» »

Stress-Essen

Ddesp;erxate01


Dieser verzerrte Blick auf sich selbst. Wie nennt man dieses sich selbst an Äußerlichkeiten festmachen? Ich denke, ihr wisst, was ich meine. Aus meiner Jugend kenne ich es noch so, dass ein Mädel in erster Linie hübsch (schlank!) sein musste, nicht unbedingt klug. Aber ich wollte so gerne beides sein, hatte diesen Wissensdrang aus mir heraus, aber dann wiederum die Ansprüche an mein Aussehen von meiner Umwelt, sprich Familie. War als Teenager übergewichtig, wurde verspottet von Gleichaltrigen, bemitleidet von meiner Mutter. Es war demütigend, ich war ihr peinlich, obwohl sie es nie gesagt hat. Als ganz junge Frau habe ich dann extrem abgenommen, wurde vom Fleck weg geheiratet. Jahre später die Scheidung, und dann fing es eigentlich an, dieses: Dann kann ich genausogut essen! Bei mir sind es genau acht Kilo, die immer wieder hoch und runter gehen. Die verantwortlich dafür sind, wie gut oder schlecht ich mit den Dingen zurecht komme. Ist das meine persönliche "Schleife" oder "Spirale"? Ich habe so viel ganz allein geschafft im Leben, habe mich selbstständig gemacht, habe ein wunderbares Kind allein großgezogen, für mich gibt es immer nur einen Weg, und der geht nach vorn! Aber es ist sooo schwer manchmal. Ich muss wirklich viel arbeiten, mache meinen Job auch gern, wahrscheinlich auch gut, aber wann kann ich endlich mal genießen?

Ach sch... heute geht es mir schlecht, habe gerade wieder alles mögliche gegessen, aber Gott sei Dank nichts Süßes, ist ja nichts mehr da ]:D

So, genug Gefühlsduselei. Mädels, auch die nächsten tausend Jahre fangen mit dem ersten Tag an! Also, wenn wir hinfallen, stehen wir wieder auf, rücken die Krone gerade und gehen weiter!!! Und jetzt fliehe ich in die Badewanne. Ohne Essen, aber mit einem einzigen Gläschen Wein, das gönne ich mir :-q

Euch ein schönes Wochenende :)_

gdradfxly


Hallo desperate,

meine Zeilen hätten- welche Überraschung- auch von mir sein können (abgesehen von der Heirat).

Hmm, gibt es einen Begriff dafür? Kein Selbstwertgefühl?

Ich merke, ich habe für viele dieser Dinge keine Begriffe, emotionaler Esser war mir auch neu, obwohl ich genau weiß, was das ist, weil ich das bin.

Dann kann ich genausogut essen!

Das war mein Satz in der Pubertät. Meine Mutter hat mich leider nie bemitleidet, sie hat immer nur gelitten, dass ausgerechnet sie mit einem Kind wie mir bestraft wurde und mich deshalb gedemütigt. Und da dachte ich immer... was solls, ist ja auch egal... ich habe total resigniert.

Ja, das ist deine Schleife oder Spirale. Das Gewicht scheint bei uns immer das äußere Zeichen dafür zu sein, wie es uns innerlich geht. Das Schlimme daran finde ich, dass ich selbst es so wenig fühle :(v Selbst, wenn ich das gerade schreibe, denke ich: So schlecht es mir doch gar nicht. Eigentlich geht es mir doch gut. Ich verdränge immer wieder, worüber ich hier in der letzten Woche geschrieben habe- wie gut, dass ich geschrieben habe, dann ist es nicht weg. Versteht man das? Ich glaube, ich bin mir meiner selbst voll unbewusst.

Ich weiß auch nie, ob ich tatsächlich ab- oder zugenommen habe. Das weiß ich nur, wenn ich auf die Waage steige. Und meistens ist es genau anders- ich fühle mich okay, weiß, was ich am Tag vorher gegessen habe, und dann der Schock auf der Waage. Oder ich habe ein schlechtes Gewissen, schon wenn ich den Fuß drauf stelle, dabei habe ich abgenommen.

Was macht man denn, um zu lernen, sich selbst wahrzunehmen, ich meine, richtig und nicht verzerrt oder gar nicht?

aber wann kann ich endlich mal genießen?

Desperate, ich glaube, du musst das jetzt anfangen bzw. lernen zu sehen, wenn du genießt und es bewusst machen. Ich finde z.B. mit einem Glas Wein in der Badewanne liegen total schön und habe mich richtig gefreut, als ich das gerade bei dir gelesen habe- das mache ich heute Abend auch, wenn ich mit der Arbeit fertig bin.

Nur ein Gedanke, der vielleicht nicht stimmt: Andere gehen in die Badewanne, um zu genießen. Wir machen das offensichtlich, um miese Stimmung/ Gedanken zu kompensieren :-/ %-| :(v

Und noch etwas zum Nachdenken: Ich sehe es bei mir und ich sehe es auch bei dir: Eigentlich könnten wir superstolz und selbstbewusst sein, ein Ego haben, dem niemand was anhaben kann. Schau dir mal an, was du geschafft hast: Scheidung, der eine weniger schöne Ehe (vermutlich) vorausging, abnehmen nach der Pubertät, Kind kriegen und allein großziehen, ein Job, der dich fordert und offensichtlich ein Freund, mit dem du in den Urlaub fahren kannst.

Wieso bitte ging es dir gestern schlecht? Wieso geht es mir schlecht?

Kennst du es auch, dass man eine Herausforderung gemeistert hat, daran fast verzweifelt wäre und wenn es geschafft ist, ist es nichts mehr wert und man freut sich kaum darüber?

Meine Abschlussarbeit beim Studium war extrem aufwendig, die ganzen Analysen allein... am Ende waren es knapp 200 Seiten, auf die ich nicht mehr stolz war. Es war "normal", dass ich das geschafft hatte. Und als ich erfuhr, dass es eine 1 ist, war es kurz ein schönes Gefühl, aber nach ein paar Stunden, in denen ich mich gefreut hatte, war alles weg. Es ist nichts übrig geblieben von der Freude.

