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Therapie und spätere Verbeamtung?

glumXmibä)rlxi hat die Diskussion gestartet


Hallo :-)

Ich leide schon sehr lange unter einer Angststörung und in nun kommen wohl auch noch Depressionen hinzu. Ich habe nun selbst erkannt, dass ich es ohne Hilfe nicht mehr schaffen werde. Nur scheue ich mich vor einer Therapie, weil ich Lehramt studiere und dementsprechend irgendwann mal verbeamtet werde (hoffe ich ]:D ). Mein Umfeld warnt mich aber vor einer Threapie, bevor ich verbeamtet werde :-o . Nur, solange halte ich das nicht mehr aus!

Ist es wirklich so ein großes Problem? Was soll ich denn machen? Einerseits kann ich so nicht mehr weiterleben, andererseits möchte ich mir auch keine Steine in den Weg legen, wenn es dann mal um das Thema Verbeamtung geht?

Habt ihr Erfahrung damit? Dankeschön :-)

Antworten
gsradfxly


Hallo gummibärli,

wie wäre es, wenn du mal zu einer Beratungsstelle an deiner Uni gehst? Die Beratung dort läuft nicht über die Krankenkasse, ist ergo auch keine Gefahr für die Verbeamtung.

Kirchliche Beratungsstellen sind ebenfalls kostenlos und könnten dir helfen.

Ich weiß ja nicht genau, wie schwer wiegend und tief liegend deine Probleme sitzen. Ich weiß, dass das Thema sehr heikel ist, aber ich finde, deine Gesundheit muss auf jeden Fall Priorität haben!!!

Der Amtsarzt fragt, soweit ich gehört habe, auch nur, was in den letzten 2 Jahren vor Aufnahme der Stelle/ des Referendariats war. Würde das stimmen (weiß ich nicht), könntest du jetzt noch eine Therapie machen (außer du stehst schon kurz vor den Prüfungen).

Liebe Grüße :)*

CLl,eenxi


Der Amtsarzt fragt, soweit ich gehört habe, auch nur, was in den letzten 2 Jahren vor Aufnahme der Stelle/ des Referendariats war

So ist es leider nicht. Es wird nach allem gefragt, was bisher war. Du musst die Fragen nach "bestem Wissen und Gewissen" beantworten. Es kommt auch darauf an, an welchen Amtsarzt gerätst, da gibt es riesen Unterschiede, leider.

Also ich würde auch die Beratungsstelle an der Uni aufsuchen. Vereinzelt werden auch Gruppen"therapien" angeboten. Also wie trete ich selbstsicherer auf usw. Ansonsten würde ich auch caritative Einrichtungen aufsuchen, denn leider ist es so, wie ich erst jetzt von einer Betroffenen erfahren habe, dass man wirklich nicht verbeamtet wird, wenn man eine Therapie gemacht hat. Was ich zwar total widersinnig finde, aber dies interessiert niemanden!

Man soll anfälliger sein ":/ . Ich kann das nicht nachvollziehen: wieso ist man anfälliger, wenn man sich Hilfe geholt hat und weiß wie man mit den Situationen umgehen soll, als andere, die sich keine Hilfe holen und dann zusammenbrechen?

Aber leider werden psychische Krankheiten beim Amtsarzt nicht als förderlich angesehen.

Etwas "illegal" kannst du allerdings einen Hausarzt suchen, den solange die Therapie läuft behalten und danach wieder zu deinem alten wechseln. Ich weiß ist total blöd, aber leider zählt nur die Tatsache, ob eine Therapie gemacht wurde oder nicht. Das ist echt ein heißes Eisen, weil ich es auch so ungerecht finde, weil man sich mit ner Therapie verstecken muss, auch wenn sie das beste was einem passieren konnte, um das Leben anzupacken.

Bist du jetzt schon privat versichert? Dann kannst du auch eine Therapie machen und aus eigener Tasche zahlen. Oder eben so oder so aus eigener Tasche finanzieren.

tHomSinxe


hallo gummibärli :-D

ich habe mal das hier für dich ergoogelt:

[[http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/tabu-psychotherapie-wenn-seelenlast-die-karriere-bremst-a-662197.html]]

ja, es kann ein problem sein, mit einer psychischen erkrankung eine verbeamtung zu bekommen. da steht eine dienstuntersuchung an – und schwindeln geht später eh nach hinten los. falls du das mit einer angststörung überhaupt glaubhaft hinkriegst, in der untersuchungssituation cool zu bleiben...

wenn du das gefühl hast, es ohne therapie nicht schaffen zu können, dich überhaupt wie gewünscht weiter zu entwickeln, dann solltest du auf jeden fall erstmal für deine gesundheit sorgen. was bringt es dir denn, wenn du aufgrund der psychischen erkrankungen das studium erst gar nicht schaffst? nix!

also mach dir jetzt keinen kopf über eine sowieso nur eventuelle verbeamtung. nutze deine kräfte für eine therapie und dafür, dein studium zu schaffen!

:)*

gLradfxly


Ich kann das nicht nachvollziehen: wieso ist man anfälliger, wenn man sich Hilfe geholt hat und weiß wie man mit den Situationen umgehen soll, als andere, die sich keine Hilfe holen und dann zusammenbrechen?

:)^ :)^ :)^ :)^

Echt albern. Man sollte, wenn man das schon als Kriterium nimmt, lieber ein Gutachten einholen, ob die Therapie erfolgreich war und die Probleme gelöst wurden. Bei affirmativer Antwort halte ich solche Menschen für definitiv fähig zu unterrichten (aus rein psychischer Sicht).

Genau, einfach selbst zahlen geht natürlich auch. Hatte ich nicht geschrieben, weil man schon so mit ca. 70 Euro pro Stunde rechnen muss und als Studentin ist das ja ein Batzen Geld, selbst wenn man nur einmal im Monat sowas macht.

Liebe Grüße :)*

C.leeUni


Man sollte, wenn man das schon als Kriterium nimmt, lieber ein Gutachten einholen, ob die Therapie erfolgreich war und die Probleme gelöst wurden.

Das geschieht leider nicht. Ich weiß von einem Fall, wo die Person doch angab im Ref eine Therapie aufgesucht zu haben. Sie wurde länger begutachtet, die Probezeit auf vier Jahre verlängert und dann doch verbeamtet. Doch, wie schon geschrieben, weiß ich auch von dem anderen Fall.

Es ist leider so, dass die Gefahr, an einen falschen zu geraten alles kaputt machen kann. Deshalb bin ich da sehr vorsichtig, eben weil es eigentlich total unrealistisch ist, wie die Dinge betrachtet werden, aber sie werden nunmal so betrachtet. (Ist ja genau das gleiche, wenn der BMI nicht stimmt).

Auch wenn die 70 Euro in diesem Moment heftig sind, aufs Leben bezogen ist es, wenn es dazu führt sein Ziel zu erreichen, eine "Kleinigkeit". Ist zwar echt traurig, dass man überhaupt so denken muss, aber so ist es leider, um Verständnis geht es nicht.

gFummwibäirli


Danke euch, auch wenn die Antworten und nicht das sind, was ich Lesen wollte ;-)

Also die Angsterkrankung bezieht sich nur auf etwas bestimmtes, ich habe Angst vor dem Erbrechen (nur bei mir selbst, wenn ein Schüler brechen würde, wäre das okay) und das führt dazu, dass ich mittlerweile zu viele "merkwürdige" Verhaltensweisen Mr. Monk hätte helle Freude an mir an den Tag lege. Es belastet mich selbst zu sehr. Und dann hat mein HA halt noch Verdacht auf Depressionen geäußert, was ich für durchaus möglich halte.

70€ pro Sitzung? Puh, das ist heftig. Ich habe monatlich nach Abzug aller Kosten noch genau 150€ für meinen Lebensunterhalt. Da ist das echt nicht drin. Und Jobben geht im Moment auf Grund einer Verletzung nicht :(v .

Uniberatungsstelle ist eine gute Idee, aber die beraten nur und machen keine echten Therapien, oder? Die Umstände, die dazu gesführt haben, dass die Angst so zugenommen hat, sind ziemlich komplex versuchte Vergewaltigung und ich denke, dafür wäre die Uniberatung nicht ideal.

aIufg23x3


Hat Deine Uni keinen Zweig Psychologie? Wenn ja, dann dort mal fragen, wie und wo Hilfe ohne "Spuren" möglich ist.

Lehramt ist gut, aber in manchen Bundesländern sind das keine Beamtenverhältnisse! Wie zum Beispiel in Sachsen gefragt wird vor einer Lehrereinstellung, das ist mir nicht bekannt!

S(olamCie


Uniberatungsstelle ist eine gute Idee, aber die beraten nur und machen keine echten Therapien, oder?

Doch, teilweise wird auch Begleitung durch Therapeuten über einen längeren Zeitraum angeboten. Ich hab das zeitweise auch in Anspruch genommen, allerdings bin ich an eine Therapeutin geraten, mit der ich nicht soo gut klar kam. Man hat also nicht beliebig Möglichkeit, den Therapeuten wieder zu wechseln.

Kirchen bieten auch oft Gesprächsangebot an.

Was mir dann wirklich sehr geholfen hat, waren die drei Schnuppersitzungen bei einem richtigen Therapeuten. Da hatte ich einfach Glück mit dem Mann – und auch so wenige Sitzungen können manchmal schon sehr helfen.

Allerdings habe ich bei der privaten Versicherung schon durch diese drei Sitzungen erstmal große Probleme bekommen. Erst, als der Zeitraum vorbei war und ich es nicht mehr angeben musste, haben sie mich genommen. Bei der Verbeamtung musste ich zum Glück nichts mehr angeben, aber ehrlich gesagt würde ich aus dieser Erfahrung heraus da nichts mehr riskieren.

Trotzdem ist Deine seelische Gesundheit letztlich das Wichtigste. Kannst Du evt. Geld auftreiben, um das eine zeitlang selbst zu bestreiten? Auf lange Zeit gesehen, fährst Du damit sicher besser, auch wenn es jetzt viel Geld für Dich ist. Ich kenne das so gut, würde aber im Nachhinein eniges anders machen.

Bist Du bereits privat versichert?

g+rQadxfly


Hallo gummibärli,

ich finde, der erste Weg sollte jetzt in die Uniberatungsstelle führen. Dort kannst du abklären, wie das bei denen gehandhabt wird und ob es möglich ist, dass du fürs Erste dort bleiben kannst.

In deinem Fall würde ich es sehr fatal finden, wenn du deine Angststörung jetzt nicht angehst. Nach dem, was du als Auslöser beschreibst, finde ich das zu krass, um es nicht zu bearbeiten (nur meine Meinung).

Eventuell auch Selbsthilfegruppen ???

Nichts zu machen und zu warten, bis sich die Angststörung verschlimmert, halte ich für unverantwortlich. Es muss einen Weg zwischen nichts tun und Verbeamtung riskieren geben.

Viel Kraft :)*

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