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Suizid bei schwerer chron. Erkrankung

l2eana-+Burgfesxt


Gibt es zu den Opiaten keine Mittel dazu, die man nehmen kann, damit das nicht passiert?

Hab das mal öfter gehört, aber kann dazu ja nix sagen, ich schlucke meine ja nicht o:)

l7uomxaren


@ pelztier86:

Ich verstehe jetzt den Ausgangspunkt für diesen Faden etwas besser.

Noch einmal eine andere Sicht auf die Dinge, diesmal angereichert aus den Beobachtungen während meines Zivildienstes in einem Altenheim: Wir haben damals verschiedenste Pflegefälle gehabt. Darunter waren Leute, die auch schon jahrelang bettlägerig waren. Man hat sich zum Teil gewundert, warum die noch unter den Lebenden sind. Der Grund dafür war eigentlich, dass diese Personen immer noch am Leben gehangen habe und leben wollten. Erst wenn dieser Wunsch aufgehört hat, waren sie bereit zu sterben.

Für mich machst du momentan nicht den Eindruck, als wärest du kurz davor, den natürlichen Weg zu nehmen (Beschreibung oben). Auch die Verweigerung einer OP lässt mir noch jede Menge Lebenswillen erkennen.

Ich habe den Eindruck, dass du ziemlich angekekst bist - von deiner Situation, von den fehlenden Hilfsmöglichkeiten durch die Ärzte, durch die Einschränkungen infolge der Krankheit. Wahrscheinlich weißt du selbst am besten, wie du da durch kommst und bist schon dein eigener Doc geworden.

Ich lege dir zur geistigen Zerstreuung den Film "I'm a cyborg, but that's O.K." von Park Chan-Wook ans Herz. (Ich musste gerade an die "Weißkittel-Totschießen"-Szene denken. |-o )

lMeana-EBur4gxfest


Ohja, der Film ist einfach nur süß x:) Den hab ich auch gesehen und oft und lange darüber nachgedacht.

So unrealistisch er auch ist. Aber trotzdem finde ich beinhaltet er etwas, das man im wahren Leben wirklich anwenden kann.

Schau ihn dir ruhig an, er ist wirklich toll :-D

W%in=terPwind


@ pelztier86

Ich habe fast geweint, als ich deinen Beitrag gelesen habe, denn es kommt nur äußerst selten vor, dass jemand genau das ausdrückt, was ich fühle.

Ich bin mit 16 Jahren erkrankt, ganz plötzlich aus heiterem Himmel. Ein Jahr lang versuchte ich dann trotz größter Schmerzen und vollständiger Erschöpfung ein "normales Leben" aufrecht zu erhalten, bis irgendwann nichts mehr ging. Nun bin ich seit fünf Jahren zu Hause und habe alles, was mein Leben lebenswert machte, an der Haustür abgeben müssen. Bei den Ärzten gilt meine Erkrankung als therapierefraktär (bester Satz an der Uniklinik:"Jetzt können Sie nur noch beten.").

Und so wie bei dir kommen zu der Grunderkrankung immer mehr Folgeerscheinungen (an Knochen, Nieren, Gehirn und Verdauungstrakt), die alles noch schlimmer machen.

Und so viele Menschen können es einfach nicht verstehen, wie demütigend es ist, immer einsam zu sein, sich von der Mutter herumtragen zu lassen, um zur Toilette und wieder ins Bett zu gelangen, oder mit 22 Jahren noch auf Kosten der Eltern zu leben, das Gefühl zu haben, wertlos zu sein und als einziges Ereignis den regelmäßigen Arztbesuch zu haben.

Vielleicht kennst du das alte Gedicht von der "Lady von Shallot", auf der ein Fluch liegt, weshalb sie niemals ihr Zimmer verlassen darf und die nur einen Spiegel hat, der ihr Neues kündet und all das zeigt, was sie selbst so gerne hätte. So fühle ich mich auch. Als dürfe ich nichts von dem haben, was die Welt zu bieten hat und schon das Streben danach sei mir nicht erlaubt, weil es mir nur zum Schlechten gereicht.

Ich kann vollkommen verstehen, dass du über den Tod als Ende deines Leidens nachdenkst und löge, würde ich sagen, dass meine Gedanken nicht auch darum kreisen.

Warum ich es nicht tue? Ich weiß es nicht. Aus "Pflichtbewusstsein" (scheußlicher Ausdruck) oder einem letzten, verzweifelten Funken unsinniger Hoffnung? Ich kann es nicht sagen.