Und rastlos stolperte ich weiter... Kennst du das auch? Man ist so rastlos, man kann sich gar nicht mal hinsetzen und einfach freuen- darüber, wer man ist, darüber, was man geschafft hat.

Und wenn mich jemand fragt: Wie hast du das denn geschafft? Ich habe keine Antwort. Wenn mich jemand fragt, wie ich wieder aufgestanden bin, wenn ich gestolpert und hingefallen war: Ich weiß es nicht. Dabei glaube ich, das wäre gut.

heute geht es mir schlecht

Wie geht es dir heute? Wenn du magst, schreib doch gern, warum es dir schlecht ging/ geht. :)_

Tja Mädels, und weiter geht es, ich muss arbeiten... :(v

Euch weiterhin ein schönes Wochenende :)* :)*

g)raSdflxy


DEINE Zeilen natürlich ;-D

DPespehratex01


Deine Zeilen berühren mich. Es geht mir heute wieder gut. Bin auch ein bischen stolz, dass ich es gestern ohne Süßes geschafft habe. Aber du und auch Cleeni, ihr bringt mich sehr zum Nachdenken. Diese komische Gefühlsebene... Weißt du, was ich mir überlegt habe? Vielleicht sind unsere Gefühle ja völlig normal, wir kosten sie einfach nur nicht so sehr aus wie die Anderen. ODER!... vielleicht glauben wir ja auch nur, dass andere Menschen viel mehr genießen können, sich viel mehr freuen können als wir. Ich will sagen, wir sind ja nicht blöd, wir erkennen ja unsere Erfolge, würdigen sie und uns ja auch, aber eben nicht so lange. Wir ruhen uns nicht darauf aus, weil ja die nächste Hürde schon wieder da ist und auch genommen werden möchte. Vielleicht wäre das ja mal ein Ansatz...

Du schreibst, du bist dir deiner selbst voll unbewusst. Mir kommt es eher so vor, als seiest du dir deiner durchaus bewusst, spürst, dass du anders bist als Andere und kannst damit momentan schlecht umgehen. (Nett ausgedrückt, nicht wahr? Eigentlich sind wir völlig verstrahlt ;-D ). Aber es ist nichts schlechtes anders zu sein. Die Welt ist bunt durch unterschiedliche Menschen, und wir gehören dazu!

Deine Abschlussarbeit beim Studium... Du hattest eine 1, hast dich auch gefreut, nur nicht allzu lange. Ich habe nie studiert, bin eher der Handwerker, habe vor vielen Jahren die Meisterschule absolviert. Best of all. Wie auch schon in meiner Ausbildung. Und es ging mir wie dir, kurze Freude und weiter geht´s. Und jetzt wieder meine Überlegung... bitte ohne jegliche Arroganz!... gehen wir nicht im Vorfeld schon davon aus zu den Besten zu gehören? Ich meine, wir tun ja auch etwas dafür, lernen, arbeiten, geben wirklich alles und ernten dann auch die Früchte. Das haben wir uns verdient.

Und nochmal zu gestern. Samstags ist immer mein schlimmster Tag, arbeite zwölf Stunden am Stück ohne Pause und meist auch ohne Essen. Hört sich gruselig an, ist aber völlig ok, ich liebe meinen Job. Wenn ich dann daheim bin, möchte ich nur eines: ESSEN! Und zwar viel und alles durcheinander. Weil ich denke, das habe ich mir dann auch redlich verdient, und so habe ich es auch viele Jahre gemacht. Gestern habe ich also wieder Jagd gemacht und habe noch ganz hinten im Küchenschrank eine angebrochene Schachtel Pralinen von Weihnachten gefunden. Schockstarre!! Eigentlich hatte ich alle Süßigkeiten entfernt. Also sitze ich regungslos auf dem Küchenfüßboden und starre zwölf Pralinen an...

Ich habe EINE gegessen und mit Tränen in den Augen die restlichen weggeworfen. Ich will es einfach nicht mehr, aber manchmal tut der Verzicht fürchterlich weh.

So, und morgen möchte ich mit einer neuen Wundersuppe anfangen, die mir verspricht, dass ich in fünf Tagen acht Pfund abnehme. Kopf hoch, Rücken gerade und durch. Und wenn ich nur ein einziges weiteres Kilo abnehme, freue ich mich :)z

Ach so, ja, ich habe seit sieben Jahren den Mann meiner Wahl an meiner Seite. Eine wunderbare Wochenendbeziehung, daher bin ich also während der Woche allein @:)

Krlexio


gradfly

Gerade wieder merke ich aber, dass ich dabei vergessen habe zu akzeptieren, dass es immer irgendwie da ist. Dieser Gedanke macht mir Angst. Ich möchte lieber, dass es für immer verschwindet. Ich muss also irgendwie hinnehmen, dass es zu mir gehört. Allein das zu schreiben verursacht eine leichte Übelkeit und schwere Ablehnung.

So schnell verschwinden alte Konditionierungen nicht. Es stehen ja in der Regel Verhaltensmuster, die man gewohnt ist/war, die man Jahre, wenn nicht Jahrzehnte eine vermeintliche Sicherheit gab und das neu konditionierte Verhalten, das noch lange keine Gewohnheit ist und einem somit auch noch nicht so viel Sicherheit gibt. Darum ist es auch so wichtig immer achtsam mit sich zu sein, denn dann merkt man auch am ehesten, wenn man wieder in alte Musterverhalten verfällt. Umgekehrt heißt es auch, dass "Ehrenrunden", also Rückfälle dazu gehören, weil man einfach lernen muss das neu gelernte auch direkt anzuwenden.

Genau genommen ist das auch meine Ungeduld an der Sache. Wie oft muss ich denn noch alles rausholen, drehen und wenden, aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten, verschiedene Aspekte einbeziehen, blah...? Ich möchte einfach sagen können: Gut, da ist etwas passiert in meiner Vergangenheit, das war nicht schön, aber ich mache meinen Frieden damit. Und ich möchte, dass das ein dauerhafter Frieden ist. Leider ist mir überhaupt nicht klar, wie das möglich ist.

