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Pädophilie

A5ddxo


Dann nimm die Hilfe von Freunden an, die du hast.

Trotzdem bin ich wirklich beruhigt, daß du wieder geschrieben hast.

Ich habe nochmal die ersten Beiträge deines Fadens hier durchgelesen. Du schienest damals recht klar, zuversichtlich, jedenfalls nicht hoffnungslos. Und du sprichst davon, wie sehr du an deinem kleinen Bruder hängst.

Du hast jetzt verschiedene Medikamente ausprobiert, die deinen Testosteronspiegel senken und die bösen Gedanken verschwinden lassen. Sie haben leider Nebenwirkungen, vor allem Depressionen. Wenn die Depressionen in akuten Schüben kommen, ist entsprechende Medizin angebracht und ich hoffe, du bekommst sie auch. Insgesamt ist aber Alleinsein das schlimmste. Ich weiß, du bist Autist. Aber du kannst durchaus mit anderen Menschen kommunizieren und sogar Gefühle entgegenbringen. Es gibt Selbsthilfegruppen von Betroffenen. Aber genauso gut sind andere Freizeitgruppen, egal ob Technikclub, Sport, Chor, oder was sonst halt noch. Das Internet allein macht einsam – leider.

Depressionen kommen in Schüben. Die gehen auch vorüber. Wenn man drin steckt, kann man sich wenigstens trotz aller Schmerzen sagen, daß dies kein Dauerzustand ist.

Bevor du irgendetwas irreparables machst, geh raus. Wenn du Angst vor dir selbst hast, geh in die Klinik. Dort solltest du einen Ansprechpartner haben, den du immer anrufen kannst. Sonst wende dich an ein Sorgentelephon, die Telefonseelsorge oder sonst eine Vertrauensperson, den Pfarrer, wenn du das willst.

Ich will hier keine Predigt halten und du brauchst hierauf auch nicht zu antworten. Aber mit Gott, wie immer du ihn nennst, kannst du immer sprechen. Dazu braucht man nicht in der Kirche zu sein. Beten ist ein Loslösen von sich selbst und seinen eigenen Nöten. Es hilft, die kreisenden Gedanken still werden zu lassen. Man kann sogar ohne Worte beten. Oft hilft es, im Gebet von anderen zu sprechen, die dir nahe stehen. Dadurch wirst du von dir selbst frei.

Ich hoffe, daß es Dir bald besser geht und viele Freunde dich begleiten!

nPicnicx88


Ich wurde doch nicht rausgeworfen. Das war ein fehlgeschlagender Motivations-Arschtritt. Das fand ich völlig daneben sowas bei jemanden zu machen der sowieso schon Suizidgefährdet ist. Ich hab am selbern Tag noch mit dem Arzt geredet und kam aus dem heulen nicht mehr raus. Die Klinik seh ich als letzte Chance.

A?ddxo


Hallo Nicnic,

nett, dass du dich mal wieder meldest. Man macht sich ja doch Gedanken...

Hast du denn außer der Klinik, die natürlich ganz wichtig ist, sonst noch einen Anker? Sprichst Du inzwischen mit Deiner Familie über all Deine Probleme oder doch über einige? Helfen sie Dir?

Die Klinik ist sicherlich ein Zufluchtsort, wenn sonst gar nichts mehr läuft und ich finde es auch nicht in Ordnung, Dich dort abzuweisen. Ein junger Mann in Deinem Alter aus meiner Verwandtschaft hat sich vor einiger Zeit aufgrund von manischen Depressionen umgebracht. Es war ein schlimmer Tod für ihn, und für seine Familie, die sich Vorwürfe macht, noch mehr. Auch wenn man durch tiefe dunkle Löcher geht, gibt es immer noch besseres als solch einen Tod, den ich Dir nicht wünsche.

Wie stellst Du Dir denn Dein Leben in Zukunft vor, außerhalb der Klinik und ein lebenswertes Leben? An irgendetwas hat man doch Spaß. Auf was freust Du Dich? Auf ein kurzes oder langes Zusammensein mit Deinem Bruder, auf ein Buch, ein Computerspiel, Musik...? Bist Du denn sonst immer alleine, ich meine abgesehen von den Ärzten?

neicn~ic8x8


Von der Pädophilie weiß meine Familie nichts und ich will nicht riskieren sie dadurch zu verlieren, da sie auch das einzige ist was mich noch am Leben hält. Ohne meine Familie hätte ich ziemlich sicher schon Selbstmord begangen... Ich bin jeden Sonntag dort.

Wie mein Leben langfristig aussieht weiß ich selber nicht. Es wird wohl hauptsächlich aus Arbeit bestehen. Eine eigene Familie Gründen wird trotz Wunsch aufgrund meiner diversen Probleme wohl ein unerreichtes Ziel bleiben... Wirklich lebenswert finde ich das nicht aber was soll ich machen? Meine Probleme bekomm ich nicht so einfach weg.

A^ddxo


Es ist gut, daß es den gläsernen Menschen nicht gibt. Jeder hat seine dunklen Ecken. Auch wenn Deine eine Ecke besonders dunkel ist, bleibt sie doch ein Teil von Dir und Du mußt sie als Teil Deines Lebens akzeptieren. Aber sie ist eben nur ein Teil und in anderen gibt es so viel Schönes.

