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Mangelnde bildliche Vorstellungskraft

EWhem]al^igery NLut,zer (#69,928) hat die Diskussion gestartet


Mir wird manchmal gesagt, ich hatte ein fotografisches Gedächtnis. Die Wahrheit ist aber, dass ich noch nie dazu fähig war, Dinge innerlich zu visualisieren. Es bereitet mir keinerlei Schwierigkeiten, mir Töne, Berührungen, Gerüche oder einen bestimmten Geschmack ins Gedächtnis zu rufen oder davon zu träumen, aber ich kann nicht einmal die Gesichter von Menschen abrufen, die ich regelmäßig sehe, ja, nicht einmal simpelste Formen wie Kreise oder Linien. Wenn ich mir einen Menschen vorstelle, sind mir die Attribute bewusst, die ich in Worte fassen kann. Die Äußerlichkeiten, die man schlecht durch Worte beschreiben kann, wie beispielsweise den Schwung einer Wange, liegen jenseits meiner Vorstellungskraft. Ich zeichne gerne, aber obwohl meine Hand recht begabt ist, werde ich vermutlich niemals viel mehr als ein guter Kopierer sein, nicht etwa Schaffer. Alles, was ich ohne Vorlage zeichnen kann, habe ich bereits einmal in ähnlicher Form gezeichnet. Ich erinnere mich nicht an das Bild, ich erinnere mich an die Bewegungen meiner Hand. Ich kann ein Portrait nochmals zeichnen, wenn ich es bereits gezeichnet habe, allerdings nur aus der gleichen Perspektive. Habe ich einen Menschen von vorne gezeichnet, kann ich ihn nicht seitlich abbilden, ohne dafür eine erneute Vorlage zu benötigen.

Mir war lange nicht bewusst, dass das nicht die Norm ist. Mich würde vor allem interessieren, ob es hier noch mehr Menschen gibt, die nicht bildlich denken können. Wenn ja, empfindet ihr das als Mangel? Ich frage mich auch, ob man bildliches Denken "erlernen" kann. Immerhin muss ich diese bildlichen Informationen irgendwie abspeichern, sonst hätte ich vermutlich Schwierigkeiten, die Leute um mich herum zu erkennen. Das funktioniert allerdings tadellos. Hat jemand eine Meinung dazu oder weiß sogar, ob man diese gespeicherten Informationen hoch holen könnte? Ich leide zwar nicht darunter, aber es erscheint doch wünschenswert, Bilder ins Gedächtnis rufen können.

Antworten
M7ollyienxchen


Ich behaupte mal, in dieser Hinsicht das genaue Gegenteil von Dir zu sein. Ich kann mir sogar Menschen vorstellen, die es gar nicht gibt, also "erdenken" und dann "sehen". Auch frei erfinden und dann malen von allen Perspektiven.

Vielleicht ist bei Dir einfach die linke Gehirnhälfte aktiver? (Bei mir ist es definitiv die rechte…)

[[http://www.sommer-sommer.com/gehirntest/ Kleiner Test dazu.]]

Bei mir kam auch wirklich rechts raus. :-)

T roi}lus


Ich habe mir darüber noch nie detailliert den Kopf zerbrochen und werde das auch nicht auf die Schnelle hinbekommen. Aber ich dachte, dass das durchaus in der Norm liegt. Unser Bewusstsein ist evolutionär nicht auf das Abrufen und Reproduzieren von Bildern eingerichtet, sondern auf das Wiedererkennen. Meines Wissens können die allerwenigsten Maler, einschließlich der ganz berühmten, erkennbare Porträts aus dem Gedächtnis zeichnen. Vielleicht ist bei dir dieses normale Unvermögen nur noch ein klein wenig ausgeprägter. Ich habe ein recht lausiges Personengedächtnis, es hapert oft schon beim Wiedererkennen – wie das Porträtieren aus dem Gedächtnis ausfallen würde, möchte ich gar nicht wissen. |-o

S=. *wal5lisxii


@ Lancis

Ich frage mich auch, ob man bildliches Denken "erlernen" kann.

ich bin mir sicher dass man das lernen kann. Früher so mit 17 dachte ich ich muss kräftig esoterisch abgehen und Magie wirken und so ;-D und da war das Visualisieren jedenfalls ein großer Bestandteil welcher dann auch immer als Übungssache dargestellt war. Tollen HocusPokus hab ich letztendlich zwar vermutlich net gewirkt aber das Visualisieren ging damals mit der Zeit wirklich merklich leichter und deutlicher. Z.B. anhaltend visualisierend ein Pentagramm mit Kreis auf den Boden zu zeichen in dessen Zentrum man als glühendes Kreuz steht – dafür musste ich schon einige Zeit üben ;-D

Einfacheres fiel mir zwar leicht aber ich schätze (auch wenn du sagst du kannst es gar net) du müsstest halt nur etwas mehr üben und könntest schließlich auch effektiv visualisieren. Ich hab damals mit Wörtern Buchstabe für Buchstabe oder, noch einfacher, mit Zahlen angefangen. Einfach zählen und die Zahl dann imaginiär vors Auge zeichnen. Vermutlich nur ein Frage von Konzentration und Geduld und irgendwann gibt's richtige Light-Shows ;-D

@ Mollienchen

cooler Test :-D bin auch (mit 72% ":/ was treibt dann eigentlich die andere Seite die ganze Zeit ;-D) ebenfalls Rechts-Hirner

MAolli'esntchxen


@ S. wallisii

was treibt dann eigentlich die andere Seite die ganze Zeit ;-D

Das hab ich mich auch schon gefragt. Schon völlig degeneriert wahrscheinlich... ":/

EEhema-ligerD Nutzerh (#699x28)


Mollienchen

Ich behaupte mal, in dieser Hinsicht das genaue Gegenteil von Dir zu sein. Ich kann mir sogar Menschen vorstellen, die es gar nicht gibt, also "erdenken" und dann "sehen". Auch frei erfinden und dann malen von allen Perspektiven.

Das finde ich beneidenswert. Besonders bei Träumen stelle ich mir das sehr beeindruckend vor. Obwohl es mir als normalerweise luzider Träumer vermutlich auch ein wenig Angst machen würde, weil die Unterscheidung zwischen Traum und Realität nicht mehr so eindeutig wäre.

Vielleicht ist bei Dir einfach die linke Gehirnhälfte aktiver? (Bei mir ist es definitiv die rechte…)

[[http://www.sommer-sommer.com/gehirntest/ Kleiner Test dazu.]]

Der Test behauptet, es wäre eher die rechte Gehirnhälfte, aber schon die erste Frage konnte ich nicht richtig beantworten. Die Tänzerin dreht sich für mich eindeutig in beide Richtungen, die Antwortmöglichkeit hat man aber nicht.

Troilus

Meines Wissens können die allerwenigsten Maler, einschließlich der ganz berühmten, erkennbare Porträts aus dem Gedächtnis zeichnen.

Einfach nach einem Blick aus dem Gedächtnis zu zeichnen ist ja auch schon die Königsliga. Ich scheitere allerdings bereits an viel einfacheren Dingen. Ich kann dir zwar sagen, dass ich eine junge Frau mit grünbraunen Augen, heller Haut und dunklen Haaren bin, dass ich hohe Wangenknochen und einen ausgeprägten Armorbogen besitze, aber ich kann beispielsweise den Schwung meiner Lippen einfach nicht visualisieren, obwohl ich mich täglich mehrmals im Spiegel sehe. Vom ganzen Gesicht ganz zu schweigen.

Aber ich dachte, dass das durchaus in der Norm liegt.

Ich habe einmal einen (leider nicht besonders informativen) Artikel darüber gelesen und meine Freunde ersetzt es in Staunen, so ganz die Norm scheint es also nicht zu sein. Vielleicht kommt es aber häufiger vor, als ich denke. Eine Freundin hat mich mal gefragt, wie ich eigentlich denke, wenn ich nicht bildlich denken kann. Das konnte ich schwer beantworten, ich denke eben, und das funktioniert zum Beispiel normalerweise auch vollkommen sprachlos. Zwar kann ich andere Sinneseindrücke und sprachliche Gedanken einarbeiten, aber üblicherweise läuft das komplett ohne ab. Ob das normal ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Man bekommt immerhin nicht mit, wie andere Menschen denken.

S. wallisii

Einfacheres fiel mir zwar leicht aber ich schätze (auch wenn du sagst du kannst es gar net) du müsstest halt nur etwas mehr üben und könntest schließlich auch effektiv visualisieren. Ich hab damals mit Wörtern Buchstabe für Buchstabe oder, noch einfacher, mit Zahlen angefangen. Einfach zählen und die Zahl dann imaginiär vors Auge zeichnen. Vermutlich nur ein Frage von Konzentration und Geduld und irgendwann gibt's richtige Light-Shows ;-D

Das habe ich versucht, auch sehr konzentriert und lange. Ich kann jede Sinnesempfindung abrufen, nur das Sehen nicht. Natürlich bin ich dabei nicht immer fehlerlos, aber ich kann mir etwas vorstellen. Beim Sehen hingegen – nichts. Absolut nichts. Nicht einmal eine gerade Linie gelingt. Es ist nicht einmal schwarz, es ist eben nichts. Wie jenseits der Grenze des eigenen Blickfeldes. Ich habe keine Zweifel daran, dass man seine Vorstellungskraft verbessern kann, aber kann man von diesem absoluten Nichts zu Etwas kommen? Übung alleine scheint dafür jedenfalls nicht zu reichen. Vielleicht gehe ich es aber auch nicht richtig an.

Skin#nesxtäter


Hm. Interessant.

Ist bei mir genau umgekehrt...Gedanken erzeugen Bilder (sonst könnte ich sie oft gar nicht ausdrücken), alle Sinneseindrücke rufen sofort Bilder hervor. War schon immer so, und ich würde das im Gegenteil sogar gerne hin und wieder abstellen, es kann nämlich durchaus lästig sein, wenn bei jedem Telefonat mit einem Unbekannten vor dem geistigen Auge ein Video mitläuft ;-D ...oder wenn durch Gefühle hervorgerufene Bilder Gefühle verstärken, das ist nicht immer angenehm.

Zeichnen/Malen kann ich aber trotzdem nicht, ganz allgemein fällt es mir sehr schwer, irgendetwas was in meinem Kopf vorgeht, nach draußen zu bringen.

Ich tue mir gerade schwer, mir einen Traum ohne Bilder vorzustellen....

Ob man das trainieren kann? Hm. Bestimmt. Eine Minute Video ansehen, Augen schließen, vor dem geistigen Auge nachspielen. Oder die 3D-Version davon im Alltag, einmal durch die Wohnung laufen, Augen zu, und im Geiste zurücklaufen.

Aber ob man von einem absoluten Nichts zu einem Etwas kommen kann... ":/

Mollienchen

Lustiger Test :-D ...wenn ich ihm glauben darf, sind bei mir beide Hirnhälften annähernd (46:54) gleichbeschäftigt.

RvoktscDho%pf2


Das ist ein interessantes Thema. Wenn mir jemand etwas erzählt, kann ich mir dazu gut bildlich etwas vorstellen. Da habe ich schnell einen Film im Kopf. Aber mir fällt folgendes schwer:

Wenn ich etwas sehe und mir das, was ich sehe, unter passenderen Randbedingungen vorstellen soll. Der Klassiker passiert neulich. Ich hatte hautfarbene Feinkniestrümpfe an, die nicht ganz bis zum Knie gingen, und dann entschloss ich mich spontan, ein reduziertes Kleid anzuprobieren. Das Kleid ging bis zum Knie, und über den Strümpfen waren noch 2 cm Haut zu sehen. Die Verkäuferin sagte "Stellen Sie sich einfach vor, sie hätten blickdichte schwarze Feinstrümpfe an." Und genau das, kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe dann ímmer das Bild, dass ich nicht sehen will, vor Augen.

Wenn mir hingegen eine Freundin erzählt, sie hätte sich ein schwarzes Kleid mit Blumenranken an der Seite gekauft und sie wollte dazu immer schwarze Feinstrumpfhosen und schwarze Pumps anziehen, dann kann ich mir das sehr gut vorstellen, weil ich ja nichts sehe, was ich mir wegdenken muss. Versteht jemand, was ich meine?

Es fällt mir unheimlich schwer, mir eine unvorteilhafte Optik wegzudenken.

Rpotsczhopxf2


"schwarze Feinstrumpfhosen" meinte ich natürlich – nicht Strümpfe.

MSolSlienychexn


@ Lancis

Ich habe gestern nochmal über diesen Test nachgedacht und kam zu dem Ergebnis: Wenn man nicht einigermaßen bekloppt ist, müsste eigentlich meistens die rechte Hirnhälfte oder zumindest Hälfte/Hälfte rauskommen. Denn die Intelligenz, Wort von Farbe zu unterscheiden, haben wohl die meisten. Da ist ja eigentlich nur Konzentration erforderlich.

Dass sich die Tänzerin bei Dir in beide Richtungen dreht, erstaunt mich allerdings. Für mich dreht sie sich nur und ausschließlich nach rechts. Hätte gar nicht gedacht, dass man das auch anders sehen kann. :-o

aber ich kann beispielsweise den Schwung meiner Lippen einfach nicht visualisieren, obwohl ich mich täglich mehrmals im Spiegel sehe. Vom ganzen Gesicht ganz zu schweigen.

Das finde ich in der Tat erstaunlich. Dass man das bei anderen Gesichtern nicht so gut hinkriegt, okay, aber beim eigenen…? ":/

@ Sinnestäter

es kann nämlich durchaus lästig sein, wenn bei jedem Telefonat mit einem Unbekannten vor dem geistigen Auge ein Video mitläuft ;-D

;-D In der Tat. Wenn ich mit Unbekannten telefoniere (bei der Arbeit), entsteht vor meinem inneren Auge auch immer gleich ein Bild, wie die Person aussehen könnte.

@ Rotschopf2

Ich verstehe, was Du meinst. Und ich kann das auch nicht, also, mir was wegdenken und was anderes dafür hindenken. Aus dem Nichts ein komplettes Bild "herstellen" geht dagegen problemlos.

Was ich allerdings wieder gar nicht kann, ist, mir vor einem leeren Raum stehend eine schöne Einrichtung dazu vorzustellen. Da bin ich vollkommen unkreativ.

LSian-Joill


Lustiger Test :-D ...wenn ich ihm glauben darf, sind bei mir beide Hirnhälften annähernd (46:54) gleichbeschäftigt.

Bei mir sind es 47 % zu 53 %, also auch nahezu gleich aktiv.

Scheint als Kind ganz gut geklappt zu haben mit dem Vernetzen der Gehirnhälften. Womöglich hat es auch mit meiner (nur aufs Schreiben bezogen) umgeschulten Linkshändigkeit zu tun?

ZWac(har8iasx M


Lustiger Test :-D ...wenn ich ihm glauben darf, sind bei mir beide Hirnhälften annähernd (46:54) gleichbeschäftigt.

Bei mir sind es 47 % zu 53 %, also auch nahezu gleich aktiv.

Bei mir angeblich auch, im Verhältnis 53 zu 47.

Aber was soll einem dieser Test jetzt sagen können ? Ist man jetzt, ohne einen Fokus auf eine Hälfte, jemand, der nichts so richtig kann ?

Was bringt einem die Erkenntnis, stark links- oder rechtshirnig zu sein, oder eher ein ausgeglichener Typ ?

ontopic:

Direkte, bildliche Vorstellungskraft habe ich auch nicht. Mehr eine ganz dumpfe, verschwommene Art, Dinge im Kopf zu sehen.

M"ollMienchLen


Mir bringt die Erkenntnis, ein rechtshirniger Typ zu sein, eine Erklärung dafür, warum ich im logischen Denken und im Analysieren und im Zahlen-Daten-Fakten-Merken bzw. -Wissen so hundsmiserabel bin.

AjurCorxa


Ich habe beim Test 81 % bei der rechten Gehirnhälfte. Wenn ich mich ganz stark konzentriere schaffe ich es, dass sich die Figur kurzzeitig in die andere Richtung dreht. Ist aber nicht so einfach ;-D

Alles, was ich ohne Vorlage zeichnen kann, habe ich bereits einmal in ähnlicher Form gezeichnet. Ich erinnere mich nicht an das Bild, ich erinnere mich an die Bewegungen meiner Hand. Ich kann ein Portrait nochmals zeichnen, wenn ich es bereits gezeichnet habe, allerdings nur aus der gleichen Perspektive.

Dann kannst du immer noch mehr als ich ;-) Ich kann mir zwar eine Person im Kopf vorstellen (als Erinnerung), aber das Bild nicht in die Bewegung der Hand beim zeichnen übertragen. Wenn ich ein Foto habe, könnte ich die Person niemals aus einer anderen Perspektive zeichnen. Ich kann mir auch schlecht Orte oder Räume vorstellen, die ich noch nicht selbst gesehen habe. Wenn ich mir z.B. die Wohnung einer Person vorstelle, dann fehlt es mir an eigener Phantasie und im Kopf habe ich das Bild einer Wohnung die ich schon von woanders kenne.

Ich denke aber, das ist völlig normal, wenn man kein fotographisches Gedächtnis hat oder sehr viel Kreativität.

Mfolli"ewnch.exn


@ Aurora

Wenn ich mich ganz stark konzentriere schaffe ich es, dass sich die Figur kurzzeitig in die andere Richtung dreht. Ist aber nicht so einfach ;-D

Echt? Ich kann das nicht. Egal, wie sehr ich mich konzentriere, keine Chance... ":/

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