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Neuer Freund ist manisch depressiv

L\unaR12x3 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

seit 4 Monaten bin ich in einer neuen Beziehung. Am Anfang war alles so unglaublich toll, ich dachte die Liebe meines Lebens gefunden zu haben (und tue es immer noch). Er war unglaublich aufmerksam, unternehmenslustig, charmant, hat mich überhäuft mit Komplimenten. Ich hatte so viel Spaß mit ihm wie mit keinem anderen Mann zuvor. Er ist einfach mein Seelenverwandter. Schrieb viele Sms, wir waren jeden Abend auf Tour.

Irgendwann änderte sich der Zustand, aber relativ schleichend. Er wurde ruhiger, hatte nicht mehr so viel Unternehmensdrang, wollte immer mehr Playstation spielen oder einfach nur vor dem TV hängen. Manchmal tagelang. Was aber von Anfang an bestand ist, dass er schlecht einschlafen konnte, immer fit war, wir redeten manchmal die Nächte durch. Aber auch das reden nahm ab, stattdessen hat er sich lieber die halbe Nacht den TV um die Ohren geschlagen, weil er ohne nicht einschlafen kann.

Wegen seiner "Unlust" hatten wir ab und zu Streit, bzw. ich war unzufrieden. Ebenso wegen der Unordnung in der Wohnung, er schafft es teilweise nicht, die einfachsten Sachen zu erledigen wie Müll rausbringen. Da ich das aber für "Faulheit" hielt, habe ich mich natürlich immer mal wieder beschwert. Zu Beginn ist er regelrecht in Panik geraten wenn ich "motzig" war (wahrscheinlich aus Angst mich zu verlieren)und wollte mich besänftigen, nun ist es so, dass er immer nur gereizt ist, sobald ich auch nur einen Hauch von Kritik äußere. Hinterher entschuldigt er sich aber meist und gibt mir Recht. Ab und an sagt er auch, er sei ein Arschloch und ich hätte was Besseres verdient. Auch die SMS wurden weniger, ich hatte das Gefühl er zieht sich emotional zurück, hat mir nicht mehr so viele Komplimente gemacht etc.

Ich habe mich natürlich auch etwas zurück gezogen. Er fragte mich immer wieder ob ich glücklich sei, sagte dann in letzter Zeit aber vermehrt, dass er es einfach nicht schafft mich glücklich zu machen, so sehr er sich auch bemüht. Ich wäre so oft unzufrieden und das würde die Beziehung belasten.

Am Sonntag dann kam der Knaller(nicht so ganz aus dem Kontext wie es hier scheint, wir hatten Samstag Streit und mal wieder über "uns" diskutiert): Er fragte ob wir uns nicht in irgendwas verrennen würden?! Meine Reaktion darauf war, dass er mit einer solchen Aussage natürlich alles zerstört hat, was wir die letzten Monate aufgebaut hatten, unserer Beziehung jegliche Basis genommen. Daraufhin hat er angefangen zu weinen, dass er immer alles kaputt machen würde was ihm am wichtigsten sei. Dann hat er mir unter Tränen erzählt, dass er depressiv sei und auch schon mit 15 ein halbes Jahr in einer Psychiatrie war. Dass es mit seinem Zustand schlimmer werden würde und ich das nicht aushalten würde. Er sagte auch, dass er noch nie jemanden so sehr geliebt hatte wie mich, aber mir das alles eigentlich nicht antun kann. Dass er in depressiven Phasen die oft monatelang andauern absolut emotionslos und kalt ist, kaum auf Anrufe oder SMS reagiert etc. Er sagt, ich würde daran kaputt gehen. Wie emotionslos und unfair er sein kann habe ich am Samstag gesehen, und dabei sind wir gerade mal 4 Monate zusammen und noch in der Verliebtheitsphase.

Vor 4 Jahren hat er seinen Papa verloren der ihm unglaublich wichtig war, ebenso hat er zwei Freunde bei Motorradunfällen verloren. Mit dem Tod seines Vaters kamen auch die Depressionen wieder.

Wir haben den ganzen Tag nur geweint, viel geredet und ich war kurz davor zu gehen. Aber jedes Mal wenn ich ihn anschaue, sehe ich wie Tränen hochsteigen, mit wieviel Liebe er mich anschaut und, dass er das alles eigentlich nicht will. Also bin ich geblieben. Wir haben auch über Therapie gesprochen. Er sagt, wenn er Medikamente nimmt, schläft er nur den ganzen Tag (aber da gibt es doch sicher auch verschiedene) und Therapie macht er auch nicht mehr, weil es nichts gebracht hat. Aber prinzipiell hat er eingewilligt das "irgendwann" wieder anzugehen.

Das war am Sonntag. Gestern war er wieder der alte fröhliche Mann, den ich kennengelernt habe. Hat mir einige SMS geschrieben und sogar gekocht als ich nach Hause kam. Dann waren wir mit dem Hund, haben viel geredet und gelacht. Hatten auch tollen Sex (mit ihm habe ich den besten Sex die ich je hatte. Mit Abstand). Heute Morgen war er nicht so kuschelig wie sonst, ließ es eher zu, sagte mir zwar wie toll ich wäre und die Beste aber irgendwie so ein bisschen wie von der Kassette gespult. Ja und heute habe ich mich für den wunderschönen Abend per SMS bedankt und ihm gesagt, dass er das beste ich was mir je passiert ist (haben wir uns "früher" oft gesagt). Tja, das war um 9 Uhr, bisher kam keine Reaktion.

Nun bin ich völlig verzweifelt was ich tun soll. Rennen, solange ich noch kann, solange es "nur" 4 Monate sind? Ich glaube ich würde vor Liebeskummer sterben, ich liebe ihn aus tiefstem Herzen. Anderseits belastet mich die Situation ungemein. Ich kann mich auf nichts konzentrieren, auf der Arbeit zu nichts in der Lage, will keine Freunde treffen. Alles was ich will ist bei ihm zu sein.

Dazu muss man sagen, dass ich zwar mein Leben gut im Griff habe, aber selbst nicht die allerstabilste Persönlichkeit bin. Ich habe das Gefühl ihn "zu sehr" zu lieben, schon als eine Art Sucht, auf krankhafte Art und Weise. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich im Unterbewusstsein weiß, dass ich ihn nicht halten kann und jeden Tag passieren kann, dass er mich grundlos verlässt? Und mich deshalb so festklammere?

Er wohnt mit seinen Eltern in einem Haus in einer separaten Wohnung. Seine Eltern wissen natürlich davon, ignorieren es aber weitestgehend.Fassen ihn halt mit "Samthandschuhen" an, bloß kein Druck.

Ansonsten muss ich sagen, dass er sein Leben zumindest insofern im Griff hat, alsdass er zuverlässig und gut arbeiten geht, beruflich auch Erfolg hat und man sich auch sonst auf ihn verlassen kann (hat mir beim Umzug aktiv geholfen etc.). Also wenn es um etwas geht, klappt es auch. Allerdings habe ich wohl noch keine richtig schlimme Phase erlebt.

Bitte helft mir...

Antworten
L=u{nax123


Ich muss sagen, dass bisher eigentlich (bis auf die Offenbarung und der Versuch "Schluss" zu machen) bisher nichts vorgefallen ist, was jetzt irgendwie dramtisch wäre. Wir haben ja immer noch mindestens 2 mal pro Woche Dinge unternommen. Und er ist immer sehr aufmerksam was mich angeht und den Umgang mit mir. Und respektvoll (bis auf Samstag Abend, aber da hatte er auch getrunken und ich hatte mit jedem anderen meiner Freunde auch schon mal fiese Streitigkeiten).

Aber die Erkenntniss, dass er diese Krankheit hat, lässt mich nur nach Anzeichen suchen, ich warte regelrecht darauf, dass er Schluss macht. Und je mehr ich darüber lese, desto verzweifelter werde ich. Ich habe das Gefühl zu ersticken, mag nichts mehr essen.

Es fühlt sich an wie eine Mischung aus Liebeskummer und von einer Nachricht, dass trotz Liebe, es keine Zukunft mit diesem Mann geben wird.

mEu-skpatnusxs


Es fühlt sich an wie eine Mischung aus Liebeskummer und von einer Nachricht, dass trotz Liebe, es keine Zukunft mit diesem Mann geben wird.

Also das ist nicht zwangsläufig so. Eine Depression ist eine fiese Sache das stimmt und kann auch eine belastende Sache sein. Du weißt jetzt von der Krankheit und musst für dich wissen ob das für dich tragbar ist. Du kannst dich auf viele Sachen bestimmt einstellen. Er hat das Gefühl nicht auszureichen, also wird sehr oft die Frage kommen ob du ihn noch liebst und ob er dich glücklich macht. Auch das Selbstmitleid, dass er ein Arsch ist und du ihn nicht verdient hast, ist eine alte Schallplatte die auch immer wieder mal laufen wird. ;-)

Sowas komplett nicht zu behandeln ist natürlich bedenklich... ;-)

Du hast nicht geschrieben das ihr zusammen wohnt, aber das du "nach Hause kommst". Also irgendwie wohnt ihr dann doch schon ziemlich viel zusammen?! Ihr seid 4 Monate zusammen und du kritisierst ihn dafür das es unordentlich ist und der Müll nicht runtergebracht wurde. Das ist natürlich etwas was nach 4 Monaten in seiner (!) Wohnung eigentlich etwas früh ist. Es ist seine Wohnung und wenn dich das stört, dann trefft euch bei dir.

Natürlich sind das Dinge die man vielleicht als selbstverständlich ansieht, aber es ist vielleicht auch alles etwas überrumpelnt für ihn. Wäre es zumindest für mich. ;-)

Und wenn du sagst er geht arbeiten, er ist zuverlässig dann ist es halt auch normal das es unordentlich ist oder der Müll irgendwo steht.

Also nicht wie ein lauernder Fuchs über jede Aktion wachen und darin die Depression suchen und sich bestätigt fühlen. Es ist sowieso gerade Winter, kalt, ungemütlich da sind wir alle etwas müde und viele erwischt da auch eine depressive Phase.

Der Mann geht arbeiten, ihr habt 4 Monate lang wahrscheinlich jeden Tag zusammen verbracht und da hat er sich erdreistet den Müll nicht runterzubringen und nicht aufzuräumen. ;-) Depression hin oder her, er will vielleicht auch mal Zeit für sich und er ist immer noch ein Mann und braucht Platz und Zeit zum spielen. :-)

Wenn man monatelang jeden Abend ein Event nach dem anderen gemacht hat, dann geht einem auch mal die Lust aus oder auch die Ideen...und wenn er vielleicht merkt das du da kritische Töne anschlägst, kommt er vielleicht automatisch in die Situation zu meinen das er dich nicht zufriedenstellen kann.

