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Einfach nicht reden können und Menschen aus dem Weg gehen

CXl'exa hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben!

Eigentlich habe ich gar keine große Lust über dieses Thema zu sprechen, aber ich kann nicht bestreiten dass es immer mehr zum Problem wird, deshalb möchte ich versuchen, hier darüber zu reden.

Ich habe im Grunde schon immer Probleme im sozialen Umgang gehabt, wobei die Ursache hierfür früher darin begründet lag, dass ich unter starken sozialen Ängsten und einer extremen Unsicherheit litt. Freunde hatte ich so zwar nur wenige, aber zumindest habe ich mit diesen einen regen Kontakt gehabt, habe oft auch stundenlang mit ihnen telefoniert. Hinzu kamen Bekanntschaften aus dem Internet, mit denen ich oft stundenlang jeden Tag geschrieben habe.

Aber inzwischen ist es so, dass ich eigentlich gar keine Kontakte mehr habe. Ich habe Freunde und Bekannte, aber der Kontakt ist nur unregelmäßig. Und das liegt allein an mir. Ich initiiere ab und zu einen Kinobesuch oder etwas in der Art, aber zu mehr bin ich nicht wirklich imstande.

Ich habe mir nach einem Umzug im Sommer kein Festnetztelefon angeschafft, bei What'sApp bin ich meist nicht online, bei Facebook sowieso nicht. Es ist ziemlich schwer, mich zu erreichen wenn ich nicht erreicht werden will.

Ich kann nicht einmal erklären woher dieser Unwille, soziale Kontakte zu pflegen, herrührt.

Da ist so eine große Wortlosigkeit auf meiner Seite, ich kann einfach nicht mit den Leuten reden. Ich könnte unmöglich mit jemandem telefonieren, weil ich einfach nichts zu sagen habe. Nichts sagen will. Und auch einfach nicht mehr zuhören mag.

Früher wurde ich gerade deswegen gemocht, weil ich ein Gespür für die Gefühle anderer hatte, immer für alle da war, meine Hilfe angeboten habe, ein offenes Ohr hatte, einfühlsam und geduldig war. Doch diese Qualitäten scheine ich alle verloren zu haben.

Ich verzweifle langsam an diesem Zustand, denn obwohl ich mich nach menschlicher Nähe sehne, fühle ich mich einfach nur noch unter Druck gesetzt und bin ständig gestresst, weil ich gleichzeitig auch unfähig bin, dieses Problem in Worte zu fassen.

Dass ich überhaupt noch Freunde habe, ist ein Wunder, denn ich bin ja nicht da. :-(

Antworten
E*l1lagDant


Nach welcher Art menschlicher Nähe sehnst du dich denn?

Colexa


Ich sehne mich nach ganz normalen Freundschaften.

Ich sehne mich danach, den Kontakt zu Menschen nicht mehr als Belastung zu empfinden, sondern ihn genießen zu können. Ich möchte wieder reden können, wieder zuhören können.

Ich habe niemandem mehr etwas zu sagen und ich merke, dass es mich kaum interessiert, was andere zu sagen haben. Ich merke, dass es anderen schlecht geht, aber ich kann ihnen nicht helfen, weil mir nichts einfällt, was ich ihnen sagen könnte.

Ich kann das meinen Freunden auch nicht erklären, denn was sollte ich ihnen sagen? Dass es mir zu anstrengend ist, mit ihnen zu reden? Dass ich nicht reden kann? Dass ich ihnen nicht zuhören möchte? Das würde doch implizieren, dass sie mir egal sind. Und das stimmt ja auch wieder nicht.

Bkr)aunHesled>ersofa


Wie siehts denn in deinem Leben aus? Große Langeweile im Job, keine Hobbys? Oder viele spannnde Aufgaben und Hürden, ein abwechslungsreicher Alltag? Wenn man nichts zu sagen hat, liegt es manchmal daran, dass auch wirklich nichts passiert ist und wenn die Bekanntschaften dann auch noch mit mäßig bis überhaupt nicht interessanten Themen ankommen, ist dein Rückzug verständlich.

Bist du vielleicht man ausgenutzt worden? Es kann auch gut sein, dass du deine jetzigen Bekanntschaften einfach nur langweilig findest, vielleicht sogar hohl, da ist es kein Wunder, dass du nichts mit ihnen zutun haben willst. Manchmal gehören gewisse Leute zu einem bestimmten Lebensabschnitt und schaffen es nicht in den nächsten.

CGlea


Langweilig sind meine jetzigen Bekanntschaften auf keinen Fall, das sind alles Leute, mit denen ich schon seit Jahren zu tun habe und die mir sehr am Herzen liegen. Ich denke, dass ich mich manchen dieser Menschen sehr unterlegen fühle, weil sie intelligent und wortgewandt und talentiert sind – all das, was ich nicht bin.

