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Anti-Depressionsfaden: Was hat euch geholfen?

T@estA9RHxP


kleiner nachschlag:

dissoziatives Verhalten

Ja, das hatte ich ohne Ende. Ich stand regelrecht neben mir selbst und dachte, ich wär in Wirklichkeit ein Geist :-| und es ist eine andere Person, die da spricht, denkt, was tat...

Das ist ein ziemlich normales Phänomen bei Depressionen und beruht, soviel ich weiss, auf Schlafmangel. Dann spielt einem das Gehirn solche Streiche.

Angst hat mir das eher nicht gemacht, ich habs, weil eh total übermüdet durch Schlafmangel, stumpf z. K. genommen und war vage traurig darüber. %:|

Die lästigen Grübelstimmen hab ich für mich "Störsender" genannt.

Oder auch "Einsager".

Ich hab auch mit denen geredet und tus bis heute ;-D

sie quasseln, nörgeln, machen mich ieder, verhöhnen mich und was nicht alles. Ich sag dann ein fach nur... OK, ihr könnt jede Meinung zu haben, ganz wie es euch passt!

Aber ich denke jetzt trotzdem was anderes, tue folgendes, gehe da und da hin...

und dann liefen diese beiden Sachen parallel.

Ich fand das saumässig anstrengend :-p :-p , aber ich habs konsequent so betrieben.

Inzwischen ist das fast zum Erliegen gekommen und ich habs nur wenn ich sehr gestresst plus müde und/oder kränklich bin und sowas vermeide ich tunlichst.

Ich mach viel Sport und das bringt mich gut drauf. Was ich dann denke, ist meist gut und förderlich für mich, und das sind dann "starke Gedanken" :)z .

Wenn ich aber dann in gestresst-müden/ kranken Zuständen mistiges Zeug denke, denk ich mittlerweile nur noch: Ah ja, mal wieder schwache Gedanken %-| :=o und weiss: ich muss schlafen oder mich auskurieren.

Dann ist das meist sehr viel besser bzw.weg.

*:)

Dnillxes


Ich versuche ein bisschen zu verstehen, wie eine Depression biochemisch entstehen kann, denn damit eine Depression entsteht, braucht es ja, wie für andere Krankheiten bestimmte Voraussetzungen? Also gehen wir von einem Dauerstress aus: dann wird das ganze Serotonin dafür verwendet, um die Stresshormone abzubauen und somit bleibt ja folglich weniger für Glücksgefühle übrig und man würde depressiv werden...

Man vermutet tatsächlich die übermässige Ausschüttung von Stresshormonen hauptsächlich Cortisol aus der Nebennierenrinde für die Erkrankung der Synapsen.

Die Synapsen werden dadurch in ihrer Arbeit Botenstoffe wie Serotonin oder Noradrenalin zu produzieren und wieder aufzunehmen gehindert, dazu kommen oft auch genetische Veranlagung.

Mit einer zu geringen Botenstoffkonzentration fällt man in eine Depression.

Beweisen kann man das eigentlich nur durch klinische Studien wie die Medikamente bei Veruchspersonen wirken. Der Botenstoffspiegel lässt sich lebend nicht messen, da er wegen der Hirn Blut Schranke nicht ins Blut gelangt.

Bei depressiven Suizidopfern hat man aber den zu niedrigen Botenstoffspiegel festgestellt,

desweiteren habe ich die Wirksamkeit von Botenstoffwiederaufnahmehemmern am eigenenen Leib festgestellt. Bei mir hat sich eine Besserung rasend schnell eingestellt.

Man kann bei einer leichten Depression auch durch Jaohanniskraut, Tageslichtherapie 5HTP viel Sport den Spiegel wieder in Ordnung bringen, bei einer mittelschweren bis schweren Depression kommt man ohne ADs nicht mehr heraus.

TXestARDHP


... na dann wars bei mir mittelschwer. Insofern hatt ich noch Glück :)z .

CZallU _of Dutxy


Dann kann ich noch von Glück reden, dass ich eine "einfache Depression" hatte und ohne jegliche Medikamente auskam. Was mich schon interessieren würde, gibt es da bezüglich der Symptome Unterschiede zwischen einer "einfachen" und einer "schweren" Depression, oder sind die vorhandenen Symptome dieselben, jedoch noch extremer?? Auf jeden Fall war ich schon gut bedient mit meiner Depression.

