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Plötzlicher Anfall von Verfolgungswahn

x3enoxbyl hat die Diskussion gestartet


Hallo,

bei meiner Freundin begann vor 1-2 Wochen, genau kann ich es nicht festlegen, ein sich rasch verschlimmernder Anfall von Verfolgungswahn bzw. paranoider Schizophrenie. Es fing damit an, dass sie berichtete, ein Bekannter würde über sie lästern, dann waren es auch verschiedene Freunde, dann die gesamte Uni, und jetzt hat sich das nochmal verschärft, und sie hat tatsächlich Angst davor, dass irgendein Geheimdienst sie holen will, warum auch immer. Es wurde bisher täglich schlimmer. :( Nachdem sie letzte Nacht erste Selbstmordgedanken geäußert hat, weiß ich so langsam nicht mehr, was ich mit ihr machen soll.

Sie wirkt sehr deprimiert und unglücklich, ist recht wortkarg und motivationslos. Ihre Mutter, ihre Schwester, ein guter Freund und natürlich ich versuchen sie zu betreuen, so gut es geht, aber es wird anscheinend immer unmöglicher, da noch was zu bewirken.

Die Vorgeschichte ist, sie hatte vor ca. 8 Jahren bereits einen heftigen Anfall paranoider Schizophrenie, wahrscheinlich davon ausgelöst, dass sie von ihrem Chef gemobbt bzw. unter Druck gesetzt wurde. Damals endete das mit Aufenthalt in der Psychiatrie. Genaue Details weiß ich aber nicht, da sie nicht sehr gerne darüber spricht.

Da ich keinerlei Erfahrung mit sowas habe, könnt ihr mir Tipps für die weitere Vorgehensweise geben? Wo kann ich mich darüber informieren, wer uns helfen kann?

Antworten
NQicklelss7x7


hallo xenobyl,

das tut mir leid, eine scheißkrankheit.

die psychiatrie, in der sie damals war, wäre eine gute anlaufstelle. hast du denn kontakt zu den eltern? die könnten den kontakt herstellen.

es ist SEHR wichtig, dass sie in ärztliche hehandlung kommt, es gibt mittlerweile wirklich gut wirksame medikamente, die die symptome auf ein minimum begrenzen. wie steht deine freundin dazu?

eines der symptome ist ja die uneinsichtigkeit, die betroffenen halten sich für gesund und das umfeld "spinnt".

solange sie nichts "anstellt", also sich oder andre gefährdet, könnt ihr sie nicht zwingen, sich behandeln zu lassen (also sie einweisen lassen). die selbstmordgedanken können allerdings schon ein anlass sein, sie einzuweisen. natürlich wäre es immer besser und einfacher für alle beteiligten, wenn sie sich freiwillig in behandlung begibt, nachdem sie ja selbst drunter leidet könnt ihr sie hoffentlich überzeugen.

wenn nicht, dürft ihr (du und ihre familie) keine skrupel haben, auch gegen ihren willen zu agieren.

ich weiß, wie hart das ist! aber ohne medikamente fürchte ich, dass es nicht besser wird.

also: setz dich mit ihrer familie zusammen (am besten ohne sie. ich weiß, das klingt alles nicht recht "fair", aber sie kann sich gerade nicht helfen!) und wendet euch an diese psychiatrie oder an eine andre ambulante psychiatrische einrichtung. auch ihr hausarzt kann dabei behilflich sein. IHR müsst handeln, notfalls über ihren kopf. je früher, desto besser.

alles gute für euch!! :)*

MQollifenchexn


Eigentlich hast Du Dir die Antwort ja schon selbst gegeben: Das ist wiederum ein Fall für die Psychiatrie.

M<oll5iennchen


Okay, Nickless77 war schneller. Und ausführlicher. :-)

Rjenessa#nxce


Hier gehts nicht ohne Psychiatrie; die Verantwortung wäre viel zu groß, dass sie sich etwas antut.

Auch wenn das bitter ist, Du tust ihr keinen Gefallen, wenn Du sie vor der Klinik "bewahren" möchtest.

xBen,obyxl


die psychiatrie, in der sie damals war, wäre eine gute anlaufstelle.

Hmm, also sie hat nur durchgehend negative Erfahrungen mit dieser Psychatrie. Sie meint, sie wäre da nur mit Medikamenten vollgepumpt und abgestellt worden. Richtig besser wurde es laut ihr erst nach langer Zeit, nach dem Aufenthalt in der Psychatrie. Was ist davon zu halten?

es ist SEHR wichtig, dass sie in ärztliche hehandlung kommt, es gibt mittlerweile wirklich gut wirksame medikamente, die die symptome auf ein minimum begrenzen. wie steht deine freundin dazu?

Leider auch nicht so gut. Sie meinte zu mir, sie hätte damals etliche Medikamente probiert und nichts hätte wirklich geholfen.

wenn nicht, dürft ihr (du und ihre familie) keine skrupel haben, auch gegen ihren willen zu agieren.

ich weiß, wie hart das ist! aber ohne medikamente fürchte ich, dass es nicht besser wird.

Mit ihrer Familie stehe ich in Kontakt, aber bisher nur "mit" ihr, nicht "hinter ihrem Rücken". Ich befürchte aber auch, dass man um eine Behandlung nicht herumkommt. Sie möchte das nicht so gerne, sieht aber ein, was mit ihr los ist.

Aber wie sollen wir über die Feiertage irgendwas organisiert bekommen? Es ist alles sehr schwer und zeitlich könnte es nicht schlechter passiert sein. :(

Nfic/kles`s7k7


hm, es kann einfach ein weilchen dauern, bis man das richtige medikament findet. die meisten haben leider auch gravierende nebenwirkungen, aber es wirkt eben nicht jedes bei jeder person gleich. außerdem nimmt es auch zeit in anspruch, die richtige dosis rauszufinden. insofern ist es nicht erstaunlich, dass es einige zeit gedauert hat, bis es deiner freundin wieder besser ging. dass sie zu der zeit wohl wieder daheim war, muss nichts damit zu tun haben. weißt du, wie lange sie was genommen hat bzw wie lange sie nichts mehr nimmt und ob sie das unter ärztlicher aufsicht abgesetzt hat?

dass es in einer psychiatrie ( wie in jedem krankenhaus) nicht wie im hotel ist, ist auch klar. ich fürchte, dass von klinik zu klinik kein großer unterschied besteht, welche therapien zur bekämpfung von schizophrenie eingeschlagen werden, da hilft nunmal keine gesprächs- beschäftigungs- oder sonstige therapie. es helfen nur medikamente.

mein bruder leidet ebenfalls unter dieser krankheit, er wird sein leben lang medikamente nehmen müssen (jetzt seit ca 15 jahren) und er konnte lange zeit damit ein "relativ normales" leben führen, also mit arbeit etc. bis er die tabletten eigenständig weggelassen hat und die psychose wieder voll zugeschlagen hat.

dass die feiertage bevorstehen, macht in diesem fall kaum einen unterschied. ich bin absolut der überzeugung, dass eine stationäre aufnahme in eine klinik erforderlich ist und die machen selbstverständlich keinen urlaub.

wohnt ihr in ner stadt oder eher ländlich?

wenn sie nicht bereit ist, sich von euch in eine klinik fahren zu lassen, würde ich mich an einen telefonischen notdienst wenden,die können euch sagen, was im bereich des möglichen liegt.

N=i@ckzlessx77


und enorm wichtig, wenn ihr mit nem arzt sprecht: unbedingt sagen, dass sie mit suizidgedanken kämpft und ihr es für durchaus möglich haltet, dass sie sich was antut! (in diesem fall kann man nicht gebug "dramatisieren")

x9eno3byl


Ich habe jetzt nochmals mit ihrer Schwester gesprochen, und wir haben vereinbart, dass wir erst einmal zu ihrer Mutter fahren, und von dort aus wahrscheinlich gleich zu ihrer alten Klinik. Egal ob ein Feiertag vor der Tür steht oder nicht.

Meine Freundin ist damit auch halbwegs einverstanden bzw. sieht es anscheinend als notwendiges Übel.

xeenobQyl


Achja, ihre Schwester hatter mit der Klinik telefoniert, und die haben bei ihrer Symptomatik empfohlen, besser noch heute als morgen zu kommen.

~Ay~E-remMitQ~y~


Oh je man. Und man kann sie gar nicht davon überzeugen, dass sie mit Sicherheit KEIN Geheimdienst holen will. Erklär ihr, dass sie nur Normalbürger ist, da interessiert sich sonstwer für aber kein Geheimdienst. Tja, ich weiß auch nicht. Wie lange würde so ein Wahn denn dauern, wenn man das einfach so lässt? Klingt das wieder ab? Ansonsten Pillen einwerfen. Neuroleptika.

N%ickl]es)sx77


xenobyl, das ist die absolut richtige entscheidung!

wenn ihr sie nicht zwingen müsst, umso besser.

ich wünsch euch viel kraft und würde mich freuen, wieder von dir zu hören wie´s läuft.

~Ny~zEremiTtS~xy~


Zwang geht es nur bei Selbstgefährung oder Gefährdung anderer. Ansonsten darf jeder so wahnsinnig sein, wie er will.

N%icNklessx77


das stimmt. aber in diesem fall ist die selbstgefährdung ja gegeben.

MQollien1cOhen


@ ~y~Eremit~y~

Erklär ihr, dass sie nur Normalbürger ist, da interessiert sich sonstwer für aber kein Geheimdienst.

Vergiss es, das funktioniert nicht. Wenn das so einfach wäre, bräucht's keine Psychiatrien und keine Medikamente mehr.

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