Und das ist der Grund, warum ich dachte, dass Dir das Buch etwas bringen könnte. Auch ist es einfach nicht schlecht, da immer wieder hineinzuschauen, zumindest die Stellen, die jemand für sich als treffend erkennt, denn man neigt einfach dazu, Dinge zu verdrängen und zu lapalisieren, wenn es gut läuft. Ich habe damals in einer Dokumentation über das Abnehmen gesehen, wie der Ansatz der Therapeutin ist und da wurde auch erwähnt, dass sie auch ein Buch geschrieben hat. Ich bin ja auch suchterprobt und weiß, dass man dazu neigt, eine Sucht gegen eine andere einzutauschen. Was ich z. B. auch getan habe. Habe zwar stolz sagen können, es war ja so easy aus der Abhängigkeit zu kommen, bis ich bemerkt habe, dass ich sie nur eingetauscht hatte. Insofern habe ich damals erkannt, dass eine Abhängigkeit zwei Seiten hat, also nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige. Ich für mich bin überzeugt, dass es erstens viel schwerer ist aus der Abhängigkeit zu kommen, wenn ich nur durch meinen geballten Willen mein Verhalten ändere – das kostet enorme Kraft. Es ist ganz etwas anderes zu erkennen, was der Auslöser für mein Suchverhalten ist, eine Lösung dafür zu finden und aufgrund der Erkenntnis mein Verhalten zu ändern. Dann ist es authentisch und das Verhalten ändert sich ja dann auch mit der Zeit automatisch. Allerdings verhindert es nicht die Möglichkeit eines Rückfalles, wenn dann wieder alles auf einmal kommt. So ein Rückfall zeigt sehr deutlich, dass ich mich wieder zu sehr von mir entfernt habe. Es ist zwar die eine oder andere Übung im Buch, aber es ist natürlich kein Therapieersatz, egal ob mit fachlicher Unterstützung oder ohne. Die Arbeit bleibt einem nicht erspart.

Ich habe einfach auch das Gefühl, schon so viel Zeit in meinem Leben verloren/ verschwendet zu haben, weil ich mich der Vergangenheit und deren Verarbeitung zuwenden musste. Ich WILL einfach nicht mehr nach hinten sehen, ich will wirklich nach vorn laufen. Ich will einfach nur MEIN Leben zurück

Irgendwie schade, dass Du die Auseinandersetzung mit Dir selbst als Zeitverschwendung ansiehst. Aber was meinst Du damit, dass Du Dein Leben zurück willst. Warst Du schon mal an einem Punkt in Deinem Leben, wo Du gesagt hast, ja so will ich es haben, ich bin so, wie ich es mir vorstelle und auch alles andere? Wenn ja, wie hat das ausgesehen?

Ja, die Maßstäbe, die ich da anlege. Cleeni, du fragst, ob es meine sind, wenn ich dich richtig verstanden habe. Natürlich sind es meine, aber ich bin so sehr infiziert von anderen Personen aus der Vergangenheit, dass ich gar nicht sagen kann, ob ich jemals eigene hatte, denn ich wollte immer nur, einfach genug sein Macht es Sinn, das trennen zu wollen und zu überlegen, was wirklich meine Maßstäbe sind und wo nur wieder reinspielt, dass es mein größter Wunsch war, die Maßstäbe anderer zu erfüllen, um "gemocht" zu werden?

Du stellst hier die Frage – macht es Sinn selbstbestimmt und selbstbewusst zu sein im Gegensatz zu fremdgesteuert und abhängig.

Was sich ändern soll: Ich möchte ein anderes Ventil finden. Etwas, das nicht das Essen ist.

Naja, Ventil klingt für mich zu gefährlich, eine Sucht gegen eine andere einzutauschen. Würde es denn Sinn machen, wenn Du jedes Mal statt Essen z.. B. Fitness, Einkaufen, Trinken, Rauchen, Computer, Fernsehen, etc. machst? Alles Sprungbretter zur nächsten Sucht, womit ich Dir das nicht unterstellen will, sondern weil das einfach oft so vorkommt. Aber Ventil klingt für mich so. Wenn ich Dich falsch verstanden habe, dann bitte nur berichtigen. Ich möchte Dir nichts unterstellen. Es klingt nur für mich so.

KVle`io


gradfly

Und ja, anscheinend überfordere ich mich gerade sehr. Es hat einfach plötzlich auf einmal an mehreren Ecken angefangen zu brodeln, purer Zufall, aber das hat mich einfach umgehauen. Der Zeitdruck kommt da ganz ungünstig noch mit dazu. Es ist nicht so, dass ich mir erlauben könnte, mal 3 Monate alles stehen und liegen zu lassen, um mich zu fangen und zu sammeln. Selbst die letzte Woche war ungünstig (wenn auch notwendig). Das hat auch nichts mit Burn Out oder Workoholic zu tun, sondern einfach mit der schlichten Tatsache, dass ich mich finanziell nicht mehr lange über Wasser halten kann.

Ich kann Dir hier nur nochmals ans Herz leben, Dein Zeitmanagement/Selfmanagement zu ändern. Dieses ich kann nicht ist ein Widerspruch zu ich will nicht mehr Frustessen und wie schaffe ich es, dass ich dahin komme. Es geht auch nicht darum, dass Du Dir jetzt 3 Monate für Dich Zeit nimmst. Warum nicht kombinieren? Täglich für Dich Zeit reservieren? Deine Pläne realistisch aufzustellen, denn dann kommst Du auch in keinen Stress, wenn Du Dir nicht zu viel vornimmst. Dazu aber ist wieder eine gesunde Selbsteinschätzung notwendig, immer im Hintergrund auf Dich zu achten. Für manche hören sich Pläne, wie Zwangsjacken an. Es gibt Pläne und Pläne. Auch ist hier die Einstellung wichtig. Ich mache einen Plan, weil ich es so machen will und freue mich darauf, oder shit, es steht auf dem Plan und jetzt muss ich es machen.