Ich finde es auch gut, daß Du arbeitest. SOnst drehen sich die Gedanken immer nur im Kreis. Vielleicht solltest du die Mittel, die Du nimmst doch öfter mal wechseln, damit du aus den Depressionen raus kommst, wenigstens zeitweise. In anderen Erfahrungsberichten habe ich allerdings gelesen, daß die depressiven Phasen bei Langzeiteinnahme von Androcur oder Spiro irgendwann nachlassen.

nBidcgnic8|8


Ich werde jetzt nächste Woche entlassen weil es nichts mehr gibt was man hier noch tun kann, was sehr frustrierend ist. Die stimmung und Suizidgedanken sind minimal besser geworden aber es gibt weiterhin weiterhin sehr schlechte tage wo ich am liebsten alles beenden würde...

A.ddxo


Hast Du diese depressiven Phasen mit Suizid schon vor Deiner anderen Behandlung gehabt? Wäre es nicht gut, die Medikamente mal zwei Wochen abzusetzen und dann das Medikament zu wechseln? Lege neben dein Bett, wichtige Telephonnummern, falls du etwas Dummes machst und nicht mehr suchen kannst. Bitte Freunde und Familie, oft anzurufen und telephoniere auch selbst oft. Wie gesagt, es gibt immer Licht am Ende des Tunnels. Halte dieses Licht immer im Blick. Du bist bis jetzt sehr tapfer gewesen und kannst durchhalten. Du mußt jetzt wieder lernen, mit dir selbst zurechtzukommen. Letztendlich ist das auch etwas schönes und Erstrebenswertes, sein eigenes Leben zu gestalten.

Jetzt am Wochenende kannst du hoffentlich viel mit deiner Familie sein. Vielleicht solltest du überhaupt öfter mal ein paar Tage dort verbringen, wenn du alleine nicht mehr weiter kannst. Ich kenne das aus eigenen Erfahrungen, wie sich so viele düstere Gedanken in Nichts auflösen, wenn man mit anderen zusammensitzt und sich einfach nur über alltägliches unterhält.

Ich wünsche Dir viel Kraft für die nächsten Tage und Wochen. Es wird alles gut werden! Glaub mir.

nKicni#c8x8


Depressionen mit suizigedanken hatte ich auch schon vor der antiandrogenen behandlung... die notfallnummer meiner psychiaterin ist im handy gespeichert.

Bei der familie bin ich ziemlich oft aber schlechte phasen hab ich trotzdem. Auch wenn ich bei ihnen bin.

A6ddxo


Erstmal hoffe ich, daß Du ein schönes Wochenende bei Deiner Familie verbracht hast!

Wie bist Du denn früher über Deine Depressiven Phasen ninübergekommen? Die ersten Beiträge Deines Fadens klingen sehr nach Energie und Lebenslust und dem Willen, die Probleme, die Dir die bösen Gedanken bringen, zu besiegen. Hast Du jetzt während der Androkur Behandlung auch immer mal wieder solche energischen Hoffnungsphasen? Offenbar sind die Depressionen ja nicht nur eine Folge von Androkur und Co. Und du hast früher die depressiven Phasen offenbar gut überstanden. Hast Du nicht das Gefühl, daß es wenigstens wie früher auch jetzt gute Phasen gibt und geben wird?

ncicniKc8x8


Gute. Phasen hatte ich schon lange nicht mehr. Nur nicht ganz so schlechte. Seit gestern bin ich in einer nicht enden wollenden panikattacke. Und ich soll heute entlassen werden.

n@ic\nicx88


Bin heute raus. Bin immernoch sehr unruhig und hab erstmal Tavor von meiner Psychiaterin bekommen. Aber eine gute Nachricht gibt es: Ich hab am 11.8 ein Bewerbungsgespräch bei meiner Wunschfirma.

Asddxo


Hm, klingt doch gut. Die laden auch nicht jeden, der sich bewirbt zu einem Vorstellungsgespräch. Auf jeden Fall ist dies ein gutes Zeichen, selbst wenn es hier am Ende nicht klappen sollte. Viele Firmen wie Microsoft suchen ja gezielt nach Autisten, da diese geistig brillianter und focusierter sind.

Jetzt wirst du dich erstmal wieder mit dir selbst zurechtfinden müssen, aber die erste Panikattacke ist ja schon so ungefähr überstanden :-) und hinter dem nächsten Tal liegt wieder ein Hügel mit Ausblick auf grüne Auen...

Es ist halt immer gut Freunde und Familie zu haben, mit der man telephonieren und reden kann.

n+ic<nicx88


Ich bin echt kurz vorm durchdrehen. Meine Gedanken sind entweder nur noch negativ (Denkstörungen, zb. teilweise starke unrealistische Überzegung, dass die Polizei jederzeit an der Tür Klingelt und mich wegsperrt, oder extrem starke emotionale Reaktion auf Ereignisse in den Nachrichten inkl längeren Panikattacken) oder zusammenhangloser Brei... Meine Psychiaterin spricht von "Desintegration". Ich hab die Befürchtung, dass sich neben der Depressionen langsam eine Psychose entwickelt... Sehr leichte Halluzinationen hab ich auch schon. (Bewegungen die nicht da sein konnten, Hervortreten von Displayinhalten vom Smartphone, erkennen von Gesichtern in Mustern). Und in dem Zustand soll ich bald wieder anfangen zu arbeiten...

KWrähe


Das könnten doch auch Nebenwirkungen von Tavor sein, oder? Wie oft bist du bei deiner Psychiaterin, weiß sie davon?

Es tut mir wirklich sehr leid, dass du in diesem Zustand steckst und im Moment keine wirksame Hilfe in Aussicht ist. Trotz deiner eigenen Bemühungen.

n;icn.ic88


Ich bin alle 1-2 Wochen da. Meine Psychiaterin hat ja Freitag von dieser "Desintegration" gesprochen. Von den Halluzinationen hab ich noch nichts gesagt, da die nicht so eindeutig sind, eher subtiler Art.

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