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Ich habe schwere Depressionen, seit 5 Jahren durchgehend

D9ilalexs


@ aug233

es gibt sicher Leute die sowohl Psychologie wie Psychiatrie studiert haben.

In der Praxis ist das schwer umzusetzen. Entweder ich habe eine psychiatrische Praxis, mache Untersuchungen und Medikation, Ein- oder Überweisung zu einem EEG MRT EKG Klinik usw. , so eine Praxis hat in aller Regel ein Wartezimmer, das in heutigen Zeiten proppevoll ist. In einer psychiatrischen Praxis ist deshalb eine Psychotherapie schlecht bis gar nicht möglich durchzuführen, da der Psychiater dies zeitlich gar nicht hinbekommt. Er überweist in aller Regel zu einem Pschotherapeut, der diese Therapie dann macht. Eine Sitzung dauert 1-1,5 Stunden, dies ist beim Psychiater nicht möglich.

Die erste Anlaufstelle sollte daher immer der Psychiater oder Neurologe sein.

aRug2x33


@Dilles; der erste Satz trifft das Problem der Psychiater. Es ist aber eine Frage des Ertrages, sprich der Entlohnung. Für 50 Minuten Psychotherapie erhält in der BRD ein Psychotherapeut etwa 70,- Euro; die heute praktizierenden mögen diesen Wert korrigieren. In der gleichen Zeit kann der Psychiater auch fünf Patienten behandelt haben und dabei dann wesentlich mehr abrechnen. Unter dem Strich wird er kaum Zeit für Psychotherapie zur Verfügung stellen.

Nur, und das ist für die Behandlung mit Medikamente wesentlich, wer sich auf dem Gebiet genügend fortbildet, der kann auch als Arzt und Psychotherapeut entsprechend verordnen und ein Psychiater ist für die Behandlung in keiner Weise erforderlich.

Und wenn man schon bei den fachlichen Seiten ist – erst nach einer ausführlichen Diagnostik entscheidet sich der Fachmann dafür, ob er das Krankheitsbild auf der Grundlage einer neurotischen Entwicklung behandelt oder ob er von einem endogenen Krankheitsbild ausgeht.

D$ill#exs


@ aug233,

ich gebe dir Recht, nur ein Psychiater der sich mit der Psychologie seiner Patienten beschäftigt kann eine absolut gute Diagnose stellen. Dazu ist die Bezahlung zu schlecht.

Der Psychiater muss Umsatz machen er hat eine Praxis Angestellte und Apparate.

Die Psychologen machen ihre Sitzungen meist in einem Nebenräumchen ohne Angestellte.

Ich habe das Glück einen Psychotherapeuten zu haben der 30 Jahre lang in einer psychiatrischen Klinik gewesen zu sein. Er kennt sich in Medikamentenkunde unheimlich gut aus und fragt auch immer wie meine derzeitige Medikation ist, er zieht daraus Rückschlüsse für seine Therapie. Ich gebe dir Recht das die beiden Felder besser verzahnt sein müssten.

aSurg23x3


Dilles, dann hast Du mit Deinem Psychotherapeuten wirklich Glück! Es ist nicht selbstverständlich, dass Psychotherapeuten mit Ärzten aus dem Bereich Psychotherapie im Gespräch stehen und auf diese Weise erfahren, was bei der Medikation so läuft. Auf der anderen Seite spricht jeder Mensch anders auf ein Medikament an. Deswegen muss leider oft ausprobiert werden bis eine Medikation passend ist. Das können nicht alle Patienten sofort verstehen.

J)an724


Naja, man muss dazu aber auch sagen das eine Depression nicht gerade zu den besonders exotischen psychischen Erkrankungen gehört. Ist ja quasi schon "Einstiegsklasse" für Psychiater-Berufsanfänger (und entsprechend erprobt und landläufig sind die Behandlungsmethoden).

@ jacky

klar ist es nicht einfach, wenn man so geprägt wurde und es jahre- oder jahrzehntelang in einem drin ist. Aber was anderes als zu versuchen dagegen anzugehen kann man ja eh nicht machen. Da ist eine kognitive Verhaltenstherapie schon genau richtig.

Wobei ich auch nicht mich soweit aus dem Fenster lehnen würde und sage "das ist garantiert die Ursache für Deine Beschwerden". Das wäre so als Laie doch etwas gewagt. Aber, ich drücks mal so aus, ich halte es für ziemlich wahrscheinlich dass es zumindest eine der tragenden Säulen der Depression ist. Und vielleicht auch seinerseits wieder andere Dinge bewirkt, die ebenfalls verschlimmernd hinzukommen (ist ja oft so – man leidet nicht nur unter der Primärstörung, sondern auch zunehmend unter ihren Folgeerscheinungen).

S?un*flowxer_73


Also (etwas knapp gefasst, soll aber nicht unfreundlich klingen! ;-) ):

1. Wenn jemand noch arbeiten geht / arbeiten kann, dann widerspricht diese Tatsache ganz grundsätzlich einer "schweren" Depression. Dann ist das bestenfalls etwas leicht- oder mittelgradiges. Denn das Hauptkriterium für "schwere" Depression ist eine derartige Vielzahl & Schwere von Symptomen, dass man eben absolut nicht mehr arbeitsfähig ist.

2. Wenn jemand auch nach 5 Jahren Depression Klinikbehandlung weiterhin ablehnt, dann widerspricht auch das einem erheblichen Leidensdruck. Zumindest reicht der nicht aus, sein Befinden über den Job zu stellen.

Beides ist jetzt lediglich beobachtend und absolut wertfrei gemeint!

Weitere Aspekte (wie gesagt, etwas knapp gefasst, sonst tippe ich hier eine halbe Ewigkeit):

Eine rein psychotherapeutische Behandlung KANN bei einer leichten bis mittleren Symptomatik ausreichend sein. KANN, muss aber nicht. Es hängt von vielen Faktoren ab: Therapierichtung an sich (da steht vorne an erstmal eine gute Verhaltenstherapie). "Guter Draht" zum Therapeuten (geeignete Therapierichtung und hochqualifizierter Therapeut bringen nix, wenn die Sympathie nicht stimmt). Eigenes Engagement, d.h. jeden Tag, jede Stunde die Techniken aus der Therapie aktiv anwenden. 1x pro Woche eine Stunde Therapie ist im Vergleich zu den restlichen 167 Stunden der Woche verdammt wenig. Therapie geschieht nicht mit einem; Therapie muss man aktiv machen, auch wenn die Selbstöffnung schwer fällt und v.a. auch das Aufraffen zu "therapeutischen Aktivitäten". Ja, eine Depression ist NICHT KÖNNEN, aber es gibt halt doch kleine Ansatzpunkte, an denen man etwas tun kann, auch wenn es schwer ist.

Was hast Du bislang aus der Therapie mitgenommen? Was weißt Du über typ. Denkfehler bei Depressionen, über die Negativspirale von zu wenig Aktivität, was über das Problem fehlender Balance aus Be- & Entlastung, von zu wenig angenehmen Aktivitäten bei zu hohen Belastungen im Alltag, von zu viel Perfektionismus?

Eine gute Verhaltenstherapie zeichnet sich dadurch aus, dass Du diese Begriffe kennst, auf Dich anwenden kannst. Dass diese Problemfelder bewusst sind. Dass Du aktiv angehalten wirst, Dinge anzugehen. Und dass man sich BEWUSST mit der Krankheit auseinandersetzt, statt das Leben von ihr bestimmen zu lassen.

Und:

Eine ergänzende Medikation allein kann ggf. halt doch hilfreich sein. Da reichen aber die Kenntnisse eines Hausarztes nicht aus. Die von Dir erwähnten Medikamente sind Standards. Können helfen, aber sprechen nun auch nicht gerade von Raffinesse. Es gibt mehr – und es gibt raffiniertere Kombinationen. Außerdem verallgemeinerst Du bzgl. der Nebenwirkungen! Eine gute Einstellung geht nur über einen Psychiater. Oder im stationären Rahmen.

