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Sex. Missbrauch von Jungen – Eine unendliche Familiengeschichte

L6o#stS.ons hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Die nachfolgende "Geschichte" mag zwar klingen wie der Roman "Jugend ohne Gott" von Ödon von Horvath, sie ist aber wahr und noch nicht beendet. Ich, die Hauptfigur "S", bin der einzige, der sie zur Gänze kennt und auch derjenige, der sie zu einem Ende bringen muss. Aber bisher ist es mir nicht gelungen, einen Schlussstrich zu ziehen:

S. war der älteste Sohn der Familie T. Da sein Vater aus beruflichen Gründen meist abwesend war und seine Mutter an einer starken Migräne und psychologischen Problemen litt, musste er schon als 6-jähriger Verantwortung übernehmen und sich um seine 4 jüngeren Geschwister sorgen. Er war nie ein Kind, denn die Mutter liebte ihn nicht nur als Sohn sondern auch "Freund, Partner und Unterstützer". Er war der einzige Grund, wieso sich die Mutter noch nicht das Leben genommen hat. Sie war mit ihm verschmolzen und ohne ihm könnte sie nicht leben.

Als S. 7 Jahre alt war, wurden auch die Reste seiner eigentlich nie vorhandenen Kindheit zerstört. Denn sein 15-jähriger Cousin C., der im selben Wohnblock lebte, tat mit ihm Dinge, die er bisher nicht kannte. Es fing damit an, dass C. sich vermehrt um S. kümmerte, was für S. etwas ungewöhnlich war. Denn um ihn kümmerte sich bisher niemand, er war es, der sich immer um die anderen, seiner Familie, kümmern musste. Es war das erste mal, das ihn jemand in die Arme nahm, ihm beim Verstecken-Spielen helfen wollte und ihn als ein Kind behandelte. Diese Zuneigung war für ihn ungewöhnlich, aber es gefiel ihm. Er ahnte nicht, dass dies aber nur der Anfang war. Schritt für Schritt kam ihm der Cousin immer näher. Er sollte ihn ab jetzt ohne seine Geschwister besuchen, damit sie in Ruhe mit dem Wörterkasten spielen konnten, welches er in der Schule bekommen hatte. Beim Spielen nahm er ihn auf den Schoß und küsste ihn immer wieder auf den Hals. S. verstand nicht, wieso C. nie ruhig saß, wenn er auf seinem Schoß saß und sie mit dem Wörterkasten spielten.

Nach einiger Zeit verlagerte C. das Spielen mit dem Wörterkasten auf sein Bett und zog sich Leiberl und Hose aus, um "es sich gemütlicher" zu machen. S. solle es auch tun.

Schritt für Schritt tat C. mit S. bereits Dinge, die S. ein paar Mal nachts im Fernsehen gesehen hatte und wo die Mutter immer sofort den Sender wechselte. Er fühlte, dass es etwas Schlechtes ist, vorallem auch deshalb, weil ihm C. immer wieder betonte, er solle es niemandem erzählen. S. fühlte sich mitschuldig und erzählte es auch niemandem.

..........................

Fortsetzung folgt.

Antworten
L>osVtSonPs


Bevor ich die Story fortsetze, würde mich eure Einschätzung interessieren, wie das oben dargestellte Erlebnis sich auf auf das weitere Leben von S. ausgewirkt haben könnte. S. ist heute 32 Jahre alt.

Mein Ziel ist es nicht hier ein Rätselspiel zu veranstalten. Vielmehr versuche ich zu verstehen, welche Bestandteile des Charakters des späteren S. auf dieses Erlebnis zurückzuführen sind.

s9ampxle


zunächst mal tut es mir schrecklich leid, was die als kind geschehen ist!

ich kann dir auf deine fragen keine antworten geben, da ich derartige erfahrungen auch nicht annähernd durchleben musste. trotzdem möchte ich dir zu deinem mut gratulieren, das hier aufzuschreiben und dir auch viel weiteren mut für die zukunft wünschen. denn wie man hier an den zahlreichen antwortposts sieht, ist dieses thema offentsichtlich immernoch ein absolutes tabu. keiner traut sich was zu schreiben.

hast du das arschloch angezeigt?

d]opsxe77


Ich ertrage solche Geschichten nicht. Emotional reißen die mich in die Tiefe, dennoch will ich etwas dazu schreiben. Es ist wirklich mutig von Dir, Deine Geschichte hier zu erzählen. Zugleich erkennt man daran, dass Du heute noch sehr darunter leidest. Ich möchte Dir den Mut machen, etwas dagegen zu tun. In solchen Fällen geht es nicht nur um Dich, sondern auch um andere. Du spielst aber die Hauptfigur und bist der Schlüssel, dass sowas nicht mehr passiert.

Sicherlich ist es für Dich beschämend, aber Du solltest Dich jemanden anvertrauen. Ich rate Dir professionelle Hilfe zu suchen, aber dazu musst Du wirklich Deinen inneren Schweinehund bekämpfen. Dieses Kapitel wird Dich immer verfolgen. Vermeide es, dass Du dadurch noch mehr in die Tiefe gerissen wirst.