Es ist erleichternd, das nicht zu wollen. Aber meine dunkle Seite schreit gleich wieder: Ich will aber doch a, b und c im Leben noch erreichen und wann soll das alles passieren?

Der Weg ist das Ziel – Du kennst diesen Satz sicherlich. Für mich heißt er, dass der Weg Spaß machen soll, dass ich den gerne gehe, im Auge das Ziel und ihn genieße, wahrnehme. Allerdings , auch jederzeit den Weg so zu gestalten, dass er mir gut tut, mich nicht überfordert. Was habe ich davon das Ziel zu erreichen, ohne den Weg genossen zu haben? Auch heißt es für mich ein Ziel zu erreichen und mich darüber zu freuen, es zu genießen.

Hmm. Vielleicht muss ich es auch so sehen. Vielleicht sollte ich mal wieder wagen, nach unten zu sehen und zu gucken, wie weit ich den Berg schon erklommen habe, statt immer nur das zu sehen, was noch vor mir liegt. Ich vergesse immer wieder, wieviel Kraft man daraus schöpfen kann (jetzt werd ich ein bisschen sentimental...).

Es scheint nur das hinter Dir zu geben und das vor Dir. Was ist mit der Gegenwart?

DAS ist 1:1 meine Angst davor, stehen zu bleiben und nichts zu machen. Wenn ich viel arbeiten muss, wünsche ich mir das ja auch und ich weiß 1000 Sachen, die ich unbedingt machen will, wenn ich frei habe. Ist es dann soweit, mache ich wieder so schön sinnlose Dinge wie fernsehen. Nicht, dass das nicht auch mal okay wäre, aber da ich immer nur Extreme kann, bin ich ebenso extrem unstrukturiert wie extrem überstrukturiert.

Hast Du Dir schon einmal Gedanken über das "nichts-Machen" gemacht. Geht das überhaupt? Oder meinst Du, dass Du gar nicht bewusst Fern siehst und Du dann nicht mehr wirklich weißt, was Du angeschaut hast?

Ich will a) reflektieren, wenn ich Heißhunger bekomme, mir sie aber b) nicht völlig verbieten. Solange ich noch keine anderen Strategien habe, wäre das gerade in einer Woche, in der ich echt Leistung bringen muss, zu krass.

Das klingt doch gut. :-) Es geht ja auch nicht darum sich etwas zu verbieten, im Gegenteil. Warum soll sich jemand verbieten zu essen, wenn er hungrig ist. Warum keine Schokolade, wenn er Lust darauf hat. Es geht darum, bewusst bei sich zu sein, bewusst Essen zu genießen, bewusst das genießen, was man tut. Wenn ich aus Frust eine Tafel Schokolade runterwürge, weil ich nicht weiß, wo ich mit meine Stress hin soll, ist mir ersten schlecht danach, hatte ich null Genuss, höchstens bei den ersten Bissen, aber das wars schon und nichts hat sich geändert. Vor allem geht es darum, das Essen und vor allem das Aussehen aus dem Mittelpunkt zu nehmen, dem nicht derart viel Gewicht zu geben.

Nach der Woche sollte es aber für einige Wochen relativ geregelt und überraschungslos weitergehen. Dafür (schreibe ich dann hier und frage euch) werde ich mir überlegen, wann und wie ich wieder Sport in meinen Tagesplan einbauen kann. Das nehme ich mir immer wieder vor, dann klappt es zweimal und dann wieder nicht. Mir fehlt das Durchhaltevermögen, das regelmäßig zu machen.

Und was wenn es nicht geregelt geht? Bitte verstehe mich nicht falsch, ich möchte Dir nur Deine Denkstruktur reflektieren. Das sind die Auslöser und das sind auch Deine Gedanken, mit denen Du Dir selbst einredest, wann Du nicht mehr essen wirst und wann doch. Dass sind die Denkmuster, die es gilt durchzubrechen. So lange Du diese Einstellung hast, bist Du viel anfälliger zum Kühlschrank zu rennen.

Was macht man denn, um zu lernen, sich selbst wahrzunehmen, ich meine, richtig und nicht verzerrt oder gar nicht?

Naja, was bedeutet Selbstwahrnehmung? Bei sich zu sein und nicht ständig vergleichen, denn mit dem Vergleichen entferne ich mich von mir.

Kennst du es auch, dass man eine Herausforderung gemeistert hat, daran fast verzweifelt wäre und wenn es geschafft ist, ist es nichts mehr wert und man freut sich kaum darüber?

Ja, schlimm wenn man sich nicht wertschätzt, oder?

gwra6dofxly


So,

nachdem der Mega-Stress für dich Woche soweit durch oder zumindest vorbereitet ist, komme ich wieder dazu, hier zu schreiben. Zunächst mal kurz meine Beobachtungen aus den letzten stressigen Tagen:

- Je weniger Zeit noch blieb, desto aufgedrehter wurde ich. Ich glaube, der Adrenalinpegel in meinem Körper hat mal wieder Höchstwerte erreicht. Weil ich aber ganz gut reingekommen war ins Arbeiten und nicht alles für den letzten Tag aufgehoben habe, war dieses Aufgedrehtsein positiv, es hat mich quasi immer wieder motiviert, nicht Löcher in die Traum-Luft zu starren, sondern immer weiter zu machen.

Das ist aber möglicherweise auch ein Problem. Jetzt gerade war es positiv, aber genau das gibt es eben auch in negativ. Dann krieg ich nichts hin, esse zu viel und zu ungesund und fühle mich, wie neulich mal beschrieben.

- Beim Essen habe ich versucht, beides zu integrieren. Wenn ich gemerkt habe, da kommt eine Heißhungerwelle, habe ich ihr Logik (Eigentlich habe ich keinen Hunger, ich kann das nur nicht richtig zuordnen oder Ich esse jetzt nicht gerade Schokolade, weil ich weiß, dass mir das nicht gut tut) entgegen gesetzt. Oder ich habe eben gegesen, wenn ich gemerkt habe, dass es nunmal gerade sein muss. Allerdings habe ich dann auch mal Apfelschnitzchen gegessen. Die sind manchmal kein Ersatz für Schokolade, aber hier ging es. Wenn ich am Computer arbeite, ist das Bedürfnis zu kauen und nebenbei etwas essen zu können, sehr hoch.

