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Angst vor Termin bei Psychologe

SMunf^lowNer_x73


Und Bedingung dafür, dass die Krankenkasse halt eine Therapie zahlt. ;-)

ClolchSicin


@ Sunflower

Danke, dann frage ich Montag direkt mal nach dem FOrmular. Bewilligung der Therapie sei laut meiner Therapeutin kein Problem. Sie meinte selbst mit dem SVV hätte ich schon Grund genug zur Therapie (der erwähnte sie nochmal, weil ich eingangs mein Gefühl nicht behandlungsbedürftig genug zu sein erwähnt hatte)... Sie meinte ich hätte da so einige Baustellen. Sie hat mir auch schon einen Termin für einen permanenten Platz vorgeschlagen.

@ Lewian

Die Information darin ist bloss, dass das als Krankheit angesehen wird.

Genau das ist ja das schlimme ;-) Etwas, von dem ich dachte "das bin ich, das ist einfach ein Teil meiner Persönlichkeit" ist jetzt auf einmal eine nach irgndwelchen richtlinien definierte Krankheit.

M8olli5enchexn


Na ja, Du bist ja nicht nur Deine Krankheit. Die Krankheit verstärkt bestimmte Verhaltensweisen höchstens bis in ein ungesundes Maß hinein.

Ich behaupte mal ganz kühn, dass die meisten Eigenschaften, die beispielsweise ein Borderliner hat, in bruchteilhafter, zumindest abgeschwächter Form auch den meisten Nicht-Borderlinern bekannt sind. Und nur dass man damit nicht immer (oder manchmal auch nie) umgehen kann, macht dann die Krankheit aus.

(Falls ich da jetzt Schwachsinn von mir gegeben hatte, möge man mich bitte korrigieren…)

Snu)nflopwe7r_7x3


Die Krankheit ist nur ein Teil – und trotz "typischer Symptome" hat jeder Patient immer noch eine eigene Persönlichlichkeit. Die mal noch deutlich ist, die manchmal ein wenig im Symptomchaos untergeht. Aber die Person ist immer noch da irgendwo zu finden. Und Ziel ist es halt, dass die Person wieder rauskommt und quasi die Kontrolle hat, und nicht die Krankheit.

Therapiebewilligung:

Außer nach Jahren in Therapie etc. ist eine Bewilligung (bei GKV-Patienten) echt NIE ein Problem. Man muss als Therapeut den Antrag halt gut formulieren und begründen, aber das hat man ja auch gelernt.

@ Mollienchen:

Alles korrekt. Man schaltet eine Krankheit ja auch nicht an oder aus, soll heißen: Es gibt fließende Übergänge. Von kaum vorhanden bis hin zu heftig = Krankheit. Aber die entsprechenden Gefühle etc. kennt jeder. Nur schwächer, ober besser kontrollierbar, oder oder oder. ;-)

N&uracrihxyon


Trotzdem verliert man total das Gefühl für das eigene Sein oder auch Nichtsein. Bestimmte besonders stark oder besonders schwach ausgeprägte Charaktereigenschaften könnten durchaus stark beeinträchtigt werden. Vielleicht ist man nicht mehr introvertiert, schüchtern, und zurückhaltend sondern das genaue Gegenteil.

Zugegeben, in dem Ausmaß ist das sicher unwahrscheinlich, aber du verstehst den gedankengang. Ich finde das erschreckend, sehr sogar. Und wenn man sich selbst verändert, könnte sich auch alles andere verändern. es könnte Einfluss nehmen auf Beziehungen zu Freunden und Familie, zu Bekannten und Kollegen. Ansprüche können entstehen und schwinden an das gesamte persönliche Umfeld.

Natürlich ist meine Sichtweise extrem subjektiv eingetrübt dadurch, dass´dieses ganze vermeintliche Chaos auch vor mir liegt.

Ich hasse, hasse, hasse Veränderung. Selbst Veränderungen zum (objektiv) Besseren sind erstmal mit negativen Gefühlen behaftet. ":/

Leider bleibt nicht viel mehr als es zu probieren und auf das Beste zu hoffen. So wie es ist kann es eh nicht weitergehen, und schlimmer kommen kann es eh kaum noch. Geben wir der Sache halt ne Chance, oder?

Siunfldowerx_73


Therapie geht natürlich IMMER mit Veränderung einher. Und ja, diese wirken sich ggf. auch auf das Umfeld aus.

Aber diese Entscheidungen trifft man bewusst. Nur, weil eine Veränderung sinnvoll wäre (z.B. Klärung von Konflikten mit anderen) heißt es ja nicht, dass man es machen muss. Wenn mans ich bewusst dagegen entscheidet, dann ist das so. Dann entscheidet man sich bewusst halt dafür, mit allen Konsequenzen.

Völlig verdreht kommt man dennoch nicht aus einer Therapie.

Und man sollte auch bedenken: Es gibt ja auch GRÜNDE, weswegen man überhaupt krank geworden ist. Wenn die mit im Umfeld liegen, dann geht es manchmal nicht ohne Veränderungen dort. Ohne Gespräche mit den betreffenden Personen, oder oder oder.

Aber möchte man SO weiterleben, wie es aktuell ist?

Klar macht Veränderung Angst (ich mag's auch nicht!). Aber NEU ist nicht immer schlecht. Man kann manches ja auch einfach mal PROBIEREN und dann sagen: Nee, ist nicht meins.

Aber es geht darum, die FREIHEIT zu haben, sich für oder gegen best. Dinge entscheiden zu können. Statt jetzt quasi in der "Zwangsjacke" der Krankheit nur auf ungesunde weise reagieren zu können und keine Alternativen zu haben. ;-)

Nix passiert schlagartig und unkontrolliert. Und wenn man erstmal anfängt, lässt die Angst auch nach. Oder man schaut erstmal, warum eine Veränderung Angst macht.

Meollzien8chexn


@ Nurarihyon

Ich denke, was Du schreibst, ist der Grund für viele, nichts zu ändern, obwohl es so, wie es ist, eigentlich nicht der Hit ist.

Auch denke ich aber, dass viele sich mögliche Folgen und Veränderungen viel gravierender und einschneidender ausmalen, als sie nachher sind. Es können natürlich gravierende Änderungen eintreten, aber in den meisten Fällen (behaupte ich mal wieder so…) ist das gar nicht so.

Ich selbst habe jedenfalls den Eindruck, dass meine Therapie mir das Leben in den vorhandenen Strukturen erleichtert hat. Mein Leben "über Bord" geworfen habe ich nicht und ich glaube auch nicht, dass das noch kommt. Ja, die eine oder andere Freundschaft ist über Bord gegangen, aber das geht in Ordnung.

Und wenn noch eine gravierende Änderung kommt, dann definitiv erst dann, wenn ich dazu innerlich völlig bereit bin. Vorher zwingt mich ja keiner, was zu ändern. Auch Dich nicht.

Von Sunflower_73

Aber es geht darum, die FREIHEIT zu haben, sich für oder gegen best. Dinge entscheiden zu können. Statt jetzt quasi in der "Zwangsjacke" der Krankheit nur auf ungesunde weise reagieren zu können und keine Alternativen zu haben.

Genau so ist es. :)z

aiudg2x33


Ich erinnere mich an die "Frühzeit" des Borderline, als plötzlich in den einschlägigen Frauenzeitschriften dieses Thema um 1986-/87 aufkam: Geschichte: eine hoch angesehene und sehr gut bezahlte Mitarbeiterin in einer Firma, auf der einen Seite die "Power-Frau"; dann der totale Umschwung fast im Minutenabstand auf völlig am Boden zerstört. Mag sein, man hat die Geschichte ein wenig für die Zeitschrift aufgepeppt; der Kern wird richtig sein. Die Geschichte machte unter den Therapeutinnen in der Reha-Klinik die Runde; und siehe da, plötzlich kamen in den Balint-Gruppen die Fragen, ob diese Patientin nicht doch "Borderline" ist? Kurz darauf erschien auch Fachliteratur in deutscher Sprache; eine Professorin hatte ihre eigene Lebensgeschichte aufgearbeitet.

Damalige Schlussfolgerung: Borderliner sind Menschen mit exellenten Fähigkeiten. Ihr einziger Nachteil ist, dass sie nicht rechtzeitig genug die Kurve vor einem Absturz hinbekommen. Das aber bitte nur als sehr weitgefasste Erklärung ansehen.

Es wäre eine interessante Forschungsaufgabe, wieviel bis 1970 in Ruhestand gegangene Führungspersönlichkeiten diesem Borderline-Typ zugerechnet werden könnten.

I_ndivcidumalisxt


Einerseits ist es eben dieses – das ist echt ne Krankheit und nicht nur meine persönliche Macke. Das ist einerseits irgendwie beruhigend – dass ich mir das nicht nur einbilde, andererseits extrem beängstigend weil der Stempel "Krankheit" das erstmal zentnerschwer werden lässt für mich.

Andererseits ist es echt dieses "Was bin ichdenn dann noch, wenn das alles nur meine Krankheit ist? Was bin denn dazwischen noch ICH?"

Nachvollziehbare Gedanken. Ein wenig ist daran wohl auch der Begriff "Krankheit" schuld, der bei uns allen mit Vorstellungen aus der Körpermedizin verknüpft ist. Und da gibt es eben auch welche, die nicht so passend sind.

So wäre es zum Beispiel inadäquat, sich eine seelische "Krankheit" wie einen in mir wuchernden Tumor vorzustellen, etwas Fremdes, das nicht zu mir gehört. Dadurch würde der Therapeut in der Vostelluing zum Chirurgen, der mir etwas "wegschneidet", verbunden mit der Angst: schneidet er zu wenig weg, kann die Krankheit erneut Macht über mich gewinnen; schneidet er zu viel weg, "geht er mir an die Substanz", und ich bin nicht mehr ich. Nein, das wäre eine ziemlich unpassende und unproduktive Assoziation.

Passender erschiene mit da schon das Bild von der seelischen Krankheit als einer "Verrenkung" oder Blockade. Damit käme dem Therapeuten die Funktion eines Chiropraktikers zu, der mich "wieder einrenkt". Diese Vorstellung impliziert: trotz Krankheit bin ich das alles selbst, da ist nichts "Fremdes" in mir, was "entfernt" werden muss. Es wird nur "gerichtet", so dass ich mich wieder freier und ohne Schmerzen bewegen kann.

Auch wenn das zweite ein sehr viel passenderes und auch irgendwie schöneres und produktiveres Bild ist, hat auch dieses noch einen gravierenden Fehler: es impliziert, dass der Therapeut behandelt, und der Patient (lat. "aushaltend", "ertragend") passiv "mit sich machen" lässt. Aber so ist es ja nicht in der Psychotherapie. Dort nennt man die Patienten zumeist aus gutem Grund lieber anders, z.B. "Klienten". Denn sie machen ja die Hauptarbeit! Der Therapeut gibt "nur" Anregungen, Anleitung, Hilfestellung und einen geschützten Raum. Damit ist auch gesagt, dass nichts geschieht, was man nicht selbst kann oder will.

Vielleicht ist deshalb das treffendste Vergleichsbild aus der Körpermedizin dasjenige einer Reha-Maßnahme: Auch dort macht der Patient die Hauptarbeit, und auch dort geht es, wie in der Psychotherapie, darum, "Beweglichkeit" (im weitesten Sinne) und Handlungsspielräume zu erweitern. Aber nicht darum, aus einer Person eine andere Person zu machen.

Srunflow;er_7x3


@ Individualist:

:)^

Wg. dem "Krankheits"-Begriff nennt man psychische Dinge ja auch "Störungen". Um von dem Konzept wegzukommen.

Ansonsten: Therapie ist das, was in den 6 Tagen und 23 Stunden zwischen den Sitzungen passiert. Was man umsetzt von dem Input der Sitzung.

Ohne eigene Mitarbeit geht nix; Passivität ist nicht. ;-)

C,olchiCcixn


@ Individualist

Das hast du schön formuliert @:)

So fühlt es sich irgndwie besser an. Den Tumorvergleich hatte ich auch shconmal angebracht, was weiter vorne im Faden ;-) Irgendwie weiß ich ja, dass nicht irgendwas "wegtherapiert" wird, sondern ich lernen muss mit gewissen Dingen umzugehen. Nur ist es eben eine Veränderung, und ein Schritt ins Dunkel, da ich nicht weiß wie genau das passiert.

Ich hab tierische Angst vor der Veränderung – so schlimm es jetzt zeitweise doch ist, ist es doch ein bekanntes Leid und deswegen eines mit dem ich mich arrangiert habe. Nur wird in der Therapie natürlich auch all das aufgearbeitet was ich vllt verdrängt habe und verhaltensweisen werden analyisert. Das ist gruselig für mich. Aber irgendwo weiß ich auch dass mir das gut tun wird auf lange Sicht. Diese Einsicht ist nur noch nicht so dominant wie die Angst vor der Veränderung, aber ich hoffe dass sich das mit der Zeit gibt.

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