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Spiegel Beitrag "Wahnsinn wird normal" u.A. die Adhs-Diagnosen

SU. iwall2isii


zum Thema: ich glaub gern dass heute bestimmte Diagnose schnell und vllt zu schnell bei der Hand sind, ich glaube aber ebenso dass psychische Krankheiten heute wirklich häufiger vorkommen. Das muss ja nicht entweder oder sein, im Gegenteil.

AIrka%schUa


Selbst wenn es so ist, dass immer mehr Menschen an psychischen Erkrankungen leiden, würde mich mal interessieren wieso. Was ist denn die Ursache? Was läuft vielleicht auch in unserer Gesellschaft falsch? Oder wurde es früher einfach nur nicht erkannt?

Trotzdem bin ich der Meinung, dass heutzutage jedes "abnormale" Verhalten allzu schnell einen Namen aufgedrückt bekommt. Individuen sind heute einfach nicht mehr erwünscht und jeder Mensch der Norm (wie auch immer diese Norm aussieht) entsprechen.

S`. wa>llisii


Was läuft vielleicht auch in unserer Gesellschaft falsch?

Wettbewerb, Druck, enges Aufeinanderleben mit Fremden, da gibt's sicher einiges was da Gründe sein könnten. Und ja, auch die Gleichschaltung erklärt Individuen nicht nur schnell zu unnormal sondern verursacht auch ihrerseits an sich Leid.

m"nxef


Da kann er nicht einfach ein Rezept ausstellen, nur um schnell Kohle zu machen.

So sollte es zumindest theoretisch sein. In der Praxis – nicht nur bezogen auf psychische Erkrankungen – läuft es aber anders. Da werden ja sogar ohne weitere Untersuchung Antibitioka bei Schnupfen, der meist viral ist, verschrieben. Aber der Patient kann mit nem Rezept nach Hause gehen und fühlt sich wenigstens "behandelt".

Ich habe auch eine organische Erkrankung die keiner für Voll genommen hat, erst wurde mir geraten, doch mal Baldrian zu nehmen, dann lieber gleich Psychopharmaka :-o

Das heißt natürlich nicht, dass es keine psychischen Krankheiten gibt und diese nicht auch in den letzten Jahren zugenommen hätte. Gründe dafür wie zum Beispiel permanenter Druck gibt es zur Genüge.

Zur für die Diagnose zum besten des Patienten wird sich aber bei weitem nicht so viel Zeit genommen, wie es für meinen Geschmack sein sollte. Was aber eben auch wieder darin zu erklären ist, was ein Arzt so für seine Sprechzeit mit einem Patienten verdient :-/ Trotzdem sollte das nicht viele Doktoren dazu verleiten, psychische Ursachen als schnelle Diagnose zu missbrauchen, wenn diese einfach nicht weiter wissen. Bequemlichkeit eben.

bumxed


Hallo,

Und so ist das auch beim Menschen. Da könnt ihr gerne drüber lachen, aber bei mindestens 80% der ADHS Kids könnte man die Pillen weg lassen, weil die "Haltungsbedingungen" nicht stimmen, oder man wie bei Kampfhunden die Eltern zur Tauglichkeits-Prüfung schicken müsste.

schon länger meine Meinung.

Heute steht bei uns in der Zeitung, dass 25% der Jungen (und ein paar Prozent Mädels) wegen ADHS auffällig werden und viele von denen Ritalin bekommen.

(Normalerweise ist das Auftreten einer Besonderheit aus meiner Sicht KEINE BESONDERHEIT MEHR, wenn sie über 5% liegt ... ":/ ... von daher scheint ADHS zur Normalität zu werden ... )

Interessant ist, dass es leider immer die Kinder von Leuten aus "bildungsfernen Schichten" und Arbeitslose trifft ... ":/ ... Kinder von Besserverdienenden und Gebildeteteren sind nicht so oft davon betroffen.

Weiterhin gibt es regionale Unterschiede bei der ADHS-Diagnosehäufigkeit. Eine "statistische Häufung" findet sich in und um Würzburg, dort gibt es massenweise Psychologen und einen Lehrstuhl für ADHS an der Universität ... (ein Schelm wer da einen Zusammenhang hergestellt hat :-X )

Und wenn ich das nochmal wonanders richtig gelesen habe, dann ist die echte medizinische Diagnose, wo bestimmte Transmitter im Gehirn gemessen werden und von denen dann "zu wenig" da sind ... Prozentual seit JAHRZEHNTEN IMMER GLEICH!!

