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Anti-Depressionsfaden: Was hat euch geholfen?

npach=tsc6hwaermexrin hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

ich leide unter schweren Depressionen und bin auf der Suche nach neuen Wegen. Ich mache nun schon meine zweite Therapie, war letztes Jahr für 2 Monate in einer Spezialklinik, gehe zu einer Selbsthilfegruppe und habe mich auf den Weg "Yoga" eingelassen, weil man ja überall so viel Gutes darüber hört. Manchmal habe ich gute und oft – sehr sehr oft – habe ich schlechte Tage...

... und dann wünsche ich mir, dass ich diesen fiesen dicken schwarzen Kloß, der sich "meine Depression" nennt einfach wegschieben und LOSWERDEN könnte.

Was hat euch geholfen?

Vielleicht hat ja der ein oder andere Lust sich auszutauschen.

Für ein deprifreies Leben, welches ich mir so so sehr wünsche. :)*

Antworten
pDluxmy


Hallöchen,

ich hatte mittelschwere Depressionen, was erst in der Klinik bei mir rauskam (war aber eigentlich wegen was anderen dort). Bekommst du Medis? Ich sage dir ganz ehrlich – ich habe 2 Jahre Medis genommen: Nie wieder! Ich hatte das Gefühl, mir geht es noch schlechter und ich war nicht mehr der Mensch, der ich eigentlich bin/war. Bin so ruhig geworden. Ich hatte 4 verschiedene Präparate in den 2 Jahren ausprobiert.

Es ging mir net wirklich gut.

Ich muss jetzt wirklich nachdenken, was ich getan habe, dass es mir besser ging?!?

Lebst du in einer Partnerschaft?

Manchmal habe ich natürlich noch Phasen, wo ich einfach mal heule oder nen Wutanfall bekomme. Gut, ich bin generell ein wütender und aufbrausender Mensch :-) – aber das stört mich ehrlich gesagt nicht so.

Bist du mehr traurig oder wie äußert sich das bei dir? Ganz schlimm war und ist noch z. T. bei mir, dass ich einfach die Leute anschnautz für etwas, für was sie nichts können...

Aber im Großen und Ganzen kann ich nicht sagen, was ich anders gemacht habe – doch: ich habe eine feste Arbeitsstelle bekommen, die ich heute noch habe. Ich bin ein sehr direkter Mensch, nur habe ich mich beispielsweise bei meinem Partner nie so recht getraut, alles zu sagen und immer in mich rein gefressen. Das mach ich heute nicht mehr – ich bring es zeitnah auf den Tisch, wenn mich was belastet und zerr es net wochen- oder sogar jahrelang mit mir rum...

Hast du Gruppen oder Einzeltherapie? Ich muss für meinen Teil sagen, dass mir Einzeltherapie nichts brachte – nur Gruppe, weil da konnte ich von den anderen ihren Erfahrungen was mitnehmen und war wirklich hilfreich...

CwalUl of2 Dutxy


Hi

Da es schon spät ist, werde ich morgen ausführlicher schreiben. Soviel kann ich sagen, dass ich selbst gerade eben aus einer Depression raus bin (so hoffe ich doch), da ich nicht mehr jeden Tag mit fehlender Lebensfreude aufstehen muss und einen drückendes Gefühl im Magen habe...

Als kleiner Tipp an dieser Stelle: Kopf hoch :-) und hab Vertrauen, auch deine Tage werden einst wieder von Glück erfüllt sein. Ich glaube an dich :)z

Ich wäre noch froh, wenn du noch einen Beitrag lieferst, bevor ich dann ausschweife, damit meine Worte hier nicht ins leere wandern...

Wünsche dir soweit viel Kraft und positive Gedanken

Gwroattixg


Mir hat Herr Larsson geholfen:

[[http://up.picr.de/13275502ub.jpg]]

s5alldyvbowles


Ich suche auch einen Weg aus der Depression. Was mir sehr hilft, sind Gespräche mit einem Kollegen, der vor ein paar Jahren einen Zusammenbruch hatte und seitdem seine Depression vielleicht nicht zu 100% los ist (aber wird man das überhaupt jemals so GANZ los?), aber sehr gute Strategien hat und sehr gut auf sich aufpasst.