Wie lange hast Du die Medikamente jeweils genommen? Oft dauert es um die 4 Wochen, bis man ein Urteil abgeben kann, was eine tendenzielle Wirkung angeht. Dann kann man oft noch an Kombinationen (morgens ein Medikament, abends ein anderes) und Dosierungen schrauben.

Und es gehört immer die Bereitschaft dazu, sich auf ein Medikament einzulassen. Ebenfalls wertfrei gemeint!


Was Behandler angeht:

Ein Psychologischer Psychotherapeut ist studierter Diplom-Psychologe. Den Therapeuten-Titel hat er dann im Rahmen der Einführung des Psychotherapeutengesetzes vor 15 Jahren aufgr. Berufserfahrung und einiger Weiterbildungen bekommen. Oder aber (und darum sind jüngere Therapeuten z.T. durchaus besser als ältere, erfahrene. Was aber keine Pauschalisierung sein soll!) im Rahmen einer aufwendigen, mehrjährigen, stark strukturierten, 4200 Stunden umfassenden Weiterbildung unter miesesten Rahmenbedingungen mit anschließendem Staatsexamen. Arbeiten NUR psychotherapeutisch, dürfen KEINE Medikamente verordnen (haben trotzdem einiges Wissen) und nicht krankschreiben.

Ärztlicher Psychotherapeut wird man durch Medizinstudium plus beliebige Facharztausbildung plus ca. 600 Stunden Weiterbildung zum Psychotherapeuten. Arbeiten auch selten rein psychotherapeutisch, sondern nutzen den Titel eher als Zusatzqualifikation im normalen Umgnag mit Patienten (z.B. Hausärzte, Gynäkologen,...).

Psychiater: Medizinstudium plus Facharztausbildung zum Psychiater & Neurologen. Arbeiten seltenst umfassend psychotherapeutisch, sondern verordnen in dem Bereich eher Medikamente und bieten kurze stützende Gespräche an. Ausnahmen bzgl. psychotherapeutischer Tätigkeit gibt es! sind gute Ansprechpartner für Medikamente, aber für Therapie nur bedingt.

Weitere Fachärzte: Z.B. "Psychiatrie & Psychotherapie" oder "Psychosomatik": Arbeiten psychotherapeutisch und dürfen Medikamente verordnen. Eher seltene Gattung.

Die Kombination aus Mediziner & Psychologe (also Doppelstudium plus einer Weiterbildung, die zu einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Tätigkeit befähigt) ist extremst selten. Wenn, dann bei ALTEN Medizinern aus Zeiten, wo Psychologie "Laberfach" war und man es locker neben dem Medizinstudium geschafft hat. Bei jüngeren Behandlern hat es Seltenheitswert: Beide Fächer parallel studieren geht wg. Studienplatzbeschränkungen seit JAHREN nicht mehr. Und warum nach dem 1. Studium ein 2. Studium, wenn man in der Zeit entweder den Facharzt macht oder aber die Psychotherapeutenweiterbildung und dadurch a) verdient und b) die Weiterqualifikation in seinem Bereich erwirbt und entsprechend arbeiten kann?

(Seltene Doppelqualifikationen kommen dann eher bei Psychologen vor, die statt Psychotherapieweiterbildung zu machen lieber Medizin studieren, weil man damit doch besser dasteht: Klinikjob wird bezahlt, Facharztausbildung von den Kliniken finanziert, Chancen auf eigene Praxis um ein Vielfaches besser. Psychotherapieausbildung: Unbezahlt arbeiten, z.T. über Jahre. 30.000e & mehr an eigenen Weiterbildungskosten. Schuldenberg. Bundesweit praktisch keine Niederlassungsmöglichkeiten mit eigener Praxis. Übernahme von Praxen nur für etliche Zehntausende Euro).).

Aber man braucht auch niemanden mit Doppelqualifikation; ein guter Therapeut (Therapierichtung, wirklich gutes & modernes Anwenden der Techniken, Sympathie auf zwischenmenschlicher Ebene) und ein guter Psychiater für die Medikation und die Bereitschaft der beiden, auch mal miteinander zu reden, reichen voll und ganz aus.