- Obwohl ich immer denke, ich kann abends nicht mehr arbeiten, habe ich einige Nachtschichten eingelegt, d.h. ich habe nicht nachmittags aufgehört zu arbeiten, sondern einfach weiter gemacht. Dann bin ich spät ins Bett und obwohl das nicht meinen normalen Rhythmus beschreibt, bin ich sehr früh aufgestanden. Trotzdem war ich nicht so schlapp wie sonst, sondern hatte echt noch genug Power für den Tag.

- Arbeiten funktioniert bei mir so (typische Prokrastinatorin): Ich komme erst überhaupt nicht in die Gänge, schiebe Dinge vor mir her und bin total langsam, wenn ich doch endlich anfange. Ich muss mich wirklich zwingen. Das ist die Phase, in der mir wieder bewusst wird, wie frustrierend das alles ist, dass ich derzeit einen Job mache, mit dem echt negative Gefühle verbunden sind und ich das einfach durchziehen muss.

Irgendwann habe ich mich "reingekämpft". Dann geht es. Ich denke nicht mehr über alles nach, ich wehre mich nicht mehr, ich mache einfach. Ich konzentriere mich total, blende alles drumherum aus und schütte Unmengen Adrenalin aus.

Wenn die Arbeit (in diesem Fall war gestern ein Teil fertig und hatte Deadline) dann gemacht ist, habe ich vergessen, dass es anstrengend war, dass es mir keinen Spaß gemacht hat und ich mich ziemlich gequält habe.

Dummerweise habe ich dann auch vergessen, wie man arbeitet. Ich habe das Gefühl, dass ich mir jetzt eine Pause verdient habe. Dass ich ein Recht darauf habe, mal nichts zu tun. Mir etwas Gutes zu tun.

Leider mache ich dann auch das auf sehr extreme Weise. Heute z.B. werde ich, weil ich ohnehin flexibel meine Arbeitszeit einteilen kann, es keinerlei externe Kontrolle gibt und das einzige Maß ich selbst bin, früh gehen. Ich habe nur das Nötigste gemacht, ich verliere wieder den Überblick, was als nächstes dran ist und ich fühle mich wirklich so... keine Ahnung... befreit und glücklich darüber, dass die eine Sache vorbei ist, dass ich dann gar nicht mehr arbeite.

- Bei allem, was ich tue, fehlt mir die Balance. Ich habe kein Gleichgewicht. Ich pendel von einer extremen Seite zur nächsten (denn nach heute muss ich wieder 3 Tage damit verbringen, mich aufzuraffen) und wieder zurück. Ich will in der Mitte anhalten, aber das geht einfach nicht, ich habe keine Kontrolle bzw. weiß ich einfach nicht wie man langsam schaukelt.

:(v :(v :(v

%-| >:( :|N :°(

Es würde doch deutlich mehr Sinn machen, wenn ich einfach kontinuierlich weiterarbeiten würde. Jeden Tag so viel, dass es weder zu viel noch zu wenig ist. Ansonsten kann ich nur zu viel, bis ich gar nicht mehr kann oder zu wenig, bis ich zu viel muss.

Und das Essen kompensiert das Ungleich (Über) gewicht.

@ Desperate *:)

Du schreibst, du bist dir deiner selbst voll unbewusst. Mir kommt es eher so vor, als seiest du dir deiner durchaus bewusst, spürst, dass du anders bist als Andere und kannst damit momentan schlecht umgehen.

Damit spricht du in der Tat einen wichtigen Punkt an. Auch da ist es extrem. Ich war schon immer anders, wollte immer normal sein, konnte das nicht und wurde noch mehr anders und wollte noch mehr normal sein... Ich nehme mir auch gar keine Zeit, um herauszufinden, wie ich eigentlich bin oder hinzunehmen, dass ich beides bin- anders und normal. Ich möchte integriert und nicht isoliert sein, das ist es wohl, was bestimmt, wie ich sein möchte. Meiner Erfahrung nach bin ich umso isolierter, je mehr ich anders bin.

gehen wir nicht im Vorfeld schon davon aus zu den Besten zu gehören? Ich meine, wir tun ja auch etwas dafür, lernen, arbeiten, geben wirklich alles und ernten dann auch die Früchte. Das haben wir uns verdient.

Definitiv. Nur dass bei mir noch hinzukommt, dass ich, bis ich etwas ernten kann, zwar will, dass ich zu den Besten gehöre, aber trotzdem ständig und richtig übel an mir zweifel. Und nur dann bin ich erfolgreich. Das Hadern, das Zweifeln, all das Kämpfen, es gehört irgendwie dazu, damit ich etwas schaffe.

Wie soll ich mich denn so akzeptieren? Das nimmt mir Kraft und Energie, das ist nicht logisch und nicht sinnvoll. Ich würde anders sein wollen, wenn ich wüsste, wie man das macht.

Wenn ich dann daheim bin, möchte ich nur eines: ESSEN! Und zwar viel und alles durcheinander. Weil ich denke, das habe ich mir dann auch redlich verdient, und so habe ich es auch viele Jahre gemacht.

Genau. Essen und verdienen einem Satz, das erscheint mir seltsam, wenn ich es bei mir lese, aber bei mir ist es genauso. Mein Belohnungssystem funktioniert mit Essen. Und rauchen. Eigentlich funktioniert mein Belohnungssystem nur über Dinge, die mir nicht gut tun (es sei denn das Essen besteht aus Salat ;-)).

Zu dir: Dass du nur noch essen willst nach so einem Arbeitstag verstehe ich. Einerseits glaube ich, dass du dem vorbeugen könntest, indem du versuchst, etwas an dem Tag ohne Pausen zu ändern (was du bestimmt tun würdest, wenn du könntest), andererseits wärst du bestimmt auch dann noch nicht "belohnt", wenn du nicht total ausgehungert nach Hause kämst.