Zwar kann ich mittlerweile wieder rational denken und die Lebensfreude ist grösstenteils, wenn auch nicht mehr so wie früher, zurückgekehrt aber ich kann irgendwie nicht mehr recht loslassen und mich gehen lassen, wahrscheinlich, weil mein Über-Ich mich noch zu fest im Griff hat. Des Weiteren bin ich ziemlich introvertiert geworden und verbringe die Zeit zum Teil lieber alleine als mit Freunden. Zugegeben, dass ich vor der Depression schon gerne alleine war, aber das ist nicht das Gleiche wie jetzt. Als Beispiel habe ich gestern ein sms eines Freundes erhalten, der am Samstag eine Party organisiert, wo ich vor 2 Jahre sofort ja dazu gesagt hätte und jetzt sagt irgendwie eine Stimme im Kopf: geh da nicht hin...

Was mir auch aufgefallen ist, dass ich während der Depression richtig Angst vor grösseren Menschenmassen hatte, ich fühlte mich richtig unwohl und hatte einen Kloss im Hals, also eine Art Sozialphobie. Zwar habe ich nicht mehr so extreme Gefühle, wenn ich mich ins Getümmel werfe, jedoch ist mir das auf eine Art immer noch unangenehm. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dies bezüglich vielleicht nochmals einen Psychotherapeuten aufsuchen sollte??, denn während meiner Depression hatte ich meinen Psychiater aufgegeben und alles auf eigener Faust versucht, mit Erfolg und natürlich mit der dankbaren Unterstützung meiner Familie, aber dennoch ohne professionelle Begleitung insofern.

Vielleicht kann mir da jemand noch Ratschläge geben, der schon weiter ist als ich...

DEillxes


@ call of duty

eine Depression ist schleichend , ich war oft insbesondere im Winter leicht depressiv, versuchte dies mit Johanniskraut in den Griff zu bekommen. Es gab aber kein Jahr in dem ich keine Verstimmungen hatte, in einer Depression kapselt man sich tatsächlich ab und scheut Kontakt mit Menschen. Irgendwann beschäftigt man sich nur noch mit sich selbst und seiner negativen Befindlichkeit, es fängt dann eine Spirale nach unten an, wenn man z.B. in extremen Stress kommt, führt dies dann zu einer immer stärker werdenden Depression. Das schlimmste und an dem man den Weg in diese Abwärtspirale erkennt ist ein ständiges Grübeln welches sich im Kreis dreht und zu keinerlei Ergebniss führt. Das Grübeln führt zu Schlaflosigkeit zum Verlust des Hungergefühls bis zu einem totalen Verlust Freude zu empfinden, weder an Sex, Musik, Sonne, Gesellschaft, Essen, Bewegung, am Schluss nützt man jede Minute um sich unter der Bettdecke zu verstecken um die Umwelt nicht mehr wahrnehmen zu müssen, weil man sie nur noch in einer negativen Dunkelheit sieht. Aus dieser Situation kommen viele nicht mehr heraus und es endet oft in einem Suizid der als einziger Ausweg gesehen wird diese Pein zu beenden.

Achte auf dich ob du z.B. schon grübelst und du kannst auch einen Goldberg Test machen um festzustellen wie weit du in einer Depression steckst. (Googeln) Bei mir war er beim Ergebniss sofort in die Klinik. Meine Frau hat mich zwangsweise zu einem Psychiater gebracht der mich mit Medis wieder in die Spur gebracht hat. Ich war aber ziemlich tief drin und dann dauert es sehr lange bis man wieder leistungsfähig ist, aber die Depression war wenigstens weg. Das Hirn verarbeitet aber noch sehr lange das Erfahrene man ist sehr lange Unkonzentriert man überliest ganze Passagen von Artikeln und weiss nachher gar nicht was man gelesen hat, man vergisst Termine und Abmachungen.

Ich kann daher nur raten rechtzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, je früher man das behandelt desto besser ist es das auszuheilen.

Ich bin leider sehr spät behandelt worden und bin nach der tiefen Depression in eine Hypomanie gerutscht und bin jetzt Bipolar eine fast unheilbare Erkrankung die meist lebenslang behandelt werden muss.

H^imbeeqrxe90


Hallo,

ich bin 22 Jahre alt und leide seit meinem 13. Lebensjahr an einer Depression.

Ich hatte schon mehrere ambulante Therapien und befand mich öfters in Kliniken (Kinder- und Jugendpsychiatrien, sowie Erwachsenenpsychiatrien). Antidepressiva und Neuroleptika habe ich auch schon mehr als der Durschschnitt durch, leider nie zufriedenstellend, zurzeit bekomme ich Amisulprid; komme damit ganz gut zurecht.