Ich kann die Wurzel des Problemes nicht wirklich finden. Eine Freundin (die zurzeit im Ausland lebt) möchte unbedingt mit mir bei Skype reden. Eine andere würde gerne mit mir Briefe schreiben. Und beides macht mir Angst, überfordert mich. Ich weiß auch nicht, seit wann das so ist. Ob es Monate sind oder Jahre. Ich weiß, dass ich mich früher schon oft zurückgezogen habe wenn mir der Kontakt zu viel wurde, aber Nachrichten schreiben ging immer. Jetzt geht das nicht mal mehr.

Ich habe vorhin der einen Freundin endlich eine Nachricht geschrieben, dass ich gerade einfach nicht reden kann und nicht weiß warum und dass es mir leid tut – nach fast drei Monaten, in denen sie versucht hat mit mir Kontakt aufzunehmen und außer einem Telefonat, zu dem ich mich wirklich zwingen musste, und ein paar Nachrichten nichts von mir zurück kam.

Es ist dieses direkte Reden, womit ich nicht zurechtkomme. Kinobesuche oder gemeinsame Spaziergänge sind in Ordnung. Weil der Fokus da auf etwas anderem liegt und Gespräche nur nebenbei laufen. Oder am Donnerstag wollte ich Blut spenden gehen und schrieb einer Freundin eine SMS, ob sie mitkommen wolle, und dann saßen wir nach der Spende noch zwei Stunden da und haben einfach geredet. Über unsere Lieblingsserien und über Schauspieler und übers Studium – einfach ganz ungezwungen.

Ansonsten bin ich von Menschen umgeben, die entweder gerade große Probleme haben und natürlich hauptsächlich darüber sprechen möchten, oder die hochintelligent sind und neben denen ich mir einfach minderbemittelt vorkomme, oder die einfach alles besser wissen und aus jedem belanglosen Kommentar eine Diskussion über die derzeitigen politischen Umstände machen.

Ich glaube, ich habe immer das Gefühl, bei Gesprächen Anforderungen erfüllen zu müssen, die ich nicht erfüllen kann oder will.

Sa.t walLlisixi


Geht's dir denn ansonsten gut? Ist hier im Psychologie-Forum natürlich etwas ausgelutscht die Idee aber die Frage ziehlt natürlich auf Depression ab, wäre halt ne einfache Erklärung.

C:lea


Eigentlich schon. ":/

Diese Unfähigkeit zur Kommunikation schränkt mich natürlich in vielen Lebensbereichen ein und führt dazu, dass ich mir oft isoliert vorkomme, kaum etwas erlebe und einen ziemlich gleichförmigen Alltag habe, aber ansonsten kann ich mich nicht beklagen.

Ich bin nicht traurig, nicht unglücklich, nicht verzweifelt... nur irgendwie lustlos, unmotiviert und darüber frustriert, dass ich mir selbst so im Weg stehe.

S7.0 wal0lisqii


ok, nächste Klischeefrage ;-D Wär's denkbar da einen Therapeuten zu konsultieren? Weil, egal was der ursächliche Grund ist, ich stell's mir schon als recht große Aufgabe vor solche Schwierigkeiten mit Mitmenschen oder Kommunikation alleine komplett zu ändern.

B=r7aunesl]edeNrsoxfa


Ich denke, dass ich mich manchen dieser Menschen sehr unterlegen fühle, weil sie intelligent und wortgewandt und talentiert sind – all das, was ich nicht bin.

Wenn sie schlecht über dich denken würden und dich langweilig und dumm finden würden, dann würden sie sich aber nicht mit dir abgeben wollen.

Ansonsten bin ich von Menschen umgeben, die entweder gerade große Probleme haben und natürlich hauptsächlich darüber sprechen möchten, oder die hochintelligent sind und neben denen ich mir einfach minderbemittelt vorkomme, oder die einfach alles besser wissen und aus jedem belanglosen Kommentar eine Diskussion über die derzeitigen politischen Umstände machen.

Dann solltest du Abstand zu diesen Leuten gewinnen und neue Leute kennenlernen. Leute, mit denen du umgezwungen umgehen kannst, mit denen du rumalbern kannst, aber auch ernsthafte Gespräche führen kannst. Wie ich schon schrieb:

Manchmal gehören gewisse Leute zu einem bestimmten Lebensabschnitt und schaffen es nicht in den nächsten.

Desweiteren solltest du dir ein grösseres Selbstbewusstsein aufbauen. Du bist bestimmt sehr tiefgründig und hörst gut zu, wenn du aber nicht die richtigen Gesprächspartner hast, nützt das nichts.

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