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"Du hast dein Mehrsein verloren"

ESleoonorxa


@ Jan

Insofern empfehle ich, mit derartiger Skepis sehr vorsichtig zu sein, bevor man es nicht einfach mal ausprobiert hat.

Ja, das sollte ich vielleicht wirklich. Ich werd' mich mal treten endlich zu meinem Hausarzt zu wackeln ... :[]

@ lonalao

welche dinge findest du denn angenehm/ tun dir gut? kannst du diese zeiten ausweiten, evt. rituale aus gewissen dingen machen? wie lotest du (psychische und physische) grenzen bei dir selber aus?

Mir tut's gut wenn ich beschäftigt bin, aber das bekomm' ich nur mit Druck hin. Der Eigenantrieb fehlt. Bei freizeitlichem hingegen (Sport, zeichnen ...) habe ich den Eindruck Zeit zu vergammeln, selbst wenn ich Zeit habe – weil ich 'soll-Dinge' immer vehement schiebe. Quasi: Keinen Spaß haben, solang nichts produktives dabei rum kommt.

Psychische Grenzen hab ich nie ausgelotet – da knall ich einfach volle Elle dagegen (oder ich 'begeb mich nicht in Gefahr' weil ich schon vorher resigniere). Physische Grenzen ... wenn's weh tut noch ein bisschen weiter (oder ignorieren). Gehen tut nur nicht was nicht funktioniert.

Oder was meintest du?

@ Mollienchen

Ich hab schon seit es mich gibt das Gefühl, "zu wenig" zu sein.

Das ist echt hart. :°_

Jetzt bin ich auf das eigentliche (recht überschaubare) "Ich" reduziert. Keine Ahnung, ob ich es schaffe, da irgendwas draus zu machen...

Bist du denn nach dem 'Mauerfall' glücklicher? Wie schaut dein Grundgefühl dazu aus? Ich glaub' wenn man sich mag kann man viel aus sich schöpfen. Ich kann mich leider zu 70% der Zeit nicht leiden. :=o

M/olvlienochexn


@ Eleonora

Mir geht es seit dem "Mauerfall" besser. Am Anfang ging es mir viel viel schlechter, weil die Mauer ja auch eine Schutzmauer war, aber seitdem ist es eigentlich laufend besser geworden. Früher hab ich mich zu 95% nicht gemocht, und nur zu 5% gemocht. Heute eher Hälfte Hälfte, würde ich sagen. Oder 40% mögen, 60% nicht mögen, schwankt immer so ein bisschen. Alles in allem ist meine Einstellung mir selbst gegenüber etwas neutraler geworden. (Wobei ich, objektiv betrachtet, jetzt nicht wirklich "besser" geworden bin, bin halt immer noch das bisschen "Ich", was ich schon immer war, aber ich hasse mich nicht mehr so sehr dafür. Immerhin. :-))

Übrigens hat mir eine Verhaltenstherapie sehr geholfen.

Efleo<noora


@ Mollienchen

Ich find's total gut das es für dich besser geworden ist. :) Gibt mir auch ein bisschen mehr Hoffnung, weil ich grad' echt schon den Boden vom Loch sehen kann und in die andere Richtung zurück möchte.

Ich mag mir nicht eingestehen das ich 'kaputt' bin ... ich versuch mir immer ein zu reden das es normal ist ... so wie die Pubertät oder die Identitätskrise die man mal so zwischen 18 und 22 hat. Aber's reißt nicht ab ... ich werd' irgendwie nur alt damit. :-|

EdleoBnorxa


Und mir schmeckt grad' der Göttersaft wieder zu gut. :-/ ":/ >:( :-x

Jsanx74


Prost..

Naja, was heisst "eingestehen, das es nicht normal ist".. was ist schon normal?

Hat ja auch wieder was mit Selbstwert zu tun.. sich annehmen, inkl. der psychischen Schädigungen und Problem, die man so hat. Ist ja auch oft schon Teil des Problems, so scheint es mir.. man "hat sowas ja nicht", man hat halt alles im Griff, Probleme haben andere (haben uns unsere Eltern ja so beigebracht, nicht wahr). Aber das ist ja auch nur Teil der von Mollienchen erwähnten Fassade, die einem letztendlich ja auch nix bringt (ausser einen immer weiter in Richtung "Verdrängung und Selbstbetrug" zu drücken und an der Substanz zu zehren).

Ich fänds, so wie ich die anderen Menschen sehe, eigentlich sehr merkwürdig, den Aspekt "hat jemand eine psychische Problematik und macht er gar eine Therapie" irgendwie auch nur im allergeringsten als "Makel" zu werten. Ganz im Gegenteil. Also erstmal kenne ich eh fast keine Leute die noch nie mit sowas zu tun hatten ;-) und ausserdem, was ist denn dabei? Viel größer ist doch das Heer der Menschen, die ebenfalls Probleme haben, sich diese eben nicht offen eingestehen, sich in Verdrängung flüchten, dabei sich selber und ihren Angehörigen seelischen Schaden zufügen.. bei sowas empfinde ich eher weniger Respekt, vergleichsweise.

Mollienchen grinst und weiss wovon ich rede ;-)

N^urasrih0yoxn


Ich kenne das Gefühl, habe es aber anders... erlebt. Es ist gleich und doch irgendwie anders.

Seit ich ernsthaft versuche meinem Leben wieder (oder überhaupt mal) eine "gesunde" Struktur zu denken frage ich mich, obwohl meine Bemühungen objektiv von Erfolgt gekrönt sind, wo das eigentlich hinführt. Wo es hinführen soll, wo ich ankommen will, wieso, weshalb, warum.

Seit meiner früheren Kindheit habe ich mich irgendwie als außenstehend gesehen. Und irgendwann, als andere sich selbst fanden, bin ich stehen geblieben, emotional und vielleicht sozial. Es gab irgendwie noch nie ein "Ich", ich habe nicht das Gefühl, jemals in diesen Findungsprozess eingetreten zu sein.

Wenn das "wahre Selbst" ein Blatt Papier ist und das "Leben" ein Aktenordner, dann ist meine Seite nicht einfach leer, sondern ich weiß nicht die Farbe, nicht das Format, ganz grundlegende Dinge, die dem "Ich" einen Rahmen geben. Klingt doof, passt aber irgendwie gut als Erklärung.

Ist das Ich irgendwo, muss es erst entwickelt werden und wenn das so ist, kann ich mir überhaupt aussuchen, was am Ende das Ergebnis ist?

Ich habe aber ein Persönlichkeit, bin vielschichtig, komplex, gut, böse und so facettenreich wie jeder andere. Aber ein Bewusstsin für mein eigenes "Ich" habe ich nie entwickelt.

E,lteon}ora


@ Jan

Hat ja auch wieder was mit Selbstwert zu tun.. sich annehmen, inkl. der psychischen Schädigungen und Problem, die man so hat. Ist ja auch oft schon Teil des Problems, so scheint es mir.. man "hat sowas ja nicht", man hat halt alles im Griff, Probleme haben andere (haben uns unsere Eltern ja so beigebracht, nicht wahr). Aber das ist ja auch nur Teil der von Mollienchen erwähnten Fassade, die einem letztendlich ja auch nix bringt (ausser einen immer weiter in Richtung "Verdrängung und Selbstbetrug" zu drücken und an der Substanz zu zehren).

Genau ... das eingeimpfte "Probleme haben andere", "Du bist nicht komisch, du bist besser/schlechter (je nachdem welche Laune da ist)." und so. Aber zu wissen warum ich so denke hilft mir irgendwie nicht, nicht so zu denken. Ich fall dahin zurück. Bin nicht erwachsen geworden. Bin zu beeinflussbar. Bin lustiger, bunter Matsch. ;-D :|N

"Verdrängung und Selbstbetrug" der war aber schon schön und kommt mir im Nachhinein unkomplizierter vor als das plötzliche "Hallo, wo bin ich?" ... kann die große erleuchtung nicht in der Kiste kommen? Da wär Licht vermutlich dann eh nicht schlecht. Ein halbherzig, schlecht-makaberer Versuch witzig zu sein...

Sorry, ich fange an zu frustnudeln. ":/

@ Nurarihyon

Wo es hinführen soll, wo ich ankommen will, wieso, weshalb, warum.

Das frage ich mich für mich auch.

Wenn das "wahre Selbst" ein Blatt Papier ist und das "Leben" ein Aktenordner, dann ist meine Seite nicht einfach leer, sondern ich weiß nicht die Farbe, nicht das Format, ganz grundlegende Dinge, die dem "Ich" einen Rahmen geben. Klingt doof, passt aber irgendwie gut als Erklärung.

Das hast du echt gut beschrieben. Ich fühl mich da, bzg. der Selbstbildes, sehr ähnlich.

Hängt's bei dir auch damit zusammen das du so oft versucht hast dich 'von außen' zu betrachten, dass du es nicht mehr 'von innen' (selbst) sehen kannst?

Seit ich ernsthaft versuche meinem Leben wieder (oder überhaupt mal) eine "gesunde" Struktur zu denken frage ich mich, obwohl meine Bemühungen objektiv von Erfolgt gekrönt sind, wo das eigentlich hinführt.

Was machst du? Was sind die Erfolge?

Jian7w4


Aber zu wissen warum ich so denke hilft mir irgendwie nicht, nicht so zu denken.

Das geht auch nicht so schnell.. die Erkenntnis ist lediglich der erste Schritt. Es ist ja tief in einem drin, neurologisch fest im Gehirn verdrahtet. Der therapeutische Prozess ist das mühsame Auflösen dieser "destruktiven verdrahteten Strukturen" und ersetzen durch neue. Üben üben üben, kann durchaus monatelang dauern.

wXasy1


Liebe Eleonora,

"ich" bin der Klaus und kenne das Gefühl, das Dich umtreibt.

Langsam habe ich das Gefühl, das man sich selbst (wie man war und wieder sein möchte) gar nicht wiederfinden kann. Wer das kennt und nicht daran durchgedreht ist, möge mir sein Geheimnis zum glücklich weiterleben verraten.

Meine Erfahrung damit ist, den geistigen Ansatz zu korrigieren. Mich nicht mehr mit durch das zu definieren, "wie man war und wieder sein möchte", sondern durch das, was ich durchgängig bin. (Dass ich damals "ich" war und auch heute noch "ich" bin.)

Wir gehen durch Höhen und Tiefen, durch Phasen und Erlebnisse, die man genau so "gar nicht wiederfinden kann".

Was wirklich konstant ist (und was Du nie verlieren kannst), ist Dein Ich-Sein. Und dies "Häufchen bunten Matschs" (süß) bist nicht DU, sondern ist das, was Du erlebst. Freu Dich an der Farbigkeit, grau wäre langweiliger.

PS: Wenn Du morgen an diesen Moment zurückdenkst, dann wirst Du immer noch "ich" sein, genau wie jetzt...

MQollie^n ch[en


@ Jan74

Mollienchen grinst und weiss wovon ich rede ;-)

Jan, das ist witzig, ich habe tatsächlich gegrinst, noch bevor ich diesen Satz gelesen hatte. :-)

@ Eleonora

Ich unterschreibe Jans Beitrag (15.02., 01:02 Uhr) Wort für Wort.

Den anderen übrigens auch.

@ Eleonora und Nurarihyon

"Ich" ist, auch wenn es sich nicht so anfühlt, mehr als Ihr denkt. Man muss bloß wieder lernen, dafür empfänglich zu sein.

Auch alles, was man tut, ohne das Gefühl zu haben, dass es von einem selbst kommt und von dem man glaubt, es nur in Beeinflussung durch andere zu tun, hat etwas mit einem selbst zu tun. Man trifft mehr Entscheidungen, als man denkt, und alles, was man tut (egal, wie beeinflusst man ist) hat einen Grund. Und das alles ist das "ich" bzw. hat seinen Ursprung darin.

Ich sehe von meinem "ich" zwar bisher auch noch recht wenig, aber ich stelle doch immer wieder fest, dass ich durchaus nicht nur die Flipperkugel bin, die von hier nach da und dort gestoßen wird und gar nix selbst macht/entscheidet. Die Hauptursache für das sich nicht als "ich" fühlen ist wirklich die Art, über das alles zu denken. Und dieses Denken zu verändern dauert. Wie Jan schon sagte.

JYa0n7x4


@ molli

Irgendwie witzig.. wo ich Dich eher als geradezu dickköpfig und stur auf festen Meinungen beharrend empfinde (was jetzt gar nicht negativ gemeint ist). Also ich empfinde wirklich alles andere als "wenig ich" bei Dir. Eher dickes Ego als dünnes, wenn auch nicht gerade laut vor sich her getragen. Auch damals schon, vor der Therapie.. durchaus "was drin" in Dir.

M?olliEenchexn


Tja, so weichen das Bild von außen und das Selbstbild halt gern mal voneinander ab…

Finde mich immer noch ziemlich "wenig" und denke oft, dass meine Dickköpfigkeit so ziemlich das einzige ist, was mich ausmacht. :°(

J?axn74


*dieses nicht denk

M>ollLienc<hexn


Ich arbeite dran… :-)

NFu/rar3ihyoxn


@ Eleonora

Habe dir mal eine PN geschickt.

@ Mollienchen

"Ich" ist, auch wenn es sich nicht so anfühlt, mehr als Ihr denkt. Man muss bloß wieder lernen, dafür empfänglich zu sein.

Auch alles, was man tut, ohne das Gefühl zu haben, dass es von einem selbst kommt und von dem man glaubt, es nur in Beeinflussung durch andere zu tun, hat etwas mit einem selbst zu tun. Man trifft mehr Entscheidungen, als man denkt, und alles, was man tut (egal, wie beeinflusst man ist) hat einen Grund. Und das alles ist das "ich" bzw. hat seinen Ursprung darin.

Ich sehe von meinem "ich" zwar bisher auch noch recht wenig, aber ich stelle doch immer wieder fest, dass ich durchaus nicht nur die Flipperkugel bin, die von hier nach da und dort gestoßen wird und gar nix selbst macht/entscheidet. Die Hauptursache für das sich nicht als "ich" fühlen ist wirklich die Art, über das alles zu denken. Und dieses Denken zu verändern dauert. Wie Jan schon sagte.

Ja, das ganze braucht eine ziemlich breite Basis. Um bei meinem Aktenordnervergleich zu bleiben, fü+hle ich mich wie ein Schnellhefter voller bunter, bekritzelter PostIts, wahllos auf andere Papiere geklebt, ohne Struktur.

Aber ich sortiere so vor mich hin und werde mich in dem Chaos schon finden. Und wenn ich eh beim Ausmisten bin, kann ich auch gleich den Müll wegwerfen. ;-D

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