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Neuer Freund ist manisch depressiv

L1unza12x3


Habe noch nie alleine gewohnt, es graut mir davor. Habe die Wohnung ganz toll eingerichtet, neue Küche, Möbel etc. und habe nun überhaupt keine Lust darauf, dort auch nur eine Nacht zu schlafen :(

ZWwackx44


@ muskatnuss

Aber das nur Medikamente helfen und die Therapie den Zustand verschlimmert, das ist ein Märchen.

Du wärst überzeugender, wenn Du Dich an die vorgebrachten Argumente hieltest. Soweit ich sehe, setzt Du Dich mit einer Behauptung auseinander, die hier niemand aufgestellt hat.

D/ilnles


@ Luna

du hattest von manisch depressiv geschrieben, dies ist oft eine bipolare Störung. Wenn er nur depressive Phasen hat, wäre es nicht ganz so schlimm, dann ist er unipolar erkrankt.

Nichts desto Trotz ist es das A und O sich mit einer Krankheit auseinanderzusetzen und nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

Eine Depression hat nichts damit zu tun, dass man evtl. als Verrückter gilt dies zuzugeben oder sich einzugestehen. Depression ist eine anerkannte organische Krankheit der Hirnsynapsen, bzw. des Stoffwechsels in den Hirnsynapsen.

Meine schwere Depression hat man mit sogenannten Botenstoffwiederaufnahmehemmer innerhalb kürzester Zeit erfolgreich behandelt.

Die Depression wird u.a. ausgelöst durch zu wenige Botenstoffe in den Hirnsynapsen. Die Hirnsynapsen trennen die Nervenbahnen üder den sogenannten Synapsenspalt und die Nervenimpulse kommen über diesen Synapsenspalt nur mit Hilfe der sogenannten Botenstoffe u.a. Serotonin, Noradrenalin, Dopamin etc. Schütten nun die Synapsen zu wenig Botenstoffe aus ist die Weiterleitung der Nervenimpulse in die verschiedenen Hirnareale gestört, man wird depressiv. Diese Botenstoffe kann man nicht in der Konzentration messen oder von Aussen zugeben, da es eine natürliche Hirn Blutschranke gibt, damit Stoffe aus dem Blut nicht ins Hirn gelangen. Man kann den Spiegel der Botenstoffe daher nur mit sogenannten Wiederaufnahmehemmern erhöhen. Diese Wiederaufnahmehemmer bewirken, das die wenigen Botenstoffe die von den Synapsen produziert werden nicht wieder resorbiert werden, dadurch steigt die Konzentration dieser Botenstoffe wieder auf ein normales Mass an, und man fühlt sich unheimlich schnell wieder gut. So war es bei mir , innerhalb 14 Tagen kam ich aus einer schweren suizidalen Depression mit diesem Mittel wieder komplett heraus.

Wenn man sich nicht damit beschäftigt und nicht daran glaubt hilft das Mittel wie bei anderen Pharmaka auch bei 30-40 % dieser Patienten nicht. Die Wirksamkeit aller pharmazeutischer Medikamente hängt daher immer stark auch von der Einstellung des Patienten dazu ab. Für mich war diese Funktionsweise der Synapsen völlig einleuchtend und hat mir sehr geholfen diese Krankheit als eine Organische anzusehen.

Wenn ich Diabetes habe nehme ich doch auch Insulin oder bei einer Lungenentzündung Antibiotika, nichts anderes stellen diese Medikamente dar.

Es wäre daher ratsam zunächst nicht nach einem Psychologen zu schauen sondern nach einem Psychiater oder Neurologen oder wenn man diese komplett scheut wenigstens einen klinischen Psychologen nimmt, der sich auch mit Medis auskennt.

Ich mache gerade eine Psychotherapie bei einem klinischen Psychologen, der war 35 Jahre in einer Psychiatrischen Klinik und er ist überzeugt, dass man aus eine Mittelschwer bis schweren Depression ohne ADs nicht herauskommt. Das ist ein Mann der Praxis der dies 1000fach erlebt hat.