Mir hat es die letzten Tage geholfen, das Frühstück wieder zu essen, das ich jahrelang nicht gegessen habe, damit ich nicht irgendwann am Vormittag dieses Loch in meinem Magen spüre und dann doppelt so viel esse. Meinen eigentlichen Hunger kann das aber natürlich auch nicht stillen.

manchmal tut der Verzicht fürchterlich weh.

Ja? Ja, wenn man sich selbst dafür entscheidet. Aber wenn ich an das denke, was Cleeni geschrieben hat, ist es nicht gut, wenn dir das so schwer fällt, dass du weinst, oder? Immer, wenn ich viel abgenommen habe, war es, weil ich den Verzicht nicht als Verzicht gesehen habe, sondern als Gewinn auf dem Weg zu meinem Ziel. So hätte ich jeden Tag Pizza essen können, ich habe es mir selbst nicht verboten, aber ich wollte nicht, ich wollte mehr abnehmen und shoppen und Komplimente ;-D

Wie geht es dir mit der

Wundersuppe

und wie geht es dir überhaupt?

Und wo ist eigentlich Cleeni?

Cleeni, ich weiß, dass so Threads auch triggern können, ich hoffe, das ist es nicht, was passiert ist. @:)

Bis gleich :)D

g~radxfly


@ Kleio

Ich habe mir das Buch bestellt. Ich bin ja ohnehin so verkopft, dass ich immer alles verstehen will, insofern, und weil mich das Thema im Moment wirklich sehr beschäftigt, werde ich es lesen, sobald es da ist.

So schnell verschwinden alte Konditionierungen nicht.

Da ist wohl was dran, was ich auch schon wieder vergessen habe. Und es ist auch das, was mich so nervt und was es für mich so zum Kampf macht. Ich kann nicht einfach mal mein Ding machen, ohne immer wachsam und achtsam zu sein. Kaum entspanne ich mich mal wieder und freue mich, dass ich verändert habe, hänge ich wieder in den alten Mustern fest und muss auch wirklich jedes Mal den gleichen Prozess durch machen (allerdings jedes Mal in anderer Form oder wegen eines anderen Aspektes).

Habe zwar stolz sagen können, es war ja so easy aus der Abhängigkeit zu kommen, bis ich bemerkt habe, dass ich sie nur eingetauscht hatte.

Auch hier bin ich überführt. Ich gestehe. %-|

Essen ist aber die schlimmste aller Abhängigkeiten, die hartnäckigste, die, die mich schon am längsten begleitet.

Es ist ganz etwas anderes zu erkennen, was der Auslöser für mein Suchverhalten ist, eine Lösung dafür zu finden und aufgrund der Erkenntnis mein Verhalten zu ändern. Dann ist es authentisch und das Verhalten ändert sich ja dann auch mit der Zeit automatisch. Allerdings verhindert es nicht die Möglichkeit eines Rückfalles, wenn dann wieder alles auf einmal kommt.

So geschehen gerade in meinem Leben. Ich dachte, ich hätte die Auslöser meiner Sucht/ Süchte thematisiert und Lösungen gefunden, aber im Moment fühlt es sich an, als würde ich in einer Endlosschleife stecken :(v

Aber was meinst Du damit, dass Du Dein Leben zurück willst. Warst Du schon mal an einem Punkt in Deinem Leben, wo Du gesagt hast, ja so will ich es haben, ich bin so, wie ich es mir vorstelle und auch alles andere? Wenn ja, wie hat das ausgesehen?

Ja und nein. Es ist beides. Mein Leben zurück bedeutet (danke, dass du mich so hinterfragst, es hilft mir, wenn ich das, was ich geschrieben habe, noch einmal bewusst anschaue und überlege, was es bedeutet), dass ich eine Vorstellung davon habe, wie mein Leben sein soll. Die Auseinandersetzung mit mir und den immer gleichen Geistern aus der Vergangenheit gehört nicht dazu. Ganz sicher nicht. Mein Leben, wie es sein soll, beinhaltet eine aktive gradfly, die erfüllt ist (!!) von dem, was sie tut, den Menschen zu denen sie Kontakt hat und die mit sich selbst im Reinen ist (=selbstbewusst).

Mein Leben zurück bedeutet auch, dass die letzten Jahre nicht immer nur schlecht waren, sondern dass ich immer mal wieder das Gefühl hatte, so dürfe es weitergehen. Vor allem, wenn ich nach einer größeren Anstrengung mal wieder etwas erreicht hatte oder nach dem Einsatz von viel Mut etwas Neues gewagt hatte und das geklappt hat.

Das letzte Mal ging es mir so, als ich nach dem Studium endlich meinen ersten richtigen Job in der Tasche hatte, viel abgenommen hatte und meinen Freund kennen gelernt hatte. Dann ist es kontinuierlich schlechter geworden. Der Job hat alles runtergerissen, ich hab zugenommen und das mit dem Freund leidet natürlich auch darunter, dass es mir nicht gut geht, auch wenn ich versuche, ihn aus meinen Problemen rauszuhalten und das allein zu lösen.

Auch hier: Wenn ich richtig losrenne, komme ich auch irgendwo an, aber sobald ich stehen bleibe und mal verschnaufen will/muss, geht gar nichts mehr. Vielleicht bin ich nur einfach eine total faule Socke ???

Alles Sprungbretter zur nächsten Sucht, womit ich Dir das nicht unterstellen will, sondern weil das einfach oft so vorkommt. Aber Ventil klingt für mich so.

Ventil kommt aus dem Wort-um-feld des Druck ablassens und der Tatsache, dass ich fühle, wie sehr ich unter Druck stehe. In meinem Kopf bin ich ein kleiner Vulkan, der vor sich hinbrodelt, bis irgendwann der Ausbruch bevorsteht, weil alles raus muss, weil der Druck zu groß ist. Und ich hätte gern ein Ventil, das ich einfach aufdrehen kann, um den Druck abzulassen. Wieso sind das alles Sprungbretter zur nächsten Sucht? Kannst du das etwas erläutern?