Was mir persönlich weiterhilft:

- Tiere

- das Glücksgefühl, nachdem ich etwas erledigt habe

- meine Selbsthilfegruppe

- Therapeutengespräche

- Shisha rauchen

- Cola trinken

- mit Freunden treffen

- Essen gehen

- Chatten

- mich aufstylen

- Ausflüge unternehmen

- zum Friseur gehen

- zur Kosmetikerin gehen

Mir fällt sicher noch das ein oder andere ein. Es gibt ja noch so viele schöne Dinge, die einen glücklich machen.

Zu meiner jetzigen Situation kann ich sagen, dass seit September letzten Jahres leider wieder ausbildungsplatzsuchend bin. Ich begann letztes Jahr im August eine Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte und hatte zu dem Zeitpunkt leider im größeren Umfang mit einer Depression zu kämpfen. Somit kam es dazu, dass ich mehrmals nicht auf der Arbeit und in der Berufsschule erschien und mir dann im Endeffekt gekündigt wurde, was natürlich vollkommen nachvollziehbar war. Danach ging ich für 6 Wochen in eine psychosomatische Rehaklinik, half mir persönlich sehr. Seit ich wieder zu Hause bin, war ich nun zweimal in einer Selbsthilfegruppe, leider wird dort nie über Probleme gesprochen, man sitzt einfach nur gemütlich beisamen, ist das tatsächlich der Sinn einer Selbsthilfegruppe?! Ich dachte halt immer, dass man in einer Selbsthilfegruppe seine Probleme anspricht und die anderen einen beraten und helfen. Habe inzwischen zweimal dort gefehlt aber ich denke, dass ich nächste Woche wieder hingehen werde und möchte. Nächste Woche habe ich auf Aussicht eines neuen Ausbildungsplatzes drei Vorstellungsgespräche, das erste ist schon am Montag und die anderen zwei am Dienstag. Ich bin jetzt schon so aufgeregt, denn es werden auf mich auch Einstellungstests zukommen. Ich habe so sehr Angst vor den Fragen, man wird mich fragen, warum ich auf dem Abschlusszeugnis über 70 Fehltage habe, was ich die letzten Monate bis heute beruflich gemacht habe, usw. Ich habe große Panik vor diesen Fragen und muss mir echt gute Antworten überlegen, sonst habe ich keine Chance auf nen Ausbildungsplatz, zumal ich schon 22 Jahre alt bin, andere sind in dem Alter schon ausgelernt.

Auf jeden Fall werde ich nächste Woche mal berichten, wie die Gespräche gelaufen sind und vielleicht fallen mir noch ein paar Dinge ein, die einem aus der Depression helfen und guttun. :-D

CCallH ofn 2Duty


@ Dilles:

Vielen Dank für den Rat, aber wie schon erwähnt, bin ich aus einer leichten Depression soeben wieder raus, so weit es geht und bin nun mit den Überbleibseln am kämpfen. Ich wollte an dieser Stelle eben fragen, ob ich damit zu einem Psychotherapeuten gehen sollte oder ob ich das auch alleine hinbekommen könnte, denn man findet ja auch sehr viele gute Bücher.

Bei mir war es noch speziell. Die letzten 2-3 Jahre hatte ich enorm viele Probleme im zwischenmenschlichen Bereich. Ich hatte nur noch Streit und Probleme in der ganzen Familie, besonders mit der 2. Frau meines Vaters. Des Weiteren wurden mein Bruder und ich aus dem Haus rausgeschmissen und alsbald ich in der neuen Wohnung war, kippte vom einen auf den anderen Tag sozusagen ein Schalter um und alles war auf einem Schlag weg. Mein grösstes Hobby ist Motorrad fahren und wie du schon erwähnt hast, machte mir das auf einmal keine Freude mehr. Aber das ist jetzt wieder ganz anders, ich bin so ungeduldig auf den Frühling, dass ich selbst diesen Monat, aufgrund der milden Temperaturen hier in der Schweiz, ein paar mal schon unterwegs war mit dem Motorrad und es bereitete mir wieder richtig viel Freude, meine PS über die Strassen zu jagen.

@ Himbeere90:

Ich bin auch 22 ;-D. Leider gehören mich aufstylen, Kosmetikerin und Friseur nicht ganz zu meinen Beschäftigungen, da ich ein Mann bin, aber deine Ansätze gefallen mir sehr gut und wir sind uns da ähnlich.

Ich hatte meine Depression von Mai- ca. September. Was mir sehr gut geholfen hat waren folgende Dinge:

- Motorrad fahren

- Kochen

- In die Natur spazieren gehen oder an meinem Lieblingsort draussen verweilen und nur mal das um mich herum zu beobachten.