Ich nehme Medikamente, womit ich seit über 10 Jahren (oder noch länger? Ich erinnere mich nicht an eine Zeit, in der ich nicht irgendwie depressiv war) irgendwie 'normal' fühle. Ich kann schlafen, die Fressanfälle sind weg und ich konnte endlich aufhören, dauernd in Tränen auszubrechen.

Therapie habe ich angefangen, aber die Therapeutin sagt mir immer nur, wie krank ich bin ... und das hilft so gar nicht.

Was mir ganz gut geholfen hat, ist, mir Gedanken zu machen, wo meine Probleme liegen und wie mein Leben aussehen könnte, wenn es diese Probleme nicht mehr gäbe. Und jetzt versuche ich an guten Tagen, dieses Ziel mit kleinen Schritten zu erreichen.

Yoga habe ich noch nicht probiert – habe lange Zeit Kampfsport gemacht (kriege ich nach 3 Knie-OPs und kürzlich diagnostizierter Fibromyalgie nicht mehr hin) und kann mich so gar nicht mit Yoga anfreunden.

Aber sportliche Aktivitäten in der Gruppe helfen mir schon – aber ich muss erst wieder etwas finden, das mir möglich ist. Haustiere helfen auch. Ich hoffe, mir bald eine Katze anschaffen zu können, dann wäre zumindest jemand da, und Katzen reagieren meiner Erfahrung nach sehr auf die Stimmungen ihrer Menschen. Die Katze meiner Eltern hat sich an Tagen, an denen es mir schlecht ging, selten von mir entfernt. Das tat dann auch gut.

Und mir hilft die Arbeit: dann habe ich zumindest einen Zweck zu erfüllen.

LjawQazzax23


ich grüße euch!

diese scheiss depression kann einem ganz schön das leben kaputt machen.

Was mir sehr gut hilft ist sport machen und mit meinen geschwistern reden.

darüber reden ist meist das beste.

was ich auch schon gemacht habe und auch als tipp geben kann ist mal zu versuchen eine therapie zu machen.

EdhemalRigerl NutzNer (#+41790x3)


Seit Jahren hab ich immer mal so depressive Phasen. Mit Medikamenten bin ich durch, anfangs hat Venlafaxin ganz gut geholfen, bis ich es nach einigen Jahren abgesetzt habe. Danach hat eigentlich keins mehr richtig geholfen, irgendwie werd ich von den ganzen ADs so "blöd" im Kopf.

Mir hilft Ablenkung, Spazieren gehen (auch bei Mistwetter, wobei ich generell meine "Tiefs" bei Mistwetter besser aushalte, Sonne finde ich dann erst recht unerträglich). Auf jeden Fall Musik, bestimmte CDs helfen mir besser als jede Therapiestunde. Ich habe angefangen, ein Instrument zu lernen, ich freue mich jede Woche auf die Unterrichtsstunde und ich hab mir fest vorgenommen, zu Weihnachten 2,3 meiner Lieblingssongs spielen zu können. Dieses Ziel hilft mir, die Zeit zu überstehen.

Und so langsam akzeptiere ich, daß ich halt so ticke. Und ich bin nicht allein damit. Und es wird auch wieder besser, auch wenn es dann gerade im Moment nicht so aussieht.

n3acchts7chvwaeMrm4erin


Hallo ihr Lieben,

ich freue mich, dass ihr geantwortet habe.

Zu mir selbst ein bisschen was: ich habe seit ca. 5 Jahren die Diagnose schwer depressiv. Würde aber rückblickend sagen, dass ich immer schon "Probleme" hatte... vor 3 Jahren habe ich dann eine kognitive Verhaltenstherapie begonnen – hat nicht so den Erfolg gehabt. Habe dann angefangen zu trinken und nicht gemerkt, wie ich abgerutscht bin, weil auf einmal alles wieder so gut funktioniert hat: ich war fröhlich, war viel feiern, viel unter Leuten.

Bin dann letztes Jahr in eine Klinik gegangen, habe aufgehört zu trinken (das war schwer) und nun seit dem Sommer eine neue Therapeutin. Die erste hat das mit dem Trinken nicht mitbekommen, fand es nur gut, dass ich viel unter Leuten war und hat das als Erfolg gewertet. War richtig scheiße!