Ihr unternehmt 2 mal die Woche etwas, was doch toll ist. Es ist nichts dramatisches passiert. Er bringt den Müll nicht weg, räumt nicht auf und lässt mit den SMSen ein bisschen auf sich warten, ihr habt den besten Sex der Welt,...wo sind eigentlich die Probleme?

Wenn du von ihm verlangst 7 Tage die Woche mit dir zu verbringen und immer Event und Party, dann wird er das bestimmt nicht erfüllen können. Aber da gehts dann auch um dich. Nimm dich ein bisschen zurück und wenn er abends Playstation spielen will oder halt mal nix machen will, dann gib ihm die Zeit auch. Unternimm selbst etwas, triff Freunde oder beschäftige dich selbst.

Er hat vielleicht eine Krankheit, mit der muss er leben und du musst damit umgehen. Wenn du natürlich sagst du kannst dich nicht mehr treffen und nicht essen, dann tut er dir sicherlich nicht gut und er ist der Falsche. Der Falsche ist er auch wenn du von ihm etwas verlangst was wahrscheinlich kaum einer bieten kann. Immer Unernehmungen und fröhlich sein und alles top, das gibt es nicht. Du musst ihm Platz für Fehler geben.

Du bist vielleicht auch unzufrieden, weil du dich nicht selbst beschäftigen kannst? Wenn du abends zu ihm kommen willst und er will lieber TV schauen und ihr habt euch vorher 6 Tage gesehen, dann musst du zu Hause bei dir bleiben und was anderes machen. ;-)

So ein Gefühlsausbruch wie er ihn hatte und das er dir sagt das du was anderes verdient hast und so kenne ich noch ganz gut. Da meint man man sagt etwas ganz liebes und versucht etwas "gut zu machen", man will der Elefant im Porzelanladen sein der auf Zehenspitzen nichts kaputt macht und auf einmal sieht man eine Maus und der ganze Laden fliegt auseinander. ;-)

Also räum ihm Zeit und Spielraum ein, sprich mit ihm darüber was dich wirklich glücklich macht (seine reine Anwesenheit, man muss nicht jeden Tag Unternehmungen machen, etc....), lass ihn auch mal in Ruhe wenn er vielleicht Zeit für sich will. Erklär ihm dabei aber auch, dass das in Ruhe lassen kein Versuch ist sich von ihm abzugewöhnen oder ihn zu verlassen, sondern dazu dient ihm mehr Platz zu lassen und um sich wieder aufeinander zu freuen, etc....

Erklär ihm das auch, sonst springt der Schallplattenspieler wieder an. ;-) So insgesamt könntest du ihn vielleicht einfach etwas überfordern und er überfordert sich wahrscheinlich selbst, weil ihr jeden Tag aufeinander hängt. Und wenn man sich ein paar Tage mal nicht sieht kann das das beste Schießpulver in der Verliebtheitsphase sein. ;-)

Und frag ihn vielleicht irgendwann ob er sich nicht auch vorstellen könnte eine Verhaltenstherapie zu machen. Die bringt auch was. ;-)

*:) @:)

L{unYa12x3


@ muskatnuss

Vielen Dank für diesen tollen Beitrag.

Wir wohnen offiziell nicht zusammen, aber verbringen eigentlich jeden Abend zusammen.

Meistens in seiner Wohnung, ich bin bei meinem Ex ausgezogen und bei ihm quasi eingezogen (keine gute Sache, ich weiß). Habe zwar auch eine eigene Wohnung, aber die haben wir bis jetzt noch nicht ganz fertig gestellt.

Ich produzeire ja den Müll auch mit, sieht halt teilweise aus wie eine Messie Bude. Ich helfe ja auch mit, aber sehe auch nicht ein, alles zu machen und ihm hinterher zu räumen. In Unodnung fühle ich mich aber nicht wohl. Ich muss mich wohl wirklich mal aufraffen und meine Wohnung fertig stellen.

Ja, vielleicht krtisiere ich ihn wirklich zu viel. Immerhin hat er auch sein komplettes Leben auf mich eingerichtet und umgestellt. Das sagt er eben auch. Von 0 auf 100 sozusagen. Das Ding ist halt, ich komme aus einer nach außen hin perfekten Bezeihung. Der Mann war super ordentlich, fürsorglich, stukturiert... Und er ist eben ein Chaot ;-)

Wir haben am Anfang sehr viel unternommen, aber auch er sagt, dass es jetzt Winter ist etc., dass man da nunmal die meisten Abende unter der Woche Zuhause verbringt. Der TV stört mich halt, weil ich dann unsereunglaublich tollen Gespräche vermisse. Am Anfang haben wir überhaupt kein TV geschaut.

Wahrscheinlich ist er durch die Krankheit aber einfach schneller überfordert als ein normaler Mensch.

Was mir nur so Angst macht, ist seine eigene Aussage, dass es schlimmer wird und ich daran kaputt gehe. Und ob wir nicht vielleicht besserr jetzt die Notbremse ziehen bevor er mir wohlmöglich irgendwann wirklich das Herz bricht :(

Aber, dass ich mich mit meinen Launen zurücknehmen muss ist mir auch klar. Bin teilweise auch von jetzt auf gleich beleidigt wegen einer Nichtigkeit.