- Am See die Schwäne aus der Hand füttern

- Schreiben (Gedicht/Tagebuch)

- Familie (insbesondere hat mich meine Mum während dieser Zeit oft auf eine Bergwanderung oder Ähnliches mitgenommen, was mir immer sehr gut getan hatte.)

- Im Internet nach interessanten Themengebiete surfen

- Musik

- Biken, Schwimmen (allg. Sport)

Jedoch musste ich mich oftmals sehr stark motivieren und konnte keine Freude erleben, obwohl es für die Seele sehr gut war. Es gab viele Wochenenden, wo ich nur zuhause sass und nicht von dem Fernseher wegkam.

Ich weiss nicht, wie lange du in der Schule warst oder wie das Schulsystem generell funktioniert in Deutschland, aber ich bin in einer ähnlichen Lage. 2006-2010 absolvierte ich das Gymnasium und musste dann anschliessend nach der Abschlussfeier für 10 Monate meinen Militärdienst leisten zzz , *würg*, obwohl ich nun positiv darauf zurückblicke, wollte ich zu Beginn überhaupt nicht :(v

2011 Begann ich mein Geologie Studium an der ETH und brach dies nach 6 Wochen wieder ab, da ich zu dieser Zeit mit meinem Bruder noch zuhause wohnte und täglich Streit mit der 2.Frau meines Vaters hatte, die damals kürzlich eingezogen war.

Nun bin ich soweit angelangt, dass ich weiss, was ich studieren möchte und dafür zuerst ein 11 monatiges Praktikum absolvieren muss, wofür ich mich jetzt die nächsten Wochen bewerben werde und hier liegt wieder der Hund begraben, mein innerer Schweinehund hindert mich daran und ich traue mich nicht, anzurufen etc. Da ich irgendwie Angst, da ich mich nun zum ersten Mal richtig bewerben muss und das alles neu für mich ist und ob ich die Arbeitgeber nicht enttäuschen würde, da ich beinahe keine Kompetenzen mit einbinden kann.

Noch zu deiner Situation eine Frage: Da du schon so lange damit am leben bist, kannst du da nicht ehrlich sagen, dass du unter Depressionen leidest und darum nicht arbeitsfähig warst?? Ich hatte das ungeheure Glück, dass mein Vater mich "angestellt" hat bis heute noch und deswegen meine arbeitsunfähige Lücke geschlossen bleibt.

TTes^tARxHP


@ call of Duty

Mir gehts ähnlich wie dir!

Bevor ich Depressionen kriegte, war ich weit geselliger als heute. Ich hatte allerdings auch immer wieder Phasen, wo ich mich zurückzog und eigenbrötlerisch für mich hin murkelte.

Ich brauchte das, um Pause zu machen und die Eindrücke aus den aktiven und geselligen Phasen zu verarbeiten.

Meine damaligen Bekannten waren ziemlich thrillmässig drauf, immer in die Disco, immer neue Herrenbekanntschaften- und mitmal fand ich das absurd und irgendwie beklemmend.

Meine damalige Beziehung, war noch ok. Ich fühlte mich sehr gut und verglich mich mit meinen Freundinnen, die immer noch auf der Jagd und offenkundig unglücklich damit waren.

In dieser Zeit hatte ich schon weniger echten Bock auf Action- das ist sicherlich auch altersmässig angemessen, wenn man mit Mitte/Ende 30 endgültig aus der Partyphase raus kommt.

Der Depri hat mir den restl. Elan dann für lange Zeit komplett ausgetrieben.

Ich hab jahrelang daran gearbeitet, den Depri so gut wie möglich einzudämmen, und wusste schon bald, dass ich nie mehr so unbeschwert leben würde wie vorher.

Party ist manchmal ganz nett, aber mehr auch nicht.

Man merkt immer mehr, dass man nichts wirklich verpasst, wenn man auch mal ne Party- Runde auslässt.

während der Depression richtig Angst vor grösseren Menschenmassen

Wenn man richtig drinsteckt in einer depressiven Phase, hat man meist enormen Schlafmangel und einen hohen Stresspegel.

Schlafmangel schränkt die Wahrnehmungs- und Verarbeitunfsfähigkeit enorm ein, und zu viele oder zu starke Eindrücke bringen sofortige Überforderung mit sich.

Dazu gehören z. B. Actionfilme im Kino oder im TV, Menschenansammlungen, helles Licht, grelle Farben, Partys, viele Leute, komplizierte Gespräche, Lärm und Geschwindigkeit oder sonstige Reizüberflutungen.