Bleibt DANN nur das eigene Engagement (= aktive Mitarbeit, Motivation bzgl. Medikation, ggf. Bereithschaft zu stationärer Behandlung).

Was letzteres angeht:

Der Arbeitsgeber muss davon nix erfahren. Steht auf keiner Krankmeldung drauf. Und es gibt x Erkrankungen, wo man halt mal länger ausfällt. Auch Kollegen schuldet man keinerlei Erklärung.

Bzgl. der "schweren Depression":

Wie gesagt passt das nicht zur vorhandenen Arbeitsfähigkeit. Was den Leidensdruck keinesfalls schönreden soll; die Belastung durch die Krankheit ist auch bei weniger schwerer Ausprägung erheblich. Aber nach 5 Jahren (aber nur einem Jahr Therapie? Wie lange insgesamt versch. Medikationsversuche?) würde ich mir definitiv Gedanken machen, ob die aktuelle Behandlung (Arzt, Therapeut, Therapierichtung, ambulante Behandlung) hilfreich ist. Da gibt es noch etliche Schrauben, an denen man drehen kann zwecks Verbesserung.

Und bzgl. der 5 Jahre (nonstop dieselben Symptome, keinerlei vorübergehenden Verbesserungen?) sowie meiner Anmerkungen bzgl. Schweregrad gehen mir noch zwei Dinge durch den Kopf: 1. Ob es statt Depression nicht eher eine Dysthymie (langandauernde, aber eher milde depressive Symptomaitk) ist, oder eine sog. double depression (= Dysthymie PLUS gelegentliche heftigere depressive Episoden). Oder ob weitere Diagnosen einen Einfluss haben (da möchte ich jetzt nicht willkürlich irgendwelche Begriffe in den Raum werfen, weil einfach auch Infos fehlen!).

Aber: "5 Jahre schwere Depression", das passt nicht zu dem hier beschriebenen Bild. Denn da ist Arbeiten nicht möglich, da wärst Du mehrfach in der Klinik gewesen, da hätte man ganz andere Medikamente probiert und ggf. sogar von Elektrokrampftherapie gesprochen.

Dass die Symptomatik FÜR DICH schwer ist: Keine Frage. Aber als "offizielle Diagnose" geht das nicht durch. Kann man direkt im ICD-10 nachlesen, das ist nicht meine Wertung, um Dich zu ärgern.

So – das war die knappe und hoffentlich dadurch nicht unfreundlich klingende Fassung. ;-)

@ aug:

Danke für die Lorbeeren bzgl. "ausgebildetete Psychotherapeutin": Stimmt aber nicht ganz; muss erst das Examen im März ablegen, um mich wirklich so nennen zu dürfen.

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Es ist nicht selbstverständlich, dass Psychotherapeuten mit Ärzten aus dem Bereich Psychotherapie im Gespräch stehen und auf diese Weise erfahren, was bei der Medikation so läuft.

Sollte es aber sein. Schweigepflichtsentbindung einholen und ab ans Telefon. Wobe gerade "gestandene" Psychiater mit analytischer Ausrichtung durchaus ekelhaft sein können zu Psychologen/Psychotherapeuten (v.a. wenn weiblich, jünger und verhaltenstherapeutisch ausgerichtet). Die alten Grabenkämpfe... Gute Behandler erkennt man daran, dass sie diese nicht mehr betreiben.

Er überweist in aller Regel zu einem Pschotherapeut, der diese Therapie dann macht. Eine Sitzung dauert 1-1,5 Stunden, dies ist beim Psychiater nicht möglich.

Niemand überweist mehr. Aktuell gehen ca. 50% der Patienten zum Psychiater und der empfiehlt ergänzend eine Psychotherapie. Und 50% gehen direkt zum Psychotherapeuten und der schickt sie im Rahmen des eh erforderlichen Konsils dann explizit zum Psychiater, weil er eine Medikation für erforderlich hält. Zumindest bei den VT'lern. Und eine Therapiestunde dauert 50 Minuten (meist 55-60).