L[unFa1x23


Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings sagen, dass ich ihm des Öfteren vorgeschlagen habe, wenn er mal Zeit für sich braucht. Er sagt aber, dass er mich sehen will und, dass es nicht die Lösung ist... Denke, ich muss ihm einfach Zeit einräumen. Er hat auch schon vorgeschlagen, ob wir stattdessen Gesellschafsspiele spielen oder Puzzeln. Also er gibt sich schon Mühe.

Vielleicht bin ich das Problem, weil ich an der Vorstellung festhalte unsere Abend werden unser Leben lang so ablaufen wie die ersten 4 Wochen....

D(i&llpexs


@ Luna123,

google mal Bipolare Störung. Ich leide auch darunter, es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Von ganz unten bis ganz oben, für das Umfeld ganz schwer zu ertragen. Eine bipolare Störung bekommt man nur über Medis in den Griff, oft muss man sie ein Leben lang nehmen. Ich nehme morgens was um die Stimmung aufzuhellen, dann etwas um die Stimmung konstant zu halten und Abends etwas damit die Stimmung nicht nach oben weg schiesst. Ich kann damit in meinem Umfeld wieder ganz gut leben, weil die Ausschläge nicht mehr so stark sind. Ohne Medis , wenn er bipolar ist, wird er es nicht in den Griff bekommen, wurde mir im Stationsaufenthalt und bei verschiedenen Psychiatern auch so bestätigt und ich merke dies auch an mir selbst. Also ich rate überprüfen zu lassen(Psychiater,Neurologe) ob es evtl. eine bipolare Störung ist, und dagegen kann geholfen werden. Eine gute Seite ist [[http://www.dgbs.de/]] .

Es ist eine der schwerwiegendsten Erkrankungen in der Neuzeit, viel teuflischer als "Burnout" Depression aus der man leichter rauskommen kann.

L"unax123


Diagnostiziert ist es nicht offiziell. Ich habe aber viel darüber gegoogelt und es trifft sehr auf ihn zu. Aber er lebt ohne Medikamente und kommt aus einer 5 jährigen Beziehung. Das Ende der Beziehung sieht er aber u.A. auch in seinen Depressionen.

Gibt es bei dieser Krankheit nicht auch einen "leichteren" Verlauf?

mMu!skaQtnuss


Was mir nur so Angst macht, ist seine eigene Aussage, dass es schlimmer wird und ich daran kaputt gehe. Und ob wir nicht vielleicht besserr jetzt die Notbremse ziehen bevor er mir wohlmöglich irgendwann wirklich das Herz bricht :(

Ja das hat er gesagt, aber das tut man in einer Depression. Es kann auch sein das man es nicht nur sagt, sondern auch umsetzt. "Bevor ich dir später das Herz breche lass doch jetzt schnell Schluss machen, dann hat niemand mehr Schmerzen."

Wenn man depressiv ist, ist man auch ein Schwamm der die Schuld aufsaugt. Wenn die Freundin mal schlecht drauf ist, dann sucht er die Schuld bei sich selbst und kommt zu dem Ergebnis das er dich nicht zufriedenstellen kann.

Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings sagen, dass ich ihm des Öfteren vorgeschlagen habe, wenn er mal Zeit für sich braucht. Er sagt aber, dass er mich sehen will und, dass es nicht die Lösung ist...

Ja, vielleicht weil er auch wieder denkt das wenn er sich Zeit für sich nimmt und ihr euch nicht seht du unzufrieden bist und das auf ihn zurückfällt.

Wenn er eine Depression hat ist das vielleicht nicht der abwegigste Gedanke. Du musst viel mit ihm reden und ihm erklären das du ihn auch heiß und innig liebst, wenn er sich Zeit für sich nimmt, er Playstation spielen will, das er dich sehr zufrieden stellt und du auch wenn er eine Depression hat total glücklich mit ihm bist. Er braucht auch nicht Schluss machen und zeig Verständnis dafür das du ihn vielleicht etwas überrumpelt hast und überfordert.

Das klingt ein bisschen so als ob du ihm erklären müsstest wie eine Beziehung funktioniert, aber er wird wahrscheinlich viel Angst haben das er dich verliert und du Schluss machst. Da will er dir dann vielleicht zuvorkommen.

Mit vielen Gesprächen, viel Erklären und viel Liebe (und einer Überraschung wie z.B.: wenig Wäsche oder...einem Puzzle) klappt das. ;-)

Ich muss mich wohl wirklich mal aufraffen und meine Wohnung fertig stellen.

Er rafft sich nicht auf und entsorgt den Müll und du hast dich noch nicht mal aufgerafft und deine Wohnung fertiggestellt. ;-)

Vielleicht auch eine Sache die man zusammen machen kann. Und dann wechselt ihr euch mal ein bisschen ab. Wenn eine Frau in meine Wohnung kommt, hätte ich auch immer so ein bisschen den Anspruch das ich sauber mache, den Müll entsorge, etc. ... wenn die Frau jeden Abend kommt und ich immer arbeite ist das etwas was man nicht immer kann.

Wenn ihr euch abwechselt und er zu dir kommt ist das auch mal deine Aufgabe. Jetzt ist es vielleicht eure Aufgabe, aber es ist seine Wohnung. Vielleicht eine Sache die ihn auch wieder in Bredouillie bringt. Er kommt wieder in den Konflikt das vielleicht machen zu müssen, aber er kann gerade nicht und stellt dich damit wieder nicht zufrieden.