Naja, und in der neuen Therapie habe ich zwar das Gefühl wirklich tief anzukommen, aber mir geht es einfach nicht besser. Ich fühle mich einfach nicht besser, deshalb habe ich mich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen, aber ich bin mir noch nicht so sicher, ob und wie mir das helfen kann... ich bleibe da erstmal dran, und schaue, wie sich das weiterhin anfühlt.

Sport hilft mir auch immer. Kann es kaum erwarten, dass das Wetter wieder besser wird und ich wieder joggen gehen mag. Yoga tut mir gut, weil ich da das Gefühl habe, dass für den Moment alles okay ist, dass für den Moment nichts zählt. Das entlastet mich.

Und ja, ich lebe in einer Beziehung, was allerdings auch nicht immer ganz einfach ist. Mir tut es auf jeden Fall gut diese Liebe in meinem Leben zu haben, aber oftmals ist es schwer das auszuhalten – besonders wenn es mir schlecht geht. Hinzu kommt, dass wir uns vor 1,5 Jahren kennengelernt haben, bevor ich richtig abgerutscht bin mit dem Alkohol. Ich habe und hatte den starken Willen, alles auf die Reihe zu bekommen und vor allem "gesund" zu werden, aber ich habe immer das Gefühl, dass ich defizitär bin, weil ich krank bin. Hinzu kommt, dass meine Partnerin ebenfalls eine Erkrankung hat und selbst in Behandlung ist. Wir lieben uns und uns ist beiden klar, dass wir jede für sich ihre eigene Baustelle bearbeiten muss, damit wir zusammen sein können – aber es ist so schwer.

Und ich habe immer das Gefühl, dass ich und meine Erkrankung einfach eine zu grpße Belastung sind. Wir haben beide jeweils schon bevor wir uns kennengelernt haben Probleme gehabt und sind sehr vorsichtig im Umgang miteinander und unseren jeweiligen Problemen, aber ich habe manchmal Angst, dass diese scheiß Depression mir mein Leben kaputt macht, meine Beziehung... ich habe schon so viel Lebensqualität eingebüßt und das will ich nicht länger!

S)plittternseexle


Hallo Nachtschwaermerin :)

Das liest sich ja fast wie mein eigenes Leben. Speziell die "Ergänzung" weiter unten. Ich hoffe ich darf hier mit tippen, obwohl ich keine besondere Lösung habe. So weißt du wenigstens, das du weder mit den Problemen, noch mit der "Verzweifelung" alleine da stehst :)

Ich war auf Druck meiner Familie zwei Mal in einer Entgiftung, weil mein Leben genauso den Bach runter ging, wie du es beschrieben hast. In genau dieser Lebensphase habe ich dann auch mit Drogen experimentiert. Ich habe nach dem ultimativen Mittel gesucht, welches meinen Leidensdruck "mindert".

Ich lese hier wieder oft von "Bewegung". Sport, spazieren gehen usw. Mir passiert es eigentlich immer wieder, das ich die schweren Depris erst erkenne, wenn es zu spät ist. Dann fehlt mir schon der Antrieb um überhaupt etwas zu machen. Zusätzlich mute ich mir immer zuviel zu und das stürzt mich ab und an auch in die Depression. Immer wenn ich denke: "Hey, das tut mir gut!" Kommt das drei Tage später als Boomerang zurück.

Leider, wie hier ja schon erwähnt, geht so etwas zu lasten der Beziehung. Wir begehen seit zwei Wochen einen neu Anfang und ich habe heute zum ersten Mal wieder gesündigt (Alkohol). Warum? Fühle mich alleine und sehr starke Schmerzen in der LWS nach dem Stall misten. Typisches Bild für mich... Meine Partnerin ist Hauptverdienerin, selber nicht glücklich über die Stunden. Ich verstehe, das sie die Stunden machen muss (Kopf) bin trotzdem einsam und traurig (Herz). Andererseits ist sie das Einzige was mich davon abhält, abzuschmieren.

