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Traumatisierung durch KH-Behandlung?

iWts_mex_78 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Ich lese schon länger still mit, aber jetzt brauche ich mal euren Rat... Es geht um folgendes:

Vor einigen Jahren musste ich unter Vollnarkose operiert werden (ambulant, auch alles gut verlaufen). Allerdings bin ich zu früh aus der Narkose erwacht, zu einem Zeitpunkt an dem die OP zwar zu Ende war, ich allerdings noch intubiert und an den Armen festgeschnallt im OP war. In diesem Moment hatte ich, bedingt durch den Tubus, das Gefühl zu ersticken. Durch die festgebunden Arme war ich völlig handlungsunfähig. Das ganze dauerte nur wenige Sekunden, dann war ich kurz wieder weg und ein paar Minuten später – diesmal ohne Tubus – wieder wach. Bin dann in den Aufwachraum gebracht worden und dort auch wach geblieben. Der restliche Verlauf war völlig problemlos.

Ich weiß, dass bei einer Intubationsvollnarkose zum Ende hin die Narkose soweit abgeschwächt wird, dass der Patient wieder selbstständig atmet, bevor der Tubus gezogen wird. Das wird eben u.a. auch am nicht mehr tolerieren des Tubus festgestellt. Nur: Normalerweise erinnert sich der Patient da nicht dran! Ich schon – und damit kommen wir zum Problem: Ich habe absolute Panik davor, noch einmal eine Vollnarkose zu bekommen.

Aufgewühlt wurde dieses Ereignis dadurch, dass mein Lebensgefährte sich Anfang Dezember hat operieren lassen und sich ganz klar für eine Intubationsnarkose ausgesprochen hat (er hätte auch eine Sedierung wählen können). Neben der Sorge um meinen Partner – die vermutlich nachvollziehbar ist – hat diese geplante OP von ihm mein eigenes Erlebnis wieder in der Vordergrund gerückt. Dabei hatte ich das eigentlich ganz gut weiter hinten in meinem Gehirn geparkt. Es kommt mir im Moment allerdings so vor, als hätte ich es dorthin "nur" verdrängt. Sonst würde es wohl im Moment nicht so sehr um Aufmerksamkeit schreien.

Ich komm mir tatsächlich ein bisschen albern dabei vor, dass ein Ereignis, dass 6 Jahre zurück liegt, im Moment so einen großen Einfluss auf mich hat, gerade weil es mich die letzten Jahre eigentlich nicht weiter belastet hat. Aber ich komme irgendwie damit nicht klar: Ich träume davon, so dass ich nachts hochschrecke (mit Herzrasen und einem Gefühl der absoluten Hilflosigkeit), tagsüber muss ich immer wieder daran denken, ohne es zu wollen. Geringe Auslöser, z.B. beim durchschalten im Fernseher auf ne KH-Reportage zu stoßen, reichen aus, um mich an den Rand einer Panikattacke zu bringen. Ich komme mir so blöd dabei vor, aber ich kriege das nicht kontrolliert.

Wenn ich ehrlich zu mir selber bin, ist meine Angst auch mitverantwortlich, dass ich Kontakte zu Ärzten auf ein Minimum beschränke. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ich mich als Patient auch eigenständig informieren sollte und ein gesundes (!) Misstrauen bzw. auch das abklären von Alternative häufig sinnvoll ist Ich gehe lieber erst gar nicht zum Arzt, damit ja nix gefunden wird, wo die Überlegung OP möglicherweise in Betracht gezogen werden könnte – das ist doch bescheuert, oder?

Hat irgendjemand eine Idee, wie ich aus dieser Spirale wieder heraus finde? Ich meine, es kann ja ganz schnell mal was passieren (ohne schwarzmalen zu wollen) und ich kann es im Moment einfach nicht abschätzen, ob ich dann nicht möglicherweise die Behandlung einfach verweigern würde. Logisch gesehen wäre das totaler Quatsch – aber mit Logik bekomme ich die Panik nicht in den Griff, das probiere ich ja schon eine Weile. ":/

Kann man bei so einem Ereignis wirklich schon von Traumatisierung sprechen? Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gesammelt und hat einen Tip für mich, damit umzugehen?

Vielen Dank fürs Lesen :-)

Antworten
b!eetlejauice2x1


In vielen OPs ist es so, dass sogar wirklich das wach sein des Patienten eine erfordernis ist bevor der Tubus gezogen wird. Hatte viele Vollnarkosen, kann mich da auch dran erinnern, aber hab das nie als Problem gesehen... also als Problem für weitere OPs.

Aber Ängste sind ja selten rational. Daher wäre der Umgang damit auch jetzt nicht getan wenn man sagt: ist normal so, mit Tubus erstickt man nicht...

Bin ich jetzt überfragt, aber da wirst du wohl kein Einzelfall sein der sich daran erinnert, kann ich mir nicht vorstellen.

E"hema[ligerg Nut#zer (#3w2573x1)


Wenn du alleine damit nicht klar kommst, dann hol dir professionelle Hilfe. Dafür sind Psychologen da.

Wenn du dich schon beim durchzappen und dem kuren anlassen einer KH Reportage an den Rand einer Panikattake bringst wird es wohl Zeit das man professionell angehen zu lassen.

Zum einen für deine Zukunft, denn die Wahrscheinlichkeit besteht das du irgendwann in einem Leben nochmal operiert werden musst, aber auch wegen deiner Umwelt. In deiner Familie und deinem Freundeskreis wird wohl immer einer sein der unter Vollnarkose operiert wird. Willst das dann jedes mal durchmachen?

Ich vermute mit Vernunft und gutem Zureden wirst du da wohl alleine nicht rauskommen. Du hast es ja bisher nur verdrängt es es wieder rausgebrochen und das wird auch beim nächsten mal passieren wenn du es wieder nur verdrängst

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