Mach ihm Mut sich mit der Krankheit Depression auseinanderzusetzen, es ist eine organsiche keine psychische Krankheit die unheimlich gute Heilungschancen hat.

LKuna$12x3


@ Dilles

Danke für Deinen Beitrag. Ich bin kein Arzt, habe vielleicht ein wenig zu viel im Internet gelesen. Kann schon sein,dass er eine unipolare Depression hat. Momentan ist er gut drauf, aber keineswegs überdreht oder so.Schläft normal ein. In depressiven Phasen hat er Probleme einzuschlafen,weil er soviel grübelt. Auch wenn ich die letzten Monate so revue passieren lasse, kann ich nicht sagen, dass er irgendwie überdreht war. Gut drauf ja, aber das war ich auch und wenn man frisch verliebt ist, ist es doch normal,dass man energiegeladen ist :)

Nach unserem großen Streit heute vor einer Woche (da hat er es mir ja erst erzählt,dass er depressiv ist), ist er wieder viel besser drauf, es war so ein bisschen wie ein reinigendes Gewitter für ihn.

Allerdings trage ich seitdem eine schwere Last mit mir, kann kaum noch essen und schlafe schlechter. Ich habe perament Angst, dass es wieder bergab mit ihm geht und er sich trennt oder mir keine Liebe mehr zeigt. Um ehrlich zu sein, kann ich momentan nicht mehr glücklich sein,die Gedanken kreisen ununterbrochen in meinem Kopf "Denken alle,dass er sich aufgrund der Krankheit von seiner Ex getrennt hat? Ist es vielleicht tatsächlich so? Droht mir das gleiche Schicksal?"

Angeblich war er bereits ein halbes Jahr von ihr getrennt, aber so "sauer" und enttäuscht sein Umfeld reagiert hat,glaube ich das nicht so Recht.

Darüber reden will er nicht, als ich ihn auf die Therapie bzw. Medikamente angesprochen habe,hat er direkt dicht gemacht. Habe auch das Diabetis Beispiel genannt, daraufhin meinte er nur, dass er kein Diabetis habe.

Ich verstehe nicht, warum er keinen Arzt aufsuchen möchte,zumal ihm das ja nicht fremd ist, er ist seitdemer 14 ist depressiv und war bis ca.18 in psychologischer Betreuung. Dann ging es ihm 5 Jahre lang gut,bis zum Tod seines Papas. Seidem ist er wieder voll drin.

Er sieht ein,dass er sich und andere damit sehr verletzt, aber nimmt es irgendwie als gegeben hin, als sein "Schicksal" an dem er nichts ändern kann. Auch sieht er die Gefahr mich deswegen zu verlieren und würde auch das "leidend" hinnehmen.

Wie kann ein Mensch, der auf der einen Seite so viel Selbstreflektion hat, die Dinge auch erkennt (erzählt als Beispiel dass er sein soziales Umfeld nach und nach zerstört:Du siehst es doch beim Markus, ich habe mich bei ihm weder zu Weihnachten, noch zu Neujahr gemeldet, noch gehe ich ans Telefon. Ich nehme es mir jeden Tag vor und doch schaffe ich es nicht). Nun hat sich der besagte Freund heute bitterböse per SMS beschwert und siehe da, er kann und fährt heute hin...Dramatisiert die Situation allerdings wieder (O-Ton: Ich hinterlasse überall verbrannte Erde).

DZillxes


@ Luna 123,

eine Depression kann einen relativ schnell in eine Suizidale Phase bringen. Bei wiederkehrenden Depressionen ist es oft so, dass sie sich von mal zu mal verschlimmern können. Die Entscheidung für einen Suizid kommt oft schlagartig und wird dann sofort ausgeführt. Mein Vetter hatte auch wiederkehrende unbehandelte Depressionen, an seinem Hochzeitstag stieg er in sein Auto fährt auf eine 100 meter hohe Brücke und stürzt sich runter, keiner, selbst seine Frau nicht, hatte dafür eine Erklärung.

Er hat sich mit seinen Depressionen so in sich selbst zurückgezogen, und lies es niemand anmerken. Tragisch , denn man hätte medikamentös einfach helfen können.

Frag ihn nach solchen Gedanken, Grübeln ist ein Hinweis auf eine mittelschwere Depression, man kann da sehr schnell abgleiten und kommt dann gar nicht mehr ohne Medis raus.

L2u2na12x3


Die Ruhe hat nicht lange gehalten. Heute hat er sich den ganzen Tag nicht gemeldet, ich habe dann irgendwann geschrieben und er hat geantwortet, dass er keine Lust hat auf Arbeit, Laune im Keller wäre und er nur nach Hause will... :-(

Lduna1x23


Er liegt, starrt die Wand an, hat dann kurz geschlafen und schaut jetzt Teilnahmelos fern, essen und trinken möchte er nicht. Mir gegenüber ist er aber lieb. Weit weg

Aber lieb...

L/u0nra12x3


Essen und trinken verweigert er auch :(

L[unaI123


Hallo zusammen, ich wollte mal einen kleinen Zwischenbericht abgeben. Es ist mittlerweile so, dass wir uns nur noch jeden zweiten Tag sehen, unternehmen möchte er momentan auch nichts, hat innerhalb von 2 Wochen 6 kg abgenommen.

Er hat immer wieder Tage an denen er einfach alleine sein möchte. Wenn ich dann aber bei ihm bin, laesst er mich kaum los, vor allem beim schlafen oder auch morgens. Er redet auch viel und offen über seine Krankheit was vorher nicht der fall war. Sagt aber, dass es ihm schon seit Jahren nicht mehr so schlecht ging und er die zeit für sich braucht, um nicht wieder in so ein tiefes Loch zu fallen wie vor 3 Wochen. Ich bin aber die einzige mit der er überhaupt über seine Krankheit spricht.

Ich akzeptiere das natürlich, mache ihm auch keine Vorwürfe mehr. Seitdem hat sich alles etwas stAbilisiert, ich habe das gefühl es tut ihm gut mal für sich zu sein ( auch im Bezug auf uns). Dennoch ist es für mich unglaublich schwer wenn er mich nicht sehen möchte und er sich so wenig meldet. Ich vermisse ihn so sehr und es geht mir dann einfach nur noch schlecht.

Aber ich leide dann still vor mich hin, weil ich insgeheim genau weiß dass ich ihm daraus keinen Vorwurf machen kann und dass er die zeit wohl wirklich braucht um sein leben wieder zu ordnen.

Es ist viel passiert in letzter zeit, er hat einen neuen Job mit viel Verantwortung übernommen ( was auch ärger mit sich bringt), seine ex ist ausgezogen die seit er jugendlich ist, immer an seiner Seite war und sie viele Jahre zusammen gewohnt haben. Dann die Situation mit mir, der damit verbundene Druck immer alles richtig und perfekt machen zu müssen.... All das hat ihn wohl wieder in dieses Loch fallen lassen. Zudem verliert er demnächst seine Wohnung (Eltern haben ein neues Haus gekauft), seine wohnsituation ist also auch unklar.

Was uns angeht ist es aber recht stabil, er äußert zumindest keine Bedenken mehr, mit mir zusammen zu sein. Scheinbar hat es etwas gebracht zu haben, dass ich ihm immer wieder gesagt habe dass ich ihn will und er der richtige für mich ist, egal wie es ihm gerade geht und dass ich bei ihm bleiben werde egal was passiert.

Was die Therapie angeht, so haben wir auch darüber gesprochen, er hat Angst wieder in eine Psychiatrie zu müssen, sagt als Jugendlicher habe er seinem Arzt vertraut und alles erzählt, bis er dann von einem auf den anderen Tag in die Klinik musste. Das war wohl ein Riesen Vertrauensbruch. Ich versuche ihm die Angst zu nehmen, indem ich immer wieder sage, dass er ja Mittelwelle erwachsen ist und man ihn nicht einfach so einliefern kann. Auch dass seine krankenakte von damals nicht jeden Psychiater gleich auf dem pc rot aufleuchtet ;-)

Wie dem auch sei, ich habe ihm einen Termin ausgemacht für ein erstes kennenlernen bei einer tollen Ärztin. Hoffe er geht hin. Er ist noch in der entscheidungsphase. Der Termin wäre nächste Woche.

Außerdem habe ich ihm eine Therapielampe gekauft mit 10 000 Lux, was ja zumindest nicht Schaden kann... Ich hoffe nur, dass er sie auch benutzt.

Krankheit hin oder her, ich sehe es dennoch als seine Pflicht an, versuchen für Linderung zu sorgen. Ich verlange nicht viel, nehme unglaublich viel ruecksicht auf ihn, wir streiten gar nicht mehr. Aber im Gegenzug ist er es sich selbst, seiner Familie und nicht zuletzt mir schuldig, etwas gegen die Krankheit zu Unternehmen.

Z wackx44


Dem letzten Absatz Deines Beitrags kann ich nur beipflichten. Ich möchte Dich nicht ängstigen, aber wenn auch bei ihm manches in letzter Zeit besser geworden sein mag, sehe ich doch die Gefahr, dass der nun höhere Stress zur Destabilisierung seiner Psyche beitragen könnte. Erfahrungsgemäß ist eine Depression leichter zu ertragen, wenn man sich weniger fordert. Insofern sollte die angestrebte Behandlung möglichst bald beginnen.

I!n-K|og JNixto


ist er denn manisch-depressiv oder "nur" manisch?

manisch-depressiv .....

da sind beide phasen gleich anstrengend. :-|

generell würde ich mich nicht auf jemanden einlassen, der so krank ist und sich nicht behandeln läßt.

wenn er die beine gebrochen hätte, würde er das doch auch richten lassen anstatt dich zu zwingen, ihn sauber zu machen und den rollstuhl zu schieben.

sorry,

ich habe da immer kein verständnis.

wie kann man mit so einer schweren krankheit nichts machen ??? ???

also zuammen bleiben okay, aber da muß sich was tun. sonst wird das nichts.

L+una1x23


@ zack44

Was meinst du mit "hoeherem Stress"? Dass er zum Arzt geht, bzw. Sich nun mit der Situation auseinander setzen muss?

Tja, da muss ich wohl durch, Kopf in den Sand stecken ist nicht mein Ding. Ich hoffe unsere liebe (oder eher meine ;-) steht das durch, wenn nicht, ist das leider so. Aber ihn gar nicht mehr mit irgendwas belasten oder sanften Druck machen etwas an seinem leid zu ändern sehe ich auch nicht ein.

Und wenn er sich gegen alles verweigert, hat die Beziehung keine Chance. Das sehe ich auch, denn auf Dauer ist der Zustand so wie er jetzt ist, nicht tragbar für mich. Habe selbst 3 kg abgenommen (bei eh schlanken Statur).

I^n-Kdog N}ijto


und er die zeit für sich braucht, um nicht wieder in so ein tiefes Loch zu fallen wie vor 3 Wochen.

das, was ein depressiver sagt, wenn er in einer depressiven phase ist,

würde ich ehrlich gesagt nicht so ernst nehmen.

das ist ja das wesen der krankheit, dass er nicht weiß, was ihm gut tut.

L3una1x23


Ja, aber ich kann ihn doch nicht zwingen mich zu treffen? Ich meine es ist ein mündiger Erwachsener Mensch... Habe schon immer das Gefühl dass er mich gern bei sich hat, vor allem nachts. Sagt aber auch, dass er sich verstellt bei Familie und Co. Dann logischerweise reißt er sich ja auch in meiner Gegenwart zusammen, was seiner Aussage nach sehr anstrengend ist.

Also wie das richtige Maß finden?

IFn-nKog (Nitxo


....blöde frage, aber vor vier monaten ist sein vater gestorben.

vor vier monaten kamt ihr zusammen?

kann es nicht sein, dass er einfach trauert?

und das evtl., aber nur eventuell, eine depression heraufbeschwört?

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