Wie du also merkst... Du bist nicht allein ;-) Und ich werde den Thread mit Spannung verfolgen, ob jemand eine gute Lösung parat hat. Übrigens... Diese Entspannungs Dinger funktionieren bei mir überhaupt net. Wenn ich Depris habe, fühlt es sich an, als würde mein Herz 300 mal/Minute schlagen und der Puls hämmert lauter und heftiger, wie ein Preßlufthammer. Da komme ich auf diese Stimmen: "Dein rechter Arm wird schwer... Gaaaanz schwer..." überhaupt nicht klar. Dein Yoga wäre auch nix für mich ;-)

Viele liebe Grüße,

Splitterseele

p.lu&my


Oh man – der liebe Alkohol – heute noch mein bester Freund – hat sich aber wirklich sehr, sehr reduziert... Aber naja, ehrlich gesagt finde ich es schon sehr oft – 3x die Woche auf jedenfall – aber nicht bis zum Absturz natürlich...

Schwer isses glaub ich echt, wenn der Partner oder Partnerin auch solche Probleme hat...

Aber weißte was? Das schafft ihr gemeinsam, da bin ich mir sicher :)z

Aber trotzdem nicht vergessen, an sich selber zu denken und zu arbeiten und nicht denken: Die oder der macht das auch...

Ich habe aber heute auch noch das Gefühl: Yeah, dir gehts gut – und zack – paar Tage später kommt alles doppelt und dreifach zurück... :-(

Also Yoga und sowas – kann ich überhaupt nicht – das ist mir in der Klinik mit Körperwahrnehmung sowas von schwer gefallen – Hilfe!!!

Ich muss auch dazu sagen, ich bin leider nicht die einzigste in der Familie, die an Depressionen und Sucht leidet...

Ich wünsche dir und allen anderen hier viel Kraft mit dieser verdammten Drepression fertig zu werden – ich will ehrlich gesagt nicht wieder so tief rein rutschen...

Aber es kommen immer wieder Situationen, wo du wirklich zweifelst und denkst: Hat das alles noch Sinn ??? – Mir gehts zumindest so...

Sind hier welche, die auch mit Medis aufgehört haben? Wenn ja, warum? Was war der Auslöser ??? Wie habt ihr das hin gekriegt? Das würde mich auch brennend interessieren...

b:abbewlsabbexl


Hi,

ich schließe mich auch mal dem Faden an. @:)

Die Frage nach der Überwindung der Depression kann ich leider noch nicht beantworten, aber trotzdem können wir uns ja gegenseitig austauschen.

Bei mir wurde Anfang letzten Jahres eine schwere Depression diagnostiziert, ich bekam dann Fluoxetin und Zolpidem zum Schlafen. Aber irgendwie wurde es immer schlimmer mit den Selbstmordgedanken. Habe dann ein anderes AD bekommen,dessen Namen mir gerade nicht einfällt, davon hatte ich starke Nebenwirkungen und ging mir immer schlimmer. Im September hatte ich dann einen Selbstmordversuch und bin in der geschlossenen Klinik gelandet, wo ich Escitalopram als AD und diverse andere Medikamente bekam. Ich hatte das Gefühl alles geht bergauf. Zur Zeit nehme ich immer noch 5 verschiedene Präparate, Escitalopram und mittlerweile auch Abifly und Triticum gegen die Depressionen und mache eine Therapie,die aber bis jetzt nur auf Gesprächen beruht und mir deswegen auch im Moment noch nicht so viel hilft. Vor ein paar Wochen hatte ich noch das Gefühl, alles ist besser aber so langsam merke ich, wie ich wieder antriebsloser werde und sich blöde Gedanken einschleichen. ich versuche regelmäßig zum Sport zu gehen,was mir in dem Moment auch sehr gut tut, aber das aufraffen ist immer so ein Ding, auch gerade jetzt, muesste eigentlich in 15min los, aber es ist so schön im Bett :-( ...

pPlumxy


Wenn ich so les, was ihr alles an Präparaten bekommt – leckt mich fett... – da hatte ich es ja saugut mit meinen wenigen Medis...

Ich hatte welche bekommen um zuzunehmen (Anorexie und Bulimie) und um ruhiger zu werden (hätte als Kind Ritalin kriegen sollen – haben mir meine Eltern zum Glück NICHT verabreicht) – bin heute noch sehr hibbelig und unruhig – aber ich lebe damit und das ist meine Art, so kennen sie mich alle :-) – besser, als wenn ich ruhig bin und nicht der Mensch bin, der ich eigentlich bin. Ich werde bestimmt nicht ruhiger für andere Leute, die das so wollen...

Antriebslos war ich nie – bin einfach nach wie vor voller Energie und kann dafür leider nicht schlafen :-( das ist mein Mango... und leider das seit Jahren... – Ich würde gerne mal einfach nur einschlafen können und vor allem durchschlafen – Fehlanzeige!!!

C5alklV ofv Duty


Hi @all

Es tut mir Leid, dass ich heute nicht imstande war, meinen ausführlichen Bericht zu posten, ihr könnt euch aber auf mich verlassen, dass morgen spätestens gegen 13.00 hier ein ziemlich ausführlicher Bericht erscheinen wird mit doch so einigen nützlichen Tipps und Ratschläge aus eigener Erfahrung, ausführlichen Recherchen und Gesprächen.

Noch ein Warnhinweis: nehmt euch genügend Zeit dafür... Es wird ein Monsterbeitrag ;-D . Ich weiss, ich selbst wurde ja auch schon müde nach wenigen Zeilen während meiner Depression, aber es wird sich lohnen, so hoffe ich doch, denn ich bin nun mehrere Stunden an diesem Text gesessen und habe mir mal alles aus der Seele geschrieben und hoffe, es wird Früchte tragen, in dem ich euch ein wenig weiterhelfen kann damit...

Also habt Geduld und bis morgen

p.s. ich würde meine Finger von den Medis lassen, da diese lediglich die Symptome und nicht die Ursachen bekämpfen. Ich weiss zwar nicht, ob es einen bestimmten Schweregrad an Depressionen gibt, wo man Medikamente nehmen sollte, aber ich denke nicht. Ich kann euch soviel schon sagen, ich habe ca. 4-5 Monaten wirklich Krise geschoben, aber es hat sich für mich heute ausgezahlt.

a*nnies9mockingxjay


ich weiß nicht, ob meine Antwort helfen kann, weil ich keine Depressionen hatte, die bis hin zu Selbstmordgedanken gingen, sondern nur 'einfache' Depressionen. Ich hatte Depressionen nach dem Tod meiner Mutter, war beim Psychologen nachdem meine Familie nicht mehr mit ansehen wollte, dass ich das Bett kaum verließ und nichts mehr tun wollte/konnte. Ich bekam Antidepressiva und habe ca eine Woche lang die Packung angestarrt, weil ich so etwas nicht nehmen wollte. Natürlich wollte ich, dass es mir besser geht, aber ich wollte ich selbst bleiben und hatte das Gefühl, dass ich mit den Happy Pills eine andere Person werde. Höhen und Tiefen gehören zum Leben. Ich habe mich selbst therapiert irgendwie. Ich habe angefangen, das Leben viel bewusster zu leben und mich selbst wieder für die schönen, kleinen Dinge zu öffnen. Natürlich kann man alles schwarz sehen und sich von jeder Niederlage runterziehen lassen, aber ich glaube, wir haben oft einfach den Blick fürs Wesentliche im Leben verloren. Strahlender Sonnenschein, Blumen die nach dem Winter wachsen, das Lächeln von einem Fremden auf der Straße, das Lachen von Kindern, die von allen schlimmen Dingen im Leben nichts wissen – auf das alles schaue ich bewusst, wenn ich mich nicht gut fühle. Das Leben muss nicht mehr an jeder Ecke für mich eine positive Überraschung bereit halten, denn ich habe gelernt, dass auch kleine Dinge den Tag retten können. Und wenn doch mal etwas Negatives passiert? Dann ist das eben so. Niemand hat gesagt, dass leben einfach ist. Aber davon lasse ich mich nicht mehr unter kriegen oder verunsichern. Ich weiß nicht, ob Therapien helfen. Alle Leute mit Depressionen die ich kenne – die zum Therapeuten gegangen sind – haben immer noch die gleichen Probleme. Alle die nicht gingen, haben irgendwann für sich selbst eine Methode gefunden, wieder auf die Füße zu kommen. Ich halte nicht viel von Medikamenten. Ich glaube daran, dass jeder selbst sein eigenes Glück in der Hand hat. Die Psyche ist nicht nur stark darin, uns kaputt zu machen, sondern auch darin, sich zu regenerieren. Natürlich gibt es Menschen, die professionelle Hilfe brauchen und bekommen sollten, aber als ich depressiv war, hatte ich einfach eine negative Grundstimmung, an der auch keine Gesprächstherapie etwas ändern konnte. Ich WOLLTE einfach alles schwarz sehen, das Leben war scheiße, die Welt grausam und es würde ohnehin nichts mehr schön. Es lebe der Pessimismus. Mir hätte damals jeder erzählen können, dass es auch wieder bergauf geht, aber ich hätte ihm einen Vogel gezeigt.

Die Tabletten waren aber für mich Anlass genug, wirklich etwas an meiner Einstellung ändern zu wollen, an meinem Leben und an meiner Sicht auf das Leben. Ich habe mir ein Hobby gesucht, das ich schon ewig machen wollte, habe offen mit meinem Umfeld darüber gesprochen, dass es eben auch Tage geben wird, an denen ich keinen Bock auf Besuch habe, aber dass ich es nicht böse meine. Es hat ca ein Jahr gedauert, bis ich es geschafft habe, mein Hobby regelmäßig auszuüben, ohne mich zwischendurch zu antriebslos zu fühlen. Heute weiß ich, dass mich mein Pferd in vielerlei Hinsicht gerettet hat, denn wenn ich dort war, habe ich mich frei gefühlt von den negativen Gedanken, habe mich auf das Tier konzentriert, was mir in jeder Lebenslage ein treuer Freund war und so dankbar, dass ich mir vornahm, auch dankbarer zu sein und die kleinen Dinge im Leben mehr schätzen zu lernen. Tiere sind wunderbare Helfer darin, einem das Vertrauen in sich selbst, in das Leben allgemein und Sicherheit wieder zu geben. Sie sind für einen da, wenn es sonst niemand ist, lieben einen bedingungslos und wenn man mit ihnen zusammen ist, lenkt es ab.

Tja, das hat mir geholfen. Ob das nun anderen Menschen hilft, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich heute komplett glücklich bin, seit 4 Jahren keine größeren Tiefs mehr hatte ( natürlich ist man mal down, aber nicht mehr in der Extreme wie früher als ich geritzt habe und Stunden heulend in meinem Zimmer saß xD ). Das Leben ist schön und jeder Moment den man mit negativen Gedanken verschwendet, ist verloren. Manchmal ist es nicht leicht, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen, aber wenn man verbissen danach Ausschau hält, dann sieht man es irgendwann. Man muss nur wollen

ich wünsche allen hier, dass sie einen Weg finden – welchen auch immer- sich im Leben wieder wohl zu fühlen :)* denn ich möchte mich nie mehr so fühlen wie damals und habe Mitleid mit jedem, der sich in diesem Teufelskreis befindet

Cial6l of ZDutxy


Hi Nachtschwaermerin und alle andere

Wie versprochen, werde ich nun (ein wenig) aus meinem Leben erzählen mit der Hoffnung, euch ein wenig weiterhelfen zu können.

Vorerst muss ich sagen, dass ich kein Arzt bin und dass es verschiedene Arten von Depressionen gibt, brauch ich glaube ich auch nicht zu erwähnen. Alles, was ich aufführen werde, beruht grösstenteils auf eigene Recherchen, doch aufgrund meines gesunden Menschenverstandes und der gymnasialen Allgemeinbildung glaube ich, dass die Informationen im Netz doch sicher auf Wahrheit beruhen. Falls jemand Informationen meinerseits findet, die falsch sind, bin ich immer froh um Kritik und Korrekturen, solange sie konstruktiv sind.

Also, ich denke, es wäre hilfreich, eine Selbstreflexion durchzuführen, d.h. geh in dich selbst und überlege, ob es einen Schicksalsschlag o.Ä. gegeben hat, was du evtl. noch nicht verarbeitet hast. Ich habe schon irgendwo in diesem Zusammenhang vom Kausalitätsprinzip (Ursache, Wirkung) gelesen, d.h. dass etwas Dunkles aus der Seele hinaus möchte, das einst dem Geist zugefügt wurde (Entschuldigung dafür, dass es etwas esoterisch klingt. Ich bin selbst überhaupt kein Esoteriker, sondern vielmehr Realist und glaube nicht an Gott, nichts gegen Gläubige, aber ich bin ein Verfechter der Evolutionstheorie, des Urknalls etc. und da hat Gott nichts verloren, meiner Meinung nach).

Ich erzähle euch hiervon, weil es auf mich zutrifft. Zunächst aber ein wenig aus meinem Leben, damit ihr dem ganzen nachvollziehen könnt . Natürlich werde ich nur von den negativen Aspekten meines Lebens berichten und wie es zu meiner Depression gekommen ist und wie ich sie grösstenteils selbst behandelt habe, mit Erfolg soweit.

Nach Abschluss meiner Grundschule wechselte ich ans Gymnasium (2006). Zu dieser Zeit hatte ich (noch) einen besten Freund, der eine Lehrstelle als Elektromonteur hatte und sich abrupt um 180 Grad wandte ab da. Weil er während der Oberstufe (Schulsystem der Schweiz) gehänselt wurde, ich jedoch immer zu seiner Seite stand, musste er diese Schmerzen mir weitergeben, so glaube ich heute. Ein halbes Jahr wurde ich systematisch von ihm, zusammen mit einem weiteren Freund, der lediglich ein Mitläufer war, gemobbt, aufgrund meiner Doppelbürgerschaft (Niederlande/Schweiz ;-D ) und meinem Aussehen hauptsächlich, bis ich den Mut aufbrachte, mich von ihnen abzuwenden. Warum nicht früher? Ganz simpel, ich hatte zu dieser noch keine Freunde an der neuen Schule und wollte lieber mit diesen Deppen als gar keine Freunde meine Zeit verbringen (=riesiger Fehler). Die Konsequenz davon war, dass ich mit der Zeit seiner Kritik an meiner Person Glauben schenkte und sich ein "guter Kollege", namens innerer Kritiker (Über-Ich in der Fachsprache, so weiss ich mittlerweile), Kontrolle über mein Leben verschaffte, 6 Jahre lang. Ich Naivling wusste zu dieser Zeit noch nichts von diesem evolutivem Überbleibsel und folgte blind dieser Stimme und machte mich selbst regelrecht fertig. Mein grösstes Problem dabei war mein Aussehen. Da ich Sommersprossen hatte (und diese wieder bekommen werde) und dieser Freund mich vor allem aufgrund dieser Eigenschaft hänselte, hasste ich mich nach und nach selbst und konnte mich nicht mehr richtig im Spiegel anschauen, da ich dachte, Sommersprossen seien hässlich und man würde nicht akzeptiert werden damit. Ich hatte grosse Minderwertigkeitskomplexe. Dazu kam noch, dass er während dieses halben Jahres 3-4 Freundinnen hatte und diese mit Erfolg auf mich hetzte und ich auch noch das Vertrauen in die Frauenwelt verlor als Folge davon.

Nebenbei war da noch die Trennung/Scheidung meiner Eltern. 2006: Trennung. 2010: definitive Scheidung. Mein Bruder und ich stets dazwischen. Das spezielle dabei war, dass mein Vater im Jahre 2005 eine neue Freundin hatte, uns davon berichtete, aber wir diese Tatsache zunächst unserer Mutter verheimlichen mussten, was ein sehr unangenehmer Druck war für uns beide. Meine Eltern lebten nach der Trennung noch 2 Jahre in getrennten Schlafzimmern, bis mein Vater zu seiner Freundin zog. Weiter im Schnelldurchlauf: Juli 2010: Vater heiratete neu. Auch die Hochzeit mussten wir zunächst verheimlichen. Retrospektiv kann ich sagen, dass mein Vater "no balls" hatte, ehrlich zu meiner Mutter zu sein. Weiter im Text: Mutter musste im Herbst 2010 das Haus verlassen, während ich meinen Militärdienst 10 Monate lang leisten musste. Sie und wir konnten uns zwar während mehrerer Jahre mental darauf vorbereiten, jedoch vom einen dienstfreien Wochenende auf das andere war das Haus plötzlich leer und das war schon schmerzhaft, wie ein Schlag auf den Kopf. Neujahr 2011: Unser Haus wurde umgebaut bis Juli 2011 und mein Kinderzimmer mutierte dabei zu einem heute begehbaren Kleiderschrank, ich durfte in dem ehemaligen Schlafzimmer meines Vaters während der Trennungszeit leben. Juli 2011: Vater und Stiefmutter zogen ein, unendliche Streitereien folgten, Studienabbruch, Stiefmutter zog temporär aus und wir erhielten ein Ultimatum auf Ende März 2012, das Haus zu verlassen. Zur Weihnachtszeit war die Katastrophe komplett, da mein Bruder und ich uns auch noch mit der Mutter zerstritten. Ich habe während 2 Monate 7 kg verloren und war mit 183cm auf 63kg abgemagert. Des Weiteren konsumierten wir (Bro &I) zu dieser Zeit Unmengen an Cannabis, um unsere Emotionen abzutöten, was aber keine Lösung der Probleme war, denn auch in Alkohol ertrinken Probleme nicht, sie können SCHWIMMEN. Und als Sahnehäufchen noch obendrauf hatte ich auch noch einen Motorradunfall mit einem Totalschaden. Weil das Motorrad nur Teilkasko versichert war, habe ich sozusagen viel Kapital auf einmal verloren. Zwar hatte ich nichts gebrochen, aber habe noch bis heute Einschränkungen im Bewegungsapparat der Schulter zu verbuchen, mit laaaangsamer Besserung. Mein Vater zwang mich, einen Psychiater aufzusuchen, weil ich Anzeichen einer Psychose aufwies, seiner Meinung nach, da ich aufgrund der kleinsten Bemerkungen die Beherrschung verlor und ausrastete, ansonsten würde eine Zwangseinweisung erfolgen. Dem war aber nicht so, weder die vermeintliche Psychose, noch eine Zwangseinweisung war nötig. Dennoch konnte der Psychiater die Streitereien in unserer Familie beschwichtigen und ich setzte weitere Sitzungen fort. Mit meinem Vater war ich wieder komplett im Reinen.

Im neuen Jahr folgten diverse Auseinandersetzungen mit der jetzigen Ex-Freundin meines Bruders, weil wir auf die naive Idee kamen, zu dritt eine wg zu gründen. Kurz vor dem Auszug hingegen brannten unsere Nerven durch und nur schon Diskussionen über wg-Regeln führten zum Streit. Aus Rücksicht auf ihre Beziehung weigerte ich mich, mit ihnen auszuziehen und durfte noch eine Weile zuhause in "Asyl" verbringen mit den Bedingungen, an den Wochenenden bei der Mutter zu verweilen. Während dieser Zeit wurden die bösen Geister (also wir??) durch den Vater und seiner Frau mit Weihrauch vertrieben. Komisches Salz lag überall im Haus verteilt, zusammen mit Blumen (irgend so ein Feng Shui Ding), als ich nach Hause kam. Da wurde ich wieder mit allem konfrontiert, konnte mir aber wieder eine gesunde Basis zur 2.Frau meines Vaters erstellen, da ich sie schon als Lebensgefährtin seinerseits akzeptieren möchte.

Glücklicherweise bekam ich dank der Stiefmutter (Sie meinte es zwar immer gut mit uns, aber es harmonierte einfach nie) innerhalb eines Monats, per 01.05.2012, eine gemütliche, kleine 1.5 Zimmer Wohnung, in der ich bis heute wohne und mich nun sehr wohl fühle, ganz im Gegenteil zur ersten Woche nach dem Auszug, denn da passierte es. Der Himmel fiel mir auf den Kopf und meine Welt brach zusammen. Plötzlich war der Saft weg, keine Energie, keine Lebensfreude, nichts mehr war da, woran ich mich festhalten konnte, der Boden wurde einfach so unter meinen Füssen weggezogen. Das rationale Denkvermögen war prakt. = 0 und ich fühlte mich wie ein vor sich hin vegetierendes Gemüse. Ich war alleine, isoliert, hatte niemanden mehr, als ich nach Hause kam. Es war auch deshalb so schlimm, weil ich eine recht konservative und anhängliche Person bin, die sehr schlecht loslassen und eigentlich, bis heute, allein sein kann, insbesondere die Trennung zum Bruder machte mir auch noch zu schaffen.

Fortsetzung folgt...

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