schwerer chron. Erkrankung

pOelzthier8x6 hat die Diskussion gestartet


Hey

Mir ist bewusst, dass das ein heikles Thema ist, aber ich bitte es ernsthaft zu behandeln.

Ich bin jung, und schwer chronisch krank, schon mein ganzes Leben lang.

Aufgrund einer Anhäufung an ungluecklichen Umständen und Rückschlägen sowie unerträglichen Schmerzen und null Lebensqualität bin ich nun an dem Punkt angekommen, dass ich nicht mehr kann. Ich, die immer gekämpft hat, will/kann nicht mehr.

Ein guter Teil dessen, was mir passiert ist, hängt damit zusammen, dass meine Erkrankung sehr selten ist, ich viele Jahre lang nicht diagnostiziert wurde und selbst nach meiner Diagnose es keine wirkliche aerztliche Unterstützung für mich gibt.

Ich bin ein Boxer, der seit Jahren den Ring nicht verlassen und immer noch die gleiche Partie kämpft, ohne Pause zwischendurch.

Und jetzt steht er kurz vorm KO Schlag, trotz des tapferen Kampfes zuvor.

Geht es hier jemandem ähnlich?

Ich würde gerne vor allem Antworten von Betroffenen mit organischen Erkrankungen hoeren, ob sie schon einmal Selbstmordabsichten hatten... ich meine das nicht diffamierend gegenüber psychisch Erkrankten (die im übrigen auch gerne mir schreiben können), die Situation wäre nur mit der meinigen dann mehr vergleichbar.

Danke

Antworten
H$appyc Bandanxa


Ich finde es ganz ehrlich heftig was du durchmachst und kann verstehen das du am Ende bist. Hast du denn mal überlegt eine Therapie für die Psyche und eine Schmerztherapie zu machen?

l:eanea-BourgfAesxt


Pelztier, darf ich dich mal fragen ob deine Erkrankung die du hast zum Tode führt?

Ansonsten kann ich dir nämlich nicht weiter helfen. Meine Erkrankung ist nicht lebensgefährlich, auch wenn sie mich sehr einschränkt, inlusiven Schmerzen und Schwierigkeiten im Alltag. Und mir momentan sehr an die Substanz geht.

Bist du 86 geboren?

pQel_zti+exr86


Ja, ich bin 86 geboren.

Die Erkrankung kann zum Tode führen, je nachdem, wie sie sich entwickelt.

Jedenfalls mit einer kürzeren Lebenserwartung in den allermeisten Fällen.

Wenn ich fragen darf, was hast du für Schwierigkeiten und Schmerzen?

pwelzwtiexr86


Ach ja: die Erkrankung an sich kann ich gut akzeptieren, die Diagnose war eine Erleichterung.

Was konkret der Anlass fuer meine Absichten gibt, sind die Fehlbehandlungen seitens der Ärzte, die fatale Folgen für mich hatten und zusätzlich zu meiner Grunderkankung zu massiven Schmerzen und unlösbaren Problemen. Und diese kann ich nicht akzpetieren. Nicht nur, weil das einmal passiert ist, sondern in den letzten 4 Jahren dauernd.

pyelz:tierx86


Bzgl Psychotherapie: ich habe kein Vertrauen in Psychologen , denn sie waren es, die mich noch mehr in die Pfanne gehauen haben.

Nie wurde ich ernstgenommen und meine organischen Beschwerden wurden als psychosomatisch bis hin als anorektisch abgetan.

Was mir von Psychologen an den Kopf geknallt wurde, da hätte niemand mehr Vertrauen.

pUelzStier8x6


Ich lebe noch zu Hause, weil ich nicht alleine leben kann.

Nachdem meine Mutter das all die Jahre mitgemacht hat denke ich, dass sie mich versteht bzw. Nun an dem Punkt ist, mich gehen zu lassen.

PUir+atenL@axdy


Pelztier, um welche Erkrankung handelt es sich?

Gibt es die Möglichkeit, sich mit der Diagnose an einen Spezialisten zu wenden, der Dich mit großer Wahrscheinlichkeit besser versteht?

d.as%gesund#epSl5us20


Was hast du denn für eine Erkrankung? :-( :)*

l6eanxa-Buargfest


Pelztier, meine Erkrankung sind Folgeschäden, die so einfach auch nicht mehr zu beheben sind. Es sind zwar keine Organe betroffen, trotzdem wirkt es sich auf mache aus. Ich hab seit 5 Jahren Schmerzen im Bauch, Becken, Beinen. Eine Schmerztherapie wurde nun verordnet, beginne ich auch, wenn ich morgen die Magen-Darm-Spiegelung hinter mir hab, die man noch machen möchte. So ganz fertig bin ich mit Diagnosestellungen auch noch nicht.