Ich überlege gerade, ob nicht Essen schon immer die Hauptsucht war und alle anderen Süchte ein verzweifelter Versuch, das Essen in den Griff zu bekommen. Bleibt immer noch: Das Essen ist noch/ wieder da. Gott, ich dreh mich auch gedanklich einfach zu sehr im Kreis :(v

Ich kann Dir hier nur nochmals ans Herz leben, Dein Zeitmanagement/Selfmanagement zu ändern.

:-/ Ja. :-/

Ich liebe Listen und Pläne- weil ich dann Dinge durchstreichen kann, die erledigt sind. Ich bin total unrealistisch, was das Einschätzen von Zeit anbelangt. Im Alltag kann ich das sehr gut, aber da habe ich ja alles schonmal gemacht und weiß, wie lange etwas dauert. An der Arbeit verschätze ich mich jedes Mal wieder, weil ich einfach daneben liege und alles immer länger dauert als ich annehme.

Was ist mit der Gegenwart?

Die ist irgendwie gar nicht relevant, stimmt. Wo bekomme ich die denn her? Ich finde das Jetzt immer so verbesserungswürdig, dass ich mich in die Zukunft denk, dahin, wo alles gut ist, wo ich bin, wie ich jetzt nur sein will...

Hast Du Dir schon einmal Gedanken über das "nichts-Machen" gemacht. Geht das überhaupt? Oder meinst Du, dass Du gar nicht bewusst Fern siehst und Du dann nicht mehr wirklich weißt, was Du angeschaut hast?

Ja, es geht, aber es macht mir unendlich große Angst. So wie es meiner Oma Angst macht sich hinzuknien, weil sie Probleme hat, wieder aufzustehen. Ich will nicht darin verharren müssen, obwohl es mein Traumzustand ist- nichts tun müssen. Ich meinte, dass ich dann, statt einer Sendung zu sehen, die mir Spaß macht, eher stundenlang diese Reality-TV-Sch*** ansehe, statt z.B. zu lesen, Musik zu hören, zu schreiben, all die Dinge zu machen, die ich eigentlich gern machen würde.

Note to self: Darüber nachdenken:

Dass sind die Denkmuster, die es gilt durchzubrechen. So lange Du diese Einstellung hast, bist Du viel anfälliger zum Kühlschrank zu rennen.

Ja. Stimmt. Vor allem, weil es dann doch nicht so kommt und weil es in beide Richtungen zu krass ist. Allerdings- als ich mir immer eine kleine Schokosache am Tag erlaubt habe, habe ich angefangen zuzunehmen... :-/ Scheiße, ich KANN DAS EINFACH NICHT. ICH KANN MICH NICHT AUSBALANCIEREN.

Argh, das macht mich so wütend :|N :|N :|N >:( >:( >:( >:( >:( >:( Aber auch diese Wut schließe ich ein. Ich schließe alles in mir ein- anscheinend.

Ja, schlimm wenn man sich nicht wertschätzt, oder?

Ja :°( :°( :°(

Danke Kleio (und allen, die etwas zu sagen haben), für deine/ eure wertvollen Worte- es hilft mir sehr, denn ich will mich mit dem Thema auseinandersetzen und ich drehe mich nur im Kreis.

Liebe Grüße %:| :)*

gorVadfxly


Ach so,

noch vergessen. Anscheinend ist diese Woche im Spiegel ein Artikel über das Thema zu finden. Ich werde den auf jeden Fall lesen.

C leenvi


Mach dir mal keinen Kopf um mich ;-). Es triggert mich nicht, bin nur grad an einigen anderen Baustellen beschäftigt ;-). Lese aber, wie du ja siehst, trotzdem mit :)z .

CFleenxi


Da ist wohl was dran, was ich auch schon wieder vergessen habe

Nur mal kurz: das Vergessen/nicht daran denken ist doch auch nichts anderes, als noch ein "alter Zug". Verstehst du was ich meine? Das eine bedingt ja das andere: wie sollst du das neue schon intus haben, wenn du doch weißt, dass das Neue Zeit braucht?

gqrad|flxy


@ Cleeni

Alles klar *:)

@ alle

Ich habe gestern tatsächlich noch den Spiegel-Artikel gelesen und überlege gerade noch, ob ich damit was anfangen kann. Es geht hauptsächlich um ein Buch und den Wissenschaftler, der es geschrieben hat.

Insgesamt, ja, habe ich jetzt auch nicht sooo viele Neuigkeiten entdeckt, fand es aber ganz spannend, dass mal aus anderer, neuroligscher Perspektive berichtet wurde, was im Gehirn vermutlich passiert bei Stress-Essern.

Naja, laut diesem Artikel hängt das Stressessen mit dem Belohnungszentrum zusammen. Wenn dieses z.B. durch früheren Drogenmissbrauch oder Traumata verkleinert ist, braucht es schnellere und mehr Reize, um befriedigt zu werden. Logisch. Das ist aber genau das, was ich auch ohne diese Terminologie (Stichwort: Dopamin) schon für mich verstanden hatte:

Essen ist für mich eine Ersatzbefriedigung, d.h. wenn es mies läuft, verlangt das Belohnungszentrum trotzdem nach Befriedigung. Und weil ich nichts anderes kenne, esse ich. Im Artikel wurde dann damit noch das Phänomen des Burn-Out damit verknüpft, Stichwort Serotonin-Haushalt.

Naja, spannend, und nicht alles ist "meine Schuld", was ich mit dem Thema erlebe, das ist immerhin gut, aber mir dann auch doch wieder zu einfach. Würde es dann mal Tabletten geben, die mein Belohnungszentrum groß und zufrieden halten, wäre das eine Prävention gegen Stress-Essen, so der Artikel.

Ich habe allerdings auch noch nie Psychopharmaka genommen, weil es mir widerstrebt und ich nichts will, was mich nur für die Dauer der Einnahme "fit macht". Ich will lernen, dem etwas anderes entgegen zu setzen, ich will lernen, wie ich mein Belohnungszentrum "sättigen" kann- ohne Schokolade in mich reinzustopfen.

Ich brauche Entstressungstaktiken, aber auch das ist ja nicht neu- an sich.

Das mache ich bisher zur Entspannung:

- in die Badewanne gehen

- seltener mal in die Therme gehen

- mich massieren lassen

- shoppen gehen ( – > auch hier Gefahr der "Ersatzbefriedigung, die nicht gut ist, im Moment sowieso finanziell nicht drin)

- Kino/ Theater

- seltener mit Freunden treffen ( – > auch nur dann entspannend, wenn ich nicht Probleme anderer lösen muss)

- viel mit Freunden telefonieren und über meine Sorgen sprechen

- manchmal: ein Buch lesen, das nichts mit meiner Arbeit zu tun hat, sondern nur der Unterhaltung dient

- schlafen

- sehr selten: in den Urlaub fahren

Was ich machen könnte, weil ich weiß, es wäre gut, wozu ich mich aber nicht motivieren kann

- spazieren gehen (lange Spaziergänge in der Natur)

- Sport im Allgemeinen

- Bewegung im Alltag

Ich habe da eine richtige Hemmschwelle. Sport war mir schon als Kind in der Schule ein Graus, Turn- und Schwimmverein ein Zwang, die sonntägliche Fahrradtour mit meinen Eltern unterträglich. Ich verbinde Sport einfach nur mit schlechten Dingen. Besonders ätzend finde ich das Monotone am Fitnessstudio. Diese ständigen Wiederholungen ein und der gleichen Übung nerven, ich fange an gedanklich mitzuzählen, komme wieder raus, muss mich überwinden- das geht gar nicht.

Ich müsste also auch hier einiges "umprogrammieren" und gute Erfahrungen mit Sport und Bewegung machen. Darüber muss ich noch nachdenken. Es entspannt mich einfach nicht, es ist zusätzlicher Stress, dass ich mich aufraffen muss.

Wie bei den meisten Menschen richtet sich auch kompletter Tagesablauf nach der Arbeit. Diese hat höchste Priorität und alles andere wird drumherum gebaut. Wenn. Manchmal will ich auch einfach nur meine Ruhe, wenn ich nach Hause komme, auf dem Sofa sitzen und mich vom Fernseher berieseln lassen. Naja, und weil die Arbeit sehr viel Zeit einnimmt, habe ich das als perfekte Ausrede gegen Sport. Keine Ahnung, wie ich das noch einbauen soll. Abends bin ich zu müde, morgens noch früher aufstehen würde ich gar nicht schaffen und das müsste ich ja, wenn ich vor der Arbeit Sport machen will.

Als ich noch allein gewohnt habe, habe ich viel Musik gehört zur Entspannung. Das ist mir ein bischen verloren gegangen. Musik machen ist mir komplett verloren gegangen.

Entspannende Bewegung? Yoga?

Hmm, ich muss weiter nachdenken...

gRradxfly


wie sollst du das neue schon intus haben, wenn du doch weißt, dass das Neue Zeit braucht?

Gegenfrage: Wie lang bleibt das Neue neu? Ist nicht so, dass ich mich erst seit gestern mit allem beschäftige. Ein paar Jahre sind es schon. Und wenn ich warten muss, dass soviel Zeit mit Neuem vergangen ist, wie ich mit Altem verbracht habe, dann bin ich richtig alt ;-)

gIradnfly


:(v :(v :(v

Kaum ist der Deadline-Stress für diese Woche vorbei, kipp ich wieder in die andere Richtung. Jetzt arbeite ich grad gar nicht. Ich hab so sehr das Gefühl, dass ich mich "belohnen" muss für das Durchhalten, dass ich gar nichts mehr mache.

Das meinte ich mit der Angst vor dem Stillstand.

Ich müsste doch nur einfach kontinuierlich alles machen. Gesund und regelmäßig essen, stetig und ruhig arbeiten, zwischendurch entspannen. Ich bekomme es nicht hin :°( Ich fühle mich müde und schlapp, aber am schlimmsten ist eben der Gedanke, dass ich mich "ausruhen" kann, dass ich es heute mal locker angehen lasse, dass ich mich belohnen will für die letzten stressigen Tage/ Wochen.

Damit verbunden überlege ich gerade schon, was ich nachher Leckeres zu Mittag essen kann und dass ich als Nachtisch auf jeden Fall Schokolade kaufen muss.

Jetzt esse ich also nicht, weil ich Stress habe, sondern zur Entspannung >:(

Ich finde also praktisch immer eine Ausrede, warum ich essen "muss" (damit meine ich, ungesundes, aber leckeres Fast Food und Schokolade vor allem). Das ist auch meine Art, Essen zu genießen. Ich genieße, was mir nicht gut tut (erinnert mich an Sucht).

Ich bin vollkommen durcheinander. Dass ich jetzt nicht arbeite, macht die Berge wieder größer und dann den Druck wieder höher, dann esse ich wieder noch mehr, kriege ein schlechtes Gewissen, arbeite mehr, kompensiere das mit Essen, bin frustriert und wütend auf mich... das ist ein echt mieser Teufelskreis und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, da rauszukommen.

Huhn, Ei, Huhn, Ei, Huhn, Ei... das geht alles so schnell, wo ist denn der verfluchte Anfang ???

%:| %:| %:|

DZespyeraFte0x1


Hallo gradfly, eigentlich hätte ich heute auch zum arbeiten raus gemusst, verschiebt sich aber auf nächste Woche, bin also auch zuhause. Es tut mir so leid, dass du nicht zur Ruhe kommst :°_ Im Moment habe ich gut Reden, ich weiß. Heute mein letzter Suppentag, und die esse ich um vierzehn und um achtzehn Uhr, vorgegebene Zeiten gefallen mir. Zwei Kilo sind weg!

Gibt es denn gar nichts, womit du ein bischen runterfahren kannst? Also, bei mir hilft ja auch kein Lesen, kein Sport, auf gar keinen Fall Massagen usw., auf einen ganzen Film kann ich mich auch nicht konzentrieren. ABER es funktioniert ein wenig, wenn ich mich aufs Sofa lege und diese ganzen Assisendungen laufen lasse.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH