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30 und extrem unzufrieden

hloni6gmel onxe28 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Mitglieder,

ich werde in einem halben Jahr 30 und mein Leben ist, wie soll ich es sagen, absolut nicht erfolgreich.

Meine Beziehung ist im August in die Brüche gegangen, er hat mich verlassen. Ich war nicht die Richtige für ihn.

Mit der Uni bin ich leider noch nicht fertig aufgrund von persönlichen Problemen, Krankheit und auch Faulheit werde ich erst in 3 Jahren fertig sein.

Ich bin unglücklich mit meiner Situation, sehr oft auch einsam ohne Partner, habe ein wenig Exsistenzängste und auch Versagensängste weil bis jetzt eben nichts so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe.

Kennt ihr diese Gefühle auch? ich fühle mich armselig. auch im Gegensatz zu anderen. Ich glaube nicht mehr an mich selbst!

Vielleicht geht es jemand ähnlich? oder ihr seid aus diesem Tief wieder herausgekommen und könnt mir Tipps geben?

Ich bin für alles dankbar!

Antworten
pMhil0mrexna


Kennt ihr diese Gefühle auch? ich fühle mich armselig. auch im Gegensatz zu anderen. Ich glaube nicht mehr an mich selbst!

Ich glaube, jeder kennt diese Gedanken ab und zu. Und das ist auch normal. Solche "Tiefs" kann man auch als Chance sehen, etwas zu verändern. Und auch als Möglichkeit mal inne zu halten, zurückzublicken und sich auch auf die Schulter zu klopfen, für all das, was man schon geschafft hat, all die Erfahrungen, die man sammeln konnte.

Wichtig ist doch immer, den frustrierenden Vergleichen mit anderen aus dem Weg zu gehen. Andere sind anders. Vielleicht schaffen sie Dinge schneller, besser, die man selbst nicht schafft, dafür haben sie andere Defizite. Vieles sieht nur von außen einfach aus.

Ezhemal8ig,er Nutz,er9 (#32%5731)


Du solltest nicht alles an deinem Alter festmachen. Zahlen sind Schall und Rauch. Wenn es halt noch dauert, dann dauert es halt noch. Es gibt schlimmeres im Leben.

Auch solltest du eine Zufriedenheit nicht an einem Mann festmachen. Es wird sich noch der passende finden, aber du bist ja jetzt kein schlechterer Mensch nur weil du keinen Partner hast.

Das Leben läuft selten so wie man es sich das irgendwann vorgestellt oder geplant hat und das ist auch gut so ;-)

Der Vergleich mit anderen bringt dich absolut nicht weiter. Mach dich nicht selber kleiner als du bist @:)

G2aroux78


@ honigmelone28

Auch wenn es Dir jetzt bestimmt nicht hilft und auch etwas abgedroschen klingt: Aber mach Dir nichts draus! Denn leider läuft im Leben nie etwas so, wie man es gerne hätte.

Wenn mein Leben so verlaufen wäre, wie ich es mir immer gewünscht hätte, dann wäre ich jetzt mit knapp 35 Jahren als Krankenpfleger bei der Bundeswehr und würde irgendwo in einem Feldlazarett schwerverletzte Kameraden betreuen. Vielleicht wäre mein Lebensmittelpunkt gerade ein Feldlazarett in Afghanistan oder sonstwo auf der Welt?

Außerdem würde ich meinen weiteren Traum aktiv ausleben und in den Ferien mit meinem Motorrad gen Süden unterwegs sein. Ich hätte so gerne einmal die Wüste gesehen. Des Weiteren waren Afrika und von allen Dingen Russland meine Traumländer, die ich schon von Kind aus aktiv bereisen wollte.

Doch..... ??? Leider läuft im Leben nie etwas so, wie man sich das gewünscht hat oder wie man es gerne möchte! Denn statt bei der Bundeswehr zu arbeiten und mit dem Motorrad die Welt zu bereisen, sitze ich seit über 10 Jahren im Rollstuhl. Ich bin nicht nur inkomplett querschnittgelähmt, nein man hat mir auch noch mein rechtes Bein bis ziemlich weit zum Oberschenkel hoch amputiert. Wenigstens konnte ich bei der OP innerhalb von 1,5 Stunden gut 18 kg an Gewicht abnehmen. Das kann auch nicht jeder von sich behaupten, in seinem Leben schon einmal erreicht zu haben oder?

Des Weiteren hat man mir 6 Mal + Herzschrittmacher-Operation mein Herz operiert. Obwohl, wenn ich ein Auto wäre, würde ich bestimmt als "Youngtimer" mit guter Rundumerneuerung gelten! Leider ist aber an Arbeiten momentan trotzdem nicht mehr bei mir zu denken und man hat mich vor jetzt fast 2 Jahren in die Frührente geschickt. Dafür geht meine Frau jetzt arbeiten und ich kümmere mich großteils um den Haushalt.