Wenn das allgemeine Stressniveau erhöht ist, dann bringt einen schon ein kleiner Klacks auf die Palme, was man, sofern entspannt und ausgeglichen, entspr. cooler sieht.

Somit ists ja dann auch klar, dass Menschanansammlungen, auf die man in Zeiten erhöhten Stresses trifft, einem mehr Angst einjagen. Es sind einfach zu viele Eindrücke, die man kaum verarbeiten kann, weil man halt gerade nicht dazu in der Lage ist.

Es kann sehr lange dauern, bis sich das wieder normalisiert- die Erfahrung hab ich auch gemacht.

Trotzdem bin ich auch heute lieber mit weniger Leuten seltener, aber dann regelmässig zusammen, anstatt dauernd viele um mich herum zu haben.

Man wird halt "gesetzter" sozusagen :)z :-D .

Ob das depressiv ist? Könnte es vllt. sein, aber für mich senkt es ganz klar den Stresspegel.

Hauptsache mir gehts dabei gut.

Die VT hat mir geholfen, meinen allgemeinen Seelenhaushalt auszumisten und damit meinen Stresspegel langsam zu senken, und dadurch bin ich allgemein wieder stabiler geworden.

Dafür hab ich nach dem Therapie- Ende rund 10(!) Jahre gebraucht. Es ist halt eine langwierige Sache damit. Die richtige Therapie hat für mich eigentlich erst nach der Therapie angefangen – nämlich in Form der Umsetzung der Therapieinhalte auf freier Wildbahn!

10 Jahre, das ist ne lange Zeit. Da ist man älter geworden und schwupp: sind die Vorzeichen für wirklich alles wieder neu gesetzt. Sollte ich etwa jetzt mit 52 noch in der Disco abhängen wollen? Fänd ich seltsam ;-)

Die Ausgangsit., in der der Depri damals bei mir aufkam, hat sich für mich längst grundlegend geändert, so dass derzeit gar keine Gefahr besteht, dass ich wieder in der damaligen Weise abrutsche.

Viele Aspekte meiner selbst habe ich mit der Zeit ziemlich umdefiniert.

Wow. Mitmal bin ich Anfang 50 und unglaublich viele Sachen haben sich geändert.

Mein Leben vor und während des Depris scheinen nacheinander auf 2 verschiedenen Planeten stattgefunden zu haben, und inzwischen bin ich auf einen dritten umgezogen, so fühl ich mich ;-)

Ok leichter ists jetzt nicht, aber ich glaube, dass ichs auch weiterhin gebacken kriege :)z .

*:) *:)

Z6wajck4x4


Ich hab selbst Depressionen, nehme Citalopram 10mg und bin derzeit auf Suche nach einer Therapie, weil das meine letzte Hoffnung ist.

Incognito, die niedrigste wirksame Citalopram-Dosis und -Erhaltungsdosis bei Depressionen liegt bei 20 mg täglich! Wenn Du weniger nimmst, ist ein Behandlungserfolg sehr unwahrscheinlich.

C~all of$ Dxuty


@ TestARHP

Wow, 10 Jahre sind nun wirklich eine lange Zeit, zugegeben. Ich hoffe, ich werde dies in einem kürzeren Zeitraum packen können und bin da zuversichtlich. Ich darf keine Zweifel haben und werde mich selbst mit meiner, so hoff ich doch, starken Psyche ein bisschen programmieren.

In den letzten Tagen habe ich mir wieder viele Gedanken gemacht und soviel ich mich erinnern kann, war ich während des Gymnasiums 2006-2010 auch nie gerne alleine unter grösseren Menschenmassen, ich fühlte mich oftmals nur in kleineren Gruppen wohl. Ich denke der Grund lag da vor allem an meinem geringen Selbstwertgefühl, da ich sozusagen immer in die Köpfe der anderen Leute schaute und mir aufgrund der Gesichtsausdrücke etc. ausmalte, was sie wohl über mich dachten und das waren nie schöne Gedanken. Extrem war dies eben während der Depression: Da sass ich ein paar Mal richtig im ganzen Trubel auf einer Bank an der Seepromenade und ich blickte jeden an, der an mir vorbei lief. Viele sahen mich an, als ob ich nicht von dieser Welt stammte, ein paar drehten sich sogar um. Das gab mir dann den Rest. Nun konnte ich zum Glück aufgrund ein paar guter Ratschläge im Internet dieses Verhalten auf ein Minimum reduzieren und ich bin nun der Meinung, dass es wahrscheinlich daran lag, dass ich die Leute verstört und ängstlich angesehen hatte.

