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Negative Assoziationen "verändern"?

Nhexla hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich habe ein Problem. Ich habe so einige negative Assoziationen. Zum Beispiel verbinde ich mit dem ein oder anderen Kleidungsstück etwas negatives. Oder mit bestimmten Gerüchen und Geräuschen. Kann man dagegen irgendetwas tun? Es nützt nichts, wenn ich mir sage, das, was ich damit verbinde, ist lange her, Vergangenheit und es beeinflusst die Gegenwart nicht. Klar, besagte Kleidungsstücke kann ich vermeiden (ist aber nicht Sinn der Sache). Mein größtes Problem (und eines, das ich nicht vermeiden kann) kommt in absehbarer Zeit zurück – der Frühling... Klingt total dämlich, ist aber so. Ich verbinde mit dem Frühling so viel negatives, kann ihn ja aber nicht umgehen. Vorhin wurde im Fernsehen eine Frühlings-Szene gezeigt. So weit, so gut, die Bilder kann ich mir angucken. Aber dann zwitscherte ein Vogel, das typische Frühlingszwitschern, und schon war mir richtig schlecht. Aber das kann ja so nicht bleiben. Das ist total bescheuert, oder? %:| Kennt das überhaupt jemand? Ich habe fast das Gefühl, ich bin die Einzige damit auf der Welt... ":/ Hat jemand eine Idee, was ich dagegen tun kann?

Liebe Grüße,

Nela @:)

Antworten
E<hemaliFger Nutzera [(#6992x8)


Die gute Nachricht: Du bist damit nicht alleine. Ich kenne das auch, besonders bei Gerüchen. Ich verbinde manche von ihnen stark mit Personen, es würde mich beispielsweise unglaublich irritieren und stören, würde ich an jemanden meine Düfte erschnuppern, oder würde jemand nach dem Parfum meines Partners riechen. Aber auch Situationen verbinde ich damit, und die schlechten Erlebnisse setzen sich leider besonders hartnäckig fest. Die schlechte Nachricht: Ein Mittel dagegen habe ich auch noch nicht gefunden. Gerüche, mit denen ich bereits positive Erfahrungen verknüpfe, sind weniger anfällig für eine negative Verknüpfung, und in Situationen, die erwartungsgemäß stressig oder unangenehm werden, vermeide ich das Tragen von Düften, damit ich sie nicht damit assoziiere. Aber ich habe bisher keinen Weg gefunden, solche Verknüpfungen rückgängig zu machen. Zu versuchen, den Geruch mit positiven Dingen zu verbinden, hilft mir nur sehr begrenzt. Die erste Verknüpfung scheint am stärksten zu sein.

F)unk%els@tUein


Kennt das überhaupt jemand?

Ja, ich kenne das sogar ziemlich gut.

Hat jemand eine Idee, was ich dagegen tun kann?

Zuerst würde ich all jenes (Orte, Personen, Gegenstände, Situationen, etc.), was bei dir diese "negativen Assoziationen" (- eigentlich scheint es etwas mehr als eine Assoziation zu sein, denn scheinbar werden bei dir starke negative Gefühle und auch körperliche Reaktionen ausgelöst, oder? Könnte es sein, dass du Trigger meinst?) auslöst, in zwei Gruppen teilen.

Die eine Gruppe sind alle Dinge, die du gezielt und ohne großen Aufwand sowie Einfluss auf den Alltag aus deinem Leben verbannen bzw. durch Alternativen ersetzen kannst. Löst z.B. das Geräusch eines Feuerzeuges so eine Assoziation bei dir aus, benutze keines mehr, sondern nimm alternativ Streichhölzer. Mir fiel kein besseres Beispiel ein, aber du weißt bestimmt was ich meine und kannst es auf deine konkrete Situation umlegen

Die andere Gruppe bezieht sich auf alles, was du nicht selbst kontrollieren und vermeiden kannst. Das betrifft in deinem Fall natürlich den Frühling, den du leider nicht einfach so ignorieren oder verschlafen kannst. Was kannst du also tun?

Manchmal kann es helfen, sich bewusst zu konfrontieren. Das heißt, dich dem bewusst auszusetzen und es auszuhalten. Immer und immer wieder bis die dadurch ausgelösten Empfindungen weniger und schwächer werden.