Für 50 Minuten Psychotherapie erhält in der BRD ein Psychotherapeut etwa 70,- Euro

Eine Therapiesitzung ist 1295 EBM-Punkte wert. Der Geldwert eines Punktes schwankt in jedem Quartal. Letztlich bekommt man je nach Punktwert 56 bis rd. 80€. Unter diese 55/56/57€ kann der Betrag nicht fallen, da intelligenterweise mal eine Untergrenze vereinbart wurde.

Abgesehen von psycholog. Psychotherapeuten stehen Psychiater ganz unten in der Einkommensliste der Ärzte; gilt auch für die rein psychotherapeutisch tätigen anderen Fachärzte. Alle, die nur auf diese 50-Min-Sitzungen angewiesen sind und nicht durch ergänzende "technische" Untersuchungen Geld verdienen können, stehen finanziell nicht gut dar.

Da Psychiater aber oft auch neurologisch tätig sind und entsprechende Geräte benötigen, MÜSSEN sie aus finanziellen Gründen halt mehr/andere Leistungen erbringen als nur Gespräche, und KÖNNEN sich diese gar nicht leisten. Ebenso spielt der Personalaspekt da rein. Man braucht Personal, aber muss es sich auch leisten können.

Reine Psychotherapeuten (Ärzte wie Psychologen) arbeiten daher ohne Personal. Kein Geld dafür, und auch nicth wirklich nötig (Abrechnung kann man alleine machen; ein AB tut's auch)

SRu:nflowVe%r_7x3


Und noch ein bisschen Senf von mir:

Psychiater schleusen Patienten auch deswegen so schnell durch, weil sie nicht pro Gespräch bezahlt werden, sondern pro Quartal. Da bringt das Einlesen der Versichertenkarte einen Festbetrag (solange keine weiteren Untersuchungen stattfinden). D.h. je öfter und länger ein Psychiater einen Patienten sieht, desto weniger verdient er.

Nur, und das ist für die Behandlung mit Medikamente wesentlich, wer sich auf dem Gebiet genügend fortbildet, der kann auch als Arzt und Psychotherapeut entsprechend verordnen und ein Psychiater ist für die Behandlung in keiner Weise erforderlich.

NUR Ärzte dürfen Medikamente verordnen, Psychologische Psychotherapeuten NICHT. Daher sind gute Psychiater extrem wichtig, zumindest wenn Medikamente erforderlich scheinen und die resten Standard-Versuche des Hausarztes scheitern.

Und wenn man schon bei den fachlichen Seiten ist – erst nach einer ausführlichen Diagnostik entscheidet sich der Fachmann dafür, ob er das Krankheitsbild auf der Grundlage einer neurotischen Entwicklung behandelt oder ob er von einem endogenen Krankheitsbild ausgeht.

Diagnostik ist die wichtige Grundlage. Aber der Begriff "endogen" ist überholt. Wird nur noch von (alten) Ärzten genutzt und taucht in den Diagnosenkatalogen schon lange nicht mehr auf. ;-)

JLaon74


"knapp"

^^

(aber habs noch gar nicht gelesen)

@:)

SIunflvowerK_x73


]:D

Man hätte manches an einigen Stellen vorsichtiger und/oder ausführlicher formulieren können. ;-)

Und ich sollte mir einige Ausführungen endlich mal auffindbar speichern und beim nächsten Mal nur reinkopieren.

J!a;n@74


Stimmt, ist eine gute allgemeine Zusammenfassung.

Ich denke, die TE hat nix gegen klare, offene, direkte Worte einzuwenden ;-).

JIacky/7l8


nein habe wirklich nix gegen klare offene worte.

@ aug

ich denke schon, daß ich die schwere meiner depression ganz gut einschätzen kann, denn wie gesagt ich habe seit jahren damit zu tu u ich alleine weiß ja wie es in mir aussieht, wie sich mein ganzes denke u fühlen verändert hat, wie sich meine lebensqualität verändert hat. und nur weil ich noch arbeiten gehe, kann man nicht sagen, dass es keine schwere depression ist. steht vielleicht so in den fachbüchern aber man kann nicht alles verallgemeinern oder? ist bei anderen krankheiten ja auch nicht anders. also ich denke ich schätze meinen zustand schon ganz gut ein, denn ich weiß ja wie ich mich fühle.

warum ich mich nach 5 jahren noch nicht zu einem klinikaufenthalt durchringen konnte hat verschiedene gründe die ich jetzt nicht nochmal aufzählen möchte. mittlerweile sehe ich ein, dass einige argumente meinerseits nicht richtig sind (arbeitgeber z. B.) ich bin ja schon dabei, meine einstellung zu einem klinikaufenthalt zu ändern aber auch das geht nicht von heute aufmorgen..ich will mir ja helfen lassen, aber ich möchte es erstmal ambulant probieren. ein klinikaufenthalt wäre ein riesiger schritt für mich u für riesige schritte bin ich einfach momentan noch nicht in der lage. aber auch das bedeutet nicht, dass meine depression nur leicht ist. ich empfinde es als schwer denn wenn man seine wohnung nicht mehr verlässt, ausser zum arbeiten, wenn man keinen antrieb mehr hat, keine ziele u jeden tag eigetlich nur noch überlebt anstatt lebt u man durchgehend leere in sich fühlt, ja dann weiß ich es auch nicht. aber gut will hier nicht rumjammern, wollte nur wissen, ob es leute hier git denen es mal ähnlich ging oder geht. ich richte mich nicht nach dem, was in einem buch steht sondern nach meiner gefühlslage u ich empfinde meine depression schon als schwer.

im übrigen war ich in den letzten 5 jahren nicht nur das eine jahr in therapie, ich war davor bei einem" Facharzt für neurologie, psychatrie u psychotherapie" in behandlung, was mir aber leider auch nichts gebracht hat, da er mich wirklich nur alle 4 wochen antanzen ließ, mich gefragt hat wie die tabletten anschlagen( zuerst mirtazapin, dann citalopram, promethazin u zuletzt venlaflaxin),u dann durfte ich wieder gehen. da war dann nix mit therapie, obwohl es beim ersten termin so besprochen wurde. da wurde wirklich alle 4 wochen nachgefragt wegen den medis, dann wurde das präperat mal gewechselt, ende vom lied: 15 kilo mehr drauf, keine besserung meines zustandes, nur medis ausprobiert, keine gespräche u nix. habe die behandlung dann abgebrochen, da er mir dann auch sagte er habe sich mehr auf die neurologie spezialisiert u mache kaum noch psychotherapie. auch er wollte mich zu einem stationären aufenthalt bringen, da er mir nicht "weiterhelfen" konnte, aber er hat es ja auch nicht versucht, u medis aufschreiben kann mir auch mein hausarzt! habe dann erstmal nichts mehr in angriff genommen, da mich das echt zurückgeworfen hat u habe mir dann einen termin bei meinem letzten therapeuten besorgt, halbes jahr wartezeit bis zum erstgespräch, nach dem erstgespräch nochmal 2 monate wartezeit bis zur ersten sitzung. also ich war in den letzten 5 jahren nicht untätig. Habe nur zwischendurch keine hilfe mehr gesucht, denn wenn man merkt, es geht nicht vorran dann resigniert man erstmal. ist bei depressionen eben so oder zumindest bei mir! ich denke nur, es muß doch möglich sein einen guten therapeuten zu finden, der mir ambulant helfen kann in kombination mit einer medikamentösen therapie. werde jetzt den letzten versuch starten sobald ich eine praxis gefunden habe bzw. einen termin bekommen habe u wenn sich dann nichts ändert werde ich wohl um einen klinikaufenthalt nicht drum rum kommen.

