» »

Panikattacken – Depressionen – Entzugserscheinungen?

LSar)nxo hat die Diskussion gestartet


Hallo erstmal und der Friede sei mit euch!

Ich habe ein schwerwiegendes und sehr belastendes Problem.

Also erst einmal will ich ein paar Informationen über mich selber geben: Ich bin zurzeit 16 Jahre alt und gehe in die 7te Klasse eines Gymnasiums. Ich habe eine 23-jährige Schwester und einen 7-jährigen Bruder.

Ich glaube das Problem hat am 17.September.2012 angefangen. An diesem Tag bin ich ziemlich lange am Computer gesessen. Ich hab bemerkt, dass ich kaum schlafen konnte.

Ich bin dann halt wach geblieben und um etwa 12:00 Uhr nachts habe ich dann plötzlich ein komisches Gefühl in der Brust gehabt und große Angst. Ich hatte Angst, ich hätte irgendwas mit dem Herz und müsste bald sterben. Ich hab das Fenster aufgemacht und versucht frische Luft zu schnappen, aber beim Einatmen hat sich das auch sehr heftig angefühlt. Als ich mich seitlich ins Bett gelegt habe, haben meine Beine extrem gezuckt, ich hab sehr gezittert, ich hatte ziemliche Panik. Ich hab mir gedacht, dass der Notruf auch nichts bringen würde, da sich das ganze nämlich nicht wie physischer Schmerz angefühlt hat, aber trotzdem heftig war. Ich hab sogar Wasser getrunken und ein wenig gegessen, aber es war trotzdem nicht weg. Nach etwa einer halben Stunde bin ich dann zu meiner Mutter ins Zimmer gegangen und hab ihr gesagt, dass ich irgendetwas hab. Dann habe ich mich gleich ins Bett gelegt, hab dort weiter heftig gezittert und hatte Angst. Sie hat gleich meinen Vater geweckt, und er und meine Schwester sind gleich gekommen. Meine Schwester meinte, vielleicht hätte ich Muskelzucken, da ich vllt zu viel trainiert hätte, oder vllt hätte ich eine Panikattacke. Sie hat die Rettung angerufen und ich glaube insgesamt so 1 1/2 Stunden nach dem Beginn des Ganzen waren diese auch da. Inzwischen habe ich nicht mehr so stark gezuckt wie davor. Der Sanitäter hat versucht mich zu beruhigen. Sie haben mich in so einem Rollstuhl hinausgebracht und mein Vater ist mitgekommen. Danach ging es mir schon etwas besser, die Panik war nicht mehr so groß.

Naja, jedenfalls, im Krankenhaus musste ich warten damit man mir ein EKG macht. So etwas war für mich völlig neu. Ich hatte früher nie so etwas, und auch kaum gesundheitliche Problem, hab mir Gott sei Dank nie etwas gebrochen usw. Während des EKGs trat die Panik wieder ein, nur nicht mehr so stark. Jedenfalls wurde ich nach etwa 1 1/2 Tagen entlassen. Ich hatte während des Aufenthaltes noch immer ab und zu etwas größere Panik, aber es war nicht mehr so stark wie das erste Mal. Man hat mir einen Psychologen und einen Physiotherapeuten geschickt, der meinte, ich hätte eine skoliotische Fehlhaltung. Einen Tag nach meiner Entlassung, hatte ich einen Termin mit dem Psychologen und an diesem Tag ging es mir inzwischen etwas besser. Wir nahmen an, dass es vllt an dem Stress liegen würde und zu viel in meinem Kopf wäre. Er meinte er finde er müsse mich nicht zu einer Psychotherapie schicken. Ich dachte dasselbe. Am nächsten Tag ging es mir dann noch ein Stück besser und ich hatte meinen Termin mit dem Physiotherapeuten und ich wurde zu einer Physiotherapie geschickt, die ich jedenfalls inzwischen beendet habe. An diesem Tage war ich jedenfalls wieder etwas gestresster und später ging es mir wieder etwas schlechter. Und so ging es halt hin und her, einmal ging’s mir besser einmal wieder schlechter usw. Nach vllt ein paar Wochen rief ich wieder den Psychologen an und ging am selben Tag zu ihm. Nach einem langen Gespräch, in der ich über meine Schul- und Familiensituation geredet habe, meinte er, er wolle mir einige Therapeuten heraussuchen und mich anrufen. Beim Anruf hat er mir 3 Therapeuten genannt, zu einem bin ich hingegangen. Bei diesem bin ich seitdem in Therapie und wir haben schon über viel geredet.