Das kann helfen, es kann aber auch das Gegenteil bewirken und alles nur noch schlimmer machen. Darum ist dieser Tipp unbedingt mit Vernunft und Vorsicht in Betracht zu ziehen. Je nachdem, wie du dich und deine eigene mentale Stabilität einschätzt, könntest du dir in diesem Punkt auch jemanden suchen, der dir zu Seite steht, dich unterstützt und auf dich aufpasst. Womöglich auf professioneller Ebene, aber vielleicht auch einfach jemand aus deinem persönlichen Umfeld, der dich begleitet und dich mit diesem Problem nicht alleine lässt.

Manchmal kann es auch helfen, sich nicht auf den Reiz, der die negativen Gefühle auslöst, zu konzentrieren, sondern nach den Ursachen für die negative Behaftung dieses zu suchen und sich mit diesen zu befassen. Du kannst dich selbst fragen, warum du z.B. den Frühling so negativ empfindest und warum er so stark auf dich wirkt. Du kannst dich ganz intensiv mit diesen Fragen und den dazugehörigen Antworten auseinandersetzen, um dem Reiz seine Kraft (und Macht) zu nehmen. Auch das kann alleine gelingen, aber es gibt auch professionelle Hilfe für diese Problematik.

N<exla


Danke für eure Antworten @:) Da bin ich aber froh, dass ich damit nicht alleine bin :)z

Zu versuchen, den Geruch mit positiven Dingen zu verbinden, hilft mir nur sehr begrenzt. Die erste Verknüpfung scheint am stärksten zu sein.

Ja, so ist es bei mir auch....

Die eine Gruppe sind alle Dinge, die du gezielt und ohne großen Aufwand sowie Einfluss auf den Alltag aus deinem Leben verbannen bzw. durch Alternativen ersetzen kannst. Löst z.B. das Geräusch eines Feuerzeuges so eine Assoziation bei dir aus, benutze keines mehr, sondern nimm alternativ Streichhölzer. Mir fiel kein besseres Beispiel ein, aber du weißt bestimmt was ich meine und kannst es auf deine konkrete Situation umlegen

Ja, ich weiß, was du meinst. Für eine Weile ist das sicher eine ganz gute Lösung. So praktiziere ich das momentan auch, aber ich will ja nicht im Vermeidungsverhalten bleiben.

Manchmal kann es helfen, sich bewusst zu konfrontieren. Das heißt, dich dem bewusst auszusetzen und es auszuhalten. Immer und immer wieder bis die dadurch ausgelösten Empfindungen weniger und schwächer werden.

Das mache ich ja. Jahr für Jahr für Jahr, immer wieder. Ich kann den ganzen Frühling über jeden Tag von morgens bis abends draußen bleiben, es hilft nicht. Stimmt, im Grunde ist der Frühling ein Trigger, der Gefühle auslöst und Erinnerungen hervorruft. Und eine gewisse Angst, dass alles, was passiert ist in dem Zeitraum, sich jederzeit in anderer Form wiederholen könnte. Und natürlich die Angst, dass es mir wieder schlecht gehen könnte, wie eigentlich fast jeden Frühling :-(

Ich habe zwar eine Therapeutin, mit ihr allerdings noch nie darüber gesprochen. Ich sehe sie allerdings auch erst in 4 Monaten wieder ;-)

FWun&kelstxein


So praktiziere ich das momentan auch, aber ich will ja nicht im Vermeidungsverhalten bleiben.

Wenn es Dinge sind, die du ohne alltagstechnische Einbußen ersetzen kannst, würde ich es nicht als Vermeidungsverhalten sondern Lösung werten.

Das mache ich ja. Jahr für Jahr für Jahr, immer wieder. Ich kann den ganzen Frühling über jeden Tag von morgens bis abends draußen bleiben, es hilft nicht.

Gut, dann musst du offenbar tiefer graben und dich den Erinnerungen und Ursachen stellen. Sorry, das klingt salopper daher gesagt, als ich es meine. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das keine Kleinigkeit und kein Spaziergang ist (- und ich lehne mich aus dem Fenster, indem ich vermute, dass du genau das nicht willst und deswegen nach anderen Wegen, um dein Problem zu lösen, suchst).

Ich habe zwar eine Therapeutin, mit ihr allerdings noch nie darüber gesprochen. Ich sehe sie allerdings auch erst in 4 Monaten wieder

Das ist irgendwie nicht besonders sinnvoll, findest du nicht auch? In vier Monaten stecken wir mitten im Frühling. Wenn du dir dessen Wirkung auf dich bereits jetzt so bewusst bist, wäre es da nicht gut auch jetzt da anzusetzen und daran zu arbeiten und nicht erst, wenn das Problem akut ist?

Gibt es eine Möglichkeit, deine Therapeutin eher und vor allem regelmäßig wieder zu sehen? Warum hast du bisher mit ihr noch nicht darüber gesprochen? Willst du mit ihr darüber sprechen?

Nnelxa


Ich habe nur noch 2 Therapiesitzungen und verlängern werden wir vorerst nicht, da es mir so eigentlich gut geht. Deswegen haben wir die Abstände vergrößert, ich komme so ja auch ganz gut klar.

Ich weiß gar nicht, warum ich mit ihr noch nicht darüber gesprochen habe, aber ich kann es auch bei meinem nächsten Termin mit meiner Psychiaterin ansprechen. Der ist Ende März, das geht ja.

Also, es ist nicht (mehr) so, dass es mir jetzt im Frühling abgrundtief schlecht geht, es ist mehr die Angst, dass es so sein könnte, eben weil es schon so oft so war.

Ich kann den ganzen Frühling über jeden Tag von morgens bis abends draußen bleiben, es hilft nicht.

Das muss ich noch mal editieren: Erfahrungsgemäß ging es mir in den letzten drei Frühlingen (? ist das die Mehrzahl? ":/ ;-D ) gegen Sommer besser.

Gut, dann musst du offenbar tiefer graben und dich den Erinnerungen und Ursachen stellen.

Das habe ich schon :-) Und eigentlich recht erfolgreich, nur die Verbindung mit dem Frühling muss irgendwie noch weg ":/ Also, es ist nicht so, dass alles erfolgreich abgearbeitet ist, ich stecke da noch drin und arbeite hart an mir und meiner Vergangenheit, und es geht vorwärts. Eigentlich dürfte das alles nicht so beeinträchtigen.

Leewixan


Nela

Ich empfehle dir "Gestalttherapie Praxis" von Perls, Hefferline und Goodman. Da geht es darum, sozusagen die eigenen Empfindungen zu erforschen, wie sie zusammen gehoeren, was dahinter steckt und evtl. auch, wie man daran drehen kann.

Letztlich ist es einfach gesagt (und du weisst es sicher), aber schwer umzusetzen: Dein Gefuehl macht da eine Koppelung des Fruehlings (z.B.) mit gewissen Ereignissen/Personen, aber diese Koppelung ist eigentlich nicht angemessen, weil der Fruehling gar nichts dafuer kann. Also muss das Gefuehl es irgendwie getrennt bekommen. (Geht letztlich in die Richtung, die Funkelstein auch vorgeschlagen hat, dass man sich mit diesen Ereignissen auseinandersetzen muss, um ihnen ihren Platz zuzuweisen und zu verhindern, dass sie sich mehr Platz im Gefuehlsleben nehmen als ihnen zusteht.)

Nce?la


Letztlich ist es einfach gesagt (und du weisst es sicher), aber schwer umzusetzen: Dein Gefuehl macht da eine Koppelung des Fruehlings (z.B.) mit gewissen Ereignissen/Personen, aber diese Koppelung ist eigentlich nicht angemessen, weil der Fruehling gar nichts dafuer kann. Also muss das Gefuehl es irgendwie getrennt bekommen.

Stimmt, das weiß ich ;-) Nur eben der Schritt dahin, der fehlt mir noch.

Ich empfehle dir "Gestalttherapie Praxis" von Perls, Hefferline und Goodman. Da geht es darum, sozusagen die eigenen Empfindungen zu erforschen, wie sie zusammen gehoeren, was dahinter steckt und evtl. auch, wie man daran drehen kann.

Das muss man bestimmt selbst bezahlen? Dann kommt das leider nicht für mich in Frage, das kann ich mir nicht leisten :-(

L>ewixan


Nela

Das ist ein Buch. Ist nicht teuer.

N+ela


Achso ;-D Ja, klar, das hab ich ja gewusst |-o

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