Von daher schließe ich, dass FAST NIEMAND von unseren heutigen Kindern ECHTES ADHS hat (mein Mitgefühl ist mit all denen, die es wirklich haben ... und denen gönne ich eine medikamentöse Behandlung, damit sie mit dem Leben klarkommen). Alle anderen sind Opfer ihrer ELTERN und anderer Erziehungspersonen.

Wenn ich mir ansehe, dass Jungen NUR noch von Müttern, Erzieherinnen und Lehrerinnen erzogen und unterrichtet werden ... wen wundert es, wenn die auffällig werden. ;-D

Und wenn dann noch Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation im Elternhaus vorliegt ... dann sind die Kids auf jeden fall "zu aktiv", "zu laut", "zu VORLAUT!", "zu frech" ...

Aber der Staat sorgt ja dafür, dass die Kinder fast kaum noch zu Hause sind ... außer zum Abendessen und zum Schlafen ... aber dann müsste er auch für geordnete MÄNNLICHE BETREUUNG SORGEN ;-D

b>med


Und wenn ich mich so umschaue, in meinem Bekanntenkreis, dann gibt es einige Kinder, die meiner Meinung nach eben einfach "Kinder" sind mit allem was dazu gehört, aber aus denen die Eltern und Ärzte behandlungsbedürftige Patienten machen.

Und das tut mir dann wiederum für die leid, die wirklich krank sind.

ich habe Eltern auf den Kopf zugesagt, dass ihr Kind "nicht lernbehindert" ist und KEIN ADHS hat ... sie wollten es nicht wissen.

Und als Ritalin den gegensätzlichen Effekt hatte, als wie gewünscht war, da wurde es abgesetzt und man saß im Auto, zum nächsten Professor, zum nächsten Psychologen, zur nächsten Untersuchung ...

... mir tat das Kind sehr sehr leid ... es ist jetzt auf einer Sonderschule ... echt verschleuderte Kindheit ... weil die Eltern mit dem Kinde nicht zurecht kommen %:|

MLissxAvo


zum Thema: ich glaub gern dass heute bestimmte Diagnose schnell und vllt zu schnell bei der Hand sind, ich glaube aber ebenso dass psychische Krankheiten heute wirklich häufiger vorkommen. Das muss ja nicht entweder oder sein, im Gegenteil.

Im Mai gibts eine Neuauflage des DSM "Diagnostische & Statistische Manual Psychischer Störungen"

Dieses bestimmt was noch normal ist & was verrückt. Psychiater & Psychologen aus aller Welt reichen dafür Vorschläge ein für Definitionen neuer Krankheiten. Zitat:

"Gerade in dn vergangenen Monaten lohnte es sich neue Krankheitsvorschläge einzureichen, denn die Mitglieder der Apa (American Psychiatric Association-158 Personen) überarbeiteten ihre Bibel zum ersten Mal seit fast 20 Jahren. Eine seltene Gelegenheit, sich mit einem eigenen Eintrag unsterblich zu machen."

Das war nur ein kurzer Auszug, der mich sehr hellhörig werden ließ.

Was vor 20 Jahren als schusselig galt leidet heute an einer leichten kognitiven Störung.Jähzorn ist nach dem neuen DSM-5 eine disruptive Launenfehlregulationstörung und die Trauer bei beispielsweise dem Verlust eines geliebten Menschen, darf dann Major Depression heissen.

Übrigens ist die Anzahl der als geisteskrank eingestuften Kinder in den letzten 20 Jahren um das 35-fache gestiegen. Nach dem "Krankenhaus Report 2013" der AOK ist die Zahl der "psychosozialen Interventionen" zwischen 2005 & 2010 um 554% gestiegen.

Ich würde am liebsten ganze Auszüge abtippen. Unter Anderem einen Absatz über ein Experiment eines Psychologen (David Rosenhan). Dieser wusch sich mehrere Tage nicht und begab sich in verschmutzer Kleidung in eine psychiatrische Anstalt in Pennsylvania. Er gab vor Leiden wie Stimmen im Kopf zu haben, die ihm leer, dumpf und hohl zugerufen hätten. Obwohl die vorgespielten Symptome keiner Lehrbuchdiagnose entsprachen nahmen sie ihn stationär auf :-o

Dieses wiederholte eine Gruppe von 7 Mann ein paar später, wurde ebenfalls aufgenommen und 52 Tage lang festgehalten obwohl sie sich normal verhielten. Insgesamt bekamen sie 2100 Tabletten verschrieben :-o

Alles in Allem ist die Zahl der Diagnosen mit jeder neuen DSM Ausgabe um ein vielfaches gestiegen.

Ach ja: Rund 70% der DSM Moderatoren arbeiten als Berater für Pharmazeutische Firmen und bekommen von diesen dafür persönliche Honorare...alles klar oder?

MoissAzvxo


Wenn ich mir ansehe, dass Jungen NUR noch von Müttern, Erzieherinnen und Lehrerinnen erzogen und unterrichtet werden ... wen wundert es, wenn die auffällig werden. ;-D

Du Chauvinist ;-D ;-D ;-D

Kqapuzi=nerkrxesse


@ MissAvo

Er gab vor Leiden wie Stimmen im Kopf zu haben, die ihm leer, dumpf und hohl zugerufen hätten.

beim stimmenhören muss man aber schon an sehr ernsthafte (körperliche oder seelische) erkrankungen denken! wenn dann derjenige noch in einem verwahrlossten zustand auftriit, könnte dass die behandlungsbedürftigkeit noch untermauert haben.

was wollte man denn damit beweisen?

ich will damit nicht sagen, dass ich nicht glaube, dass menwchen falsch oder zu unrecht behandelt werden, davon bin ich überzeugt, dass dem so ist. aber dieses beispiel erscheint mir als nicht sinnvoll.

MTis%soAvto


Die Symptome die er hatte entsprachen keineswegs einer eindeutigen Diagnose. So steht es in dem Artikel. Und ihn dann dort zu behalten & ihn medikamentös zu behandeln, empfinde ich als No-Go...

Gut mag sein, dass dort zu wenig direkt beschrieben wird. ":/

K1apAuziwnerikres[se


@ In-Kog-Nito

hier ist zum beispiel ein interessanter text zum [[http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2012/pm00104.html.de thema]] falsche diagnose .

ich verstehe auch nicht, warum du die diskussion als stammtischgeprolle bezeichnest.

ein rezept für ads-medikamente oder psychopharmaka ist meist ein btm-rezept.

für ritalin stimmt das. aber für welche psychopharmka soll das gelten?

K\apuzineqrkresse


@ MissAvo

Die Symptome die er hatte entsprachen keineswegs einer eindeutigen Diagnose.

ja, aber deshalb ist er vermutlich auch aufgenommen worden, um das abzuklären.

stimmen hören ist ja nun wirklich eine sehr heikle sache und da können sehr ernsthafte erkrankungen dahinter stehen.

ich habe den spiegel-artikel noch nicht gelesen, aber ich denke, man muss auch da immer kritisch lesen, manches wird von autoren auch so hingebogen, dass es zur eigenen argumentationsrichtung passt.

bPmHed


Wenn ich mir ansehe, dass Jungen NUR noch von Müttern, Erzieherinnen und Lehrerinnen erzogen und unterrichtet werden ... wen wundert es, wenn die auffällig werden.

Du Chauvinist

nein, ich bin kein Chauvinist.

Wollte nur mal zum Denken anregen ... %-|

Prfeffe<rminDzlixkör


@ bmed

ich zitiere dich jetzt nicht, da wäre die halbe Seite voll, aber du sprichst mir aus der Seele. Aber die Kinder sind vielleicht nichtmal alle schlecht erzogen, sie sind unausgelastet, unterfordert, was weiß ich nicht. Das Kind passt nicht in das gewünschte Bild, also wird es dann halt medikamentös so umprogrammiert, dass es reinpasst. Das ist doch einfacher.

ich möchte nur anfügen: bei leichten Formen kann es auch ohne Ritalin funktionieren. Aber die, die es schwerer getroffen hat, haben durch Ritalin eine Chance, da hast du Recht.

Was das Beileid angeht, das brauchst du nicht aussprechen, mir gegenüber jedenfalls nicht. Ich kann einen Haufen Dinge gut, die ein "normalsterblicher" nicht kann, der dabei wahnsinnig werden würde. Man muss es nur zu nutzen wissen.

M:issAkvo


@ bmed

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