52 Ist ein stolzes Alter :)z nochmals solange und du bist schon über 100 ;-D

Zu Discos etc. muss ich gestehen, dass ich ohnehin nicht der Typ dafür bin, mich trifft man eher in einer gemütlichen Bar-Runde mit Freunden bei einem Gespräch. Ich bin noch nie nach Zürich gross in den Ausgang, ausgenommen ein paar mal einen Kino Besuch. Das einzige Mal, dass ich richtig auf den Putz gehauen habe, war die Abschlussreise nach Mallorca an den Ballerman. Da habe ich eine Woche lang im Bierkönig, Megapark und was es sonst noch gibt an Clubs etc. die Sau rausgelassen %-|

Und ehrlich gesagt, reicht mir das, bis ich in Pension gehe. Parties und dergleichen Besuche ich ab und zu gerne, solange diese nicht unter dem Motto: "Saufgelage" durchgeführt werden. Ich habe es schlichtweg nicht mehr nötig.

Caall of] Duty


Hier noch ein aktuelles Beispiel meiner merkwürdigen Situation: Seit gestern ist neben mir eine Frau eingezogen und hat sich nicht vorgestellt, was ich selbst auch nicht sofort getan hatte, als ich hier eingezog. Ich habe praktisch alle beim Vorübergehen kennengelernt. Was mir auffiel, ist dass sie aus Deutschland kommt, da ich ein Auto mit einem deutschen Kennzeichen habe stehen sehen auf dem Parkplatz.

Nun habe ich bei mir gedacht, dass für sie alles noch neu sein könnte und sie niemanden kennt. Heute habe ich Wäsche gemacht (Unsere Wohnungen befinden sich im UG, gleich neben der Waschküche), als ich das Schloss hörte bei ihr. Sofort schoss mir das Blut in den Kopf (Ich leide seit meiner Kindheit an Erröten, womit ich aber sehr gut leben kann an und für sich), was mir eigentlich schon lange nicht mehr passiert ist und ich insofern nicht erklären kann, warum mir das soeben passiert ist, denn wofür hätte ich mich schämen müssen. Ich habe lediglich nicht damit gerechnet, dass sie aus der Wohnung käme. Ich stand also im Trocknungsraum und sie kontrollierte den Waschgang, ob er schon fertig war, im Raum nebenan. Meine Wohnung stand dabei offen und ich dachte, sie würde somit auf mich zukommen und sich vorstellen. Leider verschwand sie sehr schnell wieder in ihrer Wohnung ohne, dass ich die Gelegenheit gehabt hätte, mich vorzustellen.

Ich war richtig enttäuscht von mir selbst und machte mir etliche Vorwürfe, ich sei ein Idiot, dass ich nicht auf sie zugegangen war und mich vorgestellt habe etc., obwohl ja eigentlich der Neuzugang sich darum bemühen sollte, sich vorzustellen, so meine Vorstellung davon, denn ich habe mich ja auch bei allen vorgestellt bei meinem Einzug letzten Jahres. Dennoch wollte ich sie unbedingt heute kennen lernen, da ich ein schlechtes Gefühl dabei habe, wenn ich nicht weiss, wer da neben mir wohnt. Also habe ich solange Wäsche gemacht, bis ich erneut die Tür hörte, ich war dabei in meiner Wohnung. Also habe ich da all meinen Mut zusammengenommen und bin auf sie zugegangen und habe endlich das Eis gebrochen. Dennoch störten mich meine unangenehmen Gefühle bei dieser ganzen Geschichte und kann das jetzt irgendwie nicht einordnen, ob das noch eine Folge der Depression sein könnte, denn dass ich mir aufgrund einer solchen Kleinigkeit den Kopf zerbrechen würde hatte ich nicht vor der Depression.

Vielleicht kommt das jemandem bekannt vor und kann eine Erklärung hier für liefern.

@ nachtschwaermerin:

Wie sieht es eigentlich mit deiner aktuellen Situation aus (Abschluss, Partnerin, Arbeit, Stress, die Sicherheit, nach der du verlangst) ???

T$estAxRHP


@ call of duty

Ja, 10 Jahre sind schon eine lange Zeit. ;-) 104 ist ein noch stolzeres Alter o:) , aber das bringts nur, wenn man fit ist und nicht zu viele Zipperlein hat, glaub ich.

Drum geb ich mir die 85 ;-) :)=

werde mich selbst mit meiner, so hoff ich doch, starken Psyche ein bisschen programmieren.

... ich bin sicher, du bist auf einem sehr guten Weg :)_ :)_ :)^ :)^ .

Mit Hilfe der erlernten VT-Techniken hab ich mich ebenfalls "umprogrammiert" und das ist mir inzwischen zu gut 60% gelungen.

Wenns mir mal wieder schlecht gehen sollte, werde ich es wieder so machen.

Noch ein bisschen mehr und ich bin wieder normal ;-) !

Jetzt kommt einer meiner beliebtesten VT Tricks ;-)

Dennoch störten mich meine unangenehmen Gefühle bei dieser ganzen Geschichte

...Ganz klar ein "Störsender" ]:D .

Erkennbar an dem miesen flauen Gefühl, das davon produziert wird.

Man fühlt sich"erwischt", blamiert, schämt sich, denkt, man hätt einen fatalen Fehler gemacht und wird auf frischer Tat ertappt, usw. usw.

Die "Stör- Message":

He, du Taugenichts! wie kannst du dich so unhöflich, unmanierlich, zudringlich, unangemessen, deplatziert usw. benehmen, |-o |-o schäm dich!

Oder: Feigling, Memme, dass du das mit dem unbekannten Nachbarn nicht erträgst!

Kannst du Heulsuse nicht mal EIIINE Minute abwarten, bis dein Gegenüber sich auf dich zubewegt? Hör auf zu jammern! so warst du schon immer %-| :(v

allein: da war kein realer mensch, der so was zu dir gesagt hat. Es war nur ein Einsager – einer von der Sorte, mit denen du auch mal sprichst :)z ;-)

Das Ganze war also nur in Gedanken.

Aber in Wirklichkeit hast du ganz real einfach nur das Eis gebrochen :)^ :)^ !

Das wars :)z :)_ .

Weiter gehts:

Wenn einem jemand tatsächlich so was sagen würde, dann würde man sich evtl. schämen, verdammt unangenehm wär das. Wenn man ein 7jähriges Kind wär, das sich danebenbenommen hat und dafür ne Strapfredigtkriegt.

Aber du bist erwachsen und kannst sehr gut selber entscheiden, was für dich jetzt ok ist und was nicht.

Wenn dich tatsächlich einer mit sowas behelligen würde, würdest du dich sicherlich wehren.

Einer Person würde man sagen: mischen Sie sich da gefälligst nicht ein, das ist meine Sache!

Sinds aber nur Gedanken, dann muss man sie knalllhart auseinanderpflücken. Wo kommt das her, wer hat mir das mal gesagt, stimmt das? Ist das auf diese Sit. überhaupt angemessen und qualifiziert?

Das muss so lange durchgeochst werden, bis alle Aspekte der Sache innerlich durchdiskutiert sind, und wenn es einem noch so abwegig oder verrückt vorkommt.

Zweifel, Fragen, was wäre wenn, das muss alles beachtet sein – slange bis einem nichts Weiteres mehr dazu einfällt.

Zum Schluss muss man sich dann was Praktikables, Förderliches, Hilfreiches und Konstruktives dazu ausdenken, was dann den ganzen miesen Parolenhaufen entkräftet.

Das ist sozusagen VT und es ist verdammt mühsam, wenn mans konsequent betreibt.

Ich hab lange Zeit kaum eine unangenehme Sit. ausser Acht gelassen und alles zerpflückt und durchanalysiert, immer wieder.

Die ganze Arbeit hat sich gelohnt und die Ergebnisse können sich blicken lassen.

Ich kann mich jetzt sehr viel besser durchsetzen und auf meine eigenen Bedürfnisse achten und das wird nicht verdrängt oder verschoben. Flau- miese Gefühle zieh ich längst mal zwischendurch aus dem Gully, wenn mal wieder irgendwas quer liegt.

Wenn ich dabei bleibe, wird sich nie mehr soviel Seelenmüll aufbaun wie das mal der Fall war.

War das jetzt depressiv mit dieser Situation – glaub ich nicht, das war einfach ein hinderliches Lernergebnis von früher, das man updaten kann, im Sinne einer zeitgemässen Erneuerung :)z

*:)

Ctall Yof Dutxy


@ TestARHP

Vielen Dank für deinen Rat und dass du mich wieder auf diese innere Stimme (=Störsender) aufmerksam gemacht hast. Ich habe selbst sehr viel darüber gelesen, aber nun komme ich in diese Situation und zack, habe ich gleich alles wieder vergessen. Das Gehirn kann einem üble streiche spielen.

Es gibt da auch noch ein Buch, das ich bestellen möchte, und zwar: Hermann! Vom klugen Umgang mit dem inneren Kritiker, von Tom Diesbrock.

Aufgrund von Rezensionen, weiss ich, dass es in diesem Buch eben um diese genannten "Störsender" (Über-Ich = Gewissen) geht und wie man mit diesen Sendern umgehen soll. Es wird einem nahegelegt, dieser Stimme einen Namen und eine Gestalt zu geben. Ich stelle mir meine darum wie einen Öltropfen vor mit einem dämonischen Grinsen, einer Sonnenbrille auf, Arme und Beine und die Spitze des Tropfens, also der Kopf, brennt und habe ihn Jack genannt. ]:D ]:D

Sobald nun eine Situation eintrifft wie die meinige gestern, meldet sich dieser fiese Öltropfen und macht mich nieder. Soviel ich weiterhin herausgefunden habe, ist dieser "Störsender" ein kleines, verletzliches Kind in deinem Verstand, das in einer ruhigen Ecke vor sich hinkauert (so stell ich mir das in etwa vor) und kann nur in einfachen Worten, die du oben sehr schön aufgelistet hast, mit dir reden. Dabei wird einem ein simpler Trick empfohlen, um ihm das Handwerk zu legen.

Stell dir vor, du hast in einer Prüfung eine 6 (bei uns ist das die Höchstnote ;-D ). Dann wird sicher dieser Störsender kommen und behaupten, du seist dumm und kannst nichts. Dann braucht man den simplen Sprachgebrauch dieses Störsenders bloss in diplomatische Worte zu verwandeln, wie, du hast eine schlechte Note und hast derzeitig noch nicht den Wissensstand erreicht, den du bestreben möchtest. Oder, du bist in den Anfängen deiner Wissenserweiterung und kannst zur Zeit noch nicht viel, aber das wird sich ändern.

Zu meiner gestrigen Situation würde ich seine Worte nun so verstehen: Du hast dich ein bisschen ungeschickt angestellt und hättest dich besser verhalten können und den ersten Schritt machen können, denn der neuen Nachbarin könnte alles neu und fremd vorkommen.

Wie bist du während deiner VT damit umgegangen?? Ist das ein guter Ansatz oder zu simpel und amerikanisch??

T0estA<RHP


@ call of Duty

ein bisschen ungeschickt angestellt und hättest dich besser verhalten können

... sehr wohlwollend gegenüber dem Störsender ;-) :=o

Während meiner VT habe ich einen weit radikaleren Umgang damit praktiziert.

Es war mühsam. Sobald mir ein flaues Gefühl aufkam wann und wie auch immer, musste ich sofort ein Blatt Papier zücken und das alles notieren. Das nannte sich "Protokoll".

Dort habich dann meine Gesamtbefundlichkeit sortiert angegeben: Gefühlslage, Körpergefühle dabei (Herzrasen? Zittern, Schwindel? Übelkeit, etc.) Stärke des Ganzen auf einer Skala von 0- 10.

Stärke der Gefühle von o- 10. Gedanken- Inhalte: was denke ich? Auch da alles aufschreiben, wurscht, wie blöde, verrückt, abwegig oder bekloppt es mir auch vorkommen könnte.

Dann kam das Mühsamste:

Da musste ich all den Kram Punkt für Punkt durchchecken:

WER sagt das? Stimmt das? Wenn ja: ists qualifiziert und auf meine Sit. anwendbar?

Wenn ja, warum? Wenn nein: warum?

Bei manchen Punkten kamen sogar noch Unterpunkte dazu, die mussten genau so durchgecheckt werden.

Wenn nichts mehr Neues dazukam, dann musste ich Punkt für Punkt durch o.g. Konstruktives, Förderliches, Tröstliches und Hilfreiches bzw. Angemessenes ersetzen, alles schriftlich.

Du kannst dir nicht vorstellen, wieviel Papier ich verbraucht habe ;-D ;-D

und viele dieser Protokolle hab ich mir auch aufgehoben. Später hab ich festgestellt, dass diesen Einsagern halt ein Muster zugrunde liegt, das immer wieder mal einzurasten und anzudocken versucht.

Das hat ja nicht während der Therapiesitzungen stattgefunden, sondern live- überall, wo mir die Suppe damit hochkam.

Ich hatte also immer was zu Schreiben dabei.

Inzwischen kann ichs längst ohne Schreiben.

Und als ich dein Posting las, "hörte" ich deine Einsager regelrecht ]:D ;-D ;-D

*:) *:)

T!est(A,RHP


kl. Nachschlag:

Die alten Einsager taktvoll zu behandeln, finde ich nicht angebracht. Sie bewerten und verurteilen.

Übersetzt man sowas in einen nett klingenden Code, dann hilft man ihnen bei der Tarnung.

Mir zumindest gehts dabei nur um eins: sie endgültig stillzulegen ]:D *:)

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