Aber das sind alles halt nur Möglichkeiten um es auch für dich leichter zu machen. Die depressive Sichtweise nimmst du ihm damit nicht. Das ist ja das Symptom der Krankheit, dass man vieles schlecht sieht.

Gibt es bei dieser Krankheit nicht auch einen "leichteren" Verlauf?

Na klar. Wenn er gerade die depressive Phase hat und arbeiten geht, 2x die Woche mit dir Unternehmungen macht und sonst auch zuverlässig ist, dann ist das schon beachtlich so ohne Behandlung. Mit Behandlung wäre es halt nochmal besser.

Aber nach der depressiven Phase kommt die manische und da kommt dann der unglaubliche Leistungs-und Energieschub. 7 Tage die Woche ist zu viel, aber das Haus nicht verlassen ist zu wenig, diese Verhältnismäßigkeit ist halt nicht so gegeben.

Aber eigentlich ist es relativ verhältnismäßig 2x die Woche halt was zu machen, wenn man denn Lust hat. Wenn es nicht diagnostiziert ist und du das jetzt mal bei google gefunden hast, muss es das nicht sein. Die Bipolare-Störung ist unterteilt und es kann auch eine normale Depression sein und auch die gibt es in den verschiedensten Formen und Farben. Und es kann auch was sein was wie eine Depression aussieht, aber keine ist... ;-)

Trotzdem eine Depression (oder die jetzige Situation) ist behandlungswürdig und sollte man auch behandeln.

Für eure Beziehung oder für dich: Reden, Schuld übernehmen (was Launen angeht oder so), Verständnis zeigen, bemerken das er sich Mühe gibt,....mehr kannst du eigentlich nicht machen. ;-)

Er hat auch schon vorgeschlagen, ob wir stattdessen Gesellschafsspiele spielen oder Puzzeln. Also er gibt sich schon Mühe.

Was gibt es denn für einen besseren Vorschlag? x:)

Viel Spaß *:) @:)

Z'wacRk44


Luna, wie Dilles möchte ich unterstreichen, dass es sich, wenn die Vermutung der Überschrift zutrifft, um eine KRANKHEIT handelt. Natürlich gibt es da leichtere und schwerere Formen, aber unbehandelte psychische Krankheiten neigen leider zu Verschlimmerungen. Bei bipolaren Störungen (früher: "manisch-depressiv") wird der Patient von manischen und depressiven Phasen heimgesucht. Goldstandard ist die medikamentöse Behandlung.

Ich zähle mal ein paar Depressiossymptome auf, die ich (leider) aus eigener Erfahrung kenne: innere Leere, verminderte Leistungsfähigkeit, Entscheidungsschwäche, abrupte Stimmungsschwankungen, "das Leben ist so beschwerlich", Introvertiertheit, Sozialphobie, Schlafstörungen, Libidoverlust, evtl. Suizidgedanken. Manchmal erträgt man niemanden in der Nähe und möchte sich nur das Kopfkissen über die Ohren ziehen. Manchmal kann man, ohne zu leiden, stundenlang aus dem Fenster gucken, aber man ist pathologisch stressempfindlich, d.h. man ist evtl. nicht in der Lage, ein Telefonat zu führen, an einer Feier teilzunehmen oder auch eine intellektuell nicht anspruchsvolle Entscheidung zu treffen (Welche Krawatte soll ich mit heute umbinden?). Was vom Umfeld oft als Faulheit gesehen wird, ist ein Krankheitssymptom: Der Patient WILL, KANN ABER NICHT. Da er nicht geisteskrank ist, sondern diesen Zustand durchaus erkennt, leidet er darunter unsäglich und will lieber heute als morgen wieder "normal" sein.

Manische Phasen hast Du bei ihm anscheinend noch nicht erlebt; hat er davon überhaupt gesprochen? Sie sind für das Umfeld meistens noch schwieriger zu ertragen als depressive Phasen. Während viele depressive Patienten einsehen, dass sie aus ihrem Loch ohne fremde Hilfe nicht herauskommen, scheint es, als ob Patienten mit bipolaren Störungen ihre manischen Phasen geradezu genießen und gerade deshalb oft wenig Einsicht in die Notwendigkeit einer Behandlung zeigen.

Also: Für mich an Deiner Stelle wäre zunächst der Knackpunkt das Einholen einer Diagnose. Wenn Dein Freund sich einer ärztlichen Untersuchung verweigert, gäbe ich keinen Pfifferling für Euere gemeinsame Zukunft. Sobald eine Diagnose vorliegt, kennt man das Problem und kann eruieren, was dagegen getan werden kann. Ich wünsche Euch alles Gute.

LFun:a1j23


@ muskatnuss

Wir haben gestern nochmal darüber geredet, aber nicht besonders lang. Also so richtig manische Phasen scheint er nicht zu haben. Auch zu unserer Anfangszeit hat er sich halt benommen wie ein normaler Verliebter würde ich sagen, nicht besonders überdreht. Zudem kommt natürlich, dass es auch warm war und gutes Wetter, wir waren viel spazieren. Das war toll. Er sagt, dass sich halt normale Phasen mit depressiven Phasen abwechseln.

Ich habe ihn auch auf eine Therapie angesprochen, er lehnt es jetzt nicht kategorsich ab, sagt aber, dass er sich gerade in Phasen wo es ihm gut geht, nicht krank fühlt und dann auch nicht weiss was er beim Psychologen soll. Aber er sagt auch, dass er weiß, dass irgend etwas nicht stimmt it ihm.

Medikamente hingegen lehnt er strickt ab, es seien Drogen und würden ihn auch sonst zu sehr in seinem Leben einschränken (kein Alkohol mehr, stimmt das?).

Gestern hat es sich etwas weniger dramatisch angehört als am Sonntag. Er sagt auch, dass er zu jeder Zeit schon normal ansprechbar ist. Nur sagt er, dass wenn man ihn diesen Phasen anfängt Grundsatzdiskussionen zu führen oder "die falschen Fragen" zu stellen, passiert dann sowas wie am Sonntag.

ich möchte auf jeden Fall, dass er zum Arzt geht, aber ich weiß es ja erst seit Sonntag, möchte ihm da auch nicht zu viel Druck machen. Ich denke, ich werde mich mal informieren über einen guten Arzt hier in der Gegend und ihm wenn wir mal wieder darüber srprechen ihm anbieten einen Termin auszumachen.

@ Zwack44

Ne, so richtig manische Phasen scheint er nicht zu haben.

Wie soll ich ihn denn dazu bringen zum Arzt zu gehen? Will ihn ja auch nicht zu sehr unter Druck setzen.

Zgwaclk44


Es ist richtig, dass Depressionen meistens phasenweise verlaufen. Wenn man sich als Patient nur an den "gesunden" Zwischenphasen orientiert, negiert man die Krankheit an sich. Wer durchschnittlich alle 14 Tage in Ohnmacht fällt, wird sich ja auch schwerlich als so gesund bezeichnen, dass er keiner Behandlung bedarf. Vor allem zwei Gründe sprechen für den Arztbesuch: 1. Depressionen verschlimmern sich und sind umso erfolgreicher zu behandeln, je früher man damit beginnt. 2. Das Umfeld - besonders Du - leidet mit und der Leidensdruck kann so groß werden, dass man als naher Angehöriger selbst erkrankt (Comorbidität). Das kann weder von ihm noch von Dir gewollt sein, und Du kannst Dich davor nur durch die Trennung schützen.

Das "Drogen"argument vertauscht die Tatsachen: Nicht sein derzeitiger Zustand ist erhaltenswert, sondern erstrebenswert ist ein Leben ohne Depressionen. Nach derzeitiger Theorie werden Depressionen dadurch hervorgerufen, dass gewisse Botenstoffe (Neurotransmitter) im Gehirn nicht in richtiger Konzentration vorliegen, und die Antidepressiva werden eingesetzt, um diese Konzentration zu normalisieren.

Meine eigene Krankengeschichte als Beispiel: Erste schwere Depression mit 39. Drei Monate stationäre Behandlung (rein medikamentös), danach wieder arbeitsfähig, und irgendwann konnte ich meine ADs zur Seite legen. Zweite schwere Depression 17 Jahre später, rechtzeitig zum Psycho-Doc gegangen, so dass die (medikamentöse) Behandlung ambulant erfolgen konnte. Bis zum Ruhestand keine krankheitsbedingten Fehlzeiten. Die folgenden Auslaßversuche verliefen erfolglos, so dass ich permanent auf ADs angewiesen bin. Damit führe ich allerdings ein erfülltes und weitgehend "normales" Leben.

Mit Psychotherapie habe ich keine Erfahrung. Wo Traumata oder Panikstörungen vorliegen, sind sie sicher angebracht. Wo dies nicht der Fall ist, sehe ich Psychotherapie sehr kritisch. Du findest im Forum zahlreiche user, die die x-te Therapie hinter sich haben und sich immer noch nicht gesund fühlen. Manchmal ist es auch eher schädlich als nützlich, Probleme der Vergangenheit aufzuwühlen.

ADs sind keine Bonbons und jeder Patient reagiert anders darauf. Deshalb ist - besonders am Anfang - ein enger Kontakt zum behandelnden Arzt nötig, damit der immer weiß, wie es dem Patienten geht, und entscheiden kann, ob und wann die Dosis geändert werden muß, ob ein Medikamentenwechsel sinnvoll ist oder ob eine Kombinationstherapie erfolgversprechender erscheint. Eine breite Palette von ADs stellt sicher, dass für fast jeden Patienten eine "maßgeschneiderte" Medikation möglich ist.

Anlaufstelle für Deinen Freund wäre ein Psychiater.

m!uskRatn;uMsxs


Dein Freund hat mehrere Möglichkeiten:

1.) Alles so lassen wie es ist.

2.) Einene Psychiater aufsuchen. Dieser stellt eine Diagnose und verschreibt Medikamente.

3.) Ein stationärer Aufenthalt. Beinhaltet eine medikamentöse Behandlung und ein Angebot an psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten.

4.) Einen Psychotherapeuten aufsuchen (vorher eine der 3 Therapieausrichtungen auswählen: Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Psychotherapie, oder analytische Psychotherapie).

Vielen ist es immer ein Rätsel wie man an einen Psychotherapeuten kommt: Die Telefonnummer der kassenärztlichen Vereinigung deines Bundeslandes herrausfinden; Dort erhältst du Infos und Listen mit Psychotherapeuten in deiner Umgebung. :-)

Ne, so richtig manische Phasen scheint er nicht zu haben.

Eine Depression die phasenweise verläuft ist keine Bipolare-Störung. Kann so sein, aber muss nicht! Das muss man diagnostizieren und das entsprechende Fachpersonal aufsuchen und sich nicht im Forum irgendwo Angst einjagen lassen. ;-)

Medikamente hingegen lehnt er strickt ab, es seien Drogen und würden ihn auch sonst zu sehr in seinem Leben einschränken (kein Alkohol mehr, stimmt das?).

Es gibt Medikamente die Wechselwirkungen mit Alkohol haben, ja. Wenn er im Moment Medikamente strikt ablehnt, dann soll er sich anders helfen lassen. Aber es kann sein, dass je nach dem, kein Weg an einem Medikament vorbeiführt. Je nach Situation, Erkrankung und Mensch.

Ich hatte eine mittelschwere Depression und eine Sozialphobie und habe keine Medikamente genommen. Aber das spielt keine Rolle, das ist meine Krankheitsgeschichte und was dein Freund hat und wie man das am besten behandelt, entscheidet er und andere.

Das man Medikamente ein lebenlang nimmt ist auch je nach Situation, Erkrankung und Mensch unterschiedlich.

Mit Psychotherapie habe ich keine Erfahrung. Wo Traumata oder Panikstörungen vorliegen, sind sie sicher angebracht. Wo dies nicht der Fall ist, sehe ich Psychotherapie sehr kritisch. Du findest im Forum zahlreiche user, die die x-te Therapie hinter sich haben und sich immer noch nicht gesund fühlen. Manchmal ist es auch eher schädlich als nützlich, Probleme der Vergangenheit aufzuwühlen.

Wenn 44 dein Jahrgang ist, dann kann ich nachvollziehen, dass man keine Psychotherapie mehr macht. Aber die Zeiten haben sich auch geändert und das eine Psychotherapie einen Heilungserfolg hat ist erwiesen. Natürlich gibts Leute denen es nichts gebracht hat und in Foren sind diese ganz besonders vertreten. Aber genauso liest man hier von Leuten bei denen Medikamente nichts gebracht haben. Auch die sind häufiger vertreten.

Wie soll ich ihn denn dazu bringen zum Arzt zu gehen? Will ihn ja auch nicht zu sehr unter Druck setzen.

Schwierig. Er lehnt Medikamente ja ab, was soll er also beim Arzt? Wenn ihm eine Therapie als sinnvoll erscheint, scheitert es oft daran das viele nicht wissen, was sie denn eigentlich tun müssen um einen Psychotherapeuten zu finden.

Eröffne ihm doch die Möglichkeit mit ihm so eine Liste abzutelefonieren und Therapieplätze zu suchen. Wenn es gar nicht anders geht, dann kann man auch noch über den Psychotherapeuten einen Psychiater hinzuschalten.

Ich kann nachvollziehen das Nebenwirkungen usw. einen von Medikamenten abschrecken. Und wenn es auch ohne geht, dann kann man sich auch anders helfen lassen. Auch das geht. Aber es ist richtig, der erstrebenswerte Zustand ist der depressionsfreie Zustand und eventuell muss auch mal über kurze Zeit ein Medikament hinzukommen.

Aber das nur Medikamente helfen und die Therapie den Zustand verschlimmert, das ist ein Märchen. ;-)

Was dein Freund macht muss er wissen und das entscheidet er auch so wie sein Leidensdruck ist und wieviel Schmerz und Leid er ertragen kann. ;-)

*:) @:)

d+evilfindisguxise


Unabhängig von der Frage, ob es nun eine "reine" Depression oder eine bipolare Störung ist, ob und wie er sich behandeln läßt:

Die Frage bleibt, ob du damit leben kannst. Auch MIT Behandlung verschwindet so etwas nicht einfach.

Du schreibst:

aber selbst nicht die allerstabilste Persönlichkeit bin. Ich habe das Gefühl ihn "zu sehr" zu lieben, schon als eine Art Sucht, auf krankhafte Art und Weise

Aus deinem Eingangspost lese ich nicht ein zu Viel an Liebe heraus, sondern ein hohes Maß an emotionaler Abhängigkeit. "Wir sind fast täglich ausgegangen, da war alles gut" – was ist für dich das Schlimme daran, NICHT auszugehen? Beim Fernsehen oder PS-Spielen beachtet er dich natürlich nicht und da finde ich es sehr nachvollziehbar, daß man das nicht JEDEN Abend haben möchte. (MAL kann man aber durchaus einfach zusammen fernsehen, oder?) Er hat aber vorgeschlagen, z.B. zusammen Gesellschaftsspiele zu spielen. Es geht ihm also nicht darum, sich von dir zurückzuziehen, sondern er will halt nicht ausgehen und fühlt sich auch nicht zu tiefen Gesprächen in der Lage. Nun frage ich mich, was für dich das Problem ist. Daß er dir nichts Besonderes "bietet"? Liebst du IHN oder liebst du das, was du geboten bekommst? (Bitte versteh das nicht als Angriff – ich meine nur, das ist eine Frage, die du dir selbst stellen solltest.)

