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Habe kaum soziale Kontakte, aber auch kein Verlangen danach

LXisa4;07x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo :-)

Ich habe nur ein, zwei "Freunde" und dieser Kontakt ist auch eher oberflächlich. Prinzipiell stört mich das nicht, nur fangen meine Eltern in letzter Zeit an, zu nerven, ich müsste mir soziale Kontakte suchen, einen Freundeskreis aufbauen und mehr raus gehen. Klar, ich weiß, dass es total abnormal ist, mit 19 nur zu Hause rumzuhängen. Aber ich habe keinerlei Bedürfnis nach mehr Kontakten. So Sachen wie abends weggehen, ins Kino gehen, Cocktails trinken, das nervt mich total an. Ich kann sowas nicht ausstehen, weiß der Geier, warum nicht.

In der Oberstufe hatte ich mehr Kontakte und habe mich gezwungen, die normalen Aktivitäten mitzumachen. Ich fand es so ätzend und hab mich immer mehr davor gedrückt. So sind auch diese Kontakte eingeschlafen bzw. sind diese Leute stinksauer auf mich. Schade finde ich es nicht, ich vermisse nichts.

Klar, manchmal denke ich schon, dass es schön wäre, mehr Leute zu kennen. Aber das hält immer nur kurz an.

Früher, als Kind, da hatte ich leider auch wenige Kontakte und habe drunter gelitten, nun ist es mir egal. Mit 12,13 wurde ich bitter enttäuscht, da wendete sich meine damals beste (und einzigste) Freundin von mir ab ausgelöst durch meine eigene Mutter . Noch gab ich nicht auf, ich suchte neue Kontakte und wurde viermal bitterlichst enttäuscht :(v :°( . Seitdem gefällt es mir, alleine zu sein.

Nun, da meine Eltern sich ernsthaft Sorgen um mich machen, frage ich mich, wie unnormal ich eigentlich bin. Und vor allem, was ich dagegen machen kann. Ich will nicht, dass sich meine Eltern so um mich sorgen. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass mein Verhalten ziemlich seltsam und auch nicht gesund ist Hänge viel zu sehr an meinen Eltern, wahrscheinlich, weil ich keine anderen Kontakte habe .

Also: Wie kann ich mich zu "normalem, alterstypischem Verhalten" motivieren und neue Kontakte knüpfen, die mich nicht tierisch anöden?

Danke euch.

Antworten
MHoll0ienchxen


Bist Du denn selbst unglücklich damit? Wenn nicht, wozu auf Krampf was ändern? Kontakte erzwingen geht eh meist in die Hose.

Ich kann auch nicht behaupten, wirklich massenhaft Freunde zu haben (die einzigen wirklich regelmäßigen Kontakte sind zwangsläufig die Arbeitskollegen), aber die meiste Zeit stört mich das gar nicht.

C(haLttxy


Hi Lisa,

welcher Freizeitaktivität gehst du denn nacht? Dann würde ich schauen, was da an öffentlichen Veranstaltungen möglich ist. Wenn du gerne liest, kann man auf Lesungen gehen, da hat man zumindest die Möglichkeit auf Gleichgesinnte zu treffen. Oder man schaut, ob sich ehrenamtlich in der Stadt was machen läßt. Da wärst du zumindest auch mal zeitweise außer Haus und deine Eltern würden sehen, dass du nicht daheim versauerst.

F

reunde zu finden ist nicht einfach und man muss auch sehr kompromissbereit sein, aber wenn man dann welche hat ist es umso schöner.

Ich selber habe mit 17 meinen Freundeskreis komplett aufgegeben und war dann so zwei, drei Jahre enorm am schwimmen, was die zwischenmenschlichen Kontakte angeht. Dann habe ich durch VHS, Arbeit, Praktika und Mithilfe in einem Bioladenn wieder neue Freunde gefunden. Später sind duch die eigene Kinder auch noch neue Freundschaften mit Eltern entstanden.

Aber das ganze ist schon recht aufwendig. Auch sind durch Umzüge etc. immer mal wieder welche weggebrochen. Das läßt sich halt nicht vermeiden.

Wenn man aber nur zuhause bleibt, dann verlernt man den Umgang mit anderen Menschen und das ist schade. Irgenwann wird dann die Hürde so groß und man hat kaum noch Chancen.

Viel Glück

SZplyittekrseele


Hallo Lisa... :)

Zunächst einmal brauchst du kein "Alterstypisches Verhalten" anzustreben. Du bist ein Individuum und es gibt in der Tat Einzelgänger. Wenn du keine "Kontakte" möchtest, dann musst du dir auch keine krankhaft suchen.

Ich muss dir sagen, das dein Beitrag von mir stammen könnte und wenn ich zwischen deinen Zeilen lese, dann muss ich mich gerade auch hinterfragen... Bei mir gibt es die gleiche Geschichte mit den Enttäuschungen und nachdem dieser Freundeskreis zusammen gebrochen ist, habe ich auch nie mehr versucht, einen neuen aufzubauen. Ich habe einen besten Freund, der aber 350km weit weg wohnt, genau wie meine Familie. Ich lebe mit meiner Partnerin, 8 Pferden und einem Hund und im Grunde genommen reicht mir das. Warum? Ich vermute mal, das ich nichts mehr investieren will und mich nicht mehr öffnen will, wenn die Leute dann abhauen.

Aber gerade in den letzten Wochen, wo Druck, Stress und Co. gestiegen sind, weiß ich wieder was Sozialkontakte heißen und für was die da sind. Ich nehme mir dieses WE eine Auszeit und besuche meinen Freund und meine Familie.

S0plittCerseeLle


Und hinzu kommt natürlich auch das "verlieren" einer vertrauten Person, wenn sich der Bekanntenkreis auflöst...

Bxub_bleFbalthbaxlly


Wenn es dir selbst dabei gut geht, dann lass dir nicht reinreden. Aber bei mir ist es ganz oft so, dass ich zum Beispiel wenn ich nachmittags weiß, heute Abend hast du dieses und jenes mit irgendwem vor, dann hab ich gerade überhaupt keinen Bock. Wenn ich dann aber hingehe und erstmal da bin, wird es meist doch schön und ich bin froh, mich überwunden zu haben.

Wenn mein "Sozialleben-Monster" mal wieder schläft und keinen Bock auf Freunde hat, muss ich mich also quasi auch zwingen, es aufzuwecken. Aber oft lohnt es sich doch :-) In Vereinen und Organisationen findet man doch sicher auch schnell jemanden. Aber wenn du echt einfach überhaupt gaar keine Lust hast: Lass es. Und hab kein schlechtes Gewissen dabei.

Lbisa~40x77


Danke für eure Antworten, die beruhigen mich wirklich. Ich kam mir echt krank vor.

Also, ich habe ein Hobby, was eigentlich sehr kommunikativ ist und bei dem zwangsläufig soziale Kontakte entstehen. Die Kontakte, die ich dadurch hatte, haben mich komischerweise nie genervt, ich habe mich sogar drauf gefreut, diese Leute wiederzusehen :-D . Leider kann ich dieses Hobby erst wieder in frühstens fünf Jahren ausüben :°( . Aber darauf freue ich mich schon wie verrückt!

Wenn ich nun Treffen zustimme und mich dazu aufraffe, dann finde ich es den ganzen Abend über nur grausam. Ich bin dann immer heilfroh, wenn ich nach Hause kann.

Ich hatte immer das Gefühl, dass es ich es gut finde, so wie es ist, aber seitdem meine Mutter mich drauf angesprochen hat, frage ich mich schon, ob ich wirklich so glücklich bin, wie ich es mir einrede. Oder ob es nur die Enttäuschungen sind, die mich zu einem ausgeprägten Einzelgänger gemacht haben.

A(ka(sOha7x67


Nun, ich würde mich nicht daran orientieren, was andere als "normal" betrachten. Normal ist, was die meisten machen, eben die "Norm" – das ist aber noch lange kein Indiz für richtig oder falsch.

Ich vermute, dass du dich aufgrund deiner früheren Erfahrungen vor sozialen Kontakten scheust. Früher wolltest du sie, bist enttäuscht worden. Erst stört einen soetwas, dann gewöhnt man sich daran, irgendwann scheint man diesen Zustand sogar zu mögen (evtl. fehlen einem zu diesem Zeitpunkt auch die Fähigkeit Kontakte zu knüpfen. Das scheint bei dir aber aufgrund deiner Ausführungen eher nicht das Fall zu sein). Noch dazu scheinst du jemand zu sein, der hohe Ansprüche an seine Kontakte hat. Einfach nur jemanden treffen um sich zu treffen reicht nicht – du scheinst kein Cliquentyp zu sein, auf keinen Fall ein Mitläufer. Sorry, wenn ich da jetzt zuviel hineininterpretiere. :-)

Ich kann mir schon vorstellen, dass du soziale Kontakte schätzen kannst – wenn es denn die richtigen sind. Und deshalb meine ich, dass es sich lohnt, soziale Kontakten eine Chance zu geben. Ich würde nicht krampfhaft danach suchen – das endet wieder so, wie von dir schon beschrieben – aber zuzulassen. Gute Freunde sind Gold wert. Mit denen macht dann auch das Cocktailtrinken etc. Spaß.

Vielleicht findest du ein anderes Hobby, dass du solange ausüben kannst, bist das andere wieder möglich ist.

Ich würde mein Verhalten an deiner Stelle nicht radikal ändern – vielleicht nur die Einstellung. Also nicht suchen sondern zulassen. Früher oder später triffst du dann die Menschen, mit denen du wirklich etwas anfangen kannst.

gLal#lxo1


Ach das kenne ich auf eine änhliche Art auch von mir selbst...... Ich habe verlernt Kontakte zu knüpfen.... Ich war und bin nicht sehr kontaktfreudig bei fremden Menschen. Ich brauch dafür meiste eine sehr lange Zeit um mit jemanden Warm zu werden. So steht ich 3 Jahren recht alleine da. Ich habe zwar wenige gute Freunde, aber auch wie dieses Wochenende haben die keine Zeit und ich sitze hier alleine das ganze Wochenende vorm PC und langweile mich dabei. Ich denke auch darüber nach mal einen Therapeuten aufzusuchen wenn ich mich irgendwann tatsächlich mal traue...

Manchmal wenn ich zwischendurch eine Beschäftigung finde die mir Spass macht vergesse ich dieses "Problem" und fühle mich gut, aber dann habe ich auch mal wieder zuviel Zeit zum nachdenken und habe Angst, dass ich irgendwann im Alter alleine und verbittert in meiner Wohnung sitze. Bei der Vorstellung müsste ich immer fast losheulen... Das ist sicherlich nicht das was sich meine Mutti für mich vorgestellt hat :/

Was mir jedoch bleibt ist die Hoffnung. Die Hoffnung, dass es bald wieder anders aussehen kann.

liebe Grüße

gallo

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