Aber damals waren auch Ärzte daran Schuld, dass es soweit bei überhaupt gekommen ist. Aber weißt du, das passiert. Damit muss man abschließen. Es sind auch nur Menschen und ich glaube nicht, dass diese böse Absichten haben.

Aber ich kenne es trotzdem, diesen Wunsch nach Ruhe, Unendliche Stille und Nichtexistenz, sooft war bei uns im Tal die Brücke interessant und wie oft nahm ich mir vor, dort hin zu fahren und runter zu springen.

Aber alles nur wegen dem bisschen Gesundheit? ":/ Man kann es sich schön machen, man muss nur wissen wie und vor allem muss man es wollen. Das hört sich hart an, vor allem weil mein Leben nicht betroffen ist, aber immer nur Schmerzen haben und Probleme in allen Lagen ist auch kein Zuckerschlecken.

Du tust dir keinen Gefallen damit, ich dachte früher immer, es braucht mich ja keiner, auch nicht meine Kinder, es sorgt ja jeder dafür, dass es funktioniert, und es funktionierte auch. Ich kam mir übeflüssig vor, ein Störfaktor, nicht gebraucht.

Aber das ist Quatsch, die Familie schaut nur, dass es läuft, weil ihnen auch nichts anderes übrig bleibt, und damit man selbst entlastet ist. Was gab es soviel Streit, wegen meinen Gedanken... Aber es bringt nichts. Ohne dich wird es nicht so gut laufen, wie mit dir, denk daran. Deine Familie liebt dih trotzdem, auch wenn sie belastet sind. Und deine Familie genießt auch jeden Tag mit dir, auch wenn es Tage gibt, an denen sie auch müde sind.

Lass dir helfen, es gibt auch ganz viele andere Möglichkeiten sich selbst wieder lieben zu lernen, dazu muss man nicht zwangsläufig in Therapie gehen, wenn man nicht will.

Vor allem kümmer dich um dich selbst. Tu viele Dinge, die dir Freude machen, schreib es auf. Und denk bewusst positiv. Das wird nicht einfach, das kann auch lange dauern, aber es ist möglich.

Und denk nicht daran, was kommen kann, momentan scheinst du stabil zu sein? Es heißt nicht, dass es so kommen muss, nur weil es kann :)_

c6harleiedog


Schöne Antworten von leana-Burgfest.

:)^

pLel:ztierK8x6


Die Erkrankung möchte ich nicht hier im oeffentlichen Forum nennen, da sie so selten ist, da würde mich jeder erkennen...

Spezialisten gibt es nur im Ausland, wo ich auch diagnostiziert wurde.

Das Problem ist,dass die wenigen Therapieoptionen, die es gibt, bei mir nun auch nicht ausprobiert werden können aufgrund der Folgeerscheinungen, die durch die Fehlbehandlungen hier entstanden sind.

Wenn, dann würde ich zerbrechen und sterben an den Folgen dieser Fehlbehandlungen.

p8elztiber86


Hm ich glaube ich muss meine Situation genauer beschreiben:

1. Ich habe 24h am Tag unerzraegliche Schmerzen, schmerzherapie habe ich hinter mir

2. Ich bin in ganz D. gewesen wegen der Folgeschaeden - nichts zu machen

3. Ich kann noch nichtmal mehr ausser Haus, seit August spielt sich mein leben nur zwischen Bett, Stuhl und Klo/Bad und KH ab

4. Ich kann kaum mehr laufen

5. Familiensitazion ist sehr schwierig

lvean>a-BuArgfxest


Spezialisten gibt es nur im Ausland, wo ich auch diagnostiziert wurde.

So geht es mir auch, Pelztier, ich hab auch nur eine Möglichkeit für eine Operation im Ausland. Und es ist auch alles in die Wege geleitet worden, zwar mit Hürden und viele Missverständnissen, trotzdem habe ich letzte Woche eine Zusage bekommen.

Wenn du magst, können wir uns gern per PN unterhalten, vielleicht kann ich dir die ein oder andere Klinik nennen, mit der ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

1. Ich habe 24h am Tag unerzraegliche Schmerzen, schmerzherapie habe ich hinter mir

Und sie jetzt weiter führen ist keine Option für dich?

2. Ich bin in ganz D. gewesen wegen der Folgeschaeden – nichts zu machen

Wirklich überall? Wie gesagt, wenn du möchtest... sie oben :-)

3. Ich kann noch nichtmal mehr ausser Haus, seit August spielt sich mein leben nur zwischen Bett, Stuhl und Klo/Bad und KH ab

Das kenne ich teilweise sogar auch. Unternehmungen sind sehr schwierig geworden, bei meinem letzten landete ich auch im Krankenhaus.

Da wollte ich gar nicht mehr aus dem Haus. Momentan gehe ich auch nur wenn ich muss. Aber ich weiß dass das ein Zustand ist, der sich wieder bessert, vor allem, wenn der ganze Stress vorbei ist. Klar, man weiß nicht wann das ist, aber das wird. Schaufel dir im Alltag schöne Situation, alles Stück für Stück.

5. Familiensitazion ist sehr schwierig

Inwieweit denn? Hast du noch Menschen, mit denen du sehr gut kannst?

4. Ich kann kaum mehr laufen

Dieses Problem kenne ich sehr gut. Wenn es auch nicht so ist, dass ich auf einen Rollstuhl angewiesen bin. Aber meine Beine können einfach nicht mehr, obwohl es so keine Probleme gibt, also man findet nichts. Trotzdem sind sie nicht mehr wie früher. Ich hab das akzeptiert und wenn es eben ganz schlimm ist und wir weggehen wollen, nehm ich mir einen Stock mit. Da guckt zwar jeder dumm, aber es hilft.

Hast du Hilfsmittel, die dir helfen? Hast du mal Alternativen versucht, z.b. kalte Wickel? Oder Melissengeist? Irgendwas?

Bei mir ist das Allheilmittel meine Wärmflasche |-o die macht die Schmerzen zwar nicht weg, aber sie lässt mich soweit entspannen, dass ich positiv meinen Schmerzen entgegen wirken kann. Ich entspanne mich und dann ist es im Allgemeinen besser.

Hast du soetwas mal probiert?

S^unfPlowebr__7x3


Schwieriges Thema.

Denn es gibt sehr viele Menschen, die trotz schwerster Behinderung ihr Leben annehmen und sogar genießen. Ein früherer Mitschüler von mir ist kurz nach dem Abi (leider betrunken) gestürzt: Bruch der Halswirbelsäule, Querschnittlähmung. Also so wie der Samuel Koch von Wetten dass. Und man soll nicht glauben, dass Lähmung bedeutet "nix tut mehr weh".

Er hat nach anfänglichem Tief nicht aufgegeben... hat studiert... geheiratet... ist mittlerweile Vater. Klar ist es ein völlig andere Leben, ständig Hilfsbedarf etc. – aber ihm geht es gut.

Ich kenne jemanden mit ALS... junge Frau, kann den Rollstuhl etc. nur noch mit dem Mund bedienen. Auch sie genießt ihr Leben, bemüht sich viel rauszugehen. Jetzt droht die dauerhafte Beatmung, aber auch das schreckt sie nicht grundsätzlich.

Darum denke ich immer: Man darf so schnell nicht aufgeben. Und wenn es noch Behandlungschancen gibt: Antesten. Realistisch besprechen.

Andererseits:

Ich bin selber chronische Schmerzpatientin. Meine Gesundheitsprobleme funken mir immer wieder im Alltag dazwischen (plane gerade wieder 1-2 OP's). Habe 2x einen Job deswegen verloren. Bin finanziell nicht abgesichert und stehe ziemlich alleine da, da sich viele Bekannte/Ex-Freunde in den letzten 3 Jahren verabschiedet haben, weil sie es nicht verstehen. Und ich keine Lust auf ihre blöden Sprüche habe. Ich mich einfach alleingelassen fühle in so vielem, v.a. auch emotional.

Klar habe ich da Tiefs, wo ich denke: Ich kann und WILL nicht mehr. Weil mir gefühlt die Perspektive fehlt. Aber dann ist da immer der Spruch, den mir mal jemand gesagt hat: ANDERS heißt nicht schlechter. Soll heißen: Nur weil mein Leben anders verläuft als geplant und normal, ist es nicht schlechter. Auf den ersten Blick sicherlich, aber eigentlich ist es nur ANDERS. Und man kann in dem ANDERS auch erträglich gestalten.

Was bräuchtest Du, damit das Leben lebenswerter ist? Gäbe es eine Möglichkeit, mehr rauszukommen (Rollstuhl, Hilfe durch Betreuungspersonen,...)?

Und: Welche Hilfe (auch auf psychologischer Ebene!!!) ist möglich?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH