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Mangelnde bildliche Vorstellungskraft

E,hemalIiger NutzNerp (#699x28)


Lewian

Wie ist es denn damit, etwas Abstraktes zu zeichnen? Gar keine Idee? Oder doch? Oder geht das "von der Motorik" her irgendwie?

Die Frage habe ich vorher übersehen. Um sie zu beantworten, das würde gehen. Ich erinnere mich immerhin an viele Zeichenbewegungen, und da ich kein bestimmtes Bild formen muss, könnte ich diese zu einem abstrakten Bild kombinieren. Die Frage ist nur, ob das dann mehr als eine willkürliche, bunte Fingerübung darstellt.

LSewiaxn


Du koenntest es versuchen... und dann mal versuchen, etwas zu produzieren, was dir gefaellt.

Nebenbei, es ist ja schon seit Langem bekannt:

[[http://www.titanic-magazin.de/uploads/pics/card_218154424.jpg]]

EOhemoalig5er Nuktzer G(#6x9928)


Danke, Lewian, ich habe dich auch lieb. :-p

M/o0llienchxen


@ Lewian

;-D

@ Lancis

Das Geräusch von Stuhlbeinen, die über den Boden schrammen, den Geruch nach Holz und Leder, das Gefühl der Sitzfläche oder die Bewegung, mit der ich aufstehe. Alles, nur kein Bild davon.

Witzig, und wenn ich das lese, läuft vor meinem inneren Auge direkt ein Film ab. Ein Tonfilm.

Dass man in Träumen nicht alles so genau und scharf "sieht" wie in Wirklichkeit, halte ich für recht normal. Bei mir ist auch oft einiges verschwommen, Gesichter fehlen, Gegenden sind unklar (Raum? draußen?). Auch die Leute sind oft nicht klar erkennbar, sind halt "irgendwer, den ich kenne", aber ich könnte dann nicht sagen, wer genau das ist.

D:ukeLNukem


Hört sich für mich so an als wärst du als "kreativer schöpferischer Maler" denkbar ungeeignet.

Oder wie willst du es schaffen dir eine Vorahnung vom fertigen Produkt zu schaffen?

Wie ist es wenn du versuchst Landschaften oder Stillleben zu malen? Halt Dinge die jeder schon unzählig oft gesehen hat. Kannst du einen primitiven Baum oder einen Schreibtisch malen, den du noch nie gemalt hast, ohne dir diese Dinge noch einmal anzusehen? Es wäre auch in Ordnung einfach einen bekannten Baum/Tisch leicht abzuwandeln.

D]ukeNxukem


Noch eine Frage, wie unterscheidest du ob etwas richtig oder falsch aussieht. Ich meine, ich vergleiche, wie die meisten Menschen, ständig soll und ist Bild miteinander aber wenn du kein soll hast stelle ich mir das schwer vor. Ein Beispiel, du bestellst im Restaurant ein 200 g Steak, bekommst aber nur 100 g. Wie fällt dir das auf? Mir würde es sofort auffallen denn ich habe schon einmal ein 200 g Steak gesehen und vergleiche geistig, völlig automatisch und ohne Anstrengung, das Neue mit dem Alten. Also ich guck auf den Teller und sehe die haben mich beschissen :-o

und was machst du? Nimmst du das dann in die Hand und wiegst es oder misst die Dimensionen in Fingerbreiten ab und berechnest das Volumen? Oder beschwerst dich nach dem Verzehr, als dir klar wird das du noch hungrig bist? :-D

Tut mir leid wenn du das grad gar nicht witzig findes, musste beim schreiben nur ziemlich schmunzeln es interessiert mich aber ernsthaft. Wie meisterst du solche Alltagssituationen?

Edhema1liger GNut<zer (#6$9x928)


Mollienchen

Dass man in Träumen nicht alles so genau und scharf "sieht" wie in Wirklichkeit, halte ich für recht normal. Bei mir ist auch oft einiges verschwommen, Gesichter fehlen, Gegenden sind unklar (Raum? draußen?).

Ja, eine gewisse Verschwommenheit halte ich auch für normal. So geht es mir bei anderen Dingen im Traum. Ob jemand eine Frau, ein Mann oder eine Coladose ist, lässt sich manchmal nicht so genau sagen und ist oftmals auch nicht weiter wichtig. Aber was Bilder angeht, so sind sie eben nicht verschwommen, sondern eben – einfach nicht da.

DukeNukem

Halt Dinge die jeder schon unzählig oft gesehen hat. Kannst du einen primitiven Baum oder einen Schreibtisch malen, den du noch nie gemalt hast, ohne dir diese Dinge noch einmal anzusehen?

Das kommt darauf an. Ich kann Dinge kombinieren, die ich bereits einmal gemalt habe. Ich habe Blätter und Zweige bereits oft aus vielen Perspektiven gezeichnet, darum kann ich auch einen beliebigen Baum gestalten. Oder ich kann einen Schreibtisch mit Verzierungen versehen, die ich bereits in einem anderen Zusammenhang gezeichnet habe. Alles, was bei mir neu erscheint, ist in Wahrheit nur eine Kombination aus Dingen, die meine Hand bereits einmal auf Papier gebannt hat. Ich muss die Form mit der Hand kennen. Das heißt, ich kann einen Rosenstrauch auf einem Bild beliebig abwandeln, indem ich Blätter, Blüten und Äste neu kombiniere, aber ich kann ihn nicht einfach durch Passionsblüten ersetzen, obwohl ich diese schon oft gesehen habe, weil ich sie eben zeichnerisch noch nicht kenne.

Tut mir leid wenn du das grad gar nicht witzig findes, musste beim schreiben nur ziemlich schmunzeln es interessiert mich aber ernsthaft. Wie meisterst du solche Alltagssituationen?

Schon in Ordnung, ich kann verstehen, wenn es etwas schräg wirkt. Wie bereits gesagt, ich habe seltsamerweise keine Probleme mit dem Wiedererkennen. Im Gegenteil, ich bin darin überdurchschnittlich gut. Deswegen bin ich auch der Ansicht, dass ich eben doch irgendeine Art von Bild speichern muss und vielleicht lernen könnte, es auch wieder hoch zu holen. Wenn wir zum Beispiel ein menschliches Gesicht her nehmen, so gibt es oftmals mehr als eine Person, auf die eine nicht-bildliche Informationen passt. Ich erkenne sie aber dennoch problemlos.

Das mit dem Messen mache ich übrigens trotzdem. Ich kenne alle möglichen Maße an meinem Körper und gebrauche das zum Vergleich. ;-D Aber das ist wohl einfach ein Tick von mir, keine Bewältigungstrategie. Wenn man vom Zeichnen absieht, wirkt es sich nach außen hin nicht weiter aus.

MHolliqenchen


@ Lancis

Sehen ist allerdings unmöglich. Es ist mehr das Gefühl einer sichtbaren Umgebung, eine Idee gewisser sichtbarer Merkmale. Ich fühle, welche Farbe ein Gegenstand haben sollte, aber ich kann die Farbe nicht sehen. Es ist so, als würde ich nun die Augen schließen und mir das Zimmer vorstellen, in dem ich mich gerade befinde. Ich weiß, welche Farbe die Wände haben oder welcher Stelle eine Pflanze steht, auch wenn ich es nicht sehen kann. Auf diese Weise träume ich auch.

Das finde ich total interessant. Deine Art zu träumen lässt ja Rückschlüsse auf Deine Wahrnehmung zu. Im wachen Zustand siehst Du ja durchaus, aber der "Informationsgehalt" Deiner Umgebung läuft bei Dir durch ganz spezielle Kanäle. Und das, was durch die Kanäle durchkommt, ist dann auch das, woraus sich Deine Träume formen. Und das ist definitiv anders als bei mir.

Ich würde fast behaupten, bei Dir läuft es digital und bei mir eher analog… Schlechter Vergleich, fiel mir aber grad so ein.

DpukeQNukexm


Interessant, interessant...

ist in Wahrheit nur eine Kombination aus Dingen

Diese Antwort habe ich befürchtet, aber mir geht es nicht um Kombination sondern um Deformation. Deformation indem du einen Teil deiner Konzentration darauf verwendest dich während des malens selbst zu beobachten und eine bekannte Linienführung gezielt beeinflusst. Bsp. Seitenverhältnisse ändern, etwas massiger aussehen lassen, Knicke/Verrundungen einbauen etc.

Deswegen bin ich auch der Ansicht, dass ich eben doch irgendeine Art von Bild speichern muss und vielleicht lernen könnte, es auch wieder hoch zu holen.

Der Meinung bin ich allerdings auch.

Wenn wir zum Beispiel ein menschliches Gesicht her nehmen, so gibt es oftmals mehr als eine Person, auf die eine nicht-bildliche Informationen passt.

Menschliche Gesichter zählen nicht, denn die sind ein Sonderfall.

L!ewixan


Lancis

Das hier...

Du koenntest es versuchen... und dann mal versuchen, etwas zu produzieren, was dir gefaellt.

...war eigentlich nicht als Witz gemeint. Wer weiss, vielleicht gibt es dir irgendeine mit dieser Sache verbundene interessante Erfahrung, wenn du das ganz bewusst versuchst und waehrenddessen versuchst, selbst bewusst mitzubekommen, was dein Vorstellungsvermoegen dabei so tut.

S&. w6alli:sii


Beim Sehen hingegen – nichts. Absolut nichts. Nicht einmal eine gerade Linie gelingt. Es ist nicht einmal schwarz, es ist eben nichts. Wie jenseits der Grenze des eigenen Blickfeldes. Ich habe keine Zweifel daran, dass man seine Vorstellungskraft verbessern kann, aber kann man von diesem absoluten Nichts zu Etwas kommen? Übung alleine scheint dafür jedenfalls nicht zu reichen. Vielleicht gehe ich es aber auch nicht richtig an.

vllt ist dein rationaler Teil, der sagt die Augen sind zu also seh ich nix, einfach zu stark^^

hm.. Eine Kerzenflamme im dunkeln angestarrt und dann die Augen geschlossen hinterlässt ein Bild das sehr langsam verschwindet bis man nimmer sicher ist ob man jetzt noch was sieht oder nicht, vllt lässt sich diese unsichere Phase zwischen noch-sehen und einbilden ja nutzen um ne Übungsgrundlage zu finden.

E<h4emaligerA Nut+zer (#x69928)


Mollienchen

Deine Art zu träumen lässt ja Rückschlüsse auf Deine Wahrnehmung zu. Im wachen Zustand siehst Du ja durchaus, aber der "Informationsgehalt" Deiner Umgebung läuft bei Dir durch ganz spezielle Kanäle. Und das, was durch die Kanäle durchkommt, ist dann auch das, woraus sich Deine Träume formen. Und das ist definitiv anders als bei mir.

Ich würde fast behaupten, bei Dir läuft es digital und bei mir eher analog… Schlechter Vergleich, fiel mir aber grad so ein.

Ich funktioniere sozusagen in Einsen und Nullen? ;-D Was meine Wahrnehmung angeht, so ist es vielleicht erwähnenswert, dass mein Sehsinn schlecht ausgeprägt ist. Ich bin kurzsichtig und kann mich an keine Zeit erinnern, in der ich es nicht war. Da man es mir nicht angemerkt hat, bekam ich erst später eine Sehhilfe, und da ich weder mit Brillen, noch mit harten Kontaktlinsen zurecht kam, verzichtete ich auf ihren Gebrauch. Erst seit ich als Erwachsene weiche Kontaktlinsen entdeckte, verlasse ich mich auf eine Sehhilfe. Im Kontrast dazu sind Hör- und Geruchssinn stark ausgeprägt. Vielleicht besteht da ein Zusammenhang.

DukeNukem

Diese Antwort habe ich befürchtet, aber mir geht es nicht um Kombination sondern um Deformation. Deformation indem du einen Teil deiner Konzentration darauf verwendest dich während des malens selbst zu beobachten und eine bekannte Linienführung gezielt beeinflusst. Bsp. Seitenverhältnisse ändern, etwas massiger aussehen lassen, Knicke/Verrundungen einbauen etc.

Ich kann das nicht zielgerichtet tun. Wenn ich wirklich eine bisher unbekannte Abwandlung zeichnen möchte, läuft es nach Versuch und Irrtum ab. Meist wird es zugegebenermaßen eher ein Irrtum. Mit Farben funktioniert es etwas besser als mit Formen.

Lewian

Das hier...

Du koenntest es versuchen... und dann mal versuchen, etwas zu produzieren, was dir gefaellt.

...war eigentlich nicht als Witz gemeint.

Ich habe es auch nicht als Scherz verstanden, sondern als umsetzungswürdigen Vorschlag. Ich bin mir bloß nicht sicher, wie ich beginnen soll. Wenn ich normalerweise eine Zeichnung anfertige, habe ich einen bestimmten Anhaltspunkt, welche Formen und Farben ich verwenden soll. Das fehlt mir bei einer solchen Aufgabe, aber genau diese Schwierigkeit sollte hilfreich sein, nicht?

S. wallisii

Eine Kerzenflamme im dunkeln angestarrt und dann die Augen geschlossen hinterlässt ein Bild das sehr langsam verschwindet bis man nimmer sicher ist ob man jetzt noch was sieht oder nicht, vllt lässt sich diese unsichere Phase zwischen noch-sehen und einbilden ja nutzen um ne Übungsgrundlage zu finden.

Möglicherweise. Ich bin mir nicht sicher, ob ich eine solche Phase habe, habe aber auch noch nie darauf geachtet. Ich werde es versuchen.

L,ewiahn


aber genau diese Schwierigkeit sollte hilfreich sein, nicht?

Ich weiss es nicht... war bloss eine spontane Idee. Aber klar, du musst irgendwelche Entscheidungen da treffen, und dann kannst du dich fragen, wo kommen die hier, wie fuehlen die sich an? Und wenn du da kein klares Gefuehl hast, kannst du irgendwas machen, und sei es, dass es sich wie zufaellig anfuehlt.

M#oll9ie;nchen


@ Lancis

Ich funktioniere sozusagen in Einsen und Nullen? ;-D

So in der Art. :-D Mir fiel kein besserer Vergleich ein… Ich finde, Du bist halt eher verstandesgeleitet als gefühlsgeleitet, und dazu passt eben auch (finde ich) Deine spezielle Art der Wahrnehmung.

Aber das hier

Was meine Wahrnehmung angeht, so ist es vielleicht erwähnenswert, dass mein Sehsinn schlecht ausgeprägt ist. Ich bin kurzsichtig und kann mich an keine Zeit erinnern, in der ich es nicht war. Da man es mir nicht angemerkt hat, bekam ich erst später eine Sehhilfe, und da ich weder mit Brillen, noch mit harten Kontaktlinsen zurecht kam, verzichtete ich auf ihren Gebrauch. Erst seit ich als Erwachsene weiche Kontaktlinsen entdeckte, verlasse ich mich auf eine Sehhilfe. Im Kontrast dazu sind Hör- und Geruchssinn stark ausgeprägt. Vielleicht besteht da ein Zusammenhang.

könnte durchaus ein Grund dafür sein. Das Nicht-so-gut-sehen-können hat Deine anderen Sinne mehr ausgeprägt, und wenn das in der ohnehin prägenden Kindheit passiert ist, hat sich das Gehirn halt jetzt so dran gewöhnt.

D5orian Dn. Darjkb[looxm


Am besten rufe ich in meinem Geist Bilder, Körper und Formen hervor, wenn ich auf eine weiße Wand starre; sobald ich die Augen schließe, gelingt mir da nicht mehr viel. Hat aber alles seine Grenzen, wirklich detailliert und räumlich kann ich mir nur Einzelsachen vorstellen: einen bestimmten Flugzeugtyp, ein markantes Haus, etc... bei Szenerien schaffe ich nur ein flüchtiges Abbild; will ich es fokusieren, verblasst es. Und es schleichen sich auch immer Fehler ein, Augenfarben kann ich mir ums Verrecken nicht merken. Hat meine Freundin blaue, braune oder grüne? Ich weiß es wirklich nicht!

Vielleicht kannst du deine bildliche Vorstellungskraft so steigern: auf ein Blatt Papier schauen, eine Form mit den Augen nachzeichnen und warten ob sich ein innerlicher Trainingseffekt einstellt.

Färbt sich deine Prägung eigentlich auch auf deinen Literaturgeschmack ab?

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