Besonders aufgefallen ist mir, wie du die Komplimente betont hast. Er hat dir Komplimente gemacht und du dachtest, er ist der Mann deines Lebens. Jetzt macht er weniger/keine Komplimente, schreibt weniger/kaum sms und du hast Zweifel an der Beziehung. Das PROBLEM dabei ist doch nicht, daß er keine Komplimente mehr macht etc., sondern, daß du permanente Bestätigung erwartest! Problematisch ist also nicht seine "Unaufmerksamkeit" (er verhält sich, außer im Streit, nicht respektlos, er schmeichelt dir halt nur nicht), sondern dein Mangel an Selbstbewußtsein.

Er sagt, er könne dich nicht glücklich machen. Damit hat er vollkommen recht – das ist aber auch gar nicht seine Aufgabe. Einen anderen Menschen glücklich zu machen, wäre für JEDEN eine absolute Überforderung. Liebe ist: gesteigerte Wertschätzung für einen Menschen deshalb, weil er so ist, wie er ist. Liebe ist nicht: das gute Gefühl, das einem ein anderer durch irgendwelche Leistungen (Ausführen, Komplimente...) verschafft.

Auch finde ich deine Reaktion auf seinen Hinweis, ihr hättet euch "vielleicht in etwas verrannt", eher seltsam. DAMIT hat er gleich ALLES ZERSTÖRT? Oh Mann. Immerhin bist du ruckzuck bei ihm eingezogen, deine eigene Wohnung stellst du erst gar nicht fertig, nun beurteilst du sogar die Ordnung in seiner (!) Wohnung... kein Wunder, daß ihn das überfordert und das hat mit Depression überhaupt nichts zu tun.

Wenn du mit ihm zusammen bleiben willst, dann solltest du auf jeden Fall an deiner inneren Unabhängigkeit arbeiten. Wäre auch für eventuelle andere Beziehungen nützlich.

Lrudna712x3


@ Muskatnuss

Danke nochmal für Deine tollen Beiträge.

Ich werde versuchen nochmal mit ihm zu reden, wenn das Thema wieder zu Sprache kommt.

Da wir erst so kurz zusammen sind, wirll ich ihn natürlich nicht so überrumpeln. Zumal ich mir ja auch noch kein Urteil über das Ausmaß erlauben kann. Bisher ist nichts passiert, was nach außen hin besonders besorgniserregend wäre.

@ devilindisguise

Ich behaupte auch nicht, dass ich nicht teilweise "das Problem" bin. Es stimmt, ich brauche viel Bestätigung von außen. Es merkt keiner, jeder ebzeichnet mich eigentlich als sehr selbstbewusst und schlagfertig. Aber der Schein trügt. Gerade von meinem Partner "verlange" ich viel Bestätigung. Gerade am Anfang, wo man noch keine Basis, keine Sicherheit hat. Wenn er sich dann zurückzieht, klar, dass mich das dann belastet.

Aber da mit dem Ausgehen kann ich erklären. Habe darüber nochmal reflektiert: Das Ausgehen am Anfang war verbunden mit einer tollen Stimmung. Mit seinem Verfall in eine depressive Phase wollte er natürlich auch weniger machen. Da ich mir das aber nicht erklären konnte, war für mich klar: ausgehen = Spaß haben Zuhause bleiben = gedämpfte Stimmung, wenig Gespräche.

In meiner vorherigen Beziehung war ich lange nicht so auf meinen Partner fixiert. Wir haben zwar zusammen gewohnt, aber jeder ist dort seine eigenen Wege gegangen oftmals, bzw. zu der Zeit hatte ich noch ein sehr zeitaufwändiges Hobby, war kaum Zuhause. Jetzt ist das Hobby weggefallen und ich habe einen Überschuss an Freizeit. Es fällt mir generell schwer, mich fallen zu lassen, nichts zu tun.

"Zerstört" habe ich auch nicht gesagt, aber, dass er damit die kleine Basis die sich in den 4 Monaten aufgebaut hat, kaputt getreten hat.

dCev/iliondisxguise


"Zerstören" und "kaputtmachen" ist inhaltlich doch dasselbe. Aber egal, jedenfalls finde ich es berechtigt und normal, nach einem so (zu?) rasanten Start irgendwann innezuhalten und zu fragen, ob man das alles so schnell so intensiv überhaupt wollte.

Dadurch, daß du deine eigene Wohnung nicht fertig hast, hast du ja auch keine richtige Rückzugsmöglichkeit, keine räumliche Basis für Unabhängigkeit. Und direkt aus einer Beziehung in die andere zu schlittern... kann natürlich passieren, ist aber echt eine schwierige Sache. Es wäre tatsächlich ganz gut, erstmal einen kleinen Schritt zurückzutreten und dich selbst wiederzufinden. Das bedeutet nicht, Schluß zu machen! Zwischen "Zusammenziehen" und "Schlußmachen" gibt es ja noch ziemlich großen Spielraum.

Das alte Hobby hast du nicht mehr – vielleicht findest du ein neues. Oder hast/findest andere Leute, mit denen du auch mal was unternehmen kannst.

Es gibt da ein unglückliches Zusammentreffen zwischen seiner depressiven Haltung "ich kann keine Frau glücklich machen" und der Botschaft, die du ihm sendest "mach mich glücklich". Es würde wahrscheinlich sehr helfen, wenn du dich erst mal darauf konzentriertest, dich selbst glücklich zu machen. Erst dann kannst du ja eigentlich auch einschätzen, ob du die Beziehung mit diesem Mann auf Dauer willst oder nicht.

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