Das Einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann, ist: Du bist ein ganz wunderbarer, starker Mensch. Andere, die meist kein Verständnis für dich und deinen Kampf zeigen, hätten schon viel früher aufgegeben! :)= @:)

Ich schicke dir alle Kraft, die ich selbst noch entbehren kann, auch wenn es nicht so viel ist, wie ich gern tun würde... |-o

glG

LLol,a20/10


Hey Pelztier :-) ,

mir geht es genauso...seit 10 Jahren nur am Kämpfen-Vivere militare est. Gesundheitlich voll fertig...jetzt noch ein weiteres gesundheitliches Problem und ich lieg momentan so am Boden, dass ich eine sehr schwere Gürtelrose bekommen hab...ich kann auch nicht mehr, ich will zwar-da ich das Leben ansich sehr liebe, aber egal was ich tu, wie sehr ich mich bemüht und gekämpft habe-ich bekomm immer wieder eine so in die Fresse, dass ich bald das Handtuch werf. Du kannst mich gerne per PN anschreiben, ich möchte hier meine gesundheitliche Situation und Krankengeschichte nicht breit treten. Eins kann ich dir sagen: Ich versteh dich zu 100% und hatte erst gedacht, es sei mein Text...es ist so unfair. Ich hab auch immer die Hoffnung gehabt, Jahr für Jahr, noch ein bisschen, dann wird es wieder besser. Es war durch die Verzweiflung die pure Einbildung-...

lIean'a-Burgxfest


Winterkind, das hast du aber schön gesagt x:)

Ich hab schon öfter im Forum deinen Namen gelesen, dachte aber nicht, dass du so krank bist.

Ich wünsch dir alles Gute @:)

L:ola2x010


Ich habe mal in einem Artikel, der über chronische Schmerzen ging gelesen, dass ein Arzt sagte, dass heutzutage niemand mehr Schmerzen haben muss.

Bei Nervenschmerzen? Wenn der Nerv selbst den Schmerz empfindet, da er geschädigt ist geht kaum was-selbst mit stärksten Antiepileptika nicht. Darüber hinaus bist du so fertig im Kopf, da sie alle zentral wirken, dass du kein "Leben" mehr führen kannst. Und wenn du mal keine Pflaster mehr zu Hause hast bzw. das letzte verloren hast, dann sind die Minuten bis dahin so extrem, dass du eben auch das Bewusstsein verlieren kannst. Du bist in den meisten Fällen immer auf Hilfe anderer angewiesen.

pGelYztiexr86


@ winterkind/lola2010

Vielen Dank für Eure Beitraege. ihr könnt mich gerne per PN anschreiben.

Es ist genau das Gefühl, das ihr beschreibt. Man hat so viel gegeben, alles an Kraft eingesetzt, was man hatte, nur um einen kleinen Schritt vorwaerts zu kommen. Und am Ende stellt man fest, dass man sich nur im Kreis gedreht hat.

Ich würde nichts sagen, wenn ich "nur" besonders viel im Leben kaempfen müsste, denn daran bin ich von Kindheit an gewohnt und es gibt nun mal Menschen, die mehr kämpfen müssen ...das Leben ist eben nicht gerecht. Ich frage mich auch nicht mehr nach dem warum. Ich frage mich nur: warum IMMER ich? Warum sich das Kaempfen dann nicht mal wenigstens im Kleinen auszahlt, ich dafür "belohnt" werde? Aber kaum denke ich, dass es aufwärts geht, kommt der nächste Klotz, den ich in die Fresse bekomme. Das kann man schon nicht mehr anders nennen.

Nicht genug, dass ich schon eine schlimme Sache von Geburt an an der Backe habe, nein, da kommt dann immer mehr dazu, garniert mit den Folgeschäden von Ärzten und der unmenschlichen Behandlung durch die meisten Aerzte. Da heißt es dann nur lapidar: entweder Sie akzeptieren die Situation , so wie sie ist, denn wir können nichts mehr machen, oder sie geben sich die Kugel.

pnelztixer86


Manchmal denke ich auch, dass es besser waere, dass auch dieser letzte kleine Hoffnungsschimmer, den ich sonst kaum mehr wahrnehme, auch noch sterben würde. Denn das ist noch zusätzliche Folter, weil es sich immer wieder als Illusion herausstellt.

Wer sich mit dem Thema Nervenschmerzen mal näher befassen musste, der wird sehr schnell feststellen, dass es bis heute keine wirklich wirksamen Schmerzmittel generell dagegen gibt. In meiner Situation ist das dann noch aussichtsloser. Man kann sich nur zudroehnen, und dann ist das Leben auch vorbei, denn das einzige, was bei mir nich einwandfrei funktioniert , ist mein Verstand/Intellekt. Danke Lola, für deine Klarstellung über das Wesen der Nervenschmerzen. Hast du auch Nervenschmerzen?

lCeana:-Bur'gfesxt


Wenn du die Folgeschäden wegen einigen Ärzten hast, dann müssen die dich doch falsch behandelt haben, oder?

Kannst du da nicht klagen?

G4oldeZnWintxer


Sorry Pelztier. Das wusste ich wirklich nicht @:)

Aber sei euch allen gesagt, ich kann wirklich nachempfinden, dass die Situation für euch wirklich schlimm ist. Ich bin auch sehr fassungslos, dass so junge Menschen wie ihr, solche Dinge durchmachen müssen. Ich habe wirklich Respekt vor Menschen wie euch. Man kann hier leider nicht wahnsinnig viel sagen, denn würde man hier in die gewünschte Diskussion gehen, wird leider gelöscht.

Wobei ich schon finde, dass man über sowas auch in der Öffentlichkeit nicht so tabuisiert damit umgehen sollte. Ich glaube die meißten Menschen bekommen einfach auch nicht mit, was schwer Kranke Menschen durchmachen müssen. Aber wie auch, wenn man das Haus nicht verlassen kann. SOlche Themen tabuisiert werden. Es traut sich niemand darüber zu reden, weil der Großteil sowas lieber verdrängt oder sich einfach nicht vorstellen kann.

Manchmal scheint die Medizin einfach auch an ihre Grenzen zu stoßen, wie man bei euch erfahren kann.

Mein Freund ist auch chronisch Krank (eine Darmkrankheit). Es ging ihm teilweise sehr schlecht. BIs dahin wusste ich auch nicht, wie solche Krankheiten das Leben einschränken können. Gott sei Dank geht es meinem Freund wieder gut. Er hat einen guten Arzt, der da gut reagiert hat und sich gut auskannte. Er kann wieder ein normales Leben führen. Gott sei dank.

Ich wünsche dir Pelztier (und auch den anderen) alles erdenklich Gute. %:| @:) :)*

pkelzZtiexr86


Luomaren,

Auch dir danke für deinen Beitrag, nur weiß ich nicht, wo du Lebenswillen aus meinem Beitrag herauslesen willst. Wie Lola, so kann auch ich sagen, dass ich eigentlich leben will, aber ich spreche von leben, und nicht dahinvegetiereren. Und nichts anderes ist es.

Ich habe lange versucht, gerade vor meiner Diagnose, noch annähernd normal zu leben, habe mir und allen anderen etwas vorgemacht, alle Kraft darauf verwendet, noch irgendwie "normal" zu leben, wobei das sich nur auf den Schein bezog, denn Normalität bzw, normales Leben kenne ich fast gar nicht.

In Bezug auf Op: gegen Ops habe ich nichts, nur ich muss sie ja auch nicht riskieren.

Nach etlichen Ops (3 große Darm Ops, habe nun seit 4 Jahren keinen Dickdarm mehr und einen künstlichen Dünndarmausgang sowei einen Blasenkatheter) habe ich nun wahrlich keine Angst mehr vor Ops. Ganz ehrlich, wenn ich wüsste, mir würde jemand eine Narkose legen, ich würde annehmen...wenigstens für diese Zeit nichts spueren, nichts denken...Frei sein...

pVelztixer86


Um da klar zu machen: ich will leben, aber so nicht. SO KANN ich nicht, so könnte NIEMAND. Ich bin komplett verzweifelt. Ich weiß nicht, ob viele Menschen schon mal so eine existenzielle Verzweiflung gefuehlt haben, und zwar nicht aufgrund von prinzipiell aenderbaren Umstaenden (Depressionen z.b.), sondern wegen eines gesundheitlichen Zustands, der nicht zu ändern ist. Der einem zu einem Gefangenen in eigenen Körper macht.

Ich glaube kaum, dass viele wissen, wie es sich als 20 Jaehrige anfuehlt, 8 Stunden am Tag an der Heizung stehen zu MUESSEN, mit einem Heizkissen auf dem Bauch, sich nicht setzen oder bewegen zu koennen, weil jede Bewegung die schrecklichen Darmschmerzen/Spasmen noch schlimmer macht, und die mühsam durch Waerme etwas weiterbewegte massiven Luftblasen wieder rückwärts gehen laesst.... um dann nach diesem 8 Stunden mit einem Martyrium von einer Abfuehrprozedur zu beginnen, das über Stunden geht, unter für Otto Normal Bürger widerlichsten Umständen. Und dir der Arzt ins Gesicht lächelt und sagt, man habe eine thrapierefraktaere schwere Anorexie mit selbstverletztendem Verhalten und ich würde in 3 Monaten unter der Erde sein, wenn ich so weitermachen würde.

pqelzAtierx86


Was bringt mir denn Klagen? Ich will kein Geld, ich will nur meine Koeperfunktion zurück.

Ja, es waren eindeutig Fehlbeahndlungen, aber die Ärzte decken sich auch alle gegenseitig.

p!eOlzti)er8x6


Ein anderes Bild, was mir zur Beschreibung der Situation immer einfeallt:

Ich komme immer wieder wie bei Monopolie auf das "geh ins Gefängnis" Feld, und muss für weitere drei Runden aussetzen. Nur, um kurz rauszukommen, und wieder auf das Feld zu kommen.

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