J3an74


Was Du auf jeden Fall tun kannst, ist, gewonnene Erkenntnisse (von hier, und aus den bisherigen Therapie) soweit möglich versuchen, in die Praxis umzusetzen. Man ist ja auch ohne Therapie nicht zur Handlungsunfähigkeit verdammt. Der Therapeut zeigt ja auch nur den Weg auf, gehen muss man den schon selber. Und wenn man den Weg auch ohne Therapeuten schon ein Stück weit kennt, kann man ihn auch alleine gehen.

Vielleicht mal einen Versuch mit Johanniskraut wagen? Auch auf die Gefahr hin dass das lächerlich klingt, aber mittlerweile wird das Zeug soweit ich weiss ja pharmakologisch durchaus ernst genommen (bei leichten bis mittleren Depressionen wohl ähnlich wirksam wie SSRI).

J*a)cky7\8


ja da hast du recht. ich habe auch schon die eine oder andere erkenntnis umgesetzt bzw. zu einigen sachen meine sichtweise bzw. einstellung geändert. das betrifft vor allem meine familiäre situation, da habe ich einen klaren schnitt gesetzt, der schon lange überfällig war u das ist schonmal ein problem, das mich mittlerweile weitaus weniger belastet, also noch vor ca. 1 jahr. aber wie gesagt, das geht nur schritt für schritt aber ich arbeite ja dran. klar, es gibt einige sachen die kann man aus eigener kraft ändern, wenn sie einem denn bewußt sind aber ich empfinde es mittlerweile so, dass ich die ganzen jahre viel zu lange gewartet habe u sich die "baustellen" in meinem leben zu sehr angehäuft haben, ich mir viel zu spät darüber im klaren geworden bin, daß ich evtl hilfe brauche u viel zu lange gedacht habe ich schaffe das alleine. die anzeichen waren ja schon vor vielen jahren da, dass mit mir etwas nicht in ordnung ist.das fing ja nicht erst vor 5 jahren an. und mein leben verlief von anfang an schwer. war ein problem weg, kamen 3 neue hinzu, sinngemäß. ich denke mal ich hätte viel eher anfangen müssen, über meine probleme zu reden u mir auch mal helfen lassen anstatt immer nur alles mit mir selbst auszumachen. aber wenn man es nie gelernt hat ist einem das nicht bewußt. das problem was ich eben momentan habe, im kopf sind mir einige sachen schon klar u ich wüßte einige sachen, die ich änden könnte aber da ist dann diese antriebslosigkeit u leere in mir, die es mir einfach unmöglich macht.

was das johanniskraut betrifft, ich werde es mal versuchen, zumindest solange, bis ich eine neue therapie beginne. ich werde ja sehen ob es mir evtl.hilft, zu verlieren hab ich ja nix u schlechter wird es ja auf keinen fall.

Jfack4y7x8


um vielleicht auch mal was ( zumindest für mich) positives zu berichten: gestern war mal wieder ein guter tag für mich. ich war gestern vormittag mit einer freundin verabredet zum stadtbummel. ich habe sehr lange mit mir ringen müssen u normalerweise sage ich dann doch immer ab. habe es gestern aber nicht getan. habe sehr lange gebraucht um mich aufzuraffen, das zieht sich bei mir ja über mehrere stunden. haben uns aber getroffen und waren 5 stunden in der stadt, was mir sehr gut getan hat. ich war dann gestern nachmittag wieder zuhause, habe 2 std. geschlafen u bin dann zu einem freund gefahren, was ich auch erst absagen wollte, da ich sehr müde war, schlafen wollte u meine stimmung nicht die beste war. aber bin dann doch noch hingefahren, denn wenn ich abgesagt hätte, dann wäre er mit sicherheit sehr stinkig gewesen u er ist mir sehr wichtig. es war dann auch ein lustiger abend. sowas sind für mich schon erfolgserlebnisse, nur leider sind solche vereinzelte tage sehr sehr selten. heute nachmittag hätte ich auch eine verabredung, ob ich die aber absage oder wahrnehme, kann ich zum jetzigen zeitpunkt noch nicht sagen. ich hoffe ich kann mich aufraffen aber momentan vom gefühl her glaube ich es noch nicht.

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