Die ganzen Orte, von denen ich als Kind immer geträumt habe, werde ich niemals in meinem Leben sehen. Dafür sind meine Gedanken frei und in meinen Gedanken/Träume und durch Bücher, mache ich mich regelmäßig auf, in die große weite Welt.

Auch wenn mein Bericht bestimmt für viel Menschen sehr traurig klingt, kann ich trotzdem von mir sagen, dass ich glücklich bin. An mein Leben im Rolli habe ich mich komplett gewöhnt. Des Weiteren habe ich ein schnuckliges umgebautes Auto, mit dem ich wunderbar überall hinkomme. Außerdem habe ich trotz der ganzen Einschränkungen die Liebe meines Lebens gefunden und vor 2,5 Jahren geheiratet.

Aus diesem Grund, möchte ich Dir folgendes sagen: Faulheit ist im Leben ganz normal. Jeder Mensch hat irgendwann einen Punkt erreicht, an dem er einfach die "Schnauze" voll hat und einfach eine Zeit lang mal faul ist. Es darf nur dauerhaft nicht sein oder zur Gewöhnung werden. Ich habe auch die ganze Zeit mich erholt und werde jetzt ab Frühjahr mit einem Studium der "Sozialen Arbeit" beginnen.

Des Weiteren kann für Krankheit niemand etwas. Den einen erwischt es nun einmal und der andere hat eben nun einmal Glück. Wer weiss, was der Andere in der Zukunft noch bekommen wird?

Und wenn man persönliche Probleme hat, kann das einen im Alltag so sehr einschränken, dass ein Studium kaum durchführbar ist. Aber auch diese Zeiten gehen wieder vorbei.

Das Du Deinen Partner verloren hast, tut natürlich immer weh. Besonders wenn es schon länger lief und man selbst vielleicht auch schon Zukunftspläne geschmiedet hat, nicht wahr? Aber auch andere Schwiegermütter haben schöne Söhne. Sieh doch mal, selbst ich habe eine wunderbare (für mich persönlich die wunderbarste Partnerin überhaupt) Partnerin gefunden und bin trotz den ganzen Mistes überglücklich und bin froh, dass alles in den letzten 20 Jahren genauso verlaufen ist, wie es passiert ist! Denn wenn ich nie so krank geworden wäre, hätte ich meine Frau nie kennengelernt. Und Sie entschädigt mich wirklich für alles!!!

Mir ist sehr wohl bewusst, dass wir Rollifahrer definitiv nicht in das vorrangige Suchmuster einer Frau fallen. Aber ich kann eigentlich jeder Frau nur raten, es mit einem Rollifahrer oder sonstigen behinderten Partner (kommt natürlich selbstverständlich auf die Behinderung an!!) ruhig einmal zu probieren. Meine Frau hat es noch nie bereut und die gleiche Aussage, habe ich von den Frauen, meiner Freunde, schon mehrfach gehört.

Lass den Kummer über die vergangene Beziehung erst einmal abklingen und dann mach Dich wieder auf die Suche. Um den passenden Partner zu finden, ist man niemals zu alt. Selbst mein Onkel hat mir 75 Jahren jetzt die absolute Liebe seines Lebens gefunden (obwohl er zuvor 48 Jahre verheiratet war, bis seine Frau starb. Aber die neue Frau, hat eben das gewisse extra, was er sich immer gewünscht hat). Sowoh ich, wie auch sehr viele Freunde, hattenmit Parshipvollen Erfolg gehabt. Vielleicht wäre es auch für Dich ein Versuch wert?

Viel Glück auf Deinem weiteren Lebensweg und Du wirst sehen, dass es bestimmt alles so klappt, wie Du es Dir zumindest teilweise wünschst. Gewisse "Tiefpunkte" sind im Leben ganz normal, aber kein Tal ist zu tief, als das man dort niemehr hinaus kommen kann. Glaub mir, ich weiss wovon ich rede. Ich war schon in so manchen tiefen Tal und habe es auch wieder weitestgehend perfekt nach oben geschafft. Ich liebe mein Leben genauso, wie es jetzt ist. Wenn man mir anbieten würde, dass mein Leben genauso werden könnte, wie ich es mir als Kind/Jugendlicher gewünscht habe und ich dafür allerdings meine Frau aufgeben müsste, fällt mir nur eine Antwort darauf ein:"Fuck off!"

Ich liebe meine Frau und mein Leben genauso, wie es jetzt ist. Selbst meinen Rolli liebe ich und ich/wir haben kein Problem damit, dass ich mein Leben lang nicht mehr gehen oder laufen kann. Ich möchte es auch nicht mehr können, da ich mit dem Rolli sehr zufrieden bin.

Liebe Grüße

Heiko

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