Wie es rechtlich nach so vielen Jahren ausschaut, kann ich Dir nicht sagen. Auf jeden Fall solltest Du es versuchen. Mit professioneller Hilfe wird es klappen, dass Du Dich damit an die richtigen Stellen wendest.

Was meinte ich damit, dass es nicht nur um Dich sondern auch um andere geht? Wer weiß, ob Du das einzige Opfer Deines Cousins C. bist? Erst wenn Du Deine Geschicht erzählst wirst Du anderen, die in einer vergleichbaren Situation waren oder sind, Mut machen etwas dagegen zu tun.

y`e-yxe


Mein Ziel ist es nicht hier ein Rätselspiel zu veranstalten. Vielmehr versuche ich zu verstehen, welche Bestandteile des Charakters des späteren S. auf dieses Erlebnis zurückzuführen sind.

Ich finde diese Frage äußerst interessant- auch, weil ich bei mir da selber schon so einige Zusammenhänge entdeckt habe.

Aber da können wir jetzt wahrscheinlich viel nennen und in irgendwas wirst du dich dann vielleicht erkennen, könnte dann aber auch Zufälle sein.

Und das ja nicht nur aus deinem Missbrauch, sondern auch aus deiner Familiengeschichte, daraus, dass du schon so früh Verantwortung übernehmen musstest. Daraus, dass du als Kind quasi deiner Mama das Leben sichern musstest. Bist du eine Helfernatur? Siehst du dich manchmal in der Verantwortung für andere Menschen/ deine/n Partner/in?

Und nachdem es ja deine Geschichte ist, wieso schreibst du sie als würdest du von außen auf sie draufschauen? Hast du sie auch so erlebt? Das kommt nämlich tatsächlich manchmal vor.

Oder ist es einfach deine Art damit umzugehen, vielleicht weil du es noch nicht so ganz an dich ranlassen kannst.

Eigentlich ist es nicht das, was ich auf so eine Geschichte antworten würde. Aber nachdem du ja danach gefragt hast...

Der Missbrauch könnte sich unter Umständen so auf dein weiteres Leben ausgewirkt haben, dass du dich dann später in ein äußerst reges Sexualleben gestürzt hast.

:)_ Bist du in Therapie? Ich hoffe, du findest einen guten Weg damit umzugehen.

yUe-yxe


Allerdings,der Titel in Kombination mit

auch derjenige, der sie zu einem Ende bringen muss. Aber bisher ist es mir nicht gelungen, einen Schlussstrich zu ziehen:

gibt einem auch zu Denken. Und dazu noch die Kombination mit der Frage nach den Charakterzügen bringt mich dazu, dass ich dazu lieber nichts mehr sage, bevor du nicht den Rest der Geschichte aufgeschrieben hast. Und das könnte auch der Grund sein, wenn sich niemand traut etwas zu schreiben.

Ich hoffe, du findest den Mut, dem ganzen ein Ende zu setzen. :)*

a\uVg2p33


Frage: welches Problem hat der Th mit der Geschichte des S. ??? ??

Abgrenzungsprobleme? Im Einflussbereich des S?

Wenn S mit seiner Lebensgeschichte ein Problem hat, dann gibt es Hilfen – hier oft und ausreichend besprochen.

yMe-+ye


Zitat des Threaderstellers :

Ich, die Hauptfigur "S"

;-)

L;osKtSon0s


Was meinte ich damit, dass es nicht nur um Dich sondern auch um andere geht? Wer weiß, ob Du das einzige Opfer Deines Cousins C. bist?

Tatsächlich war S. nicht das einzige Opfer von C.

S. und seine Geschwister waren oft in der Wohnung des Onkels, wo C. mit seinem Vater lebte. Sie kannten sonst niemanden im Wohnblock, denn sie waren erst vor kurzer Zeit in diese Stadt umgezogen. Als eines Tages die 2-jährige Schwester von S. von der Wohnung des C. heimkam, entdeckte die Mutter rote Flecken auf ihrem Körper. Es waren Knutschflecken und sie waren eindeutig. Die Mutter merkte, dass etwas nicht stimmte, den auch als sie letztens seinen Sohn S. badete bemerkte sie: "Du riechst so komisch, wie ein Mann". Es war kein Kindergeruch, den sie sonst von ihren Kindern kannte.

Da die Mutter so sehr mit sich selbst und ihren eigenen Krankheiten und Problemen beschäftigt war, gab es keine Konsequenzen. Der Missbrauch der Kinder der Familie T. wurde nur durch den Umzug in eine andere Wohnung (vorübergehend) beendet.

Die Folgen seiner Erlebnisse verfolgten jedoch S. weiter.

(Fortsetzung folgt)

K)leixo


LostSons

Mein Ziel ist es nicht hier ein Rätselspiel zu veranstalten. Vielmehr versuche ich zu verstehen, welche Bestandteile des Charakters des späteren S. auf dieses Erlebnis zurückzuführen sind.

Meiner Meinung nach ändert sich der Charakter nicht, wenn jemand ein Trauma erleidet. Er wird aber unumwunden verfälscht, weil sich ein Kind auf solche traumatischen Situationen auf seine kindlichen Weise reagiert. Mit kindlicher Weise meine ich das Denkvermögen, das er zu diesem Zeitpunkt hat. Je nach Charakter mit Aggression, entweder nach innen oder nach außen. Oft wird das Trauma verdrängt und kommt dann irgendwann hoch, wenn die Person psychisch stabil ist, dieses Trauma auch zu verarbeiten bzw. zumindest damit leben zu lernen. Viele Opfer machen sich ja fürchterliche Vorwürfe, geben also sich die Schuld daran und vor allem sollte nicht vergessen werden, dass sie sich auch oft dafür schämen, was ihnen passiert ist. Dann besteht aber auch die Chance, dass dies mit Hilfe einer Therapie verarbeitet wird und der Charakter wieder völlig zu Tage tritt.

L)ost+S]ons


S. kam früh in die Pubertät. Sie bewirkte zwar keine Eigenständigkeit und Loslösung von der Mutter, aber es wuchs in ihm ein gewaltiger, unzähmbarer, unkontrollierbarer Sexualtrieb, ein Monster. Es war nicht auf eine bestimmte Person gerichtet, auch keinem bestimmten Geschlecht. Es war da und es war überwältigend. Alles drehte sich um Sex und jedes völlig unsexuelle Detail im Alltag hatte das Potenzial eine mächtige sexuelle Welle auszulösen. Er verbrachte die Nächte vor dem Computer, konsumierte pornographisches Material und masturbierte bis zur völligen Erschöpfung. Der Trieb war aber so mächtig, dass er ihn überall überflutete, in der Schule, im Park, im Bus etc.

Diesen Wellen folgten Stunden der Scham und Reue. Kaum lies das Monster los, schlug das Gewissen auf ihn ein. S. war doch ein Musterkind und Musterschüler. Es konnte nicht sein, dass er so tief absinkt. Er musste sich um seine Ausbildung und seine Familie sorgen und sich nicht von primitiven Trieben lenken lassen.

Er versuchte das Monster zu bekämpfen, aber es war ein Kampf gegen sich selbst und er führte zu einem Selbsthass. Jeder lobte ihn für seine gute Noten, für seine Hilfsbereitschaft, seine Manieren, seine Unterstützung der Familie. Das war jedoch nur die halbe Wahrheit über ihn. Er war gleichzeitig ein sexsüchtiges Schwein.

(Fortsetzung golgt)

KRleixo


LostSons

Ich, die Hauptfigur "S", bin der einzige, der sie zur Gänze kennt und auch derjenige, der sie zu einem Ende bringen muss.

Ich weiß nicht, aus welchem Grund Du es in dieser Erzählform schreibst. Als ich angefangen habe meinen Missbrauch aufzuarbeiten, war es für mich das wichtigste zu erkennen, dass ich mit meinen damals 23 Jahren nicht mehr das 5 oder das 17jährige Opfer war. Ich habe auch zwischen meinem 5jährigen ich, meinem 17jährigen ich differenziert. Es war das junge ich, dem es passiert ist, aber das 23jährige ich war nicht mehr abhängig, hatte zwar die Erklärung, warum es sic in bestimmten Situationen so verhielt wie es das tat, aber ich konnte es ändern. Damit machte ich mir immer wieder auch bewusst, dass ich ab da kein Opfer mehr war und sein konnte, wie ich sein wollte. Ich musste es "nur" ändern, was natürlich ein steiniger Weg war.

LWost7Sxons


Ich weiß nicht, aus welchem Grund Du es in dieser Erzählform schreibst.

Ich könnte das Erlebte nicht in der Ich-Form erzählen und tue mir einfacher es so zu niederzuschreiben, als würde ich über jemand anderen erzählen.

K9lei7o


LostSons

Ich könnte das Erlebte nicht in der Ich-Form erzählen und tue mir einfacher es so zu niederzuschreiben, als würde ich über jemand anderen erzählen.

Ich verstehe. Ich finde dass es bis zu dem Zeitpunkt auch so ist, so lange die Eltern ihre Pflicht vernachlässigt haben, die Verantwortung für ihr Kind zu übernehmen. Das ändert sich jedoch wenn es um das Erwachsenenalter geht, denn ab da hat jeder die Verantwortung für sich, so traurig es auch sein mag, dass das die Konsequenzen einer Erziehung sind, in der die Eltern ihr Kind nicht entsprechend geschützt haben. Männer reagieren ja oft nach außen mit Aggression. Es erklärt das eigene Verhalten, ändert aber nichts daran. Da gibt es durchaus extreme Beispiele.

a:u+g2x33


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