Nun will ich über meine Lebenssituationen reden:

Also ich hatte vor längerer Zeit das Problem mit Mobbing in der Schule. In der Volksschule war da jemand der beim Beschimpfen scheinbar nicht gerade zimperlich war. Das waren jetzt nicht die richtig üblen Schimpfwörter, aber ich bin eine sensible Person und es war jedenfalls nicht gerade sehr einfach für mich damals. Danach kam ich ins Gymnasium. Die 1. Klasse ging eigentlich noch. Ab der 2. Klasse kamen aber noch ein paar neue Schüler dazu und es wurde schlimmer. Da waren insbesondere 4 bestimmte Personen mit denen ich besonders Probleme hatte. Also Schupsen, Beschimpfen, Ohrfeigen geben usw. Ich bin ja sehr sensibel und versuche immer so zurückzuschlagen wie ich attackiert wurde. Aber die Kämpfe bestanden eigentlich nur aus "in den Schwitzkasten nehmen" usw. und mein Oberkörper war ja eher sehr dünn, während die anderen entweder länger waren oder breiter und dicker. Jedenfalls musste ich so fast jede Pause Erniedrigungen und der Gleichen einstecken und habe während der Schulstunde dann mir Rachepläne überlegt (weswegen ich nicht mehr so gut aufpassen konnte und meine Noten schlechter wurden). Aber bei Beginn der nächsten Schulstunde habe ich die Wut bereits hinuntergeschluckt. Und wenn meine Wut nicht mehr so stark war, dann siegte meine Angst über meine Wut, und dann kamen die nächsten Erniedrigungen und das ging halt so weiter. Etwa bis zur 4.Klasse. Dann kam ich in die Oberstufe und diese Schüler waren weg.

Nun ja, das war jedenfalls die reale Welt. Nun will ich aber zur virtuellen Welt kommen. Ungefähr seid ich neun Jahre alt war, fing ich an mit dem Schreiben in Foren. Schon davor habe ich gerne Videospiele gespielt, Pokémon, Mario usw. Seit ich in den Foren war wuchs mein Wissen über Videospiele und fing an mir weitere Videospiel-Serien zu kaufen und lernte neue Spiele kennen. Meine Kontakte übers Internet wuchsen und ich wurde sozusagen zu einem Gamer-Profi. Ich war ja eher der schüchterne Typ, in der Schule gab es zwar mehrere Schüler mit denen ich mich ganz gut verstand, aber ich habe fast nie geredet. Meine Freunde bestanden halt aus den Gamern im Internet. Ich hatte zwar noch immer ganz gute Noten, und litt auch nicht an Übergewicht, aber damit ihr das Ausmaß des Spielens erkennt: Auf ein Spiel habe ich mich schon lange gefreut und es dann am Ende der 2.Klasse gekauft. Dann habe ich es halt den ganzen Sommer 2008 gespielt, bin öfters weit über Mitternacht hinaus wachgeblieben hab beim Spielen mit den Freunden geredet usw. Wir haben Turniere gemacht, ich war sogar in Clans dabei und durfte gegen "die Besten Deutschlands" spielen. Das war nur ein Spiel. Und so habe ich öfters im Internet in die ganzen Foren und die anderen Game-Sites hineingeschaut und wenn ich mal längere Zeit nicht hineinschauen konnte ging’s mir eher schlecht.

Antworten
LEarrnxo


Seid jedenfalls die Oberstufe angefangen hat und ich dieses Mobbing-Problem nicht mehr habe, spielte ich nicht mehr so viel. Es gab schon ein wenig mehr zu tun in der Schule und ich mochte es nicht mehr so viel zu spielen, da ich während des Spielens mich erleichterter fühlen will und nicht die ganzen Aufgaben im Hinterkopf haben wollte. Also verschiebte ich das Spielen auf die Ferientage. Als Beispiel: Während ich Anfang 2012 noch Schule hatte, hab ich eher weniger gespielt, in den Sommerferien jedoch habe ich ein bestimmtes Spiel beispielsweise etwa 120 Stunden gespielt. Als die Schule wieder angefangen hat, war ich eigentlich ganz froh über die neuen Lehrer, aber nach 2 Wochen hatte ich dann diese Panikattacke zum ersten Mal. Und diesen 2 Wochen habe ich ja nicht mehr wirklich so viel gespielt.

Jedenfalls habe ich in der Psychotherapie Atemübungen usw gelernt, die ich bei den Panikattacken verwenden kann. Der Therapeut meinte, die Panikattacken wären etwas Gutes, da ich ohne Panikattacken möglicherweise einen Herz- oder Gehirninfarkt bekommen könnte. Nach ein paar Tagen habe ich die Rettung angerufen, da mir wieder nicht gut war mit der Angst, und wegen der Sache mit dem Herzinfarkt. Ein Sanitäter hat mich wegen meiner linken Hand gefragt. Ich meinte sie wäre in Ordnung. Aber dann hatte ich richtig Angst, da ich mir dachte, er hätte das gefragt, damit er sichergeht, ich hätte keinen Infarkt. Da fing dann mein Arm an wirklich wehzutun. Noch in derselben Nacht wurde ich wieder entlassen. Nach einiger Zeit in Schule, fühlte sich mein Arm sogar teilweise taub an. Ich ging zum Hausarzt und dieser schickte ich zum Neurologen, der meinte, das sei nur etwas Psychosomatisches. Außerdem habe ich dann Farbduplexsonographie der Halsschlagader, EEG und Magnetresonanztomographie gemacht. Laut den Befunden ist alles in Ordnung. Außerdem wurde ich zum Internisten geschickt, der mein Herz gecheckt hat und meinte, er könne nichts feststellen, was sich als Krankheit bezeichnen ließe. Ich musste außerdem Ergometrie machen, wobei ich nur auf 62% kam, also wurde mir empfohlen mehr Sport zu treiben. Und da ist das nächste Problem. Eigentlich habe ich recht viel Sport gemacht. Vor der Panikattacke war ich in Wing Tsun, Judo, Taekwondo, Kickboxen und Fitness, und kurz vor der Panikattacke war ich dabei Trainings- und Ernährungspläne usw. zu machen und außerdem bin ich auch öfters mal etwas gejoggt und so. Einen Tag nach der Ergometrie hatte ich Fußball und da bin ich auch sehr viel gelaufen, ich glaube von allen Spielern vllt sogar am meisten. Aber an einem anderen Tag bin ich beim Sport wiederum nicht mehr so gut. Mein Herz fühlt sich belastet an, irgendwie kann ich manchmal keine so große Leistung erbringen. Manchmal dann wiederum ist es wieder etwas besser. Was das angeht wollte ich mal fragen, was ich da am besten tun sollte? Eher mehr Sport machen? Wenn ich keinen Sport mache, dann fühle ich mich ja eher schwächer. Sport fühlt sich gut an, wenn man ordentlich Sauerstoff atmen und schwitzen kann, aber dann fühlt man sich auch wesentlich belasteter an. Und wie sieht es mit der Ernährung aus? Da soll es ja Vitamine geben die gut für das Herz sind, und dem Herz die Arbeit etwas erleichtern können.

Ich habe auch ein paar Medikamente bekommen. Zum einen PasseLYT, das sind ein paar Beruhigungstropfen, pflanzlich. Die habe ich jedoch kaum benutzt. Und dann wäre da noch Deanxit, Filmtabletten. Dies habe ich jedoch noch kein einziges Mal benutzt. Die Nebenwirkungen scheinen ja unter anderem das zu sein was ich ja nicht will. Krankhafte Unruhe, Zittern, Schwindel usw. Und außerdem wird die Einnahme für Jugendliche unter 18 Jahren nicht empfohlen und ich bin 16.

Beim Herzecho meinte der Internist, er hätte etwas bei der Gallenblase entdeckt, was ich 2-mal mit Röntgen untersuchen ließ. Etwas ~1,3cm großes, wegen dem ich noch zur MRT gehen soll.

Jetzt will aber mal zur jetzigen Situation kommen. Vor einigen Wochen nahmen wir in der Psychotherapie an, dass die ganze Sache mit den Panikattacken nur Entzugserscheinungen sein könnten, wegen der Sache mit den Videospielen. Da ich zur Mobbing-Zeit sozusagen zu 80% in der virtuellen Welt und zu 20% in der realen Welt war und jetzt ist es eigentlich umgekehrt, außer vllt in den Ferien. Naja, nun hatte ich seid einigen Wochen/Tagen keine Therapie mehr. Nun habe ich zwar eher weniger Angstattacken und auch keine so starken, aber dafür häufen sich diese Derealisation und der Schwindel bei mir. Schon vor der Panikattacke kam es ab und zu vor, dass mir für einige Sekunden alles um mich herum schon etwas unreal vorkam und so. Insbesondere in ernsteren Situationen, wie z.B. beim Kampf gegen die damaligen Mobber, überkamen mich Schwindel und Derealisation. Außerdem kam es auch vor, dass ich für vllt etwa 3 Sekunden nur noch so ein Netz sah und mir dabei schwindlig war. Dann ducke ich mich für gewöhnlich und stütze mich z.B. auf meinen Knien, und es wird dann wieder normal. Allgemein hatte ich schon lange dieses Schwindel- und Gleichgewichts-Problem. Ich hatte auch ab und zu depressive Stimmung. In letzter Zeit, insbesondere jetzt in den Weihnachtsferien, fing ich wieder an etwas mehr zu spielen. Aber die Derealisation, Schwindel und Depression steigen an und insbesondere die Depression ist zurzeit ziemlich hart für mich. Nun habe ich mich fast völlig von den Spielen und allgemein von spaßigen Freizeit-Beschäftigungen (ich schaute auch ab und zu mal Animes und so) getrennt. Sollte ich lieber wieder zu den Spielen greifen und die "Dosis" Stück für Stück senken, wie jemand beim Rauchen versucht jeden Tag ein paar Zigaretten weniger zu rauchen? Oder sollte ich jetzt eher ganz loslassen? Muss ich vielleicht einfach öfter hinausgehen und versuchen öfters Fußball und dergleichen zu spielen und etwas Spaß haben? Weil wenn ich draußen in der "realen Welt" bin fühle ich mich manchmal etwas komisch, wieder Schwindel, und mir kommt alles wieder ein wenig unreal vor und so. Vllt, stecke ich einfach zu sehr in dieser virtuellen Welt fest? Ich habe irgendwie fast keine Ahnung mehr was ich tun soll. Ich wollte mir im Internet einige Dinge anschauen, es scheint so, als ob ich die Symptome für Depressionen aufweise. Irgendwie scheint alles zusammenzuhängen. Die Panikattacken, Entzugserscheinungen, Depressionen, Derealisation, Schwindel usw. Sollte ich einfach darauf verzichten jetzt wieder anzufangen zu spielen, auch wenn nur wenig? Und stattdessen öfters hinausgehen? Ich fühle mich einfach nicht mehr so richtig in dieser realen Welt. Und der Übergang von der virtuellen zur realen scheint schwer zu sein. Ich bin jedenfalls auf diese Seite gestoßen und habe auch gelesen, dass Depressionen usw. wegen einer Schilddrüsenüberfunktion oder so auftreten können? Weil so etwas kann sich ja hoffentlich leichter behandeln lassen?

Entschuldigung für diesen langen Beitrag.

EHquilWizxer


Die beste aber vielleicht nicht die leichteste Behandlung ist die, dass du in der Tat mehr Zeit in der realen Welt verbringen solltest. Auch wenn es dir anfänglich Schwindel oder Depressionen bereitet. Ich bin mir sicher, dass wird vergehen wenn du dich wieder richtig in die reale Welt eingefügt hast.

LFarxno


Erstmal danke für die Antwort.

Nunja, ich wills hoffentlich mal versuchen. Das Problem war ja anfangs eben unter anderem der Schwindel und die Depressionen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH