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Angst vor Termin bei Psychologe

Mhollpiencxhen


@ Colchicin

Das, was "übrig bleibt", wenn die aktuelle Denke (in einer Therapie) überarbeitet wird, ist das eigentliche "Ich". Das kann am Anfang erschreckend wenig sein, aber es ist die einzig wirkliche Basis, um sich selbst weiter auf- und auszubauen.

Mir wurden in meiner Therapie so einige Teile von mir "weggenommen", worunter ich anfangs schrecklich litt, aber einige Jahre nach der Therapie fängt es spürbar an, mir besser zu gehen. Ich komme mir selbst immer näher.

Und ich habe, als ich mich um eine Therapie gekümmert habe, auch geglaubt, ich wäre da sicherlich einer der leichtesten Fälle und nehme "echten" Fällen grad einen Platz weg. Meine Therapeutin hat mir klargemacht, dass das durchaus nicht der Fall war. Natürlich gibt es viel, viel schlimmere Fälle als mich, aber Grund genug für eine Therapie hatte ich in jedem Fall.

Und das hier

Es geht um Depressionen, beginnende ES, evtl Panikattacken.

langt locker für 'ne Therapie.

Und wie hier schon gesagt wurde, ein Psychologe verschreibt keine Medikamente. Außerdem kann Dich kein Mensch zwingen, welche zu nehmen, das liegt am Ende ja immer noch in Deiner Hand.

Dazu summiert sich dann, dass ich sagen muss dass ich einen Termin möchte ( =Hilfe brauche) UND ich muss sagen was ungefähr los ist. Horror.

Davor habe ich auch ewig rumgeeiert. Und dann habe ich mir gesagt, dass die Person, die ich anrufe, vermutlich täglich zwischen 20 und 100 derartigen Anrufen kriegt und wohl kaum ausgerechnet über mich staunen wird. Denn so ist es ja.

C|olchxicin


Warum klingt das eher nach Psychiater? Weil ich Zeit mitbringen soll?

Ich weiß es gerade gar nicht was genau das fr ein Arzt is, aber ich werde nachfragen...

Anrufen wenn Leute zuhören kann ich leider noch weniger. Warum wurden eigentlich Brieftauben abgeschfft, das war so schön unpersönlich

Und was genau meinst du mit Bauchgefühl bei der Wahl? Im Endeffekt macht man doch nen Termin, wartet mitunter Monate drauf und DANN kann man erst zum Termin sehen was das für einer ist... oder nicht?

C8olcMh@icixn


@ Mollienchen

Hm. Das klingt zumindest genau nachdem wovor ich Angst habe.

Ich hab früher nie verstanden, warum mädels mit MS so an ihrer "Ana" festgehalten haben. Mittlerweile kann ich nachvollziehen, dass man so einen zentralen Pfeiler seines Lebens irgendwie nicht abgeben kann, auch wenn er noch so zerstörerisch ist. Ich sehe zumindest das Problem dabei.

Und dann habe ich mir gesagt, dass die Person, die ich anrufe, vermutlich täglich zwischen 20 und 100 derartigen Anrufen kriegt und wohl kaum ausgerechnet über mich staunen wird. Denn so ist es ja.

Das stimmt wohl. Trotzdem komme ich mir da so vor als wäre ich da die mit den geringsten Problemen wenn ich da anrufe und alle andern "wirkliche" Gründe haben und sozusagen mit offenen Armen empfangen werden.

S(unflsoDwerx_73


Ja, wg. der Wartezeit. Psychologen arbeiten im Stundenrhythmus, d.h. man kommt hin und ist dran. Vielleicht verzögert sich eine vorausgehende Sitzung etwas, weil jemand eine Krise hat und es mal etwas länger dauert.

Aber man wird nie Wartezeit mitbringen müssen, weil es halt diesen Stundenrhythmus gibt.

Mach' Dich einfach mal grundsätzlich schlau, auch über die versch. Therapieverfahren. Frag' den Arzt, ob er "richtige" Sitzungen anbietet oder eben nur so stützende Kurzkontakte.

Bauchgefühl:

Gute Therapeuten handhaben es so, dass sie einen Ersttermin VOR Aufnahme auf die Warteliste anbieten. Auf den man meist auch etwas wartet. Und der auch keine Garantie ist, dass die Chemie langfristig stimmt. Aber oft merkt man schon beim ersten Kontakt, ob es geht oder gar nicht. Die Feinheiten zeigen sich erst später, aber so diese erste Entscheidung ist schonmal wichtig.

M_olli3enchen


@ Colchicin

Stell Dir Dein aktuelles Psychokonstrukt wie eine Droge vor, von der Du abhängig bist, und Du willst davon jetzt weg. Das geht nicht mit Schulterzucken und ohne Angst vorm Wegsein des vermeintlich "Positiven", was die Droge einem bringt.

Ich empfinde das Konstrukt, in dem ich da gesteckt habe, rückblickend als Fessel, die sich nun langsam löst.

Trotzdem komme ich mir da so vor als wäre ich da die mit den geringsten Problemen wenn ich da anrufe und alle andern "wirkliche" Gründe haben und sozusagen mit offenen Armen empfangen werden.

Wenn Du am Telefon sagst: Depression, beginnende Essstörung, Angststörungen wird Dir da keiner sagen "Ach, bleiben Sie uns fern…" Garantiert nicht.

Ich habe angerufen und gesagt: Depressionen, Minderwertigkeitskomplexe, soziale Phobie. Das hat gereicht.

Und ich habe das vermutlich in einem ziemlich sachlichen, kühlen Ton gesagt – als würde ich gar nicht für mich selbst anrufen, oder als spräche ich von Zahnschmerzen (war so meine Art damals), und trotzdem haben die nicht gedacht, dass ich Mist erzähle.

C@olchi:cxin


Aber man wird nie Wartezeit mitbringen müssen, weil es halt diesen Stundenrhythmus gibt.

Nene, ich glaub du hast mich missverstanden ;-)

Wenn ich so ohne Termin gehe, müsste ich ne längere Wartezeit in Kauf nehmen. Wenn ich zu meinem Termin komme soll ich viel Zeit mitbringen weil die Sitzung dann erstmal länger angepeilt ist!

C0ol4chicxin


@ Mollienchen

Na das macht ja schonmal Mut, falls ich doch noch irgendwann selbst anrufen muss. Nun hat das ja mein Kumpel für mich gemacht und einen Termin ausgemacht für Februar...

M4olliCenchexn


So wie Sunflower_73 es beschreibt, war es bei mir auch. Erst Vorgespräch, dann auf Therapieplatz warten.

Noann:iE77


Das mag jetzt auch sehr naiv sein, aber eben genau dieses "Meine Bedürfnisse unter andere stellen", Grübeln etc, das erscheint mir als teil von mir. Das ist es (unter anderem natürlich) was mich ausmacht. Und das wird dann verändert oder modifiziert oder irgendwie sowas...

Vor Medikamenten habe ich besondere Angst. Die machen zwar keinen andere Menschen aus mir, aber allein "Stimmungsaufhellende" Medikamente – da gruselt es mich schon. Wenn meine Stimmung von mir aus nicht so ist, dann will ich doch auch keine medis nehmen die das bewerkstelligen. Liegt vllt auch daran, dass ich unter der Pille unter extremen NW gelitten habe, unter anderem ging es mir da eben auch so schlecht wie jetzt, nur dass es dann besser wurde als ich absetzte und dachte, dass dann eben alles wieder gut würde. Deswegen habe ich vor anderen solchen medikamentösen Hämmern großen Respelt und möchte da eher einen großen Bogen drummachen

Naja das grübeln ist ja nicht unbedingt weg, es ist nur anders. ;-) Und es wird ja auch nur das verändert was du wirklich willst. Es kann dich ja keiner Zwingen anders zu werden, aber das ganze mal aus einem anderen Blickwinkel sehen ist nicht unbedingt verkehrt.

Das ist klar ein langer Prozess ich geh jetzt über 2 Jahre in Therapie, war fast 3 Jahre krank zu hause weil ich gar nichts mehr geschafft hab. Aber mitlerweile kann ich wieder arbeiten gehen. Ohne die Veränderung, die Therapie könnte ich das nicht.

Und wegen den Medis, die Pille hat auch ein Monster aus mir gemacht, ich kann den Gedanke gut verstehen. Aber ein AD kannst du damit nicht vergleichen. Ausserdem sagt ja auch keiner das du unbedingt welche brauchst. Andererseits wenn man eins nimmt und merkt "hoppla jetzt passiert was komisches" bespricht man das mit dem Arzt und bekommt was anderes. Das ist nicht wie beim FA der dann sagt "nee das kommt nicht von der Pille!" ;-)

S{olaxia


Ich habe selbst zur Zeit ziemliche Probleme, von denen nur einer ganz genau bescheid weiß und ich kenn den auch nur aus dem Internet, aber weiß trotzdem über alles bescheid!

er meinte auch, dass ich schnellstens einen psychologen aufsuchen muss (ich habe regelmäßige Panikanfälle, starke Stimmungsschwankungen oder das problem niemanden zu vertrauen)

Ich würde dir raten auf jedenfall zu einem psychologen zu gehen, ich war vor 4 jahren bei einem und es hat mir etwas geholfen (bis sich von der vergangenheit wieder eingeholt worden bin)

ich hab selbst angst vor pychologen und weigere mich bzw. tu alles dagegen nicht zum psychologen gehn zu müssen (z.B wissen meine eltern nichts von meinen problemen), aber ich merke selbst wie es anfängt einen zu zerstören!

ich versichere dir, ein termin beim psychologe ist, dass vernünftgiste was du tun kannst, fress dich nicht in deine probleme ein!

S6unf7lowe&r_73


Achso... Wobei länger als eine Stunde eigentlich selten ist – fordert einfach auch viel Konzentration. Aber lass' Dich überraschen!

Bzgl. Medikamente:

MÜSSEN tust Du gar nix. Aber vielleicht ergibt sich der Punkt, wo Du wirklich hart arbeitest in der Therapie und es trotzdem "hakt". Dann wirst du vielleicht selber auf die Idee kommen... oder Dir den Vorschlag nochmals durch den Kopf gehen lassen.

"Stimmungsaufhellende" Medikamente wirken auch keine Wunder. Und erst recht nicht extrem und schlagartig. Oft merkt man die Wirkung nur indirekt: Durch weniger Grübeln, mehr Lust Dinge zu unternehmen. Oder einfach durch das Gefühl, sich wieder "wie früher" zu fühlen. Bevor die Problem akut wurden.

Und auch unter Antidepressiva hat man normale "schlechte Laune". Nur weniger absolute Tiefs. Es sind keine "Happy Pills".

C|olc?hic^in


Also so wie ich es jetzt verstanden habe, schleppen die mich erstmal zum Allgemeinmediziner (Problem wurde am Telefon geschildert und es ist anscheinend ok dass ich deswegen vorbei komme), damit der mir ne Überweisung gibt? Oder x Sitzungen bei nem Psychologen verschreibt? Keine Ahnung, muss morgen nochmal genau nachfragen. Termin ist wie gesagt irgendwann im Februar.

@ Nanni

Andererseits wenn man eins nimmt und merkt "hoppla jetzt passiert was komisches" bespricht man das mit dem Arzt und bekommt was anderes.

Ja das ist schon richtig, aber das beinhaltet, dass man erstmal die Veränderung durchmachen muss. Davor ängstigt es mich eben, ich hab irgendwie durch die Pille panische Angst vor Medis bekommen, vor allem vor jenen die eben im Gehirn rumpfuschen. (Klar sind Plle und AD vollkommen andere medis aber irgendwie wird da im Gehirn manipuliert und das ist mir nicht koscher...)

@ Solaia

Ich hoffe dass du dir vllt auch einen Ruck geben kannst. Du weißt doch schon dass es dir hilft, also hab du den Mut es wieder zu versuchen, damit es dir wieder besser geht! :-)

@ Sunflower

Achso... Wobei länger als eine Stunde eigentlich selten ist – fordert einfach auch viel Konzentration. Aber lass' Dich überraschen!

Ja... ich werds wohl auf mich zukommen lassen. Im Moment hab ich halt irgendwie einfach Angst vor allem. Ich weiß nicht wies wird und begeb mich in fremde Hände, ich hab irgendwie keinen wirklichen EInfluss grade, das macht mir Angst.

Mqopllienxchen


@ Colchicin

Deine Angst ist absolut nachvollziehbar. Und total normal. Niemand ist wirklich entspannt, wenn er beschließt, einen Psychologen aufzusuchen.

Und Medikamente musst Du ja nicht nehmen! Du kannst dem Arzt ja ganz offen sagen, dass Du das nicht willst. Keiner kann Dich zwingen.

S,unflonwer_x73


Du brauchst keine Überweisung vom Arzt. Du kannst Dir einfach einen Therapeuten suchen, Termin vereinbaren und mit Versichertenkärtchen hingehen.

Es gibt 5 Probesitzungen, die v.a. der Diagnostik & dem Kennenlernen dienen. Danach stellt der Therapeut bei der Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme. Du wirst im Zuge dieser Beantragung noch einen sog. Konsiliarbericht eines Arztes einholen. Der soll klären, ob nicht eine organische Ursache übersehen wird. Und dann kriegst Du nach ca. 2 Wochen einen Brief von der Krankenkasse, ob die Therapie übernommen wird. Beantragt werden anfangs i.d.R. 25 oder 45 Sitzungen. Bei schon länger tätigen Therapeuten i.d.R. 25, weil die dafür kein umfangreiches Gutachten mehr schreiben müssen. Wenn sich in dne 5 Probesitzungen zeigt, dass Behandlungsbedarf besteht UND Du motiivert bist, ist die Bewilligung durch die Krankenkasse reine Formsache.

Sounfl;owe4r_7x3


Du HAST aber Einfluss in der Therapie. DU schilderst, was DEIN Problem ist und wo sich DEINER Meinung nach was ändern soll. DU erteilst dem Therapeuten den Auftrag. Er liefert dann die Strategien, die DIR im Alltag helfen.

Man sagt auch gerne: Therapie ist das, was in den 6 Tagen und 23 Stunden zwischen den Sitzungen passiert. Therapie ist kein magischer Zauber, sondern nur Ergebnis der Veränderungen, die DU im Alltag ausprobieren magst und die FÜR DICH funktionieren.

Und:

BITTE erzähle v.a. auch offen von Deinen Bedenken